Pyrocontra

Daumen runter - was mir missfällt

  • genervt,  Pyropro

    Applaus und Akkord

    Eines vorweg: Ich bin bekennender Fan von klassischer Musik und kenne mich mit den Gepflogenheiten klassischer Konzerte aus. Ich weiß aber auch, dass ich damit ziemlich einsam auf weiter Flur stehe. Für viele ist klassische Musik genau das, was ich einst als bissigen Witz las: Klassik – tote Musik für halbtote Zuhörer. Genau das ist es aber nicht. Es ist eine Musik, die einen mitreißt oder in sich versinken lässt. Und dann kommt er, der Moment, in dem der verzückte Zuhörer  harsch aus seinem Hingerissensein gerissen wird: Wenn nach dem ersten Satz geklatscht wird. Zögernd fallen etliche weitere Zuschauer ein, wenn das Applaudieren beginnt. Bald macht sich Verlegenheit breit, das…

  • erlebt,  gestaunt

    Stil-Sünden im Sommer

    Kaum klettert das Thermometer über 20 Grad, scheint es keine Spiegel mehr zu geben. Ein Gang durch die Stadt offenbart Stil-Sünden von Weiblein und vor allem Männlein, wie sie schlimmer nicht sein können. Wir Frauen neigen zu falscher Selbsteinschätzung. Oder wie unsere Oma immer sagte: Nichts gegen Beine, aber Gurken gehören ins Glas. Wer Mini trägt, sollte makellose Beine zeigen, und bauchfrei sieht nur bei derjenigen gut aus, die bauchfrei ist. Nicht jede, die ein Schlauchkleid trägt, schafft es, den Bauch weit genug einzuziehen. Und Söckchen zu Sandalen gehen gar nicht, ohne geht’s aber auch nicht, ohne sich Blasen zu holen. Und so kann ich zumindest gut nachfühlen, warum manche…

  • genervt

    Privat fotografieren verboten

    Das hätte ich nie für möglich gehalten: Mir ist das Fotografieren verboten worden. Dürfen die das? Die Situation: ein Reitturnier eines ländlichen Reitervereins. Springen und Dressur bis Klasse M, schöne Pferde, hübsch geputzt, schöne Reiter in Turnierkleidung, schöner Sport. Ergo: schöne Fotomotive. Ich reihe mich unter die Zuschauer ein, fotografiere vom Rand aus. Erst das Springen der K-, M- und G-Ponys. Alles kein Problem. Dann die Dressur. Stehe am Rand des Vierecks, fotografiere, mache einen Starter lang Pause, fotografiere wieder, ganze Serien von Bewegungsabläufen. Und sehe mich plötzlich einem wütenden Herrn gegenüber, der eine Kamera mit großer Optik in der Hand hält. „Sind sie von der Presse?“, fragt er barsch.…

  • genervt

    Wie Sprache Eltern und Lehrer schaft

    Zugegeben, als mir anno 1990 das erste Mal eine Frau in der damals noch DDR sagt, sie sei von Beruf Ökonom, bin ich doch zusammengezuckt. Nicht wegen der für mich als Wessi ungewohnten Berufsbezeichnung, sondern weil sie nicht Ökonomin sagte. Da ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, wie sehr ich mich an die weiblichen Berufsbezeichnungen gewöhnt hatte. Und das ist auch gut und richtig so. Natürlich ist eine Friseurin kein Friseur, eine Journalistin kein Journalist und eine Verkäuferin kein Verkäufer. Das alles aber versöhnt mich nicht mit den sattsam bekannten Sprachmätzchen des Binnen-I oder das verkrampfte Bürgerinnen und Bürger (das leider auch viele meiner Redakteurs- und Redakteurinnenkolleginnen eifrig pflegen).…