Entdeckt: der lebende Stuhl

Ich drehe zurzeit wenn möglich morgens oder abends eine Runde durch den Eutiner Schlossgarten. Als Ausgleich dafür, dass ich mir den ganzen Tag in meinem Geisterbüro den Hintern platt sitze. Im Küchengarten des Schlossgartens habe ich jetzt etwas Tolles entdeckt: einen lebenden Stuhl, der aus geflochtenen Bäumen besteht.

Es sind sogar zwei solche Stühle, aber der aus Birke gefällt mir besonders gut, weil er sich so schön vom grünen Hintergrund abhebt. Die Stühle sind aus jeweils etwa zwölf Bäumchen gewachsen, die nach und nach in Form gebracht werden. Angeblich in eine sehr bequeme. Ich habe es leider nicht ausprobiert, es war doch noch ein bisschen zu kalt, um sich ins Freie zu setzen.

Die beiden Flechtstühle im Eutiner Schlossgarten. Der Birkenstuhl hebt sich gut von der Umgebung ab.

Die Idee der sogenannten Flechstühle kommt aus den USA. 1908 soll ein gewisser John Krubsack den ersten Stuhl dieser Art aus 28 Eschenahorn-Bäumchen gepflanzt haben. Richard Reames entwickelte die Idee weiter und veröffentlichte 2002 ein Buch, dass sich mit Arborskulturen beschäftigt. Es gibt sogar eine Website dazu mit dem schönen Namen www.lebendlaube.de. Sie beschäftigt sich allerdings eher mit lebenden Lauben als mit Stühlen.

Die Sitzfläche des Birkenstuhls. Bindet man die Stämmchen in Form und aneinander, verwachsen sie miteinander.

Die Lauben kenne ich auch, habe schon etliche gesehen und finde sie sehr schön. Die Stühle haben mich aber noch mehr begeistert. Da ich aber nicht nur keinen grünen Daumen, sondern auch zwei linke Hände habe, werde ich wohl nie eine Laube oder einen Stuhl aus Bäumen hinkriegen. Umso mehr hat mich mein Fund im Schlossgarten gefreut.

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