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	<title>Redaktion Archive - Pyrolirium</title>
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	<title>Redaktion Archive - Pyrolirium</title>
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		<title>Sachkack und Caffè Latte: Notizen von der Schreibtischunterlage</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 10:59:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="420" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Notiz Sachkack auf einer Schreibtischunterlage" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack-150x79.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack-768x403.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Auf meinem Schreibtisch liegt eine Unterlage aus Papier. Ein guter Platz, um dort Wörter zu verewigen, die ich nicht vergessen will: Sachkack, Caffè Latte und Mot juste. Es sind nur ein paar Stichworte, die ich auf meiner Schreibtischunterlage notiert habe. Meistens Wörter aus dem Journalismus. Solche, die intern in Redaktionen benutzt werden oder die ich einfach treffend für verbreitete Phänomene halte. Beispiel: Wie ich immer sage, gibt es im Job einer Reporterin Schwarzbrot und Sahnetorte. Schwarzbrot, das sind der Besuch von Ausschusssitzungen und Stadtvertretungen, nach denen der Journalist trockenes Verwaltungsdeutsch in Texte übersetzen muss, die im Idealfall den Lesern sagen, was Entscheidungen für sie bedeuten. Sachkack als abfällige Bezeichnung Es sind Termine, bei denen Papiere &#8211; mittlerweile meistens digital &#8211; gewälzt werden müssen. Bei denen Kommunalpolitiker oft so argumentieren, dass man als Zuhörer mit der Faust auf den Tisch hauen möchte. Sachkack eben, wie das intern ebenfalls heißt. Der Begriff wird auch als abfällige Bezeichnung für faktenbasierten, trockenen Journalismus verwendet. Dabei dürfte es trockenen Journalismus gar nicht geben. Ist es doch Aufgabe von Redakteuren und Reportern, sperrige Themen verständlich und spannend aufzuschreiben. Und dann die Sahnetorte. Das waren für mich meistens Reportagen, bei denen es um große Maschinen ging. Buhnenbau an der Ostsee, Abriss von riesigen Silos. Oder um interessante Menschen. Um Orte, an die Hans und Franz üblicherweise nicht hinkommt, etwa die Ausnüchterungszellen der Polizei. Das ist, um noch mal ein Klischee zu bemühen, das Salz in der Reportersuppe. Um nochmal auf den Sachkack zurückzukommen: Das Schwarzbrot im Reporterleben hat noch einen anderen Namen. Brot-und-Butter-Journalismus. Auch das ein Wort, das auf meiner Schreibtischunterlage steht, damit ich es nicht vergesse. Café-Latte zum Einstieg in den Text Ein weiterer Begriff, den ich notiert habe, ist der Café-Latte-Einstieg. Kein besonders etablierter Begriff. Was damit gemeint ist, lässt sich aber oft beobachten. Ein Text beginnt nicht mit den harten Fakten, der Nachricht, dem Lead, sondern hat eine erzählerische, atmosphärische oder anekdotische Einleitung. Kino für den Kopf sozusagen. Der szenische Einstieg ist gerade bei Reportagen sehr beliebt. Solche Einstiege habe ich selbst oft geschrieben, etwa in kleiner Form bei meinem Besuch deutscher Truppen in Afghanistan 2006: &#8222;Eine Frau blickt aus einem Haus und winkt den vorbeifahrenden Männern zu. Für Afghanistan ist das eine Revolution. Sie ist auch ein Verdienst der Männer im Jeep. Es sind Soldaten aus Deutschland.&#8220; Und wie bei jedem Text ist es wichtig, das Mot juste, das richtige Wort an der richtigen Stelle zu schreiben. Auch Mot juste steht auf meiner Schreibtischunterlage. Zurück zur Schreibtischunterlage. Dort steht noch ein anderer Begriff, nämlich &#8222;haptische Produkte&#8220;. Im Fachjargon der Werbeindustrie Hapticals genannt. Gemeint sind Werbeartikel wie Kugelschreiber, Zollstöcke, neuerdings gerne auch Powerbanks oder &#8211; habe selbst schon bekommen &#8211; kleine Insektenhotels oder Thermobecher. Also alles Dinge, die man anfassen kann. In Zeiten zunehmender Digitalität offenbar immer noch ein wichtiges Segment. Mir ist der Begriff in einem anderen Zusammenhang untergekommen. Nämlich im Sinn von &#8222;wir verkaufen keine haptischen Produkte mehr&#8220;. Sprich: Hier gibt es nur noch digitale Angebote. Beispiele sind etwa Hörbücher, Streamingdienste, Online-Kurse. Lieferung und Bezahlung erfolgen ausschließlich online. Kennt jeder. Aber die Hapticals zeigen uns, dass Menschen oft doch lieber etwas anfassen möchten. Und sei es nur ein Zollstock mit Baumarktwerbung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/sachkack-und-caffe-latte-notizen-von-der-schreibtischunterlage/">Sachkack und Caffè Latte: Notizen von der Schreibtischunterlage</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="420" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Notiz Sachkack auf einer Schreibtischunterlage" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack-150x79.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack-768x403.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Auf meinem Schreibtisch liegt eine Unterlage aus Papier. Ein guter Platz, um dort Wörter zu verewigen, die ich nicht vergessen will: Sachkack, Caffè Latte und Mot juste.</p>



<span id="more-14535"></span>



<p>Es sind nur ein paar Stichworte, die ich auf meiner Schreibtischunterlage notiert habe. Meistens Wörter aus dem Journalismus. Solche, die intern in Redaktionen benutzt werden oder die ich einfach treffend für verbreitete Phänomene halte. Beispiel: Wie ich immer sage, gibt es im Job einer Reporterin Schwarzbrot und Sahnetorte. Schwarzbrot, das sind der Besuch von Ausschusssitzungen und Stadtvertretungen, nach denen der Journalist trockenes Verwaltungsdeutsch in Texte übersetzen muss, die im Idealfall den Lesern sagen, was Entscheidungen für sie bedeuten. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Sachkack als abfällige Bezeichnung</h2>



<p>Es sind Termine, bei denen Papiere &#8211; mittlerweile meistens digital &#8211; gewälzt werden müssen. Bei denen Kommunalpolitiker oft so argumentieren, dass man als Zuhörer mit der Faust auf den Tisch hauen möchte. Sachkack eben, wie das intern ebenfalls heißt. Der Begriff wird auch als abfällige Bezeichnung für faktenbasierten, trockenen Journalismus verwendet. Dabei dürfte es trockenen Journalismus gar nicht geben. Ist es doch Aufgabe von Redakteuren und Reportern, sperrige Themen verständlich und spannend aufzuschreiben.</p>



<p>Und dann die Sahnetorte. Das waren für mich meistens Reportagen, bei denen es um große Maschinen ging. Buhnenbau an der Ostsee, Abriss von riesigen Silos. Oder um interessante Menschen. Um Orte, an die Hans und Franz üblicherweise nicht hinkommt, etwa <a href="https://www.ln-online.de/lokales/luebeck/luebeck-so-sieht-es-in-der-ausnuechterungszelle-der-polizei-aus-HYAXWRGBQJEURMC5L2BVLBPBZI.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Ausnüchterungszellen der Polizei</a>. Das ist, um noch mal ein Klischee zu bemühen, das Salz in der Reportersuppe. </p>



<p>Um nochmal auf den Sachkack zurückzukommen: Das Schwarzbrot im Reporterleben hat noch einen anderen Namen. Brot-und-Butter-Journalismus. Auch das ein Wort, das auf meiner Schreibtischunterlage steht, damit ich es nicht vergesse.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Café-Latte zum Einstieg in den Text</h2>



<p>Ein weiterer Begriff, den ich notiert habe, ist der Café-Latte-Einstieg. Kein besonders etablierter Begriff. Was damit gemeint ist, lässt sich aber oft beobachten. Ein Text beginnt nicht mit den harten Fakten, der Nachricht, dem <a href="https://www.dmv-verband.de/wissenspool/schreiben/nachricht.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lead</a>, sondern hat eine erzählerische, atmosphärische oder anekdotische Einleitung. Kino für den Kopf sozusagen. </p>



<p>Der <a href="https://www.newsroom.de/news/aktuelle-meldungen/vermischtes-3/masterclass-erzaehljournalismus-7-frische-tipps-fuer-zeitgemaesses-storytelling-956787/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">szenische Einstieg</a> ist gerade bei Reportagen sehr beliebt. Solche Einstiege habe ich selbst oft geschrieben, etwa in kleiner Form bei meinem Besuch deutscher Truppen in <a href="https://pyrolim.de/pyropro/ach-afghanistan-erinnerung-an-einen-kurzen-besuch/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Afghanistan </a>2006: &#8222;Eine Frau blickt aus einem Haus und winkt den vorbeifahrenden Männern zu. Für Afghanistan ist das eine Revolution. Sie ist auch ein Verdienst der Männer im Jeep. Es sind Soldaten aus Deutschland.&#8220; Und wie bei jedem Text ist es wichtig, das Mot juste, das richtige Wort an der richtigen Stelle zu schreiben. Auch Mot juste steht auf meiner Schreibtischunterlage.</p>



<p>Zurück zur Schreibtischunterlage. Dort steht noch ein anderer Begriff, nämlich &#8222;haptische Produkte&#8220;. Im Fachjargon der Werbeindustrie Hapticals genannt. Gemeint sind Werbeartikel wie Kugelschreiber, Zollstöcke, neuerdings gerne auch Powerbanks oder &#8211; habe selbst schon bekommen &#8211; kleine Insektenhotels oder Thermobecher. Also alles Dinge, die man anfassen kann. In Zeiten zunehmender Digitalität offenbar immer noch ein wichtiges Segment. Mir ist der Begriff in einem anderen Zusammenhang untergekommen. Nämlich im Sinn von &#8222;wir verkaufen keine haptischen Produkte mehr&#8220;. Sprich: Hier gibt es nur noch digitale Angebote.</p>



<p>Beispiele sind etwa Hörbücher, Streamingdienste, Online-Kurse. Lieferung und Bezahlung erfolgen ausschließlich online. Kennt jeder. Aber die Hapticals zeigen uns, dass Menschen oft doch lieber etwas anfassen möchten. Und sei es nur ein Zollstock mit Baumarktwerbung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/sachkack-und-caffe-latte-notizen-von-der-schreibtischunterlage/">Sachkack und Caffè Latte: Notizen von der Schreibtischunterlage</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Rohrpost &#8211; für immer verschwunden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jun 2025 09:29:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="752" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Rohrpost.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Rohrpost-Station im Flur der Redaktion." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Rohrpost.jpg 752w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Rohrpost-150x72.jpg 150w" sizes="(max-width: 752px) 100vw, 752px" /><p>Erinnert sich noch jemand an die gute alte Rohrpost. Auch so ein Kommunikationsweg, der für immer verschwunden ist. Junge Leute wissen gar nicht mehr, was das war. &#8222;Hast du mal eine Bombe für mich?&#8220; war über Jahre und Jahrzehnte ein ständig gehörter Spruch in der Redaktion. Eine Bombe? Was sollte das sein? Nun, nichts Explosives. Eine Bombe war ein länglicher Kunststoffzylinder mit verdickten und mit einer Art Filz ummantelten Enden. Offiziell Rohrpostbehälter genannt. Da hinein wurden Manuskripte oder andere Papiere gesteckt, die von einer Abteilung zur anderen geschickt werden sollten. Empfängernummer eingeben, Start drücken, und schon zog ein Luftzug die Bombe in die Röhren der Rohrpost. Darin flitzten sie von einer Station zur anderen. Tolle Sache. Das Ende der Rohrpost kam mit der Digitalisierung Doch der Tod der Rohrpost in der Redaktion kam unweigerlich mit der Digitalisierung. Niemand muss mehr ein Manuskript per Rohrpost verschicken, wenn es doch per E-Mail noch schneller geht und der Inhalt nicht mehr auf Papier übermittelt, sondern zur sofortigen Weiterverarbeitung digital versendet wird. Und so hingen die Rohrpost-Stationen noch eine ganze Weile ungenutzt auf den Redaktionsfluren. Irgendwann wurden sie abmontiert. Die letzten überlebenden Rohrpostbomben dienten dem einen oder anderen noch zur Aufbewahrung von diesem und jenem. So weit die hausinterne Rohrpost. Es gab aber noch eine andere, eine viel, viel größere. Die sogenannte pneumatische Eisenbahn von Berlin, eine die Stadt umfassende Rohrpostanlage. Die wiederum nicht in Berlin erfunden, sondern in London ersonnen und erstmals installiert wurde. 1976 wurde die letzte öffentliche Rohrpost in Berlin zugestellt. Auf unseren Redaktionsfluren flitzte die letzte nach meiner Erinnerung irgendwann Ende der 90er Jahre unterhalb der Decken durchs Haus. Damit ging ein weiteres Stück redaktioneller Textübermittlung zu Ende. Ich habe eine Menge davon in meinem langen Journalistenleben genutzt, etwa den Akustikkoppler. Oder das Durchgeben der Texte übers Telefon, mit Glück aus einem Büro, manchmal aus einer Telefonzelle. Deshalb hatte ich zunächst immer genug Markstücke im Portemonnaie, später stets Telefonkarten. Auch, um von unterwegs Kontakt zur Redaktion zu halten. Die Zeit der öffentlichen Fernsprecher ist ebenso vorbei wie die der Rohrpost. Manchmal steht noch eine von diesen Telefonstelen der Telekom irgendwo herum. Schutzlos steht derjenige, der telefonieren möchte, davor. Das war bei den Telefonzellen noch anders. Kein Regen von oben, dafür zerfledderte Telefonbücher und ein elendiger Gestank. Haldewitzka hat einen wunderbaren Text darüber geschrieben. Keine Sehnsucht nach der Kommunikation von gestern Nein, ich will die Telefonzellen nicht zurück und auch die Rohrpost nicht. Man kann zu moderner, digitaler Kommunikation stehen, wie man will. Aber sie ist schnell und vermeidet Fehler. Ich will nicht wissen, was beim Abtippen von Texten aus der Rohrpost oder von sonst woher alles falsch gelaufen ist. Übrigens gibt es noch heute Anwendungen für die Rohrpost. So wird sie etwa benutzt, um in Laboren und Krankenhäusern Blut- oder Gewebeproben zu schicken oder in Warenhäusern, um Kassenbestände miteinander zu verbinden. Die Rohrpost ist nicht tot.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/rohrpost-fuer-immer-verschwunden/">Rohrpost &#8211; für immer verschwunden?</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="752" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Rohrpost.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Rohrpost-Station im Flur der Redaktion." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Rohrpost.jpg 752w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Rohrpost-150x72.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 752px) 100vw, 752px" />
<p>Erinnert sich noch jemand an die gute alte Rohrpost. Auch so ein Kommunikationsweg, der für immer verschwunden ist. Junge Leute wissen gar nicht mehr, was das war.</p>



<span id="more-14170"></span>



<p>&#8222;Hast du mal eine Bombe für mich?&#8220; war über Jahre und Jahrzehnte ein ständig gehörter Spruch in der Redaktion. Eine Bombe? Was sollte das sein? Nun, nichts Explosives. Eine Bombe war ein länglicher Kunststoffzylinder mit verdickten und mit einer Art Filz ummantelten Enden. Offiziell <a href="https://rohrpost.de/de/rohrpostsysteme/rohrpost-transportbehaelter/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rohrpostbehälter genannt</a>. Da hinein wurden Manuskripte oder andere Papiere gesteckt, die von einer Abteilung zur anderen geschickt werden sollten. Empfängernummer eingeben, Start drücken, und schon zog ein Luftzug die Bombe in die Röhren der Rohrpost. Darin flitzten sie von einer Station zur anderen. Tolle Sache.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Ende der Rohrpost kam mit der Digitalisierung</h2>



<p>Doch der Tod der Rohrpost in der Redaktion kam unweigerlich mit der Digitalisierung. Niemand muss mehr ein Manuskript per Rohrpost verschicken, wenn es doch per E-Mail noch schneller geht und der Inhalt nicht mehr auf Papier übermittelt, sondern zur sofortigen Weiterverarbeitung digital versendet wird. Und so hingen die Rohrpost-Stationen noch eine ganze Weile ungenutzt auf den Redaktionsfluren. Irgendwann wurden sie abmontiert. Die letzten überlebenden Rohrpostbomben dienten dem einen oder anderen noch zur Aufbewahrung von diesem und jenem.</p>



<p>So weit die hausinterne Rohrpost. Es gab aber noch eine andere, eine viel, viel größere. Die sogenannte pneumatische Eisenbahn von Berlin, eine <a href="https://culturmag.de/rubriken/buecher/sachbuch-ingmar-arnold-die-geschichte-der-rohrpost/97086" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Stadt umfassende Rohrpostanlage</a>. Die wiederum nicht in Berlin erfunden, sondern in London ersonnen und erstmals installiert wurde. 1976 wurde die letzte öffentliche Rohrpost in Berlin zugestellt. Auf unseren Redaktionsfluren flitzte die letzte nach meiner Erinnerung irgendwann Ende der 90er Jahre unterhalb der Decken durchs Haus.</p>



<p>Damit ging ein weiteres Stück redaktioneller Textübermittlung zu Ende. Ich habe eine Menge davon in meinem <a href="https://pyrolim.de/pyropro/40-jahre-journalismus-mein-rueckblick/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">langen Journalistenleben</a> genutzt, etwa <a href="https://pyrolim.de/pyropro/erlebt/kurze-kulturgeschichte-der-textubertragung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">den Akustikkoppler</a>. Oder das Durchgeben der Texte übers Telefon, mit Glück aus einem Büro, <a href="https://pyrolim.de/pyropro/telefonzellen-mobiles-arbeiten-in-den-80ern/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">manchmal aus einer Telefonzelle</a>. Deshalb hatte ich zunächst immer genug Markstücke im Portemonnaie, später stets Telefonkarten. Auch, um von unterwegs Kontakt zur Redaktion zu halten.</p>



<p>Die Zeit der öffentlichen Fernsprecher ist ebenso vorbei wie die der Rohrpost. Manchmal steht noch eine von diesen Telefonstelen der Telekom irgendwo herum. Schutzlos steht derjenige, der telefonieren möchte, davor. Das war bei den Telefonzellen noch anders. Kein Regen von oben, dafür zerfledderte Telefonbücher und ein elendiger Gestank. Haldewitzka <a href="https://haldewitzka.de/telefonzelle-nostalgie-kommunikationskultur/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hat einen wunderbaren Text darüber geschrieben</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Keine Sehnsucht nach der Kommunikation von gestern</h2>



<p>Nein, ich will die Telefonzellen nicht zurück und auch die Rohrpost nicht. Man kann zu moderner, digitaler Kommunikation stehen, wie man will. Aber sie ist schnell und vermeidet Fehler. Ich will nicht wissen, was beim Abtippen von Texten aus der Rohrpost oder von sonst woher alles falsch gelaufen ist.</p>



<p>Übrigens gibt es noch heute Anwendungen für die Rohrpost. So wird sie etwa benutzt, um in Laboren und Krankenhäusern Blut- oder Gewebeproben zu schicken oder in Warenhäusern, um Kassenbestände miteinander zu verbinden. Die Rohrpost ist nicht tot.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/rohrpost-fuer-immer-verschwunden/">Rohrpost &#8211; für immer verschwunden?</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Wie aus einer Polizeimeldung ein Nachrichtentext wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jan 2024 17:21:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="600" height="393" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Pause für die Sprach-Polizei. Wenn es um Unwörter geht, ist sie nicht gefragt." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-350x230.jpg 350w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><p>Die Polizeipressestellen der Polizeidirektionen geben regelmäßig Medieninformationen über Straftaten, Unfälle oder bemerkenswerte Vorfälle heraus. Oft genug mit dem Wunsch, Zeugen zu finden. Aber da die Autoren Polizisten und keine Journalisten sind, schreiben sie keine journalistischen Texte. Deshalb kommt hier die Verwandlung einer Polizeimeldung in einen Nachrichtentext. Das Beispiel ist eine reale Pressemitteilung der Polizei, die allerdings bereits ein paar Jahre alt ist. Ich habe sie natürlich anonymisiert, wie ich es schon bei dem Beispiel vom langen und vom kurzen Grünkohl gemacht habe. Es geht ja nur darum, das Prinzip zu erkenne. Ich stelle allerdings seit ein, zwei Jahren fest, dass die Texte aus den Polizeipressestellen mittlerweile online-konformer geworden sind. Zunächst wird ein Teaser formuliert, dessen Inhalt dann genauer ausgeführt wird. Genauso wie es Redaktionen halten. Hier die Original-Polizeimeldung Am Montagnachmittag, 21.03.20xx, wurden die Polizeidienststellen in X-Stadt und Y-Dorf durch Steinwürfe beschädigt. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung werden Zeugen gesucht, die Angaben zum weiteren Tatgeschehen machen können. Nach derzeitigem Sachstand ereignete sich die Tat in&#160;Y-Dorf zwischen 13:30 Uhr und 16:55 Uhr. Unbekannte hatten ein Fenster der Polizeistation in der C-Straße mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden ein Fenster und Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich die Beamten nicht in dem Dienstgebäude, der Schaden wurde bei ihrer Rückkehr zur Dienststelle von der Präsenzstreife festgestellt. Im Rahmen der Ermittlungen werden Zeugen gesucht, die während der Tatzeit verdächtige Personen in der C-Straße nahe der Polizeistation festgestellt haben. Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier von X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr bemerkten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell wurde festgestellt, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines daneben befindlichen Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen befand sich jeweils ein größerer Naturstein. Außerdem stellten die Beamten vor dem Eingangsbereich einen 62-jährigen Mann fest, der sich augenscheinlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Er steht im Verdacht, die Sachbeschädigung in X-Stadt unter Zuhilfenahme von Steinen begangen zu haben. Gegen den Mann wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet. Aufgrund seines psychischen Ausnahmezustandes wurde der Mann zur weiteren Behandlung in eine Fachklinik gebracht. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird jetzt im Zuge der Ermittlungen geprüft. Die Höhe des Gesamtsachschadens steht zurzeit noch nicht fest. Sachdienliche Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen. Kleine Anmerkungen zu typischen Formulierungen Bevor jetzt die umgeschriebene und so von der Redaktion veröffentlichte Version kommt, zunächst ein paar Anmerkungen zu den verwendeten Formulierungen. Die Polizei stellt in fest jeder Polizeimeldung etwas fest. Anders können die Beamten sprachlich gar nicht. In diesem Fall stellten sie die Beschädigungen fest &#8211; das mag ja noch angehen &#8211; und sie stellten den mutmaßlichen Täter fest. Feststellen ist eines der Lieblingswörter der Verfasser von Polizeimeldungen. Ein weiteres Lieblingswort ist das Tatgeschehen. Was würde sich an dem Inhalt ändern, wenn nur von der Tat geschrieben oder gesprochen würde? Gar nichts. Bei den sachdienlichen Hinweisen gilt dasselbe. Warum nicht einfach Hinweise schreiben? Ob sie sachdienlich sind, muss sich erst noch herausstellen. Und ein Zeuge wird das gar nicht einschätzen können. Ebenso überflüssig sind die &#8222;eingeleiteten Ermittlungen&#8220;. Ermittlungen reicht völlig. Polizeideutsch ist schon eine spezielle Art des Schreibens. Die Version der Redaktion Unbekannte haben am Montagnachmittag Steine auf die Polizeidienststellen in X-Stadt und in Y-Dorf geworfen. Beide Gebäude wurden dabei beschädigt. Die Beamten der Polizeistation X-Stadt ermitteln wegen Sachbeschädigung und suchen Zeugen. Die Tat in Y-Dorf ereignete sich zwischen 13.30 Uhr und 16.55 Uhr. In dieser Zeit war das Revier in der C-Straße nicht besetzt. Erst als die Polizeibeamten von ihrer Streifenfahrt zurückkamen, bemerkten sie den Schaden. Der oder die Täter hatten ein Fenster der Polizeistation mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden das Fenster und das Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier in X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr hörten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell entdeckten sie, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines benachbarten Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen lag jeweils ein größerer Naturstein. Vor dem Eingang stand ein 62-jähriger Mann, der sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Die Beamten verdächtigen ihn, die Steine geworfen zu haben. Gegen den Mann ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung. Wegen seines psychischen Zustands wurde er in eine Fachklinik gebracht. Im Fall von Y-Dorf sucht die Polizei Zeugen, die am Montagnachmittag verdächtige Personen in der Q-Straße nahe der Polizeistation gesehen haben. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird noch geprüft. Die Höhe des gesamten Sachschadens steht noch nicht fest. Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/wie-aus-einer-polizeimeldung-ein-nachrichtentext-wird/">Wie aus einer Polizeimeldung ein Nachrichtentext wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="600" height="393" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Pause für die Sprach-Polizei. Wenn es um Unwörter geht, ist sie nicht gefragt." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-350x230.jpg 350w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" />
<p>Die Polizeipressestellen der Polizeidirektionen geben regelmäßig Medieninformationen über Straftaten, Unfälle oder bemerkenswerte Vorfälle heraus. Oft genug mit dem Wunsch, Zeugen zu finden. Aber da die Autoren Polizisten und keine Journalisten sind, schreiben sie keine journalistischen Texte. Deshalb kommt hier die Verwandlung einer Polizeimeldung in einen Nachrichtentext.</p>



<span id="more-13400"></span>



<p>Das Beispiel ist eine reale Pressemitteilung der Polizei, die allerdings bereits ein paar Jahre alt ist. Ich habe sie natürlich anonymisiert, wie ich es schon bei dem Beispiel <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/der-lange-und-der-kurze-gruenkohl-einem-text-die-luft-rauslassen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vom langen und vom kurzen Grünkohl</a> gemacht habe. Es geht ja nur darum, das Prinzip zu erkenne. Ich stelle allerdings seit ein, zwei Jahren fest, dass die Texte aus den Polizeipressestellen mittlerweile online-konformer geworden sind. Zunächst wird ein Teaser formuliert, dessen Inhalt dann genauer ausgeführt wird. Genauso wie es Redaktionen halten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hier die Original-Polizeimeldung </h2>



<p>Am Montagnachmittag, 21.03.20xx, wurden die Polizeidienststellen in X-Stadt und Y-Dorf durch Steinwürfe beschädigt. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung werden Zeugen gesucht, die Angaben zum weiteren Tatgeschehen machen können.</p>



<p>Nach derzeitigem Sachstand ereignete sich die Tat in&nbsp;Y-Dorf zwischen 13:30 Uhr und 16:55 Uhr. Unbekannte hatten ein Fenster der Polizeistation in der C-Straße mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden ein Fenster und Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich die Beamten nicht in dem Dienstgebäude, der Schaden wurde bei ihrer Rückkehr zur Dienststelle von der Präsenzstreife festgestellt. Im Rahmen der Ermittlungen werden Zeugen gesucht, die während der Tatzeit verdächtige Personen in der C-Straße nahe der Polizeistation festgestellt haben.</p>



<p>Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier von X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr bemerkten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell wurde festgestellt, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines daneben befindlichen Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen befand sich jeweils ein größerer Naturstein.</p>



<p>Außerdem stellten die Beamten vor dem Eingangsbereich einen 62-jährigen Mann fest, der sich augenscheinlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Er steht im Verdacht, die Sachbeschädigung in X-Stadt unter Zuhilfenahme von Steinen begangen zu haben. Gegen den Mann wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet. Aufgrund seines psychischen Ausnahmezustandes wurde der Mann zur weiteren Behandlung in eine Fachklinik gebracht.</p>



<p>Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird jetzt im Zuge der Ermittlungen geprüft.</p>



<p>Die Höhe des Gesamtsachschadens steht zurzeit noch nicht fest.</p>



<p>Sachdienliche Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kleine Anmerkungen zu typischen Formulierungen</h2>



<p>Bevor jetzt die umgeschriebene und so von der Redaktion veröffentlichte Version kommt, zunächst ein paar Anmerkungen zu den verwendeten Formulierungen. Die Polizei stellt in fest jeder Polizeimeldung etwas fest. Anders können die Beamten sprachlich gar nicht. In diesem Fall stellten sie die Beschädigungen fest &#8211; das mag ja noch angehen &#8211; und sie stellten den mutmaßlichen Täter fest. Feststellen ist eines der Lieblingswörter der Verfasser von Polizeimeldungen.</p>



<p>Ein weiteres Lieblingswort ist das Tatgeschehen. Was würde sich an dem Inhalt ändern, wenn nur von der Tat geschrieben oder gesprochen würde? Gar nichts. Bei den sachdienlichen Hinweisen gilt dasselbe. Warum nicht einfach Hinweise schreiben? Ob sie sachdienlich sind, muss sich erst noch herausstellen. Und ein Zeuge wird das gar nicht einschätzen können. Ebenso überflüssig sind die &#8222;eingeleiteten Ermittlungen&#8220;. Ermittlungen reicht völlig. <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Polizeideutsch</a> ist schon eine spezielle Art des Schreibens.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Version der Redaktion</h2>



<p>Unbekannte haben am Montagnachmittag Steine auf die Polizeidienststellen in X-Stadt und in Y-Dorf  geworfen. Beide Gebäude wurden dabei beschädigt. Die Beamten der Polizeistation X-Stadt ermitteln wegen Sachbeschädigung und suchen Zeugen.</p>



<p>Die Tat in Y-Dorf ereignete sich zwischen 13.30 Uhr und 16.55 Uhr. In dieser Zeit war das Revier in der C-Straße nicht besetzt. Erst als die Polizeibeamten von ihrer Streifenfahrt zurückkamen, bemerkten sie den Schaden. Der oder die Täter hatten ein Fenster der Polizeistation mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden das Fenster und das Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt.</p>



<p>Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier in X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr hörten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell entdeckten sie, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines benachbarten Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen lag jeweils ein größerer Naturstein.</p>



<p>Vor dem Eingang stand ein 62-jähriger Mann, der sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Die Beamten verdächtigen ihn, die Steine geworfen zu haben. Gegen den Mann ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung. Wegen seines psychischen Zustands wurde er in eine Fachklinik gebracht.</p>



<p>Im Fall von Y-Dorf sucht die Polizei Zeugen, die am Montagnachmittag verdächtige Personen in der Q-Straße nahe der Polizeistation gesehen haben. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird noch geprüft. Die Höhe des gesamten Sachschadens steht noch nicht fest.</p>



<p>Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>
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		<title>Journalismus: Warum ich mir handschriftliche Notizen mache</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Nov 2023 17:46:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="429" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/patrone.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/patrone.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/patrone-150x80.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/patrone-768x412.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich bin von der alten Schule. Als ich mit dem Journalismus begonnen habe, gab es noch Schreibmaschinen, die ersten Computer eroberten gerade die Büros. Seit dem ersten Tag im Beruf schreibe ich auf Terminen alles handschriftlich mit. Und werde es aus gutem Grund nicht ändern. So sind die Notizen am wertvollsten. Auslöser für diesen Text ist ein Post von @hspmauli bei Bluesky mit der Frage, ob jemand bei Regen den Regenschirm oder die Kapuze bevorzugt. Ich bin Team Kapuze. Wenn ich draußen auf Terminen bin &#8211; Unfälle, Richtfeste, beim Bauern auf dem Acker &#8211; muss ich die Hände freihaben. Für Block und Stift. Für die Kamera. Und neuerdings auch noch für das Handy, falls ein Video gedreht werden soll. Alles zwar nicht gleichzeitig, aber schnell hintereinander. Und da draußen selten ein Tisch steht, muss ich mit allem zwischen meinen Händen und den Jackentaschen jonglieren. Zum Glück hat die Kamera einen Gurt zum Umhängen. Wie soll ich bei all dem noch einen Schirm halten? Warum die Notizen nicht diktieren? In einem Kommentar empfahl mir ein Bluesky-Nutzer, doch meine Notizen ins iPhone zu diktieren. Klar, kann man machen. Ist aber unpraktisch. Aus mehreren Gründen. Wer zu viel aufnimmt, braucht hinterher zu viel Zeit, um sich alles anzuhören. Da Texte immer schneller publiziert werden müssen, ist das keine Option. Die Zeiten, in denen es reichte, die Artikel rechtzeitig vor dem Andruck fertig zu stellen, sind längst vorbei. Online lässt einem keine Zeit. Deshalb sind handschriftliche Notizen immer noch die beste Möglichkeit, schnell einen Artikel zu schreiben. Weil sich das Notierte kurzfristig gut ins Gehirn eingebrannt hat. Dass das so ist, belegen sogar Studien. Und weil ich beim Verfassen der Notizen bereits vorsortieren kann. Ich schreibe viel mit, aber nicht alles. Ich markiere wichtige Sätze so, dass ich sie schnell wiederfinde. Namen notiere ich in Schönschrift, damit es später keine Zweifel an der Schreibweise gibt. Wie soll das beim Sabbeln aufs Telefon gehen? Immer sofort alles aufschreiben Das wichtigste aber: Ich verfasse meine Artikel auswendig. Ich ziehe nicht den Block zurate, auf dem ich mir Notizen gemacht habe. Alles, was meine Hand aufs Papier geworfen hat, ist ja noch in meinem Kopf, siehe oben. Das funktioniert natürlich nur, wenn ich sofort nach dem Termin, nach dem Notieren, den Artikel verfasse. Aber das ist meistens so, und selbst wenn der Termin für die Veröffentlichung noch ein Stück entfernt liegt, schreibe ich immer sofort. Was weg ist, ist weg. Erledigt. Kann ich aus meinem Kopf streichen. Und dort Platz machen für neue Notizen beim nächsten Termin, der nächsten Recherche. Deshalb die Kapuze. Bei Regen empfiehlt es sich übrigens, die Notizen mit Bleistift zu schreiben. Kugelschreiber versagen bei Nässe, und was mit Tintenstiften passiert, kann sich jeder selbst vorstellen. Ansonsten bevorzuge ich Tintenstifte. Denn Kugelschreiber, zumal die Werbedinger, schreibe ich binnen Tagen leer. Und dann müssen sie weggeschmissen werden, weil man dafür keine Minen nachbekommt. Ich arbeite also so, wie ich es seit über 40 Jahren halte. Es hat sich für mich einfach bewährt, ist längst zur Schreibroutine geworden. Da können die Kollegen noch so eifrig in ihr Telefon sprechen oder sogar wie eine Kollegin ganze Sitzungen mit einem Tonband mitschneiden. Ich bleibe bei Block und (Blei)stift. Und bei Jacken mit Kapuze.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="429" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/patrone.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/patrone.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/patrone-150x80.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/patrone-768x412.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Ich bin von der alten Schule. Als ich mit dem Journalismus begonnen habe, gab es noch Schreibmaschinen, die ersten Computer eroberten gerade die Büros. Seit dem ersten Tag im Beruf schreibe ich auf Terminen alles handschriftlich mit. Und werde es aus gutem Grund nicht ändern. So sind die Notizen am wertvollsten.</p>



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<p>Auslöser für diesen Text ist ein Post von <a href="http://@hspmauli.bsky.social" target="_blank" rel="noreferrer noopener">@hspmauli</a> bei Bluesky mit der Frage, ob jemand bei Regen den Regenschirm oder die Kapuze bevorzugt. Ich bin Team Kapuze. Wenn ich draußen auf Terminen bin &#8211; Unfälle, Richtfeste, beim Bauern auf dem Acker &#8211; muss ich die Hände freihaben. Für Block und Stift. Für die Kamera. Und neuerdings auch noch für das Handy, falls ein Video gedreht werden soll. Alles zwar nicht gleichzeitig, aber schnell hintereinander. Und da draußen selten ein Tisch steht, muss ich mit allem zwischen meinen Händen und den Jackentaschen jonglieren. Zum Glück hat die Kamera einen Gurt zum Umhängen. Wie soll ich bei all dem noch einen Schirm halten?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum die Notizen nicht diktieren?</h2>



<p>In einem Kommentar empfahl mir ein Bluesky-Nutzer, doch meine Notizen ins iPhone zu diktieren. Klar, kann man machen. Ist aber unpraktisch. Aus mehreren Gründen. Wer zu viel aufnimmt, braucht hinterher zu viel Zeit, um sich alles anzuhören. Da Texte immer schneller publiziert werden müssen, ist das keine Option. Die Zeiten, in denen es reichte, die Artikel rechtzeitig vor dem Andruck fertig zu stellen, sind längst vorbei. Online lässt einem keine Zeit.</p>



<p>Deshalb sind handschriftliche Notizen immer noch die beste Möglichkeit, schnell einen Artikel zu schreiben. Weil sich das Notierte kurzfristig gut ins Gehirn eingebrannt hat. Dass das so ist, <a href="https://www.quarks.de/gesellschaft/bildung/warum-es-sinnvoll-ist-mit-der-hand-zu-schreiben/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">belegen sogar Studien</a>. Und weil ich beim Verfassen der Notizen bereits vorsortieren kann. Ich schreibe viel mit, aber nicht alles. Ich markiere wichtige Sätze so, dass ich sie schnell wiederfinde. Namen notiere ich in Schönschrift, damit es später keine Zweifel an der Schreibweise gibt. Wie soll das beim Sabbeln aufs Telefon gehen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Immer sofort alles aufschreiben</h2>



<p>Das wichtigste aber: Ich verfasse meine Artikel auswendig. Ich ziehe nicht den Block zurate, auf dem ich mir Notizen gemacht habe. Alles, was meine Hand aufs Papier geworfen hat, ist ja noch in meinem Kopf, siehe oben. Das funktioniert natürlich nur, wenn ich sofort nach dem Termin, nach dem Notieren, den Artikel verfasse. Aber das ist meistens so, und selbst wenn der Termin für die Veröffentlichung noch ein Stück entfernt liegt, schreibe ich immer sofort. Was weg ist, ist weg. Erledigt. Kann ich aus meinem Kopf streichen. Und dort Platz machen  für neue Notizen beim nächsten Termin, der nächsten Recherche.</p>



<p>Deshalb die Kapuze. Bei Regen empfiehlt es sich übrigens, die Notizen mit Bleistift zu schreiben. Kugelschreiber versagen bei Nässe, und was mit Tintenstiften passiert, kann sich jeder selbst vorstellen. Ansonsten bevorzuge ich Tintenstifte. Denn Kugelschreiber, zumal die Werbedinger, schreibe ich binnen Tagen leer. Und dann müssen sie weggeschmissen werden, weil man dafür keine Minen nachbekommt.</p>



<p> Ich arbeite also so, wie ich <a href="https://pyrolim.de/pyropro/40-jahre-journalismus-mein-rueckblick/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">es seit über 40 Jahren halte</a>. Es hat sich für mich einfach bewährt, ist <a href="https://pyrolim.de/pyropro/schreibenueberdasschreiben-meine-routine-beim-schreiben/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">längst zur Schreibroutine geworden</a>. Da können die Kollegen noch so eifrig in ihr Telefon sprechen oder sogar wie eine Kollegin ganze Sitzungen mit einem Tonband mitschneiden. Ich bleibe bei Block und (Blei)stift. Und bei Jacken mit Kapuze. </p>



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		<title>Titelbilder: Kommt es auf die Fotografin an?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Mar 2023 16:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="550" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Eine Frau fotografiert sich selbst im Spiegel." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2-150x103.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2-768x528.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Der Female Photoclub, Freelens und der DJV Nord haben die Titelseiten von 72 Magazinen nach dem Geschlecht der Urheber ausgewertet. Und sind zu dem Schluss gekommen, dass Fotografinnen und Illustratorinnen bei den Titelbildern stark unterrepräsentiert sind. Was sie daraus schließen und was ich daraus schließe. Ich mache selbst regelmäßig Pressefotos und freue mich immer diebisch, wenn ich das Titelbild ergattere, sprich, wenn ein Foto von mir zum Titelfoto wird. Das kommt nicht allzu oft vor und ist sozusagen eine interne Ehre. Und zwar nicht, weil ich Fotografin, also Frau, bin, sondern weil meine fotografische Leistung an diesem Tag so gut und das Thema so relevant ist, dass daraus ein Titelbild meiner Zeitung, der Lübecker Nachrichten, wird. Eines der Titelbilder von mir sieht jeder, der dieses Blog liest. Es ist zu meinem Headerbild geworden, außerdem verwende ich es als Avatar für meine Social-Media-Kanäle. Ein gutes Coverbild zieht die Blicke auf sich Nun ist eine Tageszeitung kein Magazin. Allein schon die nicht tägliche Erscheinungsweise macht Titelbilder in Magazinen umso rarer &#8211; und wichtiger. Denn ein gutes Coverbild muss in der Masse der Titel, die in den Regalen ausliegen, Aufmerksamkeit erregen. Immerhin 928 Magazine inklusiver einiger Sonderausgaben haben der Female Photoclub, Freelens und der DJV Nord im Jahr 2022 untersucht. Und die Anzahl der Urheberinnen im Verhältnis zu den Urhebern grafisch aufarbeiten lassen &#8211; natürlich v9on einer Infografikerin. 25 Prozent der Titelbilder kamen von Frauen Der Anteil der von Fotografinnen und Illustratorinnen gestalteten Cover lag bei 25 Prozent, der der männlichen Kollegen hingegen bei 54 Prozent. Die übrigen 21 Prozent entfallen auf gemischte Teams, nicht genau zuzuordnende Urheber oder Agenturcredits ohne Nennung der Fotografen oder Illustratoren. Immerhin, stellen die drei Organisationen fest, sei der Anteil der Frauen im Gegensatz zu einer Erhebung drei Jahre zuvor gestiegen. &#8222;Wir freuen uns über die positive Tendenz drei Jahre nach der ersten Auswertung. Sie bestätigt unser Gefühl, dass in den Redaktionen deutscher Magazine, aber auch gesamtgesellschaftlich, ein größeres Bewusstsein für die Ungleichbehandlung aufgrund der Geschlechter geschaffen wurde. Jedoch ist diese Entwicklung ein Prozess und die Ergebnisse der Auswertung von 2022 zeigen auch, dass wir noch lange nicht am Ziel von realer Gleichberechtigung angekommen sind&#8220;, merkt der Female Photoclub dazu an. Fehlende Parität und Geschlechter-Klischees Parität gebe es in der Magazinwelt immer noch viel zu selten, heißt es weiter. Und: &#8222;Allzu oft scheinen die Redaktionen noch in geschlechterspezifische Klischees zu verfallen und lassen Frauen Yoga und Männer rohes Fleisch fotografieren.&#8220; Und Marina Friedt, Vorsitzende des DJV Nord, argumentiert zum Anstieg der Frauen-Cover: &#8222;Diese Entwicklung geht in die richtige Richtung, und sie muss weitergehen! Publizistische Vielfalt entsteht nur durch unterschiedliche Sichtweisen, auch oder besonders, wenn es um Bilder geht.&#8220; Wo sind die Sichtweisen sichtbar? Das sehe ich ganz anders. Was ändert sich an einem Foto, wenn es von einer Frau aufgenommen wird? Welche &#8222;anderen Sichtweisen&#8220; sollen dort zum Tragen kommen? Geht es nicht eher ums Motiv als darum, wer hinter der Kamera oder am Rechner sitzt und das Bild komponiert? Das sieht Anna Gripp, Sprecherin Deutscher Fotorat und Chefredakteurin von Photonews, offenbar ähnlich. Ihr Statement: &#8222;Beim Titel sind aber andere Faktoren wichtiger: Ist das Motiv plakativ und interessant? Steht es in Verbindung zu einer wichtigen Geschichte im Heft? Und ganz banal: Ist es ein Hochformat (da wir Fotografien nicht beschneiden)?&#8220; Gripp sagt auch: &#8222;Qualität ist keine Frage des Geschlechts.&#8220; Und genauso sehe ich das ebenfalls. Obwohl ich mir nach der Beobachtung von Fotografen &#8211; also Männern &#8211; und ihren Frauen selbst die Frage gestellt habe, ob Fotografie männlich ist. In diesem Fall bei den ambitionierten Hobbyfotografen. Wenn ich mir die Profis angucken, die ich im Laufe der Jahrzehnte kennenlernen durfte, dann sehe ich nicht, dass Frauen unterrepräsentiert sind. In meiner Redaktion habe ich schon vor Jahrzehnten regelmäßig mit Pressefotografinnen gearbeitet. Dass gerade mal die Männer in der Überzahl sind, ist eher Zufall. Lange Jahre waren sie in der Minderheit. In erster Linie muss das Produkt stimmen Auch wenn das gerade nicht modern ist: Ich finde, man muss nicht jeden Berufsstand auf seine Diversität untersuchen und fordern, dass mehr Frauen, Migranten oder Behinderte vertreten sein müssten. Am Ende kommt es doch immer auf das Produkt an. Stimmt es, dann ist alles gut? Und noch etwas spielt speziell beim Thema Titelbilder für mich eine Rolle. Je mehr Print verschwindet und Online-Publikationen das Feld übernehmen, desto seltener braucht es Titelbilder im üblichen Sinne. Ja, es werden immer noch bei jedem Online-Auftritt die großen, die überzeugenden, die bewegenden Fotos ganz oben auf der Homepage gebraucht. Aber zumindest bei Tageszeitungsauftritten sind sie auch ganz schnell wieder verschwunden, weil die nächste Story nach oben rückt. Nennt die Namen aller Fotografen Was ich aber fordere, und das vehement: überhaupt die Namen von Fotografen und Illustratoren zu nennen. Deshalb finde ich die DJV-Aktion &#8222;Fotografen haben Namen&#8220; immens wichtig und bemühe mich in der Produktion, immer den Fotografen-Namen zu nennen, egal ob online oder print. Auch wenn das manchmal ein bisschen Arbeit erfordert, die Namen überhaupt herauszufinden. Mal ganz abgesehen davon, dass die Fotografen ein Recht darauf haben, ist ihr Werk genauso urheberrechtlich geschützt wie das von Textautoren. Warum also sollen sie namenlos bleiben?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="550" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Eine Frau fotografiert sich selbst im Spiegel." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2-150x103.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2-768x528.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Der Female Photoclub, Freelens und der DJV Nord haben die Titelseiten von 72 Magazinen nach dem Geschlecht der Urheber ausgewertet. Und sind zu dem Schluss gekommen, dass Fotografinnen und Illustratorinnen bei den Titelbildern stark unterrepräsentiert sind. Was sie daraus schließen und was ich daraus schließe.</p>



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<p>Ich mache selbst regelmäßig Pressefotos und freue mich immer diebisch, wenn ich das Titelbild ergattere, sprich, wenn ein Foto von mir zum Titelfoto wird. Das kommt nicht allzu oft vor und ist sozusagen eine interne Ehre. Und zwar nicht, weil ich Fotografin, also Frau, bin, sondern weil meine fotografische Leistung an diesem Tag so gut und das Thema so relevant ist, dass daraus ein Titelbild meiner Zeitung, der <a href="https://www.ln-online.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lübecker Nachrichten</a>, wird. Eines der Titelbilder von mir sieht jeder, der dieses Blog liest. Es ist zu <a href="https://pyrolim.de/pyropro/mein-bestes-foto-2011/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">meinem Headerbild geworden</a>, außerdem verwende ich es als Avatar für meine Social-Media-Kanäle.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein gutes Coverbild zieht die Blicke auf sich</h2>



<p>Nun ist eine Tageszeitung kein Magazin. Allein schon die nicht tägliche Erscheinungsweise macht Titelbilder in Magazinen umso rarer &#8211; und wichtiger. Denn ein gutes Coverbild muss in der Masse der Titel, die in den Regalen ausliegen, Aufmerksamkeit erregen. Immerhin 928 Magazine inklusiver einiger Sonderausgaben haben  der <a href="https://femalephotoclub.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Female Photoclub</a>, <a href="https://freelens.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Freelens</a> und der <a href="https://www.djv-nord.de/startseite" target="_blank" rel="noreferrer noopener">DJV Nord</a> im Jahr 2022 untersucht. Und die Anzahl der Urheberinnen im Verhältnis zu den Urhebern grafisch aufarbeiten lassen &#8211; natürlich v9on einer Infografikerin.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1067" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Magazinauswertung2022_01.jpg" alt="" class="wp-image-12951" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Magazinauswertung2022_01.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Magazinauswertung2022_01-112x150.jpg 112w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Magazinauswertung2022_01-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Infografik: <a href="https://www.tinastrube.com/https://www.tinastrube.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tina Strube</a></figcaption></figure>



<p> </p>



<h2 class="wp-block-heading">25 Prozent der Titelbilder kamen von Frauen</h2>



<p>Der Anteil der von Fotografinnen und Illustratorinnen gestalteten Cover lag bei 25 Prozent, der der männlichen Kollegen hingegen bei 54 Prozent. Die übrigen 21 Prozent entfallen auf gemischte Teams, nicht genau zuzuordnende Urheber oder Agenturcredits ohne Nennung der Fotografen oder Illustratoren. Immerhin, stellen die drei Organisationen fest, sei der Anteil der Frauen im Gegensatz zu einer Erhebung drei Jahre zuvor gestiegen.</p>



<p>&#8222;Wir freuen uns über die positive Tendenz drei Jahre nach der ersten Auswertung. Sie bestätigt unser Gefühl, dass in den Redaktionen deutscher Magazine, aber auch gesamtgesellschaftlich, ein größeres Bewusstsein für die Ungleichbehandlung aufgrund der Geschlechter geschaffen wurde. Jedoch ist diese Entwicklung ein Prozess und die Ergebnisse der Auswertung von 2022 zeigen auch, dass wir noch lange nicht am Ziel von realer Gleichberechtigung angekommen sind&#8220;, merkt der Female Photoclub dazu an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehlende Parität und Geschlechter-Klischees</h2>



<p>Parität gebe es in der Magazinwelt immer noch viel zu selten, heißt es weiter. Und: &#8222;Allzu oft scheinen die Redaktionen noch in geschlechterspezifische Klischees zu verfallen und lassen Frauen Yoga und Männer rohes Fleisch fotografieren.&#8220; Und Marina Friedt, Vorsitzende des DJV Nord, argumentiert zum Anstieg der Frauen-Cover: &#8222;Diese Entwicklung geht in die richtige Richtung, und sie muss weitergehen! Publizistische Vielfalt entsteht nur durch unterschiedliche Sichtweisen, auch oder besonders, wenn es um Bilder geht.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo sind die Sichtweisen sichtbar?</h2>



<p>Das sehe ich ganz anders. Was ändert sich an einem Foto, wenn es von einer Frau aufgenommen wird? Welche &#8222;anderen Sichtweisen&#8220; sollen dort zum Tragen kommen? Geht es nicht eher ums Motiv als darum, wer hinter der Kamera oder am Rechner sitzt und das Bild komponiert? Das sieht Anna Gripp, Sprecherin Deutscher Fotorat und Chefredakteurin von <a href="https://photonews.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Photonews</a>, offenbar ähnlich. Ihr Statement: &#8222;Beim Titel sind aber andere Faktoren wichtiger: Ist das Motiv plakativ und interessant? Steht es in Verbindung zu einer wichtigen Geschichte im Heft? Und ganz banal: Ist es ein Hochformat (da wir Fotografien nicht beschneiden)?&#8220;</p>



<p>Gripp sagt auch: &#8222;Qualität ist keine Frage des Geschlechts.&#8220; Und genauso sehe ich das ebenfalls. Obwohl ich mir nach der Beobachtung von Fotografen &#8211; also Männern &#8211; und ihren Frauen selbst die Frage gestellt habe, <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/ist-die-fotografie-maennlich/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ob Fotografie männlich ist</a>. In diesem Fall bei den ambitionierten Hobbyfotografen. Wenn ich mir die Profis angucken, die ich im Laufe der Jahrzehnte kennenlernen durfte, dann sehe ich nicht, dass Frauen unterrepräsentiert sind. In meiner Redaktion habe ich schon vor Jahrzehnten regelmäßig mit Pressefotografinnen gearbeitet. Dass gerade mal die Männer in der Überzahl sind, ist eher Zufall. Lange Jahre waren sie in der Minderheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">In erster Linie muss das Produkt stimmen</h2>



<p>Auch wenn das gerade nicht modern ist: Ich finde, man muss nicht jeden Berufsstand auf seine Diversität untersuchen und fordern, dass mehr Frauen, Migranten oder Behinderte vertreten sein müssten. Am Ende kommt es doch immer auf das Produkt an. Stimmt es, dann ist alles gut? Und noch etwas spielt speziell beim Thema Titelbilder für mich eine Rolle. Je mehr Print verschwindet und Online-Publikationen das Feld übernehmen, desto seltener braucht es Titelbilder im üblichen Sinne. Ja, es werden immer noch bei jedem Online-Auftritt die großen, die überzeugenden, die bewegenden Fotos ganz oben auf der Homepage gebraucht. Aber zumindest bei Tageszeitungsauftritten sind sie auch ganz schnell wieder verschwunden, weil die nächste Story nach oben rückt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nennt die Namen aller Fotografen</h2>



<p>Was ich aber fordere, und das vehement: überhaupt die Namen von Fotografen und Illustratoren zu nennen. Deshalb finde ich die DJV-Aktion &#8222;<a href="https://www.djv.de/startseite/info/beruf-betrieb/bildjournalisten/fotografen-haben-namen-2020-1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fotografen haben Namen</a>&#8220; immens wichtig und bemühe mich in der Produktion, immer den Fotografen-Namen zu nennen, egal ob online oder print. Auch wenn das manchmal ein bisschen Arbeit erfordert, die Namen überhaupt herauszufinden. Mal ganz abgesehen davon, dass <a href="https://www.fotorecht-aktuell.de/namensnennungsrecht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Fotografen ein Recht darauf haben</a>, ist ihr Werk genauso urheberrechtlich geschützt wie das von Textautoren. Warum also sollen sie namenlos bleiben?</p>
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		<title>Pressestelle &#8211; ganz anders als früher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Nov 2022 16:56:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Pressearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK-150x68.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK-768x346.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Journalisten haben oft mit Pressestellen zu tun. Das ist gut so und kann die Arbeit ungemein erleichtern. Vor allem, wenn Profis in der Pressestelle sitzen. Aber die Zusammenarbeit mit vielen Pressestellen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert &#8211; nicht immer zum Vorteil. Ein bisschen Jammern aus dem Alltag. Zunächst: Pressestelle ist nicht gleich Pressestelle. Es ist schon ein großer Unterschied, ob es die der Bahn, von RTL, der Industrie- und Handelskammer, der jeweiligen Kreisverwaltung oder der örtlichen Polizeidirektion ist. Früher, also ganz früher, so vor 20, 30 oder 40 Jahren, hatten Pressestellen alle eines gemeinsam: Wir Journalisten haben sie angerufen, dann gab es eine Antwort. Entweder sofort oder kurz danach, wenn sich der Pressesprecher schlau gemacht hatte. Schließlich ist ein Pressesprecher oder eine Pressesprecherin nicht allwissend. Und es gibt durchaus Behörden, die ihre Pressestelle nicht regelmäßig ins Bild setzen, was im Haus so läuft. Als es nur Fax und Telefon gab Klar, damals gab es gerade mal Fax. Und die einzigen Pressestellen, die Anfragen schriftlich haben wollten, waren die großer Handelsketten, allen voran Aldi. Alle anderen gaben bereitwillig am Telefon Auskunft. Es blieb ihnen gar nichts anders übrig. Lediglich die Polizeipressestelle schickte ihre täglichen Pressemeldungen über den großen Verteiler per Fax raus, was mir vor fast zwei Jahrzehnten mal die Glaubwürdigkeit gerettet hat. Kleiner Exkurs: Die Polizei meldete, dass das Opfer eines Verbrechens gestorben sei, ich habe es am nächsten Tag in der Zeitung vermeldet. Der Mann lebte aber noch. Dank des Faxes konnte ich nachweisen, dass ich sorgfältig gearbeitet hatte beziehungsweise, dass der Fehler nicht bei mir lag. Anfragen am liebsten per E-Mail Mit der Digitalisierung hat eine Entwicklung eingesetzt, die sich in den vergangenen Jahren ständig verstärkt hat. Anfragen an die Pressestelle bitte nur noch per Mail. Es gibt Pressestellen, da habe ich noch nicht mal meinen Namen am Telefon zu Ende gesprochen, da schallt mir schon ein &#8222;Schicken Se ne Mail&#8220; entgegen. Nun ist das mit den Mails so eine Sache. Ist der Sachverhalt einigermaßen kompliziert, klingen sie etwa so: Ist es richtig, dass . . . Falls ja, was hat dazu geführt? Falls nein, welche Argumente haben dagegen gesprochen? Falls ja, was kostet die Maßnahme? Wer bezahlt sie? Falls es verschiedene Geldgeber sind, welche sind das? Wie teilt sich der Betrag auf? Falls nein, welche Auswirkungen hat das? Was bedeutet das für . . . ? Im Dialog offene Fragen klären So ungefähr. Da kann sich jeder vorstellen, wie kompliziert das ist. Zugegeben, es ist nicht immer so, aber oft. Presseanfragen beschränkten sich eben nicht nur darauf, um irgendwelche Zahlen zu bitten oder zu erfahren, wann etwa eine Straßenbaumaßnahme umgesetzt wird. Oft ist es nicht so einfach. Und dann wäre es schön, einen Dialog mit einem Pressesprecher führen zu können, in dessen Verlauf sich vielleicht noch die eine oder andere Frage ergibt. Oder Nachfragen gestellt werden können, die sich aus den Antworten ergeben. Und ja, da wäre auch eine Chatfunktion hilfreich. Hauptsache Dialog. Anfragen per Mail zu stellen, hat noch einen anderen Nachteil. Wer fragt, weiß nie, wann die Antwort kommt. Üblich ist eigentlich: Wenn nichts dabei steht, dann möglichst noch am selben Tag. Ich schreibe in meine Anfragen an eine Pressestelle immer rein, bis wann ich die Antworten gern hätte. Mittlerweile auch, dass es eilig ist, obwohl das eigentlich, siehe oben, selbstverständlich sein sollte, wenn nichts dabei steht. Es gibt übrigens Pressestellen, die auf eine Anfrage eine kurze Rückmeldung geben: Ist angekommen, wird voraussichtlich bis dann und dann beantwortet. Das ist toll und freut jeden, der den Redaktionsschluss im Nacken hat. Außerdem fühle ich mich durch so eine Rückmeldung &#8211; die leider sehr selten sind &#8211; ernst genommen. Und dann gibt es die, bei denen man das Gefühl hat, die Anfrage ins Nirwana geschickt zu haben. Die namenlose Pressestelle Und noch etwas ist mittlerweile anders geworden. Es gibt Pressestellen, da arbeiten keine Menschen. Jedenfalls keine, die einen Namen haben. Da steht dann in der Signatur nur Pressestelle, und auch die freundlichen Grüße schickt lediglich die Pressestelle. Was bei Rückfragen &#8211; natürlich nur per Mail &#8211; die Anrede etwas schwierig macht. Auch in der Signatur steht nur Pressestelle, gern aber auch &#8222;Head of Irgendwas&#8220;. Ich schreibe ja unter meine Anfragen auch nicht &#8222;Mit freundlichen Grüßen, die Redaktion&#8220;. Und wer nicht namentlich zitiert werden will, der kann das doch sagen, pardon schreiben. Ganz anders meine Polizeipressestelle. Da weiß ich immer, wer den Text geschrieben hat, und Nachfragen sind telefonisch jederzeit möglich. Über das Polizeideutsch muss man halt hinweg hören. Etwa wenn mir ein Pressesprecher sagt, eine bestimmte Frage könne er nicht beantworten, das müsse er erstmal &#8222;ermitteln&#8220;. Egal, Hauptsache, die die Info kommt. Drehscheibe zwischen Journalist und Fachabteilung Jetzt kommt noch ein kleiner Exkurs über Pressestellen. Viele sind nur Drehscheiben. Die Anfragen der Journalisten &#8211; deshalb auch das Beharren auf Mails &#8211; werden an die Fachabteilung weitergeleitet, die die Fragen beantwortet. Diese Antwort geht wieder über den Tisch des Pressesprechers, der sie dann verschickt. Ein Verfahren, das vor allem in Behörden üblich ist. Ganz anders geht es bei Pressestellen zu, etwa von privaten Fernsehsendern oder der Telekom. Es gibt welche mit Login, da kann nicht einfach jeder Reporter seine Anfrage stellen. Das schützt vor allem vor Fans und Beschwerden. So etwas habe ich aber auch mal bei einem Edel-Architekten erlebt, einen Pressebereich mit Passwort. Oder es gibt eine zentrale E-Mail-Adresse. An die werden nicht nur die großen weltbewegenden Fragen geschickt, sondern auch Anliegen aus Kleinkleckersdorf. So landet dann ein Problem eines 200-Seelen-Dorfes in einer Pressestelle in München, Berlin oder Bonn. Langes Warten auf die Antwort Übrigens liegt meine letzte Kleinkleckersdorf-Anfrage mittlerweile seit vier Tagen bei einer Pressestelle. Zwischenstand? Keineswegs. Ich bin mal gespannt, wann ich eine Antwort bekomme. Und sei es nur die, dass es noch ein bisschen dauert. Dabei ist mir natürlich klar, dass Pressesprecher heute viel mehr machen als nur meine läppische Anfrage zu beantworten. Aber irgendwann würde ich meinen Artikel halt auch mal fertigstellen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK-150x68.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK-768x346.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Journalisten haben oft mit Pressestellen zu tun. Das ist gut so und kann die Arbeit ungemein erleichtern. Vor allem, wenn Profis in der Pressestelle sitzen. Aber die Zusammenarbeit mit vielen Pressestellen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert &#8211; nicht immer zum Vorteil. Ein bisschen Jammern aus dem Alltag.</p>



<span id="more-12748"></span>



<p>Zunächst: Pressestelle ist nicht gleich Pressestelle. Es ist schon ein großer Unterschied, ob es die der Bahn, von RTL, der Industrie- und Handelskammer, der jeweiligen Kreisverwaltung oder der örtlichen Polizeidirektion ist. Früher, also ganz früher, so vor 20, 30 oder <a href="https://pyrolim.de/pyropro/40-jahre-journalismus-mein-rueckblick/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">40 Jahren</a>, hatten Pressestellen alle eines gemeinsam: Wir Journalisten haben sie angerufen, dann gab es eine Antwort. Entweder sofort oder kurz danach, wenn sich der Pressesprecher schlau gemacht hatte. Schließlich ist ein Pressesprecher oder eine Pressesprecherin nicht allwissend. Und es gibt durchaus Behörden, die ihre Pressestelle nicht regelmäßig ins Bild setzen, was im Haus so läuft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Als es nur Fax und Telefon gab</h2>



<p>Klar, damals gab es gerade mal Fax. Und die einzigen Pressestellen, die Anfragen schriftlich haben wollten, waren die großer Handelsketten, allen voran Aldi. Alle anderen gaben bereitwillig am Telefon Auskunft. Es blieb ihnen gar nichts anders übrig. Lediglich die Polizeipressestelle schickte ihre täglichen Pressemeldungen über den großen Verteiler per Fax raus, was mir vor fast zwei Jahrzehnten mal die Glaubwürdigkeit gerettet hat. Kleiner Exkurs: Die Polizei meldete, dass das Opfer eines Verbrechens gestorben sei, ich habe es am nächsten Tag in der Zeitung vermeldet. Der Mann lebte aber noch. Dank des Faxes konnte ich nachweisen, dass ich sorgfältig gearbeitet hatte beziehungsweise, dass der Fehler  nicht bei mir lag.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anfragen am liebsten per E-Mail</h2>



<p>Mit der Digitalisierung hat eine Entwicklung eingesetzt, die sich in den vergangenen Jahren ständig verstärkt hat. Anfragen an die Pressestelle bitte nur noch per Mail. Es gibt Pressestellen, da habe ich noch nicht mal meinen Namen am Telefon zu Ende gesprochen, da schallt mir schon ein &#8222;Schicken Se ne Mail&#8220; entgegen.</p>



<p>Nun ist das mit den Mails so eine Sache. Ist der Sachverhalt einigermaßen kompliziert, klingen sie etwa so: Ist es richtig, dass . . . Falls ja, was hat dazu geführt? Falls nein, welche Argumente haben dagegen gesprochen? Falls ja, was kostet die Maßnahme? Wer bezahlt sie? Falls es verschiedene Geldgeber sind, welche sind das? Wie teilt sich der Betrag auf? Falls nein, welche Auswirkungen hat das? Was bedeutet das für . . . ?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Dialog offene Fragen klären</h2>



<p>So ungefähr. Da kann sich jeder vorstellen, wie kompliziert das ist. Zugegeben, es ist nicht immer so, aber oft. Presseanfragen beschränkten sich eben nicht nur darauf, um irgendwelche Zahlen zu bitten oder zu erfahren, wann etwa eine Straßenbaumaßnahme umgesetzt wird. Oft ist es nicht so einfach. Und dann wäre es schön, einen Dialog mit einem Pressesprecher führen zu können, in dessen Verlauf sich vielleicht noch die eine oder andere Frage ergibt. Oder Nachfragen gestellt werden können, die sich aus den Antworten ergeben. Und ja, da wäre auch eine Chatfunktion hilfreich. Hauptsache Dialog.</p>



<p>Anfragen per Mail zu stellen, hat noch einen anderen Nachteil. Wer fragt, weiß nie, wann die Antwort kommt. Üblich ist eigentlich: Wenn nichts dabei steht, dann möglichst noch am selben Tag. Ich schreibe in meine Anfragen an eine Pressestelle immer rein, bis wann ich die Antworten gern hätte. Mittlerweile auch, dass es eilig ist, obwohl das eigentlich, siehe oben, selbstverständlich sein sollte, wenn nichts dabei steht.</p>



<p>Es gibt übrigens Pressestellen, die auf eine Anfrage eine kurze Rückmeldung geben: Ist angekommen, wird voraussichtlich bis dann und dann beantwortet. Das ist toll und freut jeden, der den Redaktionsschluss im Nacken hat. Außerdem fühle ich mich durch so eine Rückmeldung &#8211; die leider sehr selten sind &#8211; ernst genommen. Und dann gibt es die, bei denen man das Gefühl hat, die Anfrage ins Nirwana geschickt zu haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die namenlose Pressestelle</h2>



<p>Und noch etwas ist mittlerweile anders geworden. Es gibt Pressestellen, da arbeiten keine Menschen. Jedenfalls keine, die einen Namen haben. Da steht dann in der Signatur nur Pressestelle, und auch die freundlichen Grüße schickt lediglich die Pressestelle. Was bei Rückfragen &#8211; natürlich nur per Mail &#8211; die Anrede etwas schwierig macht. Auch <a href="https://pyrolim.de/pyropro/kleiner-e-mail-knigge-das-spart-nerven/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">in der Signatur</a> steht nur Pressestelle, gern aber auch &#8222;Head of Irgendwas&#8220;. Ich schreibe ja unter meine Anfragen auch nicht &#8222;Mit freundlichen Grüßen, die Redaktion&#8220;. Und wer nicht namentlich zitiert werden will, der kann das doch sagen, pardon schreiben.</p>



<p>Ganz anders meine Polizeipressestelle. Da weiß ich immer, wer den Text geschrieben hat, und Nachfragen sind telefonisch jederzeit möglich. Über das <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Polizeideutsch</a> muss man halt hinweg hören. Etwa wenn mir ein Pressesprecher sagt, eine bestimmte Frage könne er nicht beantworten, das müsse er erstmal &#8222;ermitteln&#8220;. Egal, Hauptsache, die die Info kommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drehscheibe zwischen Journalist und Fachabteilung</h2>



<p>Jetzt kommt noch ein kleiner Exkurs über Pressestellen. Viele sind nur Drehscheiben. Die Anfragen der Journalisten &#8211; deshalb auch das Beharren auf Mails &#8211; werden an die Fachabteilung weitergeleitet, die die Fragen beantwortet. Diese Antwort geht wieder über den Tisch des Pressesprechers, der sie dann verschickt. Ein Verfahren, das vor allem in Behörden üblich ist.</p>



<p>Ganz anders geht es bei Pressestellen zu, etwa von privaten Fernsehsendern oder der Telekom. Es gibt welche mit Login, da kann nicht einfach jeder Reporter seine Anfrage stellen. Das schützt vor allem vor Fans und Beschwerden. So etwas habe ich aber auch mal bei einem Edel-Architekten erlebt, einen Pressebereich mit Passwort. Oder es gibt eine zentrale E-Mail-Adresse. An die werden nicht nur die großen weltbewegenden Fragen geschickt, sondern auch Anliegen aus Kleinkleckersdorf. So landet dann ein Problem eines 200-Seelen-Dorfes in einer Pressestelle in München, Berlin oder Bonn.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Langes Warten auf die Antwort</h2>



<p>Übrigens liegt meine letzte Kleinkleckersdorf-Anfrage mittlerweile seit vier Tagen bei einer Pressestelle. Zwischenstand? Keineswegs. Ich bin mal gespannt, wann ich eine Antwort bekomme. Und sei es nur die, dass es noch ein bisschen dauert. Dabei ist mir natürlich klar, dass Pressesprecher <a href="https://stephanieakowalski.de/moderner-pressesprecher/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">heute viel mehr machen</a> als nur meine läppische Anfrage zu beantworten. Aber irgendwann würde ich meinen Artikel halt auch mal fertigstellen.</p>



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		<title>Kleiner E-Mail-Knigge: Das spart Nerven</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2022 16:17:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="1632" height="1224" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/rechner2-1.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/rechner2-1.jpg 1632w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/rechner2-1-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/rechner2-1-768x576.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/rechner2-1-1536x1152.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1632px) 100vw, 1632px" /><p>Mittlerweile schreiben viele Leute E-Mails, sehr viele Leute. In unserer Redaktion erreichen uns täglich etliche Mails, mit denen Vereine, aber auch städtische Pressestellen oder Firmen uns auf etwas hinweisen oder uns einladen möchten. Allerdings kostet mache E-Mail den Redakteur, der die Mails sichten muss, Nerven. Deshalb hier ein kleiner E-Mail-Knigge. Alles, was ich mir von E-Mail-Verfassern wünsche, gilt natürlich nicht nur für E-Mails, die an Redaktionen gehen. Es gilt für alle im beruflichen Umfeld, egal, an wen sie gerichtet sind. Vieles davon ist aber auch im privaten E-Mail-Verkehr durchaus hilfreich. Und es ist gar nicht viel, was für ein besseres Miteinander und ein problemloses Verständnis beim Empfänger nützlich ist. Aussagekräftige Betreffzeile Der Betreff sollte sofort verraten, worum es geht. Um auf die Reaktion zurückzukommen: Der häufigste Betreff lautet &#8222;Pressemitteilung&#8220;. Ach nee. Da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen. Nur hilft das lapidare Wort nicht weiter. Was für eine Pressemitteilung? Nachbericht eines Ereignisses oder Terminankündigung. Mitteilung über den Rücktritt eines bekannten Politikers oder Hinweis auf das Grillfest im Kleingartenverein? Für die Einordnung ist das durchaus wichtig. Sehr wichtig. Redaktionen müssen schnell sortieren, was sofort ihre Aufmerksamkeit erregt und was noch ein bisschen warten kann. Vor allem in Online-Zeiten müssen wichtige Nachrichten schnell bearbeitet, nachrecherchiert und herausgegeben werden. Da hilft der lapidare Hinweis &#8222;Pressemitteilung&#8220; nicht. Denn dann muss die Mail erstmal aufgemacht werden, um nachzusehen, worum es geht. Ganz großartig wäre für Redaktionen auch, wenn schon im Betreff stünde, um welchen Ort es geht. Dann ließen sich die Mails mit Hinweisen auf Veranstaltungen irgendwo in Bayern bei uns in Schleswig-Holstein noch schneller aussortieren. Anhänge eindeutig benennen Ganz toll, wenn der Textanhang dann auch nur schlicht &#8222;Pressemitteilung&#8220; heißt. Gerne bei Leuten, die öfter welche schreiben, mit &#8222;Pressemitteilung/7.7.2022&#8220; oder &#8222;Pressemitteilung 1&#8220; und so weiter betitelt. Hilfreich wäre, wenn der Anhang zumindest &#8222;Rücktritt Bürgermeister&#8220; oder &#8222;Terminhinweis Gartenfest&#8220; hieße. Wenn nicht, muss auch der Anhang erst geöffnet werden, bis eine Einordnung möglich ist. Das kostet wieder Zeit. Sind Fotos angehängt, wäre auch dort eine klare Benennung der Dateien hilfreich. Sind Menschen darauf zu sehen, wäre es schön, wenn irgendwo stünde, wer sie sind (von links nach rechts) und mit Vornamen und Nachnamen. Signatur Jeder, wirklich jeder, der ein E-Mail-Programm auf seinem Rechner hat, sollte es so einstellen, dass unter jeder Mail eine aussagekräftige Signatur erscheint. Also: Name des Absenders, Funktion, Kontaktdaten. Und bitte alle Kontaktdaten, also auch die Handynummer. Nichts ist nerviger für den Empfänger, wenn er bei Fragen zurückmailen muss und der Absender erst drei Tage später mal wieder in sein Postfach guckt. Handynummern sind die Lieblinge aller Redaktionen. Ross und Reiter nennen In jüngster Zeit beobachte icheine Tendenz vor allem bei großen Pressestellen, die mir gar nicht gefällt. Als Absender wird nicht etwa ein Mensch genannt, jemand mit Vor- und Nachnamen. Sondern da steht oft &#8222;Mit freundlichen Grüßen, Pressestelle&#8220; oder auch &#8222;Head of Marketing&#8220; oder ein anderes Business-Englisch. Ich habe schon ernsthaft überlegt, meine nächste Anfrage per Mail mit den Worten &#8222;Mit freundlichen Grüßen, die Redaktion&#8220; zu zeichnen. Ich sehe zwar, dass immer mehr Pressesprecher nicht namentlich zitiert werden möchte. Aber dann sollen sie darauf hinweisen. Bei E-Mails ohne Namen ist es schwer bis unhöflich, zurück zu mailen, weil noch Fragen sind, oder gar anzurufen. Wen soll ich bitte verlangen? Höflichkeit Und noch ein Wort zum Stil: E-Mail müssen nicht an die sehr geehrten Damen und Herren gerichtet sein. Ein freundliches &#8222;Guten Tag&#8220; oder &#8222;Hallo&#8220; tut es auch. Aber ein bisschen Höflichkeit darf es schon sein. Man muss es nicht so halten wie ein Pastor, der uns regelmäßig Mails zu Veranstaltungen schickte und nicht mehr in die Mail schrieb als &#8222;siehe Anhang&#8220;. Jedes Mal. Sparsamer geht es kaum. Der Betreff lautete übrigens immer &#8222;Pressemitteilung&#8220;. Was sonst? Wer alle Tipps beherzigt, macht sich bei den Empfängern seiner E-Mails Freunde. Es ist gar nicht viel, auf was die Schreiber achten sollten. Das gilt, wie gesagt, nicht nur für Mails an Redaktionen oder solche im beruflichen Kontext. Wobei ich beobachtet habe, dass in meinem privaten Mail-Postfach die meisten Absender diese Empfehlungen beachten und ich beinahe jede Mail sofort zuordnen kann. In der Redaktion sieht das ganz anders aus: Pressemitteilung halt. Ist doch so schön einfach und fantasielos.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/kleiner-e-mail-knigge-das-spart-nerven/">Kleiner E-Mail-Knigge: Das spart Nerven</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="1632" height="1224" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/rechner2-1.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/rechner2-1.jpg 1632w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/rechner2-1-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/rechner2-1-768x576.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/rechner2-1-1536x1152.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1632px) 100vw, 1632px" />
<p>Mittlerweile schreiben viele Leute E-Mails, sehr viele Leute. In unserer Redaktion erreichen uns täglich etliche Mails, mit denen Vereine, aber auch städtische Pressestellen oder Firmen uns auf etwas hinweisen oder uns einladen möchten. Allerdings kostet mache E-Mail den Redakteur, der die Mails sichten muss, Nerven. Deshalb hier ein kleiner E-Mail-Knigge.</p>



<span id="more-12547"></span>



<p>Alles, was ich mir von E-Mail-Verfassern wünsche, gilt natürlich nicht nur für E-Mails, die an Redaktionen gehen. Es gilt für alle im beruflichen Umfeld, egal, an wen sie gerichtet sind. Vieles davon ist aber auch im privaten E-Mail-Verkehr durchaus hilfreich. Und es ist gar nicht viel, was für ein besseres Miteinander und ein problemloses Verständnis beim Empfänger nützlich ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aussagekräftige Betreffzeile</h2>



<p>Der Betreff sollte sofort verraten, worum es geht. Um auf die Reaktion zurückzukommen: Der häufigste Betreff lautet &#8222;Pressemitteilung&#8220;. Ach nee. Da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen. Nur hilft das lapidare Wort nicht weiter. Was für eine Pressemitteilung? Nachbericht eines Ereignisses oder Terminankündigung. Mitteilung über den Rücktritt eines bekannten Politikers oder Hinweis auf das Grillfest im Kleingartenverein? Für die Einordnung ist das durchaus wichtig. Sehr wichtig.</p>



<p>Redaktionen müssen schnell sortieren, was sofort ihre Aufmerksamkeit erregt und was noch ein bisschen warten kann. Vor allem in Online-Zeiten müssen wichtige Nachrichten schnell bearbeitet, nachrecherchiert und herausgegeben werden. Da hilft der lapidare Hinweis &#8222;Pressemitteilung&#8220; nicht. Denn dann muss die Mail erstmal aufgemacht werden, um nachzusehen, worum es geht. Ganz großartig wäre für Redaktionen auch, wenn schon im Betreff stünde, um welchen Ort es geht. Dann ließen sich die Mails mit Hinweisen auf Veranstaltungen irgendwo in Bayern bei uns in Schleswig-Holstein noch schneller aussortieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anhänge eindeutig benennen</h2>



<p>Ganz toll, wenn der Textanhang dann auch nur schlicht &#8222;Pressemitteilung&#8220; heißt. Gerne bei Leuten, die öfter welche schreiben, mit &#8222;Pressemitteilung/7.7.2022&#8220; oder &#8222;Pressemitteilung 1&#8220; und so weiter betitelt. Hilfreich wäre, wenn der Anhang zumindest &#8222;Rücktritt Bürgermeister&#8220; oder &#8222;Terminhinweis Gartenfest&#8220; hieße. Wenn nicht, muss auch der Anhang erst geöffnet werden, bis eine Einordnung möglich ist. Das kostet wieder Zeit. Sind Fotos angehängt, wäre auch dort eine klare Benennung der Dateien hilfreich. Sind Menschen darauf zu sehen, wäre es schön, wenn irgendwo stünde, wer sie sind (von links nach rechts) und mit Vornamen und Nachnamen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Signatur</h2>



<p>Jeder, wirklich jeder, der ein E-Mail-Programm auf seinem Rechner hat, sollte es so einstellen, dass unter jeder Mail eine aussagekräftige Signatur erscheint. Also: Name des Absenders, Funktion, Kontaktdaten. Und bitte alle Kontaktdaten, also auch die Handynummer. Nichts ist nerviger für den Empfänger, wenn er bei Fragen zurückmailen muss und der Absender erst drei Tage später mal wieder in sein Postfach guckt. <a href="https://pyrolim.de/pyropro/das-abc-der-lokalen-pressearbeit/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Handynummern sind die Lieblinge aller Redaktionen</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ross und Reiter nennen</h2>



<p>In jüngster Zeit beobachte icheine Tendenz vor allem bei großen Pressestellen, die mir gar nicht gefällt. Als Absender wird nicht etwa ein Mensch genannt, jemand mit Vor- und Nachnamen. Sondern da steht oft &#8222;Mit freundlichen Grüßen, Pressestelle&#8220; oder auch &#8222;Head of Marketing&#8220; oder ein anderes Business-Englisch. Ich habe schon ernsthaft überlegt, meine nächste Anfrage per Mail mit den Worten &#8222;Mit freundlichen Grüßen, die Redaktion&#8220; zu zeichnen. Ich sehe zwar, dass immer mehr Pressesprecher nicht namentlich zitiert werden möchte. Aber dann sollen sie darauf hinweisen. Bei E-Mails ohne Namen ist es schwer bis unhöflich, zurück zu mailen, weil noch Fragen sind, oder gar anzurufen. Wen soll ich bitte verlangen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Höflichkeit</h2>



<p>Und noch ein Wort zum Stil: E-Mail müssen nicht an die sehr geehrten Damen und Herren gerichtet sein. Ein freundliches &#8222;Guten Tag&#8220; oder &#8222;Hallo&#8220; tut es auch. Aber ein bisschen Höflichkeit darf es schon sein. Man muss es  nicht so halten wie ein Pastor, der uns regelmäßig Mails zu Veranstaltungen schickte und nicht mehr in die Mail schrieb als &#8222;siehe Anhang&#8220;. Jedes Mal. Sparsamer geht es kaum. Der Betreff lautete übrigens immer &#8222;Pressemitteilung&#8220;. Was sonst?</p>



<p>Wer <a href="https://karrierebibel.de/e-mail-schreiben/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">alle Tipps beherzigt</a>, macht sich bei den Empfängern seiner E-Mails Freunde. Es ist gar nicht viel, auf was die Schreiber achten sollten. Das gilt, wie gesagt, nicht nur für Mails an Redaktionen oder solche im beruflichen Kontext. Wobei ich beobachtet habe, dass in meinem privaten Mail-Postfach die meisten Absender diese Empfehlungen beachten und ich beinahe jede Mail sofort zuordnen kann. In der Redaktion sieht das ganz anders aus: Pressemitteilung halt. Ist doch so schön einfach und fantasielos.</p>
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		<title>Pressegespräch: Wann es wirklich sinnvoll ist</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/pressegespraech-wann-es-wirklich-sinnvoll-ist/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jun 2022 16:52:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Pressearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK-150x68.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK-768x346.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Das Pressegespräch ist die kleine Schwester der Pressekonferenz. Laien stellen sich Pressekonferenzen immer so vor wie die Bundespressekonferenz im Fernsehen. In Wahrheit ist die große Masse der Pressekonferenzen vor allem im Lokalen ein Pressegespräch. Warum die immer seltener von Journalisten besucht werden und warum Kaffee und Kekse nicht ausreichen. Als Corona kam, gingen die Pressegespräche. Die sogenannten Termine, zu denen Lokal- und Regionalredaktionen ein paar Mal die Woche eingeladen werden, endeten abrupt. Jetzt kommen die ersten dieser Einladungen wieder in die Redaktionen. Und damit kehrt auch eine Unsitte zurück, auf die ich unten weiter eingehen werde. Vor allem aber soll es hier darum gehen, warum die meisten dieser Pressegespräche kaum noch Redakteure hinterm Ofen hervorlocken und was die Veranstalter besser machen können. Welche Pressegespräche überflüssig sind Jede Volkshochschule stellt ihr Frühjahrs- und ihr Herbstprogramm bei einem Pressegespräch vor. Veranstalter laden ein, um ihre Veranstaltung vorzustellen. Vereine wollen verkünden, was sie Neues zu bieten haben. Bevorzugt am Freitagnachmittag, wenn alle außer den Redakteuren bereits im Wochenende sind. Während in den Zeitungsredaktionen zwei Ausgaben &#8211; die für Sonnabend und die für Sonntag/Montag &#8211; produziert werden. Ein Pressegespräch also zur völlig falschen Zeit. Profis wählen dafür den Vormittag in der Woche. Vor allem aber sind es Pressegespräche mit völlig falschem Inhalt. Das sind alles Mitteilungen, die mit einer ordentlich verfassten Pressemitteilung per Mail ebenfalls an die richtige Adresse kommen, verstanden und verarbeitet werden. Wie ich in meinem kleinen ABC der lokalen Pressearbeit bereits schrieb, haben Redakteure keine Zeit, sich Zettel abzuholen, die auch per Mail versendet werden können. Journalisten lassen sich nicht mit Brötchen locken Ich habe mein Unverständnis darüber mal in einen Tweet gegossen: &#8222;Mal so grundsätzlich: Journalisten haben keine Zeit und keine Lust, sich bei Kaffee und Keksen Pressemitteilungen abzuholen, die per Mail geschickt werden können. Und bei Fragen gibt es das Telefon. Kaum ist Corona aus den Köpfen, geht das wieder los.&#8220; Eine Antwort darauf belegt mal wieder den schlechten Ruf, den wir Journalisten haben. Dass man Journalisten mit belegten Brötchen ködern kann, ist lange vorbei. Es erinnert mich an meine Zeiten als freie Journalistin während des Studiums. Damals haben wir noch Feuerwehr-Jahresversammlungen besucht. Da Anfang des Jahres an Freitagabenden und Sonnabendabenden mehrere gleichzeitig stattfanden und ich drei bis fünf an einem Abend besuchen musste, kam ich unweigerlich bei einer der Versammlungen an, wenn gerade das Essen aufgetragen wurde. Kommentar eines Wehrführers: Ach, die Presse ist auch schon da, pünktlich zum Essen. Coram publico natürlich, übers Mikrofon. Warum Vereine die Presse nicht mehr brauchen Erstens: Wir sind nicht verfressen. Zweitens: Wir Journalisten haben heute keine Zeit mehr, uns bei Terminen Brötchen oder Kekse kredenzen zu lassen. Und drittens, das gilt jedenfalls für mich und meine Kollegen: Wir stecken keine Zeit in banale Texte nach Pressegesprächen, wenn wir in derselben Zeit Artikel recherchieren und schreiben können, die die Mehrheit unserer Leser wirklich interessiert. Und viertens: Feuerwehren, Vereine und Veranstalter haben im Internetzeitalter viel mehr Möglichkeiten, in ihrem Interesse zu kommunizieren. Dazu brauchen sie die Presse nicht mehr. Weshalb zum Beispiel die Berichterstattung über die Wahlen und Ehrungen der Freiwilligen Feuerwehren oder bei Schützenvereinen mittlerweile weitgehend auf deren Facebook-Seiten stattfindet. Aber wie und zu welcher Gelegenheit ist ein Pressegespräch sinnvoll und wie lockt man Journalisten dorthin? Zunächst sollten sich die Veranstalter überlegen, was sie zu sagen haben. Ist es so komplex, interessant oder bahnbrechend, dass sie eine Einladung aussprechen sollten? Ist es ein Thema, das zu vielen Nachfragen und weiteren Erläuterungen animiert? Wird etwas vorgeführt oder präsentiert, das fotografiert oder gefilmt werden muss? Wann ein Pressegespräch wirklich sinnvoll ist Sinnvoll ist ein Pressegespräch vor allem immer dann, wenn zu erwarten ist, dass es zu einem Thema viele Fragen gibt. Statt die alle nach und nach am Telefon zu beantworten, ist es besser, interessierte Journalisten einzuladen. Dann profitieren auch die Kollegen von den Fragen der anderen und nicht alle müssen dasselbe fragen. Ein Pressegespräch ist auch dann angebracht, wenn besondere Gäste da sind. Solche, die Redakteure sonst kaum mal zu Gesicht kriegen oder befragen können. Die Friedrich-Naumann-Stiftung hat im Mai zu einem Pressegespräch mit der regimekritischen russischen Punkband Pussy Riot eingeladen. Eine Pressekonferenz sollte auch immer dann angesetzt werden, wenn ein schreckliches Ereignis, eine Katastrophe oder irgendetwas, das Schlagzeilen macht, passiert ist und das Informationsbedürfnis sehr groß ist. Solche Veranstaltungen sind ein Fall für Profis: Wer soll Fragen beantworten? Sind die Gesprächspartner auch auf kritische Fragen vorbereitet? Gibt es Namensschilder mit Funktionsbezeichnung für jeden Redner? Auch wenn wichtige Leute das glauben: Nicht jeder kennt sie. Sind die wichtigsten Punkte auf einem Waschzettel aufgeführt? Sind genug Kopien davon da? Gibt es Platz für Mikrofone und Kameras der Radio- und Fernsehkollegen? Bleibt hinterher Zeit für Nachfragen und für O-Töne? Das alles muss jemand organisieren. Warum keine Anmeldungen für Pressegespräche Klar ist also: Ein Pressegespräch sollte einen guten Grund haben, der über Kekse, Kaffee und Brötchen hinausgeht. Nun zur zweiten Unsitte: Bereits vor Corona wollten viele Veranstalter von Pressegesprächen vorher eine Anmeldung haben, möglichst noch mit dem Namen des Kollegen, der kommen wird. Nachdem Präsenzveranstaltungen nach Corona langsam wieder begonnen hatten, verstärkte sich dieser Wunsch noch. Diesmal wegen der Kontaktnachverfolgung. Dafür hätte man auch eine Liste auslegen können. Mittlerweile meint beinahe jeder, eine Anmeldung erwarten zu können. Warum ich solche Anmeldewünsche generell ablehne, hat zwei Gründe. Zum einen habe ich Besseres zu tun, als dauernd Mails mit Ab- und Zusagen zu schreiben. Und zum anderen weiß ich bis kurz vor einem Pressegespräch gar nicht, ob ich es wirklich wahrnehmen kann. Was ist, wenn eine halbe Stunde vorher ein Großbrand ausbricht, sich ein Zugunglück ereignet hat oder der Bürgermeister zurücktritt? Dann muss ich mich sofort darum kümmern. Dann müssen die Kekse halt trocken und der Kaffee kalt werden.</p>
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<p>Das Pressegespräch ist die kleine Schwester der Pressekonferenz. Laien stellen sich Pressekonferenzen immer so vor wie die Bundespressekonferenz im Fernsehen. In Wahrheit ist die große Masse der Pressekonferenzen vor allem im Lokalen ein Pressegespräch. Warum die immer seltener von Journalisten besucht werden und warum Kaffee und Kekse nicht ausreichen.</p>



<span id="more-12471"></span>



<p>Als Corona kam, gingen die Pressegespräche. Die sogenannten Termine, zu denen Lokal- und Regionalredaktionen ein paar Mal die Woche eingeladen werden, endeten abrupt. Jetzt kommen die ersten dieser Einladungen wieder in die Redaktionen. Und damit kehrt auch eine Unsitte zurück, auf die ich unten weiter eingehen werde. Vor allem aber soll es hier darum gehen, warum die meisten dieser Pressegespräche kaum noch Redakteure hinterm Ofen hervorlocken und was die Veranstalter besser machen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Pressegespräche überflüssig sind</h2>



<p>Jede Volkshochschule stellt ihr Frühjahrs- und ihr Herbstprogramm bei einem Pressegespräch vor. Veranstalter laden ein, um ihre Veranstaltung vorzustellen. Vereine wollen verkünden, was sie Neues zu bieten haben. Bevorzugt am Freitagnachmittag, wenn alle außer den Redakteuren bereits im Wochenende sind. Während in den Zeitungsredaktionen zwei Ausgaben &#8211; die für Sonnabend und die für Sonntag/Montag &#8211; produziert werden. Ein Pressegespräch also zur völlig falschen Zeit. Profis wählen dafür den Vormittag in der Woche.</p>



<p>Vor allem aber sind es Pressegespräche mit völlig falschem Inhalt. Das sind alles Mitteilungen, die mit einer ordentlich verfassten Pressemitteilung per Mail ebenfalls an die richtige Adresse kommen, verstanden und verarbeitet werden. Wie ich in meinem <a href="https://pyrolim.de/pyropro/das-abc-der-lokalen-pressearbeit/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">kleinen ABC der lokalen Pressearbeit</a> bereits schrieb, haben Redakteure keine Zeit, sich Zettel abzuholen, die auch per Mail versendet werden können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Journalisten lassen sich nicht mit Brötchen locken</h2>



<p>Ich habe mein Unverständnis darüber mal in einen Tweet gegossen: &#8222;Mal so grundsätzlich: Journalisten haben keine Zeit und keine Lust, sich bei Kaffee und Keksen Pressemitteilungen abzuholen, die per Mail geschickt werden können. Und bei Fragen gibt es das Telefon. Kaum ist Corona aus den Köpfen, geht das wieder los.&#8220; Eine Antwort darauf belegt mal wieder den schlechten Ruf, den wir Journalisten haben.</p>



<p>Dass man Journalisten mit belegten Brötchen ködern kann, ist lange vorbei. Es erinnert mich an meine Zeiten als  freie Journalistin während des Studiums. Damals haben wir noch Feuerwehr-<a href="https://udostiehl.wordpress.com/2013/12/23/bascis-unterm-nachrichtenbaum-23-hauptsache-hauptversammlung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jahresversammlungen</a> besucht. Da Anfang des Jahres an Freitagabenden und Sonnabendabenden mehrere gleichzeitig stattfanden und ich drei bis fünf an einem Abend besuchen musste, kam ich unweigerlich bei einer der Versammlungen an, wenn gerade das Essen aufgetragen wurde. Kommentar eines Wehrführers: Ach, die Presse ist auch schon da, pünktlich zum Essen. Coram publico natürlich, übers Mikrofon. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Vereine die Presse nicht mehr brauchen</h2>



<p>Erstens: Wir sind nicht verfressen. Zweitens: Wir Journalisten haben heute keine Zeit mehr, uns bei Terminen Brötchen oder Kekse kredenzen zu lassen. Und drittens, das gilt jedenfalls für mich und meine Kollegen: Wir stecken keine Zeit in banale Texte nach Pressegesprächen, wenn wir in derselben Zeit Artikel recherchieren und schreiben können, die die Mehrheit unserer Leser wirklich interessiert. Und viertens: Feuerwehren, Vereine und Veranstalter haben im Internetzeitalter viel mehr Möglichkeiten, in ihrem Interesse zu kommunizieren. Dazu brauchen sie die Presse nicht mehr. Weshalb zum Beispiel die Berichterstattung über die Wahlen und Ehrungen der Freiwilligen Feuerwehren oder bei Schützenvereinen mittlerweile weitgehend auf deren Facebook-Seiten stattfindet.</p>



<p>Aber wie und zu welcher Gelegenheit ist ein Pressegespräch sinnvoll und wie lockt man Journalisten dorthin? Zunächst sollten sich die Veranstalter überlegen, was sie zu sagen haben. Ist es so komplex, interessant oder bahnbrechend, dass sie eine Einladung aussprechen sollten? Ist es ein Thema, das zu vielen Nachfragen und weiteren Erläuterungen animiert? Wird etwas vorgeführt oder präsentiert, das fotografiert oder gefilmt werden muss?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wann ein Pressegespräch wirklich sinnvoll ist</h2>



<p>Sinnvoll ist ein Pressegespräch vor allem immer dann, wenn zu erwarten ist, dass es zu einem Thema viele Fragen gibt. Statt die alle nach und nach am Telefon zu beantworten, ist es besser, interessierte Journalisten einzuladen. Dann profitieren auch die Kollegen von den Fragen der anderen und nicht alle müssen dasselbe fragen. Ein Pressegespräch ist auch dann angebracht, wenn besondere Gäste da sind. Solche, die Redakteure sonst kaum mal zu Gesicht kriegen oder befragen können. Die <a href="https://www.freiheit.org/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Friedrich-Naumann-Stiftung</a> hat im Mai zu einem Pressegespräch mit der regimekritischen russischen Punkband <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pussy_Riot" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pussy Riot</a> eingeladen.</p>



<p>Eine Pressekonferenz sollte auch immer dann angesetzt werden, wenn ein schreckliches Ereignis, eine Katastrophe oder irgendetwas, das Schlagzeilen macht, passiert ist und das Informationsbedürfnis sehr groß ist. Solche Veranstaltungen sind ein Fall für Profis: Wer soll Fragen beantworten? Sind die Gesprächspartner auch auf kritische Fragen vorbereitet? Gibt es Namensschilder mit Funktionsbezeichnung für jeden Redner? Auch wenn wichtige Leute das glauben: Nicht jeder kennt sie. Sind die wichtigsten Punkte auf einem<a href="https://www.pressearbeit-bockow.de/pressekonferenz.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Waschzettel </a>aufgeführt? Sind genug Kopien davon da? Gibt es Platz für Mikrofone und Kameras der Radio- und Fernsehkollegen? Bleibt hinterher Zeit für Nachfragen und für O-Töne? Das alles muss jemand organisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum keine Anmeldungen für Pressegespräche</h2>



<p>Klar ist also: Ein Pressegespräch sollte einen guten Grund haben, der über Kekse, Kaffee und Brötchen hinausgeht. Nun zur zweiten Unsitte: Bereits vor Corona wollten viele Veranstalter von Pressegesprächen vorher eine Anmeldung haben, möglichst noch mit dem Namen des Kollegen, der kommen wird. Nachdem Präsenzveranstaltungen nach Corona langsam wieder begonnen hatten, verstärkte sich dieser Wunsch noch. Diesmal wegen der Kontaktnachverfolgung. Dafür hätte man auch eine Liste auslegen können. Mittlerweile meint beinahe jeder, eine Anmeldung erwarten zu können.</p>



<p>Warum ich solche Anmeldewünsche generell ablehne, hat zwei Gründe. Zum einen habe ich Besseres zu tun, als dauernd Mails mit Ab- und Zusagen zu schreiben. Und zum anderen weiß ich bis kurz vor einem Pressegespräch gar nicht, ob ich es wirklich wahrnehmen kann. Was ist, wenn eine halbe Stunde vorher ein Großbrand ausbricht, sich ein Zugunglück ereignet hat oder der Bürgermeister zurücktritt? Dann muss ich mich sofort darum kümmern. Dann müssen die Kekse halt trocken und der Kaffee kalt werden. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/pressegespraech-wann-es-wirklich-sinnvoll-ist/">Pressegespräch: Wann es wirklich sinnvoll ist</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<item>
		<title>Sonnabend oder Samstag: Eine Frage der Region, nicht der Religion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jan 2021 17:44:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelernt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Gerade erreichte mich die Anfrage eines Pressesprechers, ob er Samstag oder Sonnabend schreiben solle. Er habe beobachtet, dass wir in der Redaktion immer den Samstag in Sonnabend umändern. Was es damit auf sich habe. So genau weiß ich das nicht, aber ich will versuchen, es zu beantworten. Bevor ich vor mittlerweile mehr als 40 Jahren mein Volontariat in Einbeck angetreten habe, habe ich mir nie einen Gedanken um Sonnabend oder Sonntag gemacht. Doch schon am ersten Tag wurde mir damals in der Redaktion eingebläut, es heiße Sonnabend und nichts anderes. Als Erläuterung dazu hieß es, Sonnabend sei in Norddeutschland üblich, Samstag in Süddeutschland. Das habe etwas mit Katholiken und Protestanten zu tun. Tatsächlich ist die Unterscheidung viel älter. Was Bonifatius mitbrachte Der Sonnabend ist vor allem in Norddeutschland und in Mitteldeutschland verbreitet. Er geht zurück auf den englischen Missionar Bonifatius, der im 7. Jahrhundert die Deutschen zum Christentum bekehrt hat. Er soll das Wort Sonnabend mitgebracht haben, ein damaliger Anglizismus. Bonifatius hat damit möglicherweise zunächst den Abend vor dem Sonntag bezeichnet, deshalb Sonnabend. Später wurde daraus eine Bezeichnung für den ganzen Tag. Der Samstag dagegen ist im Süden und Westen Deutschlands verbreitet. Das Wort geht vermutlich letztendlich auf den jüdischen Sabbath zurück. Nach meinem Empfinden wird der Samstag viel öfter verwendet als der Sonnabend. Und er macht Karriere. Auch in Norddeutschland sagen die meisten Menschen inzwischen Samstag. In Zeitungsredaktionen wird jedoch weiter eisern am Sonnabend festgehalten. Was manchmal zu seltsamen Formulierungen führt. Ich sage nur Sonnabendabend. Der Sonnabend sieht besser aus Ich persönlich mag den Sonnabend lieber als den Samstag. Das Wort klingt nicht nur besser, sondern sieht auch besser aus, wenn ich es lese. Das Schriftbild ist einfach schöner. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Dem Pressesprecher habe ich übrigens geraten, ebenfalls stets Sonnabend zu schreiben, wenn die Redakteure seine Pressemitteilungen schätzen sollen. Denn jeder Samstag wird bei uns immer noch brav in Sonnabend umgeschrieben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/sonnabend-oder-samstag-eine-frage-der-region-nicht-der-religion/">Sonnabend oder Samstag: Eine Frage der Region, nicht der Religion</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bini-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Gerade erreichte mich die Anfrage eines Pressesprechers, ob er Samstag oder Sonnabend schreiben solle. Er habe beobachtet, dass wir in der Redaktion immer den Samstag in Sonnabend umändern. Was es damit auf sich habe. So genau weiß ich das nicht, aber ich will versuchen, es zu beantworten.</p>



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<p>Bevor ich vor mittlerweile<a href="https://pyrolim.de/pyropro/40-jahre-journalismus-mein-rueckblick/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> mehr als 40 Jahren</a> mein <a href="https://pyrolim.de/pyropro/tour-nostalgie-deinbeck-auf-den-spuren-meiner-fruehen-jahre/">Volontariat in Einbeck</a> angetreten habe, habe ich mir nie einen Gedanken um Sonnabend oder Sonntag gemacht. Doch schon am ersten Tag wurde mir damals in der Redaktion eingebläut, es heiße Sonnabend und nichts anderes. Als Erläuterung dazu hieß es, Sonnabend sei in Norddeutschland üblich, Samstag in Süddeutschland. Das habe etwas mit Katholiken und Protestanten zu tun. Tatsächlich ist die Unterscheidung viel älter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Bonifatius mitbrachte</h2>



<p>Der Sonnabend ist vor allem in Norddeutschland und in Mitteldeutschland verbreitet. Er geht zurück auf den <a href="https://www.kirche-und-leben.de/artikel/heiliger-bonifatius-wer-war-das" target="_blank" rel="noreferrer noopener">englischen Missionar Bonifatius</a>, der im 7. Jahrhundert die Deutschen zum Christentum bekehrt hat. Er soll das Wort Sonnabend mitgebracht haben, ein damaliger Anglizismus. Bonifatius hat damit möglicherweise zunächst den Abend vor dem Sonntag bezeichnet, deshalb Sonnabend. Später wurde daraus eine Bezeichnung für den ganzen Tag.</p>



<p>Der Samstag dagegen ist im Süden und Westen Deutschlands verbreitet. Das Wort geht vermutlich letztendlich auf den jüdischen Sabbath zurück. Nach meinem Empfinden wird der Samstag viel öfter verwendet als der Sonnabend. Und er macht Karriere. Auch in Norddeutschland sagen die meisten Menschen inzwischen Samstag. In Zeitungsredaktionen wird jedoch weiter eisern am Sonnabend festgehalten. Was manchmal zu seltsamen Formulierungen führt. Ich sage nur Sonnabendabend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Sonnabend sieht besser aus</h2>



<p>Ich persönlich mag den Sonnabend lieber als den Samstag. Das Wort klingt nicht nur besser, sondern sieht auch besser aus, wenn ich es lese. Das Schriftbild ist einfach schöner. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Dem Pressesprecher habe ich übrigens geraten, ebenfalls stets Sonnabend zu schreiben, wenn die Redakteure seine Pressemitteilungen schätzen sollen. Denn jeder Samstag wird bei uns immer noch brav in Sonnabend umgeschrieben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/sonnabend-oder-samstag-eine-frage-der-region-nicht-der-religion/">Sonnabend oder Samstag: Eine Frage der Region, nicht der Religion</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Pressemitteilung: Verlobungsring verschluckt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2020 07:17:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="460" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/love-1.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/love-1.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/love-1-150x86.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/love-1-768x442.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich weiß nicht, nach welchen Kriterien PR-Agenturen die Empfänger von Pressemitteilungen auswählen. Ich bin nur manchmal mehr als erstaunt, was in meinem Redaktionspostfach eintrudelt. Nicht nur, dass die PR-Mitteilungen von sonstwoher kommen, auch die Themen sind mitunter abseitig, zumal für eine Lokalredaktion. Schönes Beispiel: der verschluckte Verlobungsring. Die Überschrift klingt schon mal unglaublich: Eine von fünf Frauen verschluckt ihren Verlobungsring. Klingt fast so, als komme es beinahe täglich vor, dass ein Verlobungsring verschluckt wird. Immerhin lässt diese Aussage erst einmal aufhorchen, was immerhin schon ein echter Coup ist. Das Kunststück unverlangt eingesandter Pressemitteilungen ist es schließlich, aus der Masse hervorzustechen und Aufmerksamkeit zu erregen. Die hat in diesem Fall nicht dazu gereicht, dass ich die Mitteilung zu einem Artikel verarbeitet hätte. Aber die Mail ist zumindest aufgefallen, was beim Wust der täglichen Mails schon ein Erfolg und das Ziel aller PR-Agenturen ist. Wie kommt der Verlobungsring in den Mund? Die Titelzeile wirft Fragen auf. Warum stecken Frauen ihren Verlobungsring in den Mund? Wie kommt es, dass sie ihn dann auch noch runterschlucken? Die Antwort ist auf den ersten Blick verblüffend einfach. Die Zahl der verschluckten Ringe stammt aus Frankreich, und dort ist es offenbar üblich, Verlobungsringe in Champagnergläsern zu versenken und sie der so Angebeteten zu kredenzen. Ich bin mit einem Franzosen verheiratet, aber meinen Verlobungs- beziehungsweise Ehering hat er nie in Champagner gebadet. Was die Antwort auf den zweiten Blick unglaubwürdig macht: Champagner ist doch durchsichtig, oder? Müsste die Frau den Verlobungsring nicht sehen, bevor sie das edle Getränk hinunterstürzt? Vor allem wird Champagner doch nicht auf Ex getrunken. Man kippt ihn nicht, man nippt manierlich daran. Wie kommt dann der Ring in den Schlund? Umfrage in Paris Die Tatsache, dass jede fünfte Frau angeblich ihren Verlobungsring verschluckt, entstammt einer Umfrage unter 532 Pariser Restaurants. Was wiederum weitere Fragen aufwirft. Ist die Quote in der Provinz höher oder niedriger als in Paris? Werden Verlobungsringe nur in Champagner oder auch in Wein kredenzt? Vor allem aber will ich mir nicht vorstellen, wie der weitere Weg der verschluckten Verlobungsringe aussieht. Immerhin, die PR-Agentur, die die Mitteilung geschickt hat, hat ihr Ziel erreicht. Die Sache mit den Verlobungsringen hat mich doch eine ganze Weile beschäftigt. Genau das war das Ziel. Es kommt eben darauf an, mit dem richtigen Köder in der Informationsflut zu angeln</p>
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<p>Ich weiß nicht, nach welchen Kriterien PR-Agenturen die Empfänger von Pressemitteilungen auswählen. Ich bin nur manchmal mehr als erstaunt, was in meinem Redaktionspostfach eintrudelt. Nicht nur, dass die PR-Mitteilungen von sonstwoher kommen, auch die Themen sind mitunter abseitig, zumal für eine Lokalredaktion. Schönes Beispiel: der verschluckte Verlobungsring.</p>



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<p>Die Überschrift klingt schon mal unglaublich: Eine von fünf Frauen verschluckt ihren Verlobungsring. Klingt fast so, als komme es beinahe täglich vor, dass ein Verlobungsring verschluckt wird. Immerhin lässt diese Aussage erst einmal aufhorchen, was immerhin schon ein echter Coup ist. Das Kunststück unverlangt eingesandter Pressemitteilungen ist es schließlich, aus der Masse hervorzustechen und Aufmerksamkeit zu erregen. Die hat in diesem Fall nicht dazu gereicht, dass ich die Mitteilung zu einem Artikel verarbeitet hätte. Aber die Mail ist zumindest aufgefallen, was beim Wust der täglichen Mails schon ein Erfolg und das Ziel <a href="https://pyrolim.de/pyropro/gelesen/wenn-pr-agenturen-schwurbeln-traumpfaedchen-in-startloechern/">aller PR-Agenturen</a> ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie kommt der Verlobungsring in den Mund?</h2>



<p>Die Titelzeile wirft Fragen auf. Warum stecken Frauen ihren Verlobungsring in den Mund? Wie kommt es, dass sie ihn dann auch noch runterschlucken? Die Antwort ist auf den ersten Blick verblüffend einfach. Die Zahl der verschluckten Ringe stammt aus Frankreich, und dort ist es offenbar üblich, Verlobungsringe in Champagnergläsern zu versenken und sie der so Angebeteten zu kredenzen. Ich bin mit einem Franzosen verheiratet, aber meinen Verlobungs- beziehungsweise Ehering hat er nie in Champagner gebadet.</p>



<p>Was die Antwort auf den zweiten Blick unglaubwürdig macht: Champagner ist doch durchsichtig, oder? Müsste die Frau den Verlobungsring nicht sehen, bevor sie das edle Getränk hinunterstürzt? Vor allem wird Champagner doch nicht auf Ex getrunken. Man kippt ihn nicht, man nippt manierlich daran. Wie kommt dann der Ring in den Schlund?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umfrage in Paris</h2>



<p>Die Tatsache, dass jede fünfte Frau angeblich ihren Verlobungsring verschluckt, entstammt einer Umfrage unter 532 Pariser Restaurants. Was wiederum weitere Fragen aufwirft. Ist die Quote in der Provinz höher oder niedriger als in Paris? Werden Verlobungsringe nur in Champagner oder auch in Wein kredenzt? Vor allem aber will ich mir nicht vorstellen, wie der weitere Weg der verschluckten Verlobungsringe aussieht.</p>



<p>Immerhin, die PR-Agentur, die die Mitteilung geschickt hat, hat ihr Ziel erreicht. Die Sache mit den Verlobungsringen hat mich doch eine ganze Weile beschäftigt. Genau das war das Ziel. Es kommt eben darauf an, <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://www.starting-up.de/marketing/pr-arbeit/storytelling-fuer-bessere-pressemitteilungen.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">mit dem richtigen Köder in der Informationsflut zu angeln</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/pressemitteilung-verlobungsring-verschluckt/">Pressemitteilung: Verlobungsring verschluckt</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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