Fototermin beim Glasmacher

Es gibt Fototermine, da weiß ich schon von vornherein, dass sie gut werden. Dass sie Motive bieten, die es nicht alle Tage zu sehen gibt. Einen davon hatte ich vor kurzem. Und das beste: Es war auch noch warm an dem Platz, an dem ich fotografieren sollte. Perfekt in diesen eisigen Tagen.

Manuel arbeitet im Unterhemd. Der Schweiß läuft ihm in Strömen am Körper herunter. Manuel ist Glasmacher. Landläufig heißt das Glasbläser, aber Glasmacher ist die offizielle Berufsbezeichnung für Glas-Facharbeiter. Denn das Glas blasen, das ist nur ein kleiner Teil ihrer Tätigkeit. Manuel ist ein Künstler seines Fachs, seit 17 Jahren arbeitet er in der Glasbläserei Malente. Demnächst geht Manuel zurück nach Portugal, denn die Glasbläserei schließt im Oktober. Das war der Grund, warum ich dort war.

Für meine Fotos hat Manuel mit Glas gezaubert. Es war ein wunderbarer Fototermin, erstens, weil Manuel so nett war. Und zweitens, weil er mir viele wunderbare Fotomotive geboten hat.

Glasbläser Manuel bei der Arbeit.
Glasbläser Manuel bei der Arbeit.
Im Glasofen wird das Glas bei 1200 Grad erhitzt.
Im Glasofen wird das Glas bei 1200 Grad erhitzt.
Hohe Kunst des Glasformens: Aus einem glühenden Glasklumen . . .
Hohe Kunst des Glasformens: Aus einem glühenden Glasklumen . . .
. . . wird ein Kopf herausgezogen . . .
. . . wird ein Kopf herausgezogen . . .
. . . und am Ende steht ein Pferdchen da.
. . . und am Ende steht ein Pferdchen da.

Außer Schalen, Vasen und Tierchen verlassen auch noch Dekorationsgegenstände aus Glas die Werkstatt und wandern in den Verkaufsraum.

Glaslampen aus der Glasbläserei Malente.
Glaslampen aus der Glasbläserei Malente.

Weil der Chef keinen Nachfolger gefunden hat, kommt im Herbst leider das Aus für die Glasbläserei. Darüber habe ich in den Lübecker Nachrichten geschrieben, deshalb war ich da. Auf ln-online steht auch die komplette Fotostrecke aus der Glasbläserei.

Der Termin bei Manuel war leider nur ein kurzes Zwischenspiel an einem warmen Ort. Seit dem Wintereinbruch vom Wochenende bin ich nur noch unterwegs, um Schneewehen und Schnee schippende Menschen zu fotografieren. Und das mir, wo ich doch so eine Frostbeule bin. Aber: That’s the job.

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