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	<title>Kultur Archive - Pyrolirium</title>
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	<title>Kultur Archive - Pyrolirium</title>
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		<title>Großes Konzerterlebnis: Die 3. Sinfonie von Gustav Mahler, von Laien gespielt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 18:46:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Klassik]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="485" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/mahlertitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Laienorchester spielt die 3. Sinfonie von Gustav Mahler in der Hamburger Laeiszhalle." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/mahlertitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/mahlertitel-150x91.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/mahlertitel-768x466.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Die 3. Sinfonie von Gustav Mahler ist eine Herausforderung. Zwei Stunden anspruchsvolle Musik für Spieler und Zuhörer. Ich habe sie in der Hamburger Laeiszhalle gehört. Ein besonderes Erlebnis. Dieses Erlebnis ist schon deshalb so besonders, weil im Orchester 92 Laienmusiker sitzen. Es ist ein Projekt des Landesverbands norddeutscher Liebhaberorchester (BDLO), das sich die mit mehr als eineinhalb Stunden Spielzeit längste jemals komponierte Sinfonie vorgenommen hat. Dabei liegt die Herausforderung für Dirigent Wolf Tobias Maximilian Müller nicht nur in der Größe des Werkes und der Tatsache, dass hier Laienmusiker im Orchester sitzen. Es ist auch seine große Aufgabe, die Musiker, die aus verschiedenen Orchestern kommen, zu einer Einheit zusammenzufassen. Hinzu kommen noch zwei Chöre und eine Altistin. Eine Sinfonie wie ein Gemälde „Es ist ein Geschenk, dazuzugehören“, sagt Nick Vogler, Redakteur und Cellist aus Lübeck. Er hat bereits 2024 mitgespielt, als das Lübecker Kammerorchester unter anderem die Sinfonie Nr. 5 von Dmitri Schostakowitsch aufgeführt hat. Die Mahler-Sinfonie sei noch viel schwieriger, technisch, musikalisch, und manchmal sei auch schwer zu hören, was im Orchester vor sich geht. Wie er das Konzert und das Werk empfunden hat? „Das ganze Werk ist wie ein großes Gemälde, und jeder hat seine Farbe beizusteuern“, beschreibt Vogler sein Gefühl. Farbenreich ist die 3. Sinfonie wirklich. Und sie zeigt deutlich, dass Gustav Mahler ein Faible für tiefe Bläser hatte. Das wird gleich im Anfangsmotiv des 1. Satzes deutlich, den Posaunen, Hörner und Tuba zu spielen haben. Satter Klang, Töne ohne Fehl und Tadel, dazu die wunderbare Akustik der Laeiszhalle: Schon nach wenigen Takten war klar, welches Klangerlebnis die Zuhörer erwarten durften. Mahler mochte die Bläser, schrieb ihnen immer wieder und nicht nur den tiefen wie Fagott oder Tuba Solopartien in seine Sinfonie. Da konnten sie glänzen, etwa die Oboen, ebenso wie die Schlagzeuger, die einen der schwierigsten Parts bei solchen Werken haben. Je mehr Streicher, desto mehr piano Etwas, was den Streichern so nicht vergönnt ist. Sie spielten ihr ganzes Können bei den großen Tutti-Passagen aus. Vor allem im letzten Satz, überschrieben „langsam ruhevoll empfunden“, bewiesen die Geiger, Bratschistinnen, Cellisten und Bassisten, dass sie trotz ihrer Masse in elfengleichem Piano zu spielen verstehen. Etwas mehr Zurückhaltung des Orchesters wäre dagegen im vierten und fünften Satz schön gewesen. Die Altistin Dorothee Bienert hatte zeitweise Mühe, sich gegen die machtvollen Instrumentalisten durchzusetzen. Da ging es dem Frauenchor und dem im oberen Rang platzierten Kinderchor etwas besser. Vor allem der Kinderchor mit seinem unprätentiösen und etwas rauen Bimm-Bamm-Bimm sang sich in die Herzen der Zuhörer. Der Rang, erst auf der einen, dann auf der anderen Seite, war auch die Bühne für Posthorn-Solistin Antonia Efinger. Für viele nicht sichtbar, aber hörbar, weshalb sich etliche Köpfe nach hinten-oben drehten. Efinger spielte ihren Part hinreißend schön, ein winziger Tonwackler fiel da nicht ins Gewicht. Mahler verlangt Könner Die Ausschreibung des BDLO Nord für die Laienmusiker verlangte für die Mahler-Sinfonie „sehr fortgeschrittene Instrumentalisten“, was angesichts der Schwierigkeit des Werks kein Wunder ist. Umso mehr Hochachtung verdient die Leistung der Musiker und Musikerinnen, die allesamt keine Profis sind, aber nahe an deren Können heranreichen. Da geht es nicht nur um Töne, sondern natürlich auch um ein gelungenes Zusammenspiel, um Dynamik und Tempi, und darum, Mahlers überbordende Spielanweisungen umzusetzen. So enthält allein der erste Satz für die Bratsche an die 500 Eintragungen. Nick Vogler berichtet aus den Proben, dass Dirigent Müller darauf hingewirkt habe, alles so zu spielen, wie Mahlers Anweisungen lauten. Obendrein musste Müller den Haufen zusammenhalten, um es flapsig auszudrücken. Keine leichte Aufgabe, wenn die Ausführenden aus so vielen Ecken, sprich Laienorchestern, kommen. Mit vollem Körpereinsatz und straffem Dirigat meisterte der Dirigent seine Aufgabe bestens. Jedenfalls habe ich in der ganzen langen Aufführung kein merkliches Klappern gehört. Eventuelle Fehler dürften höchstens exzellenten Kennern des Werks aufgefallen sein. Furioses Finale nach eineinhalb Stunden Ein musikalischer Hochgenuss endete mit dem furiosen Finale des sechsten Satzes mit hämmernden Paukenschlägen, viel Blech und tanzenden Geigenbögen. Danach hätte ich mir noch ein paar Sekunden andächtige Stille gewünscht. Einen Moment, um diese wunderbare Musik in mir nachhallen zu lassen. Leider hat ein Bravo-Brüller rechts hinter mir diesen Moment kaputt gemacht. Sehr schade. Aber diese Leute sind offenbar nicht auszurotten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/grosses-konzerterlebnis-die-3-sinfonie-von-gustav-mahler-von-laien-gespielt/">Großes Konzerterlebnis: Die 3. Sinfonie von Gustav Mahler, von Laien gespielt</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="485" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/mahlertitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Laienorchester spielt die 3. Sinfonie von Gustav Mahler in der Hamburger Laeiszhalle." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/mahlertitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/mahlertitel-150x91.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/mahlertitel-768x466.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Die 3. Sinfonie von Gustav Mahler ist eine Herausforderung. Zwei Stunden anspruchsvolle Musik für Spieler und Zuhörer. Ich habe sie in der Hamburger Laeiszhalle gehört. Ein besonderes Erlebnis.</p>



<span id="more-14684"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Erlebnis ist schon deshalb so besonders, weil im Orchester 92 Laienmusiker sitzen. Es ist ein Projekt des <a href="https://www.bdlo-nord.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Landesverbands norddeutscher Liebhaberorchester (BDLO)</a>, das sich die mit mehr als eineinhalb Stunden Spielzeit längste jemals komponierte <a href="https://pyrolim.de/pyropro/die-sinfonie-der-symphonie-schreibung/" type="post" id="5817" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sinfonie</a> vorgenommen hat. Dabei liegt die Herausforderung für Dirigent <a href="https://www.wolftobiasmueller.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wolf Tobias Maximilian Müller</a> nicht nur in der Größe des Werkes und der Tatsache, dass hier Laienmusiker im Orchester sitzen. Es ist auch seine große Aufgabe, die Musiker, die aus verschiedenen Orchestern kommen, zu einer Einheit zusammenzufassen. Hinzu kommen noch zwei Chöre und eine Altistin.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Sinfonie wie ein Gemälde</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist ein Geschenk, dazuzugehören“, sagt Nick Vogler, <a href="https://www.ln-online.de/lokales/luebeck/konzert-in-hamburg-orchester-aus-200-amateuren-spielt-gustav-mahlers-3-sinfonie-VM654HFIIFBJDGYZZLVE7H42GE.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Redakteur und Cellist aus Lübeck</a>. Er hat bereits 2024 mitgespielt, als das <a href="https://pyrolim.de/pyropro/ein-abend-im-konzertsaal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lübecker Kammerorchester unter anderem die Sinfonie Nr. 5 von Dmitri Schostakowitsch aufgeführt hat</a>. Die Mahler-Sinfonie sei noch viel schwieriger, technisch, musikalisch, und manchmal sei auch schwer zu hören, was im Orchester vor sich geht. Wie er das Konzert und das Werk empfunden hat? „Das ganze Werk ist wie ein großes Gemälde, und jeder hat seine Farbe beizusteuern“, beschreibt Vogler sein Gefühl.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/mahler2.jpg" alt="" class="wp-image-14692" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/mahler2.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/mahler2-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/mahler2-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Redakteur Nick Vogler aus Lübeck am Cello. Es ist nicht sein erstes großes Konzert, an dem er mitwirkt.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Farbenreich ist die 3. Sinfonie wirklich. Und sie zeigt deutlich, dass Gustav Mahler ein Faible für tiefe Bläser hatte. Das wird gleich im Anfangsmotiv des 1. Satzes deutlich, den Posaunen, Hörner und Tuba zu spielen haben. Satter Klang, Töne ohne Fehl und Tadel, dazu die wunderbare Akustik der Laeiszhalle: Schon nach wenigen Takten war klar, welches Klangerlebnis die Zuhörer erwarten durften. Mahler mochte die Bläser, schrieb ihnen immer wieder und nicht nur den tiefen wie Fagott oder Tuba Solopartien in seine Sinfonie. Da konnten sie glänzen, etwa die Oboen, ebenso wie die Schlagzeuger, die einen der schwierigsten Parts bei solchen Werken haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Je mehr Streicher, desto mehr piano</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas, was den Streichern so nicht vergönnt ist. Sie spielten ihr ganzes Können bei den großen Tutti-Passagen aus. Vor allem im letzten Satz, überschrieben „langsam ruhevoll empfunden“, bewiesen die Geiger, Bratschistinnen, Cellisten und Bassisten, dass sie trotz ihrer Masse in elfengleichem Piano zu spielen verstehen. Etwas mehr Zurückhaltung des Orchesters wäre dagegen im vierten und fünften Satz schön gewesen. Die Altistin Dorothee Bienert hatte zeitweise Mühe, sich gegen die machtvollen Instrumentalisten durchzusetzen. Da ging es dem Frauenchor und dem im oberen Rang platzierten Kinderchor etwas besser. Vor allem der Kinderchor mit seinem unprätentiösen und etwas rauen Bimm-Bamm-Bimm sang sich in die Herzen der Zuhörer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rang, erst auf der einen, dann auf der anderen Seite, war auch die Bühne für Posthorn-Solistin Antonia Efinger. Für viele nicht sichtbar, aber hörbar, weshalb sich etliche Köpfe nach hinten-oben drehten. Efinger spielte ihren Part hinreißend schön, ein winziger Tonwackler fiel da nicht ins Gewicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mahler verlangt Könner</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausschreibung des BDLO Nord für die Laienmusiker verlangte für die Mahler-Sinfonie „sehr fortgeschrittene Instrumentalisten“, was angesichts der Schwierigkeit des Werks kein Wunder ist. Umso mehr Hochachtung verdient die Leistung der Musiker und Musikerinnen, die allesamt keine Profis sind, aber nahe an deren Können heranreichen. Da geht es nicht nur um Töne, sondern natürlich auch um ein gelungenes Zusammenspiel, um Dynamik und Tempi, und darum, Mahlers überbordende Spielanweisungen umzusetzen. So enthält allein der erste Satz für die Bratsche an die 500 Eintragungen. Nick Vogler berichtet aus den Proben, dass Dirigent Müller darauf hingewirkt habe, alles so zu spielen, wie Mahlers Anweisungen lauten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obendrein musste Müller den Haufen zusammenhalten, um es flapsig auszudrücken. Keine leichte Aufgabe, wenn die Ausführenden aus so vielen Ecken, sprich Laienorchestern, kommen. Mit vollem Körpereinsatz und straffem Dirigat meisterte der Dirigent seine Aufgabe bestens. Jedenfalls habe ich in der ganzen langen Aufführung kein merkliches Klappern gehört. Eventuelle Fehler dürften höchstens exzellenten Kennern des Werks aufgefallen sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Furioses Finale nach eineinhalb Stunden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein musikalischer Hochgenuss endete mit dem furiosen Finale des sechsten Satzes mit hämmernden Paukenschlägen, viel Blech und tanzenden Geigenbögen. Danach hätte ich mir noch ein paar Sekunden andächtige Stille gewünscht. Einen Moment, um diese wunderbare Musik in mir nachhallen zu lassen. Leider hat ein Bravo-Brüller rechts hinter mir diesen Moment kaputt gemacht. Sehr schade. Aber diese Leute sind offenbar nicht auszurotten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/grosses-konzerterlebnis-die-3-sinfonie-von-gustav-mahler-von-laien-gespielt/">Großes Konzerterlebnis: Die 3. Sinfonie von Gustav Mahler, von Laien gespielt</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Liebermann-Villa am Wannsee: Im Mai ganz wunderbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 14:51:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Gartenkunst]]></category>
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		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Liebermann-Villa am Wannsee mit Birken im Vordergrund." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich habe einen Termin in Berlin genutzt, um die Liebermann-Villa am Wannsee zu besuchen. Mitte Mai ist der Garten besonders schön. Ich wollte schon immer mal in die Liebermann-Villa, seitdem sie seit 2006 für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Aber Berlin liegt für uns nicht um die Ecke. Umso mehr habe ich mich jetzt über die Möglichkeit gefreut, auf dem Weg in die Berliner Innenstadt einen Abstecher zum Wannsee machen zu können. Eines der kleinsten Museen Deutschlands Die Liebermann-Villa liegt am Ende der recht kurzen Colomierstraße, die von der Straße Am Großen Wannsee abzweigt. Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt, aber mit Glück gibt es noch einen Platz am Straßenrand mit Parkscheibenregelungen für zwei Stunden. Das reicht für die Liebermann-Villa. Schließlich gelten Villa und Garten als eines der kleinsten Museen Deutschlands. In dem es aber viel zu sehen und zu genießen gibt. Im ehemaligen Gärtnerhäuschen sind Kasse und Museumsshop untergebracht. Von dort geht es zunächst auf die Rückseite der Villa mit Gemüsegarten und Staudengarten. Bei unserem Besuch blühten Bellis, also Tausendschön, und Stiefmütterchen im Staudengarten in voller Pracht. Im Gemüsegarten waren die Salatpflanzen gesetzt, für mehr war es offenbar noch zu kalt. Aber die Bohnenstangen standen bereits. Der Weg führt anschließend in die Villa selbst mit Dokumentationszentrum und Café Max im Erdgeschoss und Liebermanns Atelier im Obergeschoss. Unten erfährt der Besucher alles über den berühmten Maler, ober hängen etliche seiner Bilder, darunter auch solche, die vom Garten am Wannsee inspiriert wurden. An die 250 Bilder malte Liebermann in seinem Atelier im Sommerhaus. Liebermann liebte den Birkenweg Zwischen Villa und See schließt sich der berühmteste Teil des Gartens an. Eine große Rasenfläche führt zum Wasser, links davon liegt, von der Villa aus gesehen, der Heckengarten, rechts der Birkenweg. Der Blick vom See zur Villa mit den Birken dazwischen gehört wohl zu den bekanntesten Gartenbildern des Malers. Natürlich habe ich versucht, genau diesen Blick im Foto festzuhalten. Ebenso wie Pavillon und Steg direkt am Wasser und den wunderschönen Heckengarten. Es gibt wohl kaum eine bessere Zeit als den Wonnemonat Mai, um Villa und Garten zu besuchen. Das junge Grün macht die Anlage besonders attraktiv. Das Wetter war durchwachsen, sodass das Spiel von Licht und Schatten, erzeugt von Sonne und schnell ziehenden Wolken, die Szenerie besonders ansprechend machte. Kein Wunder, dass der Künstler dieses doch sehr feudale Domizil so liebte. Garten und Villa fallen stilistisch etwas auseinander. Während das Haus im damals etwas rückwärtsgewandten klassizistischen Stil erbaut wurde, ist der Garten einer der ersten und bekanntesten Reformgärten. Inspiriert vom Architekten Hermann Muthesius und Liebermanns Freund, dem Museumsleiter und Kunstpädagogen Alfred Lichtwark, einem ausgewiesenen Anhänger des Landhausgartens, ließ der Maler sein Grundstück nach neuen Erkenntnissen gestalten. Die praktische Arbeit übernahm der spätere Stadtgartendirektor von Berlin, Albert Brodersen. Zwischen Geometrie und Landschaft Der Reformgarten ist eine Abkehr vom Landschaftsgarten und eine schöne Mischung aus geometrisch angelegten Klostergärten, Bauerngärten und natürlich erscheinenden Bereichen. Das Birkenwäldchen gab es schon, bevor der Garten angelegt wurde. Liebermann ließ es stehen und in die Gestaltung einbeziehen. Vieles andere wurde neu angelegt. Der Garten sollte gestaltet sein wie das Haus: mit mehreren unterschiedlich gestalteten Räumen. Ein schönes Beispiel dafür sind die Heckengärten im Liebermann-Garten. Ich bin froh, dass ich endlich mal Garten und Villa besuchen konnte. Ein paar hundert Meter weiter steht an der Straße Zum Großen Wannsee das Haus der Wannsee-Konferenz. Leider reichte die Zeit nicht mehr für einen Besuch. Der muss nun bis zur nächsten Berlinreise warten. Wenn ich mal wieder ein Gartendenkmal besuchen möchte, habe ich immerhin hier ganz in der Nähe den Malenter Kurpark. Auch ein bedeutender Ort der Gartenarchitektur, bei dem Architektur und Gartenarchitektur ebenfalls mit großen Namen verbunden sind.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/liebermann-villa-am-wannsee-im-mai-ganz-wunderbar/">Liebermann-Villa am Wannsee: Im Mai ganz wunderbar</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Liebermann-Villa am Wannsee mit Birken im Vordergrund." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe einen Termin in Berlin genutzt, um die Liebermann-Villa am Wannsee zu besuchen. Mitte Mai ist der Garten besonders schön.</p>



<span id="more-14660"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte schon immer mal in die Liebermann-Villa, seitdem sie seit 2006 für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Aber Berlin liegt für uns nicht um die Ecke. Umso mehr habe ich mich jetzt über die Möglichkeit gefreut, auf dem Weg in die Berliner Innenstadt einen Abstecher zum Wannsee machen zu können. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Eines der kleinsten Museen Deutschlands</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Liebermann-Villa liegt am Ende der recht kurzen Colomierstraße, die von der Straße Am Großen Wannsee abzweigt. Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt, aber mit Glück gibt es noch einen Platz am Straßenrand mit Parkscheibenregelungen für zwei Stunden. Das reicht für die Liebermann-Villa. Schließlich gelten Villa und Garten als eines der kleinsten Museen Deutschlands. In dem es aber viel zu sehen und zu genießen gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im ehemaligen Gärtnerhäuschen sind Kasse und Museumsshop untergebracht. Von dort geht es zunächst auf die Rückseite der Villa mit Gemüsegarten und Staudengarten. Bei unserem Besuch blühten Bellis, also Tausendschön, und Stiefmütterchen im Staudengarten in voller Pracht. Im Gemüsegarten waren die Salatpflanzen gesetzt, für mehr war es offenbar noch zu kalt. Aber die Bohnenstangen standen bereits.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2scWHXY"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55269127186_edde081f2e_c.jpg" alt="Liebermann-Villa Berlin-Wannsee" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Blick über den Staudengarten und den noch recht kahlen Gemüsegarten zur Villa.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weg führt anschließend in die Villa selbst mit Dokumentationszentrum und Café Max im Erdgeschoss und Liebermanns Atelier im Obergeschoss. Unten erfährt der Besucher alles über den berühmten Maler, ober hängen etliche seiner Bilder, darunter auch solche, die vom Garten am Wannsee inspiriert wurden. An die 250 Bilder malte Liebermann in seinem Atelier im Sommerhaus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Liebermann liebte den Birkenweg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen Villa und See schließt sich der berühmteste Teil des Gartens an. Eine große Rasenfläche führt zum Wasser, links davon liegt, von der Villa aus gesehen, der Heckengarten, rechts der Birkenweg. Der <a href="https://liebermann-villa.de/ausstellungen/max-liebermann-der-birkenweg/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Blick vom See zur Villa mit den Birken dazwischen</a> gehört wohl zu den bekanntesten Gartenbildern des Malers. Natürlich habe ich versucht, genau diesen Blick im Foto festzuhalten. Ebenso wie Pavillon und Steg direkt am Wasser und den wunderschönen Heckengarten.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2scXUR7"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55269358904_7292698992_c.jpg" alt="Liebermann-Villa Berlin-Wannsee" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Blick von der Liebermann-Villa zum Wannsee: rechts die Birken, links die Heckengärten.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt wohl kaum eine bessere Zeit als den Wonnemonat Mai, um Villa und Garten zu besuchen. Das junge Grün macht die Anlage besonders attraktiv. Das Wetter war durchwachsen, sodass das Spiel von Licht und Schatten, erzeugt von Sonne und schnell ziehenden Wolken, die Szenerie besonders ansprechend machte. Kein Wunder, dass der Künstler dieses doch sehr feudale Domizil so liebte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Garten und Villa fallen stilistisch etwas auseinander. Während das Haus im damals etwas rückwärtsgewandten klassizistischen Stil erbaut wurde, ist der Garten einer <a href="https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2022/3/Buergerliche-Gartentraeume.php" target="_blank" rel="noreferrer noopener">der ersten und bekanntesten Reformgärten</a>. Inspiriert vom Architekten <a href="https://museumderdinge.de/ueber-uns/deutscher-werkbund/akteurinnen-des-deutschen-werkbunds/hermann-muthesius/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hermann Muthesius</a> und Liebermanns Freund, dem Museumsleiter und Kunstpädagogen <a href="https://projekt-gutenberg.org/authors/alfred-lichtwark/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alfred Lichtwark</a>, einem ausgewiesenen Anhänger des Landhausgartens, ließ der Maler sein Grundstück nach neuen Erkenntnissen gestalten. Die praktische Arbeit übernahm der spätere Stadtgartendirektor von Berlin, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Brodersen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Albert Brodersen</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Geometrie und Landschaft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Reformgarten ist eine Abkehr vom Landschaftsgarten und eine schöne Mischung aus geometrisch angelegten Klostergärten, Bauerngärten und natürlich erscheinenden Bereichen. Das Birkenwäldchen gab es schon, bevor der Garten angelegt wurde. Liebermann ließ es stehen und in die Gestaltung einbeziehen. Vieles andere wurde neu angelegt. Der Garten sollte gestaltet sein wie das Haus: mit mehreren unterschiedlich gestalteten Räumen. Ein schönes Beispiel dafür sind die Heckengärten im Liebermann-Garten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin froh, dass ich endlich mal Garten und Villa besuchen konnte. Ein paar hundert Meter weiter steht an der Straße Zum Großen Wannsee das Haus der Wannsee-Konferenz. Leider reichte die Zeit nicht mehr für einen Besuch. Der muss nun bis zur nächsten Berlinreise warten. Wenn ich mal wieder ein Gartendenkmal besuchen möchte, habe ich immerhin hier ganz in der Nähe den <a href="https://pyrolim.de/pyropro/mein-lieblingsort-der-malenter-kurpark/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Malenter Kurpark</a>. Auch ein bedeutender Ort der Gartenarchitektur, bei dem Architektur und Gartenarchitektur ebenfalls mit großen Namen verbunden sind.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2scWHY9"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55269127196_fab58baf6b_c.jpg" alt="Liebermann-Villa Berlin-Wannsee" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Pavillon (links) und Steg im Garten der Villa am Wannsee.</figcaption></figure>



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<a href="https://flic.kr/p/2scWHYu"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55269127216_c170949d63_c.jpg" alt="Liebermann-Villa Berlin-Wannsee" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Heckengarten mit Sonnenuhr.</figcaption></figure>



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<a href="https://flic.kr/p/2scXqqP"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55269263303_3e283abdf9_c.jpg" alt="Liebermann-Villa Berlin-Wannsee" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Großer Raum im Erdgeschoss der Liebermann-Villa.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2scXqqU"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55269263308_fc1f392086_c.jpg" alt="Liebermann-Villa Berlin-Wannsee" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Ausstellung im Obergeschoss, unter anderem mit Gartenbildern.</figcaption></figure>
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		<title>Rezension: &#8222;Wut und Wertung&#8220; von Johannes Franzen</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/rezension-wut-und-wertung-von-johannes-franzen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2025 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="521" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel-768x500.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Johannes Franzen hat mit &#8222;Wut und Wertung&#8220; eine Untersuchung darüber vorgelegt, warum wir über Kunst streiten. Am Ende gibt er eine überraschende Antwort. Eins vorweg: Ich bin keine Heidegger-Kennerin. Und habe deshalb gleich nach wenigen Seiten naseweis moniert, dass ein Satz im Buch „Wut und Wertung“ von Johannes Franzen offenbar einen Druckfehler enthält. „Und so entbergen diese Fälle . . .“ Entbergen? Nie gehört. Und ich dachte immer, mir könne in Sachen Sprache niemand mehr etwas vormachen. Entbergen heißt, etwas zeigen, zum Vorschein bringen, und wird offenbar oft mit dem Philosophen Martin Heidegger verbunden. Nachdem ich über den Berg des Entbergens gegangen bin, habe ich „Wut und Wertung“ verschlungen. Für jeden, der sich nur ein Fitzelchen für Kultur interessiert, egal ob klassische oder moderne oder Pop- und Fankultur, ist es eines der erhellendsten Sachbücher der vergangenen Wochen, wenn nicht Monate oder Jahre. Untertitel: „Warum wir über Geschmack streiten“. Oder wie es der Autor formuliert: „Warum hassen wir bestimmte Kunstwerke (Songs, Bücher, Filme, Games etc.)?“ Kleiner Exkurs: Ich hasse „Gott erhalte Franz den Kaiser“ oder genauer das von Haydn 1797 vertonte Gedicht, das der Komponist als für mich nerviges Streichquartett in D-Dur ausgeführt hat. Die Melodie kennen alle, es ist die der deutschen Nationalhymne. Das Quartett ist für mich schwer zu ertragen. Sollte es jemand brillant finden, könnte ich wütend darauf reagieren. Ein Angriff auf uns selbst Und genau mit dieser Reaktion steigt Franzen in das erste Kapitel seines Buches ein. Stell dir vor, du bist auf einer Party und es wird über Filme diskutiert. Du nennst begeistert einen Lieblingsfilm und alle machen deutlich, dass du damit völlig falsch liegst und keine Ahnung hast. Ein Angriff auf unsere Kunst ist immer auch ein Angriff auf uns selbst. Das ist eine der Kernthesen des Buches. Vom Szenario der Filmdebatte auf der Party aus entwickelt Franzen auf 402 Seiten, wie Wut und Wertung schon immer und seit der Digitalisierung noch viel heftiger die Sicht auf Kunst und Kultur bestimmen. Dabei legt er leicht nachvollziehbar das dar, was viele von uns schon immer unbewusst wussten, aber nie so deutlich ausgesprochen oder niedergeschrieben haben. Welche Mechanismen wirkten und wirken, wie über Jahrhunderte erst das Publikum diszipliniert und heutzutage die Künstler und die Rezipienten von Fandoms und Shitstorms beeinflusst werden. Welche damit sogar die professionelle Kritik herausfordern. Jeder kennt die Erzählungen, wie die Zuhörer einst in den Opernhäusern während der Aufführungen gegessen und geredet haben. Und heute: weihevolle Stille vom ersten Moment bis zum letzten. Jeder weiß, wann er im Konzertsaal nicht klatschen darf (nicht zwischen den Sätzen). Hier hat das Kunstparadigma gewirkt, dem Franzen eine ausführliche Darstellung widmet. Hochkultur versus Massengeschmack Es ist die Klassifizierung zwischen Hochkultur und Massengeschmack. Hochkultur will erarbeitet und nicht (nur) genossen werden. Nur Eingeweihte können sie angemessen rezipieren. Und sie muss gegen erfolgreiche Nicht-Kunst verteidigt werden. Nicht das einzige Werkzeug zur Disziplinierung des Publikums. Da sind noch der Kanon und die Schullektüre. Franzens Ausführungen zum Mega-Langweiler „Effie Briest“ von Fontane sind genauso vergnüglich zu lesen wie seine anderen Beispiele. Irgendwo dort findet sich beinahe jeder Leser in der Fülle der aufgeführten Konflikte und Skandale wieder. Dem Elitären folgt die digitale Gegenwart, die einen Großteil des Buches einnimmt. Nicht nur bei im Netz empört verrissener Schullektüre &#8211; „Scheiß drecks Gedicht!“ -, sondern bei Fan-Armeen, der Frage, wer Kultur bewerten darf oder kann bis hin zur Debatte um J. K. Rowlings transphobe Äußerungen und der öffentlichen Reaktion darauf. Franzen macht weder vor Lindemann noch vor Layla halt. Plötzlich haben sich die Machtverhältnisse umgekehrt. Nicht mehr die Hochkultur und ihre Verfechter maßregeln die Rezipienten, sondern das Publikum redet bei der Bewertung von Kunst und Kultur ein gehöriges Wörtchen mit. Was mitunter schwerwiegende Folgen hat. Franzen enthält sich der Wertung Franzen führt für alle seine Thesen viele Beispiele an, nennt Künstler, Werke, Filme, Videospiele. Nicht jeder Leser wird alle kennen, aber für jeden sind welche dabei, von denen er sofort eine Vorstellung hat. Und sei es nur die musikalische Umweltverschmutzung im Supermarkt. Aus diesen Beispielen heraus entwickelt der Autor seine Thesen. Er schreibt verständlich und quält seine Leser meistens nicht mit Fachausdrücken – mal abgesehen vom Entbergen – und Bandwurmsätzen. Nur manchmal schlägt bei seinem Schreibstil doch der Wissenschaftler durch. Und Franzen vermeidet es, selbst Stellung zu beziehen in den Kulturdebatten, die er erzählt. Dafür weist er immer wieder darauf hin, worum es letztlich geht: Emotionen. Die löst nur wahre Kunst aus und nicht die, die zur wahren Kunst erklärt wird. Knackige Kapitelüberschriften wie „Kitsch und Ekel“ oder „Der nervigste Song aller Zeiten“ machen stets Lust aufs Weiterlesen. Ich kann Johannes Franzen nur wünschen, dass möglichst viele Leser das Buch in die Hand nehmen, um es mit Spaß zu lesen. Denn Kunst und Kultur haben einen schweren Stand. Das weiß ich aus meiner alltäglichen journalistischen Arbeit und das kommt nur ganz nebenbei auch im Buch von Franzen vor. Text über Theater und Oper wären aufgrund mangelnder Klicks in Gefahr, immer mehr aus dem Online-Angebot von Zeitungen und Zeitschriften zu verschwinden. „Das klickt nicht“ höre ich selbst oft genug und kann diese Klage nachvollziehen. Die Antwort auf die Kernfrage Ich wünsche Johannes Franzen, dass sein Buch kräftig klickt. Und dass es bei seinen Lesern ebenso oft Klick macht wie bei mir. „Wut und Wertung“* hat mir viel Freude gemacht und Erkenntnis gebracht und ist bereits ein Lieblingsbuch geworden. Am Ende beantwortet er dann noch die Frage, warum wir über Kunst streiten: „Weil es so viel Spaß macht!“ *Amazon-Link</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="521" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel-768x500.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Johannes Franzen hat mit &#8222;Wut und Wertung&#8220; eine Untersuchung darüber vorgelegt, warum wir über Kunst streiten. Am Ende gibt er eine überraschende Antwort.</p>



<span id="more-13967"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Eins vorweg: Ich bin keine Heidegger-Kennerin. Und habe deshalb gleich nach wenigen Seiten naseweis moniert, dass ein Satz im Buch „Wut und Wertung“ von Johannes Franzen offenbar einen Druckfehler enthält. „Und so entbergen diese Fälle . . .“ Entbergen? Nie gehört. Und ich dachte immer, mir könne in Sachen Sprache niemand mehr etwas vormachen. Entbergen heißt, etwas zeigen, zum Vorschein bringen, und wird offenbar <a href="http://cartoon.iguw.tuwien.ac.at/christian/technsoz/heidegger.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">oft mit dem Philosophen Martin Heidegger verbunden</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich über den Berg des Entbergens gegangen bin, habe ich „Wut und Wertung“ verschlungen. Für jeden, der sich nur ein Fitzelchen für Kultur interessiert, egal ob klassische oder moderne oder Pop- und Fankultur, ist es eines der erhellendsten Sachbücher der vergangenen Wochen, wenn nicht Monate oder Jahre. Untertitel: „Warum wir über Geschmack streiten“. Oder wie es der Autor formuliert: „Warum hassen wir bestimmte Kunstwerke (Songs, Bücher, Filme, Games etc.)?“</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="728" height="993" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Johannes-Franzen.jpg" alt="Johannes Franzen hat mit &quot;Wut und Wertung&quot; ein erhellendes Buch vorgelegt. Foto: Marion Koell" class="wp-image-13968" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Johannes-Franzen.jpg 728w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Johannes-Franzen-110x150.jpg 110w" sizes="auto, (max-width: 728px) 100vw, 728px" /><figcaption class="wp-element-caption">Johannes Franzen hat mit &#8222;Wut und Wertung&#8220; ein erhellendes Buch vorgelegt. Foto: Marion Koell</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Kleiner Exkurs: Ich hasse „Gott erhalte Franz den Kaiser“ oder genauer das von Haydn 1797 vertonte Gedicht, das der Komponist als für mich nerviges Streichquartett in D-Dur ausgeführt hat. Die Melodie kennen alle, es ist die der deutschen Nationalhymne. Das Quartett ist für mich schwer zu ertragen. Sollte es jemand brillant finden, könnte ich wütend darauf reagieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Angriff auf uns selbst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau mit dieser Reaktion steigt Franzen in das erste Kapitel seines Buches ein. Stell dir vor, du bist auf einer Party und es wird über Filme diskutiert. Du nennst begeistert einen Lieblingsfilm und alle machen deutlich, dass du damit völlig falsch liegst und keine Ahnung hast. Ein Angriff auf unsere Kunst ist immer auch ein Angriff auf uns selbst. Das ist eine der Kernthesen des Buches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Szenario der Filmdebatte auf der Party aus entwickelt Franzen auf 402 Seiten, wie Wut und Wertung schon immer und seit der Digitalisierung noch viel heftiger die Sicht auf Kunst und Kultur bestimmen. Dabei legt er leicht nachvollziehbar das dar, was viele von uns schon immer unbewusst wussten, aber nie so deutlich ausgesprochen oder niedergeschrieben haben. Welche Mechanismen wirkten und wirken, wie über Jahrhunderte erst das Publikum diszipliniert und heutzutage die Künstler und die Rezipienten von Fandoms und Shitstorms beeinflusst werden. Welche damit sogar die professionelle Kritik herausfordern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder kennt die Erzählungen, wie die Zuhörer einst in den Opernhäusern während der Aufführungen gegessen und geredet haben. Und heute: weihevolle Stille vom ersten Moment bis zum letzten. Jeder weiß, wann er <a href="https://pyrolim.de/pyropro/applaus-und-akkord/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">im Konzertsaal nicht klatschen darf</a> (nicht zwischen den Sätzen). Hier hat das Kunstparadigma gewirkt, dem Franzen eine ausführliche Darstellung widmet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hochkultur versus Massengeschmack</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist die Klassifizierung zwischen Hochkultur und Massengeschmack. Hochkultur will erarbeitet und nicht (nur) genossen werden. Nur Eingeweihte können sie angemessen rezipieren. Und sie muss gegen erfolgreiche Nicht-Kunst verteidigt werden. Nicht das einzige Werkzeug zur Disziplinierung des Publikums. Da sind noch der Kanon und die Schullektüre. Franzens Ausführungen zum Mega-Langweiler „Effie Briest“ von Fontane sind genauso vergnüglich zu lesen wie seine anderen Beispiele. Irgendwo dort findet sich beinahe jeder Leser in der Fülle der aufgeführten Konflikte und Skandale wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Elitären folgt die digitale Gegenwart, die einen Großteil des Buches einnimmt. Nicht nur bei im Netz empört verrissener Schullektüre &#8211; „Scheiß drecks Gedicht!“ -, sondern bei Fan-Armeen, der Frage, wer Kultur bewerten darf oder kann bis hin zur Debatte um J. K. Rowlings transphobe Äußerungen und der öffentlichen Reaktion darauf. Franzen macht weder vor Lindemann noch vor Layla halt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich haben sich die Machtverhältnisse umgekehrt. Nicht mehr die Hochkultur und ihre Verfechter maßregeln die Rezipienten, sondern das Publikum redet bei der Bewertung von Kunst und Kultur ein gehöriges Wörtchen mit. Was mitunter schwerwiegende Folgen hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Franzen enthält sich der Wertung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Franzen führt für alle seine Thesen viele Beispiele an, nennt Künstler, Werke, Filme, Videospiele. Nicht jeder Leser wird alle kennen, aber für jeden sind welche dabei, von denen er sofort eine Vorstellung hat. Und sei es nur die musikalische Umweltverschmutzung im Supermarkt. Aus diesen Beispielen heraus entwickelt der Autor seine Thesen. Er schreibt verständlich und quält seine Leser meistens nicht mit Fachausdrücken – mal abgesehen vom Entbergen – und Bandwurmsätzen. Nur manchmal schlägt bei seinem Schreibstil doch der Wissenschaftler durch. Und Franzen vermeidet es, selbst Stellung zu beziehen in den Kulturdebatten, die er erzählt. Dafür weist er immer wieder darauf hin, worum es letztlich geht: Emotionen. Die löst nur wahre Kunst aus und nicht die, die zur wahren Kunst erklärt wird.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="520" height="800" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-Buch.jpg" alt="&quot;Wut und Wertung&quot;, das Buch von Johannes Franzen." class="wp-image-13973" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-Buch.jpg 520w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-Buch-98x150.jpg 98w" sizes="auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Wut und Wertung&#8220;, das Buch von Johannes Franzen.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Knackige Kapitelüberschriften wie „Kitsch und Ekel“ oder „Der nervigste Song aller Zeiten“ machen stets Lust aufs Weiterlesen. Ich kann Johannes Franzen nur wünschen, dass möglichst viele Leser das Buch in die Hand nehmen, um es mit Spaß zu lesen. Denn Kunst und Kultur haben einen schweren Stand. Das weiß ich aus meiner alltäglichen journalistischen Arbeit und das kommt nur ganz nebenbei auch im Buch von Franzen vor. Text über Theater und Oper wären aufgrund mangelnder Klicks in Gefahr, immer mehr aus dem Online-Angebot von Zeitungen und Zeitschriften zu verschwinden. „Das klickt nicht“ höre ich selbst oft genug und kann diese Klage nachvollziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Antwort auf die Kernfrage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche Johannes Franzen, dass sein Buch kräftig klickt. Und dass es bei seinen Lesern ebenso oft Klick macht wie bei mir. <a href="https://amzn.to/4j4mP2g" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Wut und Wertung“</a>* hat mir viel Freude gemacht und Erkenntnis gebracht und ist bereits ein Lieblingsbuch geworden. Am Ende beantwortet er dann noch die Frage, warum wir über Kunst streiten: „Weil es so viel Spaß macht!“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>*Amazon-Link</em></p>
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		<title>Kunst gucken in der Hamburger Kunsthalle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jul 2024 09:06:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Blick in die Hamburger Kunsthalle." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Was tun, wenn es draußen drückend heiß ist? Ins Museum gehen. Ich habe meinen Plan umgesetzt, mich nochmal genauer in der Hamburger Kunsthalle umzusehen. Kunst gucken bei Hitze lohnt sich. Der Sonntag, 21. Juli 2024, war der weltweit heißeste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. Zwar ist der norddeutsche Sommer dieses Jahr eher durchwachsen, aber selbst hier war es am Sonntag sehr heiß. Da ist ein Museum gerade der richtige Ort, um es etwas kühler zu haben. Schließlich sind Museen klimatisiert, die Ölfarbe soll ja nicht zu weich werden und herunterlaufen (zugegeben, das ist eine Laienansicht). Und da ich mir nach der Kaspar-David-Friedrich-Ausstellung sowieso vorgenommen hatte, die Kunsthalle nochmal zu besuchen, war die Hitze ein guter Anlass. Berühmte Werke der Kunst Was mir gar nicht so klar war: Das Museum beherbergt eine große Anzahl weltberühmter Gemälde. Da ist nicht nur der &#8222;Wanderer über dem Nebelmeer&#8220; von Caspar David Friedrich, der für die Haamburger Ausstellung gar nicht ausgeliehen werden musste, weil er zum Bestand gehört. Zu den herausragenden Werken im Museum zählt unter anderem das berühmte Luther-Porträt von Lucas Cranach d. Ä., der &#8222;Morgendliche Ausritt im Bois de Boulogne&#8220; von Pierre-August Renoir, das Porträt des Kunsthändles Clovis Sagot von Pablo Picasso oder der &#8222;Arabische Friedhof&#8220; von Wassily Kandinsky. Besonders gut gefallen hat mir die Zusammenstellung von niederländischen Kirchenbildern des 17. Jahrhunderts, als Beispiel sei die &#8222;Oude Kerk in Amsterdam&#8220; von Emanuel de Witte genannt. Weitere Favoriten waren für mich der Tischler bei der Arbeit von Julius Wohlers (der leider noch nicht in der Sammlung Online zur Verfügung steht) und &#8222;Charlotte Corinth am Frisiertisch&#8220; von Lovis Corinth. An diesem Bild hat mich der bewegte Pinselstrich faszinierte, die zarten Farben und die Tatsache, dass das Bild aus der Nähe betrachtet genauso faszinierend ist wie wenn man etwas zurücktritt. Ein fantastisches Werk, dessen Darstellung im Internet bei weitem nicht an die Betrachtung des Originals herankommt. Das Original übertrifft jede Abbildung Das ist eben der Unterschied zwischen Original und Abbildung. Natürlich kann ich heute fast alle Gemälde weltweit auf Papier oder Online betrachten. Aber das ist eben nicht dasselbe, als davor zu stehen und es auf sich wirken zu lassen. Nirgends wird das deutlicher als bei den Impressionisten. Bei anderen Werken ist es die schiere Größe des Originals, die den besonderen Eindruck ergibt. Mit solcher schierer Größe beginnt der Rundgang in der Hamburger Kunsthalle, jedenfalls im Altbau. Mittelpunkt ist der Makart-Saal, in dem das 50 Quadratmeter große Bild „Der Einzug Karl V. in Antwerpen“ von Hans Makart (1840-1884) hängt, inmitten von &#8211; ja, das kann man so sagen &#8211; Ölschinken der Historienmalerei. Von dort geht es chronologisch weiter, beginnend mit dem Mittelalter bis hin zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Viele Räume sind thematisch gestaltet, wie etwa die bereits erwähnten niederländischen Kirchenbilder. In den Sälen hängen die Bilder vor einem blauen Hintergrund, in den kleineren Räumen vor helleren Wänden. Das Blau hebt die Bilder besonders hervor, ich mag es sehr. Wie überall in der bildenden Kunst, vor allem in der früherer Jahrhunderte, sind auch die Werke in der Hamburger Kunsthalle überwiegend von Männern gemalt worden. Eine der wenigen dort vertretenen Künstlerinnen ist Anita Reé. Die Kunsthalle zeigt einige Selbstporträts von ihr, insgesamt ist die Künstlerin mit 24 Werken vertreten. Von den Nazis diffamiert und ausgeschlossen, nahm sie sich 1933 das Leben. Reé ist auch Teil der queeren Angebote der Kunsthallen-Angebote zur Pride-Week. Solche Angebote gehören offenbar heute zum guten Ton von öffentlichen Einrichtungen. Ebenso Fragen wie die, die unter dem riesigen Markat-Schinken gestellt werden: &#8222;Finden Sie das Gemälde provokativ? Finden Sie es sexistisch?&#8220;. Mit Nummern von Raum zu Raum Sicher ist manches Werk aus heutiger Sicht sexistisch. Ich kann das ausblenden, während ich die Kunst an sich bewundere. Ich habe mich also in der Kunsthalle vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhunderte vorgearbeitet. Eine wunderbare Sammlung. Etwas verwirrend ist allerdings der Rundgang, der sich nicht immer auf den ersten Blick erschließt. Am Ende hat es sich als hilfreicher erwiesen, die Saal- und Raumnummern als Anhaltspunkt zu nehmen. Sie sind auf die Türrahmen geschrieben, und so konnte ich mich von Raum zu Raum hangeln. Zwischendurch fehlten nämlich die Hinweise auf den Rundgang oder waren verwirrend. Insgesamt war es ein wunderbarer Tag mit viel Kunst bei erträglichen Temperaturen. So ein Museumsbesuch ist zu fast jeder Jahreszeit gut. Im Sommer, um es kühler zu haben, im Winter, um dem norddeutschen Schietwetter zu entgehen. Was mich außerdem gefreut hat. Das Museum war nicht nur gut besucht, es waren auch viele junge Leute da. Klassische Kunst ist offenbar etwas für jedes Alter und nicht, wie vielfach vermutet, nur für die Älteren unter uns.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Blick in die Hamburger Kunsthalle." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Was tun, wenn es draußen drückend heiß ist? Ins Museum gehen. Ich habe meinen Plan umgesetzt, mich nochmal genauer in der Hamburger Kunsthalle umzusehen. Kunst gucken bei Hitze lohnt sich.</p>



<span id="more-13682"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sonntag, 21. Juli 2024, war der<a href="https://www.rnd.de/wissen/klimawandel-21-juli-war-weltweit-heissester-tag-seit-beginn-der-aufzeichnungen-QURYI3FSDVFQBPTKKJW3OTAYWQ.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> weltweit heißeste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen</a>. Zwar ist der norddeutsche Sommer dieses Jahr eher durchwachsen, aber selbst hier war es am Sonntag sehr heiß. Da ist ein Museum gerade der richtige Ort, um es etwas kühler zu haben. Schließlich sind Museen klimatisiert, die Ölfarbe soll ja nicht zu weich werden und herunterlaufen (zugegeben, das ist eine Laienansicht). Und da ich mir <a href="https://pyrolim.de/pyropro/caspar-david-friedrich-in-hamburg-rueckenansicht-mit-rueckenansicht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nach der Kaspar-David-Friedrich-Ausstellung</a> sowieso vorgenommen hatte, die Kunsthalle nochmal zu besuchen, war die Hitze ein guter Anlass.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Berühmte Werke der Kunst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was mir gar nicht so klar war: Das Museum beherbergt eine große Anzahl weltberühmter Gemälde. Da ist nicht nur der <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/en/objekt/HK-5161" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Wanderer über dem Nebelmeer&#8220; </a>von Caspar David Friedrich, der für die Haamburger Ausstellung gar nicht ausgeliehen werden musste, weil er zum Bestand gehört. Zu den herausragenden Werken im Museum zählt unter anderem das <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-119/martin-luther?term=&amp;filter%5Bobj_actuallocation_s%5D%5B0%5D=Alte%20Meister&amp;context=default&amp;position=10" target="_blank" rel="noreferrer noopener">berühmte Luther-Porträt</a> von Lucas Cranach d. Ä., der <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-1567/morgendlicher-ausritt-im-bois-de-boulogne?term=&amp;filter%5Bobj_actuallocation_s%5D%5B0%5D=19.%20Jahrhundert&amp;start=60&amp;context=default&amp;position=67" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Morgendliche Ausritt im Bois de Boulogne&#8220;</a> von Pierre-August Renoir, das <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-2986/der-kunsthaendler-clovis-sagot?term=&amp;filter%5Bobj_actuallocation_s%5D%5B0%5D=Klassische%20Moderne&amp;filter%5Bfacet_obj_artistName%5D%5B0%5D=Pablo%20Picasso&amp;context=default&amp;position=0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Porträt des Kunsthändles Clovis Sagot von Pablo Picasso</a> oder der <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-2962/arabischer-friedhof?term=&amp;filter%5Bhighlight%5D%5B0%5D=Meisterwerke&amp;start=80&amp;context=default&amp;position=90" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Arabische Friedhof&#8220; von Wassily Kandinsky</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders gut gefallen hat mir die Zusammenstellung von niederländischen Kirchenbildern des 17. Jahrhunderts, als Beispiel sei<a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-202/die-oude-kerk-in-amsterdam?term=&amp;filter%5Bhighlight%5D%5B0%5D=Meisterwerke&amp;start=20&amp;context=default&amp;position=29" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> die &#8222;Oude Kerk in Amsterdam&#8220; von Emanuel de Witte</a> genannt. Weitere Favoriten waren für mich der Tischler bei der Arbeit von Julius Wohlers (der leider noch nicht in der <a href="https://www.hamburger-kunsthalle.de/sammlung-online" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sammlung Online</a> zur Verfügung steht) und <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-1857/charlotte-corinth-am-frisiertisch?term=Corinth&amp;context=default&amp;position=2" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Charlotte Corinth am Frisiertisch&#8220;</a> von Lovis Corinth. An diesem Bild hat mich der bewegte Pinselstrich faszinierte, die zarten Farben und die Tatsache, dass das Bild aus der Nähe betrachtet genauso faszinierend ist wie wenn man etwas zurücktritt. Ein fantastisches Werk, dessen Darstellung im Internet bei weitem nicht an die Betrachtung des Originals herankommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Original übertrifft jede Abbildung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist eben der Unterschied zwischen Original und Abbildung. Natürlich kann ich heute fast alle Gemälde weltweit auf Papier oder Online betrachten. Aber das ist eben nicht dasselbe, als davor zu stehen und es auf sich wirken zu lassen. Nirgends wird das deutlicher als bei den Impressionisten. Bei anderen Werken ist es die schiere Größe des Originals, die den besonderen Eindruck ergibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit solcher schierer Größe beginnt der Rundgang in der Hamburger Kunsthalle, jedenfalls im <a href="https://pyrolim.de/pyropro/hamburger-kunsthalle-ein-museum-drei-gebaeude/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Altbau</a>. Mittelpunkt ist der Makart-Saal, in dem das 50 Quadratmeter große Bild „Der Einzug Karl V. in Antwerpen“ von Hans Makart (1840-1884) hängt, inmitten von &#8211; ja, das kann man so sagen &#8211; Ölschinken der Historienmalerei. Von dort geht es chronologisch weiter, beginnend mit dem Mittelalter bis hin zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Viele Räume sind thematisch gestaltet, wie etwa die bereits erwähnten niederländischen Kirchenbilder. In den Sälen hängen die Bilder vor einem blauen Hintergrund, in den kleineren Räumen vor helleren Wänden. Das Blau hebt die Bilder besonders hervor, ich mag es sehr.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunst1.jpg" alt="Kunst vor blauem Hintergrund in der Kunsthalle Hamburg: Die Netzflickerinnen von Max Liebermann." class="wp-image-13687" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunst1.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunst1-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunst1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kunst vor blauem Hintergrund in der Kunsthalle Hamburg: Die Netzflickerinnen von Max Liebermann.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wie überall in der bildenden Kunst, vor allem in der früherer Jahrhunderte, sind auch die Werke in der Hamburger Kunsthalle überwiegend von Männern gemalt worden. Eine der wenigen dort vertretenen Künstlerinnen ist <a href="https://www.flaneurin.at/wiederentdeckt-die-malerin-anita-ree/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Anita Reé</a>. Die Kunsthalle zeigt <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-2543/selbstbildnis?term=Anita&amp;context=default&amp;position=10" target="_blank" rel="noreferrer noopener">einige Selbstporträts von ihr</a>, insgesamt ist die Künstlerin mit 24 Werken vertreten. Von den Nazis diffamiert und ausgeschlossen, nahm sie sich 1933 das Leben. Reé ist auch <a href="https://www.hamburger-kunsthalle.de/queere-angebote" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Teil der queeren Angebote der Kunsthallen-Angebote zur Pride-Week</a>. Solche Angebote gehören offenbar heute zum guten Ton von öffentlichen Einrichtungen. Ebenso Fragen wie die, die unter dem riesigen Markat-Schinken gestellt werden: &#8222;Finden Sie das Gemälde provokativ? Finden Sie es sexistisch?&#8220;.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mit Nummern von Raum zu Raum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sicher ist manches Werk aus heutiger Sicht sexistisch. Ich kann das ausblenden, während ich die Kunst an sich bewundere. Ich habe mich also in der Kunsthalle vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhunderte vorgearbeitet. Eine wunderbare Sammlung. Etwas verwirrend ist allerdings der Rundgang, der sich nicht immer auf den ersten Blick erschließt. Am Ende hat es sich als hilfreicher erwiesen, die Saal- und Raumnummern als Anhaltspunkt zu nehmen. Sie sind auf die Türrahmen geschrieben, und so konnte ich mich von Raum zu Raum hangeln. Zwischendurch fehlten nämlich die Hinweise auf den Rundgang oder waren verwirrend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt war es ein wunderbarer Tag mit viel Kunst bei erträglichen Temperaturen. So ein Museumsbesuch ist zu fast jeder Jahreszeit gut. Im Sommer, um es kühler zu haben, im Winter, um dem norddeutschen Schietwetter zu entgehen. Was mich außerdem gefreut hat. Das Museum war nicht nur gut besucht, es waren auch viele junge Leute da. Klassische Kunst ist offenbar etwas für jedes Alter und nicht, wie vielfach vermutet, nur für die Älteren unter uns.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/kunst-gucken-in-der-hamburger-kunsthalle/">Kunst gucken in der Hamburger Kunsthalle</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Hamburger Kunsthalle &#8211; ein Museum, drei Gebäude</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Apr 2024 16:47:48 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Museen sind nicht nur im Inneren interessant. Oft sind sie es auch von außen. So wie die Hamburger Kunsthalle, die in Wirklichkeit aus drei Kunsthallen besteht. Drei sehr unterschiedlichen. Zum Einlass in die Caspar-David-Friedrich-Ausstellung war ich ein bisschen zu früh da und bin noch ein wenig im Hamburger Regen um die Kunsthalle herumspaziert. Schließlich interessiere ich mich nicht nur für gemalte Kunst, sondern auch für gebaute, also für Architektur. Und da bietet die Kunsthalle eine Menge, denn in Wahrheit besteht sie aus drei Gebäuden, allesamt im Stil der Zeit ihrer Entstehung. Unterschieden werden die drei Teile in Altbau, Erweiterungsbau und Galerie der Gegenwart. Letztere wird auch Kubus genannt, ist aber mehr als das. Ein Gebäude im Stil seiner Zeit Der sogenannte Altbau sieht genauso aus, wie man sich einen Museumsbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts vorstellt: in Backstein errichtet, im Stil der italienischen Renaissance gestaltet, reich geschmückt mit Medaillons und lebensgroßen Sandsteinfiguren. Das Gebäude wurde 1869 eingeweiht und beherbergt monumentale Gemälde, unter anderem im Makart-Saal das riesige Bild &#8222;Der Einzug Karl V. in Antwerpen&#8220; von Hans Makart (1840-1884). Es trägt den Beinamen &#8222;50 Quadratmeter Zumutung.&#8220; Aber zurück zum Äußeren des Museums. Der Altbau ließ sich für mich zeitlich noch ziemlich genau einordnen, beim sogenannten Erweiterungsbau habe ich mich ein bisschen verschätzt. Ich sah dort Anklänge an die Nazi-Formensprache. Tatsächlich ist er von 1912 bis 1919 errichtet worden. Nicht aus Backstein, sondern im neoklassischen Stil mit einer Muschelkalk-Fassade. Ein moderner Teil der Kunsthalle Auf der anderen Seite des Altbaus ist dann mit der Einweihung 1997 die Galerie der Gegenwart hinzugekommen, wegen seiner quadratischen Gestalt auch Kubus genannt. Dort war der Großteil der Caspar-David-Friedrich-Ausstellung zu sehen. Bemerkenswert ist der Kubus aber nicht nur wegen seiner Form, sondern auch wegen des Podestes, auf dem er steht. Zwischen dem Altbau der Kunsthalle und der Galerie der Gegenwart erstreckt sich eine weite Fläche aus rotem schwedischen Granit, geböschter Sockelbau genannt. Treppen und Rampen führen hinauf. Allerdings hat offenbar der Zahn der Zeit an den Platten genagt, viele wackelten ein bisschen beim Drüberlaufen. Mir hat der Dreiklang der Gebäude mit Altbau, Erweiterungsbau und Galerie der Gegenwart gut gefallen. Da treffen drei Zeitalter der Architektur auf engstem Raum aufeinander. Jeder mag für sich entscheiden, welcher ihm besser oder weniger gut gefällt. Mir gefallen alle drei, jede hat ihren eigenen Reiz. Zwischen Galerie der Gegenwart und Altbau gibt es einen unterirdischen Gang, der beide verbindet. Wer ihn von modern zu alt durchschreitet, kommt am Ende am pompösen Treppenhaus des Altbaus heraus. Spannend zu sehen. Der Gang führt unterhalb des Sockels entlang, der außerdem Parkplätze und die Haustechnik beherbergt. So ist die Verbindung zwischen zwei Teilen der Kunsthalle unter- wie überirdisch gegeben. Insgesamt bieten die drei Bauten 13.000 Quadratmeter Fläche für Ausstellungen und Veranstaltungen. Da lässt sich viel Kunst zeigen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/hamburger-kunsthalle-ein-museum-drei-gebaeude/">Hamburger Kunsthalle &#8211; ein Museum, drei Gebäude</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Museen sind nicht nur im Inneren interessant. Oft sind sie es auch von außen. So wie die Hamburger Kunsthalle, die in Wirklichkeit aus drei Kunsthallen besteht. Drei sehr unterschiedlichen.</p>



<span id="more-13509"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Einlass in die <a href="https://pyrolim.de/pyropro/caspar-david-friedrich-in-hamburg-rueckenansicht-mit-rueckenansicht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Caspar-David-Friedrich-Ausstellung</a> war ich ein bisschen zu früh da und bin noch ein wenig im Hamburger Regen um die Kunsthalle herumspaziert. Schließlich interessiere ich mich nicht nur für gemalte Kunst, sondern auch für gebaute, also für Architektur. Und da bietet die Kunsthalle eine Menge, denn in Wahrheit besteht sie aus drei Gebäuden, allesamt im Stil der Zeit ihrer Entstehung. Unterschieden werden die drei Teile in Altbau, Erweiterungsbau und Galerie der Gegenwart. Letztere wird auch Kubus genannt, ist aber mehr als das.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2pHhCYk"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/53632120707_110489be46_c.jpg" alt="Kunsthalle Hamburg" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Seitenansicht des Altbaus, rechts ist eine Ecke vom Erweiterungsbau zu sehen.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Gebäude im Stil seiner Zeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der sogenannte Altbau sieht genauso aus, wie man sich einen Museumsbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts vorstellt: <a href="https://pyrolim.de/pyropro/backstein-der-unterschaetzte-baustoff/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">in Backstein errichtet</a>, im Stil der italienischen Renaissance gestaltet, reich geschmückt mit Medaillons und lebensgroßen Sandsteinfiguren. Das Gebäude wurde 1869 eingeweiht und beherbergt monumentale Gemälde, unter anderem im Makart-Saal das riesige Bild &#8222;Der Einzug Karl V. in Antwerpen&#8220; von Hans Makart (1840-1884). Es trägt den Beinamen &#8222;50 Quadratmeter Zumutung.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Aber zurück zum Äußeren des Museums. Der Altbau ließ sich für mich zeitlich noch ziemlich genau einordnen, beim sogenannten Erweiterungsbau habe ich mich ein bisschen verschätzt. Ich sah dort Anklänge an die Nazi-Formensprache. Tatsächlich ist er von 1912 bis 1919 errichtet worden. Nicht aus Backstein, sondern im neoklassischen Stil mit einer Muschelkalk-Fassade. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2pHhCYf"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/53632120702_a52321e73a_c.jpg" alt="Kunsthalle Hamburg" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der Erweiterungsbau mit seiner hellen Fassade.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ein moderner Teil der Kunsthalle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der anderen Seite des Altbaus ist dann mit der Einweihung 1997 die <a href="https://www.architektur-bildarchiv.de/image/Kunsthalle-Hamburg-%28Galerie-der-Gegenwart%29-11755.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Galerie der Gegenwart</a> hinzugekommen, wegen seiner quadratischen Gestalt auch Kubus genannt. Dort war der Großteil der Caspar-David-Friedrich-Ausstellung zu sehen. Bemerkenswert ist der Kubus aber nicht nur wegen seiner Form, sondern auch wegen des Podestes, auf dem er steht. Zwischen dem Altbau der Kunsthalle und der Galerie der Gegenwart erstreckt sich eine weite Fläche aus rotem schwedischen Granit, geböschter Sockelbau genannt. Treppen und Rampen führen hinauf. Allerdings hat offenbar der Zahn der Zeit an den Platten genagt, viele wackelten ein bisschen beim Drüberlaufen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2pHoXq5"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/53633353424_c3bacae65d_c.jpg" alt="Kunsthalle Hamburg" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der sogenannte geböschte Sockelbau vor dem Kubus.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mir hat der Dreiklang der Gebäude mit Altbau, Erweiterungsbau und Galerie der Gegenwart gut gefallen. Da treffen drei Zeitalter der Architektur auf engstem Raum aufeinander. Jeder mag für sich entscheiden, welcher ihm besser oder weniger gut gefällt. Mir gefallen alle drei, jede hat ihren eigenen Reiz. Zwischen Galerie der Gegenwart und Altbau gibt es einen unterirdischen Gang, der beide verbindet. Wer ihn von modern zu alt durchschreitet, kommt am Ende am pompösen Treppenhaus des Altbaus heraus. Spannend zu sehen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="twitter-tweet" data-width="550" data-dnt="true"><p lang="de" dir="ltr">Treppen in der Hamburger Kunsthalle, mal modern, mal historistisch. <a href="https://twitter.com/hashtag/upstairs?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#upstairs</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/downstairs?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#downstairs</a> für <a href="https://twitter.com/Lose_Gedanken?ref_src=twsrc%5Etfw">@Lose_Gedanken</a> <a href="https://t.co/3WjpM4MEI4">pic.twitter.com/3WjpM4MEI4</a></p>&mdash; Susanne Peyronnet (@Pyrolim) <a href="https://twitter.com/Pyrolim/status/1774697376315294086?ref_src=twsrc%5Etfw">April 1, 2024</a></blockquote><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Der Gang führt unterhalb des Sockels entlang, der außerdem Parkplätze und die Haustechnik beherbergt. So ist die Verbindung zwischen zwei Teilen der Kunsthalle unter- wie überirdisch gegeben. Insgesamt bieten die drei Bauten 13.000 Quadratmeter Fläche für Ausstellungen und Veranstaltungen. Da lässt sich viel Kunst zeigen. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/hamburger-kunsthalle-ein-museum-drei-gebaeude/">Hamburger Kunsthalle &#8211; ein Museum, drei Gebäude</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Caspar David Friedrich in Hamburg: Rückenansicht mit Rückenansicht</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/caspar-david-friedrich-in-hamburg-rueckenansicht-mit-rueckenansicht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Mar 2024 16:56:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="478" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspartitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspartitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspartitel-150x90.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspartitel-768x459.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich habe es noch auf den letzten Drücker geschafft, mir die Caspar-David-Friedrich-Ausstellung in der Kunsthalle in Hamburg anzusehen. Ein Erlebnis. In vielerlei Hinsicht. Angepriesen als eines der Kunstereignisse des Jahres &#8211; nun ja, der Jahre 2023/2024 &#8211; hat die Caspar-David-Friedrich-Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle die Massen angezogen. Ich habe vor einigen Wochen eines der letzten Online-Tickets für die Schau ergattert, nur Stunden später war sie ausverkauft. Heute war ich dort, am vorletzten Tag der Ausstellung. Sie hat mir gut gefallen. Die Begleitumstände allerdings nicht so sehr. Zunächst zu Ausstellung selbst. &#8222;Caspar David Friedrich &#8211; Kunst für eine neue Zeit&#8220;, so der Titel, ist in drei Abschnitte aufgeteilt. Der erste widmet sich dem Künstler selbst und seinen Werken. Gezeigt werden 60 Gemälde und rund 100 Zeichnungen. Der Rundgang beginnt mit Porträts, die den Künstler zeigen, Selbstporträts und solche von anderen Malern. Ein Porträt, gemalt 1808 von Gerhard von Kügelgen, ist besonders beeindruckend. Darauf blickt der Künstler den Betrachter direkt an. Die Augen sind beinahe stechend, der Backenbart flaumig, die Stirnhaare sind nach vorn über eine beginnende Glatze gekämmt. Caspar David Friedrich im Klein- und Großformat Danach ist die Ausstellung chronologisch aufgebaut. Sie beginnt mit Skizzen und Studien des jungen Caspar David Friedrich. Sie sind der Grundstein für seine spätere Kunst. Es sind kleinformatige Werke von großer Fertigkeit. Sie führen den Besucher hin zu den späteren Ölgemälden, erst in kleinerem Format, dann in immer größerem. Bis zu den weltweit bekannten Werken, etwa dem &#8222;Eismeer&#8220; von 1823/24, dem &#8222;Mönch am Meer&#8220;, entstanden von 1808 bis 1810, oder dem &#8222;Wanderer über dem Nebelmeer&#8220; (um 1817). Die begleitenden Texte an der Wand der jeweiligen Räume sind kurz, aber ausführlich genug, um in die gezeigten Werke einzuführen und den Blick auf Details zu schärfen. Die Bilder sind allesamt auf einem grau-grünen Hintergrund platziert, was sie leuchten lässt. Die Kritik von Anke Gröner bezüglich zu wenig Platz zum Atmen (für die Bilder und für die Besucher) kann ich nicht recht nachvollziehen, aber ich bin ja auch keine promovierte Kunsthistorikerin. Viel mehr als die Art, wie die Ausstellung gehängt ist, haben mich die anderen Besucher genervt. Immer, wenn ich ein Bild aus einigem Abstand ansehen wollte &#8211; was bei Großformaten stets angeraten ist &#8211; drängelte sich irgendjemand direkt davor. Und so ist die Caspar-David-Friedrich-Ausstellung eine mit Rückenansicht vor Rückenansicht. Die berühmten Rückenansichten der Menschen auf den Bildern wurden fast immer ergänzt, genauer verdeckt, von Rückenansichten der Besucher. Zugegeben, ich habe auch ein paar Handyfotos gemacht, für diesen Beitrag, aber auch als eine Art Notizbuch für mich. Ich habe das Handy aber nur selten gezückt, denn das Handyfotografieren hat mich wieder mal sehr genervt, wie schon in der Galerie Alter Meister in Dresden. Vor allem, wenn die Leute statt zu sehen nur wie irre die Bilder abknipsen. Und dafür gerne auch mal etwas näher rangehen. Benimmregeln für den Museumsbesuch Natürlich sind Ausstellungen wie die über Caspar David Friedrich Anziehungspunkte, die die Massen anlocken. Wer sie sich ansieht, muss damit rechnen, dass es voll ist. Aber ein bisschen Ausstellungsknigge wäre schon schön. Es gibt zwar Benimmregeln für Museumsbesuche, aber die stammen allesamt aus einer Zeit, als es noch keine Handys gab. Zum Thema Rückenansichten hatte H. Schramm schon 1902 einen wichtigen Rat: „Niemals lasse man sich die Unart zuschulden kommen, vor einem besonders sehenswerten Gegenstande in endloser Betrachtung zu verweilen, anderen die Aussicht versperrend.“ Teil 2 und 3 der Ausstellung widmen sich nicht Caspar David Friedrich, sondern anderen Künstlern, die seine Arbeiten adaptiert oder weiterentwickelt haben. Denen ist Teil 2 gewidmet, und ich habe dort tolle Entdeckungen gemacht. Ich habe Künstler unserer Zeit entdeckt, die ich noch nicht kannte. Etwa den Fotografen Andreas Mühe (*1979), dessen fantastische Bilder mir sehr gefallen haben. Sie zeigen ihn nackt in Rückenansicht in Szenen wie denen von Friedrich. Oder die Malerin Nina K. Jurk (*1970), die in altmeisterlicher Malerei Himmel und Natur abbildet, ohne Motive, nur mit Farbverläufen. Der dritte Teil der Ausstellung zeigt zwei großformatige Adaptionen, den &#8222;Kreidefelsen&#8220; und den &#8222;Wanderer&#8220; des afroamerikanischen Malers Kehinde Wiley (*1977). Diese Bilder werden im Markat-Saal inmitten von 60 Gemälden und Skulpturen des 19. Jahrhunderts gezeigt. Darunter das 50 Quadratmeter große Hauptwerk &#8222;Der Einzug Karl V. in Antwerpen&#8220; von Hans Markart (1840-1884). Damit bricht die Hamburger Kunsthalle nicht nur die weiße Welt der Kunst des 19. Jahrhunderts auf, sondern lockt die Besucher der Caspar-David-Friedrich-Ausstellung auch in Räume, die sie sonst nicht aufgesucht hätten. Ich war jedenfalls ganz fasziniert in diesen Einblick in die Dauerausstellung und werde auf jeden Fall wieder kommen. Ziel erreicht. Noch ein Wort zum Eintrittspreis: Für 16 Euro (Erwachsene) bietet die Kunsthalle mit der Sonderausstellung über Caspar David Friedrich ein hochklassiges Ausstellungserlebnis zum kleinen Preis. Was natürlich nur durch eine umfassende Förderung durch Sponsoren und die öffentliche Hand möglich ist. Weitere Ausstellungen mit Friedrich-Werken Die Werke von Caspar David Friedrich wandern weiter zur Ausstellung &#8222;Unendliche Landschaften&#8220;, die vom 19. April bis 4. August 2024 in der Alten Nationalgalerie in Berlin zu sehen ist. Weiter geht es mit der Schau &#8222;Wo alles begann&#8220; vom 24. August bis 17. November im Albertinum in Dresden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/caspar-david-friedrich-in-hamburg-rueckenansicht-mit-rueckenansicht/">Caspar David Friedrich in Hamburg: Rückenansicht mit Rückenansicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="478" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspartitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspartitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspartitel-150x90.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspartitel-768x459.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe es noch auf den letzten Drücker geschafft, mir die Caspar-David-Friedrich-Ausstellung in der Kunsthalle in Hamburg anzusehen. Ein Erlebnis. In vielerlei Hinsicht.</p>



<span id="more-13497"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Angepriesen als eines der Kunstereignisse des Jahres &#8211; nun ja, der Jahre 2023/2024 &#8211; hat die Caspar-David-Friedrich-Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle die Massen angezogen. Ich habe vor einigen Wochen eines der letzten Online-Tickets für die Schau ergattert, nur Stunden später war sie ausverkauft. Heute war ich dort, am vorletzten Tag der Ausstellung. Sie hat mir gut gefallen. Die Begleitumstände allerdings nicht so sehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst zu Ausstellung selbst. &#8222;Caspar David Friedrich &#8211; Kunst für eine neue Zeit&#8220;, so der Titel, ist in drei Abschnitte aufgeteilt. Der erste widmet sich dem Künstler selbst und seinen Werken. Gezeigt werden 60 Gemälde und rund 100 Zeichnungen. Der Rundgang beginnt mit Porträts, die den Künstler zeigen, Selbstporträts und solche von anderen Malern. Ein Porträt, gemalt 1808 von Gerhard von Kügelgen, ist besonders beeindruckend. Darauf blickt der Künstler den Betrachter direkt an. Die Augen sind beinahe stechend, der Backenbart flaumig, die Stirnhaare sind nach vorn über eine beginnende Glatze gekämmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Caspar David Friedrich im Klein- und Großformat </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Danach ist die Ausstellung chronologisch aufgebaut. Sie beginnt mit Skizzen und Studien des jungen Caspar David Friedrich. Sie sind der Grundstein für seine spätere Kunst. Es sind kleinformatige Werke von großer Fertigkeit. Sie führen den Besucher hin zu den späteren Ölgemälden, erst in kleinerem Format, dann in immer größerem. Bis zu den weltweit bekannten Werken, etwa dem &#8222;Eismeer&#8220; von 1823/24, dem &#8222;Mönch am Meer&#8220;, entstanden von 1808 bis 1810, oder dem &#8222;Wanderer über dem Nebelmeer&#8220; (um 1817). Die begleitenden Texte an der Wand der jeweiligen Räume sind kurz, aber ausführlich genug, um in die gezeigten Werke einzuführen und den Blick auf Details zu schärfen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2pGvKrZ"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/53623362455_1d66becf48_c.jpg" alt="Caspar-David-Friedrich-Ausstellung" width="800" height="600" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Eine Besucherin betrachtet das Gemälde &#8222;Eismeer&#8220; in der Caspar-David-Friedrich-Ausstellung.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bilder sind allesamt auf einem grau-grünen Hintergrund platziert, was sie leuchten lässt. Die <a href="https://www.ankegroener.de/blog/?p=40729" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kritik von Anke Gröner bezüglich zu wenig Platz zum Atmen</a> (für die Bilder und für die Besucher) kann ich nicht recht nachvollziehen, aber ich bin ja auch keine promovierte Kunsthistorikerin. Viel mehr als die Art, wie die Ausstellung gehängt ist, haben mich die anderen Besucher genervt. Immer, wenn ich ein Bild aus einigem Abstand ansehen wollte &#8211; was bei Großformaten stets angeraten ist &#8211; drängelte sich irgendjemand direkt davor. Und so ist die Caspar-David-Friedrich-Ausstellung eine mit Rückenansicht vor Rückenansicht. Die berühmten Rückenansichten der Menschen auf den Bildern wurden fast immer ergänzt, genauer verdeckt, von Rückenansichten der Besucher.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="478" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspartitel.jpg" alt="Caspar-David-Friedrich-Ausstellung, Wanderer über dem Nebelmeer mit Rückenansichten." class="wp-image-13498" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspartitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspartitel-150x90.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspartitel-768x459.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rückenansicht mit Rückenansichten, typisch für die Caspar-David-Friedrich-Austellung.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zugegeben, ich habe auch ein paar Handyfotos gemacht, für diesen Beitrag, aber auch als eine Art Notizbuch für mich. Ich habe das Handy aber nur selten gezückt, denn <a href="https://pyrolim.de/pyropro/erlebt/alte-meister-wie-ich-lernte-die-fotografie-zu-hassen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">das Handyfotografieren hat mich wieder mal sehr generv</a>t, wie schon in der Galerie Alter Meister in Dresden. Vor allem, wenn die Leute statt zu sehen nur wie irre die Bilder abknipsen. Und dafür gerne auch mal etwas näher rangehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Benimmregeln für den Museumsbesuch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich sind Ausstellungen wie die über Caspar David Friedrich Anziehungspunkte, die die Massen anlocken. Wer sie sich ansieht, muss damit rechnen, dass es voll ist. Aber ein bisschen Ausstellungsknigge wäre schon schön. Es gibt zwar <a href="https://magazin.wienmuseum.at/historische-benimmregeln-fuer-den-ausstellungsbesuch" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Benimmregeln für Museumsbesuche</a>, aber die stammen allesamt aus einer Zeit, als es noch keine Handys gab. Zum Thema Rückenansichten hatte H. Schramm schon 1902 einen wichtigen Rat: „Niemals lasse man sich die Unart zuschulden kommen, vor einem besonders sehenswerten Gegenstande in endloser Betrachtung zu verweilen, anderen die Aussicht versperrend.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Teil 2 und 3 der Ausstellung widmen sich nicht Caspar David Friedrich, sondern anderen Künstlern, die seine Arbeiten adaptiert oder weiterentwickelt haben. Denen ist Teil 2 gewidmet, und ich habe dort tolle Entdeckungen gemacht. Ich habe Künstler unserer Zeit entdeckt, die ich noch nicht kannte. Etwa den <a href="https://www.andreasmuehe.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fotografen Andreas Mühe</a> (*1979), dessen fantastische Bilder mir sehr gefallen haben. Sie zeigen ihn nackt in Rückenansicht in Szenen wie denen von Friedrich. Oder die Malerin <a href="https://nina-k-jurk.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nina K. Jurk (*1970)</a>, die in altmeisterlicher Malerei Himmel und Natur abbildet, ohne Motive, nur mit Farbverläufen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der dritte Teil der Ausstellung zeigt zwei großformatige Adaptionen, den &#8222;Kreidefelsen&#8220; und den &#8222;Wanderer&#8220; des afroamerikanischen Malers Kehinde Wiley (*1977). Diese Bilder werden im Markat-Saal inmitten von 60 Gemälden und Skulpturen des 19. Jahrhunderts gezeigt. Darunter das 50 Quadratmeter große Hauptwerk &#8222;Der Einzug Karl V. in Antwerpen&#8220; von Hans Markart (1840-1884).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspar.jpg" alt="Hans-Markat-Saal mit Monumentalgemälde und Friedrich-Adaptionen." class="wp-image-13501" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspar.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspar-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Caspar-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hans-Markat-Saal mit Monumentalgemälde und Friedrich-Adaption von Kehinde Wiley.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Damit bricht die Hamburger Kunsthalle nicht nur die weiße Welt der Kunst des 19. Jahrhunderts auf, sondern lockt die Besucher der Caspar-David-Friedrich-Ausstellung auch in Räume, die sie sonst nicht aufgesucht hätten. Ich war jedenfalls ganz fasziniert in diesen Einblick in die Dauerausstellung und werde auf jeden Fall wieder kommen. Ziel erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ein Wort zum Eintrittspreis: Für 16 Euro (Erwachsene) bietet die Kunsthalle mit der Sonderausstellung über Caspar David Friedrich ein hochklassiges Ausstellungserlebnis zum kleinen Preis. Was natürlich nur durch eine umfassende Förderung durch Sponsoren und die öffentliche Hand möglich ist. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Weitere Ausstellungen mit Friedrich-Werken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Werke von Caspar David Friedrich wandern weiter zur Ausstellung &#8222;Unendliche Landschaften&#8220;, die vom 19. April bis 4. August 2024 in der Alten Nationalgalerie in Berlin zu sehen ist. Weiter geht es mit der Schau &#8222;Wo alles begann&#8220; vom 24. August bis 17. November im Albertinum in Dresden.</p>
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		<title>Gefährdet, aber wichtig: die Bücherei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Mar 2024 09:40:31 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="201" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Lesestrip1ohne.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Bücher kann man nie genug haben." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Lesestrip1ohne.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Lesestrip1ohne-150x38.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich bin ein großer Fan öffentlicher Büchereien. Meine Bücherei ist für mich ein regelmäßiger Anlaufpunkt, mindestens alles zwei Wochen bin ich da. Aber wenn ich Meldungen zu diesen Einrichtungen lese, wird mir mulmig. Wie lange wird es sie noch geben? Der größte Bücherfan kommt irgendwann an seine Grenzen. Was der Kopf noch liebt und verarbeiten kann, schafft der Platz in der heimischen Wohnung nicht mehr. Bei mir ist schon der letzte Regalmeter ausgenutzt, und deshalb habe ich irgendwann die Reißleine gezogen. Ich gehe in keine Buchhandlung mehr. Ich gehe in die Bücherei. Zum Glück steht mir eine gut sortierte und üppig bestückte Leihbücherei zur Verfügung. Jedes Mal, wenn ich sie besuche, steuere ich zuerst die Regale mit den Hörbüchern an. Ich bin viel im Auto unterwegs und höre sie währenddessen. Musik nervt mich beim Autofahren. Spannende Hörbücher sind dagegen immer willkommen. Der nächste Weg führt mich in die Sachbuchabteilung. Ich lese viele Sachbücher, aber auch Biografien. Und nach jahrelanger Pause habe ich gerade wieder den Reiz von Romanen entdeckt. Da ich schnell und viel lese, ist der Weg in die Leihbücherei immer wichtig. Neues Futter muss her. Und wenn mir ein Buch nicht gefällt, muss ich mich nicht hindurchquälen, sondern kann es einfach wieder abgeben. Wunderbar. Anlaufpunkte für viele Menschen Bei meinen Besuchen in der Bücherei fällt mir noch etwas anderes auf. Sie sind Anlaufpunkt für viele Menschen, die sich dort oft lange aufhalten. Um Zeitungen und Zeitschriften zu lesen. Um etwas am Computer zu recherchieren. Kindergruppen kommen, um etwas über das Prinzip Bücherei und übers Lesen zu lernen. Es gibt regelmäßige Veranstaltungen, Lesungen und Diskussionsrunden, die von den Mitarbeitern organisiert werden. Und das alles für einen Spottpreis. Als Erwachsene zahle ich in meiner Bücherei einen Jahresbeitrag von lediglich 16 Euro, ganze Familien sind mit 22 Euro dabei. Ein wahrhaft preiswertes Vergnügen. Dafür können neben Büchern und Hörbüchern auch CDs, DVDs und Brettspiele ausgeliehen werden. Kein Wunder, dass sich die Bücherei großer Beliebtheit erfreut. Doch die Leihbibliotheken geraten von zwei Seiten unter Druck: kein Geld, kein Personal. &#8222;Publik&#8220;, die Mitgliederzeitung der Gewerkschaft Verdi, berichtet, dass viele Büchereien die Öffnungszeiten reduzieren oder gar ganz schließen. &#8222;Dem Statistischen Bundesamt zufolge gab es 2022 rund 8800 öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken, zehn Jahre zuvor waren es noch 1350 mehr. Mit anderen Worten: Mehr als jede achte Einrichtung wurde seither geschlossen&#8220;, heißt es in dem Bericht. Bücherei als Ort ohne Konsum Und die Überschrift fasst das zusammen, was ich an der Bücherei so liebe: Es ist der letzte konsumfreie Ort. Vielleicht gibt es noch ein paar andere Orte ohne Konsum und Konsumzwang, aber tatsächlich muss man lange danach suchen. So sponten fällt mir keiner ein. Ich kann nur hoffen, dass das Prinzip Bücherei überlebt. Die sind übrigens keine Leitbibliotheken, wie oft gesagt und geschrieben wird. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="201" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Lesestrip1ohne.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Bücher kann man nie genug haben." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Lesestrip1ohne.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Lesestrip1ohne-150x38.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Ich bin ein großer Fan öffentlicher Büchereien. Meine Bücherei ist für mich ein regelmäßiger Anlaufpunkt, mindestens alles zwei Wochen bin ich da. Aber wenn ich Meldungen zu diesen Einrichtungen lese, wird mir mulmig. Wie lange wird es sie noch geben?</p>



<span id="more-13475"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Der größte Bücherfan kommt irgendwann an seine Grenzen. Was der Kopf noch liebt und verarbeiten kann, schafft der Platz in der heimischen Wohnung nicht mehr. Bei mir ist schon der letzte Regalmeter ausgenutzt, und deshalb habe ich irgendwann die Reißleine gezogen. Ich gehe in keine Buchhandlung mehr. Ich gehe in die Bücherei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück steht mir eine gut sortierte und üppig bestückte Leihbücherei zur Verfügung. Jedes Mal, wenn ich sie besuche, steuere ich zuerst die Regale mit den Hörbüchern an. Ich bin viel im Auto unterwegs und höre sie währenddessen. Musik nervt mich beim Autofahren. Spannende Hörbücher sind dagegen immer willkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der nächste Weg führt mich in die Sachbuchabteilung. Ich lese viele Sachbücher, aber auch Biografien. Und nach jahrelanger Pause habe ich gerade wieder den Reiz von Romanen entdeckt. Da ich schnell und viel lese, ist der Weg in die Leihbücherei immer wichtig. Neues Futter muss her. Und wenn mir ein Buch nicht gefällt, muss ich mich nicht hindurchquälen, sondern kann es einfach wieder abgeben. Wunderbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anlaufpunkte für viele Menschen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei meinen Besuchen in der Bücherei fällt mir noch etwas anderes auf. Sie sind Anlaufpunkt für viele Menschen, die sich dort oft lange aufhalten. Um Zeitungen und Zeitschriften zu lesen. Um etwas am Computer zu recherchieren. Kindergruppen kommen, um etwas über das Prinzip Bücherei und übers Lesen zu lernen. Es gibt regelmäßige Veranstaltungen, Lesungen und Diskussionsrunden, die von den Mitarbeitern organisiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das alles für einen Spottpreis. Als Erwachsene zahle ich in meiner Bücherei einen Jahresbeitrag von lediglich 16 Euro, ganze Familien sind mit 22 Euro dabei. Ein wahrhaft preiswertes Vergnügen. Dafür können neben Büchern und Hörbüchern auch CDs, DVDs und Brettspiele ausgeliehen werden. Kein Wunder, dass sich die Bücherei großer Beliebtheit erfreut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Leihbibliotheken geraten von zwei Seiten unter Druck: kein Geld, kein Personal. &#8222;Publik&#8220;, die Mitgliederzeitung der Gewerkschaft Verdi, berichtet, dass <a href="https://publik.verdi.de/ausgabe-202401/der-letzte-konsumfreie-ort/?fbclid=IwAR2b5ylcQdvdlLmyPdGe2A4gWF6djru0I6qsLSj8reMGyi1Z8HYtd54OPOA" target="_blank" rel="noreferrer noopener">viele Büchereien die Öffnungszeiten reduzieren oder gar ganz schließen</a>. &#8222;Dem Statistischen Bundesamt zufolge gab es 2022 rund 8800 öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken, zehn Jahre zuvor waren es noch 1350 mehr. Mit anderen Worten: Mehr als jede achte Einrichtung wurde seither geschlossen&#8220;, heißt es in dem Bericht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bücherei als Ort ohne Konsum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Überschrift fasst das zusammen, was ich an der Bücherei so liebe: Es ist der letzte konsumfreie Ort. Vielleicht gibt es noch ein paar andere Orte ohne Konsum und Konsumzwang, aber tatsächlich muss man lange danach suchen. So sponten fällt mir keiner ein. Ich kann nur hoffen, dass das Prinzip Bücherei überlebt. Die sind <a href="https://pyrolim.de/pyropro/die-sache-mit-dem-leihezwang/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">übrigens keine Leitbibliotheken, wie oft gesagt und geschrieben wird</a>. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>



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		<title>Konzert zum Reformationstag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Oct 2023 17:19:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Klassische Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Wir singen wieder. Und das ist ganz wunderbar. Wie habe ich das vermisst während der langen Corona-Zeit. Nun steht mal wieder ein Konzert mit Orchesterbegleitung an. Termin ist der Reformationstag. Die Freude daran ist gleich doppelt groß, weil vorher noch die Generalprobe kommt. Ich singe seit mittlerweile 30 Jahren im St.-Johannes-Chor Lübeck-Kücknitz. Ein typischer Kirchenchor mit seinem engagierten Leiter Norbert Drechsler. Höhepunkt jedes Jahres sind die Konzerte, bei denen mehr oder weniger große Oratorien aufgeführt werden. Wir hatten in diesen 30 Jahren wunderbare Auftritte, etwa mit dem Requiem in c-moll von Cherubini oder das Requiem von Michael Porr, einem zeitgenössischen Komponisten. Natürlich standen auch der Messias von Händel, das Requiem von Mozart und das Weihnachtsoratorium von Bach in diesen Jahren ein oder mehrmals auf dem Konzertplan. Klassik-Hits, an denen kein Chor vorbeikommt. Freuen auf die Generalprobe Dafür wird lange und intensiv geübt. Und dann kommt der Moment der Generalprobe, wenn zum ersten Mal Chor, Orchester und Solisten zusammenkommen. Für Choristen immer ein besonderes Erlebnis. Mit einem kompletten Orchester zu singen ist eben doch etwas anderes, als vom Klavier begleitet zu werden. Das Orchester trägt die Sänger. Die oft geübten Töne, die Einsätze, selbst die schwierigen, kommen wie von selbst. Ein bisschen aufpassen und vor allem auf den Dirigenten gucken muss man natürlich, wer will schon in der Generalpause ein Solo absolvieren? Mit dem Konzert haben die Sänger also zwei Mal das Vergnügen, mit Orchester zu singen. Das alles war in der Pandemie nicht möglich, und ich habe es sehr vermisst. Aber seit geraumer Zeit ist alles wieder so wie vorher. Fast. Der Chor ist doch arg ausgedünnt, einige sind älter geworden und kommen deshalb nicht mehr. Andere haben sich anderweitig orientiert oder fanden es zu Hause auf dem heimischen Sofa auch ganz schön. Dennoch haben wir wieder etwas auf die Beine gestellt. Am Reformationstag, 31. Oktober 2023, abends um 17 Uhr geben wir in der Dreifaltigkeitskirche in Kücknitz unser Konzert. Das Programm am Reformationstag Auf dem Programm stehen für den Chor die Vertonung des Psalms 121 &#8222;Ein feste Burg&#8220; von Telemann und die kleine Orgel-Solomesse von Joseph Haydn, die Missa Brevis Nr. 7 &#8222;St. Joannis de Deo&#8220;. Das Youtube-Video zeigt die Karaoke-Version des Osanna aus der Hayd-Messe zum Mitsingen. Die Haydn-Messe, die mitnichten, wie der Name sagt, nur von der Orgel begleitet wird, ist ein gut zu singendes und eingängiges Werk. Es dauert kompakte 17 Minuten. Der Telemann stellt deutlich größere Anforderungen an die Sänger, obwohl er kürzer ist. Aber die Töne gerade für den Sopran sind hoch und lang. Und der Text ist gerade bei den schnelleren Passagen oft schwer unterzubringen. Ergänzt wird das Programm noch durch die solo gesungene Reformationskantate „Der Herr ist König“. Ausführende sind neben Chor und Orchester die Solisten Natalia Willot (Sopran) und Raphael De Vos (Bariton). Der Eintritt ist frei.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/konzert-zum-reformationstag/">Konzert zum Reformationstag</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Wir singen wieder. Und das ist ganz wunderbar. Wie habe ich das vermisst während der langen Corona-Zeit. Nun steht mal wieder ein Konzert mit Orchesterbegleitung an. Termin ist der Reformationstag. Die Freude daran ist gleich doppelt groß, weil vorher noch die Generalprobe kommt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Ich singe seit mittlerweile 30 Jahren im St.-Johannes-Chor Lübeck-Kücknitz. Ein typischer Kirchenchor mit seinem engagierten Leiter Norbert Drechsler. Höhepunkt jedes Jahres sind die Konzerte, bei denen mehr oder weniger große Oratorien aufgeführt werden. Wir hatten in diesen 30 Jahren wunderbare Auftritte, etwa mit dem <a href="https://pyrolim.de/pyropro/grosse-oper-im-kirchenchor/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Requiem in c-moll von Cherubini</a> oder das <a href="https://pyrolim.de/pyropro/ein-komponist-von-heute-interview-mit-michael-porr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Requiem von Michael Porr, einem zeitgenössischen Komponisten</a>. Natürlich standen auch der Messias von Händel, das Requiem von Mozart und das Weihnachtsoratorium von Bach in diesen Jahren ein oder mehrmals auf dem Konzertplan. Klassik-Hits, an denen kein Chor vorbeikommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Freuen auf die Generalprobe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür wird lange und intensiv geübt. Und dann kommt der Moment der Generalprobe, wenn zum ersten Mal Chor, Orchester und Solisten zusammenkommen. Für Choristen immer ein besonderes Erlebnis. Mit einem kompletten Orchester zu singen ist eben doch etwas anderes, als vom Klavier begleitet zu werden. Das Orchester trägt die Sänger. Die oft geübten Töne, die Einsätze, selbst die schwierigen, kommen wie von selbst. Ein bisschen aufpassen und vor allem auf den Dirigenten gucken muss man natürlich, wer will schon in der Generalpause ein Solo absolvieren? Mit dem Konzert haben die Sänger also zwei Mal das Vergnügen, mit Orchester zu singen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alles war in der Pandemie nicht möglich, und ich habe es sehr vermisst. Aber seit geraumer Zeit ist alles wieder so wie vorher. Fast. Der Chor ist doch arg ausgedünnt, einige sind älter geworden und kommen deshalb nicht mehr. Andere haben sich anderweitig orientiert oder fanden es zu Hause auf dem heimischen Sofa auch ganz schön. Dennoch haben wir wieder etwas auf die Beine gestellt. Am Reformationstag, 31. Oktober 2023, abends um 17 Uhr geben wir in der Dreifaltigkeitskirche in Kücknitz unser Konzert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Programm am Reformationstag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Programm stehen für den Chor die Vertonung des Psalms 121 &#8222;Ein feste Burg&#8220; von Telemann und die kleine Orgel-Solomesse von Joseph Haydn, die Missa Brevis Nr. 7 &#8222;St. Joannis de Deo&#8220;. Das Youtube-Video zeigt die Karaoke-Version des Osanna aus der Hayd-Messe zum Mitsingen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Sanctus-Kleine Orgelmesse-Haydn" width="960" height="540" src="https://www.youtube.com/embed/8X9diDcj9Pg?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Haydn-Messe, die mitnichten, wie der Name sagt, nur von der Orgel begleitet wird, ist ein gut zu singendes und eingängiges Werk. Es dauert kompakte 17 Minuten. Der Telemann stellt deutlich größere Anforderungen an die Sänger, obwohl er kürzer ist. Aber die Töne gerade für den Sopran sind hoch und lang. Und der Text ist gerade bei den schnelleren Passagen oft schwer unterzubringen. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Telemann: Ein feste Burg ist unser Gott, TWV. 8:7" width="960" height="720" src="https://www.youtube.com/embed/IUnzII3txbU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ergänzt wird das Programm noch durch die solo gesungene Reformationskantate „Der Herr ist König“. Ausführende sind neben Chor und Orchester die Solisten Natalia Willot (Sopran) und Raphael De Vos (Bariton). Der Eintritt ist frei.</p>
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		<title>Querflöte &#8211; endlich wieder gespielt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jun 2023 15:34:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[geliebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Klassische Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Querflote.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Querflote.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Querflote-150x68.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Querflote-768x346.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich habe in den 1990er Jahren intensiv Querflöte gespielt, hatte sechs Jahre Einzelunterricht und war richtig gut. Also so gut, wie es Laien eben sein können. Und dann nahm das Leben eine andere Kurve, die Querflöte lag immer länger ungenutzt herum. Jetzt hat sie eine zweite Chance bekommen, und das ist wunderbar. Ich wollte immer Querflöte lernen, schon als Jugendliche. Und es ist nie etwas daraus geworden. Erst habe ich Blockflöte gespielt wie alle Kinder, allerdings sehr viel intensiver und von der Piccoloflöte bis hin zur Bassflöte. Dann wollte ich Querflöte lernen, doch beim Info-Termin in der Musikschule stellten sie fest, dass ich mehr an meiner Stütze arbeiten muss und empfahlen mir Gesangsunterricht. Also habe ich zwei Jahre richtig singen gelernt. Und dann kamen Abi, Studium, Beruf, und die Musik spielte keine Rolle mehr. Mit Mitte 30 habe ich dann meinen Wunsch umgesetzt und Querflöte gelernt. Wie die Schulter die Querflöte ins Abseits schob Es war toll, und ich habe so intensiv gelernt und geübt, dass ich wirklich gut spielen konnte. Allerdings ergab sich nie die Gelegenheit, in einem Ensemble zu spielen. Mangels Gelegenheit habe ich lediglich Duette mit meiner Lehrerin gespielt. Dann kamen Umzug, Kind und später ein fieses Impingement-Syndrom der Schulter, auch Schürzenband-Syndrom genannt, und zwar der rechten. Das ist fürs Spielen der Querflöte ganz blöd. Monatelang, ja jahrelang konnte ich nicht spielen. Und irgendwann war der Drang dazu weg. Aber nach langer Krankengymnastik auch die Schulterschmerzen. Nun bietet unser Kirchenmusiker, bei dem ich seit 30 Jahren im Chor singe, einmal im Jahr eine Sommermusik zum Mitmachen an. Jeder, der mag und der ein Instrument spielt, darf dabei sein. Ich habe es also gewagt und habe mich mit der Querflöte dazu gesellt. Und siehe da: Es geht noch. Zum Glück waren die Stücke recht leicht, Teile einer Sonata von Giuseppe Torelli (1685-1709) und Menuet, Gavotte und Bourrée aus der Suite G-Dur von Johann Sebastian Bach. Musiziert mit zwei Celli, drei Geigen und zwei Querflöten. Die wenigen, etwas kniffligeren Stellen und Läufe hatte ich mit ein paar Abenden intensiven Übens flüssig in den Fingern. Die Begleitungen für zwei Chorstücke kam noch hinzu, die ließen sich fast vom Blatt spielen. Alle Griffe für Es und Cis und Fis waren noch ohne Nachdenken präsent. Und das nach 20 Jahren. Wie Fahrradfahren: Ansatz verlernt man nicht Erstaunt hat mich zudem, wie gut der Klang noch war, dass ich den Ansatz überhaupt nicht verlernt hatte. Die Töne, die ich produzierte, klangen sauber und gut. Das haben mir nach der Aufführung auch Zuhörer bestätigt. Ich hatte ein bisschen Sorge, dass der Ansatz schwankend sein könnte oder wegrutscht, aber nichts davon. Die innere Anspannung war zudem groß, die Konzentration geschärft, da konnte nichts schiefgehen. Viel schwieriger war für mich das Ensemblespiel, zumal ohne Dirigent, was dazu geführt hat, dass ich an einigen Stellen den Rhythmus nicht richtig hingekriegt habe und rausgeflogen bin. Der erste Geiger, der ebenfalls meine Stimme spielte, saß zu weit weg, also dass ich ihn hätte hören und mich an ihm orientieren können. Und die zweiten Stimmen neben mir irritierten mich etwas, weil ich an der einen oder anderen Stelle dachte, ich wäre falsch. War ich gar nicht, aber zumindest war ich extrem irritiert. Wir hatten zudem etwas wenig Zeit, um zusammen zu üben, gerade dreimal. Zumal die anderen Musiker ebenfalls Laien sind und auch so ihre Schwierigkeiten hatten. Am Ende haben wir eine einigermaßen hörenswerte Aufführung hinbekommen. Vor allem der Bach lief sehr gut, beim Torelli hatte ich mal wieder meine üblichen Rhythmusschwierigkeiten. Vor allem aber haben sowohl das Üben als auch die Aufführung sehr, sehr viel Spaß gemacht. Wir wollen das Ensemblespiel unbedingt wiederholen. Warum Querflöten Holzblasinstrumente sind Ich habe meine Querflöte immer geliebt, aber jetzt ist sie mir noch einmal wieder so richtig ans Herz gewachsen. Es ist eine Pearl-Flöte. Gekauft habe ich sie 1995 für 1190 D-Mark (knapp 600 Euro) beim Holzblasinstrumentenbau Werner Fischer in Bremen. Obwohl sie aus Metall, meistens Neusilber oder Silber sind, gehören Querflöten zu den Holzblasinstrumenten. Früher wurden sie aus Holz gefertigt. Die Werkstatt von Fischer hat mir dann auch das größte Problem beim Spielen der Querflöte gelöst. Als ich mit dem Unterricht begonnen habe, war innerhalb kürzester Zeit der untere Teil meines Gesichts mit Pickeln und roten Stellen übersät. Nickelallergie. In der Mundlochplatte, die auf der Haut aufliegt, ist Nickel drin. Die Lösung hieß Vergolden. Für noch einmal 190 D-Mark wurde das Kopfstück meiner Querflöte mit Gold überzogen. Sieht total edel aus. Ich hatte nie wieder Probleme mit einer Allergie. Kurz nach dem Vergolden kamen übrigens nickelfreie Kopfstücke auf den Markt. Das goldene Kopfstück trägt mir immer mal wieder Fragen ein, warum es denn vergoldet sei. Das erkläre ich dann immer. Nach der Aufführung hat mir diese Frage auch eine Querflötistin gestellt, die immer mal im Orchester spielt, wenn unser Chor große Aufführungen hat. Ich habe sie ihr natürlich beantwortet. Ich habe dieser Frau früher schon einmal eine Frage zu ihrer Flöte gestellt. Aus der ragt am Fußstück ein kleiner Stab mit einem runden Metallstück am Ende heraus. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Es ist, hat sie mir erklärt, ein Gegengewicht, das sie nicht mehr missen möchte. Was es genau bewirkt, weiß ich allerdings nicht. Gebaut hat es ihr ihr Mann, wie ich mal gehört habe. Ich werde weiter Querflöte spielen Für mich war die unverhoffte Möglichkeit, wieder Querflöte zu spielen und der Zwang, dafür zu üben, der richtige Anstoß. Ich werde wieder regelmäßig spielen, und ganz bald wollen wir wieder im Ensemble zusammenkommen. Weil es uns allen so viel Freude gemacht hat.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Querflote.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Querflote.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Querflote-150x68.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Querflote-768x346.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe in den 1990er Jahren intensiv Querflöte gespielt, hatte sechs Jahre Einzelunterricht und war richtig gut. Also so gut, wie es Laien eben sein können. Und dann nahm das Leben eine andere Kurve, die Querflöte lag immer länger ungenutzt herum. Jetzt hat sie eine zweite Chance bekommen, und das ist wunderbar.</p>



<span id="more-13109"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte immer Querflöte lernen, schon als Jugendliche. Und es ist nie etwas daraus geworden. Erst habe ich Blockflöte gespielt wie alle Kinder, allerdings sehr viel intensiver und von der Piccoloflöte bis hin zur Bassflöte. Dann wollte ich Querflöte lernen, doch beim Info-Termin in der Musikschule stellten sie fest, dass ich mehr an meiner Stütze arbeiten muss und empfahlen mir Gesangsunterricht. Also habe ich zwei Jahre richtig singen gelernt. Und dann kamen Abi, Studium, Beruf, und die Musik spielte keine Rolle mehr. Mit Mitte 30 habe ich dann meinen Wunsch umgesetzt und Querflöte gelernt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie die Schulter die Querflöte ins Abseits schob</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es war toll, und ich habe so intensiv gelernt und geübt, dass ich wirklich gut spielen konnte. Allerdings ergab sich nie die Gelegenheit, in einem Ensemble zu spielen. Mangels Gelegenheit habe ich lediglich Duette mit meiner Lehrerin gespielt. Dann kamen Umzug, Kind und später ein fieses <a href="https://youtu.be/JmFQOwvpw9c">Impingement-Syndrom</a> der Schulter, auch Schürzenband-Syndrom genannt, und zwar der rechten. Das ist fürs Spielen der Querflöte ganz blöd. Monatelang, ja jahrelang konnte ich nicht spielen. Und irgendwann war der Drang dazu weg. Aber nach langer Krankengymnastik auch die Schulterschmerzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun bietet unser Kirchenmusiker, bei dem ich seit 30 Jahren im Chor singe, einmal im Jahr eine Sommermusik zum Mitmachen an. Jeder, der mag und der ein Instrument spielt, darf dabei sein. Ich habe es also gewagt und habe mich mit der Querflöte dazu gesellt. Und siehe da: Es geht noch. Zum Glück waren die Stücke recht leicht, Teile einer Sonata von Giuseppe Torelli (1685-1709) und Menuet, Gavotte und Bourrée aus der Suite G-Dur von Johann Sebastian Bach. Musiziert mit zwei Celli, drei Geigen und zwei Querflöten. Die wenigen, etwas kniffligeren Stellen und Läufe hatte ich mit ein paar Abenden intensiven Übens flüssig in den Fingern. Die Begleitungen für zwei Chorstücke kam noch hinzu, die ließen sich fast vom Blatt spielen. Alle Griffe für Es und Cis und Fis waren noch ohne Nachdenken präsent. Und das nach 20 Jahren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie Fahrradfahren: Ansatz verlernt man nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erstaunt hat mich zudem, wie gut der Klang noch war, dass<a href="https://www.musikmachen.de/querfloete/floete-lernen-erste-toene/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> ich den Ansatz überhaupt nicht verlernt hatte</a>. Die Töne, die ich produzierte, klangen sauber und gut. Das haben mir nach der Aufführung auch Zuhörer bestätigt. Ich hatte ein bisschen Sorge, dass der Ansatz schwankend sein könnte oder wegrutscht, aber nichts davon. Die innere Anspannung war zudem groß, die Konzentration geschärft, da konnte nichts schiefgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel schwieriger war für mich das Ensemblespiel, zumal ohne Dirigent, was dazu geführt hat, dass ich an einigen Stellen den Rhythmus nicht richtig hingekriegt habe und rausgeflogen bin. Der erste Geiger,  der ebenfalls meine Stimme spielte, saß zu weit weg, also dass ich ihn hätte hören und mich an ihm orientieren können. Und die zweiten Stimmen neben mir irritierten mich etwas, weil ich an der einen oder anderen Stelle dachte, ich wäre falsch. War ich gar nicht, aber zumindest war ich extrem irritiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir hatten zudem etwas wenig Zeit, um zusammen zu üben, gerade dreimal. Zumal die anderen Musiker ebenfalls Laien sind und auch so ihre Schwierigkeiten hatten. Am Ende haben wir eine einigermaßen hörenswerte Aufführung hinbekommen. Vor allem der Bach lief sehr gut, beim Torelli hatte ich mal wieder meine üblichen Rhythmusschwierigkeiten. Vor allem aber haben sowohl das Üben als auch die Aufführung sehr, sehr viel Spaß gemacht. Wir wollen das Ensemblespiel unbedingt wiederholen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Querflöten Holzblasinstrumente sind</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe meine Querflöte immer geliebt, aber jetzt ist sie mir noch einmal wieder so richtig ans Herz gewachsen. Es ist eine <a href="https://www.musik-produktiv.de/querfloeten/pearl-flutes/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pearl-Flöte</a>. Gekauft habe ich sie 1995 für 1190 D-Mark (knapp 600 Euro) beim <a href="https://werner-fischer-bremen.de/holzblasinstrumente/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Holzblasinstrumentenbau Werner Fischer in Bremen</a>. Obwohl sie aus Metall, meistens Neusilber oder Silber sind, gehören Querflöten zu den Holzblasinstrumenten. Früher wurden sie aus Holz gefertigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Werkstatt von Fischer hat mir dann auch das größte Problem beim Spielen der Querflöte gelöst. Als ich mit dem Unterricht begonnen habe, war innerhalb kürzester Zeit der untere Teil meines Gesichts mit Pickeln und roten Stellen übersät. Nickelallergie. In der Mundlochplatte, die auf der Haut aufliegt, ist Nickel drin. Die Lösung hieß Vergolden. Für noch einmal 190 D-Mark wurde das Kopfstück meiner Querflöte mit Gold überzogen. Sieht total edel aus. Ich hatte nie wieder Probleme mit einer Allergie. Kurz nach dem Vergolden kamen übrigens nickelfreie Kopfstücke auf den Markt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Querflote.jpg" alt="Meine Querflöte mit goldenem Kopfstück." class="wp-image-13114" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Querflote.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Querflote-150x68.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Querflote-768x346.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Meine Querflöte mit goldenem Kopfstück.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das goldene Kopfstück trägt mir immer mal wieder Fragen ein, warum es denn vergoldet sei. Das erkläre ich dann immer. Nach der Aufführung hat mir diese Frage auch eine Querflötistin gestellt, die immer mal im Orchester spielt, wenn <a href="https://pyrolim.de/pyropro/grosse-oper-im-kirchenchor/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">unser Chor große Aufführungen hat</a>. Ich habe sie ihr natürlich beantwortet. Ich habe dieser Frau früher schon einmal eine Frage zu ihrer Flöte gestellt. Aus der ragt am Fußstück ein kleiner Stab mit einem runden Metallstück am Ende heraus. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Es ist, hat sie mir erklärt, ein Gegengewicht, das sie nicht mehr missen möchte. Was es genau bewirkt, weiß ich allerdings  nicht. Gebaut hat es ihr ihr Mann, wie ich mal gehört habe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ich werde weiter Querflöte spielen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich war die unverhoffte Möglichkeit, wieder Querflöte zu spielen und der Zwang, dafür zu üben, der richtige Anstoß. Ich werde wieder regelmäßig spielen, und ganz bald wollen wir wieder im Ensemble zusammenkommen. Weil es uns allen so viel Freude gemacht hat. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/querfloete-endlich-wieder-gespielt/">Querflöte &#8211; endlich wieder gespielt</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Christo und Jeanne-Claude: eine Ausstellung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 May 2023 09:50:58 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Ausstellung Christo und Jeanne-Claude im Schloss Gottorf in Schleswig." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Schloss Gottorf in Schleswig zeigt eine von den Künstlern autorisierte Ausstellung über Christo und Jeanne-Claude. Sie feiert nicht nur die berühmtesten Werke der Künstler, sondern zeigt auch ihren Weg dorthin und ein beeindruckendes, noch nicht umgesetztes Projekt. Jeder kennt Christo, spätestens seit er den Reichstag in Berlin verhüllt hat. Ich war da und begeistert. Und natürlich habe ich fotografiert, damals, 1995 noch auf Dias. Ich habe sie vor einiger Zeit professionell scannen lassen, aber natürlich sind sie digital lange nicht so brillant wie als Dias. Aber auch so ist mir der verhüllte Reichstag in sehr guter Erinnerung geblieben. Ebenso wie die Verhüllung des Triumphbogens in Paris und die von Pont Neuf, die ich leider beide nur von Bildern kenne. Diese Großprojekte sind natürlich ein wichtiger Baustein der Christo-und-Jeanne-Claude-Ausstellung in Schleswig. Die großen Projekte sind aber nur der Schlusspunkt der Ausstellung. Los geht es mit dem verhüllten VW-Käfer von 1961. Der steht gleich am Beginn des Rundgangs. Bis zu der Ausstellung kannte ich dieses Werk von Christo noch nicht. Christo und Jeanne-Claude in Paris Im weiteren Verlauf der Ausstellung geht es um die frühen Jahre von Christo und Jeanne-Claude, darum, wie sie sich kennengelernt haben. Welche Künstler sie im Paris der 1960er Jahre trafen und von welchen sie inspiriert wurden. Da ist Lucio Fontana zu nennen, der in seine Leinwände hineingeschnitten hat. Von ihm hängt ein Werk in der Ausstellung, das ich wegen seiner blauen Farbe zunächst Yves Klein zugeordnet hätte. Der ist dort mit einer seiner Anthropometrien der Blauen Epoche vertreten, bei dem weibliche Körper den Pinsel ersetzten. Weitere Christo und Jeanne-Claude beeinflussende Zeitgenossen waren Arman, César und Daniel Spoerri. Erstmal etwas Kleines verhüllt Und dann sind da die frühen verhüllten Werke. Ein verhülltes Münztelefon. Verhüllte Zeitschriften und Zeitungen. Von da ist es kein weiter Weg mehr zu den Großprojekten, die ausführlich dargestellt werden. Nicht nur in Fotos und Text, sondern auch mit den Originalzeichnungen, mit denen Christo seine Projekte skizzierte, vorstellte und für sie warb. Ebenfalls dokumentiert ist der lange und steinige Weg zur Verhüllung des Reichstags. Ganz nahe am Eingang der Ausstellung und folgerichtig auch am Ausgang ist dann eines der bisher nicht realisierten Großprojekte dargestellt: &#8222;The Mastaba&#8220;, die Skulptur aus 410.000 liegend gestapelten Ölfässern für die Wüste bei Abu Dhabi. Die unglaubliche Höhe von 150 Metern ist anhand der winzigen Figuren, die rund um das Modell im Sand stehen, vorstellbar. Es ist eine sehr sehenswerte Ausstellung, die das künstlerische Leben von Christo und Jeanne-Claude über die Jahrzehnte dokumentiert. &#8222;Christo und Jeanne-Claude. Paris. New York. Grenzenlos&#8220; ist noch bis zum 3. September 2023 als Sonderausstellung im Schloss Gottorf zu sehen. Wem der Weg zu weit ist, der kann an digitalen Führungen via Zoom teilnehmen. Kosten fünf Euro. Der Eintritt zur Ausstellung kostet für Erwachsene zehn Euro, ermäßigt acht Euro, Familien 21 Euro, Kinder/Jugendliche drei Euro. Ein Kombiticket, das für Erwachsene 15 Euro kostet, gewährt Zutritt zu allen Museen von Schloss Gottorf. Es lohnt sich. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, den ich mir aber nicht gekauft habe. Ich habe mich bereits 1995 in Berlin mit allerlei Lektüre zu den Werken von Christo und Jeanne-Claude eingedeckt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Ausstellung Christo und Jeanne-Claude im Schloss Gottorf in Schleswig." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Schloss Gottorf in Schleswig zeigt eine von den Künstlern autorisierte Ausstellung über Christo und Jeanne-Claude. Sie feiert nicht nur die berühmtesten Werke der Künstler, sondern zeigt auch ihren Weg dorthin und ein beeindruckendes, noch nicht umgesetztes Projekt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Jeder kennt Christo, spätestens seit er den Reichstag in Berlin verhüllt hat. Ich war da und begeistert. Und natürlich habe ich fotografiert, damals, 1995 noch auf Dias. Ich habe sie <a href="https://pyrolim.de/pyropro/dias-digitalisieren-ich-habe-es-endlich-in-angriff-genommen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vor einiger Zeit professionell scannen lassen, aber natürlich sind sie digital lange nicht so brillant wie als Dias</a>. Aber auch so ist mir der verhüllte Reichstag in sehr guter Erinnerung geblieben. Ebenso wie die Verhüllung des Triumphbogens in Paris und die von Pont Neuf, die ich leider beide nur von Bildern kenne. Diese Großprojekte sind natürlich ein wichtiger Baustein der Christo-und-Jeanne-Claude-Ausstellung in Schleswig.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel.jpg" alt="Blick in die Christo-Ausstellung in Schleswig mit Foto der Pont-Neuve-Verhüllung." class="wp-image-13065" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blick in die Christo-Ausstellung in Schleswig mit Foto der Pont-Neuf-Verhüllung.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die großen Projekte sind aber nur der Schlusspunkt der Ausstellung. Los geht es mit dem verhüllten VW-Käfer von 1961. Der steht gleich am Beginn des Rundgangs. Bis zu der Ausstellung kannte ich dieses Werk von Christo noch nicht.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2oBjuv8"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52908226697_f66487d8b2_c.jpg" alt="Christo-Ausstellung Schloss Gottorf" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der verhüllte VW-Käfer.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Christo und Jeanne-Claude in Paris</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im weiteren Verlauf der Ausstellung geht es um die frühen Jahre von Christo und Jeanne-Claude, darum, wie sie sich kennengelernt haben. Welche Künstler sie im Paris der 1960er Jahre trafen und von welchen sie inspiriert wurden. Da ist Lucio Fontana zu nennen, der in seine Leinwände hineingeschnitten hat. Von ihm hängt ein Werk in der Ausstellung, das<a href="https://sammlung.staedelmuseum.de/de/werk/concetto-spaziale-attese" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> ich wegen seiner blauen Farbe zunächst Yves Klein zugeordnet hätte</a>. Der ist dort mit einer seiner Anthropometrien der Blauen Epoche vertreten, bei dem weibliche Körper den Pinsel ersetzten. Weitere Christo und Jeanne-Claude beeinflussende Zeitgenossen waren Arman, César und Daniel Spoerri.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erstmal etwas Kleines verhüllt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann sind da die frühen verhüllten Werke. Ein verhülltes Münztelefon. Verhüllte Zeitschriften und Zeitungen. Von da ist es kein weiter Weg mehr zu den Großprojekten, die ausführlich dargestellt werden. Nicht nur in Fotos und Text, sondern auch mit den Originalzeichnungen, mit denen Christo seine Projekte skizzierte, vorstellte und für sie warb. Ebenfalls dokumentiert ist der lange und steinige Weg zur Verhüllung des Reichstags.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="522" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Reichstag.jpg" alt="Der Reichstag 1995, verhüllt von Christo und Jeanne-Claude." class="wp-image-13068" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Reichstag.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Reichstag-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Reichstag-768x501.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Reichstag 1995, verhüllt von Christo und Jeanne-Claude (eingescanntes Dia).</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz nahe am Eingang der Ausstellung und folgerichtig auch am Ausgang ist dann eines der bisher nicht realisierten Großprojekte dargestellt: &#8222;The Mastaba&#8220;, die Skulptur aus 410.000 liegend gestapelten Ölfässern für die Wüste bei Abu Dhabi. Die unglaubliche Höhe von 150 Metern ist anhand der winzigen Figuren, die rund um das Modell im Sand stehen, vorstellbar.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2oBjuvo"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52908226712_15d650b27b_c.jpg" alt="Christo-Ausstellung Schloss Gottorf" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Das Modell für &#8222;The Mastaba&#8220;. Man beachte die kleinen Figuren.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine sehr sehenswerte Ausstellung, die das künstlerische Leben von Christo und Jeanne-Claude über die Jahrzehnte dokumentiert. <a href="https://museum-fuer-kunst-und-kulturgeschichte.de/de/christo-und-jeanne-claude-paris-new-york-grenzenlos" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Christo und Jeanne-Claude. Paris. New York. Grenzenlos&#8220;</a> ist noch bis zum 3. September 2023 als Sonderausstellung im Schloss Gottorf zu sehen. Wem der Weg zu weit ist, der kann an <a href="https://schloss-gottorf.de/de/programm?angebote=&amp;zeit=&amp;vart=0&amp;zg=19&amp;sonder=40" target="_blank" rel="noreferrer noopener">digitalen Führungen via Zoom</a> teilnehmen. Kosten fünf Euro. Der Eintritt zur Ausstellung kostet für Erwachsene zehn Euro, ermäßigt acht Euro, Familien 21 Euro, Kinder/Jugendliche drei Euro. Ein Kombiticket, das für Erwachsene 15 Euro kostet, <a href="https://pyrolim.de/pyropro/gottorf-ein-museum-voller-geschichte/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">gewährt Zutritt zu allen Museen von Schloss Gottorf</a>. Es lohnt sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, den ich mir aber nicht gekauft habe. Ich habe mich bereits 1995 in Berlin mit allerlei Lektüre zu den Werken von Christo und Jeanne-Claude eingedeckt. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/christo-und-jeanne-claude-eine-ausstellung/">Christo und Jeanne-Claude: eine Ausstellung</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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