Gezieret, schimpfieret und gehenket

Heute ist Karfreitag, der höchste Feiertag der Christen. Das Wort leitet sich von „Kara“ ab, dem mittelhochdeutschen Wort für Klage oder Kummer. Der Kreuzestod Christi hat die Menschen über Jahrhunderte tief berührt und die Komponisten, allen voran Johann Sebastian Bach, zu innigen Chorälen motiviert. Musik, die ins Herz trifft. Aber es lohnt sich auch, die Texte näher zu betrachten. Auch wenn sie nicht mehr dem heutigen Sprachgebrauch entsprechen und teilweise gar grammatikalisch falsch klingen, sind sie von seltener Wucht und Ausdruckskraft.
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Der vergessene Komponist

Maria muss eine durchtrainierte Frau gewesen sein. Noch in der Schwangerschaft unternahm sie anstrengende Märsche – durch den Dornwald und übers Gebirge. Vertont hat diese Gewalttouren der Komponist Johannes Eccard, der vor 400 Jahren starb. Heute ist er nur noch Kirchenmusikern und in Kirchenchören ein Begriff, für die breite Masse der Klassik-Hörer ist Eccard ein vergessener Komponist. Das hat er nicht verdient
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Texte wie Musik erklingen lassen

Wie kommt mein Chor in die Zeitung?

Binnenwahrnehmung ist nicht gleich Außenwahrnehmung. Niemand weiß das besser, als (Laien)Chöre und Musikrezensenten. Da übt ein Chor monatelang, um ein großes Werk auf die Bühne zu bringen. Ein besonderer Moment für alle Sänger, den sie gern auch öffentlich gewürdigt wissen wollen. Aber wer liest Konzertberichte? Nur die, die mitgesungen oder -musiziert haben und die, die im Publikum saßen. Sollten Zeitungen deshalb keine Berichte von Laienkonzerten mehr bringen?
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Querflöte versus Klarinette

„Wie klingt eine Klarinette am schönsten? Leise knisternd im Kamin.“ Als ich diesen zugegeben bösen Witz das erste Mal gehört habe, wusste ich sofort, wer ihn sich ausgedacht hat: ein Querflötist oder eine Querflötistin. Und ich lag richtig. Der Witz beschreibt ein Phänomen, das ich nicht erklären kann. Es ist aber offenbar weit verbreitet, weil es mir viele Instrumentalisten und Musikhörer bestätigt haben.

Meine Behauptung: Wer Querflöten-Töne mag, mag keine Klarinetten-Töne. Und umgekehrt.

Ich liebe den Ton der Querflöte. Er ist rein, klar, seines Klangfarbe hat etwas Leichtes, das jedoch nicht der Tiefe entbehrt. Das ist keine Tiefe, die dumpf ist, die Angst macht, sondern eine, die ein wames Vibrieren in mir auslöst, und die dem hellen, reinen Klang etwas Gehaltvolles gibt. Besser kann ich es nicht erklären.

Ich mag den Ton der Klarinette nicht. Er ist mir zu näselnd, es schwingt etwas in ihm mit, das mir unangenehm ist. Das mich nicht innerlich jubilieren lässt, sondern mein Zwerchfell verknotet. Besser kann ich es nicht erklären.

Was aber besonders verwunderlich ist: Ich mag den Klang der Oboe, des Fagotts und des Saxophons, obwohl ihr Klang wie der der Klarinette von Rohrblättern erzeugt wird.

Ich weiß, dass es Menschen gibt, die den Klang meiner geliebten Querflöte nicht mögen. Die ihn zu scharf, zu schrill, zu hell finden. Fragt man sie, wie ihnen Klarinetten-Klänge gefallen, geben sie sofort ihre Begeisterung für dieses Instrument kund.

Fazit: Querflöte oder Klarinette ja, Querflöte und Klarinette, das geht offenbar nicht zusammen.

 

Wer es selber prüfen möchte, hier gibt es Klangbeispiele:

http://www.sander-saxophon.de/klangbeispiel.htm

 

Und hier ein paar schöne Musikerwitze:

http://www.mv-flein.de/witze.htm

 

 

Für alle Querflöten-Liebhaber gibt’s diese Seite:

http://www.flutepage.de/blog/2011/05/16/klassische-musik-und-internet/