Frauenkirche Dresden 1994: In alten Fotos gefunden

Ich habe schon immer viel fotografiert. Die analogen Bilder in der Fotoschublade sind seit Anbruch der Digitalfotografie aber etwas in Vergessenheit geraten. Heute habe ich mal wieder ertwas darin gesucht und bin auf eine Fototasche mit der Aufschrift „Dresden“ gestoßen. Die Bilder darin zeigen ein ganz anderes Dresden, als ich es 2019 gesehen habe.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, warum ich damals dorthin reiste: Mein Bruder hatte seiner Freundin Karten für die Semperoper geschenkt. Doch bevor der Termin der Vorstellung da war, war die Freundin weg. Er hat mich gefragt, ob ich einspringen will, damit die zweite Karte nicht verfällt.

Natürlich wollte ich. Es gab den „Fliegenden Holländer“ von Richard Wagner. Es war eine phantastische Aufführung. Vor allem der Holländer war sehr überzeugend. Ich weiß leider nicht mehr, wer ihn verkörpert hat.

Ein anderes Dresden als heute

Was wäre ein Besuch in Dresden ohne Sighseeing. Ich habe schon immer eine familiäre Verbindung nach Dresden gehabt, und so waren auch bei diesem Besuch Freunde der Familie da, die mit uns durch die Stadt gegangen sind. Die sah natürlich noch völlig anders aus als heute.

Es war die Zeit, als mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche begonnen wurde. Ich kannte sie aus den Dresden-Besuchen in meiner Kindheit als Mahnmal, vermochte mir nie vorzustellen, wie sie wohl ausgesehen haben mag. Das war auch 1994 noch nicht erkennbar. Immerhin habe ich mir damals eine Armbanduhr mit einem Steinchen aus Frauenkirchen-Sandstein gekauft, um den Wiederaufbau zu unterstützen. Ich habe die Uhr immer noch und trage sie manchmal.

So sahen die Tümmer der Frauenkirche 1994 aus.

Große Teile der Kirche lagen in noch in Trümmern. Doch an der Baustelle standen bereits lange Regale, auf denen die aus den Überresten geklaubten und sortierten Steine auf Europaletten lagen. Es war ein riesiges Puzzle. Unvorstellbar, was dort geleistet wurde. Und ebenso unvorstellbar, dass jemand diese viele Teile wieder zu einer großen Kirche sollte zusammensetzen können.

Steine der Frauenkirche liegen 1994 sortiert auf langen Regalen.
Die Teile der Frauenkirche, fein sortiert warten sie darauf, wieder an ihren Platz gesetzt zu werden.

Den weiteren Fortgang der Bauarbeiten habe ich aus der Ferne verfolgt. Ich bin bis 2019 nicht mehr in Dresden gewesen. Dann ergab sich die Gelegenheit, und ich habe mir die fertige Frauenkirche angesehen. Was für ein Wunder! Ich war völlig fasziniert von diesem einzigartigen Bau. Er präsentiert sich heute von außen wie von innen in großer Schönheit.

Frauenkirche Dresden
Die fertige Frauenkirche, wie ich sie im Oktober 2019 gesehen habe.

So wichtig ich es fand, die Ruine als Mahnmal stehen zu lassen, so froh bin ich, dass die Kirche nach der Wende wieder aufgebaut wurde. Es wäre doch schade drum, wäre sie wie so viele historische Bauten in DDR-Zeiten unwiderruflich abgerissen worden. Nur weil ihre Reste noch standen, konnte sie überhaupt wieder aufgebaut werden.

Eine Herzenssache der Dresdner

Nach meinem Eindruck ist sie für die Dresdner eines der wichtigsten Bauwerke der Stadt. Ich würde soweit gehen, dass ihnen der Wiederaufbau ihr Herz wiedergegeben hat. Aber das kann ich aus der Ferne natürlich nicht beurteilen, auch wenn es mir viele Gespräche und Beobachtungen diesen Eindruck nahe legen.

Ein Kommentar

  1. Anfang der 90er Jahre lernte ich beruflich einen Mann aus Dresden kennen, der sich vehement für den Wiederaufbau der Frauenkirche engagiert hat. Mich hat sein Enthusiasmus berührt. Er war (natürlich) Dresdner und es war ihm ein persönliches Anliegen, am Wiederaufbau mitzuwirken. Wenn man überlegt, wie das Bauwerk damals ausgesehen hat und wie schön sie heute wieder ist, kann man sagen, dass sich auch sein ganz persönlicher Einsatz gelohnt hat. Er war damals schon Anfang 60, hoffentlich hat er die Fertigstellung 2005 erleben dürfen.

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