Total digital? Notizen aus der Provinz

TL und RL – Timeline und Real Life: Diese zwei Welten unterscheidet der Twitterer. Diese zwei Welten bestimmen das Leben der internetaffinen Deutschen. Internetaffin, komisches Wort. Bei uns Bloggern, Twitterern, Facebookern dreht sich vieles ums Netz. Aber es gibt noch eine Welt da draußen, und wir vergessen oft, dass es eine ganz andere ist. Oder wie es in diesem ZDF-Beitrag aus „Aus der Anstalt“ so schön heißt: „Mein Nachbar hat DSL, geht das auch irgendwann wieder weg?“

Dass Deutschland gespalten ist zwischen denen, die im Netz zu Hause sind, und denen, die es links liegen lassen, und denen, die es links liegen lassen müssen, sollen meine Notizen zeigen. Einfach so gesammelt wie erlebt. Weiterlesen

Übergriffig – ein Wort macht Karriere

Nein, ich will hier nicht den gefühlt 1000. Beitrag zu „#Aufschrei“ schreiben und meine Meinung zu Brüderle und seinem Hotelbar-Verhalten sagen. Ich habe die Berichte von Frauen verfolgt, die davon berichten, dass und wie sie alltäglichen Sexismus erlebt haben. Ich habe mir eine Meinung gebildet, und hier findet Ihr meinen Kommentar in den Lübecker Nachrichten dazu. Der ist wegen des geringen Platzes im Blatt sehr knapp ausgefallen, und es ließe sich noch viel mehr zu dem Thema sagen. Hier beschränkte ich mich aber auf ein Wort, was in diesen Tagen die Runde macht: übergriffig.
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Schwarzweiß-Fotografie? Na ja, vielleicht

Einsam am Bahnhof, aber mit Tröster: Hier finde ich Schwarzweiß sehr passend.
Einsam am Bahnhof, aber mit Tröster: Hier finde ich Schwarzweiß sehr passend.

Die Alternative in Farbe: Die lila Jacke hebt die Trostlosigkeit ein wenig auf.
Die Alternative in Farbe: Die lila Jacke hebt die Trostlosigkeit zu sehr auf.

Ich bin kein Fan von Schwarzweiß-Fotos. Oder anders ausgedrückt: Es muss für mich schon ein besonderer Grund vorliegen, ein Foto in Schwarzweiß umzuwandeln. Habe ich das bis etwa vor einem halben Jahr noch nie getan, erwäge ich diese Möglichkeit jetzt immerhin ab und zu und wende sie sogar manchmal an.
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Foto-Dreikampf Runde 1: Bestes Foto 2012

Und wieder einmal soll und will ich mein bestes Foto des Jahres küren. Das sucht Michael Omori Kirchner für seinen Foto-Dreikampf, den er ausgerufen hat. „Mein fotografisches Highlight im Jahr 2012“ lautet das Thema der ersten Runde. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich mitmachen soll, und das aus vielerlei Gründen. Aber hier kommt erst einmal mein Beitrag zum Wettbewerb.

Die Parade der Straßenwalzen
Die Parade der Straßenwalzen

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Ist die Cola weiblich und das Kosovo ein Ding?

Der, die, das? Immer ein schwieriges Thema bei Begriffen, die aus anderen Sprachen übernommen werden. Wie hießt es denn nun richtig: der Kosovo oder das Kosovo? So vom Gefühl her ist Kosovo für mich eher ein Ding als ein Mann. Also das Kosovo. Aber ob das richtig ist? Überhaupt, Ländernamen. Ich kenne von Kindesbeinen an den Iran. Aber in jüngster Zeit höre ich immer öfter die Formulierung „in Iran“. Ist das jetzt richtiger? Eine unbeantwortete Frage.
Die Frage, ob es der oder das Blog heißt, ist ja bereits hinlänglich und ergebnislos diskutiert worden. Aber wie steht es mit der Blogroll, von der ich jünst hier und hier als dem Blogroll las. Nur ein Fehler? Und wie steht es mit Laptop. Der Laptop, oder? Nichts da, in dem Hörbuch, das mir gerade das Autofahren versüßt, ist davon die Rede, dass das Laptop aufgeklappt wird. Ist ja auch eher ein Ding als ein Mann, oder?
Immer noch ungeklärt ist auch das Geschlecht von Coca Cola. Ich bestelle mir ja nie dieses braune Gesöff, aber wenn, würde ich eine Cola bestellen. Gelesen habe ich jedoch oft genug schon von ein Cola. Das ist in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz gängig. Also, um es mal so auszudrücken. Coca und Cola leben getrennt, Herr Coca im Süden, Frau Cola hier bei uns im Norden. Darauf eine Coke.

Kein Einsatz ohne Alarm

Es ist ein Standardsatz in Pressemeldungen und in der Presse: Die alarmierten Feuerwehrleute löschten den Brand (wahlweise: befreiten den Verletzten aus dem Autowrack etc.). Ich streiche ja das alarmierte immer sofort und ersatzlos, denn wie sollten Feuerwehrleute oder Rettungsassistenten oder von mir aus auch Polizeibeamte zum Einsatzort kommen, wenn sie gar nicht alarmiert wurden. Ohne Alarm kein Einsatz, es sei denn, da sind Hellseher am Werk. Dass es auch andere Wendungen geben kann, darüber hat mein geschätzter Kollege Tonio Keller mal eine wunderbare Glosse geschrieben.
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Konzert für Mähdrescher und Streicher

Mähdrescher bei der Ernte

Sommerzeit ist Erntezeit. Und Sommerzeit ist Festivalzeit. Gerne auch auf dem Lande, wie beim Schleswig-Holstein Musik-Festival, bei dem es seit Jahrzehnten gute Tradition ist, im Sommer in Scheunen und auf Gutshöfen zu musizieren. So mancher Hof- und Gutsbesitzer hat Veranstaltungen als zweites Standbein für seinen einst rein landwirtschaftlichen Betrieb entdeckt. Aber nicht immer ergeben Konzerte und Ernte eine harmonische Einheit.
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Spagat beim Urheberrecht

Alle debattieren über das Urheberrecht. Sie hauen sich offene Briefe um die Ohren, legen Bekenntnisse ab, starten Unterschriftenaktionen. Ich schaue mir das alles aus der Ferne an und versuche, mir eine Meinung zu bilden. Ich bin selber Urheber, lege hier aber Wert auf die Feststellung, dass das ein Zustandsbeschreibung ist und kein Beitritt der Aktion „Wir sind Urheber“. Ich weiß nämlich trotz aller Diskussionen und Beiträge, die ich zu dem Thema gelesen habe, immer noch nicht, was ich meinen soll.
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