Rotes Höhenvieh auf einer Weide. Foto: Jörg Bremond
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Rotes Höhenvieh: Eine besondere Rasse Rinder

Rot, nicht allzu groß und einst vom Aussterben bedroht: Das Rote Höhenvieh ist eine alte Haustierrasse. Über meinen Vater, der immer zum Auf- und Abtrieb des Harzer Roten Höhenviehs fuhr, bin ich auf die Rasse aufmerksam geworden.

Von Jörg Bremond, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Rotes Höhenvieh (BAG-RHV), habe ich viel über diese alte Rasse erfahren. Zunächst einmal, dass es nicht, wie ich dachte, nur das Harzer Rote Höhenvieh gibt, sondern eine ganze Reihe von regionalen Höhenvieh-Rassen, die sich aber alle ähnlich sind. Sie kommen in den Mittelgebirgen zwischen Niedersachen und Bayern vor und haben überall ihre Liebhaber gefunden. „1997 wurde das Rote Höhenvieh als Rassebegriff eingeführt“, erzählt Bremond.

Höhenvieh als eigene Rasse definiert

In den 1980er und 90er Jahren seien Reste dieser Rasse zusammengesucht worden. Es gab diese Tiere noch in der Rhön, im Harz, im Odenwald, im Vogtland, im Westerwald und in einigen anderen Mittelgebirgen. Die einzelnen, regionalen Bestände seien aber zu klein gewesen, um als Rasse zu überleben, sagt Bremond. Deshalb die Zusammenfassung als Rotvieh oder Rotes Höhenvieh. Zumal die Rassen vom Nutzungsprofil identisch seien.

Heute gebe es 2500 Herdbuchkühe, die Rasse gelte damit nicht mehr als gefährdet. Allerdings wird sie niemals mit hochgezüchteten Rinderrassen für Milch oder Fleisch konkurrieren können. Das ist aber auch gar nicht das Ziel. „Früher war das Höhenvieh die Kuh des kleinen Mannes“, sagt Bremond. Es gilt als typisches Dreinutzungsrind. Es lieferte Fleisch, Milch und diente als Zugtier. Heute wird Höhenvieh häufig in der Landschaftspflege eingesetzt. Die Tiere sind genügsam und robust. Sie werden auch liebevoll als Kühe mit Charakter bezeichnet.

Rasseschau in Erfurt

Im kommenden Jahr will die Bundesarbeitsgemeinschaft Rotes Höhenvieh die Rasse bei den Grünen Tagen in Erfurt präsentieren. Eine Bundesrassenschau und ein Schauwettbewerb gab es bisher immer in Sachsen-Anhalt, jetzt soll es eine neue Bühne für die roten Rinder geben. „Aber es fehlt uns noch an finanzieller Unterstützung“, sagt Bremond. „Wir müssen Werbung machen.“

Vielleicht kann ich mit diesem Text ein wenig zu dieser Werbung beitragen. Ich habe zwar keine direkte Beziehung zur Landwirtschaft, aber alte Haustierrassen interessieren mich und liegen mir am Herzen. Und vielleicht schaffe ich es dieses Jahr noch, mit das Harzer Rote Höhenvieh mal live anzusehen. Von meiner Heimatstadt Bad Gandersheim, die ich in diesem Jahr wieder besuchen werde, ist es nur ein Katzensprung in den Harz.

Foto: Jörg Bremond

Susanne Peyronnet *1960 Wurzeln in Niedersachsen Leben in Schleswig-Holstein Redakteurin seit 1981 Hobbys: Reisen, Lesen, Reiten Musik: Klassik, Klassik, Klassik (Ausnahme Kammermusik) Länder: Deutschland, Frankreich

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