Schatten im Foto: Lange Suche nach der Ursache

Beim Fotografieren tauchen manchmal Phänomene auf, die sich nicht leicht erklären lassen. Zwei Tage habe ich versucht zu ergründen, warum auf einem bestimmten Foto plötzlich am oberen Rand ein Schatten auftauchte. Am Ende war die Lösung ganz einfach und überraschend.

Wie so oft war ich mal wieder mit der Kamera in Lübeck unterwegs. Die Stadt bietet so viele wunderbare Motive. Eines davon ist Glandorps Hof in der Glockengießerstraße, einer der ältesten der repräsentativen Stiftshöfe. Ich hatte das Weitwinkelpbjektiv auf der Kamera und habe den Hof in seiner strengen Gestaltung fotografiert. Und dann war da dieser ärgerliche und störende Schatten, der sich leicht halbmondförmig über die obere Hälfte des Bildes zieht. Wo kommt der bloß her?

Glandorps Hof in Lübeck mit dem ärgerlichen Schatten auf der oberen Bildhälfte.
Glandorps Hof in Lübeck mit dem ärgerlichen Schatten auf der oberen Bildhälfte.

Zunächst hatte ich die Streulichtblende im Verdacht. Die hat sich allerdings nie zuvor auf Fotos bemerkbar gemacht. Und wenn, darauf wies mich die Fotografen-Bubble bei Twitter hin, wäre der Schatten ringsherum und nicht nur oben. Andere Ursachen schieden für mich aus, etwa, dass meine Jacke oder meine Hand oben auf dem Objektiv das Bild verschattet habe. Aber da ist meine Hand nie. Ich halte die Kamera immer gleich.

Unter Verdacht: die Speicherkarte

Als Nächstes habe ich die Speicherkarte verdächtigt, zumal Testfotos mit einer anderen Karte das Problem nicht zeigten. Aber es ist schon sehr unwahrscheinlich, dass es daran gelegen haben könnte. Leute aus der Foto-Bubble meinten, es könne auch an dem Sensor liegen. Das wäre ärgerlich gewesen. Andere vermuteten, es könne am Verschluss der Kamera liegen.

Ich bin erstmal losgezogen und habe eine Reihe von Testfotos gemacht. Immer schön reinfotografiert in den blitzeblauen Himmel. Anschließen habe ich die Bilder in Lightroom bearbeitet. Und da war er plötzlich wieder, der seltsame Schatten. Ich bin mit dem Cursor die Presets rauf- und runtergefahren, und dann tauchte er mal auf und war schnell wieder weg. Bei genau zwei Presets aus derselben Quelle.

Vergleichsbilder mit und ohne Schatten - bearbeitet mit unterschiedlichen Presets.
Vergleichsbilder mit und ohne Schatten – bearbeitet mit unterschiedlichen Presets.

Schatten lieber von Hand einfügen

Ich habe das dann an mehreren Fotos ausprobiert, und sieht da: Das war die Ursache. Dass der Schatten bei meinem Foto von Glandorps Gang eine leichte Biegung hatte, lag einfach an der geringen Brennweite von elf Millimetern. Fazit: Presets sehr genau angucken, und einfach mal welche rausschmeißen, die sich als untauglich erweisen. Der doch sehr deutliche Schatten und der harte Übergang waren mit vorher nie aufgefallen. Das mag am Motiv gelegen haben. Jetzt bin ich froh, dass Kamera, Objektiv und Speicherkarten einwandfrei funktionieren. Und wenn ich doch mal den Himmel abdunkeln möchte, nehme ich den Verlaufsfilter.

3 Kommentare

  1. Ob das mit den im letzten Update von Lightroom (geänderte Masken) zu tun haben könnte? Dein Tipp, die Presets im Auge zu behalten, halte ich für angebracht. Die Wirkung mancher älteren Presets hat sich in meiner Wahrnehmung verändert. Ich schmeiße die auch raus, wenn mir merkwürdig Effekte auffallen. Das ist ab und an der Fall und ich könnte mir vorstellen, dass es am Zusammenspiel mit den (noch relativ) neuen Masken zusammenhängt.

    1. Hallo Horst, mit den geänderten Masken hat, das glaube ich, nichts zu tun. Es lag einfach an dem Preset, das wohl einem blassen Himmel mehr Farbe geben soll. Dann muss aber das Motiv dazu stimmen, und das stimmte eben dieses Mal nicht.

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