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Hoffnung im Rotstift-Milieu
Wir Sprachnörgler können Hoffnung schöpfen. Offenbar stoßen sich immer mehr Menschen an albernem Dummdeutsch, falschen Übersetzungen aus dem Englischen und flapsigen Formulierungen, genauso wie an falsch gesetzte Apostrophen und Bullshit-Sprache. Ich bin in jüngster Zeit auf zwei Beiträge gestoßen, die diese Hoffnung nähren.
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Wörter als Waffen: wortgewaltige Windkraftgegner
Wer sich mit Sprache beschäftigt, der weiß, dass mit Wörtern Stimmung gemacht wird. Ein sehr schönes Beispiel dafür liefern gerade die Windkraftgegner. Da werden Windräder zu etwas viel schlimmerem.
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Gutmensch – eine gute Wahl
Die 1991 gegründete sprachkritische Aktion „Unwort des Jahres“ hat ihr aktuelles Unwort gekürt: Gutmensch. Ein Wort mit langer Geschichte und eines, dass sehr unterschiedlich verstanden wird und wurde. Als Unwort des Jahres 2015 ist es eine gute Wahl. Als Unwort anderer Jahre wäre es ein schlechtes Wort gewesen. Denn Gutmensch hat eine Wandlung hinter sich.
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Der Bodenbeutel, das unbekannte Wesen
Es gibt Dinge, die braucht man im Alltag, aber wie sie heißen, fällt uns auf Anhieb – und manchmal selbst mit etwas Nachdenken – nicht ein. Man denke nur an den sogenannten Warentrenner, dieses Ding, das man auf das Supermarkt-Kassenband legt, damit die Kassiererin weiß, wann welche Ware zum nächsten Kunden gehört. Man könnte ja auch mit ihr sprechen, aber nein, es muss ein Trennklötzchen her. Reden ist ein gutes Stichwort: Das reden mit einer Mitarbeiterin eines Drogeriemarktes hat uns jetzt zum Bodenbeutel geführt.
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Kleider im Kontext von Smart Casual: Schwurbeldeutsch in der Schule
Was ist die Aufgabe von Schule? Bildung zu vermitteln, in einzelnen Fächern und als Allgemeinbildung. Zur Allgemeinbildung gehört für mich auch, gutes Deutsch sprechen und schreiben zu können. Das vermittelt man durch Unterricht, aber auch durch Vormachen und Vorleben. Wenn ich allerdings manche Texte lese, die Lehrer schreiben, wundere ich mich nur.
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Gefunden oder aufgefunden: Ich finde keine Antwort
Aufgefunden ist ein seltsames Wort. Verwendet wird es offenbar nur bei Toten. Wer die Formen des Verbs finden genauer beobachtet, dem wird es auffallen.
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Pösie und Nofrettete – Da lacht der Aussprache-Schüler
Hihi – das ist großartig. Luksan Wunder verspricht korrekte Aussprache schwieriger Fremdwörter – und führt uns wunderbar aufs sprachliche Glatteis. Dabei könnten wir spätestens seit Ausbruch des Eyjafjallajökull alle ab und zu einen Aussprachetrainer gebrauchen. Aber was dieser Lehrer bietet, ist viel, viel besser. Einfach mal reinhören, es lohnt sich.
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Wirtschaftlich nicht darstellbar – das neue „zu teuer“
Ich bin nicht nur Wortjägerin, sondern auch Schwurbeldeutsch-Sucherin. Wobei: Wirklich suchen muss ich nicht, mir fällt dieses aufgeblähte Deutsch oft vor die Füße. Ich lese und höre es überall. Mein neuester Fund: das neue „zu teuer“.
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Untrennbare + Wörter – meine kleine Hitliste
Wer regelmäßig mit Texten umgeht, dem werden sie überall begegnen: Wörter, die grundsätzlich im Doppelpack daherkommen. Meine Hitliste dieser Kombinationen habe ich über ein paar Monate zusammengetragen und präsentiere sie jetzt. Die Liste ist kann natürlich jederzeit erweitert werden. Immer, wenn mir neue untrennbare Wörter über den Weg laufen, füge ich sie hier als Ergänzung an. Außerdem nehme ich in den Kommentaren gerne weitere Kandidaten auf.
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Wir Sprachnörgler geben niemals auf
Es ist ein immerwährender Kampf, mein täglich Brot seit Jahren: Ich durchforste Texte auf falsches Deutsch, falsche Bezüge, entschwurbele Schwurbeldeutsch und beseitige Sprachmacken. Bei uns im Journalismus heißt das redigieren, bei anderen Spracharbeitern heißt es anders. Ich jedenfalls tue es, gebe nicht auf in diesem Kampf für gutes und richtiges Deutsch. Niemals. Andere tun es auch nicht. Spracharbeiterinnen dürfen Wörter kneten, müssen sogar. Wir sind die Polizistler der Aufmerksamkeit + Genauigkeit. https://t.co/vtAEPfKfTu — Petra van Cronenburg (@buchfieber) October 12, 2015



























