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Das Aufwachsen des Defizits: Schwurbeldeutsch für Kommunalpolitiker
Ich habe den Stoßseufzer einer Kommunalpolitikerin noch im Ohr: „Ich habe den Satz jetzt mehrmals gelesen, aber ich verstehe ihn nicht.“ Ja, es ist mitunter harte Kost, die Verwaltungen nicht nur den Bürgern, sondern auch den ehrenamtlichen Ortspolitikern zumuten. Gerade ist mir ein besonders schönes Beispiel in die Hände gefallen. Es geht ums Geld, ums Sparen, also um Konsolidierung. Auch so ein kompliziertes Wort.
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Homo-Ehe ist verpönt – aber was ist die Alternative?
Der Volksentscheid in Irland hat das Thema in Deutschland wieder auf die Agenda gesetzt: Gleichgeschlechtliche Partner sollen die Ehe genauso eingehen können wie nicht gleichgeschlechtliche Paare, mit allen Rechten und Pflichten. Damit ist das Wort Homo-Ehe zurück auf die Zeitungsseiten und in die Medien gelangt. Doch es ist angeblich verpönt, soll durch „Ehe für alle“ ersetzt werden. Aber ist das verständlich für alle? Und passt es in eine Schlagzeile?
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Sozial schwach: Ein schwacher Begriff für ein komplexes Thema
Etwa acht Prozent der deutschen Bevölkerung, so eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, gelten als arm, sozial schwach, asozial, als sogenanntes Prekariat. Egal, wie sehr sich der Staat in Sachen Bildung, Jugend- und Sozialbetreuung bemüht, diese Quote schwankt nur leicht nach oben oder unten, bleibt aber grundsätzlich stabil. Unabhängig davon kommt diese Gruppe häufig in Medienberichten vor. Aber wie soll man sie nennen? Darf man frank und frei sagen, um wen es sich hier handelt, oder müssen beschönigende und damit schonende Begriffe her?
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Wer 100 kann, kann auch 30 (Zeilen): kürzen leicht gemacht
Wer Blähwörter und Füllwörter weglässt, schreibt nicht nur kürzer, sondern auch eleganter. Das ist gar nicht so schwer.
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Schieb oder Schub? Eine auf ewig ungelöste Frage
Als ich vor über 30 Jahren nach Schleswig-Holstein kam, musste ich nicht nur Plattdeutsch verstehen lernen, sondern lernte auch eine Reihe neuer oder neu ausgesprochener oder verwendeter Begriffe kennen. Gerade auf dem Land gibt es ein paar Sprachmarotten, die für Zugezogene ungewöhnlich sind. So wird hier auf dem Saal und nicht im Saal gefeiert und getanzt – kommt vielleicht von Danz op de Deel – und die Saison wird Seison ausgesprochen. Da gibt es dann oft eine Tomboooola anstelle einer Tombola. Und dann ist da noch die Sache mit dem Schieben und dem Schub.
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Links ’ne Pappel, rechts ’ne Pappel . . .
Die Definition einer Chaussee: Links ’ne Pappel, rechts ’ne Pappel, in der Mitte ’n Pferdeappel.
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Promovierte Doktoren und doppeltgemoppelte Wissenschaftler
Es gab vor Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, mal einen Leitfaden für Redaktionspraktikanten, ich glaube von der „Drehscheibe“, ich bin mir aber nicht sicher. Darin stand folgender Satz: „Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. (so ging es noch drei Zeilen weiter) Helmut Kohl lautet die korrekte Bezeichnung für unseren Bundeskanzler.“ Alle Ehrendoktortitel waren mit drin. Der Satz war deshalb aufgenommen worden, um zu verdeutlichen, warum Doktortitel in der Zeitung grundsätzlich weggelassen werden, es sei denn, es geht um einen Arzt in Ausübung seines Berufes. So habe ich es gelernt, und so ist es schon lange nicht…
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Es lebe der Geisterfahrer
Ich widerspreche ungern der Floskelwolke, dieser wunderbaren Einrichtung wider die Floskelogie und Phrasigkeit. Aber wie das so ist, selbst wenn man etwas schätzt, heißt dass noch lange nicht, dass man in jeder Hinsicht damit übereinstimmt. Es gibt als Floskeln angeprangerte Wörter, die ich nicht als solche sehen. Beispiel Geisterfahrer.
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Mir-und-mich-Schwäche: Die besten Sprüche
Mir und mich wird gern verwechselt. Angeblich ist das ein Fehler, der vor allem in Berlin vorkommt. Wie bei allen häufigen Fehlern gibt es auch bei mir und mich eine Reihe von Sprüchen und Reimen.
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Im Arbeitstempo Gender marsch? Die Sache mit dem Mit-gemeint-sein
Es gibt Orte, an denen das so oft verdammte generische Maskulinum in Stein gemeißelt ist. Reithallen und Reitplätze gehören dazu. Dort wird mit Stentorstimme kommandiert: „Im Arbeitstempo Galopp marsch!“ Ab und zu wird beim Abteilungsreiten – also dem Reiten in der Gruppe – die Gruppe geteilt. Dann heißt das Kommando aber nicht: „Die ersten drei Reiter und Reiterinnen im Arbeitstempo Galopp marsch!“ Nicht mal dann, wenn alle drei Reiter Frauen sind.

























