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Feuerwehrsprech: Glosse frech über Einsatz groß
Die Stürme „Elon“ und „Felix“ haben mir als Reporterin unruhige Tage und Nächte beschert. Unablässig, manchmal im Minutentakt, gingen die SMS bei mir ein, mit denen die Leitstelle automatisiert neben den Feuerwehren auch uns Pressevertreter über Einsätze informiert. Diese Nachrichten nennen ein Einsatzstichwort. Beim Sturm war es immer „Unwetter klein“, was im Klartext abgebrochene Äste, umgefallene Bäume oder abgerissene Dachteile bedeutet. Außerdem gibt es noch viele weitere Stichwörter. Interessant aus sprachlicher Sicht ist dabei, dass das Adjektiv immer dem Substantiv nachgestellt wird. Diese Eigenart habe ich mal auf die Schippe genommen.
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Inklusion – die schwierige Definition eines Karriere-Wortes
Ich glaube, die Wette gewinne ich. Ich wette, dass immer noch etwa 80 Prozent der Zeitungsleser nicht wissen, was Inklusion genau ist. Obwohl das Wort sei einiger Zeit eine beispiellose Karriere gemacht hat, kann bis heute niemand kurz und bündig erklären, was damit gemeint ist. Nicht einmal die Behindertenverbände, wie etwa die „Aktion Mensch“.
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Der Deppen-Apostroph: keine neue Erfindung
Ich habe immer gedacht, der Deppen-Apostroph sei eine Erfindung unserer Zeit. Eine Marotte, die aus dem englischen Sprachraum zu uns herübergeschwappt ist. Mitnichten. Gerade ist mir ein Foto aus dem Jahr 1900 in die Hände gefallen. Es zeigt die Innenstadtstraße einer norddeutschen Kleinstadt. Und was finde ich dort? Einen Deppen-Apostroph. Hier ist der Beweis.
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Die Gender-Feuerwehr oder: Warum es Einsatzkräfte gibt
Wer mich kennt weiß, dass ich kein Freund von Genderformen in der Sprache bin. Das ausdrückliche Mitnennen weiblicher Formen ist ersten sprachlich nicht schön, bläht zweitens Texte auf und ist drittens gar nicht so notwendig, wie es deren Verfechter immer behaupten. So jedenfalls meine Meinung. Aber in einer Hinsicht finde ich es wichtiger denn je, Frauen ausdrücklich mitzunennen oder eine geschlechtsneutrale Bezeichnung zu finden: bei der Freiwilligen Feuerwehr.
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Vielschichtige Wörter für viele Straßenschichten
Wir Redakteure schlagen uns Tag für Tag mit Pressemitteilungen herum, die hohe Werte auf der nach oben offenen Blähwort- und Unverständlichkeitsskala haben. Besonders Verwaltungen neigen dazu, Wörter möglichst komplizierter zu machen, als sie sein müssten. Kommt dann noch spezielles Fachwissen dazu, werden Pressemitteilungen zur sprachlichen Katastrophe. Besonders negativ fallen die Mitteilungen der Straßenbauer auf. Verfasser sind natürlich nicht die Männer mit der Schippe und der Walze, sondern die Mitarbeiter der Straßenbauverwaltungen.
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Ich saß auf einem Steine: Das fotografierte Gedicht
Ich habe seit meiner Schulzeit ein Lieblingsgedicht, eines von wenigen absoluten Lieblingsgedichten. „Ich saß auf einem Steine“ von Walther von der Vogelweide. Es stammt aus dem späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert. 800 Jahre später ist mir dazu das passende Foto gelungen. Ein Schnappschuss, ein bisschen bearbeitet, der sich langsam aber sicher zu einem meiner Lieblingsbilder des Jahres entwickelt.
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E-Mail von der Bohrinsel um die Ecke
Einfach kann ja jeder: vorname.nachname@beispiel.de – so sieht für viele die klassische E-Mail-Adresse aus, vor allem die berufliche, wo die Form meistens vorgeschrieben ist. Träger von Allerweltsnamen – Meyer, Müller, Schulze, Schmidt machen jede Party mit -, Kreative und Ängstliche finden bei privaten E-Mail-Adressen aber eine richtig schöne Wort- oder Gag-Spielwiese.
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G, aG oder T: Behinderung erkennen schwer gemacht
Es ist nicht immer leicht, alles zu verstehen, womit man so zu tun hat. Da steht auf der einen Seite das Bürokratendeutsch, auf der anderen Seite unverständliche Abkürzungen. Die spielen auch dort eine Rolle, wo es Menschen aufgrund ihres GdB sowieso nicht leicht haben: beim Schwerbehindertenausweis. Übrigens GdB heißt Grad der Behinderung, und damit sind wir schon beim Thema.
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Deutsch für Unerschrockene – ein Fest für Sprachgourmets
Dieses Blog beschäftigt sich mit so allerlei, vor allem aber mit Sprache. Deren mitunter verschrobene Nutzung ist für mich immer ein Grund zu Freude – und für einen Blogeintrag. Gerne denke ich noch an die Oberbauschweißtechnik zurück. Nun hat mein Mittwitterianer, also mein Mit-Twitterianer, @citoyenberlin einen schönen Begriff geprägt: Deutsch für Unerschrockene. Davon gibt es weiß Gott eine ganze Menge.
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uD-MeMi – Kryptische Abkürzungen für Feierabend-Politiker
Die Sommerpause ist vorbei, die Dorf- und Stadtpolitiker sind aus dem Urlaub zurück, die Sitzungen beginnen wieder. Da das Jahr nur noch kurz ist, ist es an der Zeit, den Haushalt für 2015 aufzustellen. Keine einfache Aufgabe für Feierabend-Politiker. Zumal es kryptische Abkürzungen zu verstehen gilt, deren Erklärung nicht weniger unverständlich ist.




























