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	<title>Buchsouvenir Archive - Pyrolirium</title>
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	<title>Buchsouvenir Archive - Pyrolirium</title>
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		<title>Aus dem Familien-Bücherschrank: Vom deutschen Herzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Feb 2025 10:41:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchsouvenir]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vomdeutschenherzen.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Buchtitel &quot;Vom deutschen Herzen&quot; aus dem Langewiesche-Verlag." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vomdeutschenherzen.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vomdeutschenherzen-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vomdeutschenherzen-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Familien-Bücherschrank nenne ich die Sammlung all der Bücher, die ich irgendwann mal von früheren Generationen übernommen habe. Etliche davon habe ich hier schon vorgestellt. Diesmal: Vom deutschen Herzen. Das broschierte Büchlein in meinem Besitz gehört zur 1. Auflage, erschienen im Sommer 1917 im Verlag Karl Robert Langewiesche aus Königstein im Taunus und Leipzig. Den gibt es immer noch. Eine seiner Reihen heißt &#8222;Die blauen Bücher&#8220;. Sie widmet sich Kunst und Kultur, etwa dem Bamberger Reiter oder dem Leben Ernst Barlachs. &#8222;Vom deutschen Herzen&#8220; gehört ebenfalls zur Reihe der Blauen Bücher. Es hat einen dunkelgrauen, vielleicht früher mal blauen Umschlag mit Motiven, die ich dem Jugendstil zuordnen würde. Sammlung mit Malern vom deutschen Herzen &#8222;Vom deutschen Herzen&#8220; trägt den Untertitel &#8222;Werke neuerer deutscher Maler&#8220; und ist laut Vorblatt &#8222;Ihrer Exzellenz Frau Gertrud von Hindenburg in Verehrung und Ehrfurcht zugeeignet&#8220;. Sie war die Gattin von Paul von Hindenburg. Warum das Büchlein ihr zugeeignet wurde, erschließt sich heute nicht mehr. Im Vorwort wird dann noch über Zweck und Absicht des Buches sinniert, ohne darauf eine richtige Antwort zu geben. Es sei unnötig, darüber zu reden. &#8222;Sind sie erreicht, so wird das Buch für sich selber sprechen.&#8220; Am Ende des Verleger-Vorworts gibt es aber doch noch einen Hinweis: &#8222;Das Buch wurde im Herbst, Winter und Frühjahr des dritten Kriegsjahrs gearbeitet. Mögen die Bilder in ihrer Weise Zeugnis ablegen von dem Geist, für dessen Erhaltung und Wachstum gekämpft und gelitten wurde.&#8220; Anschließend folgt das Verzeichnis der Künstler von Wilhelm Leibl bis Fritz von Uhde, es sind aber ebenso viele unbekanntere Namen dabei wie Otto Schloderer, Ludwig Freiherr von Gleichen-Rußwurm oder Artur Kampf. Schließlich kommt das, was das Buch ausmacht: Bildtafeln der Gemälde, allesamt in Schwarzweiß. Was bei Kunst immer schade ist, ein Grund, warum ich bis heute kein Fan von Schwarzweiß-Fotografie bin. Zu oft musste ich in den frühen Jahren als Journalistin über Kunstausstellungen mit Schwarzweiß-Fotos berichten, weil es noch keinen Farbdruck gab. Dass die Bildtafeln im deutschen Herzen in Schwarzweiß sind, mag an der Zeit des Erscheinens liegen. Etliche Bilder haben wir heute sowieso in Farbe vor Augen, etwa &#8222;Die Schwester des Künstlers&#8220; von Adolph Menzel oder &#8222;Drei Frauen in der Kirche&#8220; von Wilhelm Leibl. Um sie zu in Farbe zu betrachten, reicht ein Blick ins Internet. Den gab es natürlich 1917 noch nicht. Garniert das Menzel-Bild mit dem Gedicht &#8222;Die deutsche Kunst&#8220; von Will Vesper. Kennt den heute noch jemand? Er war strammer Nazi und soll die Bücherverbrennung mit vorbereitet haben. Das war sicher 1917 noch nicht vorhersehbar. Ein Fall für ein Antiquariat &#8222;Vom deutschen Herzen&#8220; ist ein Büchlein, das vor allem für Historiker interessant sein dürfte. Wie es in den Familien-Bücherschrank gekommen ist, weiß ist nicht mehr. Die Familie meines Vaters war sehr gebildet und hat Bücher geliebt. Vielleicht kommt es aus der Ecke. Für mich ist es heute wertlos, es gibt viel bessere Darstellungen von Kunstwerken, in Farbe. Vermutlich werde ich das deutsche Herz ebenso wie den &#8222;Hindenburg&#8220; und andere alte Bücher irgendwann mal einem Antiquariat anbieten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/aus-dem-familien-buecherschrank-vom-deutschen-herzen/">Aus dem Familien-Bücherschrank: Vom deutschen Herzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vomdeutschenherzen.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Buchtitel &quot;Vom deutschen Herzen&quot; aus dem Langewiesche-Verlag." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vomdeutschenherzen.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vomdeutschenherzen-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vomdeutschenherzen-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Familien-Bücherschrank nenne ich die Sammlung all der Bücher, die ich irgendwann mal von früheren Generationen übernommen habe. Etliche davon habe ich hier schon vorgestellt. Diesmal: Vom deutschen Herzen.</p>



<span id="more-14029"></span>



<p>Das broschierte Büchlein in meinem Besitz gehört zur 1. Auflage, erschienen im Sommer 1917  im <a href="http://www.langewiesche-verlag.de/de/aktuell/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Verlag Karl Robert Langewiesche aus Königstein im Taunus und Leipzig</a>. Den gibt es immer noch.  Eine seiner Reihen heißt <a href="http://www.langewiesche-verlag.de/de/gesamtverzeichnis/blauebuecher/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Die blauen Bücher&#8220;</a>. Sie widmet sich Kunst und Kultur, etwa dem Bamberger Reiter oder dem Leben Ernst Barlachs. &#8222;Vom deutschen Herzen&#8220; gehört ebenfalls zur Reihe der Blauen Bücher. Es hat einen dunkelgrauen, vielleicht früher mal blauen Umschlag mit Motiven, die ich dem Jugendstil zuordnen würde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sammlung mit Malern vom deutschen Herzen</h2>



<p>&#8222;Vom deutschen Herzen&#8220; trägt den Untertitel &#8222;Werke neuerer deutscher Maler&#8220; und ist laut Vorblatt &#8222;Ihrer Exzellenz Frau Gertrud von Hindenburg in Verehrung und Ehrfurcht zugeeignet&#8220;. Sie war die Gattin von Paul von Hindenburg. Warum das Büchlein ihr zugeeignet wurde, erschließt sich heute nicht mehr. Im Vorwort wird dann noch über Zweck und Absicht des Buches sinniert, ohne darauf eine richtige Antwort zu geben.</p>



<p>Es sei unnötig, darüber zu reden. &#8222;Sind sie erreicht, so wird das Buch für sich selber sprechen.&#8220; Am Ende des Verleger-Vorworts gibt es aber doch noch einen Hinweis: &#8222;Das Buch wurde im Herbst, Winter und Frühjahr des dritten Kriegsjahrs gearbeitet. Mögen die Bilder in ihrer Weise Zeugnis ablegen von dem Geist, für dessen Erhaltung und Wachstum gekämpft und gelitten wurde.&#8220; </p>



<p>Anschließend folgt das Verzeichnis der Künstler von Wilhelm Leibl bis Fritz von Uhde, es sind aber ebenso viele unbekanntere Namen dabei wie Otto Schloderer, Ludwig Freiherr von Gleichen-Rußwurm oder Artur Kampf. Schließlich kommt das, was das Buch ausmacht: Bildtafeln der Gemälde, allesamt in Schwarzweiß. Was bei Kunst immer schade ist, ein Grund, warum ich bis heute <a href="https://pyrolim.de/pyropro/die-renaissance-der-schwarzweiss-fotografie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">kein Fan von Schwarzweiß-Fotografie bin</a>. Zu oft musste ich in den frühen Jahren als Journalistin über Kunstausstellungen mit Schwarzweiß-Fotos berichten, weil es noch keinen Farbdruck gab.</p>



<p>Dass die Bildtafeln im deutschen Herzen in Schwarzweiß sind, mag an der Zeit des Erscheinens liegen. Etliche Bilder haben wir heute sowieso in Farbe vor Augen, etwa <a href="https://www.kunstbilder-galerie.de/kunstdrucke/adolf-von-menzel-bild-4209.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Die Schwester des Künstlers&#8220; von Adolph Menzel</a> oder <a href="https://www.kunstbilder-galerie.de/kunstdrucke/wilhelm-leibl-bild-3672.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Drei Frauen in der Kirche&#8220; von Wilhelm Leibl</a>. Um sie zu in Farbe zu betrachten, reicht ein Blick ins Internet. Den gab es natürlich 1917 noch nicht. Garniert das Menzel-Bild mit dem Gedicht &#8222;Die deutsche Kunst&#8220; von Will Vesper. Kennt den heute noch jemand? Er war strammer Nazi und soll die Bücherverbrennung mit vorbereitet haben. Das war sicher 1917 noch nicht vorhersehbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Fall für ein Antiquariat</h2>



<p>&#8222;Vom deutschen Herzen&#8220; ist ein Büchlein, das vor allem für Historiker interessant sein dürfte. Wie es in den Familien-Bücherschrank gekommen ist, weiß ist nicht mehr. Die Familie meines Vaters war sehr gebildet und hat Bücher geliebt. Vielleicht kommt es aus der Ecke. Für mich ist es heute wertlos, es gibt viel bessere Darstellungen von Kunstwerken, in Farbe. Vermutlich werde ich das deutsche Herz ebenso wie den <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-was-mache-ich-mit-dem-hindenburg/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Hindenburg&#8220;</a> und andere alte Bücher irgendwann mal einem Antiquariat anbieten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/aus-dem-familien-buecherschrank-vom-deutschen-herzen/">Aus dem Familien-Bücherschrank: Vom deutschen Herzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Buchsouvenir: Was mache ich mit dem Hindenburg?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Aug 2024 15:59:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchsouvenir]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="512" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Hindenburg-Titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Unterschrift von Hindenburg kurz vor seinem Tod." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Hindenburg-Titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Hindenburg-Titel-150x96.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Hindenburg-Titel-768x492.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>In meinem Bücherschrank stehen noch eine Reihe von Erbstücken aus der Familie. Keine Bücher, an denen mein Herz hängt. Aber auch nichts, was ich so einfach wegschmeißen würde. Zum Beispiel den Hindenburg. Der großformatige, in grünes Leinen gebundene Band ist anlässlich des Todes von Reichspräsident und Feldmarschall Paul von Hindenburg im Juli 1934 erschienen. Ein Nazi-Machwerk. Und ein Sammelalbum für Zigarettenbildchen. Sozusagen ein Panini-Album von damals. Die erste Seite ziert ein Farbdruck des Hindenburg-Porträts von Biber-Wasmuth, dann folgen salbungsvolle Worte, in denen auch &#8222;unser Führer Adolf Hitler&#8220; erwähnt wird. Er habe seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, das deutsche Volk möge zu seinem toten Helden kommen. Danach folgt auf mehr als 100 Seiten die Lebensgeschichte Hindenburgs. Sie wird durchsetzt mit Anekdoten und Charakterisierungen, deren Wahrheitsgehalt kaum noch zu überprüfen sein dürfte. Ein Beispiel: &#8222;Die Art aber, wie er Kritik übte, immer sachlich und ohne frei von Schärfe und Sarkasmus, wirkte wohltuend und gewann ihm die Herzen.&#8220; Natürlich dürfen in einem Text über Hindenburg keine Kriegsberichte fehlen, deren Sprache und Ton uns heute sehr seltsam anmutet: &#8222;Mit rauchgeschwärzten Gesichtern, durch die Schweiß seine blassen Rinnen zieht, liegen die Jäger in und vor den qualmenden Häuserresten im Anschlag. Sie schießen und schießen, und jeder Schuss trifft und tötet sein Ziel.&#8220; Ein Bericht aus der Schlacht bei Tannenberg. Martialischer und schwülstiger Ton Weil das Hindenburg-Buch aber ein Nazibuch ist, kommt darin natürlich Nazi-Propaganda vor. Der Reichspräsident habe auf seine alten Tage mit stiller Freude gesehen, wie unter des Führers Hand sich das Deutsche Reich zu neuer Blüte entfaltet habe. Was für eine schwülstige Formulierung. Und so geht es immer weiter. Garniert wird der Text durch einige großformatige Farbdrucke, etwa mit dem Titel &#8222;Vormarsch im Granatfeuer&#8220; und ebenso großformatigen Schwarzweiß-Fotos, darunter das berühmte vom Treffen Hindenburgs und Hitlers am Tag von Potsdam. Und schließlich ist das Buch gespickt mit Zigarettenbildchen. Es müssen hunderte sein. In kleinem Format, nichts für Leute mit schlechten Augen. Das Buch ist herausgegeben worden von der Sturm-Zigaretten-Fabrik in Dresden, so ist es vorne vermerkt. Da schließt sich der Kreis. Denn die Fabrik hieß eigentlich Cigarettenfabrik Dressler. Vermarktet wurden die Glimmstängel unter dem Namen Zigarettenfirma Sturm, ihre Zigaretten sollten von den Mitgliedern der Sturmabteilung (SA) geraucht werden. Neben Sturm hießen die Zigarettenmarken Trommler, Alarm und Neue Front. Kein Wunder, dass ausgerechnet diese Firma ein Nazi-Album herausbrachte. Ob das dem toten Hindenburg gefallen hätte? Vollständig mit Hindenburg-Bildern bestückt Ich weiß nicht, aus welchem Teil meiner Familie das Album stammt. Es muss aber von einem starken Raucher kommen, denn die eingeklebten Zigarettenbildchen sind vollständig. Oder wurden sie getauscht, wie die oben erwähnten Paninibilder? Ich weiß es nicht. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass einer meiner Großväter Zigaretten geraucht hätte oder gar in der SA gewesen wäre. Mein Großvater mütterlicherseits rauchte Zigarren, davon kündet Mutters Fotoalbum. In der Familie meines Großvaters väterlicherseits waren meines Wissens alle Nichtraucher &#8211; ungewöhnlich für die Zeit. Es gibt zwar einen Zigarrenaschenbecher in Form eines Eisbären, aber der diente lediglich der Dekoration. Nun liegt also der Hindenburg-Schinken bei mir. Er ist in recht gutem Zustand, nur die hinteren Seiten sind offenbar mal feucht geworden. Aber was mache ich jetzt damit? Ich bin immer mal wieder dabei, den Haushalt zu verschlanken. Und ich finde, der Hindenburg kann weg. Ich lese sowieso nicht darin und gucke mir auch die Bildchen nicht an. Nicht meine Welt. Auf der Suche nach dem passenden Museum Ich hatte kurz überlegt, das Buch mit dem Flohmarkt zu nehmen. Aber wer weiß, was für Leute ihn dann haben wollen. Immerhin könnte ich damit vielleicht einen guten Gewinn machen, im Internet werden vollständig Alben für bis zu 78 Euro gehandelt. Ins Museum geben? Aber in welches? Ich bin für jeden Tipp dankbar. Irgendwie muss das Album in gute Hände kommen. Ich will es bestimmt nicht vererben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-was-mache-ich-mit-dem-hindenburg/">Buchsouvenir: Was mache ich mit dem Hindenburg?</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="512" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Hindenburg-Titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Unterschrift von Hindenburg kurz vor seinem Tod." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Hindenburg-Titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Hindenburg-Titel-150x96.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Hindenburg-Titel-768x492.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>In meinem Bücherschrank stehen noch eine Reihe von Erbstücken aus der Familie. Keine Bücher, an denen mein Herz hängt. Aber auch nichts, was ich so einfach wegschmeißen würde. Zum Beispiel den Hindenburg. </p>



<span id="more-13752"></span>



<p>Der großformatige, in grünes Leinen gebundene Band ist anlässlich des Todes von Reichspräsident und Feldmarschall Paul von Hindenburg im Juli 1934 erschienen. Ein Nazi-Machwerk. Und ein Sammelalbum für Zigarettenbildchen. Sozusagen ein Panini-Album von damals. Die erste Seite <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hindenburg_%28Bieber-Wasmuth%29.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ziert ein Farbdruck des Hindenburg-Porträts von Biber-Wasmuth</a>, dann folgen salbungsvolle Worte, in denen auch &#8222;unser Führer Adolf Hitler&#8220; erwähnt wird. Er habe seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, das deutsche Volk möge zu seinem toten Helden kommen.</p>



<p>Danach folgt auf mehr als 100 Seiten die Lebensgeschichte Hindenburgs. Sie wird durchsetzt mit Anekdoten und Charakterisierungen, deren Wahrheitsgehalt kaum noch zu überprüfen sein dürfte. Ein Beispiel: &#8222;Die Art aber, wie er Kritik übte, immer sachlich und ohne frei von Schärfe und Sarkasmus, wirkte wohltuend und gewann ihm die Herzen.&#8220; Natürlich dürfen in einem Text über Hindenburg keine Kriegsberichte fehlen, deren Sprache und Ton uns heute sehr seltsam anmutet: &#8222;Mit rauchgeschwärzten Gesichtern, durch die Schweiß seine blassen Rinnen zieht, liegen die Jäger in und vor den qualmenden Häuserresten im Anschlag. Sie schießen und schießen, und jeder Schuss trifft und tötet sein Ziel.&#8220; Ein Bericht aus der Schlacht bei Tannenberg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Martialischer und schwülstiger Ton</h2>



<p>Weil das Hindenburg-Buch aber ein Nazibuch ist, kommt darin natürlich Nazi-Propaganda vor. Der Reichspräsident habe auf seine alten Tage mit stiller Freude gesehen, wie unter des Führers Hand sich das Deutsche Reich zu neuer Blüte entfaltet habe. Was für eine schwülstige Formulierung. Und so geht es immer weiter.</p>



<p>Garniert wird der Text durch einige großformatige Farbdrucke, etwa mit dem Titel &#8222;Vormarsch im Granatfeuer&#8220; und ebenso großformatigen Schwarzweiß-Fotos, darunter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tag_von_Potsdam#/media/Datei:Bundesarchiv_Bild_183-S38324,_Tag_von_Potsdam,_Adolf_Hitler,_Paul_v._Hindenburg.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">das berühmte vom Treffen Hindenburgs und Hitlers am Tag von Potsdam</a>. Und schließlich ist das Buch gespickt mit Zigarettenbildchen. Es müssen hunderte sein. In kleinem Format, nichts für Leute mit schlechten Augen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="567" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Hindenburg.jpg" alt="Seite aus dem Buch über Hindenburg mit kleinen schwarz-weißen Fotos." class="wp-image-13759" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Hindenburg.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Hindenburg-150x106.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Hindenburg-768x544.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Seite aus dem Buch über Hindenburg mit kleinen schwarz-weißen Fotos, den Zigarettenbildchen.</figcaption></figure>



<p>Das Buch ist herausgegeben worden von der Sturm-Zigaretten-Fabrik in Dresden, so ist es vorne vermerkt. Da schließt sich der Kreis. Denn die Fabrik hieß eigentlich Cigarettenfabrik Dressler. Vermarktet wurden die Glimmstängel unter dem Namen Zigarettenfirma Sturm, ihre Zigaretten sollten von den Mitgliedern der Sturmabteilung (SA) geraucht werden. Neben Sturm hießen die Zigarettenmarken Trommler, Alarm und Neue Front. Kein Wunder, dass ausgerechnet diese Firma ein Nazi-Album herausbrachte. Ob das dem toten Hindenburg gefallen hätte?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vollständig mit Hindenburg-Bildern bestückt</h2>



<p>Ich weiß nicht, aus welchem Teil meiner Familie das Album stammt. Es muss aber von einem starken Raucher kommen, denn die eingeklebten Zigarettenbildchen sind vollständig. Oder wurden sie getauscht, wie die oben erwähnten Paninibilder? Ich weiß es nicht. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass einer meiner Großväter Zigaretten geraucht hätte oder gar in der SA gewesen wäre. Mein Großvater mütterlicherseits rauchte Zigarren, davon <a href="https://pyrolim.de/pyropro/aus-mutters-fotoalbum-die-wahre-schwarzweiss-fotografie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">kündet Mutters Fotoalbum</a>. In der Familie meines Großvaters väterlicherseits waren meines Wissens alle Nichtraucher &#8211; ungewöhnlich für die Zeit. Es gibt zwar einen <a href="https://pyrolim.de/pyropro/das-geheimnis-des-eisbaeren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zigarrenaschenbecher in Form eines Eisbären</a>, aber der diente lediglich der Dekoration.</p>



<p>Nun liegt also der Hindenburg-Schinken bei mir. Er ist in recht gutem Zustand, nur die hinteren Seiten sind offenbar mal feucht geworden. Aber was mache ich jetzt damit? Ich bin immer mal wieder dabei, <a href="https://pyrolim.de/pyropro/schuhe-zu-schoen-zum-wegwerfen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">den Haushalt zu verschlanken</a>. Und ich finde, der Hindenburg kann weg. Ich lese sowieso nicht darin und gucke mir auch die Bildchen nicht an. Nicht meine Welt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auf der Suche nach dem passenden Museum</h2>



<p>Ich hatte kurz überlegt, das Buch mit dem Flohmarkt zu nehmen. Aber wer weiß, was für Leute ihn dann haben wollen. Immerhin könnte ich damit vielleicht einen guten Gewinn machen, im Internet werden vollständig Alben für bis zu 78 Euro gehandelt. Ins Museum geben? Aber in welches? Ich bin für jeden Tipp dankbar. Irgendwie muss das Album in gute Hände kommen. Ich will es bestimmt nicht vererben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-was-mache-ich-mit-dem-hindenburg/">Buchsouvenir: Was mache ich mit dem Hindenburg?</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Buchsouvenir: Die Vielgeliebte &#8211; Roman voller schräger Vögel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Jul 2021 15:52:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchsouvenir]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vielgeliebte.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vielgeliebte.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vielgeliebte-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vielgeliebte-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/vielgeliebte-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Es gibt Bücher, die gehen einem nicht mehr aus dem Kopf, selbst wenn man sie schon vor Jahrzehnten gelesen hat. So geht es mir mit dem Roman Die Vielgeliebte von Jörg Mauthe. Er kam 1979 heraus, wurde mir von irgendjemandem empfohlen und liegt mir bis heute am Herzen. Gerade habe ich das Buch wieder mal gelesen und war erneut begeistert. Die Vielgeliebte ist eine Frau, die die Männer in Scharen anzieht. Nicht wegen ihrer Schönheit, obwohl sie durchaus attraktiv ist. So genau führt der Autor das nicht aus. Vor allem aber ist sie ein Wesen, das in Wien und seiner Heurigen-Kultur fest verwurzelt ist. Schon von daher hat die Frau, deren Namen der Leser nie erfährt, viele Kontakte in dieser Stadt. Hinzu kommt ihre herzerwärmende Art, aber auch ihr Durchsetzungsvermögen und die Tatsache, dass sie offenbar vor nichts und niemandem Angst hat. Sie ist immer offen, sagt, was sie denkt. Die Matratze der Sehnsucht Außerdem hat sie ihren Wohnungsschlüssel so deponiert, dass jeder, der weiß wo, in ihre Wohnung kann. Und so finden sich dort all diejenigen regelmäßig ein, die um sie kreisen wie Planeten um die Sonne. Sie kommen, um der Angebeteten riesige Blumensträuße zu bringen und um das mühe Haupt auf einer Matratze in ihrem Wohnzimmer zu betten. Und weil die Kunde vom Schlüssel bald die Runde macht, finden sich nach und nach auch Menschen dort ein, von denen die Vielgeliebte gar nicht weiß, wer sie sind. Wie der asiatische Mönch, der drei Tage auf der Matratze meditiert. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines Ich-Erzählers, des Heiligen. Er ist der Chef und engste Vertraute der Vielgeliebten und ein genauer Beobachter des Netzes, das sich um sie spannt. Das Netz, das sind nicht nur die Männer, die von ihr angezogen werden, sondern die gesamte Nachbarschaft und die ganze typisch wienerische Gesellschaft. Dieses Netz macht alles möglich, was gebraucht wird. Die Welt der Heurigen-Sänger Und so kommt es, dass er Ich-Erzähler viele wunderbare Geschichten zu berichten hat. In deren Mittelpunkt stehen die Verehrer der Vielgeliebten: der Silberne (eine Unterweltgröße), der Fürst (alter österreichischer Adel), der Medizinalrat, das Genie (der ein Kunstwerk auf einer Müllhalde erschafft und dort lebt), der Legationsrat (ein hoher Politiker) und schließlich der Geschiedene. Etwas außerhalb dieser Planetenbahn kreisen die Heurigen-Sänger um die Vielgeliebte und ihre Entourage. Allen voran der Brettschneider-Ferdi. Jeder von diesen hat seine eigene Geschichte, manche davon traurig, andere abstrus, aber immer erzählt mit viel Wiener Schmäh. So als der Silberne von der Suche nach dem Mörder seiner Frau berichtet, die ein ihm noch Unbekannter übel zugerichtet hat. Einer der Verdächtigen kann es nicht gewesen sein, denn der würde zwar eine Frau einfach so abstechen, sie aber nicht so zurichten. Bei Mauthe klingt das so: &#8222;Denn so schlecht er auch war, fürs Ästhetische hat er ein G&#8217;fühl g&#8217;habt: hat seine Mäderln immer so g&#8217;haut, daß man nix g&#8217;sehn hat danach.&#8220; Geschrieben in einem speziellen Stil Rund um die Vielgeliebte lässt Jörg Mauthe ein Panoptikum an unterschiedlichen Gestalten mit wunderbaren Geschichten entstehen. Sie sind teils traurig, teils witzig, aber immer liebevoll erzählt. Mauthe schreibt lange, verschachtelte Sätze, bedient sich einer recht blumigen Sprache. Die Dialoge sind oft im Dialekt verfasst. Und dennoch ist dieser Roman gut zu lesen, lässt einen mitunter auflachen und ist immer recht unterhaltsam. Nur manchmal lässt der Autor den Ich-Erzähler in lange Gedankengänge versinken, die den Leser etwas ratlos zurücklassen. Die Vielgeliebte* ist ein zeitloses Buch. So namenlos wie die meisten Protagonisten ist die Handlung in fast jeder Zeit vorstellbar. Ob nun beim Erscheinen des Romans vor nunmehr 40 Jahren oder heute. Die Vielgeliebte ist und bleibt eines meiner Lieblingsbücher. *Amazon-Link</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-die-vielgeliebte-roman-voller-schraeger-voegel/">Buchsouvenir: Die Vielgeliebte &#8211; Roman voller schräger Vögel</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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<p>Es gibt Bücher, die gehen einem nicht mehr aus dem Kopf, selbst wenn man sie schon vor Jahrzehnten gelesen hat. So geht es mir mit dem Roman Die Vielgeliebte von Jörg Mauthe. Er kam 1979 heraus, wurde mir von irgendjemandem empfohlen und liegt mir bis heute am Herzen. Gerade habe ich das Buch wieder mal gelesen und war erneut begeistert.</p>



<span id="more-11871"></span>



<p>Die Vielgeliebte ist eine Frau, die die Männer in Scharen anzieht. Nicht wegen ihrer Schönheit, obwohl sie durchaus attraktiv ist. So genau führt der Autor das nicht aus. Vor allem aber ist sie ein Wesen, das in Wien und seiner Heurigen-Kultur fest verwurzelt ist. Schon von daher hat die Frau, deren Namen der Leser nie erfährt, viele Kontakte in dieser Stadt. Hinzu kommt ihre herzerwärmende Art, aber auch ihr Durchsetzungsvermögen und die Tatsache, dass sie offenbar vor nichts und niemandem Angst hat. Sie ist immer offen, sagt, was sie denkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Matratze der Sehnsucht</h2>



<p>Außerdem hat sie ihren Wohnungsschlüssel so deponiert, dass jeder, der weiß wo, in ihre Wohnung kann. Und so finden sich dort all diejenigen regelmäßig ein, die um sie kreisen wie Planeten um die Sonne. Sie kommen, um der Angebeteten riesige Blumensträuße zu bringen und um das mühe Haupt auf einer Matratze in ihrem Wohnzimmer zu betten. Und weil die Kunde vom Schlüssel bald die Runde macht, finden sich nach und nach auch Menschen dort ein, von denen die Vielgeliebte gar nicht weiß, wer sie sind. Wie der asiatische Mönch, der drei Tage auf der Matratze meditiert.</p>



<p>Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines Ich-Erzählers, des Heiligen. Er ist der Chef und engste Vertraute der Vielgeliebten und ein genauer Beobachter des Netzes, das sich um sie spannt. Das Netz, das sind nicht nur die Männer, die von ihr angezogen werden, sondern die gesamte Nachbarschaft und die ganze typisch wienerische Gesellschaft. Dieses Netz macht alles möglich, was gebraucht wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Welt der Heurigen-Sänger</h2>



<p>Und so kommt es, dass er Ich-Erzähler viele wunderbare Geschichten zu berichten hat. In deren Mittelpunkt stehen die Verehrer der Vielgeliebten: der Silberne (eine Unterweltgröße), der Fürst (alter österreichischer Adel), der Medizinalrat, das Genie (der ein Kunstwerk auf einer Müllhalde erschafft und dort lebt), der Legationsrat (ein hoher Politiker) und schließlich der Geschiedene. Etwas außerhalb dieser Planetenbahn kreisen die Heurigen-Sänger um die Vielgeliebte und ihre Entourage. Allen voran der Brettschneider-Ferdi.</p>



<p>Jeder von diesen hat seine eigene Geschichte, manche davon traurig, andere abstrus, aber immer erzählt mit viel Wiener Schmäh. So als der Silberne von der Suche nach dem Mörder seiner Frau berichtet, die ein ihm noch Unbekannter übel zugerichtet hat. Einer der Verdächtigen kann es nicht gewesen sein, denn der würde zwar eine Frau einfach so abstechen, sie aber nicht so zurichten. Bei Mauthe klingt das so: &#8222;Denn so schlecht er auch war, fürs Ästhetische hat er ein G&#8217;fühl g&#8217;habt: hat seine Mäderln immer so g&#8217;haut, daß man nix g&#8217;sehn hat danach.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Geschrieben in einem speziellen Stil</h2>



<p>Rund um die Vielgeliebte lässt <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/J%C3%B6rg_Mauthe" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jörg Mauthe</a> ein Panoptikum an unterschiedlichen Gestalten mit wunderbaren Geschichten entstehen. Sie sind teils traurig, teils witzig, aber immer liebevoll erzählt. Mauthe schreibt lange, verschachtelte Sätze, bedient sich einer recht blumigen Sprache. Die Dialoge sind oft im Dialekt verfasst. Und dennoch ist dieser Roman gut zu lesen, lässt einen mitunter auflachen und ist immer recht unterhaltsam. Nur manchmal lässt der Autor den Ich-Erzähler in lange Gedankengänge versinken, die den Leser etwas ratlos zurücklassen.</p>



<p><a href="https://amzn.to/3wgIsCW" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Vielgeliebte</a>* ist ein zeitloses Buch. So namenlos wie die meisten Protagonisten ist die Handlung in fast jeder Zeit vorstellbar. Ob nun beim Erscheinen des Romans vor nunmehr 40 Jahren oder heute. Die Vielgeliebte ist und bleibt eines meiner Lieblingsbücher.</p>



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		<title>Buchsouvenir: Architektur in Schleswig-Holstein 1900-1980</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2020 10:38:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchsouvenir]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="370" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/archit1-e1601224680228.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/archit1-e1601224680228.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/archit1-e1601224680228-150x69.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/archit1-e1601224680228-768x355.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Wir fahren fast täglich vorbei an Beispielen für hochwertige Architektur der vergangenen Jahrzehnte. Nur erkennen wir sie oft nicht, jedenfalls geht es mir so. Ein kleines Büchlein, das ich schon fast 40 Jahre lang besitze, regt mich immer wieder an, genau hinzugucken: Architektur in Schleswig-Holstein 1900-1980. Nun ist Schleswig-Holstein nicht gerade das Mekka derer, die Beispiele für herausragende Architektur suchen. Das Land hat zwar einiges davon zu bieten, aber meistens kommen die Beispiele norddeutsch-unterkühlt daher. Ein 1980 im Wachholtz-Verlag erschienene Buch &#8222;Architektur in Schleswig-Holstein 1900-1980&#8220;* soll einen charakteristischen Querschnitt durch die Architektur in Schleswig-Holstein bieten. Die fachliche Beratung kommt vom Bund Deutscher Architekten (BDA). Viele Bauten gehören zu meinem Alltag Ich mag das Büchlein sehr, weil ich viel in Schleswig-Holstein unterwegs bin und viele der darin aufgeführten Bauten kenne. Manche davon, wie das Marine-Ehrenmal in Laboe oder der Leuchtturm Westerheversand, sind sofort als Zeugnisse bedeutsamer Architektur erkennbar. An anderen bin ich hunderte von Malen vorbeigelaufen, ohne die Bedeutung zu erahnen. Etwa der Lübecker Bahnhof, das Lübecker Theater oder der Kirchplatz in Lübeck-Kücknitz mit seinem Ensemble aus Kirche St. Johannis und der benachbarten Schule. Das 1910/1911 entstandene Ensemble bildet nach Angaben aus dem Buch eine &#8222;in Ziegel mit Zierverbänden aufgeführte lebhafte Winkelgruppe von Kirche und Schule zusammengefasst vom massigen Turm&#8220;. Dadurch sei eine &#8222;intime Vorplatzbildung&#8220; gegeben. Als Architekt ist Karl Mühlenpfordt aufgeführt. Der schrieb sich, anders als im Buch, mit C, also Carl, und gilt als Reformarchitekt. Bauten jeder Art und für jeden Zweck Die jeweils vorgestellten Bauten reichen von privaten Wohnhäusern und Villen über das, was heute Geschosswohnungsbau heißt, bis zu Kirchen, Schulen und Verwaltungsgebäuden. Sogar Brücken sind dabei. Jedem Beispiel der Architektur in Schleswig-Holstein zwischen 1900 und 1980 sind neben Bildern, manchmal auch Zeichnungen, Angaben zum Baujahr, über den Architekten und den Bauherrn sowie kurze Beschreibungen zugeordnet. Das alles chronologisch angeordnet, wie es der Titel nahelegt. Das älteste aufgeführte Gebäude ist der zwishen 1898 und 1906 erbaute und inzwischen abgerissene Nordseekurhof in Wyk auf Föhr, entworfen von August Endell. Das Haus bestach durch seine Jugendstilornamentik. Das jüngste Beispiel, erbaut von 1978 bis 1980, ist das Ökumenische Zentrum von Kiel-Mettenhof. Die Architekten sind Kurt Gelhaar und Ulrich Spyra. Einen der gewürdigten Architekten habe ich sogar persönlich kennengelernt: Peter Arp, der die Gebäude im Malenter Kurpark entworfen hat. Im Buch ist er mit einem Wohnhaus vertreten. Architektenverzeichnis und Stadtpläne Der Anhang des Buches enthält ein Architektenverzeichnis mit Verweis auf die von ihnen entworfenen und im Buch enthaltenen Gebäude, eine Auflisten der Gebäudearten von Villen und Einfamilienhäusern bis hin zu Denkmälern, Kulturbauten und Sportbauten sowie stilisierte Stadtpläne von Flensburg, Kiel, Neumünster und Lübeck mit den Nummern und Standorten der im Buch gezeigten Gebäude. Das Buch bietet einen guten Überblick über die Architektur in Schleswig-Holstein im 20. Jahrhundert. Ich nehme es immer wieder gerne zur Hand, weil es mir die Augen öffnet für das, was um mich herum steht. Vieles davon ist mir bekannt, manches habe ich erst durch das Buch entdeckt. So unscheinbar das Büchlein ist, war und ist es für mich immer wertvoll, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr kann ein Buchsouvenir nicht leisten. *Amazon-Link</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-architektur-in-schleswig-holstein-1900-1980/">Buchsouvenir: Architektur in Schleswig-Holstein 1900-1980</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="370" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/archit1-e1601224680228.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/archit1-e1601224680228.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/archit1-e1601224680228-150x69.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/archit1-e1601224680228-768x355.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Wir fahren fast täglich vorbei an Beispielen für hochwertige Architektur der vergangenen Jahrzehnte. Nur erkennen wir sie oft nicht, jedenfalls geht es mir so. Ein kleines Büchlein, das ich schon fast 40 Jahre lang besitze, regt mich immer wieder an, genau hinzugucken: Architektur in Schleswig-Holstein 1900-1980.</p>



<span id="more-11287"></span>



<p>Nun ist Schleswig-Holstein nicht gerade das Mekka derer, die Beispiele für herausragende Architektur suchen. Das Land hat zwar einiges davon zu bieten, aber meistens kommen die Beispiele norddeutsch-unterkühlt daher. Ein 1980 im Wachholtz-Verlag erschienene Buch <a href="https://www.amazon.de/gp/product/3529026603/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;tag=httpwwwpyroli-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;linkCode=as2&amp;creativeASIN=3529026603&amp;linkId=a782f9528ce6f72f29570b40d8fdf431" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Architektur in Schleswig-Holstein 1900-1980&#8220;</a>* soll einen charakteristischen Querschnitt durch die Architektur in Schleswig-Holstein bieten. Die fachliche Beratung kommt vom <a href="https://www.bda-bund.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bund Deutscher Architekten (BDA)</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Viele Bauten gehören zu meinem Alltag</h2>



<p>Ich mag das Büchlein sehr, weil ich viel in Schleswig-Holstein unterwegs bin und viele der darin aufgeführten Bauten kenne. Manche davon, wie das <a href="https://pyrolim.de/pyropro/erlebt/das-marine-ehrenmal-in-laboe-gedenkort-und-architekturdenkmal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Marine-Ehrenmal in Laboe</a> oder der <a href="https://pyrolim.de/pyropro/tagesausflug-an-die-westkueste/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Leuchtturm Westerheversand</a>, sind sofort als Zeugnisse bedeutsamer Architektur erkennbar. An anderen bin ich hunderte von Malen vorbeigelaufen, ohne die Bedeutung zu erahnen. Etwa der Lübecker Bahnhof, das Lübecker Theater oder der Kirchplatz in Lübeck-Kücknitz mit seinem Ensemble aus Kirche St. Johannis und der benachbarten Schule.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/archit2.jpg" alt="" class="wp-image-11288" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/archit2.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/archit2-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/archit2-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>St. Johannis und Schule (rechts) ergeben ein Ensemble, das den Kirchplatz einrahmt.</figcaption></figure>



<p>Das 1910/1911 entstandene Ensemble bildet nach Angaben aus dem Buch eine &#8222;in Ziegel mit Zierverbänden aufgeführte lebhafte Winkelgruppe von Kirche und Schule zusammengefasst vom massigen Turm&#8220;. Dadurch sei eine &#8222;intime Vorplatzbildung&#8220; gegeben. Als Architekt ist <a href="https://www.tu-braunschweig.de/baugeschichte/forschung/projekte/muehlenpfordt" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Karl Mühlenpfordt</a> aufgeführt. Der schrieb sich, anders als im Buch, mit C, also Carl, und gilt als Reformarchitekt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bauten jeder Art und für jeden Zweck</h2>



<p>Die jeweils vorgestellten Bauten reichen von privaten Wohnhäusern und Villen über das, was heute Geschosswohnungsbau heißt, bis zu Kirchen, Schulen und Verwaltungsgebäuden. Sogar Brücken sind dabei. Jedem Beispiel der Architektur in Schleswig-Holstein zwischen 1900 und 1980 sind neben Bildern, manchmal auch Zeichnungen, Angaben zum Baujahr, über den Architekten und den Bauherrn sowie kurze Beschreibungen zugeordnet. Das alles chronologisch angeordnet, wie es der Titel nahelegt.</p>



<p>Das älteste aufgeführte Gebäude ist der zwishen 1898 und 1906 erbaute und inzwischen abgerissene  <a href="https://nordsee-kurpark.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nordseekurhof in Wyk auf Föhr</a>, entworfen von <a href="https://www.bauwelt.de/themen/buecher/August-Endell.-18711925-2088522.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">August Endell</a>. Das Haus bestach durch seine Jugendstilornamentik. Das jüngste Beispiel, erbaut von 1978 bis 1980, ist das Ökumenische Zentrum von Kiel-Mettenhof. Die Architekten sind Kurt Gelhaar und Ulrich Spyra. Einen der gewürdigten Architekten habe ich sogar persönlich kennengelernt: Peter Arp, der die <a href="https://pyrolim.de/pyropro/die-architektur-im-malenter-kurpark/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gebäude im Malenter Kurpark</a> entworfen hat. Im Buch ist er mit einem Wohnhaus vertreten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Architektenverzeichnis und Stadtpläne</h2>



<p>Der Anhang des Buches enthält ein Architektenverzeichnis mit Verweis auf die von ihnen entworfenen und im Buch enthaltenen Gebäude, eine Auflisten der Gebäudearten von Villen und Einfamilienhäusern bis hin zu Denkmälern, Kulturbauten und Sportbauten sowie stilisierte Stadtpläne von Flensburg, Kiel, Neumünster und Lübeck mit den Nummern und Standorten der im Buch gezeigten Gebäude. </p>



<p>Das Buch bietet einen guten Überblick über die Architektur in Schleswig-Holstein im 20. Jahrhundert. Ich nehme es immer wieder gerne zur Hand, weil es mir die Augen öffnet für das, was um mich herum steht. Vieles davon ist mir bekannt, manches habe ich erst durch das Buch entdeckt. So unscheinbar das Büchlein ist, war und ist es für mich immer wertvoll, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr kann ein Buchsouvenir nicht leisten.</p>



<p><em>*Amazon-Link</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-architektur-in-schleswig-holstein-1900-1980/">Buchsouvenir: Architektur in Schleswig-Holstein 1900-1980</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Buchsouvenir: Die Zeitschrift &#8222;Meine Familie und ich&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2020 08:18:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchsouvenir]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="450" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/family.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/family.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/family-150x84.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/family-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Das Buchsouvenir ist diesmal ein Heftsouvenir. Es geht um die Sonderhefte der Zeitschrift &#8222;Meine Familie und ich&#8220;, die ich Mitte der 80er Jahre gekauft habe. Die Zeitschrift gab und gibt es noch heute an Supermarktkassen zu kaufen. Die Sonderhefte bestachen vor allem durch ihre wunderschönen Fotos. Das war der einzige Grund, warum ich sie gekauft habe. Ein Rezept daraus habe ich nie nachgekocht. Erstens weil sie recht kompliziert klingen, vor allem aber, weil ich sowieso keine große und schon gar keine begeisterte Köchin bin. Umso mehr begeistern mich gute Fotos und gute Grafik. Davon bieten die Hefte genug. Die Sonderhefte von &#8222;Meine Familie und ich&#8220; bieten abwechselnd Bilderstrecken und auf beigem Papier gedruckte und dadurch optisch abgehobene Informations- und Rezeptseiten. Die enthalten keine Fotos, sondern lediglich Zeichnungen. Auf den Fotostrecken geht es opulent zu. Da hat sich jemand richtig Mühe gegeben, die Speisen oder auch nur die Zutaten exzellent ins Bild zu setzen. Sehr viele Fotos hat Maria Harder gemacht, so steht es jedenfalls in den Heften. Ich glaube, ich vermag Maria Harders Handschrift, ihren Bildstil sofort zu erkennen. Sie bevorzugt offenbar einen leichten Schleier über ihren Food-Fotos, so als habe sich der Dampf vom Kochtopf, der Duft des Gerichts, auf dem Objektiv niedergeschlagen. Was ich an Food-Fotos immer wieder bewundere und was mich fasziniert, ist die Auswahl an Accessoires rund ums eigentliche Essen. Die Teller, die Leuchter, die Terrinen. Ich weiß, dass es viel Arbeit ist, immer das richtige für die Bildaussage zusammenzutragen. Dafür wird manchmal sogar in den Schränken der Fotografen gestöbert. Ich habe einen Onkel, der lange professionell Food-Fotografie gemacht hat. Wie oft hat meine Mutter auf seinen Fotos Gegenstände erkannt, die sie aus dem Haushalt ihrer Schwiegermutter oder von sonst wo aus der Familie kannte. Mut zum besonderen Porzellan Bei der Auswahl der Accessoires besticht manchmal der Mut der Arrangeure oder Fotografen. Oder ihr Geschick, besonderes Porzellan zu finden. Es muss nicht immer reines Weiß sein, auf dem Gerichte angerichtet werden. Die vielen hervorragenden Fotos sind es, die mich an den Sonderheften &#8222;Meine Familie und ich&#8220; stets fasziniert haben. Und so steht in meinem Bücherregal ein Schuber mit etlichen dieser Hefte. Was heute Pinterest oder Instagram sind, das waren damals gesammelte Zeitschriften, zumal, wenn sie so sehenswerten und hochwertigen Inhalt boten wie die Sonderhefte von &#8222;Meine Familie und ich&#8220;. Aufbewahren oder wegwerfen? Ich werde diesen Schatz weiter hüten, auch wenn ich manchmal drauf und dran bin, ihn dem Altpapier zu überantworten. Eine andere Variante, die ich schon einmal beim literarischen Menü angewandt habe, fällt bei diesen Heften aus: die Seiten, die ich aufheben will, herausreißen. Offenlegung: Ich habe keinen Auftrag von &#8222;Meine Familie und ich&#8220; für diesen Post erhalten und auch sonst keine Gegenleistung dafür bekommen. Falls jemand Werbung darin sehen will, ist die nicht gewollt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-die-zeitschrift-meine-familie-und-ich/">Buchsouvenir: Die Zeitschrift &#8222;Meine Familie und ich&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="450" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/family.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/family.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/family-150x84.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/family-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Das Buchsouvenir ist diesmal ein Heftsouvenir. Es geht um die Sonderhefte der Zeitschrift <a rel="noreferrer noopener" aria-label="&quot;Meine Familie und ich&quot; (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.meine-familie-und-ich.de/" target="_blank">&#8222;Meine Familie und ich&#8220;</a>, die ich Mitte der 80er Jahre gekauft habe. Die Zeitschrift gab und gibt es noch heute an Supermarktkassen zu kaufen. Die Sonderhefte bestachen vor allem durch ihre wunderschönen Fotos.</p>



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<p>Das war der einzige Grund, warum ich sie gekauft habe. Ein Rezept daraus habe ich nie nachgekocht. Erstens weil sie recht kompliziert klingen, vor allem aber, weil ich sowieso keine große und schon gar keine begeisterte Köchin bin. Umso mehr begeistern mich gute Fotos und gute Grafik. Davon bieten die Hefte genug.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="450" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/family.jpg" alt="" class="wp-image-10825" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/family.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/family-150x84.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/family-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption> Das Titelbild des ersten von mir gekauften Sonderheftes. Das Thema lautet &#8222;Würzig kochen&#8220;. </figcaption></figure>



<p>Die Sonderhefte von &#8222;Meine Familie und ich&#8220; bieten abwechselnd Bilderstrecken und auf beigem Papier gedruckte und dadurch optisch abgehobene Informations- und Rezeptseiten. Die enthalten  keine Fotos, sondern lediglich Zeichnungen. Auf den Fotostrecken geht es opulent zu.</p>



<p>Da hat sich jemand richtig Mühe gegeben, die Speisen oder auch nur die Zutaten exzellent ins Bild zu setzen. Sehr viele Fotos hat Maria Harder gemacht, so steht es jedenfalls in den Heften.</p>



<p>Ich glaube, ich vermag Maria Harders Handschrift, ihren Bildstil sofort zu erkennen. Sie bevorzugt offenbar einen leichten Schleier über ihren Food-Fotos, so als habe sich der Dampf vom Kochtopf, der Duft des Gerichts, auf dem Objektiv niedergeschlagen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="338" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fam1.jpg" alt="" class="wp-image-10700" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fam1.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fam1-150x85.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption>Aus dem Heft &#8222;Perlen aus Omas Küche&#8220; stammt die elegante Doppelseite mit Leuchtern und Terrine.</figcaption></figure>



<p>Was ich an Food-Fotos immer wieder bewundere und was mich fasziniert, ist die Auswahl an Accessoires rund ums eigentliche Essen. Die Teller, die Leuchter, die Terrinen. Ich weiß, dass es viel Arbeit ist, immer das richtige für die Bildaussage zusammenzutragen. Dafür wird manchmal  sogar  in den Schränken der Fotografen gestöbert. Ich habe einen Onkel, der lange professionell Food-Fotografie gemacht hat. Wie oft hat meine Mutter auf seinen Fotos Gegenstände erkannt, die sie aus dem Haushalt ihrer Schwiegermutter oder von sonst wo aus der Familie kannte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mut zum besonderen Porzellan</h2>



<p>Bei der Auswahl der Accessoires besticht manchmal der Mut der Arrangeure oder Fotografen. Oder ihr Geschick, besonderes Porzellan zu finden. Es muss nicht immer reines Weiß sein, auf dem Gerichte angerichtet werden.</p>



<p>Die vielen hervorragenden Fotos sind es, die mich an den Sonderheften &#8222;Meine Familie und ich&#8220; stets fasziniert haben. Und so steht in meinem Bücherregal ein Schuber mit etlichen dieser Hefte. Was heute Pinterest oder Instagram sind, das waren damals gesammelte Zeitschriften, zumal, wenn sie so sehenswerten und hochwertigen Inhalt boten wie die Sonderhefte von &#8222;Meine Familie und ich&#8220;.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aufbewahren oder wegwerfen?</h2>



<p>Ich werde diesen Schatz weiter hüten, auch wenn ich manchmal drauf und dran bin, ihn dem Altpapier zu überantworten. Eine andere Variante, die ich schon einmal beim <a rel="noreferrer noopener" aria-label="literarischen Menü (öffnet in neuem Tab)" href="https://pyrolim.de/pyropro/lesen-geht-durch-den-magen/" target="_blank">literarischen Menü</a> angewandt habe, fällt bei diesen Heften aus: die Seiten, die ich aufheben will, herausreißen. </p>



<p><em>Offenlegung: Ich habe keinen Auftrag von &#8222;Meine Familie und ich&#8220; für diesen Post erhalten und auch sonst keine Gegenleistung dafür bekomme</em>n. <em>Falls jemand Werbung darin sehen will, ist die nicht gewollt.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-die-zeitschrift-meine-familie-und-ich/">Buchsouvenir: Die Zeitschrift &#8222;Meine Familie und ich&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Buchsouvenir: Der Flüsterwitz im Dritten Reich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Nov 2019 09:27:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchsouvenir]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="600" height="338" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fluster.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fluster.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fluster-150x85.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><p>Das Buch ist mir irgendwann während meines Volontariats vor 40 Jahren in die Hände gefallen und hat bis heute einen festen Platz in meinem Bücherschrank. Als ich es geschenkt bekam, war es bereits fast 20 Jahre alt. &#8222;Der Flüsterwitz im Dritten Reich&#8220; ist bis heute aktuell: Ein Beweis, dass selbst in schlimmster Barbarei der Humor lebt. Die Witze hat der Erziehungswissenschaftler Hans-Jochen Gamm (1925 &#8211; 2011) gesammelt und in dem Büchlein kommentiert. Der Verlag versteigt sich im Klappentext zu einer Theorie, die doch recht gewagt ist: &#8222;Der Flüsterwitz war ein gefährlicher Angriff des Mannes von der Straße gegen den allmächtigen Apparat, gegen die Bonzen und ihre Weltanschauung, denn Gelächter war tödlich für die auf sturen Ernst zugeschnittene braune Tyrannei.&#8220; Nun, tödlich dürfte es eher gewesen sein, beim Erzählen dieser Witze erwischt zu werden. Witze zum Tot-Lachen. Zeitleiste des Nationalsozialismus Gamm reiht sie nicht einfach aneinander. Er kommentiert sie ausführlich. Dabei hangelt er sich an der Zeit des Nationionalsozialismus entlang. Er beginnt mit einem Witz über den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Hindenburg soll eine Dame empfangen, die ihm einen großen Blumenstrauß zu überreichen gedenkt. Das Einwickelpapier will sie im Vorzimmer zur Seite tun. Da ruft ihr Staatssekretär Meißner entsetzt zu: &#8222;Lassen Sie doch um Gottes willen kein Papier herumliegen; der alte Herr unterschreibt es sonst sofort!&#8220; Ein Witz, der ein gehöriges Maß an Geschichtskenntnis erfordert. Gamm erläutert zwar etwas langatmig, aber treffend, was es mit dem Papier und dem Unterschreiben auf sich hat. Überschrieben ist dieses erste Kapitel mit &#8222;Witze gegen das Reich des Unheils&#8220;. Weiter geht es mit dem Alltag im Dritten Reich, Politik und Diplomatie, Partei und Bonzen, Ideologie, Rasse, Blut und Boden, Der &#8222;Führer&#8220; im Witz, Judenwitze, Religiöse Linien im Witz, Die Bundesgenossen und Das Inferno &#8211; Der Ausgang des dritten Reiches. Daran schließen sich Anmerkungen und Verzeichnisse der NS-Organisationen und der NS-Funktionäre an. Als Berlin während des Krieges verdunkelt war, ging ein Mann spät abends nach Hause. Plötzlich hörte er dicht hinter sich ein scharfes Zischen: &#8222;Stehenbleiben oder ich schieße!&#8220; Ein Pistolenlauf war in der Dunkelheit matt zu sehen. &#8222;Sofort die Brieftasche her!&#8220;, fuhr der Unbekannte fort. &#8222;Sie haben mir aber einen Schrecken eingejagt&#8220;, sagt er der Mann erleichtert. &#8222;Ich glaubte schon, Sie wären von der Polizei.&#8220; Wie bezeichnend für eine, für diese Diktatur, dass Menschen lieber Räubern als Polizisten in die Hände fallen. Dass es gefährlich war, abweichende Meinungen zu sagen oder sogar politische Witze zu machen, belegt eben einer jener Witze. Die Zähne werden in Deutschland zukünftig durch die Nase gezogen, weil niemand mehr den Mund aufmachen darf. Witze von jenseits der Grenzen In seinen Erläuterungen legt Gamm dar, dass zwar innerhalb Deutschlands versucht werden konnte, Witz und Spötteleien zu unterdrücken, es im Ausland aber nicht möglich war, was die Nazis offenbar ärgerte. Gamm glaubt gar, dass Hitler aus Ärger über Beleidigungen europäische Politik machte und manche seiner jähen und unverständlichen Schlüsse auf diesem Ärger beruhen. Das ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber wer weiß? Vom Besuch Hitlers in Italien ist dieser Dialog im Buch als Witz überliefert. Hitler zu Mussolini: &#8222;Ave Imperator!&#8220;. Mussolini zu Hitler: &#8222;Ave Imitator!&#8220; Gamm lässt auch die Judenwitze nicht aus. Die von ihm zitierten diffamieren aber nicht die Juden, sondern schlagen sich auf die Seite der Entrechteten und Drangsalierten. Der Flüsterwitz im Dritten Reich ist eben vor allem Kritik an den Herrschenden. Bei manchem Witz wird deutlich, wie perfide die Machthaber vorgingen, um die Juden zu diskreditieren. Im Zirkus bricht bei einem Dressurakt ein Löwe aus und springt ins Publikum. Ein beherzter Jüngling schlägt ihm mit dem Spazierstock derart über den Schädel, dass er bewusstlos wird und abtransportiert werden kann. Ein Reporter bittet den Jüngling um seinen Namen. &#8222;Moritz Levi&#8220; ist die Antwort. Am nächsten Morgen steht im Völkischen Beobachter: &#8222;Frecher Judenlümmel misshandelt edle Tiere!&#8220; Im weiteren Teil dieses Kapitels stellt Gamm fest, dass die ungeheuren Verbrechen der Nationalsozialisten an den Juden den politischen Witz schließlich nicht mehr erlaubten. Gamm bescheinigt den Deutschen Unsicherheit, als ihre Nachbarn und Freunde abgeholt wurden und verschwinden, als Nachrichten von den Greueltagen nach Deutschland gelangen. Er geht mit seinen Landsleuten aber auch hart ins Gericht, wenn er über die Juden schreibt: &#8222;Man ließ sie allein auf der düsteren Straße, wandte sich ab von den Deportationen, musste gleichwohl Beklemmendes von den Fronturlaubern hören, die im Osten mancherlei gesehen hatten, zog daraus aber keine Konsequenzen.&#8220; Dem Flüsterwitz ein Denkmal gesetzt Der Autor hat nicht nur in einer großen Fleißarbeit viele, viele Witze gesammelt und dem Flüsterwitz im Dritten Reich damit ein Denkmal gesetzt. Er kommentiert die Witze in zwar langen und verschachtelten Sätze, vermittelt aber viel Hintergrundwissen. Er erklärt manches, was heute unverständlich wäre. Die Kommentare und Erläuterungen, die Einordnungen des Autors nehmen sogar deutlich mehr Platz ein, als die Witze selbst. Seinen großen Bogen durch den Flüsterwitz beendet Gramm mit einem Witz, der nach der Kapitulation entstand. Auch er ist nur mit etwas Geschichtswissen verständlich. Die Naziherrschaft ist zu Ende. Das Urteil ist gesprochen. Hitler, Göring und Goebbels hängen am Galgen. Da wendet Göring sich noch einmal rechthaberisch zu Goebbels und röchelt ihm zu: &#8222;Ich habe es dir ja immer gesagt, die Sache wird in der Luft entschieden!&#8220;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-der-fluesterwitz-im-dritten-reich/">Buchsouvenir: Der Flüsterwitz im Dritten Reich</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="600" height="338" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fluster.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fluster.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fluster-150x85.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" />
<p>Das Buch ist mir irgendwann während meines <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Volontariats vor 40 Jahren (opens in a new tab)" href="https://pyrolim.de/pyropro/40-jahre-journalismus-mein-rueckblick/" target="_blank">Volontariats vor 40 Jahren</a> in die Hände gefallen und hat bis heute einen festen Platz in meinem Bücherschrank. Als ich es geschenkt bekam, war es bereits fast 20 Jahre alt. &#8222;Der Flüsterwitz im Dritten Reich&#8220; ist bis heute aktuell: Ein Beweis, dass selbst in schlimmster Barbarei der Humor lebt.</p>



<span id="more-10516"></span>



<p>Die Witze hat der Erziehungswissenschaftler <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Hans-Jochen Gamm (1925 - 2011) (opens in a new tab)" href="https://www.bdwi.de/forum/archiv/uebersicht/5415834.html" target="_blank">Hans-Jochen Gamm (1925 &#8211; 2011)</a> gesammelt und in dem Büchlein kommentiert. Der Verlag versteigt sich im Klappentext zu einer Theorie, die doch recht gewagt ist: &#8222;Der Flüsterwitz war ein  gefährlicher Angriff des Mannes von der Straße gegen den allmächtigen  Apparat, gegen die Bonzen und ihre Weltanschauung, denn Gelächter war tödlich für die auf sturen Ernst zugeschnittene braune Tyrannei.&#8220; Nun, tödlich dürfte es eher gewesen sein, beim Erzählen dieser Witze erwischt zu werden. Witze zum Tot-Lachen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="338" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fluster.jpg" alt="" class="wp-image-10522" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fluster.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/fluster-150x85.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Zeitleiste des Nationalsozialismus</h2>



<p>Gamm reiht sie nicht einfach aneinander. Er kommentiert sie ausführlich. Dabei hangelt er sich an der Zeit des Nationionalsozialismus entlang. Er beginnt mit einem Witz über den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Hindenburg soll eine Dame empfangen, die ihm einen großen Blumenstrauß zu überreichen gedenkt. Das Einwickelpapier will sie im Vorzimmer zur Seite tun. Da ruft ihr Staatssekretär Meißner entsetzt zu: &#8222;Lassen Sie doch um Gottes willen kein Papier herumliegen; der alte Herr unterschreibt es sonst sofort!&#8220;</p></blockquote>



<p>Ein Witz, der ein gehöriges Maß an Geschichtskenntnis erfordert. Gamm erläutert zwar etwas langatmig, aber treffend, was es mit dem Papier und dem Unterschreiben auf sich hat. Überschrieben ist dieses erste Kapitel mit &#8222;Witze gegen das Reich des Unheils&#8220;. Weiter geht es mit dem Alltag im Dritten Reich, Politik und Diplomatie, Partei und Bonzen, Ideologie, Rasse, Blut und Boden, Der &#8222;Führer&#8220; im Witz, Judenwitze, Religiöse Linien im Witz, Die Bundesgenossen und Das Inferno &#8211; Der Ausgang des dritten Reiches. Daran schließen sich Anmerkungen und Verzeichnisse der NS-Organisationen und der NS-Funktionäre an.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Als Berlin während des Krieges verdunkelt war, ging ein Mann spät abends nach Hause. Plötzlich hörte er dicht hinter sich ein scharfes Zischen: &#8222;Stehenbleiben oder ich schieße!&#8220; Ein Pistolenlauf war in der Dunkelheit matt zu sehen. &#8222;Sofort die Brieftasche her!&#8220;, fuhr der Unbekannte fort. &#8222;Sie haben mir aber einen Schrecken eingejagt&#8220;, sagt er der Mann erleichtert. &#8222;Ich glaubte schon, Sie wären von der Polizei.&#8220;</p></blockquote>



<p>Wie bezeichnend für eine, für diese Diktatur, dass Menschen lieber Räubern als Polizisten in die Hände fallen. Dass es gefährlich war, abweichende Meinungen zu sagen oder sogar politische Witze zu machen, belegt eben einer jener Witze.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Die Zähne werden in Deutschland zukünftig durch die Nase gezogen, weil niemand mehr den Mund aufmachen darf.</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Witze von jenseits der Grenzen</h2>



<p>In seinen Erläuterungen legt Gamm dar, dass zwar innerhalb Deutschlands versucht werden konnte, Witz und Spötteleien zu unterdrücken, es im Ausland aber nicht möglich war, was die Nazis offenbar ärgerte. Gamm glaubt gar, dass Hitler aus Ärger über Beleidigungen europäische Politik machte und manche seiner jähen und unverständlichen Schlüsse auf diesem Ärger beruhen. Das ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber wer weiß? Vom Besuch Hitlers in Italien ist dieser Dialog im Buch als Witz überliefert.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Hitler zu Mussolini: &#8222;Ave Imperator!&#8220;. Mussolini zu Hitler: &#8222;Ave Imitator!&#8220;</p></blockquote>



<p>Gamm lässt auch die Judenwitze nicht aus. Die von ihm zitierten diffamieren aber nicht die Juden, sondern schlagen sich auf die Seite der Entrechteten und Drangsalierten. Der Flüsterwitz im Dritten Reich ist eben vor allem Kritik an den Herrschenden. Bei manchem Witz wird deutlich, wie perfide die Machthaber vorgingen, um die Juden zu diskreditieren.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Im Zirkus bricht bei einem Dressurakt ein Löwe aus und springt ins Publikum. Ein beherzter Jüngling schlägt ihm mit dem Spazierstock derart über den Schädel, dass er bewusstlos wird und abtransportiert werden kann. Ein Reporter bittet den Jüngling um seinen Namen. &#8222;Moritz Levi&#8220; ist die Antwort. Am nächsten Morgen steht im Völkischen Beobachter: &#8222;Frecher Judenlümmel misshandelt edle Tiere!&#8220;</p></blockquote>



<p>Im weiteren Teil dieses Kapitels stellt Gamm fest, dass die ungeheuren Verbrechen der Nationalsozialisten an den Juden den politischen Witz schließlich nicht mehr erlaubten. Gamm bescheinigt den Deutschen Unsicherheit, als ihre Nachbarn und Freunde abgeholt wurden und verschwinden, als Nachrichten von den Greueltagen nach Deutschland gelangen. Er geht mit seinen Landsleuten aber auch hart ins Gericht, wenn er über die Juden schreibt: &#8222;Man ließ sie allein auf der düsteren Straße, wandte sich ab von den Deportationen, musste gleichwohl Beklemmendes von den Fronturlaubern hören, die im Osten mancherlei gesehen hatten, zog daraus aber keine Konsequenzen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Dem Flüsterwitz ein Denkmal gesetzt</h2>



<p> Der Autor hat nicht nur in einer großen Fleißarbeit viele, viele Witze gesammelt und dem Flüsterwitz im Dritten Reich damit ein Denkmal gesetzt. Er kommentiert die Witze in zwar langen und verschachtelten Sätze, vermittelt aber viel Hintergrundwissen. Er erklärt manches, was heute unverständlich wäre. Die Kommentare und Erläuterungen, die Einordnungen des Autors nehmen sogar deutlich mehr Platz ein, als die Witze selbst.</p>



<p>Seinen großen Bogen durch den Flüsterwitz beendet Gramm mit einem Witz, der nach der Kapitulation entstand. Auch er ist nur mit etwas Geschichtswissen verständlich.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Die Naziherrschaft ist zu Ende. Das Urteil ist gesprochen. Hitler, Göring und Goebbels hängen am Galgen. Da wendet Göring sich noch einmal rechthaberisch zu Goebbels und röchelt ihm zu: &#8222;Ich habe es dir ja immer gesagt, die Sache wird in der Luft entschieden!&#8220;</p><p></p></blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-der-fluesterwitz-im-dritten-reich/">Buchsouvenir: Der Flüsterwitz im Dritten Reich</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Buchsouvenir: Einführung in das Grüne Gewölbe</title>
		<link>https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-einfuehrung-in-das-gruene-gewoelbe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Oct 2019 09:52:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchsouvenir]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mädchen mögen alles, was mit Prinzessinnen, Prinzen, mit Edelsteinen und Schmuck zu tun hat. Mein Schlüsselerlebnis als Kind war ein Besuch im Grünen Gewölbe in Dresden, als es noch nicht wieder das Grüne Gewölbe war, aber die Kunstgegenstände zeigt, die dort hinein gehören. Das war irgendwann in den 1970er Jahren. Daran erinnert mich ein Buch von 1986, das ich bis heute habe. Bald wird es wieder aktuell für mich. Bei einem späteren Besuch Ende der 1980-er Jahre habe ich es als Erinnerung gekauft, Herausgegeben wurde es von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erstmals im Jahr 1975. Da ich im Oktober das Grüne Gewölbe besuche, habe ich das Büchlein wieder hervorgeholt. Bildband mit den schönsten Stücken Es zeigt in bis heute hochwertig erscheinenden Fotos die wichtigsten Schätze der Schatzkammer der sächsischen Kurfürsten. Die Erklärungen erscheinen in einem heute antiquiert wirkenden Schriftbild. Und doch ist es ein Büchlein, das ich immer noch gerne zur Hand nehme. Vielleicht auch deshalb, weil ich bisher weder das wiedererstandene Original-Gewölbe gesehen noch jemals einen aktuelleres Buch über dieses so besondere Museum gekauft habe. Das Büchlein ist ein Bildband ohne Bildbandformat. Es zeigt auf 120 Seiten die Schätze des Grünen Gewölbes: Nautiluspokale, mit Edelsteinen besetzte Schmuckkästchen, Besteck mit Korallen als Griffen und Trinkgefäße aus Straußeneiern, gefasst in vergoldetes Silber. Natürlich sind auch der berühmte Moor mit Smaragdstufe und das Prunkstück der Sammlung, &#8222;Der Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb&#8220; zu sehen. Ergänzt werden die Bilder durch einen Text zur Geschichte des Grünen Gewölbes und kurze Erläuterungen zu einigen Exponaten. Der Einführungstext umreißt die Geschichte der Schatzkammer, die nach der Farbe ihrer Säulen und Kapitelle benannt ist. Am spannendsten daran ist der Teil, der sich mit der Geschichte ab 1942 beschäftigt. Geschichte ab 1942 Natürlich ist diese Passage gefärbt vom Verhältnis zum damaligen &#8222;großen Bruder&#8220; und von den Sprachregelungen der DDR. 1942, als &#8222;im Gefolge der barbarischen Überfälle des deutschen Faschismus auf die europäischen Völker die Bombardierung der deutschen Städte durch die westlichen Alliierten ständig zunahm&#8220;, wurden die Schätze in die Feste Königstein ausgelagert. Dass die gesamte Sammlung, 3000 Werke aus Gold, Silber und Edelsteinen, nach Kriegsende in Moskau landete, wird mit einem lapidaren Satz vermerkt. Der Bestand des Grünen Gewölbes wurde &#8222;in die Safes des Finanzministeriums der UdSSR überführt&#8220;. Erst 1958 kehrte die Sammlung nach Dresden zurück. Da das historische Gewölbe zerstört war, wurde die Sammlung bis 2004 im Albertinum gezeigt. Dort habe ich sie in den 1970er- und 1980-er Jahren gesehen. Ohne Riesenansturm von Touristen, ganz in Ruhe. Eintrittskarten besser online bestellen Das hat sich komplett geändert. Teilweise in die wiederaufgebauten historischen Räume zurückgekehrt, ist das Grüne Gewölbe einer der größten Anziehungspunkte für Touristen in Dresden. Es empfiehlt sich, Karten im Voraus online zu bestellen. Und selbst dann ist der Wunschtag oft schon ausgebucht, so ist es auch mir gegangen. Ich bin nun am 23. Oktober im Grünen Gewölbe und freue mich schon sehr darauf. Das Büchlein nehme ich mit. Es erinnert mich an meine damaligen Besuche im Grünen Gewölbe. Natürlich werde ich im Museumsshop auch ein neues Buch über das Grüne Gewölbe kaufen und es mit dem alten vergleichen. Das aber bleibt immer in meinem Bücherregal &#8211; als schönes Buchsouvenir. Inzwischen war ich in Dresden und im Grünen Gewölbe. Genauer in beiden Grünen Gewölben. Es war der Besuch in einem tollen Museum.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-einfuehrung-in-das-gruene-gewoelbe/">Buchsouvenir: Einführung in das Grüne Gewölbe</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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<p>Mädchen mögen alles, was mit Prinzessinnen, Prinzen, mit Edelsteinen und Schmuck zu tun hat. Mein Schlüsselerlebnis als Kind war ein Besuch im Grünen Gewölbe in Dresden, als es noch nicht wieder das Grüne Gewölbe war, aber die Kunstgegenstände zeigt, die dort hinein gehören. Das war irgendwann in den 1970er Jahren. Daran erinnert mich ein Buch von 1986, das ich bis heute habe. Bald wird es wieder aktuell für mich.</p>



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<p>Bei einem späteren Besuch Ende der 1980-er Jahre habe ich es als Erinnerung gekauft, Herausgegeben wurde es von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erstmals im Jahr 1975. Da ich im Oktober das Grüne Gewölbe besuche, habe ich das Büchlein wieder hervorgeholt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bildband mit den schönsten Stücken</h2>



<p>Es zeigt in bis heute hochwertig erscheinenden Fotos die wichtigsten Schätze der Schatzkammer der sächsischen Kurfürsten. Die Erklärungen erscheinen in einem heute antiquiert wirkenden Schriftbild. Und doch ist es ein Büchlein, das ich immer noch gerne zur Hand nehme. Vielleicht auch deshalb, weil ich bisher weder das wiedererstandene Original-Gewölbe gesehen noch jemals einen aktuelleres Buch über dieses so besondere Museum gekauft habe. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="419" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/grun2.jpg" alt="" class="wp-image-10359" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/grun2.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/grun2-150x79.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/grun2-768x402.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Teil des Buchtitels mit einem Details aus dem Hofstaat zu Delhi.</figcaption></figure>



<p>Das Büchlein ist ein Bildband ohne Bildbandformat. Es zeigt auf 120 Seiten die Schätze des Grünen Gewölbes: Nautiluspokale, mit Edelsteinen besetzte Schmuckkästchen, Besteck mit Korallen als Griffen und Trinkgefäße aus Straußeneiern, gefasst in vergoldetes Silber. Natürlich sind auch der berühmte Moor mit Smaragdstufe und das Prunkstück der Sammlung, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnes_Gew%C3%B6lbe#/media/Datei:The_Green_Vault_2010.jpg">&#8222;Der Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb&#8220;</a> zu sehen.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="582" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/grun1.jpg" alt="" class="wp-image-10358" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/grun1.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/grun1-150x109.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/grun1-768x559.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Doppelseite mit Rhinozeroshorn-Polkal und Mohr mit Smaragdstufe.</figcaption></figure>



<p>Ergänzt werden die Bilder durch einen Text zur Geschichte des Grünen Gewölbes und kurze Erläuterungen zu einigen Exponaten. Der Einführungstext umreißt die Geschichte der Schatzkammer, die nach der Farbe ihrer Säulen und Kapitelle benannt ist. Am spannendsten daran ist der Teil, der sich mit der Geschichte ab 1942 beschäftigt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Geschichte ab 1942</h2>



<p>Natürlich ist diese Passage gefärbt vom Verhältnis zum damaligen &#8222;großen Bruder&#8220; und von den Sprachregelungen der DDR. 1942, als &#8222;im Gefolge der barbarischen Überfälle des deutschen Faschismus auf die europäischen Völker die <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Bombardierung der deutschen Städte  (opens in a new tab)" href="https://pyrolim.de/pyrocontra/dresden-1945-der-tag-als-der-geheimrat-verbrannte/" target="_blank">Bombardierung der deutschen Städte </a>durch die westlichen Alliierten ständig zunahm&#8220;, wurden die Schätze in die Feste Königstein ausgelagert.</p>



<p>Dass die gesamte Sammlung, 3000 Werke aus Gold, Silber und Edelsteinen, nach Kriegsende in Moskau landete, wird mit einem lapidaren Satz vermerkt. Der Bestand des Grünen Gewölbes wurde &#8222;in die Safes des Finanzministeriums der UdSSR überführt&#8220;. Erst 1958 kehrte die Sammlung nach Dresden zurück. Da das historische Gewölbe zerstört war, wurde die Sammlung bis 2004 im Albertinum gezeigt. Dort habe ich sie in den 1970er- und 1980-er Jahren gesehen. Ohne Riesenansturm von Touristen, ganz in Ruhe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eintrittskarten besser online bestellen</h2>



<p>Das hat sich komplett geändert. Teilweise in die wiederaufgebauten historischen Räume zurückgekehrt, ist das Grüne Gewölbe einer der größten Anziehungspunkte für Touristen in Dresden. Es empfiehlt sich, Karten im Voraus <a href="https://gruenes-gewoelbe.skd.museum/besuch/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="online zu bestellen (opens in a new tab)">online zu bestellen</a>. Und selbst dann ist der Wunschtag oft schon ausgebucht, so ist es auch mir gegangen. Ich bin nun am 23. Oktober im Grünen Gewölbe und freue mich schon sehr darauf.</p>



<p>Das Büchlein nehme ich mit. Es erinnert mich an meine damaligen Besuche im Grünen Gewölbe. Natürlich werde ich im Museumsshop auch ein neues Buch über das Grüne Gewölbe kaufen und es mit dem alten vergleichen. Das aber bleibt immer in meinem Bücherregal &#8211; als schönes Buchsouvenir.</p>



<p>Inzwischen war ich in Dresden und im Grünen Gewölbe. Genauer in beiden Grünen Gewölben. Es war der Besuch<a href="https://pyrolim.de/pyropro/das-residenzschloss-in-dresden-eines-der-tollsten-museen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label=" (opens in a new tab)"> in einem tollen Museum</a>. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-einfuehrung-in-das-gruene-gewoelbe/">Buchsouvenir: Einführung in das Grüne Gewölbe</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Buchsouvenir: Der Sprach-Brockhaus von 1940</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 May 2019 16:16:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchsouvenir]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In meinem Bücherschrank steht ein dickes Nachschlagewerk. Äußerlich macht es nicht viel her, ein graugrüner Buchrücken und ein ebensolcher Einband. Darauf das Brockhaus-Logo mit dem großen Vogel in altertümlicher Art. Der Inhalt ist dafür umso interessanter, denn es ist ein Sprach-Brockhaus von 1940, vierte, verbesserte Auflage. So steht es vorne drin, unter dem Untertitel &#8222;Deutsches Bildwörterbuch für jedermann&#8220;. Ich weiß nicht, wie das Buch in meinen Besitz gekommen ist, vermutlich stammt es aus meinem Elternhaus. Es könnte ein Konfirmations- oder Geburtstagsgeschenk für meinen 1933 geborenen Vater oder eines seiner Geschwister gewesen sein. Ich habe den Sprach-Brockhaus bereits seit meiner Kindheit. Weil bei mir keine Bücher wegkommen, ist er immer noch da. Aber nicht nur deshalb. Auch weil er durchaus spannend ist. Es ist nämlich ein Bildwörterbuch, und die Bilder darin sind für mich immer von Interesse gewesen. Sie zeigen eine Welt, die es so längst nicht mehr gibt. Ein sehr schönes Beispiel dafür ist die Darstellung des Kraftwagens, wie Autos damals offenbar genannt wurden. Alle Teile sind beschriftet, wobei mir einige fremd sind. Was bitte ist &#8222;der Sucher&#8220; am Auto? Den kenne ich nur von der Kamera. Auch der Flaggenstab ist bei heutigen Autos nicht mehr üblich. Ein Brockhaus der Bilder Das Buch ist eine schöne Mischung aus Texten und Bildern, mit denen viele der aufgeführten Schlagworte verdeutlicht werden. Jede der fein gezeichneten Darstellungen ist mit der Beschriftung der Einzelteile versehen. ob Hummer (das Tier), Laute oder Segelschiff. Manches ist zeitlos, wie die Einzelteile von Steinfrucht, Scheinfrucht und Beere (alles zu finden unter dem Stichwort &#8222;Frucht&#8220;), anderes ist sehr zeittypisch. Dazu gehören die Lichtbild-Geräte mit Rollfilm, Dunkelkammer-Lampe und Belichtungsmesser. Zu meinen Lieblingsseiten gehören die mit der Kleidung, fein säuberlich unterteilt in Herrenkleidung, Frauenkleidung und Kinderkleidung. Das sind Seiten, die so typisch für die Zeit sind wie kaum eine andere. Immerhin weiß ich jetzt, dass das Herrenhalstuch auch Cachenez genannt wird. Gleichgeschaltete Definitionen Nicht aus dem Blick verliere ich bei all dem, in welchem Jahr dieser Sprach-Brockhaus erschienen ist. Und unter welchem Regime. In dieser Zeit hat so mancher Eintrag eine Veränderung seiner Bedeutung erfahren. Spätestens beim Eintrag zum Strichwort &#8222;Volk&#8220; wird klar, dass die Nazis auch den Brockhaus gleichgeschaltet hatten. Dort heißt es als Definition für Volk: &#8222;die menschliche Gemeinschaft, die durch gleiche rassische Grundlage, gleiche Kultur und Sprache, gleiches Brauchtum, gemeinsamen Heimatboden und gleiches Schicksal verbunden ist.&#8220; Ganz klar: Ein Brockhaus von 1940 ist inhaltlich an vielen Stellen nicht nur heutzutage nicht mehr relevant, sondern obendrein von Nazi-Gedankengut vergiftet. Deshalb sehe ich das dicke Buch als Zeitzeugnis, habe aber trotzdem Freude an den Bildern. Und deshalb bleibt der Sprach-Brockhaus in meinem Bücherregal.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-der-sprach-brockhaus-von-1940/">Buchsouvenir: Der Sprach-Brockhaus von 1940</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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<p>In meinem Bücherschrank steht ein dickes Nachschlagewerk. Äußerlich macht es nicht viel her, ein graugrüner Buchrücken und ein ebensolcher Einband. Darauf das Brockhaus-Logo mit dem großen Vogel in altertümlicher Art. Der Inhalt ist dafür umso interessanter, denn es ist ein Sprach-Brockhaus von 1940, vierte, verbesserte Auflage.</p>



<span id="more-9711"></span>



<p>So steht es vorne drin, unter dem Untertitel &#8222;Deutsches Bildwörterbuch für jedermann&#8220;. Ich weiß nicht, wie das Buch in meinen Besitz gekommen ist, vermutlich stammt es aus meinem Elternhaus. Es könnte ein Konfirmations- oder Geburtstagsgeschenk für meinen 1933 geborenen Vater oder eines seiner Geschwister gewesen sein.</p>



<p>Ich habe den Sprach-Brockhaus bereits seit meiner Kindheit. Weil bei mir keine Bücher wegkommen, ist er immer noch da. Aber nicht nur deshalb. Auch weil er durchaus spannend ist. Es ist nämlich ein Bildwörterbuch, und die Bilder darin sind für mich immer von Interesse gewesen. Sie zeigen eine Welt, die es so längst nicht mehr gibt.</p>



<p>Ein sehr schönes Beispiel dafür ist die Darstellung des Kraftwagens, wie Autos damals offenbar genannt wurden. Alle Teile sind beschriftet, wobei mir einige fremd sind. Was bitte ist &#8222;der Sucher&#8220; am Auto? Den kenne ich nur von der Kamera. Auch der Flaggenstab ist bei heutigen Autos nicht mehr üblich. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Brockhaus der Bilder</h2>



<p>Das Buch ist eine schöne Mischung aus Texten und Bildern, mit denen viele der aufgeführten Schlagworte verdeutlicht werden. Jede der fein gezeichneten Darstellungen ist mit der Beschriftung der Einzelteile versehen. ob Hummer (das Tier), Laute oder Segelschiff. Manches ist zeitlos, wie die Einzelteile von Steinfrucht, Scheinfrucht und Beere (alles zu finden unter dem Stichwort &#8222;Frucht&#8220;), anderes ist sehr zeittypisch. Dazu gehören die Lichtbild-Geräte mit Rollfilm, Dunkelkammer-Lampe und Belichtungsmesser.</p>



<p>Zu meinen Lieblingsseiten gehören die mit der Kleidung, fein säuberlich unterteilt in Herrenkleidung, Frauenkleidung und Kinderkleidung. Das sind Seiten, die so typisch für die Zeit sind wie kaum eine andere. Immerhin weiß ich jetzt, dass das Herrenhalstuch auch Cachenez genannt wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gleichgeschaltete Definitionen</h2>



<p>Nicht aus dem Blick verliere ich bei all dem, in welchem Jahr dieser Sprach-Brockhaus erschienen ist. Und unter welchem Regime. In dieser Zeit hat so mancher Eintrag <a rel="noreferrer noopener" aria-label="eine Veränderung seiner Bedeutung (opens in a new tab)" href="https://books.google.de/books?id=rRu1DQAAQBAJ&amp;pg=PA198&amp;lpg=PA198&amp;dq=Sprach-Brockhaus+1940&amp;source=bl&amp;ots=zxWTXuhwnW&amp;sig=ACfU3U29rZmvzbeA5E2OKgSQa8DQ_mX2bQ&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwj7manT-afiAhUCY1AKHWH2A-QQ6AEwD3oECAgQAQ#v=onepage&amp;q=Sprach-Brockhaus%201940&amp;f=false" target="_blank">eine Veränderung seiner Bedeutung</a> erfahren. Spätestens beim Eintrag zum Strichwort &#8222;Volk&#8220; wird klar, dass die Nazis auch den Brockhaus gleichgeschaltet hatten. Dort heißt es als Definition für Volk: &#8222;die menschliche Gemeinschaft, die durch gleiche rassische Grundlage, gleiche Kultur und Sprache, gleiches Brauchtum, gemeinsamen Heimatboden und gleiches Schicksal verbunden ist.&#8220; </p>



<p>Ganz klar: Ein Brockhaus von 1940 ist inhaltlich an vielen Stellen nicht nur heutzutage nicht mehr relevant, sondern obendrein von Nazi-Gedankengut vergiftet. Deshalb sehe ich das dicke Buch als Zeitzeugnis, habe aber trotzdem Freude an den Bildern. Und deshalb bleibt der Sprach-Brockhaus in meinem Bücherregal.</p>
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		<title>Buchsouvenir: Die heitere Schöpfungsgeschichte von Jean Effel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Mar 2019 17:43:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchsouvenir]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es muss nicht immer Text sein, der einen für ein Buch einnimmt. Unter meinen Buchsouvenirs ist ein völlig kaputt geliebtes Buch aus meiner Kindheit, das durch seine Zeichnungen und seinen charmanten Witz besticht: Die „Heitere Schöpfungsgeschichte für fröhliche Erdenbürger“ von Jean Effel. In den 1960er-Jahren erschienen, ist das Buch in meiner Kindheit irgendwie in meinen Besitz gelangt. Es erzählt in Bildern die Geschichte von der Erschaffung der Erde. Es ist ein pfiffiger Gott, der alles erschafft, was wir heute an Landschaften, Pflanzen und Tieren und natürlich Menschen kennen. Er schafft es nicht allein. Auf dem ersten Bild hat er alle seine Engel um sich versammelt und teilt ihnen mit, dass eine schwere Woche vor ihnen liege. Sie gehen ans Werk. Doch da sabotiert jemand das große Vorhaben. Der Teufel treibt seinen Schabernack. Er versieht Sterne mit Schwänzen – die Sternschnuppe ist geboren – und näht dem Modell Mensch in Gestalt von Adam heimlich einen Wurmfortsatz an den Blinddarm. Dass sich der Autor und damit auch der Übersetzer nicht auf Bilder allein verlassen, beweist eine Dialog zwischen Teufel und Gott. Als der Schöpfer der Welt das Gehirn in den Schädel des Menschen einsetzt, kommentiert der Teufel: „Aha! Und der Geist kommt also gleich in die Dunkelkammer.“ Spaß an der Arbeit Kurt Kusenberg hat die deutschen Texte zu den Bildern von Jean Effel verfasst und auch das Vorwort geschrieben. Darin charakterisiert er Effels schöpfenden Gott als einen, der nicht nur einen Heidenspaß an allem hat, was er tut, sondern der auch klug vorausdenkt. So sagt er den Engeln, die die Blätter ans Kleeblatt nähen, dass es kein Malheur sei, wenn einige vier Blätter haben. Der Nachtigall schreibt er eine Partitur, dem Seehund bringt er das Schwimmen bei und dem Esel muss er die Ohren lang ziehen, weil der das ihm zugedacht I-Ah nicht lernt. Die schwarz-weißen Zeichnungen von Effel machen einfach Spaß, weil sie die Schöpfungsgeschichte auf unnachahmlich humorvolle Weise nacherzählen. Für mich ist das Büchlein der größte Wurf des Zeichners und Karikaturisten, der mit bürgerlichem Namen François Lejeune hieß und von 1908 bis 1982 in Paris lebte. Ich besitze von ihm noch das Büchlein „Der kleine Engel“, das ich aber nie so geliebt habe wie die Schöpfungsgeschichte. Fleißiger Autor Effel alias Lejeune war ein fleißiger Mann. Nach der Schöpfungsgeschichte hat er das Thema weitergesponnen, es gibt noch etliche Bände, etwa „Adam und Eva im Paradies“ oder „Die Entdeckung der Liebe durch Adam und Eva“. Sogar als Zeichentrickfilme sind seine gezeichneten Geschichten erschienen. Ich habe die Schöpfungsgeschichte immer geliebt und liebe sie noch heute. Leider ist der Schutzumschlag im Laufe der Jahre verschwunden. Aber der Engel auf dem Leineneinband, der einem Sternschnuppenkind die Windel anlegt, entschädigt mich dafür.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-die-heitere-schoepfungsgeschichte-von-jean-effel/">Buchsouvenir: Die heitere Schöpfungsgeschichte von Jean Effel</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es muss nicht immer Text sein, der einen für ein Buch einnimmt. Unter meinen Buchsouvenirs ist ein völlig kaputt geliebtes Buch aus meiner Kindheit, das durch seine Zeichnungen und seinen charmanten Witz besticht: Die „Heitere Schöpfungsgeschichte für fröhliche Erdenbürger“ von Jean Effel.</p>
<p><span id="more-9392"></span></p>
<p>In den 1960er-Jahren erschienen, ist das Buch in meiner Kindheit irgendwie in meinen Besitz gelangt. Es erzählt in Bildern die Geschichte von der Erschaffung der Erde. Es ist ein pfiffiger Gott, der alles erschafft, was wir heute an Landschaften, Pflanzen und Tieren und natürlich Menschen kennen. Er schafft es nicht allein. Auf dem ersten Bild hat er alle seine Engel um sich versammelt und teilt ihnen mit, dass eine schwere Woche vor ihnen liege. Sie gehen ans Werk. Doch da sabotiert jemand das große Vorhaben.</p>
<p>Der Teufel treibt seinen Schabernack. Er versieht Sterne mit Schwänzen – die Sternschnuppe ist geboren – und näht dem Modell Mensch in Gestalt von Adam heimlich einen Wurmfortsatz an den Blinddarm. Dass sich der Autor und damit auch der Übersetzer nicht auf Bilder allein verlassen, beweist eine Dialog zwischen Teufel und Gott. Als der Schöpfer der Welt das Gehirn in den Schädel des Menschen einsetzt, kommentiert der Teufel: „Aha! Und der Geist kommt also gleich in die Dunkelkammer.“</p>
<h2>Spaß an der Arbeit</h2>
<p>Kurt Kusenberg hat die deutschen Texte zu den Bildern von Jean Effel verfasst und auch das Vorwort geschrieben. Darin charakterisiert er Effels schöpfenden Gott als einen, der nicht nur einen Heidenspaß an allem hat, was er tut, sondern der auch klug vorausdenkt. So sagt er den Engeln, die die Blätter ans Kleeblatt nähen, dass es kein Malheur sei, wenn einige vier Blätter haben. Der Nachtigall schreibt er eine Partitur, dem Seehund bringt er das Schwimmen bei und dem Esel muss er die Ohren lang ziehen, weil der das ihm zugedacht I-Ah nicht lernt.</p>
<p>Die schwarz-weißen Zeichnungen von Effel machen einfach Spaß, weil sie die Schöpfungsgeschichte auf unnachahmlich humorvolle Weise nacherzählen. Für mich ist das Büchlein der größte Wurf des Zeichners und Karikaturisten, der mit bürgerlichem Namen François Lejeune hieß und von 1908 bis 1982 in Paris lebte. Ich besitze von ihm noch das Büchlein „Der kleine Engel“, das ich aber nie so geliebt habe wie die Schöpfungsgeschichte.</p>
<h2>Fleißiger Autor</h2>
<p>Effel alias Lejeune war ein fleißiger Mann. Nach der Schöpfungsgeschichte hat er das Thema weitergesponnen, es gibt noch etliche Bände, etwa „Adam und Eva im Paradies“ oder „Die Entdeckung der Liebe durch Adam und Eva“. Sogar als Zeichentrickfilme sind seine gezeichneten Geschichten erschienen.</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/_RU7oxYQAac" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Ich habe die Schöpfungsgeschichte immer geliebt und liebe sie noch heute. Leider ist der Schutzumschlag im Laufe der Jahre verschwunden. Aber der Engel auf dem Leineneinband, der einem Sternschnuppenkind die Windel anlegt, entschädigt mich dafür.</p>
<p><iframe style="width: 120px; height: 240px;" src="//ws-eu.amazon-adsystem.com/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;OneJS=1&amp;Operation=GetAdHtml&amp;MarketPlace=DE&amp;source=ac&amp;ref=tf_til&amp;ad_type=product_link&amp;tracking_id=httpspyroli-21&amp;marketplace=amazon&amp;region=DE&amp;placement=3498095765&amp;asins=3498095765&amp;linkId=57bf6952432cda6b9b820fdd0074d717&amp;show_border=false&amp;link_opens_in_new_window=false&amp;price_color=333333&amp;title_color=0066C0&amp;bg_color=FFFFFF" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"><br />
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		<title>Buchsouvenir: Kunstgeschichte mit Lücken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Oct 2018 16:32:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchsouvenir]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war einer der besonderen Momente meines Lebens. Nie zuvor und nie danach habe ich so viel Geld für ein Buch ausgegeben. Nicht nur in absoluten Summen, sondern auch im Verhältnis zum Einkommen. 98 D-Mark, das sind etwa 50 Euro, habe ich am 13. November 1975 auf den Verkaufstresen der Buchhandlung Pieper in Bad Gandersheim gelegt. Dafür habe ich 2,7 Kilogramm Kunstgeschichte bekommen. Die Buchhandlung gibt es heute noch. Das Buch ebenfalls, es steht, mittlerweile ohne Schutzumschlag, in meinem Bücherregal. Die Quittung liegt zwischen den Seiten, handschriftlich ausgefüllt und gestempelt. Unten ist vermerkt, dass sich der Preis von 98 D-Mark einschließlich fünf Prozent Mehrwertsteuer versteht. Stolz auf die Kunstgeschichte Wie stolz habe ich mein Erspartes in der Buchhandlung abgegeben und bin mit der „Großen Kunstgeschichte der Welt“ von Gina Pischel nach Hause gegangen. Es war mein Konfirmationsgeld und ein bisschen zusammengekratztes Geld dazu, das ich damals ausgegeben habe. Ich interessierte mich schon sehr für Kunst, habe später Kunstgeschichte studiert. Wohl selten in meinem Leben habe ich mich so über einen Kauf gefreut. Ich war 15 Jahre alt. Ich glaube sogar mich erinnern zu können, dass das Buch zunächst bestellt werden musste und ich hibbelig ein paar Tage lang darauf warten musste. Ich habe die Große Kunstgeschichte in Ehren gehalten und gehütet wie einen Schatz. Vor allem aber habe ich schnell bemerkt, dass sie Lücken hat. Ärgerliche Lücken. Auf den Seiten 374/375, 378/379 und 382/383 fehlt der Text. Die Seiten zeigen nur die Bilder. Was für eine Enttäuschung. Doch ich habe nichts gesagt, war nicht wieder in der Buchhandlung, um den Fehler zu monieren und ein tadelloses Exemplar zu verlangen. Mir fehlte der Mut, irgendjemandem davon zu erzählen. Ich war einfach zu schüchtern. Die Kunstgeschichte blieb da, wo sie heute noch ist: in meinem Bücherschatz. Ich habe sie so oft zur Hand genommen, weniger, um etwas bestimmtes darin nachzulesen, sondern um sie durchzublättern. Hier und da hängen zu bleiben, ein bisschen zu lesen, dann weiter zu blättern. Die Autorin hat ihren Überblick nicht nur zeitlich, sondern auch geografisch gegliedert. Sie ist Italienerin, vielleicht kommen die Deutschen deshalb bei ihr nicht besonders gut weg. So schreibt sie über die deutsche Gotik: „Erst spät und zögernd nimmt Deutschland die Gotik aus Frankreich an. Der romanische Baustil entspricht so dem deutschen Empfinden und die romanische Tradition ist so gefestigt, daß der Übergang sich langsam und vorsichtig vollzieht.“ Altertümliche Sprache Wie nah der Übersetzer und Bearbeiter der deutschen Ausgabe, Wilhelm Meyer-Voigtländer, am Originaltext geblieben ist, ist unklar. Die Sprache mutet mitunter altertümlich an, etwa wenn es heißt: „Zerrissen von Hungersnöten unvorstellbaren Ausmaßes, verkamen die Menschen in Frankreich und Deutschland.“ Erst in „der Ruhe genügsamen Schaffens“ habe der Mensch voller Hingebung und Dankbarkeit große Kirchenbauten errichten können. Der heutige Leser zuckt bei einem anderen Thema unwillkürlich zusammen. Als es ins 20. Jahrhundert geht, widmet sich ein Kapitel dem „Einfluss der Negerkunst auf Europa“. Vergessen wir nicht, dass das Buch in den 1960er Jahren verfasst wurde. Nicht nur in Kinderbüchern kam das mittlerweile zu Recht verpönte N-Wort ganz selbstverständlich vor. Das würde heute niemand mehr so schreiben. Aber ich kann schlecht eine Schere oder Tipp-Ex nehmen, um das Wort aus dem Buch tilgen. Von guter Qualität sind die vielen, vielen Bilder. Die Große Kunstgeschichte hat 735 Seiten, von denen beinahe jede mehr als ein Bild zeigt. Sie sind auch heute, mehr als 40 Jahre nach dem Kauf des Bandes, weder ausgeblichen noch haben sich ihre Farben verändert. Der Druck war offenbar sehr gut, kein Wunder, beim exorbitanten Preis des Werkes. Unstabilität und Ungewissheit Das endet übrigens mit dem Kapitel „Kunst nach 1960“. Immerhin, der Tod Picassos im Jahr 1973 ist in meiner Auflage bereits enthalten. Wie es mit der Kunst weitergehen würde, darüber wagte die Autorin keine Prognose. Ihr Schlusssatz: „So ist es schwer, bei so vielen und wechselnden Aktivitäten im heutigen Kunstbetrieb nicht dem Gefühl von Unstabilität und Ungewißheit zu erliegen.“ Ich bin über viele Jahre diesem wunderbaren Buch erlegen. Der Kauf hat sich für mich gelohnt, trotz der paar fehlenden Texte. Irgendwann habe ich diese Lücke in der Kunstgeschichte verschmerzt.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war einer der besonderen Momente meines Lebens. Nie zuvor und nie danach habe ich so viel Geld für ein Buch ausgegeben. Nicht nur in absoluten Summen, sondern auch im Verhältnis zum Einkommen. 98 D-Mark, das sind etwa 50 Euro, habe ich am 13. November 1975 auf den Verkaufstresen der Buchhandlung Pieper in Bad Gandersheim gelegt. Dafür habe ich 2,7 Kilogramm Kunstgeschichte bekommen.<br />
<span id="more-9171"></span></p>
<p>Die Buchhandlung gibt es heute noch. Das Buch ebenfalls, es steht, mittlerweile ohne Schutzumschlag, in meinem Bücherregal. Die Quittung liegt zwischen den Seiten, handschriftlich ausgefüllt und gestempelt. Unten ist vermerkt, dass sich der Preis von 98 D-Mark einschließlich fünf Prozent Mehrwertsteuer versteht.</p>
<h2>Stolz auf die Kunstgeschichte</h2>
<p>Wie stolz habe ich mein Erspartes in der Buchhandlung abgegeben und bin mit der „Großen Kunstgeschichte der Welt“ von Gina Pischel nach Hause gegangen. Es war mein Konfirmationsgeld und ein bisschen zusammengekratztes Geld dazu, das ich damals ausgegeben habe. Ich interessierte mich schon sehr für Kunst, habe später Kunstgeschichte studiert. Wohl selten in meinem Leben habe ich mich so über einen Kauf gefreut. Ich war 15 Jahre alt. Ich glaube sogar mich erinnern zu können, dass das Buch zunächst bestellt werden musste und ich hibbelig ein paar Tage lang darauf warten musste.</p>
<p>Ich habe die Große Kunstgeschichte in Ehren gehalten und gehütet wie einen Schatz. Vor allem aber habe ich schnell bemerkt, dass sie Lücken hat. Ärgerliche Lücken. Auf den Seiten 374/375, 378/379 und 382/383 fehlt der Text. Die Seiten zeigen nur die Bilder. Was für eine Enttäuschung. Doch ich habe nichts gesagt, war nicht wieder in der Buchhandlung, um den Fehler zu monieren und ein tadelloses Exemplar zu verlangen. Mir fehlte der Mut, irgendjemandem davon zu erzählen. Ich war einfach zu schüchtern.</p>
<p><figure id="attachment_9720" aria-describedby="caption-attachment-9720" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunstgeschichte.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-9720 size-full" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunstgeschichte.jpg" alt="" width="600" height="420" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunstgeschichte.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunstgeschichte-150x105.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-9720" class="wp-caption-text">Die Renaissance muss stellenweise ohne Text auskommen.</figcaption></figure></p>
<p>Die Kunstgeschichte blieb da, wo sie heute noch ist: in meinem Bücherschatz. Ich habe sie so oft zur Hand genommen, weniger, um etwas bestimmtes darin nachzulesen, sondern um sie durchzublättern. Hier und da hängen zu bleiben, ein bisschen zu lesen, dann weiter zu blättern. Die Autorin hat ihren Überblick nicht nur zeitlich, sondern auch geografisch gegliedert. Sie ist Italienerin, vielleicht kommen die Deutschen deshalb bei ihr nicht besonders gut weg. So schreibt sie über die deutsche Gotik: „Erst spät und zögernd nimmt Deutschland die Gotik aus Frankreich an. Der romanische Baustil entspricht so dem deutschen Empfinden und die romanische Tradition ist so gefestigt, daß der Übergang sich langsam und vorsichtig vollzieht.“</p>
<h2>Altertümliche Sprache</h2>
<p>Wie nah der Übersetzer und Bearbeiter der deutschen Ausgabe, Wilhelm Meyer-Voigtländer, am Originaltext geblieben ist, ist unklar. Die Sprache mutet mitunter altertümlich an, etwa wenn es heißt: „Zerrissen von Hungersnöten unvorstellbaren Ausmaßes, verkamen die Menschen in Frankreich und Deutschland.“ Erst in „der Ruhe genügsamen Schaffens“ habe der Mensch voller Hingebung und Dankbarkeit große Kirchenbauten errichten können.</p>
<p>Der heutige Leser zuckt bei einem anderen Thema unwillkürlich zusammen. Als es ins 20. Jahrhundert geht, widmet sich ein Kapitel dem „Einfluss der Negerkunst auf Europa“. Vergessen wir nicht, dass das Buch in den 1960er Jahren verfasst wurde. Nicht nur in Kinderbüchern kam das mittlerweile zu Recht verpönte N-Wort ganz selbstverständlich vor. Das würde heute niemand mehr so schreiben. Aber ich kann schlecht eine Schere oder Tipp-Ex nehmen, um das Wort aus dem Buch tilgen.</p>
<p>Von guter Qualität sind die vielen, vielen Bilder. Die Große Kunstgeschichte hat 735 Seiten, von denen beinahe jede mehr als ein Bild zeigt. Sie sind auch heute, mehr als 40 Jahre nach dem Kauf des Bandes, weder ausgeblichen noch haben sich ihre Farben verändert. Der Druck war offenbar sehr gut, kein Wunder, beim exorbitanten Preis des Werkes.</p>
<h2>Unstabilität und Ungewissheit</h2>
<p>Das endet übrigens mit dem Kapitel „Kunst nach 1960“. Immerhin, der Tod Picassos im Jahr 1973 ist in meiner Auflage bereits enthalten. Wie es mit der Kunst weitergehen würde, darüber wagte die Autorin keine Prognose. Ihr Schlusssatz: „So ist es schwer, bei so vielen und wechselnden Aktivitäten im heutigen Kunstbetrieb nicht dem Gefühl von Unstabilität und Ungewißheit zu erliegen.“</p>
<p>Ich bin über viele Jahre diesem wunderbaren Buch erlegen. Der Kauf hat sich für mich gelohnt, trotz der paar fehlenden Texte. Irgendwann habe ich diese Lücke in der Kunstgeschichte verschmerzt.</p>
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