Dorfspaziergang: Pronstorf – Ein schöner Ort für 80 Einwohner

Ja, man kann Dorfspaziergänge in Dörfern unternehmen, die man nicht kennt. Man kann aber auch erst einmal das eigene Dorf erkunden. Wir leben seit nunmehr 18 Jahren in Pronstorf, was eigentlich kein Dorf ist, sondern ein großes Gut mit ein paar Häusern drumherum.

Entsprechend fällt der Dorfspaziergang kurz aus. Wenn man erst einmal da ist. Da wir aber etwas außerhalb wohnen, sind es noch mal knapp zwei Kilometer zu Fuß, vorbei an den Blühstreifen entlang der Felder. Ein Weg, den ich gerne mal am Wochenende gehe. Um zu zeigen, wie schön unser kleines Dorf ist, habe ich oft die Kamera dabei.

Das Torhaus ist das ortsbildprägende Gebäude von Pronstorf.
Das Torhaus ist das ortsbildprägende Gebäude von Pronstorf.

Den Kern bildet das Gut Pronstorf mit seinem eindrucksvollen Torhaus. Früher haben wir dort den Weizen für unsere Gänse geholt. Da diente das Torhaus noch als Kornspeicher. Mittlerweile ist es zum Hotel umgebaut worden. Ebenso wie viele andere Gutsgebäude wird es nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Der große Kuhstall ist jetzt Veranstaltungsort, unter anderem für den gutseigenen Weihnachtsmarkt und die Musikfeste auf dem Lande des Schleswig-Holstein Musik-Festivals.

Wirtschaftsgebäude zu Wohnhäusern gemacht

Rund um das Gutsgelände gruppieren sich allerlei Gebäude wie die frühere Schmiede, der Schafstall oder der Schweinestall, die längst keine Tiere mehr beherbergen. Der Graf zu Rantzau, unser Gutsherr, hat sie nach und nach zu Wohngebäuden umgebaut, immer im gleichen Stil und mit Rosenrondell vor der Tür. So hat sich Pronstorf mittlerweile zu einem Dorf für gutsituierte Mieter gemausert, von denen manche nur die Wochenenden hier verbringen.

Pronstorf
Ehemalige Schmiede, Eingangstür mit Rosenrondell.

Eine ganz besondere Kirche

Unabhängig davon thront über dem Dorf die Vicelinkirche. Sie ist eine der vielen romanischen Kirchen, die hier in der Gegend auf Bischof Vicelin zurückgehen. Der Stil ist oft gleich oder ähnlich. Die Pronstorfer Kirche hat aber eine Besonderheit aufzuweisen, die sie weit über die nähere Umgebung hinaus bekannt macht: einen schwebenden Taufengel.

Der schwebende Taufengel wird bei Taufen heruntergelassen.

Der Name Pronstorf rührt übrigens vom Wort Perone her, das aus der Zeit der Völkerwanderung stammt. Kein Wunder, dass die Menschen diesen Ort schon früher reizvoll fanden, liegt er doch am Ufer des Wardersees und ist landschaftlich überaus schön.

Pronstorf
Ein Stein an der Kirche erinnert an die Namensgebung für Pronstorf.

Von einem Teil des alten Friedhofs an der Kirche hat man Seeblick. Ich glaube, dort möchte ich nach meinem Tod meinen Platz finden. Aber diese Plätze sind offenbar nur den alteingesessenen Familien des Kirchspiels vorbehalten. Aber vielleicht habe ich ja Glück: immer schön gewohnt und dann schön beerdigt. Das wär’s.

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