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	<title>gelesen Archive - Pyrolirium</title>
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	<title>gelesen Archive - Pyrolirium</title>
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		<title>Lesebändchen: Zwei sind besser als eins</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Mar 2025 17:19:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband-420x280.jpg 420w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich habe gerade einen dicken Wälzer gelesen, ein Sachbuch. Die haben oft nützliche Anmerkungen. Da sind zwei Lesebändchen ungeheuer hilfreich. Ich habe mich immer sehr für Geschichte interessiert, auch für neuere. Als mir jetzt der dicke Wälzer zu Geschichte der RAF von Butz Peters in die Hände fiel, habe ich mich sofort ans Lesen gemacht. Und sehr erfreut festgestellt, dass das Buch &#8222;Tödlicher Irrtum&#8220;* zwei Lesebändchen hat. Ein rotes und ein schwarzes. Zumindest das Hardcover mit den Fotos von Ulrike Meinhof und Andreas Baader auf dem Titel hat diese zwei Lesebändchen. Wie es beim Taschenbuch aussieht, weiß ich nicht. Das 864 Seiten dicke Werk enthält ab Ende eine lange Reihe von Anmerkungen. Diese Anmerkungen gehen weit über reine Literatur-Angaben hinaus. Sie vertiefen vieles, verweisen auf Prozessakten oder blicken bei Namensnennungen getöteter oder verurteilter Personen zurück auf ihr Schicksal. Sehr hilfreich. Ein Extra-Lesebändchen für die Anmerkungen Und weil das so ist, bin ich beim Lesen oft zwischendurch zu den Anmerkungen gewechselt. Wie wunderbar, dass ich auf deren vielen Seiten dank des zweiten Lesebändchens auch dort ein Lesezeichen setzen konnte. Ob das zweite Bändchen dafür gedacht war, weiß ich natürlich nicht. Aber ich habe es gerne so genutzt. Und weil mir das so gut gefallen hat, werde ich künftig in Sachbüchern mit guten Anmerkungen ohne ein Band oder Bänder einfach ein zweites Lesezeichen verwenden. Ich habe genug von diesen schmalen Lesezeichen, die man überall als Souvenir kaufen kann. Ansonsten verwende ich als Lesezeichen gerne Postkarten von Gemälden, die mir gefallen. Weshalb es mich nach jedem Museumsbesuch magisch in den Souvenirshop zieht. Um Postkarten zu suchen, die ich nie verschicke, sondern die ich als Lesezeichen verwende. Und bei jedem Buch, das ich anfange, gucke ich erstmals, welches Motiv zum Inhalt passen würde. Das gilt auch für die schmalen Lesezeichen, von denen ich einige sehr hübsche besitze. Etwa das mit den Deckengemälden der Residenz in Würzburg. Umfassende Geschichte der RAF Butz Peters Geschichte der RAF ist übrigens sehr lesenswert. Spannend geschrieben, umfasst es alle drei &#8222;Generationen&#8220; der RAF von ihren Anfängen bis zur Selbstauflösung. Die Fülle des verwendeten Materials &#8211; Ermittlungsakten, Gerichtsakten, Schilderungen von Opfern und Tätern &#8211; ist riesig. Der etwas abgehackte Schreibstil nervt allerdings manchmal ein bisschen. Ich habe das Buch jedenfalls mit Gewinn gelesen. *Amazon-Link</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/lesebaendchen-zwei-sind-besser-als-eins/">Lesebändchen: Zwei sind besser als eins</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband-420x280.jpg 420w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe gerade einen dicken Wälzer gelesen, ein Sachbuch. Die haben oft nützliche Anmerkungen. Da sind zwei Lesebändchen ungeheuer hilfreich.</p>



<span id="more-14038"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich immer sehr für Geschichte interessiert, auch für neuere. Als mir jetzt der dicke Wälzer zu Geschichte der RAF von Butz Peters in die Hände fiel, habe ich mich sofort ans Lesen gemacht. Und sehr erfreut festgestellt, dass das <a href="https://amzn.to/43qutyq" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Buch &#8222;Tödlicher Irrtum&#8220;</a>* zwei Lesebändchen hat. Ein rotes und ein schwarzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest das Hardcover mit den Fotos von Ulrike Meinhof und Andreas Baader auf dem Titel hat diese zwei Lesebändchen. Wie es beim Taschenbuch aussieht, weiß ich nicht. Das 864 Seiten dicke Werk enthält ab Ende eine lange Reihe von Anmerkungen. Diese Anmerkungen gehen weit über reine Literatur-Angaben hinaus. Sie vertiefen vieles, verweisen auf Prozessakten oder blicken bei Namensnennungen getöteter oder verurteilter Personen zurück auf ihr Schicksal. Sehr hilfreich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Extra-Lesebändchen für die Anmerkungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und weil das so ist, bin ich beim Lesen oft zwischendurch zu den Anmerkungen gewechselt. Wie wunderbar, dass ich auf deren vielen Seiten dank des zweiten Lesebändchens auch dort ein Lesezeichen setzen konnte. Ob das zweite Bändchen dafür gedacht war, weiß ich natürlich nicht. Aber ich habe es gerne so genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und weil mir das so gut gefallen hat, werde ich künftig in Sachbüchern mit guten Anmerkungen ohne ein Band oder Bänder einfach ein zweites Lesezeichen verwenden. Ich habe genug von diesen schmalen Lesezeichen, die man überall als Souvenir kaufen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten verwende ich als Lesezeichen gerne Postkarten von Gemälden, die mir gefallen. Weshalb es mich nach jedem <a href="https://pyrolim.de/tag/museum/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Museumsbesuch</a> magisch in den Souvenirshop zieht. Um Postkarten zu suchen, die ich nie verschicke, sondern die ich als Lesezeichen verwende. Und bei jedem Buch, das ich anfange, gucke ich erstmals, welches Motiv zum Inhalt passen würde. Das gilt auch für die schmalen Lesezeichen, von denen ich einige sehr hübsche besitze. Etwa das mit den Deckengemälden der Residenz in Würzburg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umfassende Geschichte der RAF</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Butz Peters Geschichte der RAF ist übrigens sehr lesenswert. Spannend geschrieben, umfasst es alle drei &#8222;Generationen&#8220; der RAF von ihren Anfängen bis zur Selbstauflösung. Die Fülle des verwendeten Materials &#8211; Ermittlungsakten, Gerichtsakten, Schilderungen von Opfern und Tätern &#8211; ist riesig. Der etwas abgehackte Schreibstil nervt allerdings manchmal ein bisschen. Ich habe das Buch jedenfalls mit Gewinn gelesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>*Amazon-Link</em></p>
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		<title>Rezension: &#8222;Wut und Wertung&#8220; von Johannes Franzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2025 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="521" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel-768x500.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Johannes Franzen hat mit &#8222;Wut und Wertung&#8220; eine Untersuchung darüber vorgelegt, warum wir über Kunst streiten. Am Ende gibt er eine überraschende Antwort. Eins vorweg: Ich bin keine Heidegger-Kennerin. Und habe deshalb gleich nach wenigen Seiten naseweis moniert, dass ein Satz im Buch „Wut und Wertung“ von Johannes Franzen offenbar einen Druckfehler enthält. „Und so entbergen diese Fälle . . .“ Entbergen? Nie gehört. Und ich dachte immer, mir könne in Sachen Sprache niemand mehr etwas vormachen. Entbergen heißt, etwas zeigen, zum Vorschein bringen, und wird offenbar oft mit dem Philosophen Martin Heidegger verbunden. Nachdem ich über den Berg des Entbergens gegangen bin, habe ich „Wut und Wertung“ verschlungen. Für jeden, der sich nur ein Fitzelchen für Kultur interessiert, egal ob klassische oder moderne oder Pop- und Fankultur, ist es eines der erhellendsten Sachbücher der vergangenen Wochen, wenn nicht Monate oder Jahre. Untertitel: „Warum wir über Geschmack streiten“. Oder wie es der Autor formuliert: „Warum hassen wir bestimmte Kunstwerke (Songs, Bücher, Filme, Games etc.)?“ Kleiner Exkurs: Ich hasse „Gott erhalte Franz den Kaiser“ oder genauer das von Haydn 1797 vertonte Gedicht, das der Komponist als für mich nerviges Streichquartett in D-Dur ausgeführt hat. Die Melodie kennen alle, es ist die der deutschen Nationalhymne. Das Quartett ist für mich schwer zu ertragen. Sollte es jemand brillant finden, könnte ich wütend darauf reagieren. Ein Angriff auf uns selbst Und genau mit dieser Reaktion steigt Franzen in das erste Kapitel seines Buches ein. Stell dir vor, du bist auf einer Party und es wird über Filme diskutiert. Du nennst begeistert einen Lieblingsfilm und alle machen deutlich, dass du damit völlig falsch liegst und keine Ahnung hast. Ein Angriff auf unsere Kunst ist immer auch ein Angriff auf uns selbst. Das ist eine der Kernthesen des Buches. Vom Szenario der Filmdebatte auf der Party aus entwickelt Franzen auf 402 Seiten, wie Wut und Wertung schon immer und seit der Digitalisierung noch viel heftiger die Sicht auf Kunst und Kultur bestimmen. Dabei legt er leicht nachvollziehbar das dar, was viele von uns schon immer unbewusst wussten, aber nie so deutlich ausgesprochen oder niedergeschrieben haben. Welche Mechanismen wirkten und wirken, wie über Jahrhunderte erst das Publikum diszipliniert und heutzutage die Künstler und die Rezipienten von Fandoms und Shitstorms beeinflusst werden. Welche damit sogar die professionelle Kritik herausfordern. Jeder kennt die Erzählungen, wie die Zuhörer einst in den Opernhäusern während der Aufführungen gegessen und geredet haben. Und heute: weihevolle Stille vom ersten Moment bis zum letzten. Jeder weiß, wann er im Konzertsaal nicht klatschen darf (nicht zwischen den Sätzen). Hier hat das Kunstparadigma gewirkt, dem Franzen eine ausführliche Darstellung widmet. Hochkultur versus Massengeschmack Es ist die Klassifizierung zwischen Hochkultur und Massengeschmack. Hochkultur will erarbeitet und nicht (nur) genossen werden. Nur Eingeweihte können sie angemessen rezipieren. Und sie muss gegen erfolgreiche Nicht-Kunst verteidigt werden. Nicht das einzige Werkzeug zur Disziplinierung des Publikums. Da sind noch der Kanon und die Schullektüre. Franzens Ausführungen zum Mega-Langweiler „Effie Briest“ von Fontane sind genauso vergnüglich zu lesen wie seine anderen Beispiele. Irgendwo dort findet sich beinahe jeder Leser in der Fülle der aufgeführten Konflikte und Skandale wieder. Dem Elitären folgt die digitale Gegenwart, die einen Großteil des Buches einnimmt. Nicht nur bei im Netz empört verrissener Schullektüre &#8211; „Scheiß drecks Gedicht!“ -, sondern bei Fan-Armeen, der Frage, wer Kultur bewerten darf oder kann bis hin zur Debatte um J. K. Rowlings transphobe Äußerungen und der öffentlichen Reaktion darauf. Franzen macht weder vor Lindemann noch vor Layla halt. Plötzlich haben sich die Machtverhältnisse umgekehrt. Nicht mehr die Hochkultur und ihre Verfechter maßregeln die Rezipienten, sondern das Publikum redet bei der Bewertung von Kunst und Kultur ein gehöriges Wörtchen mit. Was mitunter schwerwiegende Folgen hat. Franzen enthält sich der Wertung Franzen führt für alle seine Thesen viele Beispiele an, nennt Künstler, Werke, Filme, Videospiele. Nicht jeder Leser wird alle kennen, aber für jeden sind welche dabei, von denen er sofort eine Vorstellung hat. Und sei es nur die musikalische Umweltverschmutzung im Supermarkt. Aus diesen Beispielen heraus entwickelt der Autor seine Thesen. Er schreibt verständlich und quält seine Leser meistens nicht mit Fachausdrücken – mal abgesehen vom Entbergen – und Bandwurmsätzen. Nur manchmal schlägt bei seinem Schreibstil doch der Wissenschaftler durch. Und Franzen vermeidet es, selbst Stellung zu beziehen in den Kulturdebatten, die er erzählt. Dafür weist er immer wieder darauf hin, worum es letztlich geht: Emotionen. Die löst nur wahre Kunst aus und nicht die, die zur wahren Kunst erklärt wird. Knackige Kapitelüberschriften wie „Kitsch und Ekel“ oder „Der nervigste Song aller Zeiten“ machen stets Lust aufs Weiterlesen. Ich kann Johannes Franzen nur wünschen, dass möglichst viele Leser das Buch in die Hand nehmen, um es mit Spaß zu lesen. Denn Kunst und Kultur haben einen schweren Stand. Das weiß ich aus meiner alltäglichen journalistischen Arbeit und das kommt nur ganz nebenbei auch im Buch von Franzen vor. Text über Theater und Oper wären aufgrund mangelnder Klicks in Gefahr, immer mehr aus dem Online-Angebot von Zeitungen und Zeitschriften zu verschwinden. „Das klickt nicht“ höre ich selbst oft genug und kann diese Klage nachvollziehen. Die Antwort auf die Kernfrage Ich wünsche Johannes Franzen, dass sein Buch kräftig klickt. Und dass es bei seinen Lesern ebenso oft Klick macht wie bei mir. „Wut und Wertung“* hat mir viel Freude gemacht und Erkenntnis gebracht und ist bereits ein Lieblingsbuch geworden. Am Ende beantwortet er dann noch die Frage, warum wir über Kunst streiten: „Weil es so viel Spaß macht!“ *Amazon-Link</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/rezension-wut-und-wertung-von-johannes-franzen/">Rezension: &#8222;Wut und Wertung&#8220; von Johannes Franzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="521" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel-768x500.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Johannes Franzen hat mit &#8222;Wut und Wertung&#8220; eine Untersuchung darüber vorgelegt, warum wir über Kunst streiten. Am Ende gibt er eine überraschende Antwort.</p>



<span id="more-13967"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Eins vorweg: Ich bin keine Heidegger-Kennerin. Und habe deshalb gleich nach wenigen Seiten naseweis moniert, dass ein Satz im Buch „Wut und Wertung“ von Johannes Franzen offenbar einen Druckfehler enthält. „Und so entbergen diese Fälle . . .“ Entbergen? Nie gehört. Und ich dachte immer, mir könne in Sachen Sprache niemand mehr etwas vormachen. Entbergen heißt, etwas zeigen, zum Vorschein bringen, und wird offenbar <a href="http://cartoon.iguw.tuwien.ac.at/christian/technsoz/heidegger.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">oft mit dem Philosophen Martin Heidegger verbunden</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich über den Berg des Entbergens gegangen bin, habe ich „Wut und Wertung“ verschlungen. Für jeden, der sich nur ein Fitzelchen für Kultur interessiert, egal ob klassische oder moderne oder Pop- und Fankultur, ist es eines der erhellendsten Sachbücher der vergangenen Wochen, wenn nicht Monate oder Jahre. Untertitel: „Warum wir über Geschmack streiten“. Oder wie es der Autor formuliert: „Warum hassen wir bestimmte Kunstwerke (Songs, Bücher, Filme, Games etc.)?“</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="728" height="993" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Johannes-Franzen.jpg" alt="Johannes Franzen hat mit &quot;Wut und Wertung&quot; ein erhellendes Buch vorgelegt. Foto: Marion Koell" class="wp-image-13968" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Johannes-Franzen.jpg 728w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Johannes-Franzen-110x150.jpg 110w" sizes="auto, (max-width: 728px) 100vw, 728px" /><figcaption class="wp-element-caption">Johannes Franzen hat mit &#8222;Wut und Wertung&#8220; ein erhellendes Buch vorgelegt. Foto: Marion Koell</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Kleiner Exkurs: Ich hasse „Gott erhalte Franz den Kaiser“ oder genauer das von Haydn 1797 vertonte Gedicht, das der Komponist als für mich nerviges Streichquartett in D-Dur ausgeführt hat. Die Melodie kennen alle, es ist die der deutschen Nationalhymne. Das Quartett ist für mich schwer zu ertragen. Sollte es jemand brillant finden, könnte ich wütend darauf reagieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Angriff auf uns selbst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau mit dieser Reaktion steigt Franzen in das erste Kapitel seines Buches ein. Stell dir vor, du bist auf einer Party und es wird über Filme diskutiert. Du nennst begeistert einen Lieblingsfilm und alle machen deutlich, dass du damit völlig falsch liegst und keine Ahnung hast. Ein Angriff auf unsere Kunst ist immer auch ein Angriff auf uns selbst. Das ist eine der Kernthesen des Buches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Szenario der Filmdebatte auf der Party aus entwickelt Franzen auf 402 Seiten, wie Wut und Wertung schon immer und seit der Digitalisierung noch viel heftiger die Sicht auf Kunst und Kultur bestimmen. Dabei legt er leicht nachvollziehbar das dar, was viele von uns schon immer unbewusst wussten, aber nie so deutlich ausgesprochen oder niedergeschrieben haben. Welche Mechanismen wirkten und wirken, wie über Jahrhunderte erst das Publikum diszipliniert und heutzutage die Künstler und die Rezipienten von Fandoms und Shitstorms beeinflusst werden. Welche damit sogar die professionelle Kritik herausfordern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder kennt die Erzählungen, wie die Zuhörer einst in den Opernhäusern während der Aufführungen gegessen und geredet haben. Und heute: weihevolle Stille vom ersten Moment bis zum letzten. Jeder weiß, wann er <a href="https://pyrolim.de/pyropro/applaus-und-akkord/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">im Konzertsaal nicht klatschen darf</a> (nicht zwischen den Sätzen). Hier hat das Kunstparadigma gewirkt, dem Franzen eine ausführliche Darstellung widmet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hochkultur versus Massengeschmack</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist die Klassifizierung zwischen Hochkultur und Massengeschmack. Hochkultur will erarbeitet und nicht (nur) genossen werden. Nur Eingeweihte können sie angemessen rezipieren. Und sie muss gegen erfolgreiche Nicht-Kunst verteidigt werden. Nicht das einzige Werkzeug zur Disziplinierung des Publikums. Da sind noch der Kanon und die Schullektüre. Franzens Ausführungen zum Mega-Langweiler „Effie Briest“ von Fontane sind genauso vergnüglich zu lesen wie seine anderen Beispiele. Irgendwo dort findet sich beinahe jeder Leser in der Fülle der aufgeführten Konflikte und Skandale wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Elitären folgt die digitale Gegenwart, die einen Großteil des Buches einnimmt. Nicht nur bei im Netz empört verrissener Schullektüre &#8211; „Scheiß drecks Gedicht!“ -, sondern bei Fan-Armeen, der Frage, wer Kultur bewerten darf oder kann bis hin zur Debatte um J. K. Rowlings transphobe Äußerungen und der öffentlichen Reaktion darauf. Franzen macht weder vor Lindemann noch vor Layla halt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich haben sich die Machtverhältnisse umgekehrt. Nicht mehr die Hochkultur und ihre Verfechter maßregeln die Rezipienten, sondern das Publikum redet bei der Bewertung von Kunst und Kultur ein gehöriges Wörtchen mit. Was mitunter schwerwiegende Folgen hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Franzen enthält sich der Wertung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Franzen führt für alle seine Thesen viele Beispiele an, nennt Künstler, Werke, Filme, Videospiele. Nicht jeder Leser wird alle kennen, aber für jeden sind welche dabei, von denen er sofort eine Vorstellung hat. Und sei es nur die musikalische Umweltverschmutzung im Supermarkt. Aus diesen Beispielen heraus entwickelt der Autor seine Thesen. Er schreibt verständlich und quält seine Leser meistens nicht mit Fachausdrücken – mal abgesehen vom Entbergen – und Bandwurmsätzen. Nur manchmal schlägt bei seinem Schreibstil doch der Wissenschaftler durch. Und Franzen vermeidet es, selbst Stellung zu beziehen in den Kulturdebatten, die er erzählt. Dafür weist er immer wieder darauf hin, worum es letztlich geht: Emotionen. Die löst nur wahre Kunst aus und nicht die, die zur wahren Kunst erklärt wird.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="520" height="800" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-Buch.jpg" alt="&quot;Wut und Wertung&quot;, das Buch von Johannes Franzen." class="wp-image-13973" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-Buch.jpg 520w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-Buch-98x150.jpg 98w" sizes="auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Wut und Wertung&#8220;, das Buch von Johannes Franzen.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Knackige Kapitelüberschriften wie „Kitsch und Ekel“ oder „Der nervigste Song aller Zeiten“ machen stets Lust aufs Weiterlesen. Ich kann Johannes Franzen nur wünschen, dass möglichst viele Leser das Buch in die Hand nehmen, um es mit Spaß zu lesen. Denn Kunst und Kultur haben einen schweren Stand. Das weiß ich aus meiner alltäglichen journalistischen Arbeit und das kommt nur ganz nebenbei auch im Buch von Franzen vor. Text über Theater und Oper wären aufgrund mangelnder Klicks in Gefahr, immer mehr aus dem Online-Angebot von Zeitungen und Zeitschriften zu verschwinden. „Das klickt nicht“ höre ich selbst oft genug und kann diese Klage nachvollziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Antwort auf die Kernfrage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche Johannes Franzen, dass sein Buch kräftig klickt. Und dass es bei seinen Lesern ebenso oft Klick macht wie bei mir. <a href="https://amzn.to/4j4mP2g" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Wut und Wertung“</a>* hat mir viel Freude gemacht und Erkenntnis gebracht und ist bereits ein Lieblingsbuch geworden. Am Ende beantwortet er dann noch die Frage, warum wir über Kunst streiten: „Weil es so viel Spaß macht!“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>*Amazon-Link</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/rezension-wut-und-wertung-von-johannes-franzen/">Rezension: &#8222;Wut und Wertung&#8220; von Johannes Franzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Wie aus einer Polizeimeldung ein Nachrichtentext wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jan 2024 17:21:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="600" height="393" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Pause für die Sprach-Polizei. Wenn es um Unwörter geht, ist sie nicht gefragt." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-350x230.jpg 350w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><p>Die Polizeipressestellen der Polizeidirektionen geben regelmäßig Medieninformationen über Straftaten, Unfälle oder bemerkenswerte Vorfälle heraus. Oft genug mit dem Wunsch, Zeugen zu finden. Aber da die Autoren Polizisten und keine Journalisten sind, schreiben sie keine journalistischen Texte. Deshalb kommt hier die Verwandlung einer Polizeimeldung in einen Nachrichtentext. Das Beispiel ist eine reale Pressemitteilung der Polizei, die allerdings bereits ein paar Jahre alt ist. Ich habe sie natürlich anonymisiert, wie ich es schon bei dem Beispiel vom langen und vom kurzen Grünkohl gemacht habe. Es geht ja nur darum, das Prinzip zu erkenne. Ich stelle allerdings seit ein, zwei Jahren fest, dass die Texte aus den Polizeipressestellen mittlerweile online-konformer geworden sind. Zunächst wird ein Teaser formuliert, dessen Inhalt dann genauer ausgeführt wird. Genauso wie es Redaktionen halten. Hier die Original-Polizeimeldung Am Montagnachmittag, 21.03.20xx, wurden die Polizeidienststellen in X-Stadt und Y-Dorf durch Steinwürfe beschädigt. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung werden Zeugen gesucht, die Angaben zum weiteren Tatgeschehen machen können. Nach derzeitigem Sachstand ereignete sich die Tat in&#160;Y-Dorf zwischen 13:30 Uhr und 16:55 Uhr. Unbekannte hatten ein Fenster der Polizeistation in der C-Straße mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden ein Fenster und Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich die Beamten nicht in dem Dienstgebäude, der Schaden wurde bei ihrer Rückkehr zur Dienststelle von der Präsenzstreife festgestellt. Im Rahmen der Ermittlungen werden Zeugen gesucht, die während der Tatzeit verdächtige Personen in der C-Straße nahe der Polizeistation festgestellt haben. Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier von X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr bemerkten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell wurde festgestellt, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines daneben befindlichen Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen befand sich jeweils ein größerer Naturstein. Außerdem stellten die Beamten vor dem Eingangsbereich einen 62-jährigen Mann fest, der sich augenscheinlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Er steht im Verdacht, die Sachbeschädigung in X-Stadt unter Zuhilfenahme von Steinen begangen zu haben. Gegen den Mann wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet. Aufgrund seines psychischen Ausnahmezustandes wurde der Mann zur weiteren Behandlung in eine Fachklinik gebracht. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird jetzt im Zuge der Ermittlungen geprüft. Die Höhe des Gesamtsachschadens steht zurzeit noch nicht fest. Sachdienliche Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen. Kleine Anmerkungen zu typischen Formulierungen Bevor jetzt die umgeschriebene und so von der Redaktion veröffentlichte Version kommt, zunächst ein paar Anmerkungen zu den verwendeten Formulierungen. Die Polizei stellt in fest jeder Polizeimeldung etwas fest. Anders können die Beamten sprachlich gar nicht. In diesem Fall stellten sie die Beschädigungen fest &#8211; das mag ja noch angehen &#8211; und sie stellten den mutmaßlichen Täter fest. Feststellen ist eines der Lieblingswörter der Verfasser von Polizeimeldungen. Ein weiteres Lieblingswort ist das Tatgeschehen. Was würde sich an dem Inhalt ändern, wenn nur von der Tat geschrieben oder gesprochen würde? Gar nichts. Bei den sachdienlichen Hinweisen gilt dasselbe. Warum nicht einfach Hinweise schreiben? Ob sie sachdienlich sind, muss sich erst noch herausstellen. Und ein Zeuge wird das gar nicht einschätzen können. Ebenso überflüssig sind die &#8222;eingeleiteten Ermittlungen&#8220;. Ermittlungen reicht völlig. Polizeideutsch ist schon eine spezielle Art des Schreibens. Die Version der Redaktion Unbekannte haben am Montagnachmittag Steine auf die Polizeidienststellen in X-Stadt und in Y-Dorf geworfen. Beide Gebäude wurden dabei beschädigt. Die Beamten der Polizeistation X-Stadt ermitteln wegen Sachbeschädigung und suchen Zeugen. Die Tat in Y-Dorf ereignete sich zwischen 13.30 Uhr und 16.55 Uhr. In dieser Zeit war das Revier in der C-Straße nicht besetzt. Erst als die Polizeibeamten von ihrer Streifenfahrt zurückkamen, bemerkten sie den Schaden. Der oder die Täter hatten ein Fenster der Polizeistation mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden das Fenster und das Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier in X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr hörten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell entdeckten sie, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines benachbarten Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen lag jeweils ein größerer Naturstein. Vor dem Eingang stand ein 62-jähriger Mann, der sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Die Beamten verdächtigen ihn, die Steine geworfen zu haben. Gegen den Mann ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung. Wegen seines psychischen Zustands wurde er in eine Fachklinik gebracht. Im Fall von Y-Dorf sucht die Polizei Zeugen, die am Montagnachmittag verdächtige Personen in der Q-Straße nahe der Polizeistation gesehen haben. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird noch geprüft. Die Höhe des gesamten Sachschadens steht noch nicht fest. Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="600" height="393" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Pause für die Sprach-Polizei. Wenn es um Unwörter geht, ist sie nicht gefragt." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-350x230.jpg 350w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" />
<p class="wp-block-paragraph">Die Polizeipressestellen der Polizeidirektionen geben regelmäßig Medieninformationen über Straftaten, Unfälle oder bemerkenswerte Vorfälle heraus. Oft genug mit dem Wunsch, Zeugen zu finden. Aber da die Autoren Polizisten und keine Journalisten sind, schreiben sie keine journalistischen Texte. Deshalb kommt hier die Verwandlung einer Polizeimeldung in einen Nachrichtentext.</p>



<span id="more-13400"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Das Beispiel ist eine reale Pressemitteilung der Polizei, die allerdings bereits ein paar Jahre alt ist. Ich habe sie natürlich anonymisiert, wie ich es schon bei dem Beispiel <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/der-lange-und-der-kurze-gruenkohl-einem-text-die-luft-rauslassen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vom langen und vom kurzen Grünkohl</a> gemacht habe. Es geht ja nur darum, das Prinzip zu erkenne. Ich stelle allerdings seit ein, zwei Jahren fest, dass die Texte aus den Polizeipressestellen mittlerweile online-konformer geworden sind. Zunächst wird ein Teaser formuliert, dessen Inhalt dann genauer ausgeführt wird. Genauso wie es Redaktionen halten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hier die Original-Polizeimeldung </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Montagnachmittag, 21.03.20xx, wurden die Polizeidienststellen in X-Stadt und Y-Dorf durch Steinwürfe beschädigt. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung werden Zeugen gesucht, die Angaben zum weiteren Tatgeschehen machen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach derzeitigem Sachstand ereignete sich die Tat in&nbsp;Y-Dorf zwischen 13:30 Uhr und 16:55 Uhr. Unbekannte hatten ein Fenster der Polizeistation in der C-Straße mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden ein Fenster und Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich die Beamten nicht in dem Dienstgebäude, der Schaden wurde bei ihrer Rückkehr zur Dienststelle von der Präsenzstreife festgestellt. Im Rahmen der Ermittlungen werden Zeugen gesucht, die während der Tatzeit verdächtige Personen in der C-Straße nahe der Polizeistation festgestellt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier von X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr bemerkten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell wurde festgestellt, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines daneben befindlichen Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen befand sich jeweils ein größerer Naturstein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem stellten die Beamten vor dem Eingangsbereich einen 62-jährigen Mann fest, der sich augenscheinlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Er steht im Verdacht, die Sachbeschädigung in X-Stadt unter Zuhilfenahme von Steinen begangen zu haben. Gegen den Mann wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet. Aufgrund seines psychischen Ausnahmezustandes wurde der Mann zur weiteren Behandlung in eine Fachklinik gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird jetzt im Zuge der Ermittlungen geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Höhe des Gesamtsachschadens steht zurzeit noch nicht fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sachdienliche Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kleine Anmerkungen zu typischen Formulierungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor jetzt die umgeschriebene und so von der Redaktion veröffentlichte Version kommt, zunächst ein paar Anmerkungen zu den verwendeten Formulierungen. Die Polizei stellt in fest jeder Polizeimeldung etwas fest. Anders können die Beamten sprachlich gar nicht. In diesem Fall stellten sie die Beschädigungen fest &#8211; das mag ja noch angehen &#8211; und sie stellten den mutmaßlichen Täter fest. Feststellen ist eines der Lieblingswörter der Verfasser von Polizeimeldungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Lieblingswort ist das Tatgeschehen. Was würde sich an dem Inhalt ändern, wenn nur von der Tat geschrieben oder gesprochen würde? Gar nichts. Bei den sachdienlichen Hinweisen gilt dasselbe. Warum nicht einfach Hinweise schreiben? Ob sie sachdienlich sind, muss sich erst noch herausstellen. Und ein Zeuge wird das gar nicht einschätzen können. Ebenso überflüssig sind die &#8222;eingeleiteten Ermittlungen&#8220;. Ermittlungen reicht völlig. <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Polizeideutsch</a> ist schon eine spezielle Art des Schreibens.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Version der Redaktion</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unbekannte haben am Montagnachmittag Steine auf die Polizeidienststellen in X-Stadt und in Y-Dorf  geworfen. Beide Gebäude wurden dabei beschädigt. Die Beamten der Polizeistation X-Stadt ermitteln wegen Sachbeschädigung und suchen Zeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tat in Y-Dorf ereignete sich zwischen 13.30 Uhr und 16.55 Uhr. In dieser Zeit war das Revier in der C-Straße nicht besetzt. Erst als die Polizeibeamten von ihrer Streifenfahrt zurückkamen, bemerkten sie den Schaden. Der oder die Täter hatten ein Fenster der Polizeistation mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden das Fenster und das Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier in X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr hörten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell entdeckten sie, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines benachbarten Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen lag jeweils ein größerer Naturstein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor dem Eingang stand ein 62-jähriger Mann, der sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Die Beamten verdächtigen ihn, die Steine geworfen zu haben. Gegen den Mann ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung. Wegen seines psychischen Zustands wurde er in eine Fachklinik gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Fall von Y-Dorf sucht die Polizei Zeugen, die am Montagnachmittag verdächtige Personen in der Q-Straße nahe der Polizeistation gesehen haben. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird noch geprüft. Die Höhe des gesamten Sachschadens steht noch nicht fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>
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		<title>Elektrisches Kochen: ein populäres Kochbuch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Sep 2022 16:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="506" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kochbuchtitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kochbuchtitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kochbuchtitel-150x95.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kochbuchtitel-768x486.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Elektrisches Kochen, also das Kochen auf einem Elektroherd, ist heute Alltag und keiner Erwähnung mehr wert. Als die Elektroherde aufkamen, war das noch etwas anderes. Aus dem Nachlass meiner Mutter habe ich jetzt ein Kochbuch mit dem Titel &#8222;Das elektrische Kochen&#8220; bekommen. Das Kochbuch stammt aus dem Jahr 1946 und trägt auf dem Vorsatzblatt den Hinweis: &#8222;Die Kultusministerien der Bundesrepublik haben dieses Elektro-Kochbuch für die Schulen genehmigt.&#8220; Das Buch war also nicht nur für die Hausfrau &#8211; damals noch diejenige, die das Kochen übernahm und übernehmen musste -, sondern auch für den Schulunterricht gedacht. Auf 304 Seiten enthält es viele Rezepte, wie es sich für ein Kochbuch gehört. Es gibt aber auch technische Erläuterungen. Millionenfach aufgelegtes und verbreitetes Kochbuch Mein E-Kochbuch ist übrigens eine Jubiläumsausgabe aus der Jubiläumsauflage, in der die Exemplare 1000000 bis 1050000 erschienen. Das Buch war also ein echter Bestseller und ist 1964, im Jahr meines Exemplars, schon seit 30 Jahren erhältlich. Es trägt wie seine Vorgänger den Namen &#8222;Blaues Kochbuch&#8220;. Die Neuauflage, so steht es im Vorwort, trägt der ständigen Weiterentwicklung der Technik, den neuesten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft und &#8222;dem Bestreben des menschlichen Geistes, Neuerungen zu schaffen, die die Lebensbedingungen verbessern und die tägliche Arbeit erleichtern&#8220; Rechnung. Bei so viel Jubel über das elektrische Kochen wundert es nicht, dass das Buch ein Werbesonderdruck der Elektrizitätswerke ist, wie das Vorsatzblatt in winziger Schrift ebenfalls verrät. Und es wundert auch nicht, dass auf den letzten Seiten Werbung zu sehen ist. Werbung für Elektroherde, für feuerfeste Glasformen und für Stahlgeschirre, präsentiert von Fernsehkoch H. K. Adam. Eine seiner Sendungen hießt übrigens &#8222;Adam kocht für Eva&#8220;. Wie originell. Fernsehköche gab es bereits seit den 1950er Jahren. Und Werbung natürlich auch. Technische Erläuterungen am Anfang Kommen wir zum Inhalt. Los geht&#8217;s mit Aufbau und Bedienung der Kochplatten. Klar, ist ja ein elektrisches Kochbuch. Zitat über die Herde: &#8222;Heute herrscht die gußeiserne, massearme Ringkochplatte vor.&#8220; Ich glaube ja nicht, dass eine Hausfrau wissen muss, was massearm ist. Dann geht es noch um Stufenschalter, stufenlose Schalter, Kochautomaten und Automatikplatten und ihre Funktion. Es folgen Aufbau und Bedienung des Backofens. Weiter geht es mit vielen, vielen Rezepten, immer unterbrochen von Erläuterungen etwa über Fisch und Kuchen im Backofen oder Pudding im Wasserbad und Pudding im Topf. Ein Kapitel widmet sich dem Einkochen mit heißer Luft im Backofen. Klar, das war in den 50er und 60er Jahren noch vielfach üblich und wichtig. Ich werde wahrscheinlich nie eines der Rezepte nachkochen. Ich habe genau andere Kochbücher, und heutzutage holen sich die Leute Rezepte sowieso aus dem Internet. Aber ich finde, das elektrische Kochbuch ist ein wunderbares Zeitzeugnis. Deshalb bekommt es einen Platz in meinem Bücherregal und wandert nicht in die Altpapiertonne.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/elektrisches-kochen-ein-populaeres-kochbuch/">Elektrisches Kochen: ein populäres Kochbuch</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="506" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kochbuchtitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kochbuchtitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kochbuchtitel-150x95.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kochbuchtitel-768x486.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Elektrisches Kochen, also das Kochen auf einem Elektroherd, ist heute Alltag und keiner Erwähnung mehr wert. Als die Elektroherde aufkamen, war das noch etwas anderes. Aus dem Nachlass meiner Mutter habe ich jetzt ein Kochbuch mit dem Titel &#8222;Das elektrische Kochen&#8220; bekommen.</p>



<span id="more-12613"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kochbuch stammt aus dem Jahr 1946 und trägt auf dem Vorsatzblatt den Hinweis: &#8222;Die Kultusministerien der Bundesrepublik haben dieses Elektro-Kochbuch für die Schulen genehmigt.&#8220; Das Buch war also nicht nur für die Hausfrau &#8211; damals noch diejenige, die das Kochen übernahm und übernehmen musste -, sondern auch für den Schulunterricht gedacht. Auf 304 Seiten enthält es viele Rezepte, wie es sich für ein Kochbuch gehört. Es gibt aber auch technische Erläuterungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Millionenfach aufgelegtes und verbreitetes Kochbuch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mein E-Kochbuch ist übrigens eine Jubiläumsausgabe aus der Jubiläumsauflage, in der die Exemplare 1000000 bis 1050000 erschienen. Das Buch war also ein echter Bestseller und ist 1964, im Jahr meines Exemplars, schon seit 30 Jahren erhältlich. Es trägt wie seine Vorgänger den Namen &#8222;Blaues Kochbuch&#8220;. Die Neuauflage, so steht es im Vorwort, trägt der ständigen Weiterentwicklung der Technik, den neuesten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft und &#8222;dem Bestreben des menschlichen Geistes, Neuerungen zu schaffen, die die Lebensbedingungen verbessern und die tägliche Arbeit erleichtern&#8220; Rechnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei so viel Jubel über das elektrische Kochen wundert es nicht, dass das Buch ein Werbesonderdruck der Elektrizitätswerke ist, wie das Vorsatzblatt in winziger Schrift ebenfalls verrät. Und es wundert auch nicht, dass auf den letzten Seiten Werbung zu sehen ist. Werbung für Elektroherde, für feuerfeste Glasformen und für Stahlgeschirre, präsentiert von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Karl_Adam" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fernsehkoch H. K. Adam</a>. Eine seiner Sendungen hießt übrigens &#8222;Adam kocht für Eva&#8220;. Wie originell. Fernsehköche gab es bereits seit den 1950er Jahren. Und <a href="https://pyrolim.de/pyropro/taschentuch-werbung-aus-der-zeit-gefallen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Werbung</a> natürlich auch.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="413" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/elektroreklame.jpg" alt="Reklame für Elektroherde am Ende des elektrischen Kochbuchs." class="wp-image-12618" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/elektroreklame.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/elektroreklame-150x77.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/elektroreklame-768x396.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Reklame für Elektroherde am Ende des elektrischen Kochbuchs.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Technische Erläuterungen am Anfang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen wir zum Inhalt. Los geht&#8217;s mit Aufbau und Bedienung der Kochplatten. Klar, ist ja ein elektrisches Kochbuch. Zitat über die Herde: &#8222;Heute herrscht die gußeiserne, massearme Ringkochplatte vor.&#8220; Ich glaube ja nicht, dass eine Hausfrau wissen muss, was massearm ist. Dann geht es noch um Stufenschalter, stufenlose Schalter, Kochautomaten und Automatikplatten und ihre Funktion. Es folgen Aufbau und Bedienung des Backofens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter geht es mit vielen, vielen Rezepten, immer unterbrochen von Erläuterungen etwa über Fisch und Kuchen im Backofen oder Pudding im Wasserbad und Pudding im Topf. Ein Kapitel widmet sich dem Einkochen mit heißer Luft im Backofen. Klar, das war in den 50er und 60er Jahren noch vielfach üblich und wichtig.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="506" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kochbuchtitel.jpg" alt="Blauer Einband mit Beschriftung &quot;Das blaue Kochbuch&quot;" class="wp-image-12619" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kochbuchtitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kochbuchtitel-150x95.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kochbuchtitel-768x486.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Das sogenannte blaue Kochbuch trägt den Titel &#8222;Das elektrische Kochen&#8220;.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ich werde wahrscheinlich nie eines der Rezepte nachkochen. Ich habe genau andere Kochbücher, und heutzutage holen sich die Leute Rezepte sowieso aus dem Internet. Aber ich finde, das elektrische Kochbuch ist ein wunderbares Zeitzeugnis. Deshalb bekommt es einen Platz in meinem Bücherregal und wandert nicht in die Altpapiertonne.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/elektrisches-kochen-ein-populaeres-kochbuch/">Elektrisches Kochen: ein populäres Kochbuch</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Buch im Grab: Die Dinge unseres Lebens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Feb 2022 16:38:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="378" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Dinge.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Dinge.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Dinge-150x71.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Dinge-768x363.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>&#8222;Meine Mutter war immer eine Lesende gewesen.&#8220; Das schreibt Susanne Mayer in ihrem Buch &#8222;Die Dinge unseres Lebens&#8220;. Auch meine Mutter war eine große Leserin. Wir haben sie im Januar zu Grabe getragen. Mit einem ihrer Lieblingsbücher, eben jenem von Susanne Mayer. Was mich daran und an dem Buch berührt. Die Autorin beschreibt, wie sie das Haus ihrer Eltern ausräumt und dabei die Dinge aus deren Leben betrachtet. Es ist eine Reise durch die Vergangenheit der Familie, die sie zwar mit leichter Feder, aber mit tiefem Respekt vor ihren Eltern und diesen Dingen beschreibt. Vieles erinnert sie an ihre Kindheit, vieles wirft aber auch ein Licht auf ihre Eltern, vor allem ihre Mutter, das der Autorin so nicht bewusst war. Das Leben vor und nach den Kindern Susanne Mayer geht es so wie mir und vermutlich vielen erwachsenen Kindern: Da ist zum einen die Kindheit und Jugend, die sie intensiv mit dem Leben der Eltern und deren Dingen verbindet. So mancher Gegenstand hat die Kinder durch diese Zeit begleitet, und sie haben selbst eine enge Beziehung dazu. Und da ist die lange Zeit, in der die Kinder ausgezogen sind und am Leben der Eltern nur noch aus der Ferne und sporadisch teilnehmen. In dieser Zeit, die bei mir zum Glück deutlich länger war als meine Kindheit und Jugend, sammeln sich Dinge an, deren Bedeutung sich erst beim Aufräumen erschließt oder die ein Schlaglicht auf das Leben der Eltern nach dem Weggang der Kinder werfen. Bei Susanne Mayer sind es etwa die Reisen der früh verwitweten Mutter, von denen Fotoalben und Mitbringsel künden. Einen großen Raum nehmen auch ihre Kleider ein, die von ganz früher, von früher und die aus jener Zeit ohne Mann und Kinder. &#8222;Die Dinge unseres Lebens&#8220;* ist ein wunderbares Buch. Es lässt bei mir zwiespältige Gefühle zurück. Einerseits die Masse der Dinge, die denjenigen, der sie aufräumen und aussortieren muss, erschlagen. Andererseits macht mir die liebevoll anhand der Gegenstände erzählte Familiengeschichte ein warmes Gefühl im Bauch. So ähnlich wie Susanne Mayer geht es mir auch, obwohl das große Aufräumen des Elternhauses noch nicht ansteht. Familiengeschichte zwischen Nerz und Kristall Weil das Buch aber so schön geschrieben ist und so fein die deutsche Geschichte und Nachkriegsgeschichte zwischen Nerzkragen und gutem Kristall durchdekliniert, habe ich es meiner Mutter geschenkt. Nachdem ich es ausgelesen hatte. Meine Mutter war lesesüchtig, so formuliert es jedenfalls mein Vater. Bücher waren ihr ganzes Glück, und als in der Pandemie die Stadtbibliothek so lange geschlossen war, habe ich sie mit Lesestoff aus meinem Regal versorgt: mit der wunderbaren Biografie der Fotografin Lee Miller und unter anderem auch mit &#8222;Die Dinge unseres Lebens&#8220;. Offenbar hat meine Mutter das Buch von Susanne Mayer genauso gemocht wie ich. Denn als sie im Januar starb und wir ihre Beerdigung planten, hatte mein Vater die Idee, ihr eines ihrer Lieblingsbücher mit ins Grab zu werfen. Das hat mich sehr gerührt. Er wusste auch sofort welches: &#8222;Die Dinge unseres Lebens&#8220; von Susanne Mayer. Tatsächlich liegt es jetzt mit ihr unter der Erde. Und ich hoffe, meine Mutter hat dort, wo sie jetzt ist, immer genug zu lesen. Ein Buch, das zu Tränen rührt Ich habe mir das Buch von Susanne Mayer neu gekauft. Ich musste es einfach noch einmal lesen. Und bin genauso begeistert wie beim ersten Mal. Doch jetzt hat es für mich auch eine emotionale Bedeutung. Beim erneuten Lesen sind mir das eine oder andere mal die Tränen gekommen. *Amazon-Link</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/buch-im-grab-die-dinge-unseres-lebens/">Buch im Grab: Die Dinge unseres Lebens</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="378" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Dinge.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Dinge.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Dinge-150x71.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Dinge-768x363.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Meine Mutter war immer eine Lesende gewesen.&#8220; Das schreibt Susanne Mayer in ihrem Buch &#8222;Die Dinge unseres Lebens&#8220;. Auch meine Mutter war eine große Leserin. Wir haben sie im Januar zu Grabe getragen. Mit einem ihrer Lieblingsbücher, eben jenem von Susanne Mayer. Was mich daran und an dem Buch berührt.</p>



<span id="more-12296"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autorin beschreibt, wie sie das Haus ihrer Eltern ausräumt und dabei die Dinge aus deren Leben betrachtet. Es ist eine Reise durch die Vergangenheit der Familie, die sie zwar mit leichter Feder, aber mit tiefem Respekt vor ihren Eltern und diesen Dingen beschreibt. Vieles erinnert sie an ihre Kindheit, vieles wirft aber auch ein Licht auf ihre Eltern, vor allem ihre Mutter, das der Autorin so nicht bewusst war.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="das-leben-vor-und-nach-den-kindern">Das Leben vor und nach den Kindern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Susanne Mayer geht es so wie mir und vermutlich vielen erwachsenen Kindern: Da ist zum einen die Kindheit und Jugend, die sie<a href="http://Generationen" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> intensiv mit dem Leben der Eltern und deren Dingen verbindet</a>. So mancher Gegenstand hat die Kinder durch diese Zeit begleitet, und sie haben selbst eine enge Beziehung dazu. Und da ist die lange Zeit, in der die Kinder ausgezogen sind und am Leben der Eltern nur noch aus der Ferne und sporadisch teilnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Zeit, die bei mir zum Glück deutlich länger war als meine Kindheit und Jugend, sammeln sich Dinge an, deren Bedeutung sich erst beim Aufräumen erschließt oder die ein Schlaglicht auf das Leben der Eltern nach dem Weggang der Kinder werfen. Bei Susanne Mayer sind es etwa die Reisen der früh verwitweten Mutter, von denen Fotoalben und Mitbringsel künden. Einen großen Raum nehmen auch ihre Kleider ein, die von ganz früher, von früher und die aus jener Zeit ohne Mann und Kinder.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="378" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Dinge.jpg" alt="Das Buch &quot;Die Dinge unseres Lebens&quot; von Susanne Mayer mit Dingen aus dem Leben meiner Vorfahren." class="wp-image-12301" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Dinge.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Dinge-150x71.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Dinge-768x363.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Das Buch &#8222;Die Dinge unseres Lebens&#8220; von Susanne Mayer mit Dingen aus dem Leben meiner Vorfahren.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://amzn.to/3LpJR2S" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Die Dinge unseres Lebens&#8220;</a>* ist ein wunderbares Buch. Es lässt bei mir zwiespältige Gefühle zurück. Einerseits die Masse der Dinge, die denjenigen, der sie aufräumen und aussortieren muss, erschlagen. Andererseits macht mir die liebevoll anhand der Gegenstände erzählte Familiengeschichte ein warmes Gefühl im Bauch. So ähnlich wie Susanne Mayer geht es mir auch, obwohl das große Aufräumen des Elternhauses noch nicht ansteht.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="familiengeschichte-zwischen-nerz-und-kristall">Familiengeschichte zwischen Nerz und Kristall</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weil das Buch aber so schön geschrieben ist und so fein die deutsche Geschichte und Nachkriegsgeschichte zwischen Nerzkragen und gutem Kristall durchdekliniert, habe ich es meiner Mutter geschenkt. Nachdem ich es ausgelesen hatte. Meine Mutter war lesesüchtig, so formuliert es jedenfalls mein Vater. Bücher waren ihr ganzes Glück, und als in der Pandemie die Stadtbibliothek so lange geschlossen war, habe ich sie mit Lesestoff aus meinem Regal versorgt: mit der <a href="https://pyrolim.de/pyropro/portraet-einer-fotografin-die-zeit-des-lichts/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wunderbaren Biografie der Fotografin Lee Miller </a>und unter anderem auch mit &#8222;Die Dinge unseres Lebens&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Offenbar hat meine Mutter das Buch von Susanne Mayer genauso gemocht wie ich. Denn als sie im Januar starb und wir ihre Beerdigung planten, hatte mein Vater die Idee, ihr eines ihrer Lieblingsbücher mit ins Grab zu werfen. Das hat mich sehr gerührt. Er wusste auch sofort welches: &#8222;Die Dinge unseres Lebens&#8220; von Susanne Mayer. Tatsächlich liegt es jetzt mit ihr unter der Erde. Und ich hoffe, meine Mutter hat dort, wo sie jetzt ist, immer genug zu lesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ein-buch-das-zu-tranen-ruhrt">Ein Buch, das zu Tränen rührt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mir das Buch von Susanne Mayer neu gekauft. Ich musste es einfach noch einmal lesen. Und bin genauso begeistert wie beim ersten Mal. Doch jetzt hat es für mich auch eine emotionale Bedeutung. Beim erneuten Lesen sind mir das eine oder andere mal die Tränen gekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>*Amazon-Link</em></p>



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		<title>Gerne gelesen: Rückblick auf die meistgeklickten Blogs des Jahres</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Dec 2021 17:48:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="897" height="400" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/blog-Symbolfoto.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/blog-Symbolfoto.jpg 897w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/blog-Symbolfoto-150x67.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/blog-Symbolfoto-768x342.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 897px) 100vw, 897px" /><p>Blogger lesen Blogs. Seitdem ich selbst blogge, habe ich andere Blogs für mich entdeckt. Es sind viele davon in meinem RSS-Reader, durch den ich mich regelmäßig hindurch klicke. Dabei bleibe ich an einigen Blogs öfter hängen. Deshalb kommen hier meine Empfehlungen, die natürlich an meinen Interessen ausgerichtet sind. kwerfeldein.de Ich lese schon lange das Fotomagazin kwerfeldein.de. In jüngster Zeit begeistert mich die Redaktion mit der &#8222;Wer-war?&#8220;-Reihe, die Fotografen früherer Zeiten porträtiert. Und zwar nicht die, die sowieso jeder kennt, sondern oft die, die einer breiteren Masse unbekannt sind. So habe ich durch die Reihe Yva kennengelernt. Der Beitrag über sie hat mir sehr gut gefallen. Nadar kannte ich natürlich schon, aber Anne Brigman war mir bisher völlig unbekannt. Ich freue mich schon auf weitere Artikel aus der Serie. boardingcompleted.me Ralf Johnen vom professionell gemachten Reiseblog boardingcompleted.me begeistert mich immer wieder mit schönen Fotos und lesenswerten Texten seiner Reisen. Ob er mich zu Orten entführt, an denen ich schon einmal war, etwa Hoge Veluwe, oder ob er mir die näher bringt, wo ich immer schonmal hinwollte, seine Berichte machten Lust aufs Reisen. Dazu sind sie mit wissenswerten Informationen versehen. moderne-regional.de Fassadismus ist ein Wort, das ich in diesem Jahr gelernt habe. Gelesen habe ich es auf dem Blog &#8211; oder Magazin &#8211; moderne-regional.de. Ich verfolge die Seite seit längerem, weil ich mich für regionale Architektur interessiere. So manches Kleinod habe ich bei der regionalen Moderne im Web bereits entdeckt. Andererseits macht mich mancher Bericht auch traurig, denn oft genug wird ein Abriss angekündigt, der mal wieder ein Gebäude der Moderne trifft. jansens-pott.de Aus dem Reisen-Fotografie-Blog wurde jansens-pott.de. Thomas und Melanie haben sich in der Pandemie vom Reisen wegorientieren müssen &#8211; zwangsläufig. Und sie haben ihr Leserverhalten analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass ihr Blogname nicht mehr zu ihren allumfassenden Themen passt. Deshalb gibt es jetzt, so der Untertitel, einen &#8222;Geimpften Kessel Buntes aus dem Ruhrgebiet&#8220;. Ich lese trotzdem bei den beiden weiter, was sie schreiben. Gerne erinnere ich mich an die Challenge zur Fotobearbeitung, mit der ich mich bei den beiden beteiligt habe. uebermedien.de Es gibt ein Blog &#8211; oder von mir aus ein Magazin &#8211; das ich am häufigsten lese: übermedien.de. Das gehört sich für eine Journalistin natürlich. Und ich zahle gerne dafür, regelmäßig spannende Texte über die Medien zu lesen. Einfach mal auf die Seite gehen, dann werdet ihr sehen, wie breit gefächert die Themen sind und wie nah an dem, was uns Medien täglich präsentieren. Das alles klug analysiert und aufgeschrieben. Da geht nichts drüber. Cotoneaster &#8211; nein danke! Eines meiner liebsten Alltags- und Familienblogs ist Cotoneaster &#8211; nein danke. Zwischen all den tiefgründigen Texten, die ich lese, ist ein kleines, privates Blog mit den Themen Garten, Pferde und Quilten eine schöne Abwechslung. Sind es nicht gerade diese Blogs, die ursprünglich hinter der Blog-Idee standen? Einfach berichten, was ist und was die Autoren erlebt haben. Ich find&#8217;s schön, so etwas regelmäßig zu lesen. redaktion42.com Nicht vergessen werden darf natürlich Matthias mit seinem wunderbaren Blog redaktion42.com. Nicht jeder Text hat ein Thema, das mich anspricht. Aber seine Themenpalette ist so vielfältig, dass immer wieder etwas für mich dabei ist. Besonders mag ich seine Reise- und Spaziergangsbeschreibungen, etwa wenn er die berührbare Bavaria würdigt oder über Restaurants und das dort eingenommene Essen schreibt. Natürlich hat er auch über unser gemeinsames Schlemmen beim Seewolf in Lübeck berichtet. Das war ein kurzer Überblick über einige der Blog in meinem RSS-Reader. Viele andere veröffentlichen immer mal wieder lesenswerte Texte, die mich fesseln oder faszinieren. Sie alle und ihre Autoren hier aufzuzählen, würde zu weit führen. Aber vielleicht ist ja für den einen oder anderen ein guter Tipp dabei. Ich glaube, meine Mit-Blogger freuen sich immer über Leser &#8211; ebenso wie ich.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Blogger lesen Blogs. Seitdem ich selbst blogge, habe ich andere Blogs für mich entdeckt. Es sind viele davon in meinem RSS-Reader, durch den ich mich regelmäßig hindurch klicke. Dabei bleibe ich an einigen Blogs öfter hängen. Deshalb kommen hier meine Empfehlungen, die natürlich an meinen Interessen ausgerichtet sind.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">kwerfeldein.de</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lese schon lange das Fotomagazin kwerfeldein.de. In jüngster Zeit begeistert mich die Redaktion mit der &#8222;Wer-war?&#8220;-Reihe, die Fotografen früherer Zeiten porträtiert. Und zwar nicht die, die sowieso jeder kennt, sondern oft die, die einer breiteren Masse unbekannt sind. So habe ich durch die Reihe Yva kennengelernt. <a href="https://kwerfeldein.de/2021/08/04/yva/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Beitrag über sie</a> hat mir sehr gut gefallen. <a href="https://kwerfeldein.de/2021/05/21/nadar/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nadar </a>kannte ich natürlich schon, aber <a href="https://kwerfeldein.de/2021/12/10/anne-brigman/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Anne Brigman</a> war mir bisher völlig unbekannt. Ich freue mich schon auf weitere Artikel aus der Serie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">boardingcompleted.me</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ralf Johnen vom professionell gemachten Reiseblog boardingcompleted.me begeistert mich immer wieder mit schönen Fotos und lesenswerten Texten seiner Reisen. Ob er mich zu Orten entführt, an denen ich schon einmal war,<a href="https://boardingcompleted.me/2021/03/30/hoge-veluwe-van-gogh-im-nationalpark/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> etwa Hoge Veluwe</a>, oder ob er mir die näher bringt, wo ich immer schonmal hinwollte, seine Berichte machten Lust aufs Reisen. Dazu sind sie mit wissenswerten Informationen versehen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">moderne-regional.de</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.moderne-regional.de/fassadismus-in-luenen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fassadismus</a> ist ein Wort, das ich in diesem Jahr gelernt habe. Gelesen habe ich es auf dem Blog &#8211; oder Magazin &#8211; moderne-regional.de. Ich verfolge die Seite seit längerem, weil ich mich<a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-architektur-in-schleswig-holstein-1900-1980/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> für regionale Architektur interessiere</a>. So manches Kleinod habe ich bei der regionalen Moderne im Web bereits entdeckt. Andererseits macht mich mancher Bericht auch traurig, denn oft genug wird ein Abriss angekündigt, der mal wieder ein Gebäude der Moderne trifft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">jansens-pott.de</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Reisen-Fotografie-Blog <a href="https://www.jansens-pott.de/hallo-jansens-pott/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wurde jansens-pott.de</a>. Thomas und Melanie haben sich in der Pandemie vom Reisen wegorientieren müssen &#8211; zwangsläufig. Und sie haben ihr Leserverhalten analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass ihr Blogname nicht mehr zu ihren allumfassenden Themen passt. Deshalb gibt es jetzt, so der Untertitel, einen &#8222;Geimpften Kessel Buntes aus dem Ruhrgebiet&#8220;. Ich lese trotzdem bei den beiden weiter, was sie schreiben. Gerne erinnere ich mich an die <a href="https://pyrolim.de/pyropro/fotobearbeitung-meine-erste-challenge/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Challenge zur Fotobearbeitung</a>, mit der ich mich bei den beiden beteiligt habe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">uebermedien.de</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt ein Blog &#8211; oder von mir aus ein Magazin &#8211; das ich am häufigsten lese: <a href="https://uebermedien.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">übermedien.de</a>. Das gehört sich für eine Journalistin natürlich. Und ich zahle gerne dafür, regelmäßig spannende Texte über die Medien zu lesen. Einfach mal auf die Seite gehen, dann werdet ihr sehen, wie breit gefächert die Themen sind und wie nah an dem, was uns Medien täglich präsentieren. Das alles klug analysiert und aufgeschrieben. Da geht nichts drüber.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Cotoneaster &#8211; nein danke!</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eines meiner liebsten Alltags- und Familienblogs ist <a href="https://llewella.wordpress.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Cotoneaster &#8211; nein danke</a>. Zwischen all den tiefgründigen Texten, die ich lese, ist ein kleines, privates Blog mit den Themen Garten, Pferde und Quilten eine schöne Abwechslung. Sind es nicht gerade diese Blogs, die ursprünglich hinter der Blog-Idee standen? Einfach berichten, was ist und was die Autoren erlebt haben. Ich find&#8217;s schön, so etwas regelmäßig zu lesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"> redaktion42.com </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht vergessen werden darf natürlich Matthias mit seinem wunderbaren Blog <a href="https://redaktion42.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">redaktion42.com</a>. Nicht jeder Text hat ein Thema, das mich anspricht. Aber seine Themenpalette ist so vielfältig, dass immer wieder etwas für mich dabei ist. Besonders mag ich seine Reise- und Spaziergangsbeschreibungen, etwa wenn er die <a href="https://redaktion42.com/2021/12/22/modifizierte-bavaria-gottahnliche-statue-wird-beruhrbar/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">berührbare Bavaria</a> würdigt oder über Restaurants und <a href="https://redaktion42.com/2021/11/23/wirtshaustipp-schwarzer-adler-in-grosholzleute/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">das dort eingenommene Essen schreibt. </a>Natürlich hat er auch über <a href="https://redaktion42.com/tag/seewolf/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">unser gemeinsames</a> Schlemmen beim Seewolf in Lübeck berichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war ein kurzer Überblick über einige der Blog in meinem RSS-Reader. Viele andere veröffentlichen immer mal wieder lesenswerte Texte, die mich fesseln oder faszinieren. Sie alle und ihre Autoren hier aufzuzählen, würde zu weit führen. Aber vielleicht ist ja für den einen oder anderen ein guter Tipp dabei. Ich glaube, meine Mit-Blogger freuen sich immer über Leser &#8211; ebenso wie ich.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/gerne-gelesen-rueckblick-auf-die-meistgeklickten-blogs-des-jahres/">Gerne gelesen: Rückblick auf die meistgeklickten Blogs des Jahres</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Notiert: Das Sammelsurium seltsamer Ausdrücke</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/notiert-das-sammelsurium-seltsamer-ausdruecke/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Dec 2021 16:02:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="306" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fremd.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Auszug aus einem Wörterbuch von 1940 mit dem Wort &quot;Fremdwörtelei&quot;." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fremd.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fremd-150x57.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fremd-768x294.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Menschen, die mit Texten zu tun haben, finden immer wieder seltsame oder bislang unbekannte Ausdrücke. Ich sammele solche Wörter. Inzwischen sind recht viele zusammengekommen. Deshalb gibt es hier mal völlig unsortiert und querbeet, was alles Eingang in meine Notizen gefunden hat. Maschinenwüchsig und insektenblütig Fangen wir mit den Bäumen an. Baum ist nicht gleich Baum. Ein guter Baum ist in der Forstwirtschaft maschinenwüchsig. Sprich er ist so gewachsen, dass er sich gut maschinell ernten, also fällen und entasten lässt. Lässt sich nachvollziehen. Naturschützer legen dafür mehr Wert auf insektenblütige Bäume. Im Gegensatz zu Blumen biete keine Pflanze so viele Blüten auf engstem Raum wie ein Baum. Jeder, der einmal im Sommer unter einer blühenden Linde vorbeigegangen ist, weiß das. Kanalneutrale Arbeitsweise Nein, hier geht es nicht um Abwasserkanäle. Der Begriff kommt aus dem Journalismus. Kanalneutral heißt, dass Texte so verfasst werden, dass sie auf allen Kanälen ausgespielt werden können: in der Printausgabe und online gleichermaßen. Wobei ich mich, die ich lange im Beruf bin, etwas umgewöhnen musste. Früher galt: Morgen ist morgen heute und heute ist morgen gestern. Heißt konkret: Immer so schreiben, dass es für den Leser am nächsten Tag richtig ist. Online geht das ganz anders: Da ist heute Mittwoch, Donnerstag, Freitag oder ein anderer Wochentag. Und Texte gehen noch am selben Tag raus, für Zeitungsjournalisten eine neue Erfahrung. Visuelle Fahndungshilfe Ein Begriff aus dem ganz weiten Feld der speziellen Sprache, der sich die Polizei befleißigt. Früher hieß das noch Phantombild. Aber wie so vieles wird ein an sich griffiges Wort in irgendeine Verwaltungssprache übersetzt, die dann die Hälfte der Menschen nicht mehr versteht. Das gute alte Phantombild hat es in Pandemie-Zeiten ohnehin schwer. Wer will noch Menschen mit Maske erkennen oder etwas über ihr Aussehen sagen können? Normen verdeutlichendes Gespräch Noch ein Wort aus dem Bereich Polizei und Justiz. Gemeint ist damit, dass Polizeibeamte oder Staatsanwälte Tätern oder Verdächtigen &#8211; zumeist Jugendlichen &#8211; ins Gewissen reden. Ihnen soll verdeutlicht werden, welche Normen gelten. Kurz gesagt: Benimm dich, sonst gibt es Konsequenzen. Uterusbesitzende Gerne auch als Menschen mit Uterus oder gebärfähige Menschen bezeichnet. Frauen dürfen angeblich nicht mehr Frauen genannt werden, sondern heißen Menschen mit Uterus. Weil es auch Transmänner und non-binäre Menschen gibt, die Kinder bekommen können. Inzwischen wehren sich aber etliche Frauen dagegen, auf ihren Uterus reduziert zu werden. Ist eine Frau ohne Gebärmutter keine Frau mehr? Vielleicht wird sie ja nur als Frau gelesen, auch so ein depperter Ausdruck. Immunnaive Der Euphemismus-Wahn, der überall zu beobachten ist, macht sich mittlerweile auch in der Corona-Pandemie breit. Ich habe gerade gelesen, dass Ungeimpfte jetzt auch Immunnaive genannt werden. Das ist offenbar ein medizinischer Ausdruck, der sich vor allem auf diejenigen bezieht, die bisher nicht infiziert waren oder nicht geimpft werden können. Zu den Immunnaiven zählen aber auch die, die nicht geimpft sind und deshalb dem Virus keine Immunantwort entgegensetzen können. Man kann Ungeimpfte aber auch deutlich drastischer benennen: als zerebral Verunfallte, wie es jemand auf Twitter formulierte. Wobei verunfallt mal wieder ein Wort aus dem Polizeideutsch ist. Weitere schräge Zitate und Wörter gibt es hier.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="306" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fremd.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Auszug aus einem Wörterbuch von 1940 mit dem Wort &quot;Fremdwörtelei&quot;." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fremd.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fremd-150x57.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fremd-768x294.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Menschen, die mit Texten zu tun haben, finden immer wieder seltsame oder bislang unbekannte Ausdrücke. Ich sammele solche Wörter. Inzwischen sind recht viele zusammengekommen. Deshalb gibt es hier mal völlig unsortiert und querbeet, was alles Eingang in meine Notizen gefunden hat.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Maschinenwüchsig und insektenblütig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Fangen wir mit den Bäumen an. Baum ist nicht gleich Baum. Ein guter Baum ist in der Forstwirtschaft maschinenwüchsig. Sprich er ist so gewachsen, dass er sich gut maschinell ernten, also fällen und entasten lässt. Lässt sich nachvollziehen. Naturschützer legen dafür mehr Wert auf insektenblütige Bäume. Im Gegensatz zu Blumen biete keine Pflanze <a href="https://www.baumpflegeportal.de/sonstiges/baeume-brauchen-bienen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">so viele Blüten auf engs</a>tem Raum wie ein Baum. Jeder, der einmal im Sommer unter einer blühenden Linde vorbeigegangen ist, weiß das.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kanalneutrale Arbeitsweise</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, hier geht es nicht um <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/veganes-gold/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Abwasserkanäle</a>. Der Begriff kommt aus dem Journalismus. Kanalneutral heißt, dass Texte so verfasst werden, dass sie auf allen Kanälen ausgespielt werden können: in der Printausgabe und online gleichermaßen. Wobei ich mich, die ich lange im Beruf bin, etwas umgewöhnen musste. Früher galt: Morgen ist morgen heute und heute ist morgen gestern. Heißt konkret: Immer so schreiben, dass es für den Leser am nächsten Tag richtig ist. Online geht das ganz anders: Da ist heute Mittwoch, Donnerstag, Freitag oder ein anderer Wochentag. Und Texte gehen noch am selben Tag raus, für Zeitungsjournalisten eine neue Erfahrung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Visuelle Fahndungshilfe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Begriff aus dem ganz weiten Feld der speziellen Sprache, der sich <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Polizei befleißigt</a>. Früher hieß das noch Phantombild. Aber wie so vieles wird ein an sich griffiges Wort in irgendeine Verwaltungssprache übersetzt, die dann die Hälfte der Menschen nicht mehr versteht. Das gute alte Phantombild hat es in Pandemie-Zeiten ohnehin schwer. Wer will noch Menschen mit Maske erkennen oder etwas über ihr Aussehen sagen können?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Normen verdeutlichendes Gespräch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ein Wort aus dem Bereich Polizei und Justiz. Gemeint ist damit, dass Polizeibeamte oder Staatsanwälte Tätern oder Verdächtigen &#8211; zumeist Jugendlichen &#8211; ins Gewissen reden. Ihnen soll verdeutlicht werden, welche Normen gelten. Kurz gesagt: Benimm dich, sonst gibt es Konsequenzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Uterusbesitzende</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gerne auch als Menschen mit Uterus oder gebärfähige Menschen bezeichnet. Frauen dürfen angeblich nicht mehr Frauen genannt werden, sondern heißen Menschen mit Uterus. Weil es <a href="https://doctorsforchoice.de/ueber/begriffe/menschen-mit-uterus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auch Transmänner und non-binäre Menschen gibt, die Kinder bekommen können</a>. Inzwischen wehren sich aber etliche Frauen dagegen, auf ihren Uterus reduziert zu werden. Ist eine Frau ohne Gebärmutter keine Frau mehr? Vielleicht wird sie ja nur <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/frau-mann-bin-ich-oder-werde-ich-gelesen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">als Frau gelesen</a>, auch so ein depperter Ausdruck.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Immunnaive</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Euphemismus-Wahn, der überall zu beobachten ist, macht sich mittlerweile auch in der Corona-Pandemie breit. Ich habe gerade gelesen, dass Ungeimpfte jetzt auch Immunnaive genannt werden. Das ist offenbar ein <a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/herdenimmunitaet-ist-ohne-impfung-keine-loesung-121250/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">medizinischer Ausdruck</a>, der sich vor allem auf diejenigen bezieht, die bisher nicht infiziert waren oder nicht geimpft werden können. Zu den Immunnaiven zählen aber auch die, die nicht geimpft sind und deshalb dem Virus keine Immunantwort entgegensetzen können. Man kann Ungeimpfte aber auch deutlich drastischer benennen: als zerebral Verunfallte, wie es jemand auf Twitter formulierte. Wobei verunfallt mal wieder ein Wort aus dem Polizeideutsch ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere schräge Zitate und Wörter gibt es<a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/statt-eines-jahresrueckblicks-die-schraegsten-zitat/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> hier</a>.</p>
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		<title>Juwelennächte &#8211; Ein Ahr-Krimi von Karin Joachim</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2021 16:38:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="499" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/karin.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/karin.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/karin-150x94.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/karin-768x479.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Regionalkrimis werden immer beliebter. Aber während Nord- oder Ostsee, Alpen oder Taunus Schauplätze wie viele andere sind, schwingt bei Ahr-Krimis seit dem 14. Juli 2021 stets der Gedanke an die Flutkatastrophe mit. Deshalb ist der vierte Ahr-Krimi von Karin Joachim mit dem Titel „Juwelennächte“ ein besonderes Buch. Auch, weil die Autorin selbst bei der Katastrophe alles verloren hat. Ohne es zu wissen, hat Karin Joachim beim Schreiben der zerstörten Welt im Ahrtal mit ihrem Buch ein Denkmal gesetzt. Stets hat der Leser im Hinterkopf, dass dieses ganz normale Leben, dieses ganz normale Aussehen der Schauplätze des Romans noch vor Erscheinen des Buches sprichwörtlich untergegangen ist. Die Juwelennächte spielen hauptsächlich in Ahrweiler und Bad Neuenahr. Eine Karte vorne im Buch vereinfacht für den Ortsunkundigen das Zurechtfinden in dieser Gegend. Sie zeigt, wo die Orte an der Ahr liegen, auch Schuld, das in der Flutnacht so schrecklich zerstört wurde. All das war beim Verfassen des Romans noch unvorstellbar. Karin Joachim lässt in ihrem Buch das mondäne Bad Neuenahr mit seinem prachtvollen Kurhaus mit den markanten Doppeltürmen in all seiner Schönheit erstehen. Es ziert auch das Titelblatt des Romans. Dort feierte die politische, wirtschaftliche und kulturelle Prominenz der jungen Bundesrepublik in den 1950er Jahren die Bundespressebälle. Gesellschaftliche Großereignisse, die in dem Roman eine wichtige Rolle spielen. Deshalb der Titel Juwelennächte. Der doppelte Fall der Jana Vogt Im Mittelpunkt steht wie in den drei Vorgängerbüchern der Ahr-Krimis die Tatortfotografin Jana Vogt. Klar, dass jemand wie sie schon berufsmäßig an Schauplätzen von Morden dabei ist. Jana fotografiert aber nicht nur, sie ermittelt auch. Im Fall eines mit Rizin ermordeten Journalisten, den sie kurz vor seinem Tod noch in den Ahr-Thermen kennengelernt hat. Und in einem Fall aus dem Jahr 1954, in dem es um den zwei Männern geht, die offenbar mit Raubüberfällen auf die anreisenden Gäste zum Bundespresseball zu tun hatten und nachts auf der Bundesstraße erschossen wurden. Dabei lernt der Leser, dass die Anreise offenbar gefährlich war. Es tummelten sich falsche Polizisten auf den Straßen, die die Autos anhielten und anschließend die Insassen um Geld und Geschmeide erleichterten. Und natürlich waren auch echte Polizisten dort, um genau das zu verhindern. Wie die beiden unterscheiden? Lehrreich und spannend zugleich Dass es das überhaupt gab, ist eine der schönen Erkenntnisse, die die Juwelennächte dem Leser bieten. Warum der damalige Doppelmord für Jana Vogt eine Rolle spielt und warum er einem alten Mann keine Ruhe lässt, ist eine der Volten, die die Autorin zwischen Gegenwart und Vergangenheit schlägt. Die Auflösung des alten Falls von 1954 soll hier nicht verraten werden. Der Leser darf sich jedenfalls auf eine recht überraschende Wendung freuen. In der Gegenwart geht es um den besagten Mord an dem Journalisten, der im Verlauf des Romans manchmal ein bisschen in Vergessenheit gerät. Es geht zudem um einen kriminellen Clan, um korrupte Polizisten, um einen dubiosen Antiquitätenhändler und die ziemlich verworrene Familiengeschichte eines Politikers. All das verwebt Karin Joachim zu einer vielschichtigen Handlung. Manchmal möchte man als Leser der Protagonistin zustimmen. Oder wie Joachim an einer Stelle schreibt: „Und sie fühlte sich verwirrter, je mehr sie nachdachte.“ Der oft abwesende Hauptkommissar Karin Joachim zeichnet mit Jana Vogt eine liebenswerte junge Frau mit einem liebenswerten Hund. Wir sehen sie in ihrer Dachgeschosswohnung und auf ihrer Dachterrasse, wie sie über alten Akten brütet und über ihre Fälle nachdenkt. Die üblichen Instrumente kriminalpolizeilicher Ermittlungsarbeit stehen ihr nicht zur Verfügung. Durch ihren Lebensgefährten, wenn man es denn so sehen will, Hauptkommissar Clemens Wieland, hat sie doch den einen oder anderen Einblick. Doch das Verhältnis zwischen Jana und Clemens bleibt im Buch seltsam blutleer. Immer passend zur Handlung kommt dagegen die Sprache daher. Karin Joachim lässt Polizisten reden, wie Polizisten eben reden. Das ist authentisch. Weniger authentisch ist, dass der Journalist offenbar dem Politiker einen Artikel vorlegen wollte, bevor er ihn veröffentlichte. Das macht kein Journalist. Ausnahme: Wortinterviews. Wirklichkeitsnah ist, dass Jana bei ihrem Ermittlungstouren manchmal erst ein paar Runden um den Block drehen muss, bevor sie einen Parkplatz findet. In „Tatort“-Filmen ist das anders, da ist immer alles frei, wenn die Kommissare im Auto heranrauschen. Im echten Leben müssen auch Ermittler einen Parkplatz suchen. Ein unterhaltsames Lesevergnügen Karin Joachim legt mit den Juwelennächten* einen Ahr-Krimi vor, in dem sie viele Ebenen und Zeiten miteinander verwoben hat. Ein Lesevergnügen nicht nur für Kenner des Ahrtals. Dass sie bei ihrer Geschichte immer wieder Rückgriffe auf vorangegangene Krimis mit Jana Vogt einflicht, tut dem Verständnis der Geschichte keinen Abbruch. Wer Regionalkrimis mag, sollte unbedingt zu den Ahr-Krimis von Karin Joachim greifen. Nicht nur, aber auch um die Autorin nach der schrecklichen Flutkatastrophe zu unterstützen. *Amazon-Link</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Regionalkrimis werden immer beliebter. Aber während Nord- oder Ostsee, Alpen oder Taunus Schauplätze wie viele andere sind, schwingt bei Ahr-Krimis seit dem 14. Juli 2021 stets der Gedanke an die Flutkatastrophe mit. Deshalb ist der vierte Ahr-Krimi von Karin Joachim mit dem Titel „Juwelennächte“ ein besonderes Buch. Auch, weil die Autorin selbst bei der Katastrophe alles verloren hat.</p>



<span id="more-12078"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne es zu wissen, hat Karin Joachim beim Schreiben der zerstörten Welt im Ahrtal mit ihrem Buch ein Denkmal gesetzt. Stets hat der Leser im Hinterkopf, dass dieses ganz normale Leben, dieses ganz normale Aussehen der Schauplätze des Romans noch vor Erscheinen des Buches sprichwörtlich untergegangen ist. Die Juwelennächte spielen hauptsächlich in Ahrweiler und Bad Neuenahr. Eine Karte vorne im Buch vereinfacht für den Ortsunkundigen das Zurechtfinden in dieser Gegend. Sie zeigt, wo die Orte an der Ahr liegen, auch Schuld, das in der Flutnacht so schrecklich zerstört wurde.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter"><div class="wp-block-embed__wrapper">
https://twitter.com/karin_joachim/status/1447494639339061250
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<p class="wp-block-paragraph">All das war beim Verfassen des Romans noch unvorstellbar. Karin Joachim lässt in ihrem Buch das mondäne Bad Neuenahr mit seinem prachtvollen Kurhaus mit den markanten Doppeltürmen in all seiner Schönheit erstehen. Es ziert auch das Titelblatt des Romans. Dort feierte die politische, wirtschaftliche und kulturelle Prominenz der jungen Bundesrepublik in den 1950er Jahren die Bundespressebälle. Gesellschaftliche Großereignisse, die in dem Roman eine wichtige Rolle spielen. Deshalb der Titel Juwelennächte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der doppelte Fall der Jana Vogt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mittelpunkt steht wie in den drei Vorgängerbüchern der Ahr-Krimis die Tatortfotografin Jana Vogt. Klar, dass jemand wie sie schon berufsmäßig an Schauplätzen von Morden dabei ist. Jana fotografiert aber nicht nur, sie ermittelt auch. Im Fall eines mit Rizin ermordeten Journalisten, den sie kurz vor seinem Tod noch in den Ahr-Thermen kennengelernt hat. Und in einem Fall aus dem Jahr 1954, in dem es um den zwei Männern geht, die offenbar mit Raubüberfällen auf die anreisenden Gäste zum Bundespresseball zu tun hatten und nachts auf der Bundesstraße erschossen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei lernt der Leser, dass die Anreise offenbar gefährlich war. Es tummelten sich falsche Polizisten auf den Straßen, die die Autos anhielten und anschließend die Insassen um Geld und Geschmeide erleichterten. Und natürlich waren auch echte Polizisten dort, um genau das zu verhindern. Wie die beiden unterscheiden?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lehrreich und spannend zugleich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dass es das überhaupt gab, ist eine der schönen Erkenntnisse, die die Juwelennächte dem Leser bieten. Warum der damalige Doppelmord für Jana Vogt eine Rolle spielt und warum er einem alten Mann keine Ruhe lässt, ist eine der Volten, die die Autorin zwischen Gegenwart und Vergangenheit schlägt. Die Auflösung des alten Falls von 1954 soll hier nicht verraten werden. Der Leser darf sich jedenfalls auf eine recht überraschende Wendung freuen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="680" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/KarinJoachim.jpg" alt="Karin Joachim und ihr neues Buch Juwelennächte" class="wp-image-12079" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/KarinJoachim.jpg 510w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/KarinJoachim-113x150.jpg 113w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /><figcaption>Autorin Karin Joachim und die Juwelennächte. Foto: privat</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In der Gegenwart geht es um den besagten Mord an dem Journalisten, der im Verlauf des Romans manchmal ein bisschen in Vergessenheit gerät. Es geht zudem um einen kriminellen Clan, um korrupte Polizisten, um einen dubiosen Antiquitätenhändler und die ziemlich verworrene Familiengeschichte eines Politikers. All das verwebt Karin Joachim zu einer vielschichtigen Handlung. Manchmal möchte man als Leser der Protagonistin zustimmen. Oder wie Joachim an einer Stelle schreibt: „Und sie fühlte sich verwirrter, je mehr sie nachdachte.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der oft abwesende Hauptkommissar</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Karin Joachim zeichnet mit Jana Vogt eine liebenswerte junge Frau mit einem liebenswerten Hund. Wir sehen sie in ihrer Dachgeschosswohnung und auf ihrer Dachterrasse, wie sie über alten Akten brütet und über ihre Fälle nachdenkt. Die üblichen Instrumente kriminalpolizeilicher Ermittlungsarbeit stehen ihr nicht zur Verfügung. Durch ihren Lebensgefährten, wenn man es denn so sehen will, Hauptkommissar Clemens Wieland, hat sie doch den einen oder anderen Einblick. Doch das Verhältnis zwischen Jana und Clemens bleibt im Buch seltsam blutleer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer passend zur Handlung kommt dagegen die Sprache daher. Karin Joachim lässt Polizisten reden, wie Polizisten eben reden. Das ist authentisch. Weniger authentisch ist, dass der Journalist offenbar dem Politiker einen Artikel vorlegen wollte, bevor er ihn veröffentlichte. Das macht kein Journalist. Ausnahme: Wortinterviews. Wirklichkeitsnah ist, dass Jana bei ihrem Ermittlungstouren manchmal erst ein paar Runden um den Block drehen muss, bevor sie einen Parkplatz findet. In „Tatort“-Filmen ist das anders, da ist immer alles frei, wenn die Kommissare im Auto heranrauschen. Im echten Leben müssen auch Ermittler einen Parkplatz suchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein unterhaltsames Lesevergnügen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Karin Joachim legt mit den <a href="https://amzn.to/3BagjzO" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Juwelennächten</a>* einen Ahr-Krimi vor, in dem sie viele Ebenen und Zeiten miteinander verwoben hat. Ein Lesevergnügen nicht nur für Kenner des Ahrtals. Dass sie bei ihrer Geschichte immer wieder Rückgriffe auf vorangegangene Krimis mit Jana Vogt einflicht, tut dem Verständnis der Geschichte keinen Abbruch. Wer <a href="https://buchszene.de/buchempfehlungen/krimi-und-thriller/regionalkrimis/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Regionalkrimis</a> mag, sollte unbedingt zu den Ahr-Krimis von Karin Joachim greifen. Nicht nur, aber auch um die Autorin nach der schrecklichen Flutkatastrophe zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">*Amazon-Link</p>
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		<title>Lieblingsgedicht: Mal dies, mal das, aber immer irgendeines</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Sep 2021 16:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="535" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/lesende-2.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/lesende-2.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/lesende-2-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/lesende-2-768x514.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/lesende-2-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Gerade macht das Interview eines Schülerreporters die Runde, der einen AfD-Spitzenkandidaten befragt hat. Diese behauptet darin, es müssten mehr deutsche Gedichte gelernt werden. Nach seinem Lieblingsgedicht befragt, stottert der Kandidat herum und muss zugeben, ihm fiele gerade keines ein. Das könnte mir nicht passieren, ich habe eine ganze Reihe von Lieblingsgedichten. Zunächst habe ich auf Twitter nur einen Post gesehen, in dem jemand nach den Lieblingsgedichten seiner Follower fragte. Aber da wusste ich noch gar nicht, worum es geht. Erst später habe ich das Interview mit Kinderreporter Alexander gesehen. Die Passage mit dem Gedicht kommt bei Minute 1:25. An Stelle des Kandidaten hätte ich nicht eine Sekunde zögern müssen, ein Lieblingsgedicht zu nennen. Das Trauerspiel von Afghanistan Ein aktuelles Lieblingsgedicht ist mir sofort eingefallen. Es ist schon lange eines meiner liebsten und zurzeit besonders aktuell. &#8222;Das Trauerspiel von Afghanistan&#8220; von Theodor Fontane, geschrieben 1859. Es zeigt zum einen, dass Afghanistan schon immer ein vom Krieg gebeuteltes Land war und dass schon vor mehr als 100 Jahren Armeen geschlagen oder erfolglos von dort abziehen mussten. Die dort geschilderte Verzweiflung ist für mich aber auch symbolisch die derer, die bei der Luftbrücke im Land zurückbleiben mussten. Ich saß auf einem Steine Ein anderes Lieblingsgedicht ist von Walther von der Vogelweide. Ich habe es in der Schule, später im Germanistik-Studium gelesen, auch auf Mittelhochdeutsch, und kann es bis heute auswendig, in der Originalsprache. &#8222;Ich saß auf einem Steine&#8220; ist sogar ein fotografiertes Gedicht geworden. Das Trauerspiel habe ich nur verlinkt, obwohl es mittlerweile gemeinfrei ist. Für Walther von der Vogelweide trifft das nach 800 Jahren allemal zu. Deshalb hier die mittelhochdeutsche Variante, die hochdeutsche ist unter dem Link vom fotografierten Gedicht zu finden. Ich saz ûf eime steineund dahte bein mit beine:dar ûf satzt ich den ellenbogen:ich hete in mîne hant gesmogendaz kinne und ein mîn wange.dô dâhte ich mir vil ange,wie man zer welte solte leben:deheinen rât kond ich gegeben,wie man driu dinc erwurbe,der keines niht verdurbe.diu zwei sint êre und varnde guot,daz dicke ein ander schaden tuot:daz dritte ist gotes hulde,der zweier übergulde.die wolte ich gerne in einen schrîn.jâ leider desn mac niht gesîn,daz guot und weltlich êreund gotes hulde mêrezesamene in ein herze komen.stîg unde wege sint in benomen:untriuwe ist in der sâze,gewalt vert ûf der strâze:fride unde reht sint sêre wunt.diu driu enhabent geleites niht, diuzwei enwerden ê gesunt. Mir gefällt an diesem Gedicht besonders die Situation, wie der Mann auf dem Stein sitzt, die Beine übergeschlagen, das Kinn aufgestützt, und über die Welt und das Leben nachsinnt. Manchmal ertappe ich mich selbst, wie ich so gedankenverloren irgendwo sitze. Vielleicht spricht mich das Gedicht deshalb so an. Im Park Wie sehr die Kindheit das Verhältnis zu einem Gedicht bestimmen kann, zeigt ein anderes Lieblingsgedicht: &#8222;Im Park&#8220; von Joachim Ringelnatz. Meine Mutter hat oft die letzten zwei Zeilen zitiert, weil sie die so hübsch fand. Ich mag das recht kurze Gedicht bis heute. Die letzten zwei Zeilen verrate ich nicht. Hört selbst. Die Füße im Feuer In der Schule werden den Kindern allerlei Gedichte vermittelt, eines davon ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Ich mag es bis heute, obwohl es sehr grausam ist: &#8222;Die Füße im Feuer&#8220; von Conrad Ferdinand Meyer. Vor allem der lange Vers in der Mitte der Ballade hat es mir angetan. Die kurzen, knappen Sätze, die das ganze Grauen einer Nacht so überaus deutlich machen. Deshalb und wegen der schaurigen Geschichte sind die Füße im Feuer ein Lieblingsgedicht. Ameisenkinder Manchmal entdeckt man unversehens ein neues Lieblingsgedicht. Nach der schwermütigen Meyer-Ballade kommt jetzt wieder etwas Lustiges: &#8222;Ameisenkinder&#8220; von James Krüss. Kennengelernt und zum ersten Mal gehört habe ich es vor Kurzem bei &#8222;Lauter Lyrik&#8220; auf NDR-Kultur. Krüss war mir im Laufe der Jahre komplett entfallen, obwohl er einer der Dichter und Autoren ist, die es verdient haben, öfter ins Licht der Öffentlichkeit gerückt zu werden. Sein Kinderbuch &#8222;Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen&#8220;* hat ihn berühmt gemacht. Ich habe es gerne gelesen. Dir Der schönste Gedichtband, den ich kenne, ist &#8222;Dir&#8220; von Heinrich Vogeler. Nicht nur die schlichten, aber wirkungsvollen Gedichte haben es mir angetan, sondern auch die grafische Gestaltung des kleinen Bändchens der Insel-Bücherei*. Schriftbild und Gestaltung sind so hinreißend schön und für jeden Freund des Jugendstils ein Gewinn. Das sind die Lieblingsgedichte, die mir auf Anhieb einfallen. Es gibt noch ein paar weitere, aber das sind die, die mir auf die Frage nach einem Lieblingsgedicht spontan einfallen. Da ich viel lese, kommen immer mal ein paar neue Gedichte hinzu, die mich fesseln, ohne dass ich die bisherigen vergesse. Das ist das Schöne: Wenn etwas Neues hinzukommt, ist das Alte damit nicht weg. Lesen bereichert halt immer. *Amazon-Link</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="535" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/lesende-2.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/lesende-2.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/lesende-2-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/lesende-2-768x514.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/lesende-2-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Gerade macht das Interview eines Schülerreporters die Runde, der einen AfD-Spitzenkandidaten befragt hat. Diese behauptet darin, es müssten mehr deutsche Gedichte gelernt werden. Nach seinem Lieblingsgedicht befragt, stottert der Kandidat herum und muss zugeben, ihm fiele gerade keines ein. Das könnte mir nicht passieren, ich habe eine ganze Reihe von Lieblingsgedichten.</p>



<span id="more-12006"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst habe ich auf Twitter nur einen Post gesehen, in dem jemand nach den Lieblingsgedichten seiner Follower fragte. Aber da wusste ich noch gar nicht, worum es geht. Erst später habe ich das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=65exOAKgnvA" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Interview mit Kinderreporter Alexander</a> gesehen. Die Passage mit dem Gedicht kommt bei Minute 1:25. An Stelle des Kandidaten hätte ich nicht eine Sekunde zögern müssen, ein Lieblingsgedicht zu nennen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Trauerspiel von Afghanistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein aktuelles Lieblingsgedicht ist mir sofort eingefallen. Es ist schon lange eines meiner liebsten und zurzeit besonders aktuell. <a href="https://www.mumag.de/gedichte/fon_t12.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Das Trauerspiel von Afghanistan&#8220;</a> von Theodor Fontane, geschrieben 1859. Es zeigt zum einen, dass <a href="https://pyrolim.de/pyropro/ach-afghanistan-erinnerung-an-einen-kurzen-besuch/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Afghanistan</a> schon immer ein vom Krieg gebeuteltes Land war und dass schon vor mehr als 100 Jahren Armeen geschlagen oder erfolglos von dort abziehen mussten. Die dort geschilderte Verzweiflung ist für mich aber auch symbolisch die derer, die bei der Luftbrücke im Land zurückbleiben mussten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ich saß auf einem Steine</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anderes Lieblingsgedicht ist von Walther von der Vogelweide. Ich habe es in der Schule, später im Germanistik-Studium gelesen, auch auf Mittelhochdeutsch, und kann es bis heute auswendig, in der Originalsprache. &#8222;Ich saß auf einem Steine&#8220; ist sogar <a href="https://pyrolim.de/pyropro/ich-sass-auf-einem-steine-das-fotografierte-gedicht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ein fotografiertes Gedicht </a>geworden. Das Trauerspiel habe ich nur verlinkt, obwohl es mittlerweile gemeinfrei ist. Für Walther von der Vogelweide trifft das nach 800 Jahren allemal zu. Deshalb hier die mittelhochdeutsche Variante, die hochdeutsche ist unter dem Link vom fotografierten Gedicht zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich saz ûf eime steine<br>und dahte bein mit beine:<br>dar ûf satzt ich den ellenbogen:<br>ich hete in mîne hant gesmogen<br>daz kinne und ein mîn wange.<br>dô dâhte ich mir vil ange,<br>wie man zer welte solte leben:<br>deheinen rât kond ich gegeben,<br>wie man driu dinc erwurbe,<br>der keines niht verdurbe.<br>diu zwei sint êre und varnde guot,<br>daz dicke ein ander schaden tuot:<br>daz dritte ist gotes hulde,<br>der zweier übergulde.<br>die wolte ich gerne in einen schrîn.<br>jâ leider desn mac niht gesîn,<br>daz guot und weltlich êre<br>und gotes hulde mêre<br>zesamene in ein herze komen.<br>stîg unde wege sint in benomen:<br>untriuwe ist in der sâze,<br>gewalt vert ûf der strâze:<br>fride unde reht sint sêre wunt.<br>diu driu enhabent geleites niht, diu<br>zwei enwerden ê gesunt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir gefällt an diesem Gedicht besonders die Situation, wie der Mann auf dem Stein sitzt, die Beine übergeschlagen, das Kinn aufgestützt, und über die Welt und das Leben nachsinnt. Manchmal ertappe ich mich selbst, wie ich so gedankenverloren irgendwo sitze. Vielleicht spricht mich das Gedicht deshalb so an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Park</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sehr die Kindheit das Verhältnis zu einem Gedicht bestimmen kann, zeigt ein anderes Lieblingsgedicht:  &#8222;Im Park&#8220; von Joachim Ringelnatz. Meine Mutter hat oft die letzten zwei Zeilen zitiert, weil sie die so hübsch fand. Ich mag das recht kurze Gedicht bis heute. Die letzten zwei Zeilen verrate ich nicht. Hört selbst.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Joachim Ringelnatz: IM PARK (Gedicht zum Frühling)" width="960" height="540" src="https://www.youtube.com/embed/UsrVztGdnfA?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption>Florian Friedrich liest &#8222;Im Park&#8220; von Joachim Ringelnatz.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Die Füße im Feuer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Schule werden den Kindern allerlei Gedichte vermittelt, eines davon ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Ich mag es bis heute, obwohl es sehr grausam ist:<a href="https://www.martinschlu.de/kulturgeschichte/neunzehntes/vormaerz/meyer/gedichte/fuesse.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> &#8222;Die Füße im Feuer&#8220;</a> von Conrad Ferdinand Meyer. Vor allem der lange Vers in der Mitte der Ballade hat es mir angetan. Die kurzen, knappen Sätze, die das ganze Grauen einer Nacht so überaus deutlich machen. Deshalb und wegen der schaurigen Geschichte sind die Füße im Feuer ein Lieblingsgedicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ameisenkinder</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal entdeckt man unversehens ein neues Lieblingsgedicht. Nach der schwermütigen Meyer-Ballade kommt jetzt wieder etwas Lustiges: <a href="https://www.babelmatrix.org/works/de/Kr%C3%BCss%2C_James-1926/Ameisenkinder" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Ameisenkinder&#8220;</a> von James Krüss. Kennengelernt und zum ersten Mal gehört habe ich es vor Kurzem bei <a href="https://www.ndr.de/kultur/sendungen/lauter_lyrik/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Lauter Lyrik&#8220;</a> auf NDR-Kultur. Krüss war mir im Laufe der Jahre komplett entfallen, obwohl er einer der Dichter und Autoren ist, die es verdient haben, öfter ins Licht der Öffentlichkeit gerückt zu werden. Sein Kinderbuch <a href="https://amzn.to/3hsc0ch" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen&#8220;</a>* hat ihn berühmt gemacht. Ich habe es gerne gelesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Dir</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der schönste Gedichtband, den ich kenne, ist <a href="https://pyrolim.de/gelesen/lyrik/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Dir&#8220;</a> von Heinrich Vogeler. Nicht nur die schlichten, aber wirkungsvollen Gedichte haben es mir angetan, sondern auch die grafische Gestaltung des kleinen <a href="https://amzn.to/3k2u3Ht" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bändchens der Insel-Bücherei</a>*. Schriftbild und Gestaltung sind so hinreißend schön und für jeden Freund des Jugendstils ein Gewinn. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind die Lieblingsgedichte, die mir auf Anhieb einfallen. Es gibt noch ein paar weitere, aber das sind die, die mir auf die Frage nach einem Lieblingsgedicht spontan einfallen. Da <a href="https://pyrolim.de/pyropro/lesen-wie-warum-und-warum-nicht-mehr-so-viel-wie-frueher/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ich viel lese</a>, kommen immer mal ein paar neue Gedichte hinzu, die mich fesseln, ohne dass ich die bisherigen vergesse.  Das ist das Schöne: Wenn etwas Neues hinzukommt, ist das Alte damit nicht weg. Lesen bereichert halt immer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">*Amazon-Link</p>
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		<title>Frau? Mann? Bin ich oder werde ich gelesen</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/frau-mann-bin-ich-oder-werde-ich-gelesen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Mar 2021 16:26:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="444" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kloelphi.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kloelphi.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kloelphi-150x83.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kloelphi-768x426.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>In sozialen Netzwerken begegnen mir immer wieder seltsame Wendungen. Da werden Menschen &#8222;als Frauen gelesen&#8220;. Ich dachte immer, wir lesen Texte. Immer häufiger beobachte ich, dass Wörter, deren Bedeutung an sich klar ist, in anderen Zusammenhängen verwendet werden. Vor allem aber finde ich dieses gelesen werden von Menschen abstrus. Wer sich etwas genauer damit befasst, lernt schnell, dass Frau sein mindestens zweierlei ist: entweder, jemand wird als Frau gelesen oder identifiziert sich als Frau. Für mich ist das an sich dasselbe. Warum soll ich als Frau nicht als Frau gesehen &#8211; besser als gelesen, immerhin &#8211; werden? Ich bin Frau, fühle mich als Frau und werde als Frau wahrgenommen. Ob jemand in mir liest oder mein Frausein liest, ist mir doch egal. Seit wann werden Menschen gelesen? Ich laufe nicht durch die Gegend und überlege mir, wie jemand mich liest. Wer sind überhaupt diese Frauen, die sich als Frauen gelesen fühlen, aber nicht Frau sind? Die Befürworter der Formulierung &#8222;als Frauen gelesen&#8220; führen an, dass nicht-binäre und Transmenschen als Frauen &#8222;gelesen&#8220; werden, obwohl sie sich nicht als solche fühlen oder als solche eingeordnet werden möchten. Ein durchaus nachvollziehbarer Wunsch. Aber ist der wirklich mit der Formilierung, jemand werde &#8222;als Frau gelesen&#8220; aus der Welt geschafft? Es geht noch schlimmer: frauisierte Menschen Die sprachlichen Verrenkungen, um mehr als sogenannte Cis-Frauen zu bezeichnen, gehen sogar noch viel weiter. Da ist die Rede von &#8222;Menschen, die schwanger werden können&#8220; oder &#8222;Menschen mit Uterus&#8220; oder &#8222;Menschen, die menstruieren&#8220;. Okay, spielen wir das mal durch. Ich bin in einem Alter, in dem ich nicht mehr schwanger werden kann und will. Also bin ich da raus, wenn es um Menschen, die schwanger werden können, geht. Ob Frau oder nicht. Und wie ist es mit Menschen mit Uterus? Sind die keine Frauen mehr, falls sie keinen Uterus mehr haben? Wer übrigens nichts von gelesenen Frauen wissen möchte, hat eine völlig verrückte Alternative: frauisierte Menschen. Ich kann mich also nur einer Twitter-Nutzerin anschließen, die schrieb: &#8222;Nervigstes Trendwort momentan: Dinge „lesen“, die man nicht lesen kann. Menschen werden etwa nicht als Mann oder Frau „gelesen“, sondern eingeordnet. Und Filme werden nicht „rassistisch gelesen“, sondern als rassistisch interpretiert oder eingestuft.&#8220; Was mich dazu bringt, darauf hinzuweisen, dass nicht nur Frauen gelesen werden, sondern auch alles möglich andere. Übrigens werden Männer nie als Männer gelesen, Männer sind Männer, gerne mit dem Zusatz alte weiße oder neuerdings auch junge weiße Männer, die auch angeblich nichts zu sagen haben. Adressieren und markieren Der Wahn, Menschen nicht als Menschen irgendeines Geschlechts benennen zu wollen, geht noch weiter. Da werden Menschen &#8222;als Frauen markiert oder &#8222;adressiert&#8220;. Das bedeutet für die Frauen auch, dass sie diese Zuschreibungen passiv ertragen müssen. Nur gut, dass diese Art des Sprechens und Schreibens letztlich nur in einer Bubble stattfindet. Da draußen in der Welt lesen Leute Bücher, aber sie lesen keine Menschen.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">In sozialen Netzwerken begegnen mir immer wieder seltsame Wendungen. Da werden Menschen &#8222;als Frauen gelesen&#8220;. Ich dachte immer, wir lesen Texte. Immer häufiger beobachte ich, dass Wörter, deren Bedeutung an sich klar ist, in anderen Zusammenhängen verwendet werden. Vor allem aber finde ich dieses gelesen werden von Menschen abstrus.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Wer sich etwas genauer damit befasst, lernt schnell, dass Frau sein mindestens zweierlei ist: entweder, jemand wird als Frau gelesen oder identifiziert sich als Frau. Für mich ist das an sich dasselbe. Warum soll ich als Frau nicht als Frau gesehen &#8211; besser als gelesen, immerhin &#8211; werden? Ich bin Frau, fühle mich als Frau und werde als Frau wahrgenommen. Ob jemand in mir liest oder mein Frausein liest, ist mir doch egal.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Seit wann werden Menschen gelesen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich laufe nicht durch die Gegend und überlege mir, wie jemand mich liest. Wer sind überhaupt diese Frauen, die sich als Frauen gelesen fühlen, aber nicht Frau sind? Die Befürworter der Formulierung &#8222;als Frauen gelesen&#8220; führen an, dass nicht-binäre und Transmenschen als Frauen &#8222;gelesen&#8220; werden, obwohl sie <a href="https://www.republik.ch/2018/12/21/warum-ich-als-frau-gelesen-werde" target="_blank" rel="noreferrer noopener">sich nicht als solche fühlen oder als solche eingeordnet werden möchten</a>. Ein durchaus nachvollziehbarer Wunsch. Aber ist der wirklich mit der Formilierung, jemand werde &#8222;als Frau gelesen&#8220; aus der Welt geschafft?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Es geht noch schlimmer: frauisierte Menschen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die sprachlichen Verrenkungen, um mehr als sogenannte <a href="https://pyrolim.de/pyropro/cis-maenner-was-soll-das-sein/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Cis-Frauen</a> zu bezeichnen, gehen sogar noch viel weiter.  Da ist die Rede von &#8222;Menschen, die schwanger werden können&#8220; oder &#8222;Menschen mit Uterus&#8220; oder &#8222;Menschen, die menstruieren&#8220;. Okay, spielen wir das mal durch. Ich bin in einem Alter, in dem ich nicht mehr schwanger werden kann und will. Also bin ich da raus, wenn es um Menschen, die schwanger werden können, geht. Ob Frau oder nicht. Und wie ist es mit Menschen mit Uterus? Sind die keine Frauen mehr, falls sie keinen Uterus mehr haben? Wer übrigens nichts von gelesenen Frauen wissen möchte, hat eine völlig verrückte Alternative: frauisierte Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann mich also nur einer Twitter-Nutzerin anschließen, die schrieb: &#8222;Nervigstes Trendwort momentan: Dinge „lesen“, die man nicht lesen kann. Menschen werden etwa nicht als Mann oder Frau „gelesen“, sondern eingeordnet. Und Filme werden nicht „rassistisch gelesen“, sondern als rassistisch interpretiert oder eingestuft.&#8220; Was mich dazu bringt, darauf hinzuweisen, dass nicht nur Frauen gelesen werden, sondern auch alles möglich andere. Übrigens werden Männer nie als Männer gelesen, Männer sind Männer, gerne mit dem Zusatz alte weiße oder neuerdings auch junge weiße Männer, die auch angeblich nichts zu sagen haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Adressieren und markieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wahn, Menschen nicht als Menschen irgendeines Geschlechts benennen zu wollen, geht noch weiter. Da werden Menschen &#8222;als Frauen markiert oder &#8222;adressiert&#8220;. Das bedeutet für die Frauen auch, dass sie diese Zuschreibungen passiv ertragen müssen. Nur gut, dass diese Art des Sprechens und Schreibens letztlich nur in einer Bubble stattfindet. Da draußen in der Welt lesen Leute Bücher, aber sie lesen keine Menschen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/frau-mann-bin-ich-oder-werde-ich-gelesen/">Frau? Mann? Bin ich oder werde ich gelesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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