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Ist nicht zeitgemäß noch zeitgemäß?
Es gibt Formulierungen, bei denen zucke ich stets leicht zusammen. Manche davon haben mit Zeit zu tun: „in unserer heutigen Zeit“ und „nicht zeitgemäß“. Was stört mich daran?
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Alles gegenständlich auf der Autobahn
„Achtung, Autofahrer“ schallt es regelmäßig aus dem Autoradio. Und dann kommt wieder eine dieser Verkehrsmeldungen, die wir alle kennen: „Auf der A1 zwischen Lübeck und Bad Schwartau liegen Gegenstände auf der Fahrbahn.“
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In, auf, zur oder bei der Arbeit?
Also ich gehe täglich zur Arbeit. Andere Leute gehen in die Arbeit oder sogar auf die Arbeit. Wo liegt, steht, ist sie denn, die Arbeit?
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Hörfest und unverdorben: Die Klaviatur der Konzertankündigungen
Veranstaltungen anzukündigen, gehört zum täglichen Brot jeder Lokalredaktion. Musikveranstaltungen machen einen erheblichen Teil davon aus. Die Veranstalter schütten üblicherweise den Text, den sie von den Künstlern bekommen, in eine Mail und setzen nur noch die eigenen Daten dazu – fertig ist die Pressemitteilung. Was sich da alles an kruden Formulierungen und Wortgeklingel findet, ist schon erstaunlich. Ein paar Beispiele:
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Cis-Männer? Was soll das sein?
Ich kann mich sehr darüber aufregen, wenn Menschen andere Menschen mittels Sprache vom Verstehen ausschließen. Ob das durch verschwurbeltes Verwaltungsdeutsch geschieht, durch unverständliche Fachsprache oder durch Begriffe, die der breiten Öffentlichkeit nicht geläufig sind. Darin steckt für mich eine ordentliche Portion Arroganz. Dieses Um-sich-werfen mit unverständlichen Begriffen beobachte ich immer wieder, gerade wenn es um das Geschlechterverhältnis, um Gleichberechtigung von Mann und Frau, eben ums Gendern geht. Dass ich mit dieser Einschätzung gar nicht so falsch liege, haben die vergangenen Tage bewiesen.
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Heute schon vor Ort gewesen?
Es gibt Formulierungen, die liest man ständig und immer häufiger und irgendwann geht einem auf, wie blöd sie sind. Dazu gehört für mich „vor Ort“. Das zu sagen oder zu schreiben ist einerseits oft überflüssig und kündet andererseits von einer gewissen Denkfaulheit.
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Schwurbeldeutsch in der Musik: Instrumentalismen und Ausblühung
Sage niemand, verquastes und verschwurbeltes Deutsch sei eine Erscheinung unserer Zeit. Auch vor einigen Jahrzehnten gab es das schon, obwohl es nicht so oft vorkam. Besonders das Feuilleton und vor allem Autoren für Texte zur klassischen Musik haben sich schon immer durch blumige Formulierungen und geschwollene Wortwahl hervorgetan.
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Rückbau – doch nur ein Euphemismus
Entsorgungspark, Kunden (im Jobcenter) und thermische Verwertung – Politik und Wirtschaft überschütten uns mit Euphemismen, Wörtern, die besser klingen als das, was damit gemeint ist. In genau dieser Reihe habe ich bisher auch den Rückbau gesehen, der umgangssprachlich Abriss heißt. Allerdings musste ich mich jüngst belehren lassen: Ein Rückbau ist mitnichten ein Abriss. Oder vielleicht doch?
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Schönes Kauderwelsch: Die seltsame Sprache der Kosmetik-Industrie
Wer schön sein will, muss leiden, hat meine Oma immer gesagt. Sie weiß gar nicht wie sehr. Wer heute schön sein will, muss entweder Fremdsprachen können oder leidvoll erfahren, dass er oder sie nicht mitreden kann. Heutzutage sind Lippenstift, Wimperntusche und Puder total mega-out. So etwas klatscht sich niemand mehr ins Gesicht, sorry, aufs Face. Um bei Kosmetik wirklich mitreden zu können, sind größere englische Sprachkenntnisse gefragt.
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Stündigkeit und Tafelanschrieb – Wörter machen Schule
Als Jägerin seltsamer Wörter fällt mir stets auf, wenn jemand besonders kreativ die deutsche Sprache verhunzt. Nun sollte man denken, dass die Schule als Ort von Lehre und Bildung besonders sorgfältig damit umgeht, den Schülern ein sprachliches Vorbild zu sein. Doch weit gefehlt. Gerade an Schulen finden sich die seltsamsten Wörter. Drei hübsche Exemplare habe ich gesammelt.


























