Pyrolirium

HDR – zu viel Zucker für die Augen?

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Marienkirche Ahrensbök

Marienkirche Ahrensbök

HDR-Fotografie soll die Mängel normaler Fotos bei starken Lichtunterschieden ausgleichen und brillante Fotos zustande bringen. Details, Kontrast, Farbtiefe – das alles kitzelt die HDR-Technik aus sonst vielleicht eher flauen Fotos heraus. Ein schönes Instrument, um die Bildausbeute besser und ansehnlicher zu machen. Und obendrein ein wunderbares Spielzeug. Aber wWie soll das optimale HDR-Foto aussehen?

Soll überhaupt erkennbar sein, dass es ein HDR ist? Oder ist es das Ziel, das Motiv so realitätsnah wie möglich abzubilden? Das ist letztlich eine Glaubensfrage. Und wie immer dabei kann man über Geschmack nicht streiten. Die einen mögen es realistisch, die andere lieben abgedrehte HDR, die meisten werden ein Ergebnis irgendwo in der Mitte bevorzugen. Und manche machen es vielleicht wie ich: Jedes HDR-Motiv wird in diversen Variationen und mit verschiedenen Programm erarbeitet (Photomatix Pro, Qtpsfgui, FDR Tools Basic). Und so habe ich realistische ebenso wie völlig abgedrehte auf dem Rechner liegen.

Stiftskirche Bad Gandersheim

Die eigenen Fotos zu beurteilen ist immer so eine Sache. Habe ich zu viel an den Reglern gedreht? Zu wenig? Letztlich bleibt es Geschmackssache. Außerdem ist zu bedenken, für welchen Zweck ein HDR gedacht ist. Soll es etwas dokumentieren, etwa als Zeitungsfoto oder für eine Präsentation oder einen Vortrag? Dann dürfte die zurückhaltende Variante die richtige sein. Oder soll es künstlerisch daherkommen? Dann mag ein Gaga-HDR richtig sein. Wobei dabei schnell die Gefahr besteht, dass sich der Betrachter an diesen Fotos übersieht. Zu viel Zucker ist nicht nur für die Zähne, sondern auch für die Augen schädlich.

Weihnachtsbaum in Bad Oldesloe

Über Dramatik versus Alltag hat das Fotografie-Magazin Kwerfeldein sinniert, ein Beitrag, der eifrig kommentiert wurde.

Ein Extrem-HDR gibt es hier zu sehen.

Das genau Gegenteil zeigt dieses Bild bei panorama-photo.net

100 HDR-Bilder eines Wettbewerbs zeigt diese Chip-Bildergalerie.

Ein Liebhaber der dramatischen HDR-Variante ist der Pixeltuner Jonathan. Er hat hier nicht nur 50 HDR von Wasserlandschaften gesammelt, sondern zeigt auf seiner Seite auch viele eigene dramatische HDR. Das besondere daran: Durch Überfahren mit der Maus wechselt das Originalbild mit der Bearbeitung, so wie hier.

HDR at Home, also in der Indoor-Fotografie, zeigt das Bildstimmung-Blog.

“Dezentes HDR ist schwer” findet der Kieler Fotograf Olaf Bathke und hat eine Anleitung geschrieben.

Und hier gibt es einen ausführlichen HDR-Kursus.

Welche Art von HDR bevorzugt ihr? Darf’s ein bisschen gaga sein? Oder bevorzugt ihr die realistische Variante?

Autor: Susanne

Susanne Peyronnet *1960 Wurzeln in Niedersachsen Leben in Schleswig-Holstein Redakteurin seit 1981 Hobbys: Reisen, Lesen, Reiten Musik: Klassik, Klassik, Klassik (Ausnahme Kammermusik) Länder: Deutschland, Frankreich

Ein Kommentar

  1. Viele schauen sich ein Foto gar nicht erst an, wenn „HDR“ im Titel auftaucht. Satt vom Hype der HDR-Fotografie sind sie. Ein Hype jagt den nächsten – jetzt verhelfen diverse Smatphone-Apps deine Bilder mit den Vintage-Look zu kleiden. Und es werden auch hier dieselben Leute sein, die eine Antisympathie für Vintage-Bilder entwickeln werden.

    Ich mag – nein, ich liebe – die HDR-Technik! Hier gelingt es dem Fotografen/Künstler Bilder zu erschaffen, die auf kunstvolle Weise beeindrucken. Es ist auch kein Hype – HDR ist eine natürliche visuelle und kunstvolle Ausdruckform. Jede Umsetzungstechnik, die Fotografen zum Ausdruck der Ideen wählen, ist erlaubt. Daher ist jede spontane Antisympathie meiner Meinung nach ungerechtfertigt.

    Susanne, ein toller Artikel und danke für die Erwähnung! 

    Lieben Gruß,
    Jonathan

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