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Kein Einsatz ohne Alarm
Es ist ein Standardsatz in Pressemeldungen und in der Presse: Die alarmierten Feuerwehrleute löschten den Brand (wahlweise: befreiten den Verletzten aus dem Autowrack etc.). Ich streiche ja das alarmierte immer sofort und ersatzlos, denn wie sollten Feuerwehrleute oder Rettungsassistenten oder von mir aus auch Polizeibeamte zum Einsatzort kommen, wenn sie gar nicht alarmiert wurden. Ohne Alarm kein Einsatz, es sei denn, da sind Hellseher am Werk. Dass es auch andere Wendungen geben kann, darüber hat mein geschätzter Kollege Tonio Keller mal eine wunderbare Glosse geschrieben.
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Shirehorses – Begegnung mit den sanften Riesen
1,88 Meter Stockmaß – das ist die Rückenhöhe am Widerrist – und eine gute Tonne Gewicht: Kevin ist ein ganzer Kerl. Der Shirehorse-Hengst zog beim Landmarkt an diesem Wochenende auf dem Landgestüt Traventhal (Kreis Segeberg) alle Blicke auf sich. Shirehorse sind die größten Pferde der Welt und tragen den Beinamen Gentle Giants (sanfte Riesen).
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Aus dem Pixel-Notizbuch: Der Herbst kommt
Mein Job bringt es mit sich, dass ich ab und zu mal ein Stündchen am Strand verbringen darf. Bei meinem letzten Aufenthalt an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste in Scharbeutz war es zwar kalendarisch gerade noch Sommer, aber der Herbstbeginn deutete sich unmissverständlich an. An der Küste wird eingepackt. Einige sind noch schneller und haben bereits Winterpause.
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Das Monster: Meine erste Digitalkamera
Das digitale Foto-Zeitalter begann für mich mit einem Monster. Dieses Monster hat mich jetzt wieder angesprungen. Da werden Erinnerungen wach an den Tag, als die Fotografie für mich – und für viele andere – revolutioniert wurde. Zunächst mit erheblichen Problemen. Denn der Mensch hat nur zwei Hände.
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Die schönste Reklame der Welt
Werbung ist allüberall. Vor allem die Flughäfen der Welt sind gepflastert mit riesigen Werbetafeln. Da ist es schwer, sich aus der Masse abzuheben und den flüchtigen Blick der vorüber Eilenden festzuhalten. Die schönste Reklame der Welt – jedenfalls für mich – habe ich gerade auf einem Flughafen entdeckt. Sie hat meinen Blick sofort gefangen genommen.
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Der Notenverschenker
Über das schwierige Urheberrecht bei Noten und die Nischen, darüber, wie Chöre und Kirchenmusiker an freie Noten kommen, habe ich hier schon mehrmals berichtet. Jetzt möchte ich einen Mann vorstellen, der Noten verschenkt – und dafür viel Arbeit investiert. Manfred Hößl, Kirchenmusiker in Neumarkt – St. Veit, betreibt eine Webseite, auf der er Noten zum kostenlosen Download bereitstellt. Besonders widmet er sich der Kirchenmusik Süddeutschlands des 19. Jahrhunderts. Ich habe mit Manfred Hößl ein Interview geführt.
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„Gymnasium ist teuer“
Elternabend, Gymnasium, 7. Klasse. Als die Eltern nach dem Ende aus dem Klassenraum gehen, wissen sie: Es ist mal wieder an der Zeit, das Portemonnaie zu zücken. Außerdem empfiehlt es sich, Reserven anzulegen. Es kommt noch die eine oder andere Zahlungsaufforderung. „Gymnasium ist teuer“, hat der Klassenlehrer mit trockenem Humor bemerkt und sich die großen Grausamkeiten bis zum Schluss aufgespart.
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Fremdschämen für den Bettina-Mob
Ich schäme mich. Ich leide unter extremem Fremdschämen, und der Anfall ist so heftig wie noch nie in meinem Leben. Was bilden sich die Leute eigentlich ein, die meinen, öffentlich jemanden anderen herabwürdigen, niedermachen, in Grund und Boden stampfen zu können? Wo bleibt der Anstand, wo das Mitgefühl für eine Frau, die nur ihren Namen und ihre Reputation schützen will? Warum können sich so viele Menschen nicht mehr einfühlen in die Gefühle anderer? Ich stehe fassungslos und angewidert vor dem Kübel Dreck, der im Internet über Bettina Wulff ausgeschüttet wird. Überlegt sich denn niemand von denen, die da schütten, wie er selbst sich in dieser Situation fühlen würde?
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Plastik statt Jute
Früher, ja früher, da hatten wir nicht nur einen Kaiser, angeblich mehr Ruhe und Gelassenheit als heute und ein Plumpsklo hinten auf dem Hof. Früher, da spielten die Kinder noch Ringelreihen und Blinde Kuh statt am Computer zu sitzen, und sie hatten Platz, um sich draußen auszutoben. Und früher gab es die richtigen Säcke zum Sackhüpfen. Braun, aus Jute, kratzig und gerade so groß, dass sich ein durchschnittliches Kind den Sack bis unter die Achseln hoch ziehen und damit loshüpfen konnte. Doch der Jutesack ist weg. Dass er aus unserem Alltag verschwunden ist, fällt kaum auf. Längst haben wir uns daran gewöhnt, dass wir erstens nie so große Mengen von…
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Das kann nicht weg, das ist Kunst
Das war schon ein schräger Vogel, dieser Ásgeir Jón Emilsson, genannt Geiri. In seinem Häuschen hat er fast alles gesammelt, was ihm gefiel. Aber als er 1999 starb, kam eben kein Container, um darin sein Hab und Gut zu entsorgen. Es hätte gut passieren können. Heute gilt das, was andere für altmodischen Kitsch und wertlosen Schnickschnack halten würden, als Kunst. Der Außenseiterkünstler von Island – seine Landsleute sind stolz auf ihn und haben sein Haus zum Museum gemacht.





























