Internet zerschossen: vier Tage Realsatire offline

Wenn rohe Kräfte sinnlos walten . . . Ein tapsiger Bautrupp hat uns kurzerhand vom Internet abgeschnitten. Unser schönes Glasfaserkabel hing plötzlich mitten durchgeschnitten schlapp in seinem Leerrohr, das ebenfalls gekappt war. Wie das passiert ist und warum es vier Tage dauerte, bis der Schaden repariert war.

Es begann harmlos und entwickelte sich zum Dauerbrenner: Unser geliebtes Glasfaserkabel ist zerschossen, unser Internetzugang sozusagen erschossen worden. Es begann damit, dass von uns aus das Glasfaserkabel für schnelles Internet weiter gebaut werden soll in die nächsten Dörfer. Wir freuen uns bereits seit Dezember 2017 übers schnelle Internet auf dem Land, während andere immer noch und zunehmend genervt darauf warten. Jetzt wird damit begonnen, zunächst die Leerrohre einzugraben. Durch die wird dann die Glasfaser geblasen, um die Haushalte zu erreichen.

Anschlussstelle vor unserer Haustür

Da das Kabel bereits bis zu uns gezogen ist, muss nun vor unserer Haustür gebuddelt werden, um die Verlängerung in die nächsten Orte anzuschließen. Was dann passierte, hat sich für uns so dargestellt, wie ich es hier aufgeschrieben habe. Ob das alles so stimmt, wissen wir nicht. Die Informationen waren sehr dürftig. Hier also unsere Sicht der Dinge.

Für die Verlängerung des schnellen Internets rückte ein Bautrupp mit einem Bagger und allerlei Gerät an. Die Männer versicherten uns, dass sie den Boden vor unserer Einfahrt nicht aufreißen müssen, sondern nur rechts und links ein Loch graben. Von dort werde das Leerrohr unterirdisch durchgeschossen. Alles ganz einfach und problemlos für uns.

Blattschuss aufs Internetkabel

Wahrscheinlich ist es ein großes Kunststück, dabei das Rohr zu treffen, das vom Hauptstrang abgeht zu unserem Haus. Montagmorgen um 9 Uhr waren wir aber plötzlich offline. Also raus und die werkelnden Bauarbeiter draußen gefragt, ob sie etwas am Kabel und an unserem Internetanschluss gemacht hätten. Kurze, knappe Antwort: Haben wir kaputt gemacht. Damit hatten wir nicht nur kein Internet mehr, sondern auch kein Festnetztelefon.

Also her mit dem Bagger und nun doch vor unserer Einfahrt einen Graben ziehen bis runter zum Kabel. Dann haben die beiden Männer den ganzen Tag etwas ratlos vor dem Loch gestanden. Als ich nachmittags von einer Besorgung nach Hause kam, war der Graben wieder zu, der Bautrupp abgezogen. Und das Internet immer noch tot. So eine Glasfaser-Reparatur ist eben nichts für Laien.

Stundenlang mit der Schadensmeldung gewartet

Anruf bei unserem Netzanbieter am Dienstagmorgen. Auskunft dort: Der Schaden sei vom Bautrupp am Vortag um 16 Uhr gemeldet worden. Ernsthaft? Die haben stundenlang ins Loch gestarrt und dann kurz vor Feierabend etwas unternommen, damit wir wieder ans Netz kommen? Offenbar. Jedenfalls sagte der Netzanbieter zu, sich um den Schaden zu kümmern.

Und tatsächlich rief kurz darauf ein Techniker an. Er werde sich darum kümmern. Offenbar dachte er, das ließe sich leicht reparieren. Dass der Schaden in der Erde liegt und das Loch längst wieder zugebuddelt war, war ihm nicht klar. Messerscharfe Schlussfolgerung von ihm: Dann brauchen wir noch ein Tiefbauunternehmen. Ja, brauchen wir. Das alles sei aber erst am Donnerstag, also vier Tage nach dem Schaden, möglich. Na gut. Immerhin haben wir noch mobiles Internet, in einem Teil des Hauses 4G, im anderen nur Edge. Landleben halt.

Erneutes Buddeln vor der Haustür

Am Donnerstagmorgen rückte dann der nächste Bagger an. Loch aufgebuddelt, Schaden gefunden. Die ersten Bauarbeiter hatten das Leerrohr lediglich notdürftig geflickt, dann wieder alles zugemacht und waren abgezogen. Nun ist das Leerrohr nur die halbe Miete. Es lässt sich leicht reparieren. Aber die Glasfaser darin eben nicht. Also musste ein paar Meter weiter ein weiteres Loch ausgebaggert werden.

Nach vier Tagen wieder online

Dort liegt der Knotenpunkt. Von dem bliesen die Techniker neue Glasfaser ins Leerrohr und bis in unser Haus, wo es innen noch mal neu in dem weißen Kasten an der Wand verspleißt werden musste. Ebenso wie draußen am Knotenpunkt. Das hat noch mal ein paar Stunden gedauert. Und siehe da: Plötzlich sind wir wieder online.

Wir hoffen jetzt sehr, dass der erste Bautrupp seine Arbeit vor unserer Einfahrt erledigt hat, Schaden hin oder her. Nicht, dass die nochmal unser Internet erschießen.

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