Schuhe – zu schön zum Wegwerfen

Ich habe aufgeräumt. Das muss ab und zu mal sein. Alles, was nicht mehr gebraucht wird, kommt in die Tonne. Alles? Nein, es gibt etwas, von dem ich mich nicht trennen kann. Schöne Schuhe. Schuhe, die mir etwas bedeuten. Auch wenn ich sie nicht mehr tragen kann, sind sie doch zu schade, um sie dem Müll zu überantworten.

Die Schuhe, allesamt teils sehr hochhackige Pumps, sind mir ans Herz gewachsen. Zwei Paar davon schon deshalb, weil ich sie bei meiner Hochzeit getragen habe. Die knallblauen links zur kirchlichen Trauung – ich habe ganz in Blau geheiratet -, die goldenen ganz rechts zum Standesamt. Die roten mit dem Krokoleder stammen aus Frankreich und sind einfach nur schön. Die durchsichtigen mit den bunten Bändern habe ich einmal für einen besonderen Anlass gekauft. Sie waren sehr teuer und sind sehr, sehr unbequem.

Die Riege der unpassenden Pumps.

Unbequem sind alle vier Paare. Das liegt an meinem Alter und an der Schwangerschaft vor mittlerweile 20 Jahren. So alt sind die Schuhe auch schon, aber immer noch gut in Schuss. Viel zu schade zum Wegwerfen. Was soll ich also damit tun?

Schuhe an die Wand

Eine kleine Umfrage bei Twitter brachte eine gute Idee zutage: an die Wand nageln. Das gefällt mir. Dann kann ich meine schönen Schuhe immer sehen und muss sie dazu nicht einmal tragen und mir schmerzende Stellen an den Füßen einhandeln. Allerdings hadere ich noch ein bisschen mit der Umsetzung. Wo muss der Nagel durch? Am Absatz geht es natürlich nicht, und wenn ich ihn durch die Sohle hämmere, sieht man ihn. Vielleicht ist es besser, die Schuhe anzukleben.

Eine nette Variante wären auch eine Art Bilderrahmen für die Schuhe. Weiße Kästen ohne Glas davor, aber etwas tiefer als der klassische Bilderrahmen. Darin die Schuhe befestigt und an der Rückseite ein Haken, um die Kästen an die Wand zu hängen. Dann wären die Schuhe nicht für alle Zeiten an einer Stelle festgetackert und obendrein schön präsentiert. Jetzt muss ich nur noch die passenden Kästen finden oder jemanden, der sie mir zusammenschrauben kann.

Ab in den Schrank – vorerst

Erst einmal habe ich Schuhe zurück in den Schrank gestellt. Alle in ihren Kartons, auf denen noch der Preis steht (in DM). Da bleiben sie jetzt erst einmal, bis ich mich dazu durchringe, die Idee mit der Wand umzusetzen. Sie gefällt mir immer besser. Schuhe sind doch irgendwie Kunstwerke. Manchmal so ausgefallen, dass man sie zwar nicht besitzen muss, sie aber fotografieren will oder an ihnen erkennbar ist. Das dürfte mit meinen nicht passieren. Sie fristen schon viel zu lange ein Dornröschendasein ganz hinten im Schrank.

Ein Kommentar

  1. Ich habe hier ebenfalls eine Schachtel mit rund zehn Paar Schuhen stehen, bereit für die Brockenstube. Die hochhackigen sind schon vor längerer Zeit dort gelandet, nun kommen die Garçons und Ballerinas auch dorthin. Sie erfüllen einen doppelt guten Zweck: Erstens, weil jemand sie kaufen kann und damit noch viele Kilometer laufen kann. Zweitens, der Erlös kommt den Senioren hier im Dorf zugute: Ausflüge, Fahrdienste, gemeinsame Essen, Altersnachmittag… Die Brockenstube wird vom Gemeinnützigen Frauenverein betrieben.

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