DET – Deutsches Ententreffen in Kropp: Enten beflügeln
Alle zwei Jahre treffen sich Entenliebhaber zum DET, zum Deutschen Ententreffen. Diesmal erstmals im Norden, in Kropp bei Schleswig. Es war ein Erfolg.
Als ich im Kreis von Freundinnen berichtete, ich führe zum Ententreffen, reagierten sie irritiert. Wie, Ententreffen? Meine Erklärung lautete „nicht quak-quak, sondern brumm-brumm“. Klar, dass es nicht um Vögel ging, sondern um den 2CV, das Zwei-Pferde-Auto, denn das heißt 2CV (deux chevaux, übersetzt zwei Pferde). Dieses Unikum der Automobilgeschichte wird seit Jahrzehnten liebevoll Ente genannt. Vielleicht wäre Pony wegen des Bezugs zum Pferd auch eine Idee gewesen.
Mehr als 600 Enten an einem Platz
Nun also die Ente und ihre großen Tage in Kropp vom 29. Juli bis zum 2. August 2026. Der Andrang der Enten-Besitzer und Liebhaber ist und war groß, so groß, dass zusätzlich zu den 500 Fahrzeugen auf dem Hauptplatz noch 150 auf einen Ausweichplatz fahren mussten. Und da standen sie dann, eine neben der anderen, und keine sieht aus wie die andere. Wo anfangen, wo aufhören, die Geschichte dieses Ententreffens zu erzählen?
Vielleicht bei Jessica und Yasmin, die mit der roten Ente von Jessica aus Berlin gekommen waren. „Ich bin nach meiner Geburt schon mit einer Ente aus dem Krankenhaus abgeholt worden“, erzählt Jessica, woher ihre Begeisterung kommt. Ihre rote Ente ist Baujahr 1989, heißt Mademoiselle Josceline und „war okay, komplett lackiert“, als Jessica sie kaufte.
Ein paar Meter weiter auf dem Gelände haben Marco, seine Frau Fiona, sein Vater Ralf und Töchterchen Mira (eineinhalb Jahre alt) ihr Prachtstück ausgestellt. Einen weißen Roadster auf Entenbasis mit Flügeltüren. Vier Jahre hat der Umbau gedauert. Unterstützung gab es von Carsten Breuer und seiner Firma OSB (Oldtimer-Service Breuer) aus Barsbüttel, der mit einem eigenen Stand auf dem DET vertreten ist und war. Breuer verkauft unter anderem Teile zum Selbstaufbau eines Burton auf Entenbasis.
Enten: Mehr Lebensart als Auto
Wer über das Gelände schlendert, entdeckt Enten aller Farben und Formen. Originale und Umbauten, etwa zur Stretch-Ente oder als halbe Ente, die als Wohnanhänger dient. Es gibt nichts, was nicht zu finden wäre. Gemäß den zwei Lagern der Entenliebhaber: denen, die schön restaurierte Fahrzeuge haben möchten und den Puristen, die an Erneuerung und Reparaturen nur zulassen, was der TÜV vorschreibt. Und auch die Auswahl an Sprüchen auf den Autos ist unendlich. Ob „Ich glaube an ein Leben nach dem Rost“ oder der Leitspruch der Enten-Liebhaber „Ceci n’est pas une voiture, c’est un art de vivre“. Übersetzt: Dies ist kein Auto, dies ist eine Lebensart. Mais oui!
Oder harter Sport. Eines der ungewöhnlichsten Autos zeigten Barbora Holická und Lucie Engová aus Tschechien, die mit ihrer Ente an der Rallye Dakar teilgenommen haben, die sie – wie sonst – nicht Dakar, sondern Duckar nennen. Eine Ente mit Allradantrieb, zwei Motoren, einer vorne, einer hinten, sogar zwei Anlassern. So lässt sich auch in der Wüste zur Not auf den Zweimotor umschalten. Von dieser sogenannten Sahara-Ausführung wurden lediglich 694 Stück gebaut. Eine andere Seltenheit auf dem Ententreffen ist die E-Ente, sehr selten.
Außer für Auto-Enthusiasten sind Veranstaltungen wie das Ententreffen ein wunderbarer Platz für alle, die gern fotografieren. So viele Motive auf einen Haufen gibt es nur bei Oldtimer-Treffen. Und so viele Enten auf einem Platz, das gibt es alle zwei Jahre, wenn die DET ausgerichtet wird. Dazwischen findet immer das Welttreffen statt, das nächste Mal vom 27. Juli bis 1. August 2027 in den Niederlanden. Auch wenn der letzte 2CV offiziell 1990 vom Band gelaufen ist, bleibt festzuhalten: Die Ente lebt. Und beflügelt die Fantasie und Begeisterung ihrer Besitzer.
Meine ausgewählten Fotos vom DET finden sich in einem Flickr-Album.






