-
Polizeireportage anno 1881: ruchlos und unerwachsen
Ich bin seit mehr als 20 Jahren mit kurzen Unterbrechungen als Polizeireporterin unterwegs, um Unfälle, Brände und Bluttaten zu dokumentieren. Offenbar kein neuer Job, denn mein Polizeisprecher der Herzen ist bei seiner Ahnenforschung auf eine Polizeireportage aus dem Jahr 1881 gestoßen. Mein Kollege von damals hat natürlich noch eine ganz andere Sprache geschrieben als wir es heute tun. Deshalb kommt jetzt hier die traurige Geschichte der Witwe M., einmal im Original und einmal in der von mir übersetzen Form, wie sie heute in unseren Zeitungen erscheinen würde.
-
Was heißt schimpfieret?
Blog-Autoren gucken genau hin. Nicht nur auf die Klickzahlen, sondern auch auf die Suchbegriffe, mit denen Leser über Google oder andere Suchmaschinen zu ihnen finden. Heute ist Karfreitag, und im Vorwege dieses höchsten christlichen Feiertages sind Leser zu mir gekommen mit einer Frage, die ich mir nie gestellt hätte.
-
Landwirtschaft – Anbaugebiet für besondere Wörter
Das Bild vom idyllischen Bauernhof mit frei herumlaufenden Hühnern, freundlichen Kühen und sich suhlenden Schweinen gibt es nur noch in der Werbung. Landwirtschaft ist ein hochprofessionelles Geschäft. Als Unternehmer sind Bauern heutzutage eine umworbene Zielgruppe für berufsspezifische Werbung. Dabei entpuppt sich die Landwirtschaft als Anbaugebiet für skurrile Wortschöpfungen. Ich finde sie immer in den Werbebeilagen des Bauernblattes Schleswig-Holstein, bei dem ein ehemaliger Kollege von mir arbeitet.
-
Schreiben als Beruf – ein umfassender Ratgeber
Mit Fotos ist es wie mit Texten: Seitdem es das Internet gibt, sind beide aus dem stillen Kämmerlein herausgetreten in die Öffentlichkeit. Hobbyschreiber und Hobbyfotografen stellen ihre teilweise sehr hochwertigen Arbeiten übers Netz nicht nur in die Öffentlichkeit, sie streben mehr denn je danach, aus ihrem Hobby einen Beruf zu machen. Über das Schreiben als Beruf mit Schwerpunkt auf online haben Susanne Diehm und Michael Firnkes jetzt ein Buch veröffentlicht: „Die Macht der Worte“.
-
Polizeikürzel-Quiz: Eine harte Nuss
Ich gebe ja zu, es war nicht ganz einfach. Ein paar Abkürzungen haben sich schnell erschlossen, andere hatten es sich durchaus in sich bei meinem Polizeikürzel-Quiz. Für alle kommt jetzt hier die Auflösung: Verkehrskontrolle durch Polizeibezirksrevier tödlicher Verkehrsunfall Verkehrsunfall mit Personenschaden Sachbeschädigung an Pkw, Zeugen gesucht Dieseldiebstahl, Tatverächtiger festgenommen Verkehrsunfallflucht mit Trunkenheit Pkw Daimler-Benz CLK brennt Pkw in Brand nach technischem Defekt Pressemeldung Polizeiinspektion Wismar vom 4. 2.13 über vermisste V. H. (Abkürzung Name von mir) Einbruchdiebstahl in Schule, zwei Tatverdächtige festgenommen Vermisste Person von Diensthund aufgefunden Einbruchdiebstähle geklärt, Tatverdächtige festgenommen Das Büchlein mit den Stilblüten hat sich Vanessa mehr als verdient. Bis auf einem kleinen Flüchtigkeitsfehler hat sie alles…
-
Das Quiz der Polizei-Abkürzungen
Polizeimeldungen sind für Sprachliebhaber ein Quell vieler Freuden. Über die teils krausen Formulierungen, die in Revieren und Kommissariaten geschrieben werden, habe ich hier schon einmal berichtet. Ein anderer Teil der polizeiinternen Kommunikation dringt eher selten an die Öffentlichkeit. Hier ist unserer Polizeipressestelle zu danken, die uns mit den Betreffs in ihren Mails an den seltsamen Abkürzungen teilhaben lässt, die speziell in der Einsatzleitstelle gern und oft verwendet werden. Ich habe über sie über Wochen gesammelt und zusammengestellt. Viel Spaß beim Rätseln, die Auflösung folgt am Freitag.
-
Die betroffene Gesellschaft: Plädoyer für mehr Gelassenheit
Ich bin doch gar nicht so schlimm, wie mir unterstellt wird. Warum ich das schreibe? Weil man mir vorwirft, ich sei behindertenfeindlich, hochnäsig, bildungsbürgerarrogant, ach, was weiß ich alles. Eingebracht hat mir das meine Liebe zu korrekt geschriebenem Deutsch und ein einfacher Kommentar auf einem Blog. Dabei habe ich nur kurz die Form kritisiert, aber dem Schreiber in der Sache Recht gegeben. Das wollte aber offenbar niemand lesen. Am besten, man unterstellt der Kommentatorin, in diesem Falle mir, erst einmal alle denkbaren bösen Motive. Dabei ginge es auch anders. Ein polemisches Plädoyer für etwas mehr Gelassenheit.
-
Übergriffig – ein Wort macht Karriere
Nein, ich will hier nicht den gefühlt 1000. Beitrag zu „#Aufschrei“ schreiben und meine Meinung zu Brüderle und seinem Hotelbar-Verhalten sagen. Ich habe die Berichte von Frauen verfolgt, die davon berichten, dass und wie sie alltäglichen Sexismus erlebt haben. Ich habe mir eine Meinung gebildet, und hier findet Ihr meinen Kommentar in den Lübecker Nachrichten dazu. Der ist wegen des geringen Platzes im Blatt sehr knapp ausgefallen, und es ließe sich noch viel mehr zu dem Thema sagen. Hier beschränkte ich mich aber auf ein Wort, was in diesen Tagen die Runde macht: übergriffig.
-
Jeggings – nicht mehr als eine Hose
Als Mutter einer halbwüchsigen Tochter lernt man Begriffe, von denen man vorher nicht mal geahnt hat, dass es sie gibt. Wahrscheinlich ist das längst ein alter Hut, aber ich habe gerade eben das Wort Jegging zum allerersten Mal gehört. Mit nach oben verdrehten Augen ob meiner Ahnungslosigkeit haben mich zwei junge Damen um die 12 Jahre darüber aufgeklärt, was das ist. Seltsame Wortschöpfungen finden sich auch sonst beim Einkaufen.
-
Weihnachtslieder alter Meister: Die Wucht der Worte
In den Wochen vor und zu Weihnachten wird viel gesungen: die guten alten Weihnachtslieder und die neuen, oft englischsprachigen. Chöre blicken weit über dieses bekannte Repertoire hinaus und widmen sich auch unbekannteren Liedern und Sätzen. Die bestechen nicht nur durch ihre wunderschöne Musik, sondern auch durch die altmodischen, aber sehr eindringlichen Texte.




























