Spreefahrt in Berlin: Vom Schiff aus sind die bekanntesten Sehenswürdigkeiten zu sehen.
erlebt,  Pyropro

Spreefahrt: Berlin-Sightseeing für Fußkranke

Großstädte zu besichtigen, kann anstrengend sein. Vor allem, wenn jemand nicht gut zu Fuß ist. In Berlin bietet sich deshalb eine Spreefahrt an.

Wer wie wir aus der Provinz nur alle Jubeljahre nach Berlin kommt, der möchte natürlich auch mal die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt sehen. Anders als hier auf dem Dorf liegen die oft zwar im Zentrum, aber doch weit auseinander. Da bietet sich eine Spreefahrt an.

Wir haben unsere online gebucht. Ausgesucht habe ich eine einstündige sogenannte Boutique-Kreuzfahrt auf der Hemingway. Einem historischen Schiff mit Elektromotor. Was daran eine Boutique-Kreuzfahrt sein soll, hat sich mir nicht erschlossen. Aber es war eine schöne Tour auf einem hübschen Schiff mit kühlen Getränken an Bord und viel Platz am Bug und Heck, um sich dort für Fotos zu positionieren.

Abfahrt mitten im Regierungsviertel

Meine Wahl fiel auch auf die Hemingway, weil sie von der Anlegestelle Paul-Löbe-Haus abfährt. Also mitten im Regierungsviertel. Von dort geht es erst einmal Richtung Osten, Richtung Bahnhof Friedrichstraße, Museumsinsel, Berliner Dom und Humboldt-Forum. Dort dreht das Schiff und es geht zurück Richtung Regierungsviertel. Nächste Stationen Bundeskanzleramt und Haus der Kulturen der Welt (Schwangere Auster). Das markante, von Hugh Stubbins entworfene Gebäude mit dem gebogenen Dach ist leider von der Spree aus gar nicht mehr gut zu sehen.

Gerade läuft nämlich der Erweiterungsbau des Bundeskanzleramtes. Der liegt auf der anderen Seite der Spree und wird mit dem von den Berlinern Waschmaschine genannten Kanzleramt durch eine Brücke verbunden. Die steht bereits – und verdeckt die Ansicht der Schwangeren Auster von der Spree aus. Sehr schade. Aber zum Glück gibt es ja noch den Blick vom Tiergarten aus. Diese Seite ist allerdings nicht mit dem Schiff zu erreichen.

Bevor es zurück zum Anleger geht, scheint rechts noch der Cube Berlin auf, ein 2002 fertiggestelltes Bürogebäude auf dem Washingtonplatz. Die Crew der Hemingway preist es als gelungenes Architekturbeispiel an, und ich kann das nur bestätigen. Die nach innen gefaltete Glasfassade macht das Gebäude sehr außergewöhnlich. Ergebnis sind wunderschöne Spiegelungen, die sich über den Tag immer wieder verändern.

Cube Berlin
Cube Berlin neben dem Hauptbahnhof. Das ungewöhnliche Bürohaus ist bei der Spreefahrt gut zu sehen.

Spreefahrt ist Berlin im Schnelldurchlauf

Zugegeben, eine Spreefahrt ist so ein Touri-Ding. Aber es ist eine gute Möglichkeit, entspannt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Zentrum von Berlin zu sehen. Das gibt einen Überblick und motiviert zu einem Besuch etwa von Museumsinsel oder Berliner Dom. Dafür reichte bei uns allerdings nicht die Zeit. Und so gab es eben per Spreefahrt Berlin im Schnelldurchlauf.

Susanne Peyronnet *1960 Wurzeln in Niedersachsen Leben in Schleswig-Holstein Redakteurin seit 1981 Hobbys: Reisen, Lesen, Reiten Musik: Klassik, Klassik, Klassik (Ausnahme Kammermusik) Länder: Deutschland, Frankreich

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert