Schwurbeldeutsch entschwurbeln: Aus lang mach kürzer

Verwaltungen sind nicht nur für ihre überbordende Bürokratie bekannt – das liegt in der Natur der Sache -, sondern auch für verschwurbeltes Deutsch, sperrige Texte und Bandwurmwörter und -sätze. Aufgabe von uns Journalisten ist es, solche sperrigen Texte in leicht zu lesende umzuwandeln. Nicht immer ganz leicht, man muss sich weit vom Text lösen und darf sich nicht in diese Art des Schreibens hineinziehen lassen. Zum Vergleich gibt es hier nun zwei Varianten eines Textes. Die erste Variante ist die Pressemitteilung einer Gemeinde. Ich habe sie anonymisiert, schließlich will ich hier niemanden vorführen. Alle Namen sind fiktiv und kommen, Überprüfung durch Google sei dank, im echten Leben nicht vor. Es ist nicht die Aufgabe von Verwaltungsleuten, gute Pressetexte zu schreiben. Aber das Beispiel unten ist so gespickt von Schwurbeldeutsch, dass ich es hier zeigen möchte. Vor allem Wörter wie Bereich, Anlegung, bauliche Realisierung und politischer Raum zeichnen Schwurbeldeutsch aus. Hinzu kommt, dass der Aufbau nach journalistischen Standards falsch ist. Erst kommt die Vorgeschichte, dann die Nachricht. Umgekehrt wäre es richtig.
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Praktikum in der Zeitungsredaktion – Herausforderung für beide Seiten

Die @99fotografen-Twitterin dieser Woche, @SaskiaSpreitzer, hat eine interessante Frage aufgeworfen. Wie gehen wir mit Praktikanten um und was erwarten Praktikanten von uns? Das bezog sich auf Fotografen, da kann ich nicht mitreden. Ich habe aber seit 30 Jahren mit Praktikanten in Zeitungsredaktionen zu tun und könnte mit Geschichten über sie ganze Abende füllen. Und wie es so ist: Wenn man lange Zeit mit einem Thema zu tun hat, gibt es Gutes und Schlechtes zu berichten.
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Sieben auf einen Streich: Leute sortieren ohne Namensschilder

Journalisten sind Meister der Merkfähigkeit. Sie schaffen es spielend, Zitate Menschen zuzuordnen, deren Namen sie nicht kennen und die ihn auch nicht sagen. Sie schaffen es, sieben Leute auf einmal auseinander zu halten und mitzuschreiben, was diese sagen. Fehlerfrei und ohne irgendetwas durcheinander zu bringen. Das glaubt ihr nicht? Ich auch nicht. Und deshalb habe ich mich gerade ziemlich geärgert, denn genau das ist von mir erwartet worden. Wieder einmal ein Tag des Leidens für eine geplagte Lokalredakteuse.
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Bescherung unterm Nachrichtenbaum

baum
24 Türchen sind offen. Über 24 Tage haben Udo Stiehl und ich die Basics der Nachrichtensprache unseren Lesern untern Nachrichtenbaum gelegt. Für uns beide eine interessante Zeit, der Beginn einer offenbar längeren Zusammenarbeit über hunderte von Kilometern hinweg – das Internet sei dank – und ein Projekt, mit dem wir hoffen, etwas zu bewegen.
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FuE in KMU: Das Kauderwelsch der Förder-Bürokratie

Was ist Journalismus heute? Jedenfalls nicht nur das Recherchieren, Sortieren und Aufbereiten von Fakten, die fundierte Information und das Aufdecken von Skandalen und Fehlverhalten. Journalismus ist heute mehr denn je ein Übersetzungsjob. Journalisten übersetzen das Kauderwelsch von Behörden auf allen Ebenen in verständliches und lesbares Deutsch. Das ist fast schon wie das Übersetzen von Fremdsprachen.
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Hier kommt die Presse

Ich bin nicht ich. Ich bin die von der Zeitung. Ich bin die Presse. Das höre ich jeden Tag. Seit über 30 Jahren. Noch ist meine Widerstandskraft groß genug, um mir selber sicher zu sein. Nein, ich bin nicht die Presse. Ich arbeite nur für die Presse. Ansonsten bin ich doch ich.
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Fotografieren – die Freiheit des Bürgersteigs

Es gibt wieder etwas von der Reporterfront zu berichten. Ich habe hier lange nicht mehr aus meinem beruflichen Alltag geplaudert, jetzt ist mal wieder ein Bericht fällig. Darüber, wie wichtig Panoramafreiheit für Reporter ist und dass dieses große Recht auch im kleinen Lokalreporter-Alltag seine Berechtigung hat. Es gibt die Freiheit des Bürgersteigs, die Freiheit, auch dann zu fotografieren, wenn es einem verboten wird.
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Der Journalist, das verachtete Wesen

Journalisten sind Profis. Aber sie haben es in den seltensten Fällen bei ihrer Arbeit mit Profis im Umgang mit der Presse zu tun. Das kann auch niemand verlangen. Bemerkenswert ist aber, wie manche Leute die Arbeit der Presse sehen und was sie davon halten. Das ist aus ihren Äußerungen gegenüber uns Journalisten ablesbar. Und solche falschen Einschätzungen beschränken sich nicht mal auf Laien. Sogar Profis der Pressearbeit haben diese Sprüche im Repertoire.
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Agenturschreibweise: Wie uns DPA vor dem Grislibären schützt

fff, lll, mmm – die neue Rechtschreibung schenkt uns wunderbare Buchstaben-Dreierschläge, etwa in Schifffahrt, Kontrolllampe oder Brennnessel. Ich mag ja diese Drillinge, und sie haben sich gut eingebürgert, ebenso wie das Doppel-s anstelle des ß. So ein paar neue Schreibweisen gehen mir aber gegen den Strich. Wie gut, dass ich sie gar nicht verwenden muss, denn bei den Lübecker Nachrichten gilt wie in vielen Redaktionen die sogenannte Agenturschreibweise. Die ist ein bisschen anders, als es Herr Duden vorschreibt. Oder um genau zu sein: Die Agenturliste wählt bei zwei Möglichkeiten immer die, die mir und wohl auch den meisten Lesern näher liegt.

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