Autos – mein Leben auf vier Rädern

Ich habe seit meinem 19. Lebensjahr ununterbrochen ein eigenes Auto gehabt. Berufsbedingt. Als Reporterin kommt man ohne Auto nicht aus. Ich hatte nie das Glück, über Dienstwagen zu verfügen. Nicht von allen Autos gibt es Fotos, aber doch von etlichen. Und deshalb kommt hier die Geschichte meiner Autos. Am Ende mit einer kleinen Betrachtung, warum ich immer ein Auto haben werde.

Los ging’s gleich nach dem Abitur. Ich hatte eine Stelle als Volontärin bei der Einbecker Morgenpost ergattert. Voraussetzung: eine Wohnung in Einbeck und ein eigenes Auto. Bei 740 Mark netto. Das war schon ein Kraftakt, das zu finanzieren. Vor allem aber musste ein Auto her. In der Nachbarschaft gab es einen gebrauchten Simca 1000 Rallye 1 zu einem annehmbaren Preis. Diese Höllenmaschine bin ich fortan gefahren. Die Kilometer habe ich mit dem Verlag abgerechnet.

Die Sache mit dem Choke

Damals gab es noch eine gestaffelte Höhe: 28 Pfennig pro Kilometer für die, die Normalbenzin tankten, 32 Pfennig für Super. Der Simca brauchte Super. Und er hatte einen Choke, also eine Starterklappe, die man zum Anlassen ziehen musste. Natürlich habe ich bei einer meiner ersten Fahrten mit dem Auto vergessen, sie wieder reinzuschieben. Mit dem Ergebnis, dass ich jemanden suchen musste, der die Zündkerzen ausbaute und abtrocknete, damit er wieder ansprang. Abgesoffen nannte man das damals.

Der Simca 1000 Rallye 1, mein erstes Auto.
Der Simca 1000 Rallye 1, mein erstes Auto, mit seiner damals 19-jährigen Besitzerin.

Die Kiste hatte Heckantrieb, etwas, was meinem Vater gar nicht gefiel. Also hat er mir einen mit Sand gefüllten Sack in den vorne liegenden Kofferraum gepackt, damit mir das Auto in Kurven nicht von der Straße fliegt. Offenbar hat es etwas genützt, denn ich bin mit dem Simca immer auf der Straße geblieben. Leider hat er mit etwas mehr als 80 000 Kilometern auf dem Tacho den Geist aufgegeben. Das war damals, Anfang der 80er Jahre, eine hohe Laufleistung. Eine, die mich Jahrzehnte später nur noch verächtlich lächeln lässt.

Auf den Simca folgten in meiner Studentenzeit, in der ich nebenbei frei für Zeitungen arbeitete, billige Gebrauchtwagen: eine Ente, zwei Käfer, einer hellblau, einer gelb. Bei einem der Käfer ging die Heizung nicht an, beim anderen nicht aus. So war das mit denen.

Heiß geliebt: das kleinste meiner Autos

Etwas später bin ich auf Daihatsu Cuore umgestiegen. Zweimal habe ich die Mini-Autos dieser Marke gefahren und war sehr zufrieden damit. Ich habe den Kleinen geliebt, vor allem, weil er so sparsam im Verbrauch war. Von meinem letzten Daihatsu gibt es ein Foto, entstanden 1995 in Frankreich. Inzwischen hatte ich einen Franzosen an meiner Seite, und deshalb stammen die weiteren Auto-Fotos alle aus Frankreich. Zu Hause habe ich meine Autos nie fotografiert.

Der Daihatsu Cuore vor einem Pass in Frankreich.
Der Daihatsu Cuore vor einem Pass in Frankreich.

Den Daihatsu habe ich mit knapp über 80 000 Kilometern auf dem Tacho abgestoßen. Es sollte etwas Größeres sein. Damals kam der Renault Twingo auf dem Markt, ein Auto mit hübschem Design und vor allem, das hat mich überzeugt, einer verschiebbaren Rückbank. Das hatte sonst kein Auto zu bieten. Damit ließ sich der Kofferraum bei Bedarf vergrößern. Leider haben die heutigen Twingos ihr hübsches Aussehen verloren.

Mein Renault Twingo in der Farbe Mondstein (Sonderedition), ebenfalls in Frankreich.
Mein Renault Twingo in der Farbe Mondstein (Sonderedition), ebenfalls in Frankreich.

Vor allem hatte der Twingo ein Faltdach, war sozusagen ein kastriertes Cabrio. Ich habe ihn geliebt. Entsprechend lange bin ich ihn gefahren: 211 000 Kilometer. Er wurde zwar immer klappriger, tat aber weiter klaglos seinen Dienst. Ich habe ihn im Dorf verkauft, und dort ist er noch ein paar Jahre herumgefahren.

Skoda Fabia: der Dauerläufer unter den Autos

Genauso wie mein nächstes Auto, das sich als ein noch größerer Dauerläufer erwiesen hat: das Froschauto. Von mir wegen seiner grünen Farbe so getauft. Ich habe den Skoda Fabia von meinen Eltern übernommen, die sich ein neues Auto gekauft haben. Das Froschauto hatte da bereits 100 000 Kilometer auf dem Tacho. Hach, das war gar nichts für den. Als ich ihn abgegeben habe, hatte er 288 000 Kilometer auf der Uhr. Die Studentin, die ihn übernommen hat, hat ihn noch bis 450 000 gefahren. Das Auto war vollverzinkt und ein Diesel, also quasi unkaputtbar.

Das Froschauto, der Skoda Fabia. Hässliche Farbe, die ich mir nicht ausgesucht habe, aber sehr haltbar.
Das Froschauto, der Skoda Fabia. Hässliche Farbe, die ich mir nicht ausgesucht habe, aber sehr haltbar.

Der Skoda hat einiges mitgemacht, vor allem in den Schneewintern 2009, 2010 und 2011. Deshalb habe ich ihn gegen einen SUV ausgetauscht. Natürlich einen gebrauchten. Mein Renault Koleos leistet mir nun bereits acht Jahre treue Dienste und hat jetzt 266 000 Kilometer runter. Ich hoffe, er hält noch ein Weilchen, bevor ich auch ihn weggeben muss.

Warum es für mich nicht ohne Auto geht

Nun könnte ich hier nach so vielen Jahren als Autofahrerin darüber sinnieren, ob das Auto wirklich so wichtig ist und ob es nicht anders geht. Natürlich ginge es ohne, lebte ich in der Stadt und hätte einen Bürojob. Dann hätte ich schon längst kein eigenes Auto mehr. Obwohl ich bei Reisen oder größeren Touren nicht darauf verzichten möchte, da ich immer viel Kram mit mir herumschleppe. Aber dafür gibt es andere Lösungen.

Aber in meinem Job geht es nicht ohne Auto. Ich könnte nicht als Reporterin arbeiten, hätte ich kein Auto. Außerdem sind wir Landbewohner vom ÖPNV ziemlich abgeschnitten. Da können die Stadtbewohner noch so sehr über die dem Auto hörigen Landbewohner meckern. Der ÖPNV ist bei uns gerade mal rudimentär vorhanden, und in den Schulferien gar nicht. Einkaufen, mal wohin fahren, Verwandte oder Freunde besuchen – alles das fiele ohne Auto aus. Deshalb werde ich auch in Zukunft eines haben. Ob es dann noch ein Verbrenner ist, ist eine ganz andere Frage.

2 Kommentare

  1. Ich würde das mit den Landbewohnern und ÖPNV nicht so pauschal sagen. Bei mir (autolos und gerne als Tramper unterwegs) zuhause (Lkr. Amberg-Sulzbach, Bayern) ist es tatsächlich miserabel. Drei Busse am Tag, am Wochenende gar nichts.
    Aber jetzt war ich den Winter über in einem kleinen Dorf im Lkr. Ludwigsburg in Baden-Württemberg und war echt baff: Jede Stunde ein Bus, bis spät in die Nacht, auch am Wochenende.
    Es gibt da also erhebliche regionale Unterschiede.

    1. Ich habe den Eindruck, Baden-Württemberg ist häufig weiter was den Ausbau des ÖPNV angeht. Hier in Schleswig-Holstein ist es leider mehr als mau. Nicht mal zum Bahnhof kommt man mit dem Bus, und am Wochenende fährt gar keiner. Wirklich miserabel.

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