Pferde auf den Teller, aber nicht auf die Steuererklärung

Pferde auf den Teller, aber nicht auf die Steuererklärung

Ich bin von Kindheitsbeinen an ein Pferdefan. Wir hatten Pferde zu Hause, ich habe laufen und reiten fast gleichzeitig gelernt und ich  bis heute eine große Liebe zu diesen Tieren und zum Reiten. Und trotzdem esse ichPferdefleisch. Sogar gerne. Die Aufregung um das Pferdefleisch in der Lasagne kann ich zwar verstehen, weil niemand etwas untergeschoben bekommen möchte, was er nicht weiß oder nicht will. Aber grundsätzlich finde ich nicht, dass man Pferdefleisch nicht essen kann. Was ich aber überhaupt nicht gutheißen kann, sind die Bestrebungen, eine Pferdesteuer einzuführen. Hat nichts miteinander zu tun, ich weiß, außer, dass es um Pferde geht.

Erst einmal zum Pferdefleisch. Als Kind und Jugendliche fand ich es absolut unmöglich, dass Menschen Pferdefleisch essen. Das ging gar nicht. Wie viele Mädchen zwischen zehn und 20 Jahren war auch ich restlos pferdebegeistert. Da ging nichts drüber. Übrigens habe ich in jener Zeit, mit 16 Jahren, in Rom in einem Kloster ein wunderbares Stück Fleisch vorgesetzt bekommen. Ich weiß es nicht, aber ich bin mir heute fast sicher, dass es Pferdefleisch war. Mittlerweile genieße ich dieses Fleisch auch bewusst, etwa als Rossroulade – sehr lecker – und als Rossbratwurst. Warum auch nicht? So lange das Tier gut lebt, kann es auch gut schmecken. Ausführlich mit dem Genuss von Pferdefleisch (Rossbiff) hat sich Petra van Cronenburg auf ihrem Blog Grenzgängereien befasst. Ein sehr lesenswerter Text.

Petra van Cronenburg schreibt dort über deutsch-französische Essensgewohnheiten. Dazu fällt mir meine Erfahrung mit meiner franzöischen Familie ein. Dort gibt es regelmäßig Trip zu essen: Pansen, sehr lecker gekocht in Weißwein und mit Karotten, dazu Salzkartoffeln. Ein einfaches, aber sehr leckeres Essen. Pansen, das ist hierzulande nur Hundefutter. Das kommt hier nicht auf den Teller. Wir Deutschen, vor allem wir Norddeutschen, mögen dagegen sehr gerne Grünkohl. Das würde keine Franzose essen. Denn das ist Kuhfutter. Nichts anderes.

Zurück zum Pferd. Das spielt zurzeit nicht nur in der Lasagne, sondern auch in den Stadtsäckeln eine Rolle. Die sind vielerorts chronisch leer, und so ist die Idee einer Pferdesteuer entstanden. Was für eine abstruse Idee. Als Reiterin und Pferdefreundin kann ich der nun wirklich gar nichts abgewinnen. Das ist reinste Geldschneiderei. „Links ’ne Pappel, rechts ’ne Pappel, in der Mitte ’n Pferdeappel“, so lautet in meiner Familie seit langem die Definition für eine Chaussee, heute Landstraße genannt. Ein Bild, das längst nicht mehr der Realität entspricht. Wer sich über Pferdeäpfel auf der Straße aufregt, soll mir doch mal sagen, wann er das letzt Mal dort einen gesehen hat. In unserer Dorfstraße sind Pferdeäpfel jedenfalls eine Rarität. Und auch das Argument, Pferde zerträten die Waldwege, zieht nicht so richtig. Zumal in vielen Wäldern das Reiten verboten ist.

Wer mit mir einer Meinung ist und und eine Pferdesteuer ablehnt, der findet jetzt auf dem Blog Pferdemädchen.net einen Beitrag über eine Petition gegen die Pferdesteuer mit vielen Links.

Pferde auf den Teller, aber nicht auf die Steuererklärung

3 Kommentare

  1. Tja von irgendwem muss der leere Klingelbeutel ja gefüllt werden und solch eine Idee der Pferdesteuer war ja bloß ne Frage der Zeit….aber lächerlich ist es dennoch. Und zu dem Pferdefleischskandal, wer das gerne isst, meinetwegen, aber es einfach irgendwo drin haben, ohne es zu wissen ist ein Unding. Meiner Meinung nach ist das ein Unding, weil Pferdefleisch einfach mal günstiger ist als Rind und das kein Zufall ist, sondern ein bewusster Betrug. Vom Geschmack her, ist es ja sowieso keinem aufgefallen.

    1. Genau das wollte ich auch ausdrücken. Verbrauchern etwas unterzuschieben, was sie nicht wollen, ist ein Skandal, zumal sie keine Chance haben, das zu erkennen. Aber Pferdefleisch per se ist weder etwas Gesundheitsschädliches noch etwas, was nicht schmeckt. Wer es bewusst isst, soll es gerne tun.

  2. Zum Pferdeflesichskandal… mir gefiel immer noch der Ausdruck, dass man langsam aber sicher von Pferdiggerichten sprechen kann. Ansonsten, wie immer bei den ganzen Etikettenschwindlern eine Sauerei. Egal ob es um Zucker geht, wo sie einen versuchen auszutricksen, mit den Aromen und Geschmacksverstärkern und nun kommt auch noch das Pferd auf den Teller. Man will ab und an gar nicht so recht wissen, was man da eigentlich ist! :(
    Angenehmes Wochenende!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg