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Wenn die Mediathek über die Spieliothek berichtet
Erinnert ihr euch noch an die Spieliotheken? Das waren so eine Art Büchereien für Spiele, die in den 1980er-Jahren einen Boom erlebten. Kinder, aber auch Erwachsene und Familien, konnten sich dort Spiele für zu Hause ausleihen, aber auch in der Spieliothek spielen. Oder aber Spielangebote wurden mobil, etwa in einem Bus, zu den Dörfern gebracht. Nicht zu verwechseln ist die Spieliothek übrigens mit der Spielothek, in der Daddelautomaten stehen. Die sind im Gegensatz zur Spieliothek unerwünscht und vielen Gemeinden höchstens als Gewerbesteuerzahler willkommen. Die fast gleiche Schreibweise beider Einrichtungen hat übrigens damals schon viele Leute verwirrt. Solche Verwirrung stiften heute andere Medieneinrichtungen.
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Phrasenalarm: Die pure Natur hautnah anfassen
Natur pur ist das da draußen gerade, wo der Frühling trotz zurzeit für eine Frostbeule wie mich eher arktischen Temperaturen aus allen Knopflöchern platzt. Nun will ich hier aber nicht über den Frühling philosophieren, sondern über das kleine Wörtchen pur. Gerne übrigens mit einem Ausrufezeichen versehen. Pur!
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Insektendruck und Fahrgassenverluste: Worte, die auf dem Acker gedeihen
Der Raps blüht. Bei uns steht er in Vollblüte, die gelbe Pracht erstreckt sich über Hügel und zwischen den Knicks entlang. Vor kurzem habe ich hier noch darüber geschrieben, dass der Blickfang im großen Gelb fehlt. Heute morgen war er da, in Form eines Treckers mit Spritze. Aber was spritzt der da jetzt. Pestizide? Mitnichten. Er spritzt ein angeblich für Bienen unschädliches Mittel, dass den sogenannten Rapskrebs verhindern soll. In der Fachsprache der Landwirte klingt das natürlich ganz anders.
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Die Sinfonie der Symphonie-Schreibung
Die Sinfonie bringt es auf acht Millionen Google-Einträge. Die Symphonie überflügelt sie bei weitem mit 21,8 Millionen Einträgen. Solche Gloogle-Einträge sind ein Gradmesser dafür, welches Begriffe, welche Schreibweisen gängig sind. Geht es danach, ist die Symphonie deutlich weiter verbreitet als die Sinfonie. Aber was ist der Unterschied? Gibt es überhaupt einen?
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Bauleitplanung – ein Hort der kryptischen Worte
In meinem Job als Lokalreporterin muss ich mich öfter mit Kommunalpolitik auseinandersetzen. Ein Thema, das ich nicht besonders liebe. Aber Job ist eben Job, und nun muss ich da durch. Zum Glück bescheren mir die Sitzungen viel Freude in sprachlicher Hinsicht. Wobei Freude wohl der falsche Ausdruck ist. Es ist eher das Erstaunen darüber, mit welchen Begriffen etwa in der Bauleitplanung hantiert werden. Da werden kryptische Formulierungen verwendet, und ich wundere mich oft, wie Feierabend-Politiker damit zurecht kommen.
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Darf ich Blog-Kommentare korrigieren?
Ich lege sehr viel Wert auf richtige Rechtschreibung. Das ist berufsbedingt. Meine Toleranz gegenüber Rechtschreib- und Tippfehler ist gering. Was soll ich also tun, wenn ein Kommentator hier auf dem Blog einen Kommentar abgibt, der vor Rechtschreibfehler nur so strotzt? Korrigieren oder im Original freischalten?
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Wie viel Fachsprache darf’s denn sein?
Im Anschluss an meinem letzten Text hier zum Baumkataster hat sich eine kleine Diskussion zum Thema Fachsprache entsponnen. Wie viel Fachausdrücke dürfen in Texten vorkommen, darf man sich darüber lustig machen und haben Fachleute einen Anspruch auf ihre Fachsprache?
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Verwaltungsvorlage zum Baumkataster: Wildwuchs im Wörterwald
Na, wer kennt den Zwieselriss? Ich bin begeisterte Sammlerin krauser Begriffe und habe mich gerade in einer kommunalen Bauausschusssitzung sehr über Festmist und Inputstoffe amüsiert. Das sind übrigens Zutaten für Biogasanlagen, falls es jemanden interessiert. Die absolute Schöpfungshöhe erreichte der Ausschuss aber in sprachlicher Hinsicht, als es darum ging, ein Baumkataster einzuführen. So ein Baum kann, wenn er zu einem Verwaltungsvorgang wird, sprachlich dermaßen wüst sprießen, dass es einen schüttelt. Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf Schwurbeldeutsch über mich.
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Lotto – die Sache mit der Gewähr
Nein, Lotto spielen ist nicht gefährlich. Jedenfalls nicht so, wie ich mir das als Kind vorgestellt habe, wenn regelmäßig folgender Satz fiel: „Diese Angaben sind wie immer ohne Gewähr.“ Als Kind kannte ich keine Gewähr, verstand Gewehr und gar nicht, was das mit Zahlen zu tun haben sollte. Inzwischen weiß ich natürlich, dass Gewährleistung gemeint ist und was das ist.
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Ein etwas bissiger Rückblick: Hater, Zynismus und mehr
Nein, das hier wird kein Jahresrückblick. Es sind einfach nur ein paar Gedanken, die sich mir in den vergangenen Monaten aufgedrängt haben. Die ich aufschreibe, um sie für mich selbst klar im Kopf zu bekommen. Schreiben schärft die Gedanken. Und warum soll ich niemanden an dem teilhaben lassen, was mir durch den Kopf geht? Insofern ist es doch eine Art Ein-paar-Monate-Rückblick.


























