Fru Öttenpötter vertellt: Allerlei Viecher und eine Bienenweide

Sage niemand, auf dem Land sei es langweilig. Im Garten und rund ums Haus tut sich so allerlei. Die Natur bietet so einiges, diverse Viecher sorgen für Abwechslung. Und dann ist da noch die große Bienenweide.

Fangen wir mit der Bienenweide an. Genauer ist es eine Insektenweide und sie ist ein Ergebnis des Strukturwandels in der Landwirtschaft. Ein Bauer aus dem Dorf hat seine Milchviehhaltung und damit die Landwirtschaft ganz aufgegeben. Er hätte seinen Kuhstall modernisieren müssen, das war viel zu teuer für den zu erwartenden Milchertrag. Deshalb hat er die Landwirtschaft gleich ganz an den Nagel gehängt, einschließlich des Ackerbaus.

Summende Ackerfläche

Auf einem großen Acker gleich ums Eck hat er eine Bienenweide geschaffen. Erst sah sie noch ein bisschen langweilig aus, aber im Verlauf des Sommers hat dort allerlei geblüht. Gerade zeigt sich die Fläche von ihrer schönsten Seite, weil die Sonnenblumen blühen. Und wie es darin summt und brummt. Ich bin jetzt mal gespannt, wie sich die Fläche im kommenden Jahr entwickelt. Muss sie gemäht werden und kommen die vielen blühenden Pflanzen von selbst wieder? Ich werde es im Auge behalten.

Die Bienenweide erstreckt sich bis zum Horizont. Ein reich gedeckter Tisch.

Unser von Faulheit geprägter Garten entwickelt sich ebenfalls stetig weiter zu einem Tierparadies. Gerade erfreut uns Ottilie. Das ist eine Igeldame. Die tauchte plötzlich im Garten auf. Sie kommt regelmäßig, nachdem wir anfingen, sie mit Katzenfutter zu füttern. Seitdem kommt sie jeden Abend an eine bestimmte Stelle, wo schon das Abendbrot auf sie wartet. Vermutlich ist sie zunächst zu einer der flachen Wasserschalen marschiert, die wir jeden Sommer für die Igel, aber auch für unsere Katzen und für allerlei Insekten aufstellen. Zu viele Igel sind in den vergangenen Jahren in trockenen Sommern verhungert und verdurstet.

Ottilie kommt jeden Abend, um sich ihr Abendbrot abzuholen.

Zunächst hatte ich den Igel Otto getauft. Als er beziehungsweise sie aber plötzlich mit zwei Jungen im Schlepptau auftauchte, was klar, dass es eine Ottilie ist. Bei diese Begegnung habe ich zum ersten Mal gehört, wie sich Igel verständigen. Ottilie hat ihre Kinder zurückgepfiffen, im wahrsten Sinne des Wortes. Mit an den Futtertopf durften sie nicht. Ich vermute, sie säugt sie noch.

Besuch von einem Punk

Ein anderer Geselle ist in diesen Tagen zum ersten Mal bei uns aufgetaucht: ein Grünspecht. Der Kerl ist ein echter Punk, mit einem roten Irokesenschnitt. Ich kannte ihn nicht, habe aber mittlerweile gelernt, dass man ihn auch Erdspecht nennt. Ich hatte nicht gedacht, dass er überhaupt ein Specht ist, weil die meiner Meinung nach nur in Bäumen unterwegs sind. Der Grünspecht ist aber der einzige, der in der Erde herumstochert. Da soll er nach Ameisen suchen. Anscheinend verschmäht er auch Würmer nicht, denn einen solchen hat er aus unserem Rasen gezogen und genüsslich verspeist.

Gestatten: Der Gründspecht, der Punk unter den Vögeln.

Mehr hat sich rund ums ländliche Heim nicht ereignet. Aber dafür, dass hier auf dem Land nichts los ist, ist es schon eine ganze Menge. Langweilig ist es zumindest nicht. Vielleicht ist ja auch so viel los, weil nur unser verwilderter Garten gut ist für die Artenvielfalt, sondern auch die neue Bienenweide etwas dazu beiträgt.

Ein Kommentar

  1. Sehr schöne Aufnahmen, die du hier geteilt hast. Obwohl da keine „Viecher“ zu sehen sind, gefällt mir die Weitwinkelaufnahme mit den Sonnenblumen außerordentlich gut. Mit dem Himmel sieht das wirklich sehr schön aus.

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