Lamy: Das Leiden mit der Tinte
Ich bin ein Freund schöner Füller und des Lamy Joy mit der breiten Feder. Der Joy macht ein schönes Schriftbild. Aber leider fließt die Tinte nicht richtig. Vielleicht gibt es aber eine Lösung.
Am Ende habe ich meinen Lamy Joy in den Müll gepfeffert. Er wollte und wollte nicht mehr schreiben. Und das, wo ich doch sein Schriftbild so gerne mochte. Es machte so eine schöne Handschrift, wie am Bild dieses Blogposts zu sehen ist. Die Worte habe ich noch mit meinem Joy geschrieben. Und dann hat er plötzlich gestreikt. Da half auch kein Waschen. Nach mehrmaligen Versuchen habe ich ihn dann weggeworfen. Wer braucht schon einen Füller, der nicht schreibt?
Ein bekanntes Leiden beim Lamy
Ein bisschen Internetrecherche führte zu der Erkenntnis, dass Lamy-Füller öfter an mangelndem Tintenfluss leiden. Es kommt offenbar nicht so selten vor, dass sie nicht recht schreiben wollen und sich wie eine Diva aufführen. Eine Erfahrung, die ich auch mit meinem Lamy Safari gemacht habe. Einen Tag nicht damit geschrieben, und schon wollte er nicht mehr so recht. Das nervt. Von wegen alltagstauglich, wie die Werbung verspricht.
Ich habe dann doch sehr meinem Joy hinterher gejammert. Obwohl ich über genug schöne Füller verfüge, sogar über einen handgedrechselten. Aber dieses Schriftbild des Joy, ich wollte es wieder haben. Also ging ich in ein Fachgeschäft für Papier- und Schreibwaren und ließ mich beraten. Die Verkäuferin vermochte meine Probleme mit dem Lamy nicht so richtig nachzuvollziehen, hatte aber einen guten Rat parat. Manchmal läge es an der Tinte. Und zwar an der Farbe. Ich solle es mal mit Königsblau versuchen. Das dunkle Blau und gar das Schwarz seien als eher schwergängig bekannt. Alternativen zu den Lamy-Patronen gibt es übrigens nicht, es gibt nur die Originale. Sonst hätte ich etwas anderes versucht.
Ich habe es schließlich mit Königsblau ausprobiert. Das geht tatsächlich besser. Jetzt schreibt ich täglich einmal mit meinen beiden Lamy-Füllern – ich habe mir noch einen neuen Joy gegönnt – das Wort Testbetrieb. Und siehe da, der Joy tut seinen Dienst ohne zu Mucken. Der Safari stellt sich immer noch ein bisschen an, es wird aber besser. Mal sehen, wie er sich benimmt, wenn ich die nächste neue Patrone einlege. Mittlerweile bin ich jedenfalls ein bisschen mit meinen Lamy-Füllern versöhnt. Aber wehe sie zicken wieder.



9 Kommentare
Horst Schulte
So sah mein Lamyaus. Den habe ich entweder meinem Großneffen geschenkt oder ich hab ich einfach verlegt. Seither bleibt mir bei den wenigen Gelegenheit nur der Griff zu meinem Mont Blanc Meisterstück mit Goldfeder :-) Du siehst, ich bin auch Fan von Füllfederhaltern. Schade, dass ich kaum noch was mit der Hand schreibe.
Der Lamy, den ich jahrzehntelang benutzt habe, hatte mal die Macke, dass die Dichtung porös wurde und die Tinte deshalb auslief. Ich habe das Gerät an Lamy geschickt. Der Füllfederhalter war damals ca. 10 Jahre alt. Die haben mir mit einem netten Brief einen komplett neuen Füller (das gleiche Modell) kostenlos zum Austausch geschickt. Nach 10 Jahren. Ob es so etwas heute noch gibt?
Susanne
Ein Montblanc-Meisterstück mit Goldfeder besitze ich auch. Und ich beklage ebenfalls, dass ich nicht mehr so viel mit der Handschreibe. Das heißt, an sich schon, wenn ich bei Terminen mitschreibe, manchmal sogar ganze Gerichtsverhandlungen. Aber dann bleiben die guten Füller zu Hause und ich schreibe mit Tintenrollern. Dass Lamy nach zehn Jahren einen neuen Füller liefert, ist schon ein toller Service.
Der Emil
Eine Möglichkeit aber kenne ich doch: Es gibt auch für den Lamy diese Konverter (wiederbefüllbare Patronen nach dem Prinzip des Kolbenfüllfederhalters, die mit jeder Tinte der Wahl befüllt werden können. Habe selbst einen im Einsatz. WIMRE gekauft bei Müller …
Susanne
Danke für den Tipp. Ich versuche es jetzt erstmal weiter mit Königsblau. Und wenn das nicht funktioniert, probiere ich den Konverter aus.
Heiko
Mein Mann nutzt auch nur königsblaue Tinte in seinem Lamy (Safari) und hat keine Probleme damit. Dabei benützt er den immer nur alle paar Wochen mal. Ich bewahre gern seine leeren Originalpatronen und befülle diese dann mit Lamy-„fremden“ Tinten: Rheita’s Königsblau hab ich mal billig in 250ml Vorratsflaschen gekauft. Mein Apotheker hat mir mal ein paar 1ml und 5 ml Spritzen geschenkt, damit kann man sehr gut „nachfüllen“.
Ich schweife ab… wollte nur anmerken, dass wasserlösliche/löschbare Tinten wie Königsblau in meinen eigenen Füllern am besten durchrauschen – ob in nem billigen Jinhao 159 mit Konverter oder im Hexo von Faber mit schmaler EF-Feder. Stark pigmentierte Tinten wie blau-schwarz, Oxblood/Writer’s Blood usw. werden über die Zeit dagegen gern mal etwas… störrisch. ;-)
Homepage Link nur zur Info angegeben, weil noch „neu hier“. Bei Bedarf vor dem Freigeben einf. löschen. ;-)
Susanne
Lieber Heiko, freut mich, dass Du „neu hier“ bist. Vielleicht bleibst Du mir ja auch gewogen. Das mit dem Link geht in Ordnung.
Du bestätigst meine Erfahrungen mit Königsblau, ich werde jetzt dabei bleiben uns sehen, wie es sich entwickelt.
Heiko Raschke
Huhu Susanne,
ja, ich werde Dir bzw. dem Blog schon „gewogen“ (sagt man viel zu selten) bleiben. Zumindest hab ich Dich in meinen RSS Reader eingetragen. ;-)
Zum Thema: Ich find Königsblau heute immer noch schön, obwohl viele es „verschmähen“. Vielleicht verbinden die Menschen das immer noch mit der Schulzeit. „Kindertinte“ hört man ab und zu mal. :-)
Für den täglichen Gebrauch gibts aber doch selten eine praktischere Tinte, günstig ist sie in der Regel auch zu haben.
Ab und zu greif ich natürlich auch mal zu „schöneren“, pigmentierten Tinten, wenn ich es „tiefer“ oder schwerer möchte. Aber da wären wir dann auch gleich wieder bei den (wenn auch bei mir seltener passsiert) Problemchen mit dem Eintrocknen od. Verstopfen…
Ich frische manch zu störrische oder zu lange offene Tinte manchmal mit einem Tropfen Propylenglykol, gereinigtem Wasser und anderem Gedöns auf. Das aber nach Gefühl und je nach Füller/Feder.
Ich will da jetzt aber nicht weiter „schlaue Tipps“ geben, denn man kann sich im Zweifel auch viel versauen. Wenn ich aber mal was rausfinde, was allen gefahlos nützt, geb ich bestimmt nochmal Bescheid.
Dir & allen hier ein schönes Wochenende! ;-)
Bock
Ein Füller, der nur mit der richtigen Tinte und täglichem „Testbetrieb“ zuverlässig schreibt, hat die Grenze vom Schreibgerät zum Haustier schon ziemlich weit überschritten.
Königsblau scheint immerhin stubenrein zu sein.
Susanne
Feiner Kommentar, habe geschmunzelt.