Schleimünde, der Durchstich zur Ostsee
Wer an der Schlei ist, sollte nach Schleimünde fahren. Dort ist der Meeresarm mittels eines Durchstichs mit der Ostsee verbunden. Dorthin geht es nur mit dem Schiff. Zu Fuß ist Schleimünde nicht erreichbar.
Abfahrt ist in Kappeln. Vom dortigen Hafen geht es entweder mit der Polarlicht, der Stadt Kappeln oder der Schlei-Princess, einem Schaufelraddampfer, hinaus auf die Schlei. Die ist kein Fluss, sondern ein Meeresarm der Ostsee. Aber eben einer, der von Natur aus mit einer Barriere vom Meer getrennt ist. Zwei sogenannte Nehrungshaken, also halbrund verlaufende Sand- und Landbarrieren, trennen die Schlei von der Ostsee. Das Fischerdorf Maasholm ist nur per Schiff erreichbar, weil es einen zwischen 1780 und 1796 südlich der Lotseninsel gegrabenen Durchstich gibt. Er ist fünf Meter tief und 60 Meter lang. Seit 1871 steht ein Leuchtturm auf der Lotseninsel. Die letzten Lotsen haben sie 180 verlassen.
Ein früherer Durchstich ist verlandet. Oder er war strategisch so wichtig, dass er künstlich verschlossen wurde. Um 1418 blockierten Holsteiner die Einfahrt der Schlei. Sie versenkten dort Schiffe, um eine Passage unmöglich zu machen.
Ausflugsdampfer steuern Schleimünde an
Heute ist Schleimünde ein beliebtes Ausflugsziel. Regelmäßig fahren die Ausflugsdampfer dorthin: eine Stunde hin mit kurzem Stopp in Maasholm, 30 Minuten Aufenthalt auf der Halbinsel, eine Stunde zurück, wieder mit Stopp in Maasholm. Unterwegs zwischen den nahen Ufern der Schlei, entdecken die Passagiere hübsche reetgedeckte Häuser. Und sie können im Sommer den regen Segelbootverkehr auf der Schlei beobachten. Ein Sommertraum bei schönem Wetter.
Für die 30 Minuten Aufenthalt auf Schleimünde bietet der Verein Jordsand kurze Führungen an den Rand des Vogelschutzgebietes an. Der nach der gleichnamigen Insel in Dänemark benannte Naturschutzverein betreut über 20 Schutzgebiete an den deutschen Küsten. Bei der Führung werden einige der Arten gezeigt, die sich in der Nähe der Lotseninsel Schleimünde aufhalten. Andere sind nur auf großen Fotos zu sehen, die bei der Führung gezeigt werden.
Ein frühes Naturschutzgebiet
Das Naturschutzgebiet wurde bereits 1927 gegründet und hieß damals Vogelfreistätte Oehe-Schleimünde. Das Gebiet zeichnet sich durch Strandwall-Landschaften mit Dünen, Trockenrasen, Salzwiesen, Brackwasser-Röhrrichten und Windwatten aus. Diese Windwatten sind Flachwasserzonen, die zwischendurch trocken fallen, weil der Wind das Wasser wegdrückt. All diese Landschaftsteile sind nicht nur für dort brütende Vögel wichtig. Das Naturschutzgebiet bei Schleimünde ist auch als Rast- und Überwinterungsgebiet wichtig.
All das erfahren die Besucher bei der kurzen Führung auf Schleimünde. Die Mitglieder des Vereins Jordsand hätten sicher viel mehr zu erzählen, aber dafür reicht die Zeit nicht. Das Ausflugsschiff wartet schon, dann geht es zurück nach Kappeln. Die Fahrt über die Schlei und zum Durchstich lohnt sich aber allemal.






