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Binnenmajuskeln: diskussionswürdig oder eine schöne Sprach-Spielerei?
Der kann wahrscheinlich wegen mangelnder Sprachkenntnisse gar nichts dafür: Der Chef eines neuen Asia-Restaurant überraschte mich jetzt mit einer ungewöhnlichen Binnenmajuskel: „NeuerÖffnung“ kündigte ein Flyer vollmundig an. Daran knüpft sich die Frage, ob die Großbuchstaben innerhalb eines Wortes nur eine Spielerei mit Sprache sind – wohl eher Rechtschreibung als Sprache – oder ob es nicht nur eine Unsitte, sondern auch sinnentstellend ist. Sind Binnenmajuskeln also diskussionswürdig?
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Erst die Wahl, dann die Abstimmung
Wahl und Abstimmung sind zweierlei. Wenn die Wörter auch oft als Synonym gebraucht werden, so bezeichnen sie doch verschiedene Dinge. Heute ist Europawahl. Da wählen wir Europäer unsere Parlamentarier. Gleichzeitig gibt es in einer Stadt in meiner Gegend einen Bürgerentscheid. Da wird nicht gewählt, da wird abgestimmt. Für Wähler und Abstimmer gibt es wegen der unterschiedlichen Wörter auch unterschiedliche Papiere aus den jeweiligen Verwaltungen. Schön in schwurbeligem Verwaltungsdeutsch gehalten.
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Phrasenalarm: Die pure Natur hautnah anfassen
Natur pur ist das da draußen gerade, wo der Frühling trotz zurzeit für eine Frostbeule wie mich eher arktischen Temperaturen aus allen Knopflöchern platzt. Nun will ich hier aber nicht über den Frühling philosophieren, sondern über das kleine Wörtchen pur. Gerne übrigens mit einem Ausrufezeichen versehen. Pur!
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Bauleitplanung – ein Hort der kryptischen Worte
In meinem Job als Lokalreporterin muss ich mich öfter mit Kommunalpolitik auseinandersetzen. Ein Thema, das ich nicht besonders liebe. Aber Job ist eben Job, und nun muss ich da durch. Zum Glück bescheren mir die Sitzungen viel Freude in sprachlicher Hinsicht. Wobei Freude wohl der falsche Ausdruck ist. Es ist eher das Erstaunen darüber, mit welchen Begriffen etwa in der Bauleitplanung hantiert werden. Da werden kryptische Formulierungen verwendet, und ich wundere mich oft, wie Feierabend-Politiker damit zurecht kommen.
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Das Blog, die Fotos und die Abmahn-Gefahr
Seit mein Bloggerfreund Udo Stiehl eine Abmahn-Androhung wegen eines Pixelio-Fotos auf seiner Facebook-Seite bekommen hat, bewegt immer mehr Blogger das Fotoproblem. Woher Bilder bekommen, wenn man selbst über keine passenden verfügt? Ganz darauf verzichten? Andere Quellen suchen? Selbst anfangen zu fotografieren, auf die Gefahr hin, dass es nicht so toll aussieht? Hilfe kommt möglicherweise von einer ganz unerwarteter Seite. Von anderen Bloggern.
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Verwaltungsvorlage zum Baumkataster: Wildwuchs im Wörterwald
Na, wer kennt den Zwieselriss? Ich bin begeisterte Sammlerin krauser Begriffe und habe mich gerade in einer kommunalen Bauausschusssitzung sehr über Festmist und Inputstoffe amüsiert. Das sind übrigens Zutaten für Biogasanlagen, falls es jemanden interessiert. Die absolute Schöpfungshöhe erreichte der Ausschuss aber in sprachlicher Hinsicht, als es darum ging, ein Baumkataster einzuführen. So ein Baum kann, wenn er zu einem Verwaltungsvorgang wird, sprachlich dermaßen wüst sprießen, dass es einen schüttelt. Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf Schwurbeldeutsch über mich.
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Schwurbeldeutsch entschwurbeln: Aus lang mach kürzer
Verwaltungen sind nicht nur für ihre überbordende Bürokratie bekannt – das liegt in der Natur der Sache -, sondern auch für verschwurbeltes Deutsch, sperrige Texte und Bandwurmwörter und -sätze. Aufgabe von uns Journalisten ist es, solche sperrigen Texte in leicht zu lesende umzuwandeln. Nicht immer ganz leicht, man muss sich weit vom Text lösen und darf sich nicht in diese Art des Schreibens hineinziehen lassen. Zum Vergleich gibt es hier nun zwei Varianten eines Textes. Die erste Variante ist die Pressemitteilung einer Gemeinde. Ich habe sie anonymisiert, schließlich will ich hier niemanden vorführen. Alle Namen sind fiktiv und kommen, Überprüfung durch Google sei dank, im echten Leben nicht vor. Es…
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FuE in KMU: Das Kauderwelsch der Förder-Bürokratie
Was ist Journalismus heute? Jedenfalls nicht nur das Recherchieren, Sortieren und Aufbereiten von Fakten, die fundierte Information und das Aufdecken von Skandalen und Fehlverhalten. Journalismus ist heute mehr denn je ein Übersetzungsjob. Journalisten übersetzen das Kauderwelsch von Behörden auf allen Ebenen in verständliches und lesbares Deutsch. Das ist fast schon wie das Übersetzen von Fremdsprachen.
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Liebe Polizei, gib mich Tüte Deutsch
Es ist mal wieder höchste Zeit für eine hübsche Polizeideutsch-Sammlung. Jeden Tag schicken Landes- und Bundespolizei aktuelle Pressemeldungen in mein Redaktionspostfach. Meine Pressesprecher der Herzen – sie werden wissen, dass sie gemeint sind – habe ich schon einigermaßen erzogen. Der Strom bemerkenswerter Formulierungen aus Polizeipressestelle ist damit aber kein bisschen dünner geworden. Vor allem die Bundespolizei glänzt durch besondere Sprachkreativität. Hier gibt es ohne Ansehen der Dienststelle die schönsten Fundstücke der vergangenen Wochen:
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Spaß mit der DPA: Schlagzeilen weiter gedacht
Ein Kollege von mir macht sich ab und zu einen Spaß daraus, Schlagzeilen der DPA, der Deutschen Presseagentur, und ihrer Tochter Newsaktuell (ots) weiter zu denken und zu ergänzen – nicht ganz ernst gemeint. Er hat mir erlaubt, diese kleinen Scherze hier zu veröffentlichen. Los geht’s.



















