Pyrocontra
Daumen runter - was mir missfällt
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Bitte kein Bravo, Bravissimo ins Pianissimo
Ich war gestern Abend in der Oper unter freiem Himmel. Die Premiere von Verdis Oper „Nabucco“ ging über die Freilichtbühne am Großen Eutiner See. Die Eutiner Festspiele haben mir einen unvergesslichen Abend beschert mit wunderschöner Musik, einem erstklassigen Orchester, einem ganz, ganz großartigen Chor – Verdi muss Chöre gemocht haben, er hat ihnen in dieser Oper wunderbare Melodien geschrieben – und hörenswerten Solisten. Und doch habe ich mich geärgert.
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Keine Fotos: Hausverbot beim Großfeuer
Das habe ich in 30 Jahren als Fotoreporterin noch nicht erlebt: Bei einem Großbrand ist das Hausrecht angewendet und mir das weitere Fotografieren beziehungsweise der Aufenthalt am Brandort untersagt worden. „Keine Fotos mehr“ lautete die Ansage einer Frau, die sich später als Hausbesitzerin zu erkennen gab, und jeden weiteren Aufenthalt auf ihrem Grundstück untersagte. Alles Argumentieren half nichts, sie holte sich die Polizei zu Hilfe, die das Hausrecht durchsetzte. Bleibt für mich die Frage: Ist das Hausrecht ein Megarecht, das die Berichterstattung über ein öffentlich relevantes Thema immer und überall ausbremsen kann? Oder muss das Hausrecht in einem solchen Fall hinter dem Grundrecht der Pressefreiheit und der Freiheit der Berichterstattung…
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Die Sucht zu sabbeln
„Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn hat den Ball – verloren, diesmal an Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. Rahn schießt . . . Toooor! Toooor! Toooor! Toooor!“. Worte, die auch heute noch kalte Schauer über den Rücken jagen. Ins Mikrofon gebrüllt von Herbert Zimmermann in seiner legendären Hörfunkreportage über das WM-Endspiel von 1954, das „Wunder von Bern“. Ohne Pause redete Zimmermann sich in Rage, und das war auch gut so. Kaum jemand konnte sehen, was er da beschrieb, waren Fernseher doch noch Mangelware. Und heute? Jeder kann sehen, ob Podolski ein Tor schießt oder Schumi überholt. Und was…
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Hilfe, mein Webspace ist voll
So ein Blog ist eine komplizierte Sache. Wer eines betreibt, will eigentlich nur Texte und Fotos veröffentlichen, sich ganz auf den Inhalt konzentrieren. Doch immer wieder gehen Stunden über Stunden für Technikkram drauf. Da dringt der unbedarfte Blogbetreiber in Sphären vor, von denen er sich nicht träumen lassen hat, dass es sie überhaupt gibt. So geht es mir gerade. Der Grund: Mein Webspace ist fast voll, und ich versuche herauszufinden, woran es liegt und wie man das Problem beheben kann. Eine Klage.
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Tomtom spricht wieder mit mir
Wer oft unterwegs ist zu Adressen, an denen er bisher nicht war, der weiß ein Navigationsgerät zu schätzen. Das zärtlich Navi genannte Teil erspart eine Menge Sucherei und führt einen direkt zum Ziel. Vorausgesetzt, es hat Satellitenempfang. Das ist bei Tomtom-Geräten in diesen Tagen aber nicht selbstverständlich. Gerade gibt es damit erhebliche Probleme.
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Es lebe die Blümchen-Fotografie
Vor kurzem habe ich einen Beitrag mit dem Titel „Warum ich so gerne Blümchen fotografiere“ gelesen. Darin beschreibt Frau Doktor – so heißt sie wirklich -, was sie so an der Blumenfotografie fasziniert. Da geht es um Strukturen, Farben, Makrosucht. Auch ich fotografiere gerne Blümchen, aber aus ganz anderen Gründen.
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Ich will nicht fotografiert werden!
Stell Dir vor, Du machst ein Foto von einem Platz mit 2000 Konzertgästen, und einer meckert. Er will nicht fotografiert werden. Sitzt in der ersten Reihe, hält einen Zigarillo in der Hand, genießt die Freiluftatmosphäre, aber will partout nicht auf einem Foto mit drauf sein. „Du darfst hier nicht fotografieren“, fährt er mich an. So etwas habe ich bisher nicht erlebt, aber es ist symptomatisch. Ich fürchte, das wird es immer öfter geben. Das ist Zeitgeist.
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Eine Pressekonferenz, die keine ist
Ich nehme vieles klaglos hin. Das ist so, wenn man sich Jahrzehnte lang als Lokal- oder Regionalreporterin durch die Vereins- und Verbandsszene arbeitet. Aber manchmal schüttele ich innerlich so heftig mit dem Kopf, dass ich aufpassen muss, dass man es von außen nicht sieht. Heute war wieder so ein Tag. Anlass: eine Pressekonferenz, bei der alles falsch gemacht wurde, was man nur falsch machen kann.
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Kein Hundeleben mehr: Jetzt kommt Wau-TV
Ich kannte mal einen Hund, der liebend gern Fußballübertragungen im Fernsehen anschaute, weil dabei ein Ball mitspielte. Das Tier versuchte immer, ihn zu fangen und stürzte dabei auch mal unter den Fernsehtisch. Letztlich war es aber doch kein richtig tierisches Programm. Das könnte sich demnächst ändern, wie mein Freund und Kollege Tonio Keller, Redakteur beim Bauernblatt Schleswig-Holstein, in einer Gastglosse geschrieben hat.
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Abenteuer am Geldautomaten
Der Gang zum Geldautomaten ist stets auch ein Quell der Spannung und der Freude. Welches Modell habe ich denn dieses Mal vor mir? Das Millionärsmodell? Das sind diese Kästen, bei denen man eine Minute lang das ratternde Abzählen der Scheine hört, so dass jeder zufällige Ohrenzeuge denkt, dass der Kasten jetzt 2000 Euro ausspuckt. Am Ende der endlosen Rappelei klemmen dann gerade Mal zwei Scheine im Ausgabeschlitz. Hat das Ding vor dem Auszahlen noch mal die Bestände durchgezählt und überlegt, ob noch genug da ist? Ein anderer Typ Geldautomat scheint zuschnappen zu wollen. Er klemmt die Scheine so weit unten in seinem Schlund ein, dass ich immer Angst habe, dass…
























