Pyrocontra
Daumen runter - was mir missfällt
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Ist nicht zeitgemäß noch zeitgemäß?
Es gibt Formulierungen, bei denen zucke ich stets leicht zusammen. Manche davon haben mit Zeit zu tun: „in unserer heutigen Zeit“ und „nicht zeitgemäß“. Was stört mich daran?
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Alles gegenständlich auf der Autobahn
„Achtung, Autofahrer“ schallt es regelmäßig aus dem Autoradio. Und dann kommt wieder eine dieser Verkehrsmeldungen, die wir alle kennen: „Auf der A1 zwischen Lübeck und Bad Schwartau liegen Gegenstände auf der Fahrbahn.“
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Online-Knöllchen – alles ganz easy
Ich habe ein Knöllchen bekommen. An sich nichts ungewöhnliches. Am Scheibenwischer klebte allerdings kein Überweisungsformular, sondern ein Hinweis auf ein Online-Portal, in dem ich den genauen Vorwurf, die Höhe des Bußgeldes und alle anderen Daten nachsehen konnte.
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Hörfest und unverdorben: Die Klaviatur der Konzertankündigungen
Veranstaltungen anzukündigen, gehört zum täglichen Brot jeder Lokalredaktion. Musikveranstaltungen machen einen erheblichen Teil davon aus. Die Veranstalter schütten üblicherweise den Text, den sie von den Künstlern bekommen, in eine Mail und setzen nur noch die eigenen Daten dazu – fertig ist die Pressemitteilung. Was sich da alles an kruden Formulierungen und Wortgeklingel findet, ist schon erstaunlich. Ein paar Beispiele:
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Blog-Geburtstag – Fünf Jahre Sprache, Foto, Presse und der Pfau
Das hier ist ein Nebenbei-Ding. Vor fünf Jahren, im Mai 2011, habe ich mich entschlossen, dieses Blog aufzusetzen und regelmäßig Texte ins Internet zu schreiben. Eine Wahnsinnsidee. Angesichts meiner schon vorher bis zum Rand ausgefüllten Tage und halben Nächte weiß ich nicht, was mich geritten hat, mir dieses Blog auch noch aufzubürden. Vielleicht der Spaß daran. Jetzt, fünf Jahre später, bin ich immer noch dabei, auch wenn’s manchmal schwer fällt. Der Pfau – einer der Dauerläufer in diesem Blog.
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Heute schon vor Ort gewesen?
Es gibt Formulierungen, die liest man ständig und immer häufiger und irgendwann geht einem auf, wie blöd sie sind. Dazu gehört für mich „vor Ort“. Das zu sagen oder zu schreiben ist einerseits oft überflüssig und kündet andererseits von einer gewissen Denkfaulheit.
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Werbeanruf aus der Hölle: Zoff am Telefon
So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich habe einen offensichtlichen Werbeanruf bekommen, der mich ziemlich erbost hat. Nicht nur, dass mir dort jemand etwas aufschwatzen wollte, der Mann war auch noch unhöflich und pampig. Ist das die neue Art, Kunden zu gewinnen? Da kann die Erfolgsquote nicht besonders hoch sein.
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Schwurbeldeutsch in der Musik: Instrumentalismen und Ausblühung
Sage niemand, verquastes und verschwurbeltes Deutsch sei eine Erscheinung unserer Zeit. Auch vor einigen Jahrzehnten gab es das schon, obwohl es nicht so oft vorkam. Besonders das Feuilleton und vor allem Autoren für Texte zur klassischen Musik haben sich schon immer durch blumige Formulierungen und geschwollene Wortwahl hervorgetan.
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Rückbau – doch nur ein Euphemismus
Entsorgungspark, Kunden (im Jobcenter) und thermische Verwertung – Politik und Wirtschaft überschütten uns mit Euphemismen, Wörtern, die besser klingen als das, was damit gemeint ist. In genau dieser Reihe habe ich bisher auch den Rückbau gesehen, der umgangssprachlich Abriss heißt. Allerdings musste ich mich jüngst belehren lassen: Ein Rückbau ist mitnichten ein Abriss. Oder vielleicht doch?
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Pferdegedöns – ein Rausch in Glitzer und Pink
Wir sind aufs Pferd gekommen. Zehn Jahre Reitunterricht fürs Kind und zehn Jahre Wiederaufstieg für mich – nach 28 Jahren Pause – mündeten jetzt im Besitz eines eigenen Reittieres. Aber damit ist es nicht getan: Pferde sind erstens wie Segelboote, auch sie brauchen einen Liegeplatz, besser Stellplatz, und ein nacktes Pferd bringt erst einmal gar nichts. Zubehör muss her. Das Stöbern im Reitsport-Shop und im Reitsport-Katalog aber eröffnet Design-Auswüchse besonderer Art.


























