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	<title>Museum Archive - Pyrolirium</title>
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	<title>Museum Archive - Pyrolirium</title>
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		<title>Cité des Climats et Vins: Ein Museum zum Schnuppern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Oct 2025 15:06:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Wein.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Zeitstrahl im Cité des Climats et vins in Beaune mit Besuchern." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Wein.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Wein-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Wein-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Der Ort Beaune in Burgund verfügt über ein ungewöhnliches neues Museum. In der Cité des Climats geht es nicht nur um Wein. Beaune, das ist mehr als das berühmte Hôtel-Dieu, mehr als alte Gassen und viel guter Wein. Am Rand der Stadt ist 2022 die Cité des Climats et vins entstanden. Climats hat nichts mit Klima zu tun, sondern ist die Bezeichnung für die Parzellen des burgundischen Weinanbaus. Sie sind Teil des Weltkulturerbes. Die Climats umfassen Weinparzellen in 40 Gemeinden. Die Cité des Climats et vins ist in einem 21 Meter hohen, spiralförmigen Gebäude untergebracht. Entworfen hat es ein Team unter der Leitung der Architektin Emmanuelle Andreani. Unten befindet sich das Weinmuseum samt Shop, darüber Verwaltungs- und Seminarräume und ganz oben eine Dachterrasse, die einen weiten Blick über das Burgund und damit über die Climats ermöglicht. Vor dem Gebäude symbolisiert ein Kunstwerk von Sylvain Subervie, worum es hier geht: Wein in Flaschen. Flaschen sind ein immer wiederkehrendes Thema des Künstlers. Multisensorischer Rundgang durch die Wein-Geschichte Im Erdgeschoss der Cité des Climats et vins erlebt der Besucher einen multisensorischen Rundgang durch die Geschichte des Weinanbaus und der Burgunder-Weine. In dem dunklen Raum, erhellt nur durch die Lichter der einzelnen Stationen, werden alle Aspekte der Climats und ihres Weins aufgeblättert. Ein animierter Zeitstrahl erzählt, wie sich der Weinanbau entwickelte (Titelbild), wer die maßgeblichen Akteure waren &#8211; Adel, Bauern, Kirchen &#8211; und wie sich die Climats und die Weinherstellung über die Jahrhunderte veränderten. Im weiteren Verlauf wird nichts ausgelassen, was mit der Landschaft, dem Boden, den Rebsorten zu tun hat. Das reicht bis hin zur Frage, welche Etiketten verwendet werden, welche Gläser die richtigen sind und welche Weine zu welchem Essen passen. Das alles wird nicht staubtrocken auf Info-Tafeln aufgeschrieben und durch Ausstellungsstücke repräsentiert, sondern lässt sich mit allen Sinnen erleben. Aromakeller als Höhepunkt der Ausstellung Im Cave aux Aromes, im Keller der Aromen, wird dies besonders deutlich. Da bekommt der Name Riechkolben eine ganz neue Bedeutung. Die Museumsgestalter der Cité des Climats et vins haben zwölf Glaskolben gestaltet, in denen sich die im Wein zu findenden Aromen-Familien erschnuppern lassen. Die Mitglieder dieser Aromen-Familien &#8211; Blüten &#8211; Früchte &#8211; Erde &#8211; Schokolade &#8211; Leder &#8211; sind in den Glaskolben arrangiert. Wer seine Nase in die Öffnung steckt, riecht genau diese Aromenfamilien. So etwas Tolles habe ich bisher nicht gesehen, genauer gerochen. Ich habe mich gefragt, wie die jeden Tag den Duft in die Kolben kriegen. Der Film zeigt, dass die Museumsmacher den Inhalt offenbar jeden Tag neu arrangieren, damit er seinen jeweiligen Duft verströmen kann. Wie wunderbar. Wer mag, kann am Tresen gleich dahinter ein Schlückchen Burgunder-Wein verkosten und versuchen, die erschnupperten Aromen zu riechen und zu schmecken. Drei Standorte zeigen die Climats Die Cité des Climats et vins de Bourgogne ist ein ganzer Tourismuskomplex mit drei Standorten: Beaune, Chablis und Mâcon. Der Standort Beaune ist der größte und bekannteste drei. Da wir nur zwei Tage im Burgund waren, haben wir uns auf diesen Standort beschränkt. Unseren Besuch haben wir mit dem Panoramablick über die Weinberge beschlossen. Aber auch am Boden, auf dem Rückweg zum Parkplatz, hatten wir Freude an dem großen, schön gestalteten Grundstück, auf dem die Cité steht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/cite-des-climats-et-vins-ein-museum-zum-schnuppern/">Cité des Climats et Vins: Ein Museum zum Schnuppern</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Wein.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Zeitstrahl im Cité des Climats et vins in Beaune mit Besuchern." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Wein.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Wein-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Wein-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Der Ort Beaune in Burgund verfügt über ein ungewöhnliches neues Museum. In der Cité des Climats geht es nicht nur um Wein. </p>



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<p>Beaune, das ist mehr als das berühmte Hôtel-Dieu, mehr als alte Gassen und viel guter Wein. Am Rand der Stadt ist 2022 die Cité des Climats et vins entstanden. Climats hat nichts mit Klima zu tun, sondern ist die Bezeichnung für die Parzellen des burgundischen Weinanbaus. Sie sind Teil des Weltkulturerbes. Die Climats umfassen Weinparzellen in 40 Gemeinden.</p>



<p>Die Cité des Climats et vins ist in einem 21 Meter hohen, spiralförmigen Gebäude untergebracht. Entworfen hat es ein Team unter der Leitung der <a href="https://andreani.archi/en/">Architektin Emmanuelle Andreani</a>. Unten befindet sich das Weinmuseum samt Shop, darüber Verwaltungs- und Seminarräume und ganz oben eine Dachterrasse, die einen weiten Blick über das Burgund und damit über die Climats ermöglicht. Vor dem Gebäude symbolisiert ein Kunstwerk von <a href="https://www.sylvain-subervie.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sylvain Subervie</a>, worum es hier geht: Wein in Flaschen. Flaschen sind ein immer wiederkehrendes Thema des Künstlers.</p>



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<a href="https://flic.kr/p/2rvRZTh"><img decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/54815545338_44434ee80f_c.jpg" alt="Klimastadt und Weine aus Burgund" width="800" height="600" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der Spiralbau der Cité des Climats et vins mit den Flaschen von Sylvain Subervie.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Multisensorischer Rundgang durch die Wein-Geschichte</h2>



<p>Im Erdgeschoss der Cité des Climats et vins erlebt der Besucher einen multisensorischen Rundgang durch die Geschichte des Weinanbaus und der Burgunder-Weine. In dem dunklen Raum, erhellt nur durch die Lichter der einzelnen Stationen, werden alle Aspekte der Climats und ihres Weins aufgeblättert. Ein animierter Zeitstrahl erzählt, wie sich der Weinanbau entwickelte (Titelbild), wer die maßgeblichen Akteure waren &#8211; Adel, Bauern, Kirchen &#8211; und wie sich die Climats und die Weinherstellung über die Jahrhunderte veränderten.</p>



<p>Im weiteren Verlauf wird nichts ausgelassen, was mit der Landschaft, dem Boden, den Rebsorten zu tun hat. Das reicht bis hin zur Frage, welche Etiketten verwendet werden, welche Gläser die richtigen sind und welche Weine zu welchem <a href="https://pyrolim.de/pyropro/essen-in-frankreich-ii-schnecken-nasensalat-und-andouillette/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Essen</a> passen. Das alles wird nicht staubtrocken auf Info-Tafeln aufgeschrieben und durch Ausstellungsstücke repräsentiert, sondern lässt sich mit allen Sinnen erleben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aromakeller als Höhepunkt der Ausstellung</h2>



<p>Im Cave aux Aromes, im Keller der Aromen, wird dies besonders deutlich. Da bekommt der Name Riechkolben eine ganz neue Bedeutung. Die Museumsgestalter der Cité des Climats et vins haben zwölf Glaskolben gestaltet, in denen sich die im Wein zu findenden Aromen-Familien erschnuppern lassen. Die Mitglieder dieser Aromen-Familien &#8211; Blüten &#8211; Früchte &#8211; Erde &#8211; Schokolade &#8211; Leder &#8211; sind in den Glaskolben arrangiert. Wer seine Nase in die Öffnung steckt, riecht genau diese Aromenfamilien. So etwas Tolles habe ich bisher nicht gesehen, genauer gerochen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div></figure>



<p>Ich habe mich gefragt, wie die jeden Tag den Duft in die Kolben kriegen. Der Film zeigt, dass die Museumsmacher den Inhalt offenbar jeden Tag neu arrangieren, damit er seinen jeweiligen Duft verströmen kann. Wie wunderbar. Wer mag, kann am Tresen gleich dahinter ein Schlückchen Burgunder-Wein verkosten und versuchen, die erschnupperten Aromen zu riechen und zu schmecken.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2rvQERp"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/54815286201_d31f90e946_c.jpg" alt="Klimastadt und Weine aus Burgund" width="800" height="600" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Im Aroma-Keller bekommt das Wort Riechkolben eine völlig neue Bedeutung.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Standorte zeigen die Climats</h2>



<p>Die Cité des Climats et vins de Bourgogne ist ein ganzer Tourismuskomplex mit drei Standorten: Beaune, Chablis und Mâcon. Der Standort Beaune ist der größte und bekannteste drei. Da wir nur zwei Tage im Burgund waren, haben wir uns auf diesen Standort beschränkt. Unseren Besuch haben wir mit dem Panoramablick über die Weinberge beschlossen. Aber auch am Boden, auf dem Rückweg zum Parkplatz, hatten wir Freude an dem großen, schön gestalteten Grundstück, auf dem die Cité steht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/cite-des-climats-et-vins-ein-museum-zum-schnuppern/">Cité des Climats et Vins: Ein Museum zum Schnuppern</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Haithabu &#8211; Reise ins Reich der Wikinger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Oct 2024 08:36:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Haithabu2024-6.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Haithabu2024-6.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Haithabu2024-6-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Haithabu2024-6-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Haithabu &#8211; ein ungewöhnlicher Name. Er steht für die größte Wikinger-Siedlung auf heute deutschem Boden. Ein Museum und wiederaufgebaute Wikinger-Häuser dokumentieren ihren Aufstieg und Niedergang. Haithabu liegt am Haddebyer Noor nahe Schleswig. Wer Museum und Wikinger-Dorf besuchen möchte, sollte einigermaßen gut zu Fuß sein. Vom Parkplatz geht es etwa 500 Meter zum Museum, von dort noch einmal etwas mehr als einen Kilometer bis zu den Wikinger-Häusern, am eigentlichen Platz von Haithabu. Der Name stammt von Heiðabýr, was übersetzt so viel wie Heidehof heißt. Von der deutschen Aussprache Hedeby leitet sich schließlich der Begriff Haddeby ab, ein Noor bezeichnet ein Haff oder einen Strandsee. An diesem See siedelten von 770 bis etwa 1066 dänische Wikinger und schwedische Waräger. Die Stadt, von den Archäologen als frühstädtisches Seehandelszentrum bezeichnet, erlebte in diesen Jahren eine ungewöhnliche Blütezeit. Das verdankte sie nicht nur dem blühenden Handel mit der gesamten damals bekannten Welt. Auch das hoch entwickelte Handwerk, das die Bewohner betrieben, begründete den Ruhm und Reichtum von Haithabu. All das dokumentiert das Wikinger-Museum Haithabu. Reiche Funde vom alten Haithabu Dort werden die reichen Funde gezeigt, die die Archäologen im Laufe von mehr als 100 Jahren ans Licht brachten. Bereits seit 1900 wird auf dem ehemaligen Gelände von Haithabu gegraben. Da der Platz am Haddebyer Noor nie wieder bebaut wurde, fanden die Forscher beste Voraussetzungen vor. Davon künden die reichhaltigen Ausstellungsstücke. In den Vitrinen liegt, was Schnitzer, Drechsler und Goldschmiede schufen. Haithabu galt als Zentrum des Metallgusses in Skandinavien. Materialsparend schufen Handwerker aus dünnem Goldblech edle Schmuckstücke. Berühmt waren außerdem die Glasperlen aus Haithabu. Der Vitrinen-Ausstellung schließen sich drei größere Hallen an. In einer wird die Christianisierung durch Ansgar und die Bestattungskultur der Wikinger dokumentiert. Eine zeigt die vielfältigen Handelsbeziehungen, die zwischen Haithabu und den Metropolen der Welt bestand. In der dritten sind Teile eines Wikinger-Schiffes ausgestellt, samt einer Rekonstruktion des hinteren Teils, der eine Vorstellung davon bietet, wie diese Schiffe aussahen. Sieben Wikingerhäuser am Noor Vom Museum aus geht es über einen Waldweg am Noor vorbei in Richtung Siedlungsplatz Haithabu, an dem sieben rekonstruierte Wikingerhäuser stehen und eine Landebrücke ins Wasser führt. Eingefriedet ist der Platz noch immer von einem hohen Halbkreiswall, der in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts angelegt wurde. Wer mag, kann oben auf dem Wall entlang spazieren, wer es nicht so steil mag, geht an seinem Fuß entlang, bis es links abgeht zur ehemaligen Siedlung. Die sieben Häuser sind danach benannt, wer darin arbeitete oder wozu sie dienten: Kammmacher, Tuchhändler, Schumacher, Herberge. Im Inneren sind die entsprechenden Artefakte zu sehen. Ein Flyer erklärt Bauweise, Besonderheiten und Einrichtung der Häuser. Leider sind die daran genannten Nummern nicht an allen Häusern sichtbar. Manches erklärte sich anhand der Einrichtung aber von selbst, etwa beim Tuchmacher. Der Spaziergang durchs Dorf macht eindrucksvoll klar, wie die Wikinger lebten, wie sie arbeiteten, wie sie ihre Stadt aufgebaut hatten. Die Häuser reetgedeckt, die Wände aus Lehm, neben fest getrampelten Wegen liegen Holzbohlen hintereinander, um trockenen Fußes gehen zu können. Der Besucher fühlt sich völlig in die Zeit um das Jahr 1000 zurückversetzt. Wären da nicht die großen Militärmaschinen, die vom und zum nahegelegenen Luftwaffenstützpunkt Jagel fliegen. Ich bin kein eingefleischter Wikinger-Fan, wie ich sie bei meinem Besuch bei den Slawentagen in Oldenburg kennengelernt habe. Ich gucke mir das gerne an, und da ich sehr an Geschichte interessiert bin, finde ich frühere Lebensformen immer spannend, egal, aus welcher Epoche. Deshalb besuche ich auch gerne Schlösser. Haithabu war für mich sehr beeindruckend, weil klar wird, wie hoch entwickelt dieses frühe Gemeinwesen war. Jede Epoche hat ihre blühenden Siedlungen hervorgebracht, das Wikingerdorf am Haddebyer Noor ist eine davon. Schön, dass sie so gut dokumentiert ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/haithabu-reise-ins-reich-der-wikinger/">Haithabu &#8211; Reise ins Reich der Wikinger</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Haithabu2024-6.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Haithabu2024-6.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Haithabu2024-6-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Haithabu2024-6-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Haithabu &#8211; ein ungewöhnlicher Name. Er steht für die größte Wikinger-Siedlung auf heute deutschem Boden. Ein Museum und wiederaufgebaute Wikinger-Häuser dokumentieren ihren Aufstieg und Niedergang.</p>



<span id="more-13852"></span>



<p>Haithabu liegt am Haddebyer Noor nahe Schleswig. Wer Museum und Wikinger-Dorf besuchen möchte, sollte einigermaßen gut zu Fuß sein. Vom Parkplatz geht es etwa 500 Meter zum Museum, von dort noch einmal etwas mehr als einen Kilometer bis zu den Wikinger-Häusern, am eigentlichen Platz von Haithabu. Der Name stammt von Heiðabýr, was übersetzt so viel wie Heidehof heißt. Von der deutschen Aussprache Hedeby leitet sich schließlich der Begriff Haddeby ab, ein Noor bezeichnet ein Haff oder einen Strandsee.</p>



<p>An diesem See siedelten von 770 bis etwa 1066 dänische Wikinger und schwedische Waräger. Die Stadt, von den Archäologen als frühstädtisches Seehandelszentrum bezeichnet, erlebte in diesen Jahren eine ungewöhnliche Blütezeit. Das verdankte sie nicht nur dem blühenden Handel mit der gesamten damals bekannten Welt. Auch das hoch entwickelte Handwerk, das die Bewohner betrieben, begründete den Ruhm und Reichtum von Haithabu. All das dokumentiert das <a href="https://haithabu.de/de/startseite" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikinger-Museum Haithabu</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Reiche Funde vom alten Haithabu</h2>



<p>Dort werden die reichen Funde gezeigt, die die Archäologen im Laufe von mehr als 100 Jahren ans Licht brachten. Bereits seit 1900 wird auf dem ehemaligen Gelände von Haithabu gegraben. Da der Platz am Haddebyer Noor nie wieder bebaut wurde, fanden die Forscher beste Voraussetzungen vor. Davon künden die reichhaltigen Ausstellungsstücke. In den Vitrinen liegt, was Schnitzer, Drechsler und Goldschmiede schufen. Haithabu galt als Zentrum des Metallgusses in Skandinavien. Materialsparend schufen Handwerker aus dünnem Goldblech edle Schmuckstücke. Berühmt waren außerdem die <a href="http://kjersti-martinsdottir.de/glasperlen/wikinger/haithabu/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Glasperlen aus Haithabu</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="437" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/haischmuck.jpg" alt="Schmuckstücke in den Vitrinen des Wikinger-Museums in Haithabu." class="wp-image-13854" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/haischmuck.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/haischmuck-150x82.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/haischmuck-768x420.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schmuckstücke in den Vitrinen des Wikinger-Museums in Haithabu.</figcaption></figure>



<p>Der Vitrinen-Ausstellung schließen sich drei größere Hallen an. In einer wird die Christianisierung durch Ansgar und die Bestattungskultur der Wikinger dokumentiert. Eine zeigt die vielfältigen Handelsbeziehungen, die zwischen Haithabu und den Metropolen der Welt bestand. In der dritten sind Teile eines Wikinger-Schiffes ausgestellt, samt einer Rekonstruktion des hinteren Teils, der eine Vorstellung davon bietet, wie diese Schiffe aussahen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/haischiff.jpg" alt="Die Rekonstruktion des Wikinger-Schiffs im Museum Haithabu." class="wp-image-13855" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/haischiff.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/haischiff-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/haischiff-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Rekonstruktion des Wikinger-Schiffs im Museum Haithabu.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Sieben Wikingerhäuser am Noor</h2>



<p>Vom Museum aus geht es über einen Waldweg am Noor vorbei in Richtung Siedlungsplatz Haithabu, an dem sieben rekonstruierte Wikingerhäuser stehen und eine Landebrücke ins Wasser führt. Eingefriedet ist der Platz noch immer von einem hohen Halbkreiswall, der in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts angelegt wurde. Wer mag, kann oben auf dem Wall entlang spazieren, wer es nicht so steil mag, geht an seinem Fuß entlang, bis es links abgeht zur ehemaligen Siedlung.</p>



<p>Die sieben Häuser sind danach benannt, wer darin arbeitete oder wozu sie dienten: Kammmacher, Tuchhändler, Schumacher, Herberge. Im Inneren sind die entsprechenden Artefakte zu sehen. Ein Flyer erklärt Bauweise, Besonderheiten und Einrichtung der Häuser. Leider sind die daran genannten Nummern nicht an allen Häusern sichtbar. Manches erklärte sich anhand der Einrichtung aber von selbst, etwa beim Tuchmacher. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Haithabutuch.jpg" alt="Wikingerhaus in Haithabu: Hier arbeitete der Tuchmacher." class="wp-image-13859" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Haithabutuch.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Haithabutuch-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Haithabutuch-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wikingerhaus in Haithabu: Hier arbeitete der Tuchmacher.</figcaption></figure>



<p>Der Spaziergang durchs Dorf macht eindrucksvoll klar, wie die Wikinger lebten, wie sie arbeiteten, wie sie ihre Stadt aufgebaut hatten. Die Häuser reetgedeckt, die Wände aus Lehm, neben fest getrampelten Wegen liegen Holzbohlen hintereinander, um trockenen Fußes gehen zu können. Der Besucher fühlt sich völlig in die Zeit um das Jahr 1000 zurückversetzt. Wären da nicht die großen Militärmaschinen, die vom und zum nahegelegenen Luftwaffenstützpunkt Jagel fliegen.</p>



<p>Ich bin kein eingefleischter Wikinger-Fan, wie ich sie bei meinem <a href="https://www.flickr.com/photos/pyrolim/albums/72177720319010255/with/53872021667" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Besuch bei den Slawentagen in Oldenburg</a> kennengelernt habe. Ich gucke mir das gerne an, und da ich sehr an Geschichte interessiert bin, finde ich frühere Lebensformen immer spannend, egal, aus welcher Epoche. Deshalb <a href="https://pyrolim.de/pyropro/schlossgenuss-meine-lieblingsschloesser/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">besuche ich auch gerne Schlösser</a>. Haithabu war für mich sehr beeindruckend, weil klar wird, wie hoch entwickelt dieses frühe Gemeinwesen war. Jede Epoche hat ihre blühenden Siedlungen hervorgebracht, das Wikingerdorf am Haddebyer Noor ist eine davon. Schön, dass sie so gut dokumentiert ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/haithabu-reise-ins-reich-der-wikinger/">Haithabu &#8211; Reise ins Reich der Wikinger</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Iberger Tropfsteinhöhle &#8211; ein spannender Besuch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Oct 2024 09:35:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="531" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger-hubichsaal.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger-hubichsaal.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger-hubichsaal-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger-hubichsaal-768x510.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Die Iberger Tropfsteinhöhle in Bad Grund im Harz ist ein lohnendes Ausflugsziel. Die Führung ist für Erwachsene ebenso spannend wie für Kinder. Ich habe Höhenangst, aber keine Höhlenangst. Deshalb besuche ich gerne Höhlen, wenn sie auf meinem Weg liegen und ich eine besondere Beziehung dazu habe wie zu den Saalfelder Feengrotten. Oder wenn die Höhlen spannend sind. In der Iberger Tropfsteinhöhle war ich vor etwa 50 Jahren als Kind, konnte mich aber kaum daran erinnern. Deshalb habe ich sie jetzt noch einmal besucht. Das Höhlenerlebniszentrum &#8211; ich weiß nicht, warum die sich wie so viele die blöde Schreibweise HöhlenErlebnisZentrum gegeben haben &#8211; liegt in Bad Grund und beherbergt neben der Höhle noch ein Museum IM Berg und ein Museum AM Berg. Wie wahrscheinlich alle Besucher habe ich zuerst die Höhlenführung angesteuert. Und auf dem Weg zum Sammelplatz geht der Besucher durch einen 180 Meter langen, ansteigenden Stollen. Der ist nicht nur der Weg zur Iberger Tropfsteinhöhle, sondern auch das Museum IM Berg. Rechts und links vom Weg erfährt der Besucher allerhand Wissenswertes über die Iberg, seine Entstehung, die Höhle und die Erdgeschichte. Zeitstrahl über Millionen Jahre Ein 38,5 Meter langer Zeitstrahl zeichnet diese Erdgeschichte vom Devon vor 419 Millionen Jahren bis zum Quartär von 2,59 Millionen Jahren nach. Am Rande des Stollens liegen vier große Steine der vier wichtigsten Steinarten im Oberharz: Diabas, dort mit dem Zusatz Pillowlawa, Tonschiefer, Kalkstein und Grauwacke. Eine Schautafel widmet sich der jüngeren Geschichte, den Todesmärschen: der Großen Harzüberquerung und dem &#8222;Marsch der Gandersheimer&#8220;. Ich komme aus Bad Gandersheim, hatte aber von dem Marsch noch nie gehört. Gut, dass dieses dunkle Kapitel in der Iberger Tropfsteinhöhle erwähnt wird. 120 Stufen in der Tropfsteinhöhle Am Ende des Stollens liegt der Treffpunkt, von dem aus die Führung beginnt. Ein Schild warnt &#8222;Achtung! Deckenhöhe&#8220;. Große Menschen sollten an vielen Stellen den Kopf einziehen. Dann geht es über 60 Stufen rauf und 60 in den Stein geschlagenen Stufen runter durch die Kammern der Höhle. Hinter jeder Biegung, nach jedem Auf- oder Abstieg, tun sich faszinierende Bilder auf. Verstärkt durch die Beleuchtung. Es tropft an vielen Stellen. Stalagmiten und Stalaktiten säumen den Weg. Etliche Stalaktiten sind nicht vollständig, wurden irgendwann abgeschlagen. Die Führerin durch die Höhlen erklärt, warum das so ist. Die hängenden Zapfen galten früher als eine Art Viagra, sollten die Potenz steigern und waren deshalb begehrt. Dazu passt die etwas schlüpfrige Eselsbrücke, mit der man sich merken kann, welches die Stalagmiten und welche die Stalaktiten sind: Ein bekannter Spruch für Erwachsene lautet: Die Mi(e)ten steigen und die Tit(t)en hängen. Von Brückmann und Hübich Daran haben die Bergleute wohl kaum gedacht. Die Höhle soll bereits um 600 vor Christi zum Teil ausgebeutet worden sein. Sie geriet in Vergessenheit. Erst um 1500 entdeckten Bergleute sie erneut. Sie suchten nach Brauneisenerz. Die erste Beschreibung der Tropfsteinhöhle lieferte der Naturforscher Franz Ernst Brückmann 1737. Ihm zu Ehren heißt eine der Kammern der Höhle Brückmannsaal. Eine andere trägt den Namen Hübichsaal. Hier soll der Zwerg Hübich, von dem eine Sage erzählt, schlafen. Und wenn er aufwacht, findet er eine Zwergenküche, eine Zwergenorgel und einen Thron vor, alle geschaffen aus Tropfsteinen. Das begeistert nicht nur die Kinder unter den Besuchern. Der Weg durch die Höhle ist gut zu schaffen, die recht hohen und teils unebenen Steinstufen sind dank Handläufen und mit etwas Vorsicht für jeden zu bewältigen. Die Stein- und Kalkformationen, die Tropfsteine und die vielen Löcher und Abbrüche schaffen immer wieder spannende Ein- und Ausblicke. Anders als die Saalfelder Feengrotten besticht die Iberger Tropfsteinhöhle nicht durch ihre Farben, ist aber dank ihrer Geschichte und ihrer vielfältigen Formen nicht minder attraktiv. Wer auf dem Weg zur Führung nicht genug Zeit für das Museum IM Berg hatte, kann sich auf dem Rückweg die Schautafeln und den Zeitstrahl genauer anschauen. Im Höhlenerlebniszentrum wartet dann noch das Museum AM Berg auf die Besucher. Es erzählt die Geschichte einer Großfamilie, deren Mitglieder vor fast 3000 Jahren in der Lichtensteinhöhle in der Nähe der Iberger Tropfsteinhöhle eine letzte Ruhestätte fanden. Forscher der Universität Göttingen haben anhand der DNA der gefundenen Knochen die Verwandtschaftsbeziehungen rekonstruieren können. Großfamilie von vor 3000 Jahren Die Geschichte dieser Familie, die Art der Bestattung, wissenschaftliche Rekonstruktionen der Gesichter von Vater, Mutter und erwachsener Tochter anhand ihrer Schädel und viele Schaustücke erläutern die Geschichte der Großfamilie und des Fundes ihrer Grabstätte. Es war eine der Sternstunden der europäischen Höhlenarchäologie. Die Forscher haben sogar herausgefunden, dass es noch heute mutmaßliche Nachfahren der Großfamilie in der Region gibt. Das Buch &#8222;Der Nachfahre&#8220;* berichtet davon. Wenn das Smartphone schnattert Das Höheninformationszentrum bietet also einen großen und spannenden Überblick über die verschiedenen Erdzeitalter und das Leben der frühen Menschen in dieser Region. Gerne hätte ich dort fotografiert, doch das ist strengstens verboten. Aus gutem Grund. Die Geräusche der Kamera &#8211; Autofokus und Spiegelauslösung &#8211; stören die Fledermäuse, die dort überwintern oder Regentage überstehen. Und selbst ein Smartphone macht für uns unhörbare Geräusche, die die Tiere aber wahrnehmen, hat mir eine Mitarbeiterin erklärt. Mobiltelefone &#8222;schnattern&#8220;. Das sei mit einem Detektor für das menschliche Ohr unhörbare Töne festgestellt worden. Diese Geräusche störten die empfindlichen Fledermausohren so sehr, dass sie aufwachen und verhungern. Die Fotos in diesem Beitrag sind mir vom Höhlenerlebniszentrum zur Verfügung gestellt worden. *Amazon-Link</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/iberger-tropfsteinhoehle-ein-spannender-besuch/">Iberger Tropfsteinhöhle &#8211; ein spannender Besuch</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="531" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger-hubichsaal.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger-hubichsaal.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger-hubichsaal-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger-hubichsaal-768x510.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Die Iberger Tropfsteinhöhle in Bad Grund im Harz ist ein lohnendes Ausflugsziel. Die Führung ist für Erwachsene ebenso spannend wie für Kinder.</p>



<span id="more-13830"></span>



<p>Ich habe Höhenangst, aber keine Höhlenangst. Deshalb besuche ich gerne Höhlen, wenn sie auf meinem Weg liegen und ich eine besondere Beziehung dazu habe wie zu den Saalfelder Feengrotten. Oder wenn die Höhlen spannend sind. In der Iberger Tropfsteinhöhle war ich vor etwa 50 Jahren als Kind, konnte mich aber kaum daran erinnern. Deshalb habe ich sie jetzt noch einmal besucht.</p>



<p>Das <a href="https://www.hoehlen-erlebnis-zentrum.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Höhlenerlebniszentrum</a> &#8211; ich weiß nicht, warum die sich wie so viele <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/binnenmajuskeln-der-wahn-greift-immer-mehr-um-sich/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die blöde Schreibweise</a> HöhlenErlebnisZentrum gegeben haben &#8211; liegt in Bad Grund und beherbergt neben der Höhle noch ein Museum IM Berg und ein Museum AM Berg. Wie wahrscheinlich alle Besucher habe ich zuerst die Höhlenführung angesteuert. Und auf dem Weg zum Sammelplatz geht der Besucher durch einen 180 Meter langen, ansteigenden Stollen. Der ist nicht nur der Weg zur Iberger Tropfsteinhöhle, sondern auch das Museum IM Berg. Rechts und links vom Weg erfährt der Besucher allerhand Wissenswertes über die Iberg, seine Entstehung, die Höhle und die Erdgeschichte.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberg.jpg" alt="Das Höhlenerlebniszentrum mit der Iberger Tropfsteinhöhle in Bad Grund." class="wp-image-13834" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberg.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberg-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberg-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Höhlenerlebniszentrum mit der Iberger Tropfsteinhöhle in Bad Grund.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Zeitstrahl über Millionen Jahre</h2>



<p>Ein 38,5 Meter langer Zeitstrahl zeichnet diese Erdgeschichte vom Devon vor 419 Millionen Jahren bis zum Quartär von 2,59 Millionen Jahren nach. Am Rande des Stollens liegen vier große Steine der vier wichtigsten Steinarten im Oberharz: <a href="http://www.chemikus.de/litholexikon/diabas.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Diabas</a>, dort mit dem Zusatz Pillowlawa, Tonschiefer, Kalkstein und Grauwacke. Eine Schautafel widmet sich der jüngeren Geschichte, den Todesmärschen: der <a href="https://www.karstwanderweg.de/publika/harz_kur/beilage/2000/vladi/56/index.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Großen Harzüberquerung</a> und dem <a href="http://www.erinnernsuedniedersachsen.de/gedenkorte-todesmarsch.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Marsch der Gandersheimer&#8220;</a>. Ich komme aus <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/fremde-heimat-besuch-in-einer-sterbenden-kleinstadt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bad Gandersheim</a>, hatte aber von dem Marsch noch nie gehört. Gut, dass dieses dunkle Kapitel in der Iberger Tropfsteinhöhle erwähnt wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">120 Stufen in der Tropfsteinhöhle</h2>



<p>Am Ende des Stollens liegt der Treffpunkt, von dem aus die Führung beginnt. Ein Schild warnt &#8222;Achtung! Deckenhöhe&#8220;. Große Menschen sollten an vielen Stellen den Kopf einziehen. Dann geht es über 60 Stufen rauf und 60 in den Stein geschlagenen Stufen runter durch die Kammern der Höhle. Hinter jeder Biegung, nach jedem Auf- oder Abstieg, tun sich faszinierende Bilder auf. Verstärkt durch die Beleuchtung. Es tropft an vielen Stellen. Stalagmiten und Stalaktiten säumen den Weg. Etliche Stalaktiten sind nicht vollständig, wurden irgendwann abgeschlagen.</p>



<p>Die Führerin durch die Höhlen erklärt, warum das so ist. Die hängenden Zapfen galten früher als eine Art Viagra, sollten die Potenz steigern und waren deshalb begehrt. Dazu passt die etwas schlüpfrige Eselsbrücke, mit der man sich merken kann, welches die Stalagmiten und welche die Stalaktiten sind: Ein bekannter Spruch für Erwachsene lautet: Die Mi(e)ten steigen und die Tit(t)en hängen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von Brückmann und Hübich</h2>



<p>Daran haben die Bergleute wohl kaum gedacht. Die Höhle soll bereits um 600 vor Christi zum Teil ausgebeutet worden sein. Sie geriet in Vergessenheit. Erst um 1500 entdeckten Bergleute sie erneut. Sie suchten nach Brauneisenerz. Die erste Beschreibung der Tropfsteinhöhle lieferte der Naturforscher Franz Ernst Brückmann 1737. Ihm zu Ehren heißt eine der Kammern der Höhle Brückmannsaal. Eine andere trägt den Namen Hübichsaal. Hier soll der Zwerg Hübich, <a href="https://harzwelten.online/sagen/der-zwergenkoenig-huebich/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">von dem eine Sage erzählt</a>, schlafen. Und wenn er aufwacht, findet er eine Zwergenküche, eine Zwergenorgel und einen Thron vor, alle geschaffen aus Tropfsteinen. Das begeistert nicht nur die Kinder unter den Besuchern.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1205" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger_tropfsteinhoehle_blick_wasserfall_richtung_brueckmannsaal.jpg" alt="Blick in den Brückmannsaal in der Iberger Tropfsteinhöhle. Foto: Günter Jentsch/Bildrechte: HEZ" class="wp-image-13835" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger_tropfsteinhoehle_blick_wasserfall_richtung_brueckmannsaal.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger_tropfsteinhoehle_blick_wasserfall_richtung_brueckmannsaal-100x150.jpg 100w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger_tropfsteinhoehle_blick_wasserfall_richtung_brueckmannsaal-768x1157.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blick in den Brückmannsaal in der Iberger Tropfsteinhöhle. Foto: Günter Jentsch/Bildrechte: HEZ</figcaption></figure>



<p>Der Weg durch die Höhle ist gut zu schaffen, die recht hohen und teils unebenen Steinstufen sind dank Handläufen und mit etwas Vorsicht für jeden zu bewältigen. Die Stein- und Kalkformationen, die Tropfsteine und die vielen Löcher und Abbrüche schaffen immer wieder spannende Ein- und Ausblicke. Anders als die <a href="https://pyrolim.de/pyropro/feengrotten-eine-unterirdische-zauberwelt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Saalfelder Feengrotten</a> besticht die Iberger Tropfsteinhöhle nicht durch ihre Farben, ist aber dank ihrer Geschichte und ihrer vielfältigen Formen nicht minder attraktiv.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger-hubichsaal.jpg" alt="Hübichsaal in der Iberger Tropfsteinhöhle mit dem Zwergenthron (links)." class="wp-image-13836" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger-hubichsaal.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger-hubichsaal-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/iberger-hubichsaal-768x510.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blick in den Hübichsaal mit dem Zwergenthron (links). Foto: Günter Jentsch/Bildrechte: HEZ</figcaption></figure>



<p>Wer auf dem Weg zur Führung nicht genug Zeit für das Museum IM Berg hatte, kann sich auf dem Rückweg die Schautafeln und den Zeitstrahl genauer anschauen. Im Höhlenerlebniszentrum wartet dann noch das Museum AM Berg auf die Besucher. Es erzählt die Geschichte einer Großfamilie, deren Mitglieder vor fast 3000 Jahren in der Lichtensteinhöhle in der Nähe der Iberger Tropfsteinhöhle eine letzte Ruhestätte fanden. Forscher der Universität Göttingen haben anhand der DNA der gefundenen Knochen die Verwandtschaftsbeziehungen rekonstruieren können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Großfamilie von vor 3000 Jahren</h2>



<p>Die Geschichte dieser Familie, die Art der Bestattung, wissenschaftliche Rekonstruktionen der Gesichter von Vater, Mutter und erwachsener Tochter anhand ihrer Schädel und viele Schaustücke erläutern die Geschichte der Großfamilie und des Fundes ihrer Grabstätte. Es war eine der Sternstunden der europäischen Höhlenarchäologie. Die Forscher haben sogar herausgefunden, dass es noch heute mutmaßliche Nachfahren der Großfamilie in der Region gibt. Das Buch <a href="https://amzn.to/3Bxu7dE" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Der Nachfahre&#8220;</a>* berichtet davon.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn das Smartphone schnattert</h2>



<p>Das Höheninformationszentrum bietet also einen großen und spannenden Überblick über die verschiedenen Erdzeitalter und das Leben der frühen Menschen in dieser Region. Gerne hätte ich dort fotografiert, doch das ist strengstens verboten. Aus gutem Grund. Die Geräusche der Kamera &#8211; Autofokus und Spiegelauslösung &#8211; stören die Fledermäuse, die dort überwintern oder Regentage überstehen. Und selbst ein Smartphone macht für uns unhörbare Geräusche, die die Tiere aber wahrnehmen, hat mir eine Mitarbeiterin erklärt. Mobiltelefone &#8222;schnattern&#8220;. Das sei mit einem Detektor für das menschliche Ohr unhörbare Töne festgestellt worden. Diese Geräusche störten die empfindlichen Fledermausohren so sehr, dass sie aufwachen und verhungern.</p>



<p>Die Fotos in diesem Beitrag sind mir vom Höhlenerlebniszentrum zur Verfügung gestellt worden.</p>



<p><em>*Amazon-Link</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/iberger-tropfsteinhoehle-ein-spannender-besuch/">Iberger Tropfsteinhöhle &#8211; ein spannender Besuch</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Kunst gucken in der Hamburger Kunsthalle</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/kunst-gucken-in-der-hamburger-kunsthalle/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jul 2024 09:06:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Museum]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Blick in die Hamburger Kunsthalle." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Was tun, wenn es draußen drückend heiß ist? Ins Museum gehen. Ich habe meinen Plan umgesetzt, mich nochmal genauer in der Hamburger Kunsthalle umzusehen. Kunst gucken bei Hitze lohnt sich. Der Sonntag, 21. Juli 2024, war der weltweit heißeste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. Zwar ist der norddeutsche Sommer dieses Jahr eher durchwachsen, aber selbst hier war es am Sonntag sehr heiß. Da ist ein Museum gerade der richtige Ort, um es etwas kühler zu haben. Schließlich sind Museen klimatisiert, die Ölfarbe soll ja nicht zu weich werden und herunterlaufen (zugegeben, das ist eine Laienansicht). Und da ich mir nach der Kaspar-David-Friedrich-Ausstellung sowieso vorgenommen hatte, die Kunsthalle nochmal zu besuchen, war die Hitze ein guter Anlass. Berühmte Werke der Kunst Was mir gar nicht so klar war: Das Museum beherbergt eine große Anzahl weltberühmter Gemälde. Da ist nicht nur der &#8222;Wanderer über dem Nebelmeer&#8220; von Caspar David Friedrich, der für die Haamburger Ausstellung gar nicht ausgeliehen werden musste, weil er zum Bestand gehört. Zu den herausragenden Werken im Museum zählt unter anderem das berühmte Luther-Porträt von Lucas Cranach d. Ä., der &#8222;Morgendliche Ausritt im Bois de Boulogne&#8220; von Pierre-August Renoir, das Porträt des Kunsthändles Clovis Sagot von Pablo Picasso oder der &#8222;Arabische Friedhof&#8220; von Wassily Kandinsky. Besonders gut gefallen hat mir die Zusammenstellung von niederländischen Kirchenbildern des 17. Jahrhunderts, als Beispiel sei die &#8222;Oude Kerk in Amsterdam&#8220; von Emanuel de Witte genannt. Weitere Favoriten waren für mich der Tischler bei der Arbeit von Julius Wohlers (der leider noch nicht in der Sammlung Online zur Verfügung steht) und &#8222;Charlotte Corinth am Frisiertisch&#8220; von Lovis Corinth. An diesem Bild hat mich der bewegte Pinselstrich faszinierte, die zarten Farben und die Tatsache, dass das Bild aus der Nähe betrachtet genauso faszinierend ist wie wenn man etwas zurücktritt. Ein fantastisches Werk, dessen Darstellung im Internet bei weitem nicht an die Betrachtung des Originals herankommt. Das Original übertrifft jede Abbildung Das ist eben der Unterschied zwischen Original und Abbildung. Natürlich kann ich heute fast alle Gemälde weltweit auf Papier oder Online betrachten. Aber das ist eben nicht dasselbe, als davor zu stehen und es auf sich wirken zu lassen. Nirgends wird das deutlicher als bei den Impressionisten. Bei anderen Werken ist es die schiere Größe des Originals, die den besonderen Eindruck ergibt. Mit solcher schierer Größe beginnt der Rundgang in der Hamburger Kunsthalle, jedenfalls im Altbau. Mittelpunkt ist der Makart-Saal, in dem das 50 Quadratmeter große Bild „Der Einzug Karl V. in Antwerpen“ von Hans Makart (1840-1884) hängt, inmitten von &#8211; ja, das kann man so sagen &#8211; Ölschinken der Historienmalerei. Von dort geht es chronologisch weiter, beginnend mit dem Mittelalter bis hin zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Viele Räume sind thematisch gestaltet, wie etwa die bereits erwähnten niederländischen Kirchenbilder. In den Sälen hängen die Bilder vor einem blauen Hintergrund, in den kleineren Räumen vor helleren Wänden. Das Blau hebt die Bilder besonders hervor, ich mag es sehr. Wie überall in der bildenden Kunst, vor allem in der früherer Jahrhunderte, sind auch die Werke in der Hamburger Kunsthalle überwiegend von Männern gemalt worden. Eine der wenigen dort vertretenen Künstlerinnen ist Anita Reé. Die Kunsthalle zeigt einige Selbstporträts von ihr, insgesamt ist die Künstlerin mit 24 Werken vertreten. Von den Nazis diffamiert und ausgeschlossen, nahm sie sich 1933 das Leben. Reé ist auch Teil der queeren Angebote der Kunsthallen-Angebote zur Pride-Week. Solche Angebote gehören offenbar heute zum guten Ton von öffentlichen Einrichtungen. Ebenso Fragen wie die, die unter dem riesigen Markat-Schinken gestellt werden: &#8222;Finden Sie das Gemälde provokativ? Finden Sie es sexistisch?&#8220;. Mit Nummern von Raum zu Raum Sicher ist manches Werk aus heutiger Sicht sexistisch. Ich kann das ausblenden, während ich die Kunst an sich bewundere. Ich habe mich also in der Kunsthalle vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhunderte vorgearbeitet. Eine wunderbare Sammlung. Etwas verwirrend ist allerdings der Rundgang, der sich nicht immer auf den ersten Blick erschließt. Am Ende hat es sich als hilfreicher erwiesen, die Saal- und Raumnummern als Anhaltspunkt zu nehmen. Sie sind auf die Türrahmen geschrieben, und so konnte ich mich von Raum zu Raum hangeln. Zwischendurch fehlten nämlich die Hinweise auf den Rundgang oder waren verwirrend. Insgesamt war es ein wunderbarer Tag mit viel Kunst bei erträglichen Temperaturen. So ein Museumsbesuch ist zu fast jeder Jahreszeit gut. Im Sommer, um es kühler zu haben, im Winter, um dem norddeutschen Schietwetter zu entgehen. Was mich außerdem gefreut hat. Das Museum war nicht nur gut besucht, es waren auch viele junge Leute da. Klassische Kunst ist offenbar etwas für jedes Alter und nicht, wie vielfach vermutet, nur für die Älteren unter uns.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/kunst-gucken-in-der-hamburger-kunsthalle/">Kunst gucken in der Hamburger Kunsthalle</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Blick in die Hamburger Kunsthalle." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Was tun, wenn es draußen drückend heiß ist? Ins Museum gehen. Ich habe meinen Plan umgesetzt, mich nochmal genauer in der Hamburger Kunsthalle umzusehen. Kunst gucken bei Hitze lohnt sich.</p>



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<p>Der Sonntag, 21. Juli 2024, war der<a href="https://www.rnd.de/wissen/klimawandel-21-juli-war-weltweit-heissester-tag-seit-beginn-der-aufzeichnungen-QURYI3FSDVFQBPTKKJW3OTAYWQ.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> weltweit heißeste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen</a>. Zwar ist der norddeutsche Sommer dieses Jahr eher durchwachsen, aber selbst hier war es am Sonntag sehr heiß. Da ist ein Museum gerade der richtige Ort, um es etwas kühler zu haben. Schließlich sind Museen klimatisiert, die Ölfarbe soll ja nicht zu weich werden und herunterlaufen (zugegeben, das ist eine Laienansicht). Und da ich mir <a href="https://pyrolim.de/pyropro/caspar-david-friedrich-in-hamburg-rueckenansicht-mit-rueckenansicht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nach der Kaspar-David-Friedrich-Ausstellung</a> sowieso vorgenommen hatte, die Kunsthalle nochmal zu besuchen, war die Hitze ein guter Anlass.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Berühmte Werke der Kunst</h2>



<p>Was mir gar nicht so klar war: Das Museum beherbergt eine große Anzahl weltberühmter Gemälde. Da ist nicht nur der <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/en/objekt/HK-5161" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Wanderer über dem Nebelmeer&#8220; </a>von Caspar David Friedrich, der für die Haamburger Ausstellung gar nicht ausgeliehen werden musste, weil er zum Bestand gehört. Zu den herausragenden Werken im Museum zählt unter anderem das <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-119/martin-luther?term=&amp;filter%5Bobj_actuallocation_s%5D%5B0%5D=Alte%20Meister&amp;context=default&amp;position=10" target="_blank" rel="noreferrer noopener">berühmte Luther-Porträt</a> von Lucas Cranach d. Ä., der <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-1567/morgendlicher-ausritt-im-bois-de-boulogne?term=&amp;filter%5Bobj_actuallocation_s%5D%5B0%5D=19.%20Jahrhundert&amp;start=60&amp;context=default&amp;position=67" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Morgendliche Ausritt im Bois de Boulogne&#8220;</a> von Pierre-August Renoir, das <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-2986/der-kunsthaendler-clovis-sagot?term=&amp;filter%5Bobj_actuallocation_s%5D%5B0%5D=Klassische%20Moderne&amp;filter%5Bfacet_obj_artistName%5D%5B0%5D=Pablo%20Picasso&amp;context=default&amp;position=0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Porträt des Kunsthändles Clovis Sagot von Pablo Picasso</a> oder der <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-2962/arabischer-friedhof?term=&amp;filter%5Bhighlight%5D%5B0%5D=Meisterwerke&amp;start=80&amp;context=default&amp;position=90" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Arabische Friedhof&#8220; von Wassily Kandinsky</a>. </p>



<p>Besonders gut gefallen hat mir die Zusammenstellung von niederländischen Kirchenbildern des 17. Jahrhunderts, als Beispiel sei<a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-202/die-oude-kerk-in-amsterdam?term=&amp;filter%5Bhighlight%5D%5B0%5D=Meisterwerke&amp;start=20&amp;context=default&amp;position=29" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> die &#8222;Oude Kerk in Amsterdam&#8220; von Emanuel de Witte</a> genannt. Weitere Favoriten waren für mich der Tischler bei der Arbeit von Julius Wohlers (der leider noch nicht in der <a href="https://www.hamburger-kunsthalle.de/sammlung-online" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sammlung Online</a> zur Verfügung steht) und <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-1857/charlotte-corinth-am-frisiertisch?term=Corinth&amp;context=default&amp;position=2" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Charlotte Corinth am Frisiertisch&#8220;</a> von Lovis Corinth. An diesem Bild hat mich der bewegte Pinselstrich faszinierte, die zarten Farben und die Tatsache, dass das Bild aus der Nähe betrachtet genauso faszinierend ist wie wenn man etwas zurücktritt. Ein fantastisches Werk, dessen Darstellung im Internet bei weitem nicht an die Betrachtung des Originals herankommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Original übertrifft jede Abbildung</h2>



<p>Das ist eben der Unterschied zwischen Original und Abbildung. Natürlich kann ich heute fast alle Gemälde weltweit auf Papier oder Online betrachten. Aber das ist eben nicht dasselbe, als davor zu stehen und es auf sich wirken zu lassen. Nirgends wird das deutlicher als bei den Impressionisten. Bei anderen Werken ist es die schiere Größe des Originals, die den besonderen Eindruck ergibt.</p>



<p>Mit solcher schierer Größe beginnt der Rundgang in der Hamburger Kunsthalle, jedenfalls im <a href="https://pyrolim.de/pyropro/hamburger-kunsthalle-ein-museum-drei-gebaeude/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Altbau</a>. Mittelpunkt ist der Makart-Saal, in dem das 50 Quadratmeter große Bild „Der Einzug Karl V. in Antwerpen“ von Hans Makart (1840-1884) hängt, inmitten von &#8211; ja, das kann man so sagen &#8211; Ölschinken der Historienmalerei. Von dort geht es chronologisch weiter, beginnend mit dem Mittelalter bis hin zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Viele Räume sind thematisch gestaltet, wie etwa die bereits erwähnten niederländischen Kirchenbilder. In den Sälen hängen die Bilder vor einem blauen Hintergrund, in den kleineren Räumen vor helleren Wänden. Das Blau hebt die Bilder besonders hervor, ich mag es sehr.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunst1.jpg" alt="Kunst vor blauem Hintergrund in der Kunsthalle Hamburg: Die Netzflickerinnen von Max Liebermann." class="wp-image-13687" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunst1.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunst1-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunst1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kunst vor blauem Hintergrund in der Kunsthalle Hamburg: Die Netzflickerinnen von Max Liebermann.</figcaption></figure>



<p>Wie überall in der bildenden Kunst, vor allem in der früherer Jahrhunderte, sind auch die Werke in der Hamburger Kunsthalle überwiegend von Männern gemalt worden. Eine der wenigen dort vertretenen Künstlerinnen ist <a href="https://www.flaneurin.at/wiederentdeckt-die-malerin-anita-ree/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Anita Reé</a>. Die Kunsthalle zeigt <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-2543/selbstbildnis?term=Anita&amp;context=default&amp;position=10" target="_blank" rel="noreferrer noopener">einige Selbstporträts von ihr</a>, insgesamt ist die Künstlerin mit 24 Werken vertreten. Von den Nazis diffamiert und ausgeschlossen, nahm sie sich 1933 das Leben. Reé ist auch <a href="https://www.hamburger-kunsthalle.de/queere-angebote" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Teil der queeren Angebote der Kunsthallen-Angebote zur Pride-Week</a>. Solche Angebote gehören offenbar heute zum guten Ton von öffentlichen Einrichtungen. Ebenso Fragen wie die, die unter dem riesigen Markat-Schinken gestellt werden: &#8222;Finden Sie das Gemälde provokativ? Finden Sie es sexistisch?&#8220;.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mit Nummern von Raum zu Raum</h2>



<p>Sicher ist manches Werk aus heutiger Sicht sexistisch. Ich kann das ausblenden, während ich die Kunst an sich bewundere. Ich habe mich also in der Kunsthalle vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhunderte vorgearbeitet. Eine wunderbare Sammlung. Etwas verwirrend ist allerdings der Rundgang, der sich nicht immer auf den ersten Blick erschließt. Am Ende hat es sich als hilfreicher erwiesen, die Saal- und Raumnummern als Anhaltspunkt zu nehmen. Sie sind auf die Türrahmen geschrieben, und so konnte ich mich von Raum zu Raum hangeln. Zwischendurch fehlten nämlich die Hinweise auf den Rundgang oder waren verwirrend.</p>



<p>Insgesamt war es ein wunderbarer Tag mit viel Kunst bei erträglichen Temperaturen. So ein Museumsbesuch ist zu fast jeder Jahreszeit gut. Im Sommer, um es kühler zu haben, im Winter, um dem norddeutschen Schietwetter zu entgehen. Was mich außerdem gefreut hat. Das Museum war nicht nur gut besucht, es waren auch viele junge Leute da. Klassische Kunst ist offenbar etwas für jedes Alter und nicht, wie vielfach vermutet, nur für die Älteren unter uns.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/kunst-gucken-in-der-hamburger-kunsthalle/">Kunst gucken in der Hamburger Kunsthalle</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Freilichtmuseum Molfsee: Reise durch Schleswig-Holstein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jul 2024 17:40:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Ausflugstipp]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Schmielau-Titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Hof Schmielau im Freilichtmuseum Molfsee mit Bauerngarten." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Schmielau-Titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Schmielau-Titel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Schmielau-Titel-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Schmielau-Titel-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Mehr als 70 historische Gebäude auf 40 Hektar Freifläche: Das ist das Freilichtmuseum Molfsee. Seit drei Jahren ergänzt durch ein Museum der Alltagsgeschichte, ermöglicht es in einigen Stunden einen Streifzug durch die bäuerliche Geschichte Schleswig-Holsteins. Ich war schon einmal im Freilichtmuseum in Molfsee, das ist aber Jahrzehnte her. Zeit also, es noch einmal zu besuchen, zumal sich dort viel getan hat. Seit der Eröffnung 1965 sind immer wieder neue Gebäude hinzugekommen. Abgebaut an ihren ursprünglichen Standorten, Stück für Stück nummeriert, eingepackt und in Molfsee wieder aufgebaut, haben sie das Museum nach und nach immer mehr erweitert. Heute stehen auf dem Gelände mehr als 70 Bauernhäuser, Katen, Scheunen, Schuppen, drei Windmühlen, eine Wassermühle, aber auch Ziehbrunnen und ein Vierrutenbarg, eine viereckige offene Scheune, deren Dach hoch- und heruntergefahren werden kann. Reise durch die Landschaften Schleswig-Holsteins Die Häuser sind nach Regionen angeordnet. Los geht es mit Lauenburg und Holstein über Dithmarschen, die Elbmarschen, Fehmarn, Eiderstedt, Nordfriesland, weiter nach Angeln und über Stapelholm zurück. Eingebettet sind die Häuser und Katen in die hügelige Landschaft südlich von Kiel und in ein Gelände mit zwei großen Teichen. Besucher haben die Möglichkeit, über eine kleine Runde einen Teil der Häuser oder über die große Runde alle zu sehen. Dafür braucht man Zeit. Denn das Prinzip des Museums ist es, die Häuser nicht nur von außen zu zeigen. Sie sind offen zur Besichtigung und innen ausgestattet mit den passenden Möbeln aus der Zeit, als sie erbaut wurden. Ergänzt wird das Innere durch landwirtschaftliche Geräte, und im Haubarg aus Witzwort stehen sogar lebensgroße Kühe und Pferde aus Plastik (denen aber inzwischen das eine oder andere Ohr oder Horn fehlt). Leider ist ein erklecklicher Teil der Häuser zurzeit nicht zugänglich, da sie restauriert werden. An 28 der historischen Gebäude wird gerade gebaut, dafür investiert das Museum sechs Millionen Euro. Die Arbeiten werden in einem Bautagebuch für die Öffentlichkeit dokumentiert. Etliche Dächer, davon viele Reetdächer werden erneuert, Farbanstriche aufgearbeitet, und es wird etwas für die Barrierefreiheit getan. Auch ohne die gesperrten Häuser gibt es genug zu sehen. Und der Besucher lernt und sieht eindrücklich, wie unterschiedlich das bäuerliche Leben in Schleswig-Holstein &#8211; und vermutlich nicht nur dort &#8211; im 18. und 19. Jahrhundert war. Es reicht vom Leben in ärmlichen Katen über das in ganz normalen Bauernhäusern bis zu Anwesen, die den Reichtum und die Kultiviertheit der Bewohner dokumentieren. Die Bauformen reichen von den in Schleswig-Holstein vielerorts üblichen Hallenhäusern mit Wohnräumen vorne und großer Diele mit seitwärts angeordneten Viehställen hinten bis zum Dreiseithof, zum Vierseithof und zum Haubarg. Nur eine Feldscheune habe ich nicht entdecken können. Wunderschöne Bauerngärten und ein Rosengarten Besonders lohnend ist ein Besuch im Freilichtmuseum Molfsee gerade jetzt im Sommer, wenn alles grünt und blüht. Denn zu den Bauernhäusern gehören oft üppig angelegte Bauerngärten, nicht nur für den Gemüseanbau, sondern auch mit vielen Blumen. Häufig aufgeteilt durch niedrige Buchsbaumhecken. Wie sehr sich manche Bewohner den Luxus eines besonderen Gartens leisten konnten, zeigt der Rosengarten mit Gartenhaus des Wassermüllers aus Rurup. Gartenhäuschen wie dieses, erklärt eine Tafel, seien für die Landbevölkerung kaum erschwinglich gewesen. Wer müde Füße, Hunger und Durst bekommt, dem empfehle ich ein Päuschen am Kiosk am historischen Jahrmarkt. Dort vergnügte sich bei meinem Besuch gerade eine Kindergartengruppe mit Hau-den-Lukas und auf der Schiffsschaukel. Ein großer Spaß für die Kinder, ebenso wie die Mitmachstationen. Dort dürfen die Besucher alte Spiele ausprobieren, etwas das Stelzenlaufen, oder Wäsche waschen wie damals. Daran hatten, wie ich beobachten konnte, die Kinder ebenso viel Spaß wie an den Tieren auf dem Gelände: Schweine, Schafe, Ziegen, Enten. Sogar frei laufende Pfauen stolzieren herum. Einblick in den Alltag im Norden Am Ende &#8211; oder am Anfang, je nach Präferenz &#8211; wartet die 2021 eröffnete Ausstellung im Jahr100Haus auf die Besucher. Die Dauerausstellung dokumentiert die Alltagskultur in Schleswig-Holstein in den vergangenen 100 Jahren. Da ist vieles dabei, was ich noch aus meiner Kindheit und Jugend kenne. So ist etwa genau der Föhn ausgestellt, den meine Mutter Jahrzehnte lang benutzte. Oder der erste Apple-Computer, so wie ich ihn damals mal bei jemandem gesehen habe. Zum Alltagsleben gehörte auch ein Poesiealbum, ausgestellt ist eines von 1928. Es sind aber auch besondere Objekte dabei. Etwa die Pistole, mit der Marianne Bachmeier im Gerichtssaal den Mörder ihrer Tochter erschoss. Oder &#8211; mein Lieblingsobjekt &#8211; eine Sprottenkistennagelmaschine. Kannte ich noch nicht, ebenso wie das Schuhdurchleuchtungsgerät. Mit dem wurde im Schuhgeschäft festgestellt, ob der Schuh zum Fuß passt. Eines der ungewöhnlichen Objekte, die mir in Erinnerung geblieben sind, ist die Fackel, mit der bei den Segelwettbewerben 1972 das olympische Feuer in Kiel-Schilksee entzündet wurde. Das Freilichtmuseum erfordert viel Zeit Wer das Freilichtmuseum Molfsee besuchen möchte, sollte sich viel Zeit dafür nehmen. Ich habe für den großen Rundgang einschließlich Pause gut drei Stunden gebraucht und noch einmal eine Stunde für die Dauerausstellung. Wer nicht ganz so gut zu Fuß ist, kann die Museumsbahn nehmen. Alle Infos zum Besuch gibt es gebündelt hier. Da ich in diesem Beitrag nicht alle meiner besten Fotos &#8211; es waren natürlich noch viel mehr Bilder &#8211; unterbringen kann, habe ich sie hier zusammengefasst.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/freilichtmuseum-molfsee-reise-durch-schleswig-holstein/">Freilichtmuseum Molfsee: Reise durch Schleswig-Holstein</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Schmielau-Titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Hof Schmielau im Freilichtmuseum Molfsee mit Bauerngarten." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Schmielau-Titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Schmielau-Titel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Schmielau-Titel-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Schmielau-Titel-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Mehr als 70 historische Gebäude auf 40 Hektar Freifläche: Das ist das Freilichtmuseum Molfsee. Seit drei Jahren ergänzt durch ein Museum der Alltagsgeschichte, ermöglicht es in einigen Stunden einen Streifzug durch die bäuerliche Geschichte Schleswig-Holsteins.</p>



<span id="more-13659"></span>



<p>Ich war schon einmal im Freilichtmuseum in Molfsee, das ist aber Jahrzehnte her. Zeit also, es noch einmal zu besuchen, zumal sich dort viel getan hat. Seit der Eröffnung 1965 sind immer wieder neue Gebäude hinzugekommen. Abgebaut an ihren ursprünglichen Standorten, Stück für Stück nummeriert, eingepackt und in Molfsee wieder aufgebaut, haben sie das Museum nach und nach immer mehr erweitert. Heute stehen auf dem Gelände mehr als 70 Bauernhäuser, Katen, Scheunen, Schuppen, drei Windmühlen, eine Wassermühle, aber auch Ziehbrunnen und ein <a href="https://www.chronik-spo.de/historische-insel/vierrutenbarg/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vierrutenbarg</a>, eine viereckige offene Scheune, deren Dach hoch- und heruntergefahren werden kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reise durch die Landschaften Schleswig-Holsteins</h2>



<p>Die Häuser sind nach Regionen angeordnet. Los geht es mit Lauenburg und Holstein über Dithmarschen, die Elbmarschen, Fehmarn, Eiderstedt, Nordfriesland, weiter nach Angeln und über Stapelholm zurück. Eingebettet sind die Häuser und Katen in die hügelige Landschaft südlich von Kiel und in ein Gelände mit zwei großen Teichen. Besucher haben die Möglichkeit, über eine kleine Runde einen Teil der Häuser oder über die große Runde alle zu sehen. Dafür braucht man Zeit. </p>



<p>Denn das Prinzip des Museums ist es, die Häuser nicht nur von außen zu zeigen. Sie sind offen zur Besichtigung und innen ausgestattet mit den passenden Möbeln aus der Zeit, als sie erbaut wurden. Ergänzt wird das Innere durch landwirtschaftliche Geräte, und im Haubarg aus Witzwort stehen sogar lebensgroße Kühe und Pferde aus Plastik (denen aber inzwischen das eine oder andere Ohr oder Horn fehlt). </p>



<p>Leider ist ein erklecklicher Teil der Häuser zurzeit nicht zugänglich, da sie restauriert werden. An 28 der historischen Gebäude wird gerade gebaut, dafür investiert das Museum sechs Millionen Euro. Die Arbeiten werden <a href="https://freilichtmuseum-sh.de/de/bautagebuch-molfsee" target="_blank" rel="noreferrer noopener">in einem Bautagebuch</a> für die Öffentlichkeit dokumentiert. Etliche Dächer, davon viele Reetdächer werden erneuert, Farbanstriche aufgearbeitet, und es wird etwas für die Barrierefreiheit getan.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-renovieren2024-10.jpg" alt="Im Freilichtmuseum Molfsee wird gerade an etlichen Häusern gearbeitet." class="wp-image-13666" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-renovieren2024-10.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-renovieren2024-10-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-renovieren2024-10-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-renovieren2024-10-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Freilichtmuseum Molfsee wird gerade an etlichen Häusern gearbeitet.</figcaption></figure>



<p>Auch ohne die gesperrten Häuser gibt es genug zu sehen. Und der Besucher lernt und sieht eindrücklich, wie unterschiedlich das bäuerliche Leben in Schleswig-Holstein &#8211; und vermutlich nicht nur dort &#8211; im 18. und 19. Jahrhundert war. Es reicht vom Leben in ärmlichen Katen über das in ganz normalen Bauernhäusern bis zu Anwesen, die den Reichtum und die Kultiviertheit der Bewohner dokumentieren. Die Bauformen reichen von den in Schleswig-Holstein vielerorts üblichen Hallenhäusern mit Wohnräumen vorne und großer Diele mit seitwärts angeordneten Viehställen hinten bis zum Dreiseithof, zum Vierseithof und zum <a href="https://pyrolim.de/pyropro/tagesausflug-an-die-westkueste/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Haubarg</a>. Nur eine <a href="https://pyrolim.de/fru-oettenpoetter/fru-oettenpoetter-vertellt-feldscheunen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Feldscheune</a> habe ich nicht entdecken können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wunderschöne Bauerngärten und ein Rosengarten</h2>



<p>Besonders lohnend ist ein Besuch im Freilichtmuseum Molfsee gerade jetzt im Sommer, wenn alles grünt und blüht. Denn zu den Bauernhäusern gehören oft üppig angelegte Bauerngärten, nicht nur für den Gemüseanbau, sondern auch mit vielen Blumen. Häufig aufgeteilt durch niedrige Buchsbaumhecken. Wie sehr sich manche Bewohner den Luxus eines besonderen Gartens leisten konnten, zeigt der Rosengarten mit Gartenhaus des Wassermüllers aus Rurup. Gartenhäuschen wie dieses, erklärt eine Tafel, seien für die Landbevölkerung kaum erschwinglich gewesen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2q3KtG8"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/53852370939_ff35ae1eec_c.jpg" alt="Laube im Rosengarten" width="800" height="547" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Impression vom Rosengarten mit Gartenhäuschen aus Rurup.</figcaption></figure>



<p>Wer müde Füße, Hunger und Durst bekommt, dem empfehle ich ein Päuschen am Kiosk am historischen Jahrmarkt. Dort vergnügte sich bei meinem Besuch gerade eine Kindergartengruppe mit Hau-den-Lukas und auf der Schiffsschaukel. Ein großer Spaß für die Kinder, ebenso wie die Mitmachstationen. Dort dürfen die Besucher alte Spiele ausprobieren, etwas das Stelzenlaufen, oder Wäsche waschen wie damals. Daran hatten, wie ich beobachten konnte, die Kinder ebenso viel Spaß wie an den Tieren auf dem Gelände: Schweine, Schafe, Ziegen, Enten. Sogar frei laufende <a href="https://pyrolim.de/pyropro/von-der-kunst-einen-pfau-zu-halten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pfauen</a> stolzieren herum.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einblick in den Alltag im Norden</h2>



<p>Am Ende &#8211; oder am Anfang, je nach Präferenz &#8211; wartet die 2021 eröffnete Ausstellung im Jahr100Haus auf die Besucher. Die Dauerausstellung dokumentiert die Alltagskultur in Schleswig-Holstein in den vergangenen 100 Jahren. Da ist vieles dabei, was ich noch aus meiner Kindheit und Jugend kenne. So ist etwa genau der Föhn ausgestellt, den meine Mutter Jahrzehnte lang benutzte. Oder der erste Apple-Computer, so wie ich ihn damals mal bei jemandem gesehen habe. Zum Alltagsleben gehörte auch ein <a href="https://pyrolim.de/pyropro/das-poesiealbum-ein-zeitdokument/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Poesiealbum</a>, ausgestellt ist eines von 1928.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Ausstellung2024-19.jpg" alt="Die Ausstellung Jahr100Haus im Freilichtmuseum Molfsee." class="wp-image-13667" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Ausstellung2024-19.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Ausstellung2024-19-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Ausstellung2024-19-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Molfsee-Ausstellung2024-19-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Ausstellung Jahr100Haus im Freilichtmuseum Molfsee.</figcaption></figure>



<p>Es sind aber auch besondere Objekte dabei. Etwa die Pistole, mit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marianne_Bachmeier" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Marianne Bachmeier</a> im Gerichtssaal den Mörder ihrer Tochter erschoss. Oder &#8211; mein Lieblingsobjekt &#8211; eine Sprottenkistennagelmaschine. Kannte ich noch nicht, ebenso wie das Schuhdurchleuchtungsgerät. Mit dem wurde im Schuhgeschäft festgestellt, ob der Schuh zum Fuß passt. Eines der ungewöhnlichen Objekte, die mir in Erinnerung geblieben sind, ist die Fackel, mit der bei den Segelwettbewerben 1972 das olympische Feuer in Kiel-Schilksee entzündet wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Freilichtmuseum erfordert viel Zeit</h2>



<p>Wer das Freilichtmuseum Molfsee besuchen möchte, sollte sich viel Zeit dafür nehmen. Ich habe für den großen Rundgang einschließlich Pause gut drei Stunden gebraucht und noch einmal eine Stunde für die Dauerausstellung. Wer nicht ganz so gut zu Fuß ist, kann die Museumsbahn nehmen. Alle Infos zum Besuch gibt es <a href="https://freilichtmuseum-sh.de/de/besuch" target="_blank" rel="noreferrer noopener">gebündelt hier</a>. Da ich in diesem Beitrag nicht alle meiner besten Fotos &#8211; es waren natürlich noch viel mehr Bilder &#8211; unterbringen kann, habe ich sie <a href="https://www.flickr.com/photos/pyrolim/albums/72177720318745920" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a> zusammengefasst.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/freilichtmuseum-molfsee-reise-durch-schleswig-holstein/">Freilichtmuseum Molfsee: Reise durch Schleswig-Holstein</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Bauhaus gucken, Teil 2 &#8211; das Museum in Weimar</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/bauhaus-gucken-teil-2-das-museum-in-weimar/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Sep 2023 16:10:37 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimartitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimartitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimartitel-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimartitel-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich habe viel Gutes gehört über das 2019 eröffnete neue Bauhaus-Museum in Weimar. Deshalb habe ich Weimar auf die Liste für meine kleine Rundreise gesetzt. Von einer Hitzeschlacht und Stühlen zum Besitzen. Das Bauhaus-Museum in Weimar liegt ein bisschen abseits der Innenstadt am Stéphane-Hessel-Platz. Nach einem Architektenwettbewerb ging der Zuschlag an die Architektin Heike Hanada, die den endgültigen Entwurf in Zusammenarbeit mit Benedict Tonon umsetzte. Entstanden ist ein fast fensterloser Kubus aus gegossenem Beton, der auf einem weiten, gepflasterten Platz steht. Mein Besuch an einem sehr heißen Tag hat gezeigt, wo das Problem dabei liegt. Das alles heizt sich in der Sonne mächtig auf, und wer das Museum verlässt, läuft wie vor eine heiße Wand. Angesichts der immer weiteren Erwärmung würde man heute vielleicht nicht mehr so bauen. Ein weiter Überblick über das Bauhaus-Schaffen Dafür ist es im Inneren dank Klimatechnik schön kühl. So kühl wie der Bauhaus-Stil, der samt seinen Auswirkungen im Museum zelebriert wird. Los geht es unten mit der Vorgeschichte des Bauhauses in Weimar und seiner Geschichte von 1919 bis 1933, dargestellt auf einer Zeitleiste. Dann folgt im ersten Obergeschoss die Wand 2, überschrieben mit &#8222;Der neue Mensch&#8220;. Dort hängen Bilder, Fotos und kleine Videowände, auf denen Filme laufen, etwa der russische Film &#8222;Aëlita &#8211; der Flug zum Mars&#8220; von Jakow Protesanow aus dem Jahr 1924. So ein Stummfilm eignet sich natürlich prima für ein Museum, da plärrt nichts in die andächtige Stille hinein. Bei manchen Exponaten habe ich mich allerdings gefragt, was sie mit dem Bauhaus zu tun haben, etwas bei einem Foto von Rosa Luxemburg aus dem Jahr 1900. Da hätte etwas mehr Erklärung gutgetan. Besonders gut gefallen hat mir das Poster &#8222;Der Mensch als Industriepalast&#8220; von Fritz Kahn, das ich noch gar nicht kannte. Ausblick auf düstere Zeiten Wohl jeder, der sich mit dem Bauhaus, ob in Weimar oder in Dessau, beschäftigt, hat das Ende dieser stilbildenden Institution im Hinterkopf. Wie die Nazis das Bauhaus töteten. Diese düsteren Zeiten lässt auch das Museum nicht aus. So gibt es an der Wand mit den Gemälden der Bauhaus-Meister und -Schüler zwei Leerstellen. Eine für die &#8222;Landschaft mit Fabrikschornsteinen&#8220; von Wassily Kandindsky und eine für &#8222;Traum-Stadt&#8220; von Paul Klee. Beide wurden von den Nazis als entartete Kunst beschlagnahmt. Im Museum gibt es dann im nächsten Obergeschoss all das zu sehen, was es im Bauhaus Dessau nicht mehr zu sehen gibt: die berühmten Design-Klassiker aus dem Bauhaus Weimar, Dessau und später Berlin. Ob Glasgeschirr, Wagenfeld-Lampe oder Lattenstuhl, alles ist im Museum in Weimar zu sehen. Und darf sogar besessen werden. Eine Sammlung von Bauhaus-Stühlen lädt zum Probesitzen ein. Sich darauf niederzulassen, ist ausdrücklich erwünscht. Zum Mitmachen animiert eine Magnetwand mit vorgefertigten Bauteilen des seriellen Bauens nach Walter Gropius, an der sich die Besucher ihr Haus oder mehrere Häuser selbst zusammen puzzeln können. Museum in Weimar weist ins Heute Anschließend schlägt das Museum einen großen Bogen vom Alltag im Bauhaus-Stil über seine wichtigsten Protagonisten bis zu den Bühnenprojekten, etwa dem Triadischen Ballett. Im Museum wird ein Film gezeigt, bei dem Tänzer des Bayerischen Staatsballetts München in Originalkostümen die experimentelle Choreografie von Oskar Schlemmer tanzen. Im dritten Obergeschoss werden schließlich noch einmal die bekannten und einflussreichen Bauhaus-Direktoren und ihre Entwürfe gewürdigt. Und ein Ausblick ins Heute gegeben. Besonders gut hat mir ein Schriftzug gefallen, der auf den ersten Blick eine Leerstelle aufweist. Wer sich die darunter hängende Lupe nimmt, entdeckt dort winzig klein geschrieben das Wort &#8222;Stadion&#8220;. Wie wahr doch diese Feststellung ist. Das Museum in Weimar gibt einen guten Überblick über die Entwicklung des Bauhauses und seinen Einfluss auf das Alltagsdesign. Ein Besuch ist eine gute Ergänzung zur Besichtigung des Bauhauses Dessau und der Meisterhäuser. Und es rückt im Kopf etwas zurecht, denn der Begriff Bauhaus ist dem Bauhaus von Weimar, Dessau und Berlin mittlerweile bei vielen abhandengekommen. Denn nein, das Wort bezeichnet eben nicht nur einen Baumarkt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimartitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimartitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimartitel-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimartitel-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Ich habe viel Gutes gehört über das 2019 eröffnete neue Bauhaus-Museum in Weimar. Deshalb habe ich Weimar auf die Liste für meine kleine Rundreise gesetzt. Von einer Hitzeschlacht und Stühlen zum Besitzen.</p>



<span id="more-13242"></span>



<p>Das Bauhaus-Museum in Weimar liegt ein bisschen abseits der Innenstadt am Stéphane-Hessel-Platz. Nach einem Architektenwettbewerb ging der Zuschlag an die Architektin Heike Hanada, die den endgültigen Entwurf in Zusammenarbeit mit Benedict Tonon umsetzte. Entstanden ist ein fast fensterloser Kubus aus gegossenem Beton, der auf einem weiten, gepflasterten Platz steht. Mein Besuch an einem sehr heißen Tag hat gezeigt, wo das Problem dabei liegt. Das alles heizt sich in der Sonne mächtig auf, und wer das Museum verlässt, läuft wie vor eine heiße Wand. Angesichts der immer weiteren Erwärmung würde man heute vielleicht nicht mehr so bauen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimartitel.jpg" alt="Das Bauhaus-Museum in Weimar auf dem großen gepflasterten Platz." class="wp-image-13248" style="width:780px;height:585px" width="780" height="585" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimartitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimartitel-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimartitel-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Bauhaus-Museum in Weimar auf dem großen gepflasterten Platz.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ein weiter Überblick über das Bauhaus-Schaffen</h2>



<p>Dafür ist es im Inneren dank Klimatechnik schön kühl. So kühl wie der Bauhaus-Stil, der samt seinen Auswirkungen im Museum zelebriert wird. Los geht es unten mit der Vorgeschichte des Bauhauses in Weimar und seiner Geschichte von 1919 bis 1933, dargestellt auf einer Zeitleiste.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimarmodernermensch.jpg" alt="Die Wand mit dem Titel &quot;Der moderne Mensch&quot; im Bauhaus-Museum Weimar." class="wp-image-13249" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimarmodernermensch.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimarmodernermensch-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimarmodernermensch-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bauhausweimarmodernermensch-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Wand mit dem Titel &#8222;Der moderne Mensch&#8220; im Bauhaus-Museum Weimar.</figcaption></figure>



<p>Dann folgt im ersten Obergeschoss die Wand 2, überschrieben mit &#8222;Der neue Mensch&#8220;. Dort hängen Bilder, Fotos und kleine Videowände, auf denen Filme laufen, etwa der russische Film <a href="https://www.youtube.com/watch?v=QQq7On1Af08" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Aëlita &#8211; der Flug zum Mars&#8220;</a> von Jakow Protesanow aus dem Jahr 1924. So ein Stummfilm eignet sich natürlich prima für ein Museum, da plärrt nichts in die andächtige Stille hinein. Bei manchen Exponaten habe ich mich allerdings gefragt, was sie mit dem Bauhaus zu tun haben, etwas bei einem Foto von Rosa Luxemburg aus dem Jahr 1900. Da hätte etwas mehr Erklärung gutgetan. Besonders gut gefallen hat mir das Poster <a href="https://www.artnet.com/artists/fritz-kahn/der-mensch-als-industriepalast-2J33k-MCqsDSmcuHueqT1g2" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Der Mensch als Industriepalast&#8220;</a> von Fritz Kahn, das ich noch gar nicht kannte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ausblick auf düstere Zeiten</h2>



<p>Wohl jeder, der sich mit dem Bauhaus, ob in Weimar oder in Dessau, beschäftigt, hat das Ende dieser stilbildenden Institution im Hinterkopf. Wie die Nazis das Bauhaus töteten. Diese düsteren Zeiten lässt auch das Museum nicht aus. So gibt es an der Wand mit den Gemälden der Bauhaus-Meister und -Schüler zwei Leerstellen. Eine für die <a href="https://www.thehistoryofart.org/wassily-kandinsky/de/landschaft-mit-fabrikschornstein/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Landschaft mit Fabrikschornsteinen&#8220;</a> von Wassily Kandindsky und eine für <a href="https://www.meisterdrucke.de/kunstdrucke/Paul-Klee/686040/Traum-Stadt.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Traum-Stadt&#8220;</a> von Paul Klee. Beide wurden von den Nazis als entartete Kunst beschlagnahmt. </p>



<p>Im Museum gibt es dann im nächsten Obergeschoss all das zu sehen, was es im <a href="https://pyrolim.de/pyropro/bauhaus-gucken-teil-1-dessau/">Bauhaus Dessau</a> nicht mehr zu sehen gibt: die berühmten Design-Klassiker aus dem Bauhaus Weimar, Dessau und später Berlin. Ob Glasgeschirr, Wagenfeld-Lampe oder Lattenstuhl, alles ist im Museum in Weimar zu sehen. Und darf sogar besessen werden. Eine Sammlung von Bauhaus-Stühlen lädt zum Probesitzen ein. Sich darauf niederzulassen, ist ausdrücklich erwünscht. Zum Mitmachen animiert eine Magnetwand mit vorgefertigten Bauteilen des seriellen Bauens nach Walter Gropius, an der sich die Besucher ihr Haus oder mehrere Häuser selbst zusammen puzzeln können. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Museum in Weimar weist ins Heute</h2>



<p>Anschließend schlägt das Museum einen großen Bogen vom Alltag im Bauhaus-Stil über seine wichtigsten Protagonisten bis zu den Bühnenprojekten, etwa dem Triadischen Ballett. Im Museum wird ein Film gezeigt, bei dem Tänzer des Bayerischen Staatsballetts München in Originalkostümen die experimentelle Choreografie von Oskar Schlemmer tanzen. Im dritten Obergeschoss werden schließlich noch einmal die bekannten und einflussreichen Bauhaus-Direktoren und ihre Entwürfe gewürdigt. Und ein Ausblick ins Heute gegeben. Besonders gut hat mir ein Schriftzug gefallen, der auf den ersten Blick eine Leerstelle aufweist. Wer sich die darunter hängende Lupe nimmt, entdeckt dort winzig klein geschrieben das Wort &#8222;Stadion&#8220;. Wie wahr doch diese Feststellung ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bauhausweimarstadion.jpg" alt="Schriftzug &quot;Das ... besiegt das Kunstmuseum&quot;. " class="wp-image-13250" style="width:780px;height:520px" width="780" height="520" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bauhausweimarstadion.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bauhausweimarstadion-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bauhausweimarstadion-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/bauhausweimarstadion-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schriftzug &#8222;Das … besiegt das Kunstmuseum&#8220;.</figcaption></figure>



<p>Das Museum in Weimar gibt einen guten Überblick über die Entwicklung des Bauhauses und seinen Einfluss auf das Alltagsdesign. Ein Besuch ist eine gute Ergänzung zur Besichtigung des Bauhauses Dessau und der Meisterhäuser. Und es rückt im Kopf etwas zurecht, denn der Begriff Bauhaus ist dem Bauhaus von Weimar, Dessau und Berlin mittlerweile bei vielen abhandengekommen. Denn nein, das Wort bezeichnet eben <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/wie-das-bauhaus-seinen-stil-verlor/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nicht nur einen Baumarkt</a>.</p>
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		<title>Gottorf: Ein Museum voller Geschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 May 2023 09:22:52 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/gottorfaussen.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Schloss Gottorf in Schleswig." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/gottorfaussen.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/gottorfaussen-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/gottorfaussen-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/gottorfaussen-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Die bedeutendsten Museen Schleswig-Holsteins sind an einem Ort vereint: im Schloss Gottorf und seinen Nebengebäuden auf der Museumsinsel in Schleswig. Ein großartiges Museum voller einzigartiger Artefakte. Ein nicht ganz unvollständiger Rundgang, denn mehr ist an einem Tag nicht zu schaffen. Das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte von Schloss Gottorf rühmt sich, 3000 Objekte zu präsentieren. Und da ist die jeweilige Sonderausstellung &#8211; zurzeit Christo und Jeanne-Claude &#8211; noch gar nicht drin, ebenso wie das Museum für Archäologie und die Nydamhalle mit dem Nydamboot, die ebenfalls auf der Schlossinsel zu finden sind. Aber zunächst zur Kunst- und Kulturgeschichte. Sakrale Kunst des Mittelalters Los geht es im Mittelalter, erste Station ist die gotische Halle aus der Zeit um 1500, gespickt mit Altären und hölzernen Skulpturen. Wie in dieser Zeit üblich, ist es ausschließlich sakrale Kunst. Deren Darstellungen sich heutigen Betrachtern nicht immer auf den ersten Blick erschließen. Einige Ausstellungsstücke sind aber sehr beeindruckend, etwa die St.-Georgs-Gruppe aus der Marienkirche zu Breklum von etwa 1510. Weiter geht&#8217;s zur Malerei der Renaissance, überwiegend der deutschen. Schloss Gottorf verfügt über eine Reihe ganz außergewöhnlicher Gemälde aus dieser Zeit, davon einige von Lucas Cranach dem Älteren. Sein &#8222;Schmerzensmann&#8220; hat mich besonders beeindruckt. Ich liebe Kunst, vor allem Gemälde aller Epochen. Der helle Fleck auf seinem linken Auge ist übrigens keine Spiegelung, sondern offenbar eine Beschädigung des Bildes. Was Wunder, wo es doch so alt ist. Prunksäle mit der Kunst des Barock Die Kunst des Barock präsentiert Schloss Gottorf in einer Reihe von Prunksälen. Dazu zählt der Blaue Saal mit seinem reichen Stuck auf einer himmelblauen Decke über ebenso himmelblauen Wänden. Ebenso eindrucksvoll ist der Hirschsaal, die Decke mit Szenen aus der römischen Geschichte ausgeschmückt, die Hirschskulpturen plastisch ausgeführt. Jugendstil auch zu Füßen der Besucher Weiter geht es im Zwischengeschoss, wo der Jugendstil zu Hause ist. Vor dem Eintreten weist ein Schild darauf hin, dass sich Besucher unbedingt die Schuhe abtreten sollten. Aus gutem Grund. In den Räumen sind auch die Teppichböden Ausstellungsstücke. Sie wurden in den 1990er Jahren nach Entwürfen von Peter Behrens, Josef Hoffmann und Henry van de Velde verlegt. Aus Möbeln, Gemälden und Dekorationsgegenständen sind in der Jugendstil-Abteilung von Schloss Gottorf mehrere Räume in diesem schönen Stil entstanden. Die Moorleichen von Schloss Gottorf Wer jetzt noch Zeit und Muße hat, wechsele in die Völkerkunde und die archäologische Sammlung, ebenfalls im Schloss. Höhepunkt dieses Ausstellungsteils mit Artefakten der Stein- und Eisenzeit sind die Moorleichen. Das Museum zeigt nicht nur die Leichen selbst, sondern gibt umfassende Erklärungen dazu, sowohl über Fundort und Finder, also auch über die Ergebnisse der diversen Untersuchungen der Leichen und deren Ergebnisse. Wie es sich für Moorleichen gehört, liegen die in gläsernen Vitrinen, die stark abgedunkelt sind. Etwas besser zu sehen &#8211; und zu fotografieren &#8211; ist der Schädel von Osterby. Sein gut erhaltenes Haar beweist: Schon vor 2000 Jahren war der Männerdutt en vogue. Letzte Station meines Gottorf-Rundgangs war schließlich die Nydamhalle, in der das Nydamboot ausgestellt ist. Das habe ich schon einmal als Kind gesehen, die Erinnerung daran ist bis heute geblieben. Das fast 23 Meter lange Boot aus dem Jahr 310 bis 320 nach Christi ist aber auch zu beeindruckend. Es wurde von 26 Ruderern bewegt und soll eine durchaus ansehnliche Geschwindigkeit erreicht haben. Auch das Boot wird nicht nur ausführlich erklärt, sondern in die Zeit seiner Entstehung und Opferung &#8211; es wurde versenkt &#8211; eingeordnet. Fazit: Auch ohne eine Sonderausstellung lohnt sich ein Besuch auf Schloss Gottorf. Für 15 Euro gibt es ein Kombi-Ticket für die laufende Christo-Sonderausstellung und alle weitere Museen auf der Museumsinsel. Und noch ein Tipp: Vor der Besichtigung der Räume im Schloss, vor allem in der Jugendstilabteilung, die Jacke an der Garderobe abgeben beziehungsweise einschließen. Die Räume sind mehr als gut geheizt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/gottorf-ein-museum-voller-geschichte/">Gottorf: Ein Museum voller Geschichte</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/gottorfaussen.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Schloss Gottorf in Schleswig." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/gottorfaussen.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/gottorfaussen-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/gottorfaussen-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/gottorfaussen-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Die bedeutendsten Museen Schleswig-Holsteins sind an einem Ort vereint: im Schloss Gottorf und seinen Nebengebäuden auf der Museumsinsel in Schleswig. Ein großartiges Museum voller einzigartiger Artefakte. Ein nicht ganz unvollständiger Rundgang, denn mehr ist an einem Tag nicht zu schaffen.</p>



<span id="more-13058"></span>



<p>Das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte von Schloss Gottorf rühmt sich, 3000 Objekte zu präsentieren. Und da ist die jeweilige Sonderausstellung &#8211; <a href="https://pyrolim.de/pyropro/christo-und-jeanne-claude-eine-ausstellung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zurzeit Christo und Jeanne-Claude</a> &#8211; noch gar nicht drin, ebenso wie das Museum für Archäologie und die Nydamhalle mit dem Nydamboot, die ebenfalls auf der Schlossinsel zu finden sind. Aber zunächst zur Kunst- und Kulturgeschichte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sakrale Kunst des Mittelalters</h2>



<p>Los geht es im Mittelalter, erste Station ist die gotische Halle aus der Zeit um 1500, gespickt mit Altären und hölzernen Skulpturen. Wie in dieser Zeit üblich, ist es ausschließlich sakrale Kunst. Deren Darstellungen sich heutigen Betrachtern nicht immer auf den ersten Blick erschließen. Einige Ausstellungsstücke sind aber sehr beeindruckend, etwa die St.-Georgs-Gruppe aus der Marienkirche zu Breklum von etwa 1510.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2oBfR7D"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52907515589_9ef9fce4cc_c.jpg" alt="Museum Schloss Gottorf" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Gotische Halle in Schloss Gottorf mit sakraler Kunst.</figcaption></figure>



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<a href="https://flic.kr/p/2oBfR5K"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52907515479_f4d4db5f5f_c.jpg" alt="Museum Schloss Gottorf" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">St.-Georgs-Gruppe aus der Marienkirche zu Breklum.</figcaption></figure>



<p>Weiter geht&#8217;s zur Malerei der Renaissance, überwiegend der deutschen. Schloss Gottorf verfügt über eine Reihe ganz außergewöhnlicher Gemälde aus dieser Zeit, davon einige von <a href="https://lucascranach.org/lucas-cranach" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lucas Cranach dem Älteren</a>. Sein &#8222;Schmerzensmann&#8220; hat mich besonders beeindruckt. Ich <a href="https://pyrolim.de/pyropro/meinblauerreiter-kunst-lieben-eine-frage-von-alter-von-wissen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">liebe Kunst</a>, vor allem Gemälde aller Epochen. Der helle Fleck auf seinem linken Auge ist übrigens keine Spiegelung, sondern offenbar eine Beschädigung des Bildes. Was Wunder, wo es doch so alt ist.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2oBhpxn"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52907819783_9a7f549d96_c.jpg" alt="Museum Schloss Gottorf" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der &#8222;Schmerzensmann&#8220; von Lucas Cranach dem Älteren, gemalt vor 1537.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Prunksäle mit der Kunst des Barock</h2>



<p>Die Kunst des Barock präsentiert Schloss Gottorf in einer Reihe von Prunksälen. Dazu zählt der Blaue Saal mit seinem reichen Stuck auf einer himmelblauen Decke über ebenso himmelblauen Wänden. Ebenso eindrucksvoll ist der Hirschsaal, die Decke mit Szenen aus der römischen Geschichte ausgeschmückt, die Hirschskulpturen plastisch ausgeführt. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2oBf6qx"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52907368611_035c75aea5_c.jpg" alt="Museum Schloss Gottorf" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Die Decke des Blauen Saals ist üppig mit Stuck verziert.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2oBhpwW"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52907819758_8ef9fbdb42_c.jpg" alt="Museum Schloss Gottorf" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der Hirschsaal mit seiner reich dekorierten Decke und den plastischen Hirschfiguren.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Jugendstil auch zu Füßen der Besucher</h2>



<p>Weiter geht es im Zwischengeschoss, wo der Jugendstil zu Hause ist. Vor dem Eintreten weist ein Schild darauf hin, dass sich Besucher unbedingt die Schuhe abtreten sollten. Aus gutem Grund. In den Räumen sind auch die Teppichböden Ausstellungsstücke. Sie wurden in den 1990er Jahren nach Entwürfen von Peter Behrens, <a href="https://artinwords.de/josef-hoffmann/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Josef Hoffmann</a> und <a href="https://www.museumderdinge.de/deutscher-werkbund/protagonisten/henry-van-de-velde" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Henry van de Velde</a> verlegt. Aus Möbeln, Gemälden und Dekorationsgegenständen sind in der Jugendstil-Abteilung von Schloss Gottorf mehrere Räume in diesem schönen Stil entstanden.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2oBfR59"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52907515444_e53dfd6bf9_c.jpg" alt="Museum Schloss Gottorf" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Jugendstil-Ensemble in Schloss Gottorf.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Die Moorleichen von Schloss Gottorf</h2>



<p>Wer jetzt noch Zeit und Muße hat, wechsele in die Völkerkunde und die archäologische Sammlung, ebenfalls im Schloss. Höhepunkt dieses Ausstellungsteils mit Artefakten der Stein- und Eisenzeit sind die Moorleichen. Das Museum zeigt nicht nur die Leichen selbst, sondern gibt umfassende Erklärungen dazu, sowohl über Fundort und Finder, also auch über die Ergebnisse der diversen Untersuchungen der Leichen und deren Ergebnisse. Wie es sich für Moorleichen gehört, liegen die in gläsernen Vitrinen, die stark abgedunkelt sind. Etwas besser zu sehen &#8211; und zu fotografieren &#8211; ist der <a href="http://museen-sh.de/Objekt/DE-MUS-789911/lido/Pk329" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schädel von Osterby</a>. Sein gut erhaltenes Haar beweist: Schon vor 2000 Jahren war der Männerdutt en vogue.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2oBhpxc"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52907819773_d8db4d0a92_c.jpg" alt="Museum Schloss Gottorf" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der Mann von Osterby, ganz modern mit Männerdutt.</figcaption></figure>



<p>Letzte Station meines Gottorf-Rundgangs war schließlich die Nydamhalle, in der das Nydamboot ausgestellt ist. Das habe ich schon einmal als Kind gesehen, die Erinnerung daran ist bis heute geblieben. Das fast 23 Meter lange Boot aus dem Jahr 310 bis 320 nach Christi ist aber auch zu beeindruckend. Es wurde von 26 Ruderern bewegt und soll eine durchaus ansehnliche Geschwindigkeit erreicht haben. Auch das Boot wird nicht nur ausführlich erklärt, sondern in die Zeit seiner Entstehung und Opferung &#8211; es wurde versenkt &#8211; eingeordnet. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2oBh4pP"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52907752065_95603cbd88_c.jpg" alt="Museum Schloss Gottorf" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Das Nydam-Boot in der Nydamhalle.</figcaption></figure>



<p>Fazit: Auch ohne eine Sonderausstellung lohnt sich ein Besuch auf Schloss Gottorf. Für 15 Euro gibt es ein Kombi-Ticket für die laufende Christo-Sonderausstellung und alle weitere Museen auf der Museumsinsel. Und noch ein Tipp: Vor der Besichtigung der Räume im Schloss, vor allem in der Jugendstilabteilung, die Jacke an der Garderobe abgeben beziehungsweise einschließen. Die Räume sind mehr als gut geheizt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/gottorf-ein-museum-voller-geschichte/">Gottorf: Ein Museum voller Geschichte</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Faguswerk Alfeld: Weltkulturerbe, Fabrik und lohnendes Ausflusziel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2020 16:32:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Ausflugstipp]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>In einer südniedersächsischen Kleinstadt steht eines der bedeutendsten Architekturbeispiele des 20. Jahrhunderts: das Faguswerk in Alfeld. Erbaut ab 1911 von Walter Gropius und Adolf Meyer, erzählt es die Geschichte einer bemerkenswerten Zusammenarbeit zweier ungewöhnlicher Männer. Es ist aber auch ein Ort, an dem der Besucher viel über Schuhe und ihre Herstellung lernt. Vorweg: Ein Besuch des Faguswerks lohnt sich allemal. Es ist eine Kombination eines noch heute in seiner ursprünglichen Funktion genutzten Gebäudes im Bauhausstil mit einer sehr gut gemachten Ausstellung, die viel mehr bietet als nur Architekturgeschichte. Ein Ort, der den Besucher über Stunden fesselt. Und ein Ort, der Fans des Bauhauses auf seine Kosten kommen lässt, nicht nur wegen der Architektur. Wobei zunächst mit einem Irrtum aufzuräumen wäre. Es war nicht Walter Gropius allein, der ab 1911 das Faguswerk bauen ließ. Den ersten Abschnitt entwarf und gestaltete er ab 1910 gemeinsam mit Adolf Meyer. Der fällt ein bisschen hintenrunter. Später hat Gropius ohne Meyer weitergemacht. Ihm allein gebührt mittlerweile der Ruhm, das erste Beispiel der Moderne in der Architektur geschaffen zu haben. Dann noch eines, was als Fabrik diente, damals eine unterhörte Neuerung. Ein ungewöhnlicher Fabrikant Dass ein aufstrebender Superstar der Architektur für Arbeiter bauen durfte, verdankt er dem zweiten ungewöhnlichen Mann, dessen Name mit dem Faguswerk verbunden ist: Fabrikant Carl Benscheidt (1858-1947). Er interessierte sich für das Wohlergehen seiner Mitarbeiter. Sie sollten helle, luftige Arbeitsplätze bekommen. Ein Anspruch, den die Fabrikgebäude von Gropius erfüllen. Noch heute wird in ihnen produziert. Benscheidt entschied aber auch, die Geschäftsräume des Faguswerks mit Bauhaus-Möbeln auszustatten. Suche stets nach dem Besten. Das Bessere unterdrückt das Gute und bricht sich immer wieder Bahn, wenn es auch manchmal lange Zeit verkannt wird. Carl Benscheidt Von all dem erzählt die Fagus-Gropius-Ausstellung in einem Teil des Gebäudes. Auf fünf Etagen erfährt der Besucher alles über die Geschichte von Carl Benscheidt und Walter Gropius, über die Baugeschichte der Fabrik und ihre Restaurierung in den 1980er-Jahren. Ein zweiter großer Teil der Ausstellung erklärt, was in der Fabrik hergestellt wurde und wird und welche Bedeutung es für jeden von uns hat. Ohne Schuhleisten keine Schuhe. Was Schuhleisten leisten 150 Schuhe aus der Zeit von 1900 bis heute zeigen, welche Bedeutung Schuhleisten für die Schuhproduktion hatten und haben. Pro Schuh braucht es, das verrät die Ausstellung, zwischen 70 und 200 Leisten, immerhin für jede Größe eine. Aufbewahrt werden sie unter anderem im Modellkeller, der ebenfalls besichtigt werden kann. Das Faguswerk in Alfeld ist eine wunderbare Kombination von Architektur und Museum, von draußen gucken und drinnen lernen. Mein Tipp: Erst die Gebäude von außen ansehen, dann die Ausstellung besuchen und dann noch einmal mit neuen Informationen und genauerem Blick die Fabrik von außen anschauen. So habe ich erst in der Ausstellung gelernt, dass die verwendeten Steine die Farbe in der Farbe Ledergelb gehalten sind &#8211; wie passend für eine Schuhleistenfabrik &#8211; und dass der dunkle Sockel das Gebäude optisch schweben lässt. Er ist so schmal, dass er zunächst gar nicht auffällt. Alle Informationen für einen Besuch sind auf der Internetseite des Faguswerks zusammengefasst. Noch ein schönes Museum Ich bin in Südniedersachsen, ganz aus der Nähe Alfelds, aufgewachsen. Damals gab es die Ausstellung noch nicht, die Fabrik war halt eine Fabrik, die man nicht so einfach besichtigen konnte. Das hat sich geändert, mittlerweile ist das Farguswerk Weltkulturerbe und ein echter Anziehungspunkt geworden. Ein weiterer befindet sich nur wenige Kilometer weiter in Einbeck: der PS-Speicher. Es lohnt sich also, mal ein paar Tage dort in der Gegend zu verbringen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>In einer südniedersächsischen Kleinstadt steht eines der bedeutendsten Architekturbeispiele des 20. Jahrhunderts: das Faguswerk in Alfeld. Erbaut ab 1911 von Walter Gropius und Adolf Meyer, erzählt es die Geschichte einer bemerkenswerten Zusammenarbeit zweier ungewöhnlicher Männer. Es ist aber auch ein Ort, an dem der Besucher viel über Schuhe und ihre Herstellung lernt.</p>



<span id="more-11134"></span>



<p>Vorweg: Ein Besuch des Faguswerks lohnt sich allemal. Es ist eine Kombination eines noch heute in seiner ursprünglichen Funktion genutzten Gebäudes im Bauhausstil mit einer sehr gut gemachten Ausstellung, die viel mehr bietet als nur Architekturgeschichte. Ein Ort, der den Besucher über Stunden fesselt. Und ein Ort, der Fans des Bauhauses auf seine Kosten kommen lässt, nicht nur wegen der Architektur.</p>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2jnNiTF"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/50129796121_eac9ae92a9_c.jpg" alt="Faguswerk Alfeld" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Leichtigkeit und Transparenz zeichnen das Gebäude des Faguswerks aus.</figcaption></figure>



<p>Wobei zunächst mit einem Irrtum aufzuräumen wäre. Es war nicht Walter Gropius allein, der ab 1911 das Faguswerk bauen ließ. Den ersten Abschnitt entwarf und gestaltete er ab 1910 gemeinsam mit <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://www.bauhauskooperation.de/das-bauhaus/koepfe/meister-und-lehrende/adolf-meyer/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Adolf Meyer</a>. Der fällt ein bisschen hintenrunter. Später hat Gropius ohne Meyer weitergemacht. Ihm allein gebührt mittlerweile der Ruhm, das erste Beispiel der Moderne in der Architektur geschaffen zu haben. Dann noch eines, was als Fabrik diente, damals eine unterhörte Neuerung.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18.jpg" alt="" class="wp-image-11147" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Fagus-18-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Die Schmalseite mit dem Eingang zur Verwaltung und der schwebenden Treppe hinter der Glasfassade.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ein ungewöhnlicher Fabrikant</h2>



<p>Dass ein aufstrebender Superstar der Architektur für Arbeiter bauen durfte, verdankt er dem zweiten ungewöhnlichen Mann, dessen Name mit dem Faguswerk verbunden ist: Fabrikant Carl Benscheidt (1858-1947). Er interessierte sich für das Wohlergehen seiner Mitarbeiter. Sie sollten helle, luftige Arbeitsplätze bekommen. Ein Anspruch, den die Fabrikgebäude von Gropius erfüllen. Noch heute wird in ihnen produziert. Benscheidt entschied aber auch, die Geschäftsräume des Faguswerks mit Bauhaus-Möbeln auszustatten.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Suche stets nach dem Besten. Das Bessere unterdrückt das Gute und bricht sich immer wieder Bahn, wenn es auch manchmal lange Zeit verkannt wird.</p><cite>Carl Benscheidt</cite></blockquote>



<p>Von all dem erzählt die Fagus-Gropius-Ausstellung in einem Teil des Gebäudes. Auf fünf Etagen erfährt der Besucher alles über die Geschichte von Carl Benscheidt und Walter Gropius, über die Baugeschichte der Fabrik und ihre Restaurierung in den 1980er-Jahren. Ein zweiter großer Teil der Ausstellung erklärt, was in der Fabrik hergestellt wurde und wird und welche Bedeutung es für jeden von uns hat. Ohne Schuhleisten keine Schuhe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Schuhleisten leisten</h2>



<p>150 Schuhe aus der Zeit von 1900 bis heute zeigen, welche Bedeutung Schuhleisten für die Schuhproduktion hatten und haben. Pro Schuh braucht es, das verrät die Ausstellung, zwischen 70 und 200 Leisten, immerhin für jede Größe eine. Aufbewahrt werden sie unter anderem im Modellkeller, der ebenfalls besichtigt werden kann.</p>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2jnNiQE"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/50129795946_8c2f36d288_c.jpg" alt="Faguswerk Alfeld" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Im Modellkeller stehen die Schuhleisten in langen Regalen.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2jnNiL1"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/50129795676_73916b8baf_c.jpg" alt="Faguswerk Alfeld" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Früher wurden die Schuhleisten aus Holz gefertigt.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2jnPrcY"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/50130015842_d90a8f4388_c.jpg" alt="Faguswerk Alfeld" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Heute ist Kunststoff das Material für die Leisten.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2jnNj1Q"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/50129796536_0db0cf0b6f_c.jpg" alt="Faguswerk Alfeld" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Die ältesten Exponate in der Schuhausstellung: Knopfstiefeletten von 1900.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2jnPrf8"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/50130015967_1e73e32cff_c.jpg" alt="Faguswerk Alfeld" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Die bollerigen Treter aus den 90er-Jahren. Auch für sie braucht man Schuhleisten.</figcaption></figure>



<p>Das Faguswerk in Alfeld ist eine wunderbare Kombination von Architektur und Museum, von draußen gucken und drinnen lernen. Mein Tipp: Erst die Gebäude von außen ansehen, dann die Ausstellung besuchen und dann noch einmal mit neuen Informationen und genauerem Blick die Fabrik von außen anschauen. So habe ich erst in der Ausstellung gelernt, dass die verwendeten Steine die Farbe in der Farbe Ledergelb gehalten sind &#8211; wie passend für eine Schuhleistenfabrik &#8211; und dass der dunkle Sockel das Gebäude optisch schweben lässt. Er ist so schmal, dass er zunächst gar nicht auffällt.</p>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2jnKnZ9"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/50129224558_f281962c01_c.jpg" alt="Faguswerk Alfeld" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Beim zweiten Blick lassen sich die Details des Gebäudes richtig würdigen.</figcaption></figure>



<p>Alle Informationen für einen Besuch sind auf der <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://www.fagus-werk.com/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internetseite des Faguswerks</a> zusammengefasst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Noch ein schönes Museum</h2>



<p>Ich bin in Südniedersachsen, ganz aus der Nähe Alfelds, aufgewachsen. Damals gab es die Ausstellung noch nicht, die Fabrik war halt eine Fabrik, die man nicht so einfach besichtigen konnte. Das hat sich geändert, mittlerweile ist das Farguswerk Weltkulturerbe und ein echter Anziehungspunkt geworden. Ein weiterer befindet sich nur wenige Kilometer weiter in Einbeck: <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://pyrolim.de/pyropro/ps-speicher-einbeck-streifzug-durch-die-geschichte-der-mobilitaet/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">der PS-Speicher</a>. Es lohnt sich also, mal ein paar Tage dort in der Gegend zu verbringen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/faguswerk-alfeld-weltkulturerbe-fabrik-und-lohnendes-ausflusziel/">Faguswerk Alfeld: Weltkulturerbe, Fabrik und lohnendes Ausflusziel</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>#tourdemuseum: das Schokoladenmuseum</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/tourdemuseum-das-schokoladenmuseum/</link>
					<comments>https://pyrolim.de/pyropro/tourdemuseum-das-schokoladenmuseum/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jul 2019 16:36:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Schokoladenmuseum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Klingt gut. Ist gut. Das Schokoladenmuseum. Es steht in Köln und es lohnt einen Besuch. Was gibt es schöneres als Schokolade. Die war auch die Leidenschaft des Museumsgründers Hans Imhoff, des Eigentümers der Stollweck-Schokoladenfabrik. Auf seine Sammlung geht das 1993 eröffnete Schokoladenmuseum zurück. Das Museum ist an der Rheinpromenade zu finden. Das Gebäude ist eine Kombination aus dem alten Hauptzollamt und einem modernen, offenen Bau aus Glas, Stahl und &#8211; im Inneren &#8211; Holz. Darin ist alles zu finden, was mit Schokolade zu tun hat. Am Anfang ist der Kakao Der Rundgang beginnt mit dem Rohstoff Kakao. Alles, was es darüber zu wissen gibt, findet sich im Erdgeschoss des Altbaus. Es ist ein Museum nicht nur zum Gucken, sondern auch zum Mitmachen. So lassen sich mittels zu verschiebender Kugeln auf einer waagerechten Stange unterhalb einer Weltkarte die Kakao-Anbauländer ansteuern. Für den Teil, der über den Transport informiert, wurden ein afrikanischer Einbaum und ein halber Container für die Überseeschifffahrt in den Museumsräumen aufgebaut. Nicht zu vergessen das Tropenhaus, in dem neben Kakao allerlei exotische Pflanzen wachsen. Weiter geht es mit der Schokoladenproduktion. Eine ganze Fertigungsstraße ist im hohen, verglasten Neubau aufgebaut. Von der Masse bis zum Täfelchen lässt sich der Weg der Schokolade verfolgen und umrunden. Auf halbem Weg lockt der Schokoladenbrunnen zum Naschen. Unablässig rinnt die Schokolade in die Brunnenschale, in die Mitarbeiterinnen Waffeln tauchen und an die Besucher ausgeben. Ebenfalls beobachten können die Besucher die Trüffelherstellung und wie Hohlfiguren wie Schoko-Weihnachtsmänner und -osterhasen entstehen. Ergänzend dazu stehen Vitrinen mit historischen Hohlfiguren-Formen in dem großen Raum. Und sogar unter der Decke hängen stilisierte Matritzen für allerlei Schoko-Figuren. Die Geschichte der Schokolade Nach der Produktion folgt im Schokoladenmuseum noch eine ordentliche Portion Geschichte rund um die Schokolade. Da geht es um die Schoko-Werbewelt, bei der weder die lila Kuh noch der Sarotti-Mohr fehlen dürfen. Eine komplette Drogerie, früher der einzige Vertriebsweg für Schokolade, und eine Reihe von Verkaufsautomaten runden diesen Teil der Ausstellung ab. Ein weiterer Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Bedeutung des Kakaos und der Schokolade in präkolumbianischer Zeit samt archäologischen Exponaten. Schließlich dokumentieren noch edle Trinkgefäße des 18. und 19. Jahrhunderts aus Porzellan und Silber, welche Bedeutung die sehr teure und rare Schokolade damals hatte. Ein Museum für die ganze Familie Mein Fazit: Das Schokoladenmuseum ist unbedingt einen Besuch wert. Vor allem Familien mit Kindern kommen voll auf ihre Kosten. Aber auch Erwachsene haben dort ihren Spaß. So muss ein Museum sein, und mit Schokolade kann man sowieso nichts falsch machen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/tourdemuseum-das-schokoladenmuseum/">#tourdemuseum: das Schokoladenmuseum</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Klingt gut. Ist gut. Das Schokoladenmuseum. Es steht in Köln und es lohnt einen Besuch. Was gibt es schöneres als Schokolade. Die war auch die Leidenschaft des Museumsgründers Hans Imhoff, des Eigentümers der Stollweck-Schokoladenfabrik. Auf seine Sammlung geht das 1993 eröffnete Schokoladenmuseum zurück.</p>



<span id="more-10013"></span>



<p>Das <a href="https://www.schokoladenmuseum.de/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Museum (opens in a new tab)">Museum</a> ist an der Rheinpromenade zu finden. Das Gebäude ist eine Kombination aus dem alten Hauptzollamt und einem modernen, offenen Bau aus Glas, Stahl und &#8211; im Inneren &#8211; Holz. Darin ist alles zu finden, was mit Schokolade zu tun hat.</p>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2gxL3vv"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/48273448807_2755bee809_c.jpg" alt="Schokoladenmuseum Köln" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Außer Schokolade auch schicke Architektur: das Schokoladenmuseum in Köln.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Am Anfang ist der Kakao</h2>



<p>Der Rundgang beginnt mit dem Rohstoff Kakao. Alles, was es darüber zu wissen gibt, findet sich im Erdgeschoss des Altbaus. Es ist ein Museum nicht nur zum Gucken, sondern auch zum Mitmachen. So lassen sich mittels zu verschiebender Kugeln auf einer waagerechten Stange unterhalb einer Weltkarte die Kakao-Anbauländer ansteuern. Für den Teil, der über den Transport informiert, wurden ein afrikanischer Einbaum und ein halber Container für die Überseeschifffahrt in den Museumsräumen aufgebaut. Nicht zu vergessen das Tropenhaus, in dem neben Kakao allerlei exotische Pflanzen wachsen.</p>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2gxL3Ei"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/48273449317_29296259c4_c.jpg" alt="Schokoladenmuseum Köln" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Ein Einbaum aus Afrika: Darin wurden die getrockneten Kakaobohnen transportiert.</figcaption></figure>



<p>Weiter geht es mit der Schokoladenproduktion. Eine ganze Fertigungsstraße ist im hohen, verglasten Neubau aufgebaut. Von der Masse bis zum Täfelchen lässt sich der Weg der Schokolade verfolgen und umrunden. Auf halbem Weg lockt der Schokoladenbrunnen zum Naschen. Unablässig rinnt die Schokolade in die Brunnenschale, in die Mitarbeiterinnen Waffeln tauchen und an die Besucher ausgeben.</p>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2gxKCb2"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/48273366941_cdac29e2d2_c.jpg" alt="Schokoladenmuseum Köln" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Der Schokoladenbrunnen hoch über dem Rhein.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2gxL3GN"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/48273449462_4d2c2dc015_c.jpg" alt="Schokoladenmuseum Köln" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Unablässig rinnt die warme Masse in die Brunnenschale.</figcaption></figure>



<p>Ebenfalls beobachten können die Besucher die Trüffelherstellung und wie Hohlfiguren wie Schoko-Weihnachtsmänner und -osterhasen entstehen. Ergänzend dazu stehen Vitrinen mit historischen Hohlfiguren-Formen in dem großen Raum. Und sogar unter der Decke hängen stilisierte Matritzen für allerlei Schoko-Figuren.</p>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2gxKCfA"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/48273367206_e5a7c7bc60_c.jpg" alt="Schokoladenmuseum Köln" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>So werden Schoko-Osterhasen und -Weihnachtsmänner gemacht. Die Formen drehen sich unablässig.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte der Schokolade</h2>



<p>Nach der Produktion folgt im Schokoladenmuseum noch eine ordentliche Portion Geschichte rund um die Schokolade. Da geht es um die Schoko-Werbewelt, bei der weder die lila Kuh noch der Sarotti-Mohr fehlen dürfen. Eine komplette Drogerie, früher der einzige Vertriebsweg für Schokolade, und eine Reihe von Verkaufsautomaten runden diesen Teil der Ausstellung ab.</p>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2gxL48C"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/48273450902_dd18365990_c.jpg" alt="Schokoladenmuseum Köln" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Der Sarotti-Mohr in der Drogerie.</figcaption></figure>



<p>Ein weiterer Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Bedeutung des Kakaos und der Schokolade in präkolumbianischer Zeit samt archäologischen Exponaten. Schließlich dokumentieren noch edle Trinkgefäße des 18. und 19. Jahrhunderts aus Porzellan und Silber, welche Bedeutung die sehr teure und rare Schokolade damals hatte.</p>



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<a href="https://flic.kr/p/2gxL3VU"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/48273450222_f3ef20b0c3_c.jpg" alt="Schokoladenmuseum Köln" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Ein Räuchergefäß der Maya, etwa 300 bis 650 nach Christi.</figcaption></figure>



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<a href="https://flic.kr/p/2gxKCt1"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/48273367926_5b4a386b7b_c.jpg" alt="Schokoladenmuseum Köln" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Edle Kannen für die Luxus-Leckerei heiße Schokolade.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Museum für die ganze Familie</h2>



<p>Mein Fazit: Das Schokoladenmuseum ist unbedingt einen Besuch wert. Vor allem Familien mit Kindern kommen voll auf ihre Kosten. Aber auch Erwachsene haben dort ihren Spaß. So muss ein Museum sein, und mit Schokolade kann man sowieso nichts falsch machen.</p>



<p></p>
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		<title>#tourdemuseum: Das Museum Ludwig in Köln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jul 2019 18:58:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="240" height="160" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/ludwig.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/ludwig.jpg 240w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/ludwig-150x100.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" /><p>Es sollte der Höhepunkt meiner #tourdemuseum werden und es war der Höhepunkt: ein Besuch im Museum Ludwig in Köln, gleich am Hauptbahnhof gelegen. Dieses Haus beinhaltet eine der beeindruckendsten Sammlungen der Kunst des 20. Jahrhundert. Leider fehlt ein für mich wichtiges Bild, das offenbar seit Jahren im Depot lagert. Dafür sind andere Lieblingsbilder von mir dort nach wie vor zu sehen. Ich habe das Museum vor 20 Jahren schon einmal besucht. Seitdem hat sich dort vieles verändert. Vor allem die monumentalen Werke der Amerikaner aus der Nachkriegszeit sind fast alle nicht mehr zu sehen. So hängt nur noch ein recht kleiner Jackson Pollock dort. Ich kann mich erinnern, dass früher ein zweiter ausgestellt war. Auch andere Gemälde habe ich vermisst, vor allem mein Lieblingsbild im Musem Ludwig: &#8222;Das blaue Phantom&#8220; von Wols. Bestes Blau aller Zeiten Dafür ist anderes blau. Ein ganz besonderes und von mir fast ebenso geliebtes Blau wie das vom Phantom. Es sind Bilder vom Meister des Blaus, von Yves Klein (1928-1962). Der hatte das seiner Meinung nach perfekte Blau gefunden und es sich sogar unter dem Namen IKB für International Klein Blue patentierten lassen. Im Museum Ludwig hängen zwei blaue Gemälde von Yves Klein nebeneinander: &#8222;Monochrom blau: IKB 73&#8220; von 1961 und &#8222;Blaues Schwammrelief: RE 19&#8220; von 1958. Ich habe davor gestanden und weiß auch nach längerem Überlegen nicht, welches mir besser gefällt. Sie sind beide von einem Blau, so fantastisch wie es fantastischer nicht sein kann. Das Museum Ludwig ist aber weit mehr als seine Bilder. Da ist zum einen die atemberaubende Architektur. Besonders fasziniert haben mich die Treppenhäuser. Die Unterseiten der Treppen sind jeweils mit einem Lichtband versehen. Die Athmosphäre ist hell und luftig. Großflächige Oberlichter lassen Tageslicht in das Gebäude fluten, ohne dass es Spiegelungen auf den Gemälden gibt. Von oben nach unten durchs 20. Jahrhundert Um die ganze Geschichte der Kunst vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute zu durchwandern, muss der Besucher ganz oben beginnen. Dort hängt die Sammlung Haubrich, die die Klassische Moderne und den Expressionismus umfasst. Es sind Bilder, die die Nazis als entartet abgetan haben, die dennoch gerettet und dem Museum nach dem Krieg übergeben wurden. Darunter sind Klassiker von Otto Dix, Marc Chagall, August Macke und vielen anderen, die beinahe jeder kennt. Eine Art Wintergarten hoch über der Stadt ist einem Künstler gewidmet, der für meinen Geschmack viel zu sehr aus dem Blick geraten ist: Otto Freundlich (1878-1943) . Auch er ist, wie Felix Nussbaum, ein Opfer der Nazis geworden. Freundlich, ein früher Vertreter der abstrakten Kunst, starb vermutlich im März 1943 im KZ Majdanek oder Sobibor. Im Wintergarten sind unter anderem seine große Skulptur &#8222;Aufstieg&#8220; und das Mosaik &#8222;Geburt des Menschen&#8220; zu sehen. Von den Expressionisten und der KIassischen Moderne geht es abwärts zu Picasso, Dali, zu Calder und den Minimalisten wie Rothko. Wieder überzeugen nicht nur die Gemälde und Skulpturen, sondern auch die Räume. Das Basement widmet das Museum der zeitgenössischen Kunst. Besonders gut gefallen haben mir die Werke der aktuellen Wolfgang-Hahn-Preisträgerin Jac Leirner. Ihre Sammlung von Plastiktüten aus Museen der Welt, alle akkurat nebeneinander gehängt zu einer großen Collage, ist genauso faszinierend wie die Schlange aus Geldscheinen, die sich über den Boden windet, oder das aus Visitenkarten zusammengesetzte Kreuz (Bilder unter dem Link oben). Fotografieren erlaubt Ich habe die Werke von Jac Leirner natürlich fotografiert, will die Bilder hier aber aus Gründen des Urheberrechts nicht zeigen. Im Museum darf übrigens nach Herzenslust fotografiert werden. Früher war dies nicht erlaubt, aber angesichts der vielen Menschen, die mit Handys alles aufnehmen, hat das Museum wohl kapituliert. Ich glaube kaum, dass sich irgendjemand von den Handyfotografen Gedanken über das Urheberrecht macht. Für das Museum ist es natürlich auch Werbung, wenn die Bilder auf Instagram oder sonstwo landen. Und ich habe mich gefreut, ungehemmt fotografieren zu dürfen, wie übrigens in allen von mir besuchten Museen. Der Besuch im Museum Ludwig hat mich nicht enttäuscht, auch wenn das blaue Phantom nicht da war und ich etliche andere Bilder vermisst habe. Dafür habe ich neue Künstler für mich entdeckt. Und ich habe die großen Werke der Kunstgeschichte des 21. Jahrhunderts in ganz echt gesehen. Im Gegensatz zu anderen berühmten Museen ist im Ludwig genug Platz und Freiheit, jedes Bild genau zu betrachten, das den Besucher fasziniert. Keine Menschentrauben wie vor der Mona Lisa, keine Selfie-Horden, kein Gedränge. Es war ein sehr angenehmer Museumsbesuch. Leider habe ich nicht oft genug die Gelegenheit, nach Köln zu fahren. Würde ich dort leben, ich hätte eine Dauerkarte für das Museum Ludwig.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="240" height="160" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/ludwig.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/ludwig.jpg 240w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/ludwig-150x100.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px" />
<p>Es sollte der Höhepunkt meiner #tourdemuseum werden und es war der Höhepunkt: ein Besuch im Museum Ludwig in Köln, gleich am Hauptbahnhof gelegen. Dieses Haus beinhaltet eine der beeindruckendsten Sammlungen der Kunst des 20. Jahrhundert. Leider fehlt ein für mich wichtiges Bild, das offenbar seit Jahren im Depot lagert. Dafür sind andere Lieblingsbilder von mir dort nach wie vor zu sehen.</p>



<span id="more-9988"></span>



<p>Ich habe das Museum vor 20 Jahren schon einmal besucht. Seitdem hat sich dort vieles verändert. Vor allem die monumentalen Werke der Amerikaner aus der Nachkriegszeit sind fast alle nicht mehr zu sehen. So hängt nur noch ein recht kleiner Jackson Pollock dort. Ich kann mich erinnern, dass früher ein zweiter ausgestellt war. Auch andere Gemälde habe ich vermisst, vor allem mein Lieblingsbild im Musem  Ludwig: <a href="https://museum-ludwig.kulturelles-erbe-koeln.de/documents/obj/05020259" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="&quot;Das blaue Phantom&quot; (opens in a new tab)">&#8222;Das blaue Phantom&#8220;</a> von Wols.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bestes Blau aller Zeiten</h2>



<p>Dafür ist anderes blau. Ein ganz besonderes und von mir fast ebenso geliebtes Blau wie das vom Phantom. Es sind Bilder vom Meister des Blaus, von Yves Klein (1928-1962). Der hatte das seiner Meinung nach perfekte Blau gefunden und es sich sogar unter dem Namen IKB für International Klein Blue patentierten lassen.</p>



<p>Im Museum Ludwig hängen zwei blaue Gemälde von Yves Klein nebeneinander:  &#8222;Monochrom blau: IKB 73&#8220; von 1961 und  &#8222;Blaues Schwammrelief: RE 19&#8220; von 1958. Ich habe davor gestanden und weiß auch nach längerem Überlegen nicht, welches mir besser gefällt. Sie sind beide von einem Blau, so fantastisch wie es fantastischer nicht sein kann.</p>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2guiY4p"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/48234411437_eb9c86bae4_c.jpg" alt="Museum Ludwig in Köln" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption> Monochrom blau: IKB 73 (links)  und  Blaues Schwammrelief: RE 19, beide von Yves Klein. </figcaption></figure>



<p>Das Museum Ludwig ist aber weit mehr als seine Bilder. Da ist zum einen die<a rel="noreferrer noopener" aria-label=" atemberaubende Architektur (opens in a new tab)" href="https://www.museum-ludwig.de/de/museum/das-museum/architektur.html" target="_blank"> atemberaubende Architektur</a>. Besonders fasziniert haben mich die Treppenhäuser. Die Unterseiten der Treppen sind jeweils mit einem Lichtband versehen. Die Athmosphäre ist hell und luftig. Großflächige Oberlichter lassen Tageslicht in das Gebäude fluten, ohne dass es Spiegelungen auf den Gemälden gibt.</p>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2gwTpkh"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/48263568146_82968bb9b0_c.jpg" alt="Museum Ludwig in Köln" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Lichtbänder markieren die Unterseiten der Treppen in den offenen Treppenhäusern.</figcaption></figure>



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</div><figcaption>Schräge Oberlichter sorgen für blendfreies Licht.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Von oben nach unten durchs 20. Jahrhundert</h2>



<p>Um die ganze Geschichte der Kunst vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute zu durchwandern, muss der Besucher ganz oben beginnen. Dort hängt die Sammlung Haubrich, die die Klassische Moderne und den Expressionismus umfasst. Es sind Bilder, die die Nazis als entartet abgetan haben, die dennoch gerettet und dem Museum nach dem Krieg übergeben wurden. Darunter sind Klassiker von Otto Dix, Marc Chagall, August Macke und vielen anderen, die  beinahe jeder kennt.</p>



<p>Eine Art Wintergarten hoch über der Stadt ist einem Künstler gewidmet, der für meinen Geschmack viel zu sehr aus dem Blick geraten ist: Otto Freundlich (1878-1943) . Auch er ist, wie <a href="https://pyrolim.de/pyropro/tourdemuseum-felix-nussbaum-und-felka-platek/">Felix Nussbaum</a>, ein Opfer der Nazis geworden. Freundlich, ein früher Vertreter der abstrakten Kunst, starb vermutlich im März 1943 im KZ Majdanek oder Sobibor. Im Wintergarten sind unter anderem seine große Skulptur &#8222;Aufstieg&#8220; und das Mosaik &#8222;Geburt des Menschen&#8220; zu sehen.</p>



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</div><figcaption>Der lichtdurchflutete Raum mit den Werken von Otto Freundlich.</figcaption></figure>



<p>Von den Expressionisten und der KIassischen Moderne geht es abwärts zu Picasso, Dali, zu Calder und den Minimalisten wie Rothko. Wieder überzeugen nicht nur die Gemälde und Skulpturen, sondern auch die Räume.</p>



<figure class="wp-block-embed-flickr wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div><figcaption>Der große Saal im ersten Stock, hinten links hängt der Jackson Pollock.</figcaption></figure>



<p>Das Basement widmet das Museum der zeitgenössischen Kunst. Besonders gut gefallen haben mir die Werke der aktuellen Wolfgang-Hahn-Preisträgerin<a rel="noreferrer noopener" aria-label=" Jac Leirner (opens in a new tab)" href="https://www.museum-ludwig.de/de/ausstellungen/jac-leirner.html" target="_blank"> Jac Leirner</a>. Ihre Sammlung von Plastiktüten aus Museen der Welt, alle akkurat nebeneinander gehängt zu einer großen Collage, ist genauso faszinierend wie die Schlange aus Geldscheinen, die sich über den Boden windet, oder das aus Visitenkarten zusammengesetzte Kreuz (Bilder unter dem Link oben). </p>



<h2 class="wp-block-heading">Fotografieren erlaubt</h2>



<p>Ich habe die Werke von Jac Leirner natürlich fotografiert, will die Bilder hier aber aus Gründen des Urheberrechts nicht zeigen. Im Museum darf übrigens nach Herzenslust fotografiert werden. Früher war dies nicht erlaubt, aber angesichts der vielen Menschen, die mit Handys alles aufnehmen, hat das Museum wohl kapituliert. Ich glaube kaum, dass sich irgendjemand von den Handyfotografen Gedanken über das Urheberrecht macht. Für das Museum ist es natürlich auch Werbung, wenn die Bilder auf Instagram oder sonstwo landen. Und ich habe mich gefreut, ungehemmt fotografieren zu dürfen, wie übrigens in allen von mir besuchten Museen.</p>



<p>Der Besuch im Museum Ludwig hat mich nicht enttäuscht, auch wenn das blaue Phantom nicht da war und ich etliche andere Bilder vermisst habe. Dafür habe ich neue Künstler für mich entdeckt. Und ich habe die großen Werke der Kunstgeschichte des 21. Jahrhunderts in ganz echt gesehen. Im Gegensatz zu anderen berühmten Museen ist im Ludwig genug Platz und Freiheit, jedes Bild genau zu betrachten, das den Besucher fasziniert. Keine Menschentrauben wie vor der Mona Lisa, keine Selfie-Horden, kein Gedränge. Es war ein sehr angenehmer Museumsbesuch.</p>



<p>Leider habe ich nicht oft genug die Gelegenheit, nach Köln zu fahren. Würde ich dort leben, ich hätte eine Dauerkarte für das Museum Ludwig.</p>



<p> </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/tourdemuseum-das-museum-ludwig-in-koeln/">#tourdemuseum: Das Museum Ludwig in Köln</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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