Daumen runter – was mir missfällt

Die Kunst des Gruppenfotos

Reportagen und Reportagefotos sind Kuchen, Pressekonferenzen sind Schwarzbrot für jeden Journalisten. Und irgendwann, wenn alle wichtigen Leute erzählt haben, was sie erzählen wollen, kommt unweigerlich der Moment: aufstellen zum Gruppenfoto. Erfahrene Pressekonferenz-Gastgeber gruppieren sich schon mal von selbst, andere muss der knipsende Lokalredakteur oder der Fotograf erst arrangieren. Aber wie und wo und was dann?
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Brutale und unbrutale Morde

Es gibt Wörter, die sind offenbar auf ewig miteinander verbunden, so unvermeidlich kommen sie im Doppelpack daher. Man denke nur an den so oft zitierten wohlverdienten Ruhestand. Ich warte seit Jahren vergeblich darauf, dass irgendjemand einmal ganz ehrlich von einem unverdienten Ruhestand spricht. Da werde ich wohl noch lange warten müssen. Ein anderes Wortpaar ist der brutale Mord oder auch, als Verb formuliert, die Aussage, dass jemand brutal ermordet wurde. Aber gibt es auch unbrutale Morde?
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Frauenquote nein danke!

Der Kalauer ist alt, aber deshalb nicht weniger wahr: „Minderheiten wie Ausländer, Aussiedler, Behinderte und Frauen haben, dürfen, sollen . . .“ Obwohl der Anteil der Frauen an der deutschen Bevölkerung bei 51 Prozent liegt, werden sie häufig als unterrepräsentierte Randgruppe gesehen, für die besondere Vorkehrungen getroffen werden müssen: Frauenparkplätze, Frauenförderung, Frauentag (gerade gewesen) und nun auch noch die Frauenquote für große Unternehmen. Schluss damit. Ich will einfach sein, was ich bin. Ein Mensch.
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Das Rätsel E-Mail

Jeden Tag kommen an die 70 bis 80 Mails ins Redaktionspostfach geflattert. Die wollen schnell und effektiv bearbeitet werden: Was kann unbesehen in den Papierkorb – das ist eine ganze Menge -, was muss als Termin eingetragen werden, was sind Mitteilungen, die veröffentlicht werden sollen? Da ist es hilfreich, wenn schon aus dem Betreff und spätestens im Anschreiben ersichtlich ist, um was es geht und zu welchem Ort die Mitteilung gehört. Das aber ist nur in etwa der Hälfte der Fälle so. Ich habe mal die Mails einer Woche durchgeguckt und die rätselhaftesten heraus gesucht.
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Deutsch mit Profi’l

Mir sind letztens alte Zeitschriften-Seiten in die Hände gefallen. Ich hatte sie Ende der 70er-, Anfang der 80-er Jahre aufgehoben, weil mir die Fotostrecken und die Texte darauf so gut gefielen (demnächst hier mehr davon). Was mir beim Lesen angenehm aufgefallen ist: Seitenweise wiesen diese Artikel nicht ein einziges Sprachmätzchen auf – keine Binnen-Majuskeln, keine Deppen-Leerzeichen und keine seltsamen Apostroph-Varianten. Wann nur hat die Unsitte, ganz normale Wörter so zu verhunzen, begonnen?
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Sudel-Twitter, nein danke

Ja, ich bin Twitter-Jünger. Ich finde diesen Kurzmitteilungsdienst, wie er auf deutsch ein wenig geschraubt heißt, sehr gut. Es macht Spaß, mit Leuten aus der ganzen Republik und darüber hinaus in regelmäßigem Kontakt zu stehen und online zu plaudern. Ich mag auch das Netz mit seinen vielfältigen Möglichkeiten. Und seinen Perlen. Was ich nicht mag, sind  Ergüsse, die mit Geist so gar nichts zu tun haben. Das Wort geistige verkneife ich mir in diesem Zusammenhang, denn Geist atmet nicht daraus, aus den Netzpolemiken, die uns der Fall Wulff und der Nichtfall Gauck vorgeführt haben.
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Die Leiden einer Lokalreporterin

„Dem Redakteur ist nichts zu schwör“ lautet ein geflügeltes Wort in Journalistenkreisen. Das nehme ich auch für mich in Anspruch. Ich bin hart im Nehmen, und wenn es sein muss, akzeptiere ich klaglos alle Arbeitsbedingungen, die das Journalistenleben so bietet. Aber es gibt Tage, da summiert sich alles, was die Berichterstattung erschwert. Eine Klage. Weiterlesen

Jemand Bedarfe für Verkehre?

Es gibt eine Reihe von Begriffen, die seit längerem oder auch seit Kurzem oft im Plural verwendet werden, obwohl sie an sich schon eine gewisse Menge an etwas bezeichnen. Bei einem Begriff bin ich mir selbst nicht im Klaren, ob der Plural wirklich falsch ist, bei anderen bin ich mir sicher. Es geht um Gelder, Bedarfe und Verkehre.
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Der Knast ist kein Zoo

Sie sind in den Sprachgebrauch auf ewig eingeschliffen: falsche Bezeichnungen für  Menschen einer bestimmten Berufs- oder Herkunftsgruppe. Viele fühlen sich davon verletzt oder herabgewürdigt. Meistens ist es Unwissenheit, die dazu führt, dass diese verpönten Begriffe verwendet werden. Hat man erst einmal gehört, warum eine Bezeichnung unerwünscht ist, verwendet man sie auch nicht mehr. Hier kommen die drei unbeliebtesten Bezeichnungen samt Alternativen und Merksätzen. Weiterlesen