Schönen Abend noch!

Höflichkeit ist die Pflicht aller Dienstleister. Ob Kassiererin im Supermarkt, Tankwart oder Kellner, Entschuldigung: Restaurantfachmann. Allüberall wird der Kunde nicht nur mit einem „Auf Wiedersehen“ oder „Tschüss“ verabschiedet, sondern auch mit einem „Schönen Tag noch“, wahlweise „Schönen Abend noch“. Ist doch schön, wenn einem so viel Schönes gewünscht wird, und noch viel schöner, wenn dieser Wunsch in Erfüllung geht.

Der artige Kunde bedankt sich natürlich dafür, entweder mit dem mittlerweile etwas veralteten „Danke gleichfalls“ oder einem etwas lässigeren „Ihnen auch“. Aber mal ganz ehrlich? Ist das wirklich angebracht? Muss das nicht ein wenig wie Hohn klingen in den Ohren derer, die nicht mit einem neuen Kleid in der Tasche aus dem Geschäft oder nach einem leckeren Essen für einen Absacker nach hause auf die Couch dürfen? Da stolpert das „Ihnen auch einen schönen Tag noch“ doch ein wenig über die Zunge.

Aber das „Schönen Abend noch!“ ist ja nicht alternativlos, um hier mal dieses Unwort zu adeln. Wie wär’s mit „Schönen Arbeitsabend noch!“ Da fühlt man sich doch gleich viel besser, wenn das „Danke gleichfalls“ getrost ins eine Ohr ‚rein und aus dem anderen wieder ‚rausgehen kann.

5 Kommentare

  1. Hörmal, Frau Fotograf, mir ist bei deinem Blog schon mehrmals was aufgefallen.

    Wenn ich auf deine Startseite gehe, fühlt sich das schon „zäh“ an, wenn ich dann den aktuellen Artikel aufrufe, um wie jetzt was zu schreiben, dann kommt der noch „zäher“.

    Das scheint nicht vom Browser abzuhängen. Ich habs mit Firefox, Chrome, Opera undn sogar mit dem IE (den benutze ich normal nie) unter Win7 und auch mal mit Safari unter Lion probiert – das ist bei allen so.

    Nicht immer, und es dauert auch nicht immer gleich lang, aber schon recht oft. Hast du da schon von anderen was gehört?

  2. Hallo JürgenHugo,
    ich weiß, dass das Blog manchmal ein bisschen lahmt. Ich schraube schon die ganze Zeit daran herum und hatte den Eindruck, dass es jetzt besser geworden ist. Offenbar aber nicht. Ich werde mich dem Problem wohl noch intensiver widmen müssen. Danke jedenfalls für den Hinweis.
    Gruß, Susanne

  3. Ich habe bislang eigentlich recht gute Erfahrungen damit gemacht, wenn ich der Kassiererin oder dem Kassierer zum Abschluss „noch einen schönen Abend“ gewünscht habe – meist sag ich das sogar vor ihr/ihm. Sorgt meist für ein Lächeln. Ganz ehrlich: allzu viel kann man gegenüber den Leuten an der Kasse eh nicht falsch machen. Wenn man auch nur halbwegs freundlich zu denen ist, ist man automatisch schon netter als gefühlte 90% der Kundschaft.

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sich manche über die Unfreundlichkeit der Mitarbeiter in einem Supermarkt beschweren, selbst aber mit einer Laune durch die Gänge ziehen, dass man meinen könnte, der Teufel persönlich hätte heute Ausgang. Wie man in den Wald ruft, so hallt es halt auch oftmals wieder heraus.

    Mal davon ab, kann der Mitarbeiter doch auch einen schönen Abend haben. Irgendwann wird er schließlich Feierabend haben – und dann hoffentlich noch einen schönen Abend. Passt doch ;) Wenn es an der Kasse mal wieder ganz hektisch ist, kommt als Abschied auch ein „noch einen ruhigen Dienst“ ganz gut an.

    Letztlich denke ich aber, dass es wichtiger ist WIE man etwas sagt, als das WAS man sagt. Ein lieblos hingeraunztes „Schönen Abend noch!“ wird nie die Wirkung entfalten wie ein kurzes „Tschö“ mit einem freundlichen Lächeln haben kann.

  4. Hallo Susanne!

    Ja, diese Freundlichkeiten sind mir auch schon öfter aufgefallen. Klar, irgendwie hör ich`s gerne – wenn`s autentisch klingt….. aber spätestens wenn ich in einer Warteschlange an der Kasse steht und es im Abstand von 2min „Guten Tag….Schönen Abend“ hört bis man schließlich selber „verarztet“ wird, fühle ich mich nicht mehr persönlich gemeint. Da hätte ich dann auch vollstes Verständnis dafür, wenn die arme Kassiererin/der arme Kassierer es bei einem freundlichen Lächeln belassen würde – ist autentischer.

    Besonders lustig fand ich es immer ein schönes Wochenende gewünscht zu bekommen, wenn ich mir Freitags oder Samstags Brot gekauft habe. Meistens habe ich das Brot nämlich für Lunchpackete gebraucht mit denen sich lange Busfahrten zu verschiedenen Spielorten besser durchstehen lassen. Als Musiker gibt es nämlich selten freie Wochenenden. :)

    Tjaja, es lebe die Dienstleistungsgesellschaft. ;)

  5. Lieber Sascha, Recht hast Du: Freundlichkeit kommt immer gut an, und trotz meiner Überlegungen wünsche ich auch weiterhin allen einen schönen Abend oder Tag noch, selbst wenn ich weiß, dass die Leute noch arbeiten müssen.

    Liebe Ulrike, mir geht es auch so, dass sich oft am Wochenende arbeiten muss und mir dennoch ein schönes gewünscht wird. Woher sollen die Leute auch wissen, wer frei hat und wer nicht. Vielleicht läuft der Arbeits- oder Reisetag mit einem gut Wunsch ja ein bisschen besser.

    Vielen Dank Euch beiden für den ausführlichen Kommentar.
    LG, Susanne

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