Fru Öttenpötter vertellt: Ab auf die Pferdewaage

Zu dick? Zu dünn? Gerade richtig? Angaben, die nicht nur für Menschen wichtig sind. Auch Pferde müssen ab und zu auf die Waage. Heute war Wiegetag. Ines Fischer ist mit ihrer mobilen Pferdewaage auf den Diekhof gekommen, wo auch unser Pferd steht. Der Wiegevorgang geht schnell – wenn das Pferd mitspielt.

Unser Lasse hat sich wie immer vorbildlich benommen: Drei beherzte Schritte, und zack, stand er wie ein Standbild auf der Waage. Die ist eine flache Vorrichtung, auf der eine große Matte liegt. Das Gewicht wird per Kabel auf Anzeige und Laptop übertragen. Lasse brachte es auf 636 Kilogramm und war damit das schwerste Pferd im Stall. Er ist aber auch eines der größten.

Ein Pferd steht auf einem weißen Teppich, unter dem sich die Waage verbirgt.
Lasse marschierte ohne zu Zögern auf die Pferdewaage.

Griff ins Unterhautfett

Nach dem Wiegen folgt auf Wunsch der BCS, die Unterhautfettanalyse nach Dr. Schramme. Das ist der Body Condition Score. Ines misst zunächst mit einer Schiebelehre das Kammfett. Dazu muss das Pferd seinen Kopf ganz nach unten strecken – geht mit Hilfe einer Möhre -, so dass der Hals schön gebogen ist und gemessen werden kann. Dann greift Ines hierhin und dorthin, streicht über Schultern und Lenden. Um einen coolen Spruch ist sie dabei nie verlegen: „90 Prozent der Pferde haben einen Bierbauch hinter der Schulter.“

Ein Pferd hat den Kopf ganz nach unten gestreckt, damit der Hals gemessen werden kann.
Wenn der Kopf ganz unten ist, setzt Ines die Schiebelehre an.

Nach ein paar Minuten steht fest: Unser Lasse ist gut in Form, wenn auch ein bisschen schief. Das wird eine Physiotherapeutin demnächst richten müssen. So problemlos wie unser Pferd marschieren aber nicht alle auf die Waage. Manchem ist dieses Ding ganz und gar nicht geheuer. Wie gut, dass Ines auf ihrem Tisch nicht nur Laptop und Blanko-Wiegepässe hat, sondern auch eine große Tüte Möhren.

Ein Frau lockte ein Pferd mit einer Möhre, doch noch ein Stück vorwärts zu gehen und mit den Hinterbeinen auf die Waage zu treten.
Der Hals wird lang und länger, aber so recht wollen die Hinterbeine bei diesem Kandidaten nicht auf die Pferdewaage.
Eine Frau gibt einem Pferd eine Möhre zu fressen.
Leckere Möhren gehören zur Grundausstattung, wenn Ines Fischer mit ihrer mobilen Pferdewaage unterwegs ist.

Zwerg mit runder Rippe

Und so steigt Pferd für Pferd auf die Waage. Manchem wird ins Stammbuch geschrieben, dass es dringend ein wenig abspecken müsse. Andere sind gerade richtig. Zu mager ist keines, gute Pflege halt. Jeder Besitzer bekommt seinen Wiegepass beziehungsweise einen neuen Eintrag darin und ein paar Erläuterungen zum Zustand seines Pferdes. So räumt Ines etwa mit dem Vorurteil auf, sichtbare Rippen seien ein Zeichen dafür, dass das Pferd zu dünn sei. Die Rippen dürften durchaus leicht sichtbar sein.

Ein winziges weißes Pony steht mit seiner Besitzerin an und auf der Pferdewaage.
Minishetty Moritz ist das kleinste Pferd im Stall von Andrea Mönninghoff.

Überhaupt, die Rippen. Minishetty Moritz ist das Leichtgewicht an diesem Tag. 95,5 Kilogramm wiegt er gerade mal und ist nicht zu dick, auch wenn es so aussieht. Aber der Lütte hat eben noch mächtig Winterwolle auf den Rippen. Die obendrein eine besondere Form haben. Ines sagt: „Der hat eine runde Rippe, der wird nie eine Gazelle.“ Die runde Rippe hat es mittlerweile zum Running Gag im Stall geschafft.

Ganz anders Friesenhengst Jorit. Der hat keine runde Rippe, der ist ein Prachtbursche. Gut trainiert und in Zirkuslektionen bewandert, ist die Waage kein Problem für ihn. Er kennt und liebt es, mit den Vorderbeinen auf ein Podest zu steigen, da ist so ein bisschen Pferdewaage doch gar nichts. Jorit bringt 622 Kilogramm auf die Waage. Hengst halt und Friese.

Auch Jorit steht wie ein Standbild auf der Pferdewaage.

Dass Pferde regelmäßig auf die Pferdewaage sollten, hat nicht nur den Grund, dass auf ihr Gewicht und darauf, ob es normal ist, geachtet werden sollte. Die Angabe ist auch wichtig, wenn die Tiere jedes halbe Jahr die Wurmkur verabreicht bekommen. Mit Gewichtsangabe des Pferdes lässt sich die zuverlässiger dosieren als Pi mal Daumen.

Fru Öttenpötter berichtet hier in unregelmäßigen Abständen über das Leben auf dem Lande.

Offenlegung: Dieser Text enthält keine Werbung, ich bin von niemanden dafür bezahlt worden und habe auch sonst keine Leistungen erhalten. Es ist einfach ein Tagebucheintrag meines heutigen Tages.

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