Alle großen Modemarken sind im KaDeWe in Berlin vertreten. Blick in eine der Damenabteilungen.
erlebt,  Pyropro

KaDeWe: Streifzug durch ein Kaufhaus

Zu einer Reise nach Berlin gehört für uns immer ein Besuch im KaDeWe, dem Kaufhaus des Westens, dazu. Nicht um zu shoppen, sondern um zu gucken.

Das KaDeWe gehört neben Harrods in London und der Galerie Lafayette in Paris zu den bedeutendsten Warenhäusern Europas. Und zu den letzten Überlebenden. Während Kaufhäuser überall eingehen, Karstadt-Häuser in vielen Orten geschlossen wurden oder werden, halten sich diese Flaggschiffe des Konsums noch über Wasser. Ob und wie lange das gut geht, vermag ich nicht zu beurteilen. Immerhin hat die Träger-Gesellschaft des KaDeWe 2024 bereits einen Insolvenzantrag gestellt. Davon ist bei einem Besuch allerdings nichts zu spüren. Das Verfahren ist abgeschlossen, das Haus lebt noch.

Meisterhaft dekorierte Warenwelt

Ich war vor Jahrzehnten mal im Harrods, und was mich dort so sehr fasziniert hat, findet sich auch im KaDeWe. Eine sehr teure Warenwelt, die auf 60.000 Quadratmetern meisterhaft dekoriert und präsentiert wird. Das ist das, was mich am Kaufhaus des Westens so sehr begeistert. Da waren sehr kreative Profis am Werk. In den verschiedenen Etagen von Beauty im Erdgeschoss bis zu Food in der 6. Etage haben weltbekannte Luxusmarken jeweils ihre eigenen Plätze. Die dekorieren sie nach ihren jeweiligen Firmendesigns. Diese Art kreativen Gestaltens hat mich schon in französischen Einkaufszentren begeistert.

KaDeWe Berlin
Die Beauty-Abteilung im Erdgeschoss.

Diese verschiedenen Stile zu sehen, macht Spaß und ist sehr abwechslungsreich. Genauso spannend sind die Preise, die für Otto-Normalverbraucher unerschwinglich sind. Ich sage nur Herren-Sneaker, besetzt mit roten Pailletten, herabgesetzt von 890 auf 623 Euro. Ein echtes Schnäppchen. Aber wie meine Mutter immer sagte: Lebt man das davon ab? Sprich lohnt es sich? Wofür?

Es geht ums Gucken, nicht ums Shoppen

Aber egal, darum geht es bei einem Besuch im KaDeWe nicht. Obwohl ich mich schon frage, wie viele Paar Schuhe dieser Preisklasse an einem Tag in einem einzigen dieser Shops im Shop verkauft werden. Vielleicht doch ein paar, immerhin hat Berlin das entsprechende zahlungskräftige Publikum. Nach Angaben des KaDeWe kommen täglich um die 50.000 Kunden, in der Weihnachtszeit sind es bis zu 100.000.

Etwas höher als bei Schuhen für bis zu vierstellige Summen dürfe der Umsatz in der Etage für Heim und Herd sein. Le Creuset, die französische Topmarke für Töpfe mit ihren bunten Farben, ist dort ebenso vertreten wie Kitchenaid und alle großen Glas- und Porzellanhersteller. Hier stöbert sicher mancher nach einem passenden Geschenk etwa für eine Hochzeit.

KaDeWe Berlin
Le Creuset im fünften Stock des KaDeWe.

Food & Restaurants in der sechsten Etage ist mein Highlight. Hier haben wir bei unserem letzten Besuch vor Jahren Austern geschlürft. Das haben wir uns bei einem Preis von sechs Euro pro Auster diesmal verkniffen. Ebenso haben wir die Kaviar-Bar links liegen lassen. Dafür haben wir in der Brasserie Foie gras und Bouillabaisse genossen. Einen Blick haben wir uns zudem auf das Restaurant Wintergarten im 7. Stock gegönnt. Hier sitzen die Gäste hoch über den Berliner Dächern.

KaDeWe Berlin
Das Restaurant Wintergarten hoch über den Dächern von Berlin.

Leckeres in der sechsten Etage des KaDeWe

Vorher und hinterher sind wir durch die Etage gestreift und haben uns die vielen, vielen Köstlichkeiten angesehen, die dort angeboten werden: Käse, Fleisch, Fisch, die 75 verschiedene Patisserie-Produkte aus der hauseigenen Konditorei, Tee aus aller Welt und Olivenöl, das mit Gold aufgewogen zu sein scheint, so teuer ist es. Das alles toll dekoriert. Jeder Stand ein Augenschmaus. Hinzu kommen etliche Restaurants und Bars, etwa die Champagner-Bar. So viel zu gucken.

KaDeWe Berlin
Stilvoll: Teestand von Osterlandsk.

Abgesehen vom Mittagessen haben wir kein Geld im KaDeWe gelassen. Muss man auch nicht. Allein das alles zu sehen lohnt sich in jedem Fall. Ein bisschen Luxus gucken macht halt einfach Spaß.

Susanne Peyronnet *1960 Wurzeln in Niedersachsen Leben in Schleswig-Holstein Redakteurin seit 1981 Hobbys: Reisen, Lesen, Reiten Musik: Klassik, Klassik, Klassik (Ausnahme Kammermusik) Länder: Deutschland, Frankreich

2 Kommentare

  • Anne

    Vor vielen Jahren bin ich im Rahmen eines Ausflugs nach Berlin auch mal durchs KaDeWe geschlendert und hatte die gleichen Gedanken wie du… schick schaut es dort aus, aber wozu in aller Welt sollte man so unfassbar viel Geld für Dinge ausgeben?! Viele der Artikel sind ja nicht deswegen so teuer, weil die Qualität dermaßen überragend wäre… da geht es mehr um den Status. Vor einigen Jahren kam ich mal in das Vergnügen, an einer von der damaligen Firma bezahlten mehrtägigen Schulung teilzunehmen, die in den Räumlichkeiten eines Grandhotels stattfand. Jeder Schulungsteilnehmer bekam einen Gutschein für ein Getränk in der noblen Hausbar und so habe ich dann auch mal Champagner-Mojito getrunken. Was soll ich sagen – der schmeckte jetzt nicht großartig anders. Hätte ich ihn bezahlen müssen, hätte ich mich wohl geärgert, denn für das Geld bekommt man in einer normalen Cocktailbar zwei davon plus ein komplettes Abendessen. :D

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert