Pop-up: Ein Wort ploppt auf

Nie gab es so viele neue Wörter wie in der Corona-Krise. Diese Beobachtung bezieht sich nicht nur auf Wörter, die mit der Pandemie zu tun haben. In ihrem Umfeld ploppen plötzlich Wörter auf, die vorher kaum eine Rolle spielten. Ein Beispiel: Pop-up.

Es begann mit Radwegen, die plötzlich überall aufploppten und deshalb Pop-up-Radwege heißen. War es vorher vor allem ein Wort, das in Zusammenhang mit Webseiten verwendet wurde, ploppen nun plötzlich Routen für Fahrradfahrer auf, die vorher nicht da waren. Und weil Englisch so schön und modern ist, heißen die gern auch Pop-up-Bike-Lane. Da die in der Krise aufkamen, werden sie auch Corona-Radweg genannt.

Plötzlich ist das Wort da

Plötzlich poppt es auch anderswo auf. Oder kommt mir das nur so vor, so wie einem plötzlich auffällt, worüber man sich sonst nie Gedanken gemacht hat. Jedenfalls fiel mir gerade ein Pop-Up Store für FineArt auf, für den in einem hiesigen Einkaufszentrum geworben wird.

Mehr Schreibmätzchen passen nicht auf ein Schild: Hinweis auf den Pop-Up Store.

Das Schild versammelt beinahe alle Todsünden, die ein guter Schreiber begehen kann. Binnenmajuskeln in FeinArt, kein Durchkoppeln von Pop-Up-Store, zudem schreibt man Pop-up meines Wissens mit kleinem u. Ich habe aber auch schon Pop-Up oder – ganz schlimm – PopUp gesehen. Immerhin ist Kreativ-Markt ohne Deppenleerzeichen geschrieben.

Weniger wäre mehr gewesen

Der hier angepriesene Pop-up-Store ist übrigens nichts anderem als eine der – Achtung, auch so ein Modewort – temporären Verkaufs- oder Ausstellungsflächen, die es in Einkaufszentren oft gibt. Bei diesem Beispiel hätte der Hinweis „Besuchen Sie unseren Kreativ-Markt“ völlig ausgereicht. Auf das Modewort Pop-up hätte gerne verzichtet werden können. Aber dann wäre dieser Pop-up-Text nicht in meinem Kopf aufgeploppt.

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