Sommer hinter Glas

Noch vier Wochen, dann ist Frühlingsanfang. Der Winter hat uns dieses Jahr hier im Norden alles beschert, was man sich für einen norddeutschen Winter vorstellen kann: erst graues Schmuddelwetter, dann Schnee und strenger Frost, nun zwar Plusgrade, aber kalter Wind, der übers Land fegt. Doch wer genau hinschaut, konnte den ganzen Winter über den Sommer genießen. Hinter Glas und leider nicht gefühlt.

Gestern Abend Tatort/Polizeiruf 110 gesehen? Tatort ist die Sendung, die mit ziemlicher Sicherheit im Winter Sommer hinter Glas bietet. Hinter dem Glas des Fernsehbildschirms. Tatort-Filme sind meistens antizyklisch: Im Winter ermitteln die Kommissare unter belaubten Bäumen und bei Sonnenschein, im Sommer sind sie oft im tiefsten Winter unterwegs. Was beim Krimi funktioniert, funktioniert bei den Schnulzenfilmen am Sonntagabend im Zweiten sogar noch besser: Schon mal einen Rosamunde-Pilcher-Film gesehen, in dem schlechtes Wetter herrschte, gar Winter war? Wohl kaum. Gleiches gilt für viele Vorabendserien, in denen eigentlich immer gutes Wetter ist. Sogar einer, bei dem niemand schwitzt oder über die Hitze stöhnt.

Wem das nicht genug ist, der sollte mal beim Makler vorbeigehen. Da hängen Fotos von Häusern im Schaufenster, die zu verkaufen sind. Und wie sehen die aus? Richtig, der Garten ist grün, die Blumen blühen, auf der Terrasse stehen Liegestuhl und Gartentisch. Hinter der Schaufensterscheibe eines jeden Maklerbüros gibt es Sommer hinter Glas. Soll ja gut aussehen, was da angepriesen wird.

Also: Auch im Winter gibt es Sommer, wenn auch nur hinter Glas. Man muss nur wissen wo. Deshalb nicht über den Winter jammern, sondern bei Bedarf eine Portion Sommer angucken. Hebt zumindest kurzfristig die Laune.

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