Ein Hubsteiger hievt ein Storchennest auf einen Pfahl.
erlebt,  Pyropro

Ein neues Storchennest für unser Dorf

Es gibt ein neues, ein zweites Storchennest in unserem Dorf. Jetzt muss nur noch ein Storch kommen. Und so kam das Nest nach oben.

Jacqueline betreibt in unserem Dorf einen Pensionsstall, in dem unser Rentnerpferd steht. Ihr Mann Sven arbeitet bei der Firma Rieckermann in Lübeck, die Leitern, Arbeitsbühnen und Gerüste verleiht. Sven ist einer von den Leuten, die keine Höhenangst kennen. Und er hat von seinem Arbeitgeber einen Hubsteiger nutzen können, um das Storchennest in luftiger Höhe anzubringen. Die beiden haben sich entschlossen, auf ihrem weitläufigen Gelände am Ortsrand ein Storchennest aufzustellen.

Storchennest vom Experten gebaut

Aber zunächst musste ein Nest her. Das stellt ein Experte an der Westküste her. Er bindet biegsame Weidenäste zu einem runden Storchennest. Durchmesser 1,30 Meter, Gewicht ohne Störche und ohne deren Kot etwa eine halbe Tonne. Und dazu gab’s praktische Tipps: Unten ins Nest kommen Hackschnitzel und Stroh. So angeordnet, dass Wasser in der Mitte abfließen kann. Schließlich steht so ein Storchennest öfter mal im Regen. Deshalb ist darunter eine Gitterplatte montiert, die wiederum auf den Pfahl befestigt ist.

In diesem Fall hat Sven einen ehemaligen Telegrafenmast 1,50 Meter tief in die Erde eingegraben. An dessen Spitze, in acht Metern Höhe, ist das Nest angebracht. Eineinhalb Stunden hat die Montage insgesamt ohne Pfahl gedauert. Sven und sein Helfer Jan Michel mussten immer mal wieder mit dem Hubsteiger zur Erde hinab, um Werkzeug, lange Schrauben und andere Hilfsmittel zu holen.

Alles bereits für die Montage: Noch liegt das Nest am Boden.
Alles bereits für die Montage: Noch liegt das Nest am Boden.

Erst die Halterung anbringen, dann das Nest nach oben holen und ebenfalls sicher anbringen. Das dauert seine Zeit, hat aber alles prima geklappt. Unter den Augen zahlreicher Zuschauer aus der Nachbarschaft. So eine Aktion kommt ja nicht jede Woche vor.

Was ich mich die ganze Zeit gefragt habe: Warum steht unten noch ein Eimer mit weißer Farbe bereit. Die wurde am Ende, als alles fertig war, über den Rand des Nestes gekleckert. Damit ein Storch denkt, da hätte schonmal ein Artgenosse drauf gekackt. Es ist Fake-Kacke, sozusagen.

Sven (links) und Jan Michel befestigten das Storchennest an der Plattform.
Sven (links) und Jan Michel befestigten das Storchennest an der Plattform.

Warten auf die Störche

Das Nest ist montiert, jetzt warten alle darauf, dass die Störche kommen. Die Chancen, dass sich welche das Nest aussuchen, stehen gut. Nur einen knappen Kilometer weiter hat ein Freund von uns vor zwei Jahren ein Storchennest montiert. Und prompt waren Störche da, die im vergangenen Jahr drei Junge großgezogen haben. Die brauchen, wenn sie zurückkehren, einen Platz zum Brüten. Der ist jetzt da. Und im Jahr zuvor sind bereits Störche über dem Hof von Jacqueline und Sven gekreist und haben sich dort umgeschaut. Es kann also losgehen mit einer neuen Brutsaison.

Susanne Peyronnet *1960 Wurzeln in Niedersachsen Leben in Schleswig-Holstein Redakteurin seit 1981 Hobbys: Reisen, Lesen, Reiten Musik: Klassik, Klassik, Klassik (Ausnahme Kammermusik) Länder: Deutschland, Frankreich

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