Verwackelt: Warum ich wieder an Nachtfotos gescheitert bin

Es lief zu gut mit meinem neuen Stativ, Langzeitaufnahmen bei Nacht sind mir nach anfänglichen Problemen recht zuverlässig gelungen. Deshalb bin ich bei einem Besuch in Einbeck abends losgezogen, um die schöne Altstadt mit Beleuchtung zu fotografieren. Aber welche Enttäuschung: fast alle Fotos verwackelt, obwohl ich alles richtig gemacht habe. Woran es lag.

Ich verfüge seit einiger Zeit über ein wirklich gutes Stativ. Das kam auch diesmal natürlich zum Einsatz. Doch schon bei den ersten Fotos habe ich gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Das schöne Rathaus von Einbeck kam mir doch etwas verschwommen daher. Ein Problem, das ich schon bei den ersten Stativ-Versuchen hatte und dann dank guter Tipps beheben konnte.

Verwackelt: Das historische Rathaus von Einbeck bei Nacht.
Verwackelt: Das historische Rathaus von Einbeck bei Nacht.

Irgendetwas war ganz und gar falsch. Aber was? Ich hatte wirklich alles bedacht. Das Stativ stand bombenfest. Es wehte kein Wind. Die Kamera war auf Spiegelvorauslösung eingestellt, der Selbstauslöser auf zehn Sekunden. Es hätte nichts schiefgehen dürfen. Und doch hat es nicht funktioniert. Aber warum nicht?

Wenn einem keine Lösung einfällt

Ich habe es an diesem Abend nicht mehr herausgefunden. Die Fotos waren schließlich nicht alle verwackelt, ein paar Aufnahmen sind mir auch geglückt. Aber es musste einen Grund geben, warum mir die Freude an den Nachtaufnahmen so vergällt wurde. Am Ende bin ich enttäuscht von dannen gezogen.

Einbeck bei Nacht
Der Einbecker Marktplatz ist bei einem von fünf Versuchen doch scharf geworden.

Ich habe den Fehler an diesem Abend nicht gefunden. Jetzt war ich abends in Lübeck unterwegs, um es nochmal zu versuchen. Und wieder alles unscharf. Dann plötzlich fiel mir ein, woran es liegen könnte: Ich hatte den ins Objektiv eingebauten Bildstabilisator nicht ausgestellt.

Der Bildstabilisator war entscheidend

Der soll zwar bei langen Belichtungszeiten vor dem Verwackeln schützen, scheint aber gerade bei sehr langen Belichtungszeiten eher dazu zu führen, dass die Fotos unscharf werden. Hier wird erklärt, warum das so ist. Das Einbecker Rathaus hat eine Belichtungszeit von acht Sekunden. Ganz schön lang.

Letztes Abendlicht
Lübeck im letzten Abendlicht: Es geht doch ohne Verwackeln.

Nachdem ich abends in Lübeck den Bildstabilisator abgestellt habe, waren die Fotos plötzlich knackscharf. Also doch noch alles richtig gemacht. Gut, dass jetzt die dunkle Jahreszeit beginnt. Da kann ich wieder mit dem Stativ losziehen, ohne frustriert zu werden. Ich weiß ja jetzt wirklich, worauf ich alles achten muss.

3 Kommentare

  1. Meine alte Kamera (eine Nikon Coolpix) hatte so eine Dämmerungs-/Nachteinstellung, mit der konnte ich ohne Stativ, nur dank meiner scharfschützengestählten ruhigen Hand ziemlich scharfe Bilder machen.
    So wie hier zum Beispiel: https://andreas-moser.blog/2012/07/14/die-kathedrale-von-vilnius-in-der-abenddammerung/

    Da hat das Nachtfotografieren echt Spaß gemacht.

    Bei der neuen Kamera klappt das irgendwie nicht mehr. :-(
    Und seitdem habe ich abends gar keine Lust mehr, rauszugehen.

    1. Hallo Andreas, das sind wirklich schöne Fotos aus Vilnius. Vielleicht musst Du es mit der neuen Kamera nochmal probieren und dabei alle Fehler ausschalten, die ich gemacht habe. Ich hoffe, es klappt dann.

  2. Hi,

    mein erster Gedanke beim Lesen war, der Bildstabilisator war aktiv. Und das hat sich ja bestätigt. Aber beruhige Dich, auch wenn man das weiß, vergisst man es immer wieder mal, den abzuschalten. Ich spreche da aus leidvoller Erfahrung.

    LG Thomas

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