Hornissen haben unterm Dach der Garage ein Nest gebaut.
erlebt,  Pyropro

Hornissen retten den Buchsbaum

Ich habe gerade gelernt, dass Hornissen bevorzugt Buchsbaumzünsler fressen. Das scheint zu funktionieren, wie wir bei uns im Garten feststellen können.

Wir haben eine prachtvolle Buchsbaum-Hecke. Genauer: Wir hatten sie. Die über mehr als 20 Jahre gehegten und gepflegten Pflanzen sind vor einem Jahr plötzlich braun geworden. Gerade hatte ich mich noch gefreut, dass der gefürchtete Buchsbaumzünsler offenbar noch nicht den Weg zu uns gefunden hat. Und dann war es doch passiert, die Tiere haben unsere Buchsbaum-Hecke befallen.

Die Buchsbäume sind auferstanden

Wo es einst in sattem Grün sprießte, waren nur noch braune und zerfressene Blätter zu sehen. Ein Bild des Jammers. Wir hatten schon beschlossen, in diesem Jahr die komplette Hecke herauszureißen. Doch plötzlich zeigt sich wieder schüchtern ein bisschen Grün. Aus dem Elend sprießt es, noch nicht üppig, aber immerhin. Wie kann das sein?

Die Erklärung lieferte mir ein Experte für Hornissen und Wespen, mit dem ich letztens beruflich zu tun hatte. Er erzählte mir stolz, seinen Buchsbäumen gehe es prächtig, denn er habe Hornissen auf dem Grundstück. Und Hornissen seien ganz scharf auf Buchsbaumzünsler. Die Hornissen nutzen diese Insekten mit Vorliebe. Die aus Asien eingeschleppten Zünsler hatten bisher bei uns keine natürlichen Feinde. Das scheint sich geändert zu haben. Laut dem Naturschutzbund Nabu sind auch Haussperlinge, Kohlmeisen und Wespen auf den Geschmack gekommen.

Hornissen erbeuten die Raupen

Oder eben Hornissen. Sie erbeuten die Raupen, um damit ihre Larven zu füttern. Wir haben in diesem Jahr ein Hornissennest in der Garage. Erkennbar und vom Wespennest abzugrenzen ist es durch die große Öffnung an der Unterseite. Unsere Hornissen haben offenbar unsere Buchsbaum-Hecke als leckeres Büfett entdeckt. Anders kann ich mir das überraschende Wiederaufleben der Pflanzen nicht erklären. Vielleicht sind es aber auch die in unserem ungepflegten Garten häufig vorkommenden Meisen und Spatzen, die dem Buchsbaumzünsler den Garaus machen.

Wir wissen es nicht. Wir freuen uns nur darüber, dass der Buchsbaum offenbar doch nicht tot ist.

Susanne Peyronnet *1960 Wurzeln in Niedersachsen Leben in Schleswig-Holstein Redakteurin seit 1981 Hobbys: Reisen, Lesen, Reiten Musik: Klassik, Klassik, Klassik (Ausnahme Kammermusik) Länder: Deutschland, Frankreich

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