Römische Zahlen: Wer kennt sie noch?
Spätestens wenn ein neuer Papst gewählt wird, rücken römische Zahlen wieder ins Bewusstsein. Sonst sind sie aus dem Alltag fast völlig verschwunden.
Im Jahr 88 und im Jahr 140 war es noch ganz einfach. Da standen die Päpste Clemens I. und Pius I. der katholischen Kirche vor. Danach wird es im Laufe der Jahrhunderte immer schwieriger, die römischen Zahlen hinter den Papstnamen zu lesen, zumindest für die, die bei diesen Zahlen nicht firm sind. Johannes XXIII. hatte schon einiges an Buchstaben aufzubieten. Beim aktuellen Papst Leo XIV. gibt es ebenfalls einiges zu rätseln. Wie einfach ist da doch beim britischen König Charles III. Das kriegt jeder hin.
Römische Zahlen sind rar geworden
Aber wo tauchen römische Zahlen überhaupt noch auf? Außer bei Päpsten und Königen natürlich. Auf der Suche nach einem Foto für diesen Text habe ich festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, noch römische Zahlen im öffentlichen Raum zu finden. Selbst die Suche in Kirchen hat mich kaum weitergebracht. Sogar auf Grabsteinen aus dem 15. Jahrhundert werden bereits arabische Zahlen verwendet, wie sie heute üblich sind. Zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert setzten sich diese weniger sperrige Schreibweise für Zahlen durch. Angefeuert wurde diese Veränderung durch den zunehmenden Handel.
Am Ende habe ich dann doch noch eine schöne römische Zahl gefunden an einem Mausoleum auf unserem Friedhof in Pronstorf. Übersetzt in arabische Zahlen bedeutet die Inschrift 1870. Da wir ein gräfliches Dorf sind, vermute ich, dass aus diesem Grund die recht feudalen römischen Zahlen verwendet wurden. Ähnlich wie bei Päpsten und Königen.
Und es gibt noch einen Ort, an dem römische Zahlen immer noch präsent sind: bei Uhren. Wobei die IV dort oft durch die Zahl IIII ersetzt wird. Das ist eine bewusste gestalterische Entscheidung. Ich mag übrigens die römischen Zahlen auf Uhren sehr, sie sehen elegant aus.
Umrechnen und Eselsbrücken
Lernen Kinder heute noch die römischen Zahlen? Tatsächlich stehen sie auf den Lehrplänen der 3./4. Klasse und der 5. Klasse. Später tauchen sie vielleicht noch im Geschichts- und im Lateinunterricht auf. Wer seither vergessen hat, wie sie funktionieren, kann sich etwa bei mathepower.com römische Zahlen in arabische umrechnen lassen.
Dargestellt werden die Zahlen mit Buchstaben von I für eins über L für 50 bis M für 1000. Aber wie soll man sich diese offenbar völlig willkürliche Buchstabenreihe merken? Wie für alles gibt es auch dafür Eselsbrücken. Die Reihenfolge I, V, X, L, C, D, und M. kann man sich etwa mit diesem Satz merken: In Vielen X-beliebigen Lagern Campen Die Mädchen. Oder auch Ich verkaufe X – Leuten Comics der Maus. Die Maus scheint wichtig zu sein, denn es gibt auch diesen Merksatz: In Vaters Xylophon Liegt Cäsar Die Maus. Letzterer Merksatz gefällt mir am besten.
Dann muss nur noch addieren oder subtrahieren, wer römische Zahlen richtig lesen will. Steht ein kleineres Zeichen vor einem größeren, wird abgezogen. Steht es dahinter, wir addiert. Klar, ist an sich ganz einfach. Aber ich bevorzuge dennoch die lateinischen Zahlen. Schließlich haben sie sich aus gutem Grund durchgesetzt.




Ein Kommentar
Massimo
In den USA werden diese auch für den Superbowl verwendet. Das sieht man immer an den Google Suche Auswertungen. Immer wieder witzig.