Ausgezeichnet: Knebelvertrag für Fotojournalisten ausgetrickst

Jeden Freitag kommt der DJV-Newsletter in mein E-Mail-Postfach. Darin berichtet der Deutsche Journalistenverband darüber, was sich in der Medienszene tut. Ein guter Überblick über die vergangene Woche und oft sehr, sehr interessant. Der jüngste vom Freitag enthielt eine Geschichte, die mir richtig Spaß gemacht hat. Eine kanadische Zeitung hat auf großartige Weise die Forderung nach einem Knebelvertrag für Fotojournalisten ausgetrickst.
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Das gelbe Wasser im Brunnen – ein Motiv, zwei Fotos

Für Fotografen ist es eine Binsenweisheit: Willst du Tropfen sehen, verwende eine kurze Belichtungszeit, friere sie einfach ein. Willst du fließendes Wasser sehen, nimmt eine längere Belichtungszeit, dann verwischen die Tropfen. Das klappt vorzüglich, wie zwei Beispiele, die ich in jüngster Zeit fotografiert habe, zeigen. Die Schwierigkeit war aber in diesem Fall eine andere. Hier erst einmal die Beispielbilder.

Brunnen mit verwischten Tropfen
Brunnen mit eingefrorenen Tropfen

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Bolzen in B. – Die Kunst, eine Vereins-Pressemitteilung zu schreiben

Eines vorweg: Das hier ist kein Vorwurf und keine Anklage. Es ist nur ein Beispiel. Ein Beispiel dafür, welche Mitteilungen, zumeist von Vereinen, aber auch von lokalen Veranstaltern, täglich in die Lokalredaktionen kommen. Und was am Ende daraus wird, damit es eine richtige Nachricht im Stil einer Nachricht wird, auch wenn die meisten Nachrichten eher Ankündigungen sind und keine wirklichen Nachrichten im Sinne von Neuigkeiten.
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Promovierte Doktoren und doppeltgemoppelte Wissenschaftler

Es gab vor Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, mal einen Leitfaden für Redaktionspraktikanten, ich glaube von der „Drehscheibe“, ich bin mir aber nicht sicher. Darin stand folgender Satz: „Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. (so ging es noch drei Zeilen weiter) Helmut Kohl lautet die korrekte Bezeichnung für unseren Bundeskanzler.“ Alle Ehrendoktortitel  waren mit drin. Der Satz war deshalb aufgenommen worden, um zu verdeutlichen, warum Doktortitel in der Zeitung grundsätzlich weggelassen werden, es sei denn, es geht um einen Arzt in Ausübung seines Berufes. So habe ich es gelernt, und so ist es schon lange nicht mehr. Was mich zu dieser Exkursion in die Vergangenheit veranlasst, ist aber eine andere Frage im Zusammenhang mit Doktoren aller Art. Nämlich die, ob ein studierter Wirtschaftswissenschaftler eine doppeltgemoppelter Ausdruck ist. Oder anders gefragt: Hat ein Wissenschaftler immer studiert und lässt sich das Wort studiert ersatzlos streichen?
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Wir Aasgeier und Schmeißfliegen: Gedanken zur Katastrophen-Berichterstattung

Gestern war wieder so ein Tag, an dem wir Journalisten uns beschimpfen lassen mussten, weil wir unseren Job gemacht haben. Der Absturz des Fluges 4U9525 mit 150 Menschen an Bord hat den Reflex, über uns herzuziehen, wieder einmal ausgelöst, wie so oft schon. Die, die die Überbringer der Nachricht schlagen, sollten aber wissen, dass es dazu viele Aspekte zu bedenken gibt.
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Wie höflich muss eine E-Mail sein?

Jeden Tag fluten hunderte von E-Mails das Redaktionspostfach. Vereine schicken ihre Veranstaltungsankündigungen, Politiker ihre Statements, Verwaltungen und Parteien ihre Einladungen zu Pressekonferenzen oder Pressegesprächen. Jede E-Mail zu sichten, macht Arbeit und kostet Zeit. Dabei gibt es einige, die mehr Aufwand erfordern, andere weniger. Und andere sind so schlicht gehalten, dass es fast schon unhöflich erscheint. Aber wie viel „leerer Grußballast“ darf oder muss sein?
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Kreativ schreiben unter floskelwolkenlosem Himmel

Was ist eine Floskel? „Als Floskel werden schmückende Ausdrücke, nichtssagende Redensarten sowie unnötige Phrasen bezeichnet“, lautet die Definition, die wortwuchs.net gibt. Die dort angeführten Beispiele treffen nicht ganz das, was sich die Erfinder der Floskelwolke vorgestellt haben. Sie haben unter diesem Titel der Floskel im Sinne von hohler Phrase – schöne Floskel, oder? – den Kampf angesagt. Ein Kampf, der nicht auf allen sprachlichen Feldern zu Recht geführt wird, aber ungemein dazu reizt, in Texten wie diesen mit Floskeln zu spielen.
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Gender: Von Wörtern, Haltungen und veröffentlichten Texten

Ich bin eine stille Leserin des Blogs „Aus Liebe zu Freiheit“ von Antje Schrupp. Weil mich ihre feministischen Thesen interessieren und weil ich mehr über dieses Thema wissen will. Nur manchmal, wirklich sehr selten, melde ich mich dort mit einem Kommentar zu Wort. Gerade habe ich es bei dem Blogpost „Was verlorengeht, wenn das Internet normal wird“ getan – und mir prompt eine Kritik eingehandelt, die ich so nicht stehenlassen möchte. Anlass ist ein klassisches Beispiel, wie Sprache und Haltung auseinanderfallen. Was an sich nichts schlimmes ist. Schlimm ist nur, wenn beides dann doch zusammengeworfen und der Autorin, in diesem Fall mir, vorgeworfen wird.
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Der schlimmste Pressetermin aller Zeiten

Zugegeben, der Titel ist etwas provokant, und mit aller Zeiten sollte man vorsichtig sein, wie Kollege Udo Stiehl auf seinem Blog so schön ausführt. Außerdem, auch das eine eiserne Regel, sollten Journalisten ihre Arbeit tun und nicht über ihre Arbeitsbedingungen berichten. Aber hier bin ich privat, und da darf ich mich mal aufregen über einen der schlimmsten Pressetermine – Achtung – aller Zeiten.
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