Kennzeichen: Das bedeuten französische Nummernschilder

Ich habe mich schon immer für Autokennzeichen interessiert und versuche im Ausland stets herauszufinden, nach welchem Prinzip sie dort vergeben werden. Das war in Frankreich früher anders als heute. Die Franzosen haben die Vergabe der Kennzeichen vor einiger Zeit umgestellt. So funktioniert sie heute.

Jedes französische Kennzeichen besteht aus zwei Buchstaben, auf die drei Zahlen folgen und erneut zwei Buchstaben. Das Kennzeichen wird von der Zulassungsstelle vergeben, ohne dass der Autobesitzer irgendeinen Einfluss darauf hat. Wunschkennzeichen wie in Deutschland gibt es nicht. Man muss nehmen, was kommt.

Keine Zuordnung zur Heimatregion mehr

Was es ebenfalls nicht gibt, ist die Zuordnung über das Kennzeichen zum Wohnort oder Department des Halters. Die Kennzeichen werden über eine landesweite Datenbank vergeben, ohne regionalen Bezug. Das war früher anders. Bei den alten Kennzeichen, die man manchmal noch sieht, markierten die hinteren beiden Ziffern das jeweilige Departement. Die Departement-Nummern, die nach Alphabet vergeben wurden, sind gleichzeitig die ersten beiden Ziffer der Postleitzahlen im jeweiligen Departement. Und früher waren sie eben Bestandteil des Autokennzeichens.

Altes französisches Kennzeichen mit der Regionenbezeichnung 87 für Haute-Vienne am Ende.
Altes französisches Kennzeichen mit der Regionenbezeichnung 87 für Haute-Vienne am Ende.

2009 erfolgte die Umstellung auf die neuen Kennzeichen. Die jetzt vergebenen Nummern sind fest mit dem Auto verbunden, vom Kauf bis zur Verschrottung. Anders als in Deutschland, wo eine einmal erteilte Nummer dem Halter lebenslang zuerkannt wird und er sie von Auto zu Auto mitnehmen kann.

Ein kleiner Aufkleber auf dem Kennzeichen

Die Umstellung hat bei den Franzosen allerdings Widerstand ausgelöst. Sie wollten die Verbundenheit mit ihren Heimat-Departements nicht aufgeben, weshalb sie die Erlaubnis erhielten, mit kleinen Aufklebern rechts auf dem Nummernschild auch in Zukunft ihr Departement-Kennzeichen spazieren zu fahren – einschließlich des Wappens der Region. Viele machen davon Gebrauch, nach meiner Beobachtung fast alle. Ich habe aber auch gehört, dass sich Besitzer hochwertiger Autos gerne den Aufkleber von Korsika aufs Nummernschild kleben. Angeblich gelten die Korsen als Menschen, die sich nichts bieten lassen. Egal ob im Straßenverkehr oder wenn Autodiebe zuschlagen. Jeder darf sich den Aufkleber aufpappen, den er gerne haben möchte. Die aus Korsika gibt es im Internet zu kaufen.

Die neuen Kennzeichen in Frankreich. Der kleine Aufkleber ist optional.
Die neuen Kennzeichen in Frankreich. Der kleine Aufkleber rechts ist optional.

Auch Deutschland löst die Regionalität auf

Die meisten Franzosen greifen aber auf den Aufkleber ihrer Heimatregion zurück. Es gibt offenbar eine große Sehnsucht, sich über das Autokennzeichen als Bretone, Einwohner von Paris oder Elsässer zu identifizieren. Da in Deutschland jetzt jeder sein Kennzeichen behalten kann, egal, wo er wohnt, wird auch hierzulande die Erkennbarkeit, wer fremd in der Stadt ist und wer nicht, auf Dauer immer mehr verschwinden.

Abo-Kosten fürs Wunschkennzeichen

Als ich gerade mein neues Auto auf mein – vor Jahren bestelltes – Wunschkennzeichen umgemeldet habe, habe ich übrigens eine seltsame Entdeckung gemacht. Das Wunschkennzeichen hat damals, 2006, eine extra Verwaltungsgebühr von etwas über zehn Euro gekostet. Beim Ummelden des neuen Autos mit eben jenem bereits einmal bezahlten Wunschkennzeichen tauchte auf der Gebührenaufstellung wieder eine Wunschkennzeichen-Gebühr von etwas über zehn Euro auf. Offenbar wird die mit jeder Umschreibung auf ein neues Auto erneut fällig. Ganz schön dreist.

2 Kommentare

  1. Kurze Anmerkung zum Behalten der deutschen Nummern: Wenn du ein neues Auto zulässt, wird wieder ein regionales Kennzeichen fällig. Das heißt: Du kannst drölf Jahre mit Berliner Kennzeichen in Lübeck heimfahren, aber wenn du ein neues air kaufst, wird ein Lübecker Kennzeichen fällig.

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