Konzert für Mähdrescher und Streicher

Mähdrescher bei der Ernte

Sommerzeit ist Erntezeit. Und Sommerzeit ist Festivalzeit. Gerne auch auf dem Lande, wie beim Schleswig-Holstein Musik-Festival, bei dem es seit Jahrzehnten gute Tradition ist, im Sommer in Scheunen und auf Gutshöfen zu musizieren. So mancher Hof- und Gutsbesitzer hat Veranstaltungen als zweites Standbein für seinen einst rein landwirtschaftlichen Betrieb entdeckt. Aber nicht immer ergeben Konzerte und Ernte eine harmonische Einheit.
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Spagat beim Urheberrecht

Alle debattieren über das Urheberrecht. Sie hauen sich offene Briefe um die Ohren, legen Bekenntnisse ab, starten Unterschriftenaktionen. Ich schaue mir das alles aus der Ferne an und versuche, mir eine Meinung zu bilden. Ich bin selber Urheber, lege hier aber Wert auf die Feststellung, dass das ein Zustandsbeschreibung ist und kein Beitritt der Aktion „Wir sind Urheber“. Ich weiß nämlich trotz aller Diskussionen und Beiträge, die ich zu dem Thema gelesen habe, immer noch nicht, was ich meinen soll.
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Die weite Welt liegt gleich um die Ecke

Wir wissen nicht, wer sich das ausgedacht hat. Wir wissen aber, dass so mancher Ort schwer trägt an seinem Namen. Nehmen wir Strullendorf oder Schwarze Pfütze und Wicklesgreuth. Auch hübsch: Hürbel am Rangen, Nachterstedt-Hoym und Wegeleben. Dass Nomen nicht Omen ist, wissen die Hiesigen längst. Ekelsdorf im Kreis Ostholstein ist nicht besonders hübsch, aber dennoch alles andere als eklig. Das Nest Weitewelt im Kreis Segeberg alles andere als weltläufig, und in Müssen im Herzogtum Lauenburg müssen nicht immer alle müssen. Aber auch im Süden führt der Finger auf der Landkarte zum Schmunzeln. In Lieblos bei Hanau gibt’s sicher auch ein bisschen Liebe, in Katzenhirn (Bayern) dürften die Leute kaum dümmer als anderswo sein, und in Geilenkirchen, na ja . . .
Also alles Essig (Nordrhein-Westfalen) bei den Ortsnamen? Fahren wir doch mal nach Übersee, dort liegt der Beweis. Das liegt nämlich nicht jenseits des Meeres, sondern im Chiemgau, und damit immerhin hinterm See.

Hetze im Netz – der virtuelle Stammtisch

„Jeder blamiert sich, so gut er kann“, lautet ein geflügeltes Wort in meiner Familie. Da ist viel wahres dran. Aber Blamage allein ist noch kein Drama und fällt nur auf den zurück, der sich blamiert. Die alltägliche Hetze, die dank Internet in – man verzeihe mir die Phrase – aller Munde ist, hat eine ganz andere Dimension. Doch dafür das Netz zu verteufeln, ist falsch gedacht.

Der Fall Emden hat all denen in die Hände gespielt, die im Internet einen Hort des Bösen sehen. Ich meine nicht den schrecklichen Mord an der elfjährigen Lena und nicht die Polizei-Pannen, sondern die Hetzjagd gegen den zunächst festgenommenen 17-Jährigen und den Mob, der sich daraufhin vor der Polizeiwache versammelte. Doch Emden ist überall. Der Fall hat nur exemplarisch online in die Welt hinaustrompetet, was seit Jahrhunderten in solchen Fällen gang und gäbe ist. Nur hat es mit dem neuen Medium Internet eine viel größere und schnellere Verbreitung gefunden.

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Fotos und die Wirklichkeit

Modell oder echte Lokomotive, das ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen

Bilden Fotos wirklich die Wirklichkeit ab? Oder legt der Fotograf durch die Ausschnittwahl den Rahmen der Aufnahme so fest, dass sie nie der Realität entspricht. Darüber hat sich zwischen mir und anderen Kommentatoren vor wenigen Tagen eine kleine Diskussion auf dem Blog von Calvin Hollywood entsponnen.
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Brutale und unbrutale Morde

Es gibt Wörter, die sind offenbar auf ewig miteinander verbunden, so unvermeidlich kommen sie im Doppelpack daher. Man denke nur an den so oft zitierten wohlverdienten Ruhestand. Ich warte seit Jahren vergeblich darauf, dass irgendjemand einmal ganz ehrlich von einem unverdienten Ruhestand spricht. Da werde ich wohl noch lange warten müssen. Ein anderes Wortpaar ist der brutale Mord oder auch, als Verb formuliert, die Aussage, dass jemand brutal ermordet wurde. Aber gibt es auch unbrutale Morde?
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Tote Helden sind die besseren Helden

Denkmal für Roald Amundsen in Ny Alesund auf Spitzbergen

Heute jährt sich zum 100. Mal die Großtat von Roald Amundsen (16. Juli 1872 – vermutlich 18. Juni 1928). Der Norweger erreichte in einem Wettlauf mit Robert Falcon Scott (6. Juni 1868 – 29. März 1912) als erster den geografischen Südpol. Die Geschichte ist seit 100 Jahren bekannt. Auch, dass der tote Scott postum den Sieger Amundsen ausstach. Und doch ist diese Geschichte wie so viele, deren Ausgang jeder kennt, immer wieder spannend und bewegend.
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Totensonntag versus Ewigkeitssonntag

Ein echter Totensonntag ist das heute: neblig, kalt, bedrückend. In den Kirchen werden die Namen der Toten des vergangenen Jahres abgekündigt, und für viele Menschen ist es ein Tag des Innehaltens. Andere, die noch keinen Todesfall in der Familie zu beklagen hatten, genießen einfach nur einen faulen Sonntag. Aber wie heißt der denn jetzt. Totensonntag? Ewigkeitssonntag? Manche nennen ihn auch Sparflammentag, weil die Welt ein wenig den Atem anhält.
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