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	<title>Presse Archive - Pyrolirium</title>
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	<title>Presse Archive - Pyrolirium</title>
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		<title>Sachkack und Caffè Latte: Notizen von der Schreibtischunterlage</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 10:59:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="420" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Notiz Sachkack auf einer Schreibtischunterlage" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack-150x79.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack-768x403.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Auf meinem Schreibtisch liegt eine Unterlage aus Papier. Ein guter Platz, um dort Wörter zu verewigen, die ich nicht vergessen will: Sachkack, Caffè Latte und Mot juste. Es sind nur ein paar Stichworte, die ich auf meiner Schreibtischunterlage notiert habe. Meistens Wörter aus dem Journalismus. Solche, die intern in Redaktionen benutzt werden oder die ich einfach treffend für verbreitete Phänomene halte. Beispiel: Wie ich immer sage, gibt es im Job einer Reporterin Schwarzbrot und Sahnetorte. Schwarzbrot, das sind der Besuch von Ausschusssitzungen und Stadtvertretungen, nach denen der Journalist trockenes Verwaltungsdeutsch in Texte übersetzen muss, die im Idealfall den Lesern sagen, was Entscheidungen für sie bedeuten. Sachkack als abfällige Bezeichnung Es sind Termine, bei denen Papiere &#8211; mittlerweile meistens digital &#8211; gewälzt werden müssen. Bei denen Kommunalpolitiker oft so argumentieren, dass man als Zuhörer mit der Faust auf den Tisch hauen möchte. Sachkack eben, wie das intern ebenfalls heißt. Der Begriff wird auch als abfällige Bezeichnung für faktenbasierten, trockenen Journalismus verwendet. Dabei dürfte es trockenen Journalismus gar nicht geben. Ist es doch Aufgabe von Redakteuren und Reportern, sperrige Themen verständlich und spannend aufzuschreiben. Und dann die Sahnetorte. Das waren für mich meistens Reportagen, bei denen es um große Maschinen ging. Buhnenbau an der Ostsee, Abriss von riesigen Silos. Oder um interessante Menschen. Um Orte, an die Hans und Franz üblicherweise nicht hinkommt, etwa die Ausnüchterungszellen der Polizei. Das ist, um noch mal ein Klischee zu bemühen, das Salz in der Reportersuppe. Um nochmal auf den Sachkack zurückzukommen: Das Schwarzbrot im Reporterleben hat noch einen anderen Namen. Brot-und-Butter-Journalismus. Auch das ein Wort, das auf meiner Schreibtischunterlage steht, damit ich es nicht vergesse. Café-Latte zum Einstieg in den Text Ein weiterer Begriff, den ich notiert habe, ist der Café-Latte-Einstieg. Kein besonders etablierter Begriff. Was damit gemeint ist, lässt sich aber oft beobachten. Ein Text beginnt nicht mit den harten Fakten, der Nachricht, dem Lead, sondern hat eine erzählerische, atmosphärische oder anekdotische Einleitung. Kino für den Kopf sozusagen. Der szenische Einstieg ist gerade bei Reportagen sehr beliebt. Solche Einstiege habe ich selbst oft geschrieben, etwa in kleiner Form bei meinem Besuch deutscher Truppen in Afghanistan 2006: &#8222;Eine Frau blickt aus einem Haus und winkt den vorbeifahrenden Männern zu. Für Afghanistan ist das eine Revolution. Sie ist auch ein Verdienst der Männer im Jeep. Es sind Soldaten aus Deutschland.&#8220; Und wie bei jedem Text ist es wichtig, das Mot juste, das richtige Wort an der richtigen Stelle zu schreiben. Auch Mot juste steht auf meiner Schreibtischunterlage. Zurück zur Schreibtischunterlage. Dort steht noch ein anderer Begriff, nämlich &#8222;haptische Produkte&#8220;. Im Fachjargon der Werbeindustrie Hapticals genannt. Gemeint sind Werbeartikel wie Kugelschreiber, Zollstöcke, neuerdings gerne auch Powerbanks oder &#8211; habe selbst schon bekommen &#8211; kleine Insektenhotels oder Thermobecher. Also alles Dinge, die man anfassen kann. In Zeiten zunehmender Digitalität offenbar immer noch ein wichtiges Segment. Mir ist der Begriff in einem anderen Zusammenhang untergekommen. Nämlich im Sinn von &#8222;wir verkaufen keine haptischen Produkte mehr&#8220;. Sprich: Hier gibt es nur noch digitale Angebote. Beispiele sind etwa Hörbücher, Streamingdienste, Online-Kurse. Lieferung und Bezahlung erfolgen ausschließlich online. Kennt jeder. Aber die Hapticals zeigen uns, dass Menschen oft doch lieber etwas anfassen möchten. Und sei es nur ein Zollstock mit Baumarktwerbung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/sachkack-und-caffe-latte-notizen-von-der-schreibtischunterlage/">Sachkack und Caffè Latte: Notizen von der Schreibtischunterlage</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="420" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Notiz Sachkack auf einer Schreibtischunterlage" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack-150x79.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Sachkack-768x403.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Auf meinem Schreibtisch liegt eine Unterlage aus Papier. Ein guter Platz, um dort Wörter zu verewigen, die ich nicht vergessen will: Sachkack, Caffè Latte und Mot juste.</p>



<span id="more-14535"></span>



<p>Es sind nur ein paar Stichworte, die ich auf meiner Schreibtischunterlage notiert habe. Meistens Wörter aus dem Journalismus. Solche, die intern in Redaktionen benutzt werden oder die ich einfach treffend für verbreitete Phänomene halte. Beispiel: Wie ich immer sage, gibt es im Job einer Reporterin Schwarzbrot und Sahnetorte. Schwarzbrot, das sind der Besuch von Ausschusssitzungen und Stadtvertretungen, nach denen der Journalist trockenes Verwaltungsdeutsch in Texte übersetzen muss, die im Idealfall den Lesern sagen, was Entscheidungen für sie bedeuten. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Sachkack als abfällige Bezeichnung</h2>



<p>Es sind Termine, bei denen Papiere &#8211; mittlerweile meistens digital &#8211; gewälzt werden müssen. Bei denen Kommunalpolitiker oft so argumentieren, dass man als Zuhörer mit der Faust auf den Tisch hauen möchte. Sachkack eben, wie das intern ebenfalls heißt. Der Begriff wird auch als abfällige Bezeichnung für faktenbasierten, trockenen Journalismus verwendet. Dabei dürfte es trockenen Journalismus gar nicht geben. Ist es doch Aufgabe von Redakteuren und Reportern, sperrige Themen verständlich und spannend aufzuschreiben.</p>



<p>Und dann die Sahnetorte. Das waren für mich meistens Reportagen, bei denen es um große Maschinen ging. Buhnenbau an der Ostsee, Abriss von riesigen Silos. Oder um interessante Menschen. Um Orte, an die Hans und Franz üblicherweise nicht hinkommt, etwa <a href="https://www.ln-online.de/lokales/luebeck/luebeck-so-sieht-es-in-der-ausnuechterungszelle-der-polizei-aus-HYAXWRGBQJEURMC5L2BVLBPBZI.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Ausnüchterungszellen der Polizei</a>. Das ist, um noch mal ein Klischee zu bemühen, das Salz in der Reportersuppe. </p>



<p>Um nochmal auf den Sachkack zurückzukommen: Das Schwarzbrot im Reporterleben hat noch einen anderen Namen. Brot-und-Butter-Journalismus. Auch das ein Wort, das auf meiner Schreibtischunterlage steht, damit ich es nicht vergesse.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Café-Latte zum Einstieg in den Text</h2>



<p>Ein weiterer Begriff, den ich notiert habe, ist der Café-Latte-Einstieg. Kein besonders etablierter Begriff. Was damit gemeint ist, lässt sich aber oft beobachten. Ein Text beginnt nicht mit den harten Fakten, der Nachricht, dem <a href="https://www.dmv-verband.de/wissenspool/schreiben/nachricht.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lead</a>, sondern hat eine erzählerische, atmosphärische oder anekdotische Einleitung. Kino für den Kopf sozusagen. </p>



<p>Der <a href="https://www.newsroom.de/news/aktuelle-meldungen/vermischtes-3/masterclass-erzaehljournalismus-7-frische-tipps-fuer-zeitgemaesses-storytelling-956787/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">szenische Einstieg</a> ist gerade bei Reportagen sehr beliebt. Solche Einstiege habe ich selbst oft geschrieben, etwa in kleiner Form bei meinem Besuch deutscher Truppen in <a href="https://pyrolim.de/pyropro/ach-afghanistan-erinnerung-an-einen-kurzen-besuch/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Afghanistan </a>2006: &#8222;Eine Frau blickt aus einem Haus und winkt den vorbeifahrenden Männern zu. Für Afghanistan ist das eine Revolution. Sie ist auch ein Verdienst der Männer im Jeep. Es sind Soldaten aus Deutschland.&#8220; Und wie bei jedem Text ist es wichtig, das Mot juste, das richtige Wort an der richtigen Stelle zu schreiben. Auch Mot juste steht auf meiner Schreibtischunterlage.</p>



<p>Zurück zur Schreibtischunterlage. Dort steht noch ein anderer Begriff, nämlich &#8222;haptische Produkte&#8220;. Im Fachjargon der Werbeindustrie Hapticals genannt. Gemeint sind Werbeartikel wie Kugelschreiber, Zollstöcke, neuerdings gerne auch Powerbanks oder &#8211; habe selbst schon bekommen &#8211; kleine Insektenhotels oder Thermobecher. Also alles Dinge, die man anfassen kann. In Zeiten zunehmender Digitalität offenbar immer noch ein wichtiges Segment. Mir ist der Begriff in einem anderen Zusammenhang untergekommen. Nämlich im Sinn von &#8222;wir verkaufen keine haptischen Produkte mehr&#8220;. Sprich: Hier gibt es nur noch digitale Angebote.</p>



<p>Beispiele sind etwa Hörbücher, Streamingdienste, Online-Kurse. Lieferung und Bezahlung erfolgen ausschließlich online. Kennt jeder. Aber die Hapticals zeigen uns, dass Menschen oft doch lieber etwas anfassen möchten. Und sei es nur ein Zollstock mit Baumarktwerbung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/sachkack-und-caffe-latte-notizen-von-der-schreibtischunterlage/">Sachkack und Caffè Latte: Notizen von der Schreibtischunterlage</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Wie aus einer Polizeimeldung ein Nachrichtentext wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jan 2024 17:21:41 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Polizeideutsch]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="600" height="393" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Pause für die Sprach-Polizei. Wenn es um Unwörter geht, ist sie nicht gefragt." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-350x230.jpg 350w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><p>Die Polizeipressestellen der Polizeidirektionen geben regelmäßig Medieninformationen über Straftaten, Unfälle oder bemerkenswerte Vorfälle heraus. Oft genug mit dem Wunsch, Zeugen zu finden. Aber da die Autoren Polizisten und keine Journalisten sind, schreiben sie keine journalistischen Texte. Deshalb kommt hier die Verwandlung einer Polizeimeldung in einen Nachrichtentext. Das Beispiel ist eine reale Pressemitteilung der Polizei, die allerdings bereits ein paar Jahre alt ist. Ich habe sie natürlich anonymisiert, wie ich es schon bei dem Beispiel vom langen und vom kurzen Grünkohl gemacht habe. Es geht ja nur darum, das Prinzip zu erkenne. Ich stelle allerdings seit ein, zwei Jahren fest, dass die Texte aus den Polizeipressestellen mittlerweile online-konformer geworden sind. Zunächst wird ein Teaser formuliert, dessen Inhalt dann genauer ausgeführt wird. Genauso wie es Redaktionen halten. Hier die Original-Polizeimeldung Am Montagnachmittag, 21.03.20xx, wurden die Polizeidienststellen in X-Stadt und Y-Dorf durch Steinwürfe beschädigt. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung werden Zeugen gesucht, die Angaben zum weiteren Tatgeschehen machen können. Nach derzeitigem Sachstand ereignete sich die Tat in&#160;Y-Dorf zwischen 13:30 Uhr und 16:55 Uhr. Unbekannte hatten ein Fenster der Polizeistation in der C-Straße mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden ein Fenster und Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich die Beamten nicht in dem Dienstgebäude, der Schaden wurde bei ihrer Rückkehr zur Dienststelle von der Präsenzstreife festgestellt. Im Rahmen der Ermittlungen werden Zeugen gesucht, die während der Tatzeit verdächtige Personen in der C-Straße nahe der Polizeistation festgestellt haben. Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier von X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr bemerkten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell wurde festgestellt, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines daneben befindlichen Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen befand sich jeweils ein größerer Naturstein. Außerdem stellten die Beamten vor dem Eingangsbereich einen 62-jährigen Mann fest, der sich augenscheinlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Er steht im Verdacht, die Sachbeschädigung in X-Stadt unter Zuhilfenahme von Steinen begangen zu haben. Gegen den Mann wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet. Aufgrund seines psychischen Ausnahmezustandes wurde der Mann zur weiteren Behandlung in eine Fachklinik gebracht. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird jetzt im Zuge der Ermittlungen geprüft. Die Höhe des Gesamtsachschadens steht zurzeit noch nicht fest. Sachdienliche Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen. Kleine Anmerkungen zu typischen Formulierungen Bevor jetzt die umgeschriebene und so von der Redaktion veröffentlichte Version kommt, zunächst ein paar Anmerkungen zu den verwendeten Formulierungen. Die Polizei stellt in fest jeder Polizeimeldung etwas fest. Anders können die Beamten sprachlich gar nicht. In diesem Fall stellten sie die Beschädigungen fest &#8211; das mag ja noch angehen &#8211; und sie stellten den mutmaßlichen Täter fest. Feststellen ist eines der Lieblingswörter der Verfasser von Polizeimeldungen. Ein weiteres Lieblingswort ist das Tatgeschehen. Was würde sich an dem Inhalt ändern, wenn nur von der Tat geschrieben oder gesprochen würde? Gar nichts. Bei den sachdienlichen Hinweisen gilt dasselbe. Warum nicht einfach Hinweise schreiben? Ob sie sachdienlich sind, muss sich erst noch herausstellen. Und ein Zeuge wird das gar nicht einschätzen können. Ebenso überflüssig sind die &#8222;eingeleiteten Ermittlungen&#8220;. Ermittlungen reicht völlig. Polizeideutsch ist schon eine spezielle Art des Schreibens. Die Version der Redaktion Unbekannte haben am Montagnachmittag Steine auf die Polizeidienststellen in X-Stadt und in Y-Dorf geworfen. Beide Gebäude wurden dabei beschädigt. Die Beamten der Polizeistation X-Stadt ermitteln wegen Sachbeschädigung und suchen Zeugen. Die Tat in Y-Dorf ereignete sich zwischen 13.30 Uhr und 16.55 Uhr. In dieser Zeit war das Revier in der C-Straße nicht besetzt. Erst als die Polizeibeamten von ihrer Streifenfahrt zurückkamen, bemerkten sie den Schaden. Der oder die Täter hatten ein Fenster der Polizeistation mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden das Fenster und das Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier in X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr hörten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell entdeckten sie, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines benachbarten Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen lag jeweils ein größerer Naturstein. Vor dem Eingang stand ein 62-jähriger Mann, der sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Die Beamten verdächtigen ihn, die Steine geworfen zu haben. Gegen den Mann ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung. Wegen seines psychischen Zustands wurde er in eine Fachklinik gebracht. Im Fall von Y-Dorf sucht die Polizei Zeugen, die am Montagnachmittag verdächtige Personen in der Q-Straße nahe der Polizeistation gesehen haben. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird noch geprüft. Die Höhe des gesamten Sachschadens steht noch nicht fest. Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/wie-aus-einer-polizeimeldung-ein-nachrichtentext-wird/">Wie aus einer Polizeimeldung ein Nachrichtentext wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="600" height="393" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Pause für die Sprach-Polizei. Wenn es um Unwörter geht, ist sie nicht gefragt." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-350x230.jpg 350w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" />
<p>Die Polizeipressestellen der Polizeidirektionen geben regelmäßig Medieninformationen über Straftaten, Unfälle oder bemerkenswerte Vorfälle heraus. Oft genug mit dem Wunsch, Zeugen zu finden. Aber da die Autoren Polizisten und keine Journalisten sind, schreiben sie keine journalistischen Texte. Deshalb kommt hier die Verwandlung einer Polizeimeldung in einen Nachrichtentext.</p>



<span id="more-13400"></span>



<p>Das Beispiel ist eine reale Pressemitteilung der Polizei, die allerdings bereits ein paar Jahre alt ist. Ich habe sie natürlich anonymisiert, wie ich es schon bei dem Beispiel <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/der-lange-und-der-kurze-gruenkohl-einem-text-die-luft-rauslassen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vom langen und vom kurzen Grünkohl</a> gemacht habe. Es geht ja nur darum, das Prinzip zu erkenne. Ich stelle allerdings seit ein, zwei Jahren fest, dass die Texte aus den Polizeipressestellen mittlerweile online-konformer geworden sind. Zunächst wird ein Teaser formuliert, dessen Inhalt dann genauer ausgeführt wird. Genauso wie es Redaktionen halten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hier die Original-Polizeimeldung </h2>



<p>Am Montagnachmittag, 21.03.20xx, wurden die Polizeidienststellen in X-Stadt und Y-Dorf durch Steinwürfe beschädigt. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung werden Zeugen gesucht, die Angaben zum weiteren Tatgeschehen machen können.</p>



<p>Nach derzeitigem Sachstand ereignete sich die Tat in&nbsp;Y-Dorf zwischen 13:30 Uhr und 16:55 Uhr. Unbekannte hatten ein Fenster der Polizeistation in der C-Straße mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden ein Fenster und Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich die Beamten nicht in dem Dienstgebäude, der Schaden wurde bei ihrer Rückkehr zur Dienststelle von der Präsenzstreife festgestellt. Im Rahmen der Ermittlungen werden Zeugen gesucht, die während der Tatzeit verdächtige Personen in der C-Straße nahe der Polizeistation festgestellt haben.</p>



<p>Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier von X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr bemerkten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell wurde festgestellt, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines daneben befindlichen Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen befand sich jeweils ein größerer Naturstein.</p>



<p>Außerdem stellten die Beamten vor dem Eingangsbereich einen 62-jährigen Mann fest, der sich augenscheinlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Er steht im Verdacht, die Sachbeschädigung in X-Stadt unter Zuhilfenahme von Steinen begangen zu haben. Gegen den Mann wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet. Aufgrund seines psychischen Ausnahmezustandes wurde der Mann zur weiteren Behandlung in eine Fachklinik gebracht.</p>



<p>Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird jetzt im Zuge der Ermittlungen geprüft.</p>



<p>Die Höhe des Gesamtsachschadens steht zurzeit noch nicht fest.</p>



<p>Sachdienliche Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kleine Anmerkungen zu typischen Formulierungen</h2>



<p>Bevor jetzt die umgeschriebene und so von der Redaktion veröffentlichte Version kommt, zunächst ein paar Anmerkungen zu den verwendeten Formulierungen. Die Polizei stellt in fest jeder Polizeimeldung etwas fest. Anders können die Beamten sprachlich gar nicht. In diesem Fall stellten sie die Beschädigungen fest &#8211; das mag ja noch angehen &#8211; und sie stellten den mutmaßlichen Täter fest. Feststellen ist eines der Lieblingswörter der Verfasser von Polizeimeldungen.</p>



<p>Ein weiteres Lieblingswort ist das Tatgeschehen. Was würde sich an dem Inhalt ändern, wenn nur von der Tat geschrieben oder gesprochen würde? Gar nichts. Bei den sachdienlichen Hinweisen gilt dasselbe. Warum nicht einfach Hinweise schreiben? Ob sie sachdienlich sind, muss sich erst noch herausstellen. Und ein Zeuge wird das gar nicht einschätzen können. Ebenso überflüssig sind die &#8222;eingeleiteten Ermittlungen&#8220;. Ermittlungen reicht völlig. <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Polizeideutsch</a> ist schon eine spezielle Art des Schreibens.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Version der Redaktion</h2>



<p>Unbekannte haben am Montagnachmittag Steine auf die Polizeidienststellen in X-Stadt und in Y-Dorf  geworfen. Beide Gebäude wurden dabei beschädigt. Die Beamten der Polizeistation X-Stadt ermitteln wegen Sachbeschädigung und suchen Zeugen.</p>



<p>Die Tat in Y-Dorf ereignete sich zwischen 13.30 Uhr und 16.55 Uhr. In dieser Zeit war das Revier in der C-Straße nicht besetzt. Erst als die Polizeibeamten von ihrer Streifenfahrt zurückkamen, bemerkten sie den Schaden. Der oder die Täter hatten ein Fenster der Polizeistation mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden das Fenster und das Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt.</p>



<p>Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier in X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr hörten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell entdeckten sie, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines benachbarten Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen lag jeweils ein größerer Naturstein.</p>



<p>Vor dem Eingang stand ein 62-jähriger Mann, der sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Die Beamten verdächtigen ihn, die Steine geworfen zu haben. Gegen den Mann ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung. Wegen seines psychischen Zustands wurde er in eine Fachklinik gebracht.</p>



<p>Im Fall von Y-Dorf sucht die Polizei Zeugen, die am Montagnachmittag verdächtige Personen in der Q-Straße nahe der Polizeistation gesehen haben. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird noch geprüft. Die Höhe des gesamten Sachschadens steht noch nicht fest.</p>



<p>Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/wie-aus-einer-polizeimeldung-ein-nachrichtentext-wird/">Wie aus einer Polizeimeldung ein Nachrichtentext wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Titelbilder: Kommt es auf die Fotografin an?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Mar 2023 16:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
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		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="550" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Eine Frau fotografiert sich selbst im Spiegel." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2-150x103.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2-768x528.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Der Female Photoclub, Freelens und der DJV Nord haben die Titelseiten von 72 Magazinen nach dem Geschlecht der Urheber ausgewertet. Und sind zu dem Schluss gekommen, dass Fotografinnen und Illustratorinnen bei den Titelbildern stark unterrepräsentiert sind. Was sie daraus schließen und was ich daraus schließe. Ich mache selbst regelmäßig Pressefotos und freue mich immer diebisch, wenn ich das Titelbild ergattere, sprich, wenn ein Foto von mir zum Titelfoto wird. Das kommt nicht allzu oft vor und ist sozusagen eine interne Ehre. Und zwar nicht, weil ich Fotografin, also Frau, bin, sondern weil meine fotografische Leistung an diesem Tag so gut und das Thema so relevant ist, dass daraus ein Titelbild meiner Zeitung, der Lübecker Nachrichten, wird. Eines der Titelbilder von mir sieht jeder, der dieses Blog liest. Es ist zu meinem Headerbild geworden, außerdem verwende ich es als Avatar für meine Social-Media-Kanäle. Ein gutes Coverbild zieht die Blicke auf sich Nun ist eine Tageszeitung kein Magazin. Allein schon die nicht tägliche Erscheinungsweise macht Titelbilder in Magazinen umso rarer &#8211; und wichtiger. Denn ein gutes Coverbild muss in der Masse der Titel, die in den Regalen ausliegen, Aufmerksamkeit erregen. Immerhin 928 Magazine inklusiver einiger Sonderausgaben haben der Female Photoclub, Freelens und der DJV Nord im Jahr 2022 untersucht. Und die Anzahl der Urheberinnen im Verhältnis zu den Urhebern grafisch aufarbeiten lassen &#8211; natürlich v9on einer Infografikerin. 25 Prozent der Titelbilder kamen von Frauen Der Anteil der von Fotografinnen und Illustratorinnen gestalteten Cover lag bei 25 Prozent, der der männlichen Kollegen hingegen bei 54 Prozent. Die übrigen 21 Prozent entfallen auf gemischte Teams, nicht genau zuzuordnende Urheber oder Agenturcredits ohne Nennung der Fotografen oder Illustratoren. Immerhin, stellen die drei Organisationen fest, sei der Anteil der Frauen im Gegensatz zu einer Erhebung drei Jahre zuvor gestiegen. &#8222;Wir freuen uns über die positive Tendenz drei Jahre nach der ersten Auswertung. Sie bestätigt unser Gefühl, dass in den Redaktionen deutscher Magazine, aber auch gesamtgesellschaftlich, ein größeres Bewusstsein für die Ungleichbehandlung aufgrund der Geschlechter geschaffen wurde. Jedoch ist diese Entwicklung ein Prozess und die Ergebnisse der Auswertung von 2022 zeigen auch, dass wir noch lange nicht am Ziel von realer Gleichberechtigung angekommen sind&#8220;, merkt der Female Photoclub dazu an. Fehlende Parität und Geschlechter-Klischees Parität gebe es in der Magazinwelt immer noch viel zu selten, heißt es weiter. Und: &#8222;Allzu oft scheinen die Redaktionen noch in geschlechterspezifische Klischees zu verfallen und lassen Frauen Yoga und Männer rohes Fleisch fotografieren.&#8220; Und Marina Friedt, Vorsitzende des DJV Nord, argumentiert zum Anstieg der Frauen-Cover: &#8222;Diese Entwicklung geht in die richtige Richtung, und sie muss weitergehen! Publizistische Vielfalt entsteht nur durch unterschiedliche Sichtweisen, auch oder besonders, wenn es um Bilder geht.&#8220; Wo sind die Sichtweisen sichtbar? Das sehe ich ganz anders. Was ändert sich an einem Foto, wenn es von einer Frau aufgenommen wird? Welche &#8222;anderen Sichtweisen&#8220; sollen dort zum Tragen kommen? Geht es nicht eher ums Motiv als darum, wer hinter der Kamera oder am Rechner sitzt und das Bild komponiert? Das sieht Anna Gripp, Sprecherin Deutscher Fotorat und Chefredakteurin von Photonews, offenbar ähnlich. Ihr Statement: &#8222;Beim Titel sind aber andere Faktoren wichtiger: Ist das Motiv plakativ und interessant? Steht es in Verbindung zu einer wichtigen Geschichte im Heft? Und ganz banal: Ist es ein Hochformat (da wir Fotografien nicht beschneiden)?&#8220; Gripp sagt auch: &#8222;Qualität ist keine Frage des Geschlechts.&#8220; Und genauso sehe ich das ebenfalls. Obwohl ich mir nach der Beobachtung von Fotografen &#8211; also Männern &#8211; und ihren Frauen selbst die Frage gestellt habe, ob Fotografie männlich ist. In diesem Fall bei den ambitionierten Hobbyfotografen. Wenn ich mir die Profis angucken, die ich im Laufe der Jahrzehnte kennenlernen durfte, dann sehe ich nicht, dass Frauen unterrepräsentiert sind. In meiner Redaktion habe ich schon vor Jahrzehnten regelmäßig mit Pressefotografinnen gearbeitet. Dass gerade mal die Männer in der Überzahl sind, ist eher Zufall. Lange Jahre waren sie in der Minderheit. In erster Linie muss das Produkt stimmen Auch wenn das gerade nicht modern ist: Ich finde, man muss nicht jeden Berufsstand auf seine Diversität untersuchen und fordern, dass mehr Frauen, Migranten oder Behinderte vertreten sein müssten. Am Ende kommt es doch immer auf das Produkt an. Stimmt es, dann ist alles gut? Und noch etwas spielt speziell beim Thema Titelbilder für mich eine Rolle. Je mehr Print verschwindet und Online-Publikationen das Feld übernehmen, desto seltener braucht es Titelbilder im üblichen Sinne. Ja, es werden immer noch bei jedem Online-Auftritt die großen, die überzeugenden, die bewegenden Fotos ganz oben auf der Homepage gebraucht. Aber zumindest bei Tageszeitungsauftritten sind sie auch ganz schnell wieder verschwunden, weil die nächste Story nach oben rückt. Nennt die Namen aller Fotografen Was ich aber fordere, und das vehement: überhaupt die Namen von Fotografen und Illustratoren zu nennen. Deshalb finde ich die DJV-Aktion &#8222;Fotografen haben Namen&#8220; immens wichtig und bemühe mich in der Produktion, immer den Fotografen-Namen zu nennen, egal ob online oder print. Auch wenn das manchmal ein bisschen Arbeit erfordert, die Namen überhaupt herauszufinden. Mal ganz abgesehen davon, dass die Fotografen ein Recht darauf haben, ist ihr Werk genauso urheberrechtlich geschützt wie das von Textautoren. Warum also sollen sie namenlos bleiben?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="550" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Eine Frau fotografiert sich selbst im Spiegel." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2-150x103.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/sJanselbst-2-768x528.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Der Female Photoclub, Freelens und der DJV Nord haben die Titelseiten von 72 Magazinen nach dem Geschlecht der Urheber ausgewertet. Und sind zu dem Schluss gekommen, dass Fotografinnen und Illustratorinnen bei den Titelbildern stark unterrepräsentiert sind. Was sie daraus schließen und was ich daraus schließe.</p>



<span id="more-12949"></span>



<p>Ich mache selbst regelmäßig Pressefotos und freue mich immer diebisch, wenn ich das Titelbild ergattere, sprich, wenn ein Foto von mir zum Titelfoto wird. Das kommt nicht allzu oft vor und ist sozusagen eine interne Ehre. Und zwar nicht, weil ich Fotografin, also Frau, bin, sondern weil meine fotografische Leistung an diesem Tag so gut und das Thema so relevant ist, dass daraus ein Titelbild meiner Zeitung, der <a href="https://www.ln-online.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lübecker Nachrichten</a>, wird. Eines der Titelbilder von mir sieht jeder, der dieses Blog liest. Es ist zu <a href="https://pyrolim.de/pyropro/mein-bestes-foto-2011/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">meinem Headerbild geworden</a>, außerdem verwende ich es als Avatar für meine Social-Media-Kanäle.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein gutes Coverbild zieht die Blicke auf sich</h2>



<p>Nun ist eine Tageszeitung kein Magazin. Allein schon die nicht tägliche Erscheinungsweise macht Titelbilder in Magazinen umso rarer &#8211; und wichtiger. Denn ein gutes Coverbild muss in der Masse der Titel, die in den Regalen ausliegen, Aufmerksamkeit erregen. Immerhin 928 Magazine inklusiver einiger Sonderausgaben haben  der <a href="https://femalephotoclub.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Female Photoclub</a>, <a href="https://freelens.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Freelens</a> und der <a href="https://www.djv-nord.de/startseite" target="_blank" rel="noreferrer noopener">DJV Nord</a> im Jahr 2022 untersucht. Und die Anzahl der Urheberinnen im Verhältnis zu den Urhebern grafisch aufarbeiten lassen &#8211; natürlich v9on einer Infografikerin.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1067" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Magazinauswertung2022_01.jpg" alt="" class="wp-image-12951" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Magazinauswertung2022_01.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Magazinauswertung2022_01-112x150.jpg 112w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Magazinauswertung2022_01-768x1024.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Infografik: <a href="https://www.tinastrube.com/https://www.tinastrube.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tina Strube</a></figcaption></figure>



<p> </p>



<h2 class="wp-block-heading">25 Prozent der Titelbilder kamen von Frauen</h2>



<p>Der Anteil der von Fotografinnen und Illustratorinnen gestalteten Cover lag bei 25 Prozent, der der männlichen Kollegen hingegen bei 54 Prozent. Die übrigen 21 Prozent entfallen auf gemischte Teams, nicht genau zuzuordnende Urheber oder Agenturcredits ohne Nennung der Fotografen oder Illustratoren. Immerhin, stellen die drei Organisationen fest, sei der Anteil der Frauen im Gegensatz zu einer Erhebung drei Jahre zuvor gestiegen.</p>



<p>&#8222;Wir freuen uns über die positive Tendenz drei Jahre nach der ersten Auswertung. Sie bestätigt unser Gefühl, dass in den Redaktionen deutscher Magazine, aber auch gesamtgesellschaftlich, ein größeres Bewusstsein für die Ungleichbehandlung aufgrund der Geschlechter geschaffen wurde. Jedoch ist diese Entwicklung ein Prozess und die Ergebnisse der Auswertung von 2022 zeigen auch, dass wir noch lange nicht am Ziel von realer Gleichberechtigung angekommen sind&#8220;, merkt der Female Photoclub dazu an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehlende Parität und Geschlechter-Klischees</h2>



<p>Parität gebe es in der Magazinwelt immer noch viel zu selten, heißt es weiter. Und: &#8222;Allzu oft scheinen die Redaktionen noch in geschlechterspezifische Klischees zu verfallen und lassen Frauen Yoga und Männer rohes Fleisch fotografieren.&#8220; Und Marina Friedt, Vorsitzende des DJV Nord, argumentiert zum Anstieg der Frauen-Cover: &#8222;Diese Entwicklung geht in die richtige Richtung, und sie muss weitergehen! Publizistische Vielfalt entsteht nur durch unterschiedliche Sichtweisen, auch oder besonders, wenn es um Bilder geht.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo sind die Sichtweisen sichtbar?</h2>



<p>Das sehe ich ganz anders. Was ändert sich an einem Foto, wenn es von einer Frau aufgenommen wird? Welche &#8222;anderen Sichtweisen&#8220; sollen dort zum Tragen kommen? Geht es nicht eher ums Motiv als darum, wer hinter der Kamera oder am Rechner sitzt und das Bild komponiert? Das sieht Anna Gripp, Sprecherin Deutscher Fotorat und Chefredakteurin von <a href="https://photonews.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Photonews</a>, offenbar ähnlich. Ihr Statement: &#8222;Beim Titel sind aber andere Faktoren wichtiger: Ist das Motiv plakativ und interessant? Steht es in Verbindung zu einer wichtigen Geschichte im Heft? Und ganz banal: Ist es ein Hochformat (da wir Fotografien nicht beschneiden)?&#8220;</p>



<p>Gripp sagt auch: &#8222;Qualität ist keine Frage des Geschlechts.&#8220; Und genauso sehe ich das ebenfalls. Obwohl ich mir nach der Beobachtung von Fotografen &#8211; also Männern &#8211; und ihren Frauen selbst die Frage gestellt habe, <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/ist-die-fotografie-maennlich/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ob Fotografie männlich ist</a>. In diesem Fall bei den ambitionierten Hobbyfotografen. Wenn ich mir die Profis angucken, die ich im Laufe der Jahrzehnte kennenlernen durfte, dann sehe ich nicht, dass Frauen unterrepräsentiert sind. In meiner Redaktion habe ich schon vor Jahrzehnten regelmäßig mit Pressefotografinnen gearbeitet. Dass gerade mal die Männer in der Überzahl sind, ist eher Zufall. Lange Jahre waren sie in der Minderheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">In erster Linie muss das Produkt stimmen</h2>



<p>Auch wenn das gerade nicht modern ist: Ich finde, man muss nicht jeden Berufsstand auf seine Diversität untersuchen und fordern, dass mehr Frauen, Migranten oder Behinderte vertreten sein müssten. Am Ende kommt es doch immer auf das Produkt an. Stimmt es, dann ist alles gut? Und noch etwas spielt speziell beim Thema Titelbilder für mich eine Rolle. Je mehr Print verschwindet und Online-Publikationen das Feld übernehmen, desto seltener braucht es Titelbilder im üblichen Sinne. Ja, es werden immer noch bei jedem Online-Auftritt die großen, die überzeugenden, die bewegenden Fotos ganz oben auf der Homepage gebraucht. Aber zumindest bei Tageszeitungsauftritten sind sie auch ganz schnell wieder verschwunden, weil die nächste Story nach oben rückt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nennt die Namen aller Fotografen</h2>



<p>Was ich aber fordere, und das vehement: überhaupt die Namen von Fotografen und Illustratoren zu nennen. Deshalb finde ich die DJV-Aktion &#8222;<a href="https://www.djv.de/startseite/info/beruf-betrieb/bildjournalisten/fotografen-haben-namen-2020-1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fotografen haben Namen</a>&#8220; immens wichtig und bemühe mich in der Produktion, immer den Fotografen-Namen zu nennen, egal ob online oder print. Auch wenn das manchmal ein bisschen Arbeit erfordert, die Namen überhaupt herauszufinden. Mal ganz abgesehen davon, dass <a href="https://www.fotorecht-aktuell.de/namensnennungsrecht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Fotografen ein Recht darauf haben</a>, ist ihr Werk genauso urheberrechtlich geschützt wie das von Textautoren. Warum also sollen sie namenlos bleiben?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/titelbilder-kommt-es-auf-die-fotografin-an/">Titelbilder: Kommt es auf die Fotografin an?</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Haltung im Journalismus: Wie viel darf&#8217;s sein?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Jan 2023 16:40:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="320" height="292" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/wind.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/wind.jpg 320w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/wind-150x137.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px" /><p>Darf ein Journalist, der über die Gefahren des Böllerns schreibt, selbst Böller kaufen? Eine Frage, die kurz vor Silvester bei Twitter auftauchte. Jemand sagte, er habe kein Verständnis für Journalisten, die genau das tun? Sie müssten Haltung zeigen. Aber muss ich als Redakteurin mein Privatleben immer an meinen Artikeln ausrichten und umgekehrt. Im Zuge der Berichterstattung über die Proteste und Menschenrechtsverletzungen im Iran tauchte immer wieder die Frage auf, ob iranisch-stämmige Journalistinnen oder Journalisten überhaupt neutral und sachlich über diese schrecklichen Vorgänge berichten können. Die ständige – und richtige – Antwort darauf lautete stets: Journalismus ist ein Handwerk. Wir wissen, was wir tun, und lassen uns nicht von unserer eigenen Situation beeinflussen. Genau das ist auch mein Argument: Journalismus ist ein Handwerk. Haltung dem Artikelinhalt anpassen? Und Meinungen haben ausschließlich in Kommentaren etwas zu suchen. Mein Gesprächspartner dazu meinte aber, das sei haltungslos. Einspruch, Euer Ehren. Wenn jeder Artikel, den ich schreibe, meine Haltung widerspiegeln oder ich meine Haltung je nach Thema den Artikeln anpassen müsste, hätte ich ein großes Problem. Wie soll das gehen? Und kann ich mit Haltung etwa gegenüber meinem Arbeitgeber begründen, warum ich diesen oder jenen Artikel nicht schreiben möchte? Ich will es mal an einem anderen Beispiel deutlich machen: Windkraft. Sie ist und bleibt umstritten, obwohl kein Weg daran vorbeiführt, unsere Energieversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen. Das ist meine feste Überzeugung. Ich bin für Windkraft. Dennoch haben meiner Meinung nach auch Windkraftgegner ein Recht darauf, dass ihre Argumente veröffentlicht werden. Nur so ist eine Meinungsbildung möglich. Wie könnte ich es als Journalistin ablehnen, über etwa eine Bürgerinitiative zur Windkraft, zumal wenn sie einen Bürgerentscheid anstrengt, nicht zu berichten, weil meine Haltung eine andere ist? Recherche gegen Fake News und False Balance Und was ist mit Fake News und False Balance? Als Journalistin ist es meine Aufgabe, durch Recherche festzustellen, was Fake News sind und False Balance zu vermeiden. Nur dann mache ich meinen Job richtig. Um beim Beispiel der Windkraft zu bleiben: Wenn die Gegner Infraschall ins Feld führen, kann ich das berichten. Aber ist kann und muss auch einen Experten zu Wort kommen lassen, der dieses Argument einordnet und im Zweifel widerlegt. Andere falsche oder täuschende Behauptungen kann ich mit sprachlichen Mitteln zurechtrücken. Etwa in dem ich das -neudeutsche – Wording „Industrieanlagen“ für Windparks und Windräder nicht übernehme, sondern sie als genau als das bezeichne, was sie sind: Windparks oder Windräder. Haltung ist im Journalismus letztlich Privatsache. Mit einer Ausnahme, die Peter Welchering in einem lesenswerten Essay auf journalistik-online definiert: &#8222;Hier wird also nach einer journalistischen Haltung gefragt. Und da haben wir in erster Linie die Verpflichtung auf Wahrhaftigkeit. Denn ohne eine Verpflichtung auf Wahrhaftigkeit kann ich journalistisch nicht erfolgreich arbeiten.&#8220; Gradmesser ist die gesellschaftliche Wirklichkeit Worüber ich berichte, richtet sich nach dem Interesse der Leser und nach den aktuellen Themen, die die Gesellschaft bewegen. Nicht danach, was mir in den Kram passt oder was ich für wichtig halte. Deckt sich das, was ich wichtig finde, mit dem, was die Gesellschaft wichtig findet, ist es umso besser. Und für alles andere, was nur mich interessiert und was ich vielleicht bemerkens- oder berichtenswert finde, habe ich dieses Blog hier. Meine Spielwiese, meine Haltung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/haltung-im-journalismus-wie-viel-darfs-sein/">Haltung im Journalismus: Wie viel darf&#8217;s sein?</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="320" height="292" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/wind.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/wind.jpg 320w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/wind-150x137.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px" />
<p>Darf ein Journalist, der über die Gefahren des Böllerns schreibt, selbst Böller kaufen? Eine Frage, die kurz vor Silvester bei Twitter auftauchte. Jemand sagte, er habe kein Verständnis für Journalisten, die genau das tun? Sie müssten Haltung zeigen. Aber muss ich als Redakteurin mein Privatleben immer an meinen Artikeln ausrichten und umgekehrt.</p>



<span id="more-12831"></span>



<p>Im Zuge der Berichterstattung über die Proteste und Menschenrechtsverletzungen im Iran tauchte immer wieder die Frage auf, ob iranisch-stämmige Journalistinnen oder Journalisten überhaupt neutral und sachlich über diese schrecklichen Vorgänge berichten können. Die ständige – und richtige – Antwort darauf lautete stets: Journalismus ist ein Handwerk. Wir wissen, was wir tun, und lassen uns nicht von unserer eigenen Situation beeinflussen. Genau das ist auch mein Argument: Journalismus ist ein Handwerk.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Haltung dem Artikelinhalt anpassen?</h2>



<p>Und Meinungen haben ausschließlich in Kommentaren etwas zu suchen. Mein Gesprächspartner dazu meinte aber, das sei haltungslos. Einspruch, Euer Ehren. Wenn jeder Artikel, den ich schreibe, meine Haltung widerspiegeln oder ich meine Haltung je nach Thema den Artikeln anpassen müsste, hätte ich ein großes Problem. Wie soll das gehen? Und kann ich mit Haltung etwa gegenüber meinem Arbeitgeber begründen, warum ich diesen oder jenen Artikel nicht schreiben möchte?</p>



<p>Ich will es mal an einem anderen Beispiel deutlich machen: Windkraft. Sie ist und bleibt umstritten, obwohl kein Weg daran vorbeiführt, unsere Energieversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen. Das ist meine feste Überzeugung. Ich bin für Windkraft. Dennoch haben meiner Meinung nach auch Windkraftgegner ein Recht darauf, dass ihre Argumente veröffentlicht werden. Nur so ist eine Meinungsbildung möglich. Wie könnte ich es als Journalistin ablehnen, über etwa eine Bürgerinitiative zur Windkraft, zumal wenn sie einen Bürgerentscheid anstrengt, nicht zu berichten, weil meine Haltung eine andere ist?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Recherche gegen Fake News und False Balance</h2>



<p>Und was ist mit Fake News und False Balance? Als Journalistin ist es meine Aufgabe, durch Recherche festzustellen, was Fake News sind und False Balance zu vermeiden. Nur dann mache ich meinen Job richtig. Um beim Beispiel der Windkraft zu bleiben: Wenn die Gegner Infraschall ins Feld führen, kann ich das berichten. Aber ist kann und muss auch einen Experten zu Wort kommen lassen, der dieses Argument einordnet und im Zweifel widerlegt. Andere falsche oder täuschende Behauptungen kann ich mit sprachlichen Mitteln zurechtrücken. Etwa in dem ich das -neudeutsche – <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/woerter-als-waffen-worgewaltige-windkraftgegner/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wording „Industrieanlagen“</a> für Windparks und Windräder nicht übernehme, sondern sie als genau als das bezeichne, was sie sind: Windparks oder Windräder.</p>



<p>Haltung ist im Journalismus letztlich Privatsache. Mit einer Ausnahme, die Peter Welchering in einem lesenswerten <a href="https://journalistik.online/ausgabe-03-2020/gesinnung-oder-haltung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Essay auf journalistik-online definiert</a>: &#8222;Hier wird also nach einer journalistischen Haltung gefragt. Und da haben wir in erster Linie die Verpflichtung auf Wahrhaftigkeit. Denn ohne eine Verpflichtung auf Wahrhaftigkeit kann ich journalistisch nicht erfolgreich arbeiten.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading"> Gradmesser ist die gesellschaftliche Wirklichkeit</h2>



<p>Worüber ich berichte, richtet sich nach dem Interesse der Leser und nach den aktuellen Themen, die die Gesellschaft bewegen. Nicht danach, was mir in den Kram passt oder was ich für wichtig halte. Deckt sich das, was ich wichtig finde, mit dem, was die Gesellschaft wichtig findet, ist es umso besser. Und für alles andere, was nur mich interessiert und was ich vielleicht bemerkens- oder berichtenswert finde, habe ich dieses Blog hier. Meine Spielwiese, meine Haltung.</p>



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		<title>Pressestelle &#8211; ganz anders als früher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Nov 2022 16:56:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Pressearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK-150x68.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK-768x346.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Journalisten haben oft mit Pressestellen zu tun. Das ist gut so und kann die Arbeit ungemein erleichtern. Vor allem, wenn Profis in der Pressestelle sitzen. Aber die Zusammenarbeit mit vielen Pressestellen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert &#8211; nicht immer zum Vorteil. Ein bisschen Jammern aus dem Alltag. Zunächst: Pressestelle ist nicht gleich Pressestelle. Es ist schon ein großer Unterschied, ob es die der Bahn, von RTL, der Industrie- und Handelskammer, der jeweiligen Kreisverwaltung oder der örtlichen Polizeidirektion ist. Früher, also ganz früher, so vor 20, 30 oder 40 Jahren, hatten Pressestellen alle eines gemeinsam: Wir Journalisten haben sie angerufen, dann gab es eine Antwort. Entweder sofort oder kurz danach, wenn sich der Pressesprecher schlau gemacht hatte. Schließlich ist ein Pressesprecher oder eine Pressesprecherin nicht allwissend. Und es gibt durchaus Behörden, die ihre Pressestelle nicht regelmäßig ins Bild setzen, was im Haus so läuft. Als es nur Fax und Telefon gab Klar, damals gab es gerade mal Fax. Und die einzigen Pressestellen, die Anfragen schriftlich haben wollten, waren die großer Handelsketten, allen voran Aldi. Alle anderen gaben bereitwillig am Telefon Auskunft. Es blieb ihnen gar nichts anders übrig. Lediglich die Polizeipressestelle schickte ihre täglichen Pressemeldungen über den großen Verteiler per Fax raus, was mir vor fast zwei Jahrzehnten mal die Glaubwürdigkeit gerettet hat. Kleiner Exkurs: Die Polizei meldete, dass das Opfer eines Verbrechens gestorben sei, ich habe es am nächsten Tag in der Zeitung vermeldet. Der Mann lebte aber noch. Dank des Faxes konnte ich nachweisen, dass ich sorgfältig gearbeitet hatte beziehungsweise, dass der Fehler nicht bei mir lag. Anfragen am liebsten per E-Mail Mit der Digitalisierung hat eine Entwicklung eingesetzt, die sich in den vergangenen Jahren ständig verstärkt hat. Anfragen an die Pressestelle bitte nur noch per Mail. Es gibt Pressestellen, da habe ich noch nicht mal meinen Namen am Telefon zu Ende gesprochen, da schallt mir schon ein &#8222;Schicken Se ne Mail&#8220; entgegen. Nun ist das mit den Mails so eine Sache. Ist der Sachverhalt einigermaßen kompliziert, klingen sie etwa so: Ist es richtig, dass . . . Falls ja, was hat dazu geführt? Falls nein, welche Argumente haben dagegen gesprochen? Falls ja, was kostet die Maßnahme? Wer bezahlt sie? Falls es verschiedene Geldgeber sind, welche sind das? Wie teilt sich der Betrag auf? Falls nein, welche Auswirkungen hat das? Was bedeutet das für . . . ? Im Dialog offene Fragen klären So ungefähr. Da kann sich jeder vorstellen, wie kompliziert das ist. Zugegeben, es ist nicht immer so, aber oft. Presseanfragen beschränkten sich eben nicht nur darauf, um irgendwelche Zahlen zu bitten oder zu erfahren, wann etwa eine Straßenbaumaßnahme umgesetzt wird. Oft ist es nicht so einfach. Und dann wäre es schön, einen Dialog mit einem Pressesprecher führen zu können, in dessen Verlauf sich vielleicht noch die eine oder andere Frage ergibt. Oder Nachfragen gestellt werden können, die sich aus den Antworten ergeben. Und ja, da wäre auch eine Chatfunktion hilfreich. Hauptsache Dialog. Anfragen per Mail zu stellen, hat noch einen anderen Nachteil. Wer fragt, weiß nie, wann die Antwort kommt. Üblich ist eigentlich: Wenn nichts dabei steht, dann möglichst noch am selben Tag. Ich schreibe in meine Anfragen an eine Pressestelle immer rein, bis wann ich die Antworten gern hätte. Mittlerweile auch, dass es eilig ist, obwohl das eigentlich, siehe oben, selbstverständlich sein sollte, wenn nichts dabei steht. Es gibt übrigens Pressestellen, die auf eine Anfrage eine kurze Rückmeldung geben: Ist angekommen, wird voraussichtlich bis dann und dann beantwortet. Das ist toll und freut jeden, der den Redaktionsschluss im Nacken hat. Außerdem fühle ich mich durch so eine Rückmeldung &#8211; die leider sehr selten sind &#8211; ernst genommen. Und dann gibt es die, bei denen man das Gefühl hat, die Anfrage ins Nirwana geschickt zu haben. Die namenlose Pressestelle Und noch etwas ist mittlerweile anders geworden. Es gibt Pressestellen, da arbeiten keine Menschen. Jedenfalls keine, die einen Namen haben. Da steht dann in der Signatur nur Pressestelle, und auch die freundlichen Grüße schickt lediglich die Pressestelle. Was bei Rückfragen &#8211; natürlich nur per Mail &#8211; die Anrede etwas schwierig macht. Auch in der Signatur steht nur Pressestelle, gern aber auch &#8222;Head of Irgendwas&#8220;. Ich schreibe ja unter meine Anfragen auch nicht &#8222;Mit freundlichen Grüßen, die Redaktion&#8220;. Und wer nicht namentlich zitiert werden will, der kann das doch sagen, pardon schreiben. Ganz anders meine Polizeipressestelle. Da weiß ich immer, wer den Text geschrieben hat, und Nachfragen sind telefonisch jederzeit möglich. Über das Polizeideutsch muss man halt hinweg hören. Etwa wenn mir ein Pressesprecher sagt, eine bestimmte Frage könne er nicht beantworten, das müsse er erstmal &#8222;ermitteln&#8220;. Egal, Hauptsache, die die Info kommt. Drehscheibe zwischen Journalist und Fachabteilung Jetzt kommt noch ein kleiner Exkurs über Pressestellen. Viele sind nur Drehscheiben. Die Anfragen der Journalisten &#8211; deshalb auch das Beharren auf Mails &#8211; werden an die Fachabteilung weitergeleitet, die die Fragen beantwortet. Diese Antwort geht wieder über den Tisch des Pressesprechers, der sie dann verschickt. Ein Verfahren, das vor allem in Behörden üblich ist. Ganz anders geht es bei Pressestellen zu, etwa von privaten Fernsehsendern oder der Telekom. Es gibt welche mit Login, da kann nicht einfach jeder Reporter seine Anfrage stellen. Das schützt vor allem vor Fans und Beschwerden. So etwas habe ich aber auch mal bei einem Edel-Architekten erlebt, einen Pressebereich mit Passwort. Oder es gibt eine zentrale E-Mail-Adresse. An die werden nicht nur die großen weltbewegenden Fragen geschickt, sondern auch Anliegen aus Kleinkleckersdorf. So landet dann ein Problem eines 200-Seelen-Dorfes in einer Pressestelle in München, Berlin oder Bonn. Langes Warten auf die Antwort Übrigens liegt meine letzte Kleinkleckersdorf-Anfrage mittlerweile seit vier Tagen bei einer Pressestelle. Zwischenstand? Keineswegs. Ich bin mal gespannt, wann ich eine Antwort bekomme. Und sei es nur die, dass es noch ein bisschen dauert. Dabei ist mir natürlich klar, dass Pressesprecher heute viel mehr machen als nur meine läppische Anfrage zu beantworten. Aber irgendwann würde ich meinen Artikel halt auch mal fertigstellen.</p>
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<p>Journalisten haben oft mit Pressestellen zu tun. Das ist gut so und kann die Arbeit ungemein erleichtern. Vor allem, wenn Profis in der Pressestelle sitzen. Aber die Zusammenarbeit mit vielen Pressestellen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert &#8211; nicht immer zum Vorteil. Ein bisschen Jammern aus dem Alltag.</p>



<span id="more-12748"></span>



<p>Zunächst: Pressestelle ist nicht gleich Pressestelle. Es ist schon ein großer Unterschied, ob es die der Bahn, von RTL, der Industrie- und Handelskammer, der jeweiligen Kreisverwaltung oder der örtlichen Polizeidirektion ist. Früher, also ganz früher, so vor 20, 30 oder <a href="https://pyrolim.de/pyropro/40-jahre-journalismus-mein-rueckblick/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">40 Jahren</a>, hatten Pressestellen alle eines gemeinsam: Wir Journalisten haben sie angerufen, dann gab es eine Antwort. Entweder sofort oder kurz danach, wenn sich der Pressesprecher schlau gemacht hatte. Schließlich ist ein Pressesprecher oder eine Pressesprecherin nicht allwissend. Und es gibt durchaus Behörden, die ihre Pressestelle nicht regelmäßig ins Bild setzen, was im Haus so läuft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Als es nur Fax und Telefon gab</h2>



<p>Klar, damals gab es gerade mal Fax. Und die einzigen Pressestellen, die Anfragen schriftlich haben wollten, waren die großer Handelsketten, allen voran Aldi. Alle anderen gaben bereitwillig am Telefon Auskunft. Es blieb ihnen gar nichts anders übrig. Lediglich die Polizeipressestelle schickte ihre täglichen Pressemeldungen über den großen Verteiler per Fax raus, was mir vor fast zwei Jahrzehnten mal die Glaubwürdigkeit gerettet hat. Kleiner Exkurs: Die Polizei meldete, dass das Opfer eines Verbrechens gestorben sei, ich habe es am nächsten Tag in der Zeitung vermeldet. Der Mann lebte aber noch. Dank des Faxes konnte ich nachweisen, dass ich sorgfältig gearbeitet hatte beziehungsweise, dass der Fehler  nicht bei mir lag.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anfragen am liebsten per E-Mail</h2>



<p>Mit der Digitalisierung hat eine Entwicklung eingesetzt, die sich in den vergangenen Jahren ständig verstärkt hat. Anfragen an die Pressestelle bitte nur noch per Mail. Es gibt Pressestellen, da habe ich noch nicht mal meinen Namen am Telefon zu Ende gesprochen, da schallt mir schon ein &#8222;Schicken Se ne Mail&#8220; entgegen.</p>



<p>Nun ist das mit den Mails so eine Sache. Ist der Sachverhalt einigermaßen kompliziert, klingen sie etwa so: Ist es richtig, dass . . . Falls ja, was hat dazu geführt? Falls nein, welche Argumente haben dagegen gesprochen? Falls ja, was kostet die Maßnahme? Wer bezahlt sie? Falls es verschiedene Geldgeber sind, welche sind das? Wie teilt sich der Betrag auf? Falls nein, welche Auswirkungen hat das? Was bedeutet das für . . . ?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Dialog offene Fragen klären</h2>



<p>So ungefähr. Da kann sich jeder vorstellen, wie kompliziert das ist. Zugegeben, es ist nicht immer so, aber oft. Presseanfragen beschränkten sich eben nicht nur darauf, um irgendwelche Zahlen zu bitten oder zu erfahren, wann etwa eine Straßenbaumaßnahme umgesetzt wird. Oft ist es nicht so einfach. Und dann wäre es schön, einen Dialog mit einem Pressesprecher führen zu können, in dessen Verlauf sich vielleicht noch die eine oder andere Frage ergibt. Oder Nachfragen gestellt werden können, die sich aus den Antworten ergeben. Und ja, da wäre auch eine Chatfunktion hilfreich. Hauptsache Dialog.</p>



<p>Anfragen per Mail zu stellen, hat noch einen anderen Nachteil. Wer fragt, weiß nie, wann die Antwort kommt. Üblich ist eigentlich: Wenn nichts dabei steht, dann möglichst noch am selben Tag. Ich schreibe in meine Anfragen an eine Pressestelle immer rein, bis wann ich die Antworten gern hätte. Mittlerweile auch, dass es eilig ist, obwohl das eigentlich, siehe oben, selbstverständlich sein sollte, wenn nichts dabei steht.</p>



<p>Es gibt übrigens Pressestellen, die auf eine Anfrage eine kurze Rückmeldung geben: Ist angekommen, wird voraussichtlich bis dann und dann beantwortet. Das ist toll und freut jeden, der den Redaktionsschluss im Nacken hat. Außerdem fühle ich mich durch so eine Rückmeldung &#8211; die leider sehr selten sind &#8211; ernst genommen. Und dann gibt es die, bei denen man das Gefühl hat, die Anfrage ins Nirwana geschickt zu haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die namenlose Pressestelle</h2>



<p>Und noch etwas ist mittlerweile anders geworden. Es gibt Pressestellen, da arbeiten keine Menschen. Jedenfalls keine, die einen Namen haben. Da steht dann in der Signatur nur Pressestelle, und auch die freundlichen Grüße schickt lediglich die Pressestelle. Was bei Rückfragen &#8211; natürlich nur per Mail &#8211; die Anrede etwas schwierig macht. Auch <a href="https://pyrolim.de/pyropro/kleiner-e-mail-knigge-das-spart-nerven/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">in der Signatur</a> steht nur Pressestelle, gern aber auch &#8222;Head of Irgendwas&#8220;. Ich schreibe ja unter meine Anfragen auch nicht &#8222;Mit freundlichen Grüßen, die Redaktion&#8220;. Und wer nicht namentlich zitiert werden will, der kann das doch sagen, pardon schreiben.</p>



<p>Ganz anders meine Polizeipressestelle. Da weiß ich immer, wer den Text geschrieben hat, und Nachfragen sind telefonisch jederzeit möglich. Über das <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Polizeideutsch</a> muss man halt hinweg hören. Etwa wenn mir ein Pressesprecher sagt, eine bestimmte Frage könne er nicht beantworten, das müsse er erstmal &#8222;ermitteln&#8220;. Egal, Hauptsache, die die Info kommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drehscheibe zwischen Journalist und Fachabteilung</h2>



<p>Jetzt kommt noch ein kleiner Exkurs über Pressestellen. Viele sind nur Drehscheiben. Die Anfragen der Journalisten &#8211; deshalb auch das Beharren auf Mails &#8211; werden an die Fachabteilung weitergeleitet, die die Fragen beantwortet. Diese Antwort geht wieder über den Tisch des Pressesprechers, der sie dann verschickt. Ein Verfahren, das vor allem in Behörden üblich ist.</p>



<p>Ganz anders geht es bei Pressestellen zu, etwa von privaten Fernsehsendern oder der Telekom. Es gibt welche mit Login, da kann nicht einfach jeder Reporter seine Anfrage stellen. Das schützt vor allem vor Fans und Beschwerden. So etwas habe ich aber auch mal bei einem Edel-Architekten erlebt, einen Pressebereich mit Passwort. Oder es gibt eine zentrale E-Mail-Adresse. An die werden nicht nur die großen weltbewegenden Fragen geschickt, sondern auch Anliegen aus Kleinkleckersdorf. So landet dann ein Problem eines 200-Seelen-Dorfes in einer Pressestelle in München, Berlin oder Bonn.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Langes Warten auf die Antwort</h2>



<p>Übrigens liegt meine letzte Kleinkleckersdorf-Anfrage mittlerweile seit vier Tagen bei einer Pressestelle. Zwischenstand? Keineswegs. Ich bin mal gespannt, wann ich eine Antwort bekomme. Und sei es nur die, dass es noch ein bisschen dauert. Dabei ist mir natürlich klar, dass Pressesprecher <a href="https://stephanieakowalski.de/moderner-pressesprecher/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">heute viel mehr machen</a> als nur meine läppische Anfrage zu beantworten. Aber irgendwann würde ich meinen Artikel halt auch mal fertigstellen.</p>



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		<title>Abo oder einzelner Artikel: die Dauerdebatte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jun 2022 14:30:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="412" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kurzen.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kurzen.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kurzen-150x77.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kurzen-768x396.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich verdiene mein Geld mit Journalismus. Gutes Geld, ich kann nicht klagen. Und dennoch ärgere ich mich über die, die sich über Bezahlschranken ärgern. Mit schöner Regelmäßigkeit ploppt die Debatte darüber auf, warum Artikel mit gesellschaftlich relevanten Themen nicht kostenlos sind. Und gleich danach kommt die Klage über das Abo, das Online-Abonnement. So richtig klar geworden ist mir die Frechheit dieser Debatte an einem der ersten Sonntage in der Corona-Pandemie. Ich hatte meinen freien Sonntag drangegeben, um den ganzen Tag die neuesten Entwicklungen zu recherchieren und aufzuschreiben, um die Leser der Lübecker Nachrichten schnell und umfassend zu informieren. Und es ging Schlag auf Schlag. Die Situation änderte sich beinahe stündlich, und die Landesregierung gab alle paar Stunde neue Regeln heraus. Inseln wurden abgeriegelt, Kitas kurzfristig geschlossen, Schulschließungen diskutiert. Wichtig genug fürs Lesen ohne Abo? Mit den ersten Online-Texten waren die ersten Kommentare da. Warum hinter der Bezahlschranke? Warum nicht kostenlos bei so einem wichtigen Thema? Das ist eine Frechheit. Ihr denkt doch nur an den Profit. Die Wut kam langsam, aber unaufhaltsam. Leute, ich sitze hier am Sonntag, opfere meinen freien Tag, ackere wie verrückt, und ihr meckert darüber, dass diese Arbeit bezahlt werden soll. Wobei ich bei weitem nicht die Einzige war, die diesen Sonntag für ihre Leser opferte. Die Redaktion war gut besetzt. Aber es ist doch Pandemie! Ja und, verschenkt der Bäcker deshalb seine Brötchen? Gibt es jetzt überall etwas umsonst? Zumal die Informationen, die wir da aufbereiteten, anderswo, etwa auf der Seite der Landesregierung, kostenlos und frei abrufbar waren und bis heute sind. Wir Journalisten bereiten sie auf, ordnen sie ein, klären offene Fragen und machen daraus lesbare Texte. Die Ursprungsinformation gibt es anderswo, teils natürlich recht bürokratisch formuliert. Debatte um Bezahlschranke kommt immer wieder Die Pandemie steht mittlerweile nicht mehr so sehr im Fokus. Aber die Debatte um die Bezahlschranke geht weiter. Das Thema Corona ist inzwischen abgelöst worden durch andere gesellschaftlich relevante Themen, die laut dem Wunsch der Leser unbedingt frei lesbar sein sollten und keineswegs nur mit einem Abo. Wobei jeder ein anderes Thema als wichtig genug für diese privilegierte Stellung ansieht. Was da schon alles vorgetragen wurde. Das reicht vom Tierschutz bis zum Klimawandel. Gesellschaftlich relevante Themen sind schon immer in den Medien behandelt worden. In den Zeitungen konnten die Leute diese Artikel nur lesen, wenn sie die gedruckte Zeitung gekauft haben, entweder im Abo oder als einzelne Zeitung, etwa am Wochenende. Warum sollte das online anders sein? Ja, aber . . . höre ich schon. Und: Ich will doch nur einen einzelnen Artikel kaufen, kein Abonnement abschließen. Kann sein. Aber selbst in der gedruckten Zeitung konnte niemand nur einen einzelnen Artikel kaufen. Einzelartikel-Modell ist gescheitert Ich verstehe den Wunsch nach dem Kauf einzelner Artikel. Aber früher gab es auch keine einzelnen Artikel, und alle Versuche, das online einzuführen, sind gescheitert. Ich kann gut verstehen, dass jemand nicht für jede einzelne Zeitung ein Abonnement abschließen will oder kann, bloß weil ihn mal hier, mal da ein Artikel interessiert. Ja, dann verzichte eben auf diesen Artikel. Davon geht die Welt nicht unter. Ich halte es für sinnvoll, sich ein Abonnement für die eigene Lokalzeitung zu holen, um online informiert zu sein. Und wenn es dann mehr sein soll, dann noch ein Abo für eine überregionale Zeitung. Das müsste doch reichen. Und von mir selbst weiß ich, dass ein Text, den ich wegen eines fehlenden Abonnements nicht lesen konnte, schon morgen gar nicht mehr so wichtig war. Es gilt noch immer der alte Spruch: Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Egal ob auf Papier oder online. Kritiker der Bezahlschranke und des Abo-Modells sollten noch etwas bedenken: Wenn sie Journalismus nicht bezahlen, wird es bald keinen unabhängigen Journalismus mehr geben.</p>
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<p>Ich verdiene mein Geld mit Journalismus. Gutes Geld, ich kann nicht klagen. Und dennoch ärgere ich mich über die, die sich über Bezahlschranken ärgern. Mit schöner Regelmäßigkeit ploppt die Debatte darüber auf, warum Artikel mit gesellschaftlich relevanten Themen nicht kostenlos sind. Und gleich danach kommt die Klage über das Abo, das Online-Abonnement.</p>



<span id="more-12487"></span>



<p>So richtig klar geworden ist mir die Frechheit dieser Debatte an einem der ersten Sonntage in der Corona-Pandemie. Ich hatte meinen freien Sonntag drangegeben, um den ganzen Tag die neuesten Entwicklungen zu recherchieren und aufzuschreiben, um die Leser der Lübecker Nachrichten schnell und umfassend zu informieren. Und es ging Schlag auf Schlag. Die Situation änderte sich beinahe stündlich, und die Landesregierung gab alle paar Stunde neue Regeln heraus. Inseln wurden abgeriegelt, Kitas kurzfristig geschlossen, Schulschließungen diskutiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtig genug fürs Lesen ohne Abo?</h2>



<p>Mit den ersten Online-Texten waren die ersten Kommentare da. Warum hinter der Bezahlschranke? Warum nicht kostenlos bei so einem wichtigen Thema? Das ist eine Frechheit. Ihr denkt doch nur an den Profit. Die Wut kam langsam, aber unaufhaltsam. Leute, ich sitze hier am Sonntag, opfere meinen freien Tag, ackere wie verrückt, und ihr meckert darüber, dass diese Arbeit bezahlt werden soll. Wobei ich bei weitem nicht die Einzige war, die diesen Sonntag für ihre Leser opferte. Die Redaktion war gut besetzt.</p>



<p>Aber es ist doch Pandemie! Ja und, verschenkt der Bäcker deshalb seine Brötchen? Gibt es jetzt überall etwas umsonst? Zumal die Informationen, die wir da aufbereiteten, anderswo, etwa auf der Seite der Landesregierung, kostenlos und frei abrufbar waren und bis heute sind. Wir Journalisten bereiten sie auf, ordnen sie ein, klären offene Fragen und machen daraus lesbare Texte. Die Ursprungsinformation gibt es anderswo, teils natürlich recht bürokratisch formuliert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Debatte um Bezahlschranke kommt immer wieder</h2>



<p>Die Pandemie steht mittlerweile nicht mehr so sehr im Fokus. Aber die Debatte um die Bezahlschranke geht weiter. Das Thema Corona ist inzwischen abgelöst worden durch andere gesellschaftlich relevante Themen, die laut dem Wunsch der Leser unbedingt frei lesbar sein sollten und keineswegs nur mit einem Abo. Wobei jeder ein anderes Thema als wichtig genug für diese privilegierte Stellung ansieht. Was da schon alles vorgetragen wurde. Das reicht vom Tierschutz bis zum Klimawandel.</p>



<p>Gesellschaftlich relevante Themen sind schon immer in den Medien behandelt worden. In den Zeitungen konnten die Leute diese Artikel nur lesen, wenn sie die gedruckte Zeitung gekauft haben, entweder im Abo oder als einzelne Zeitung, etwa am Wochenende. Warum sollte das online anders sein? Ja, aber . . . höre ich schon. Und: Ich will doch nur einen einzelnen Artikel kaufen, kein Abonnement abschließen. Kann sein. Aber selbst in der gedruckten Zeitung konnte niemand nur einen einzelnen Artikel kaufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einzelartikel-Modell ist gescheitert</h2>



<p>Ich verstehe den Wunsch nach dem Kauf einzelner Artikel. Aber früher gab es auch keine einzelnen Artikel, und alle Versuche, das online einzuführen, <a href="https://taz.de/Digitale-Geschaeftsmodelle/!5651662/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">sind gescheitert</a>. Ich kann gut verstehen, dass jemand nicht für jede einzelne Zeitung ein Abonnement abschließen will oder kann, bloß weil ihn mal hier, mal da ein Artikel interessiert. Ja, dann verzichte eben auf diesen Artikel. Davon geht die Welt nicht unter.</p>



<p>Ich halte es für sinnvoll, sich ein Abonnement für die eigene Lokalzeitung zu holen, um online informiert zu sein. Und wenn es dann mehr sein soll, dann noch ein Abo für eine überregionale Zeitung. Das müsste doch reichen. Und von mir selbst weiß ich, dass ein Text, den ich wegen eines fehlenden Abonnements nicht lesen konnte, schon morgen gar nicht mehr so wichtig war. Es gilt noch immer der alte Spruch: Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Egal ob auf Papier oder online.</p>



<p>Kritiker der Bezahlschranke und des Abo-Modells sollten noch etwas bedenken: Wenn sie Journalismus nicht bezahlen, <a href="https://mmm.verdi.de/medienwirtschaft/preisfrage-paid-content-3936" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wird es bald keinen unabhängigen Journalismus mehr geben</a>. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/abo-oder-einzelner-artikel-die-dauerdebatte/">Abo oder einzelner Artikel: die Dauerdebatte</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Pressegespräch: Wann es wirklich sinnvoll ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jun 2022 16:52:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Pressearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK-150x68.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK-768x346.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Das Pressegespräch ist die kleine Schwester der Pressekonferenz. Laien stellen sich Pressekonferenzen immer so vor wie die Bundespressekonferenz im Fernsehen. In Wahrheit ist die große Masse der Pressekonferenzen vor allem im Lokalen ein Pressegespräch. Warum die immer seltener von Journalisten besucht werden und warum Kaffee und Kekse nicht ausreichen. Als Corona kam, gingen die Pressegespräche. Die sogenannten Termine, zu denen Lokal- und Regionalredaktionen ein paar Mal die Woche eingeladen werden, endeten abrupt. Jetzt kommen die ersten dieser Einladungen wieder in die Redaktionen. Und damit kehrt auch eine Unsitte zurück, auf die ich unten weiter eingehen werde. Vor allem aber soll es hier darum gehen, warum die meisten dieser Pressegespräche kaum noch Redakteure hinterm Ofen hervorlocken und was die Veranstalter besser machen können. Welche Pressegespräche überflüssig sind Jede Volkshochschule stellt ihr Frühjahrs- und ihr Herbstprogramm bei einem Pressegespräch vor. Veranstalter laden ein, um ihre Veranstaltung vorzustellen. Vereine wollen verkünden, was sie Neues zu bieten haben. Bevorzugt am Freitagnachmittag, wenn alle außer den Redakteuren bereits im Wochenende sind. Während in den Zeitungsredaktionen zwei Ausgaben &#8211; die für Sonnabend und die für Sonntag/Montag &#8211; produziert werden. Ein Pressegespräch also zur völlig falschen Zeit. Profis wählen dafür den Vormittag in der Woche. Vor allem aber sind es Pressegespräche mit völlig falschem Inhalt. Das sind alles Mitteilungen, die mit einer ordentlich verfassten Pressemitteilung per Mail ebenfalls an die richtige Adresse kommen, verstanden und verarbeitet werden. Wie ich in meinem kleinen ABC der lokalen Pressearbeit bereits schrieb, haben Redakteure keine Zeit, sich Zettel abzuholen, die auch per Mail versendet werden können. Journalisten lassen sich nicht mit Brötchen locken Ich habe mein Unverständnis darüber mal in einen Tweet gegossen: &#8222;Mal so grundsätzlich: Journalisten haben keine Zeit und keine Lust, sich bei Kaffee und Keksen Pressemitteilungen abzuholen, die per Mail geschickt werden können. Und bei Fragen gibt es das Telefon. Kaum ist Corona aus den Köpfen, geht das wieder los.&#8220; Eine Antwort darauf belegt mal wieder den schlechten Ruf, den wir Journalisten haben. Dass man Journalisten mit belegten Brötchen ködern kann, ist lange vorbei. Es erinnert mich an meine Zeiten als freie Journalistin während des Studiums. Damals haben wir noch Feuerwehr-Jahresversammlungen besucht. Da Anfang des Jahres an Freitagabenden und Sonnabendabenden mehrere gleichzeitig stattfanden und ich drei bis fünf an einem Abend besuchen musste, kam ich unweigerlich bei einer der Versammlungen an, wenn gerade das Essen aufgetragen wurde. Kommentar eines Wehrführers: Ach, die Presse ist auch schon da, pünktlich zum Essen. Coram publico natürlich, übers Mikrofon. Warum Vereine die Presse nicht mehr brauchen Erstens: Wir sind nicht verfressen. Zweitens: Wir Journalisten haben heute keine Zeit mehr, uns bei Terminen Brötchen oder Kekse kredenzen zu lassen. Und drittens, das gilt jedenfalls für mich und meine Kollegen: Wir stecken keine Zeit in banale Texte nach Pressegesprächen, wenn wir in derselben Zeit Artikel recherchieren und schreiben können, die die Mehrheit unserer Leser wirklich interessiert. Und viertens: Feuerwehren, Vereine und Veranstalter haben im Internetzeitalter viel mehr Möglichkeiten, in ihrem Interesse zu kommunizieren. Dazu brauchen sie die Presse nicht mehr. Weshalb zum Beispiel die Berichterstattung über die Wahlen und Ehrungen der Freiwilligen Feuerwehren oder bei Schützenvereinen mittlerweile weitgehend auf deren Facebook-Seiten stattfindet. Aber wie und zu welcher Gelegenheit ist ein Pressegespräch sinnvoll und wie lockt man Journalisten dorthin? Zunächst sollten sich die Veranstalter überlegen, was sie zu sagen haben. Ist es so komplex, interessant oder bahnbrechend, dass sie eine Einladung aussprechen sollten? Ist es ein Thema, das zu vielen Nachfragen und weiteren Erläuterungen animiert? Wird etwas vorgeführt oder präsentiert, das fotografiert oder gefilmt werden muss? Wann ein Pressegespräch wirklich sinnvoll ist Sinnvoll ist ein Pressegespräch vor allem immer dann, wenn zu erwarten ist, dass es zu einem Thema viele Fragen gibt. Statt die alle nach und nach am Telefon zu beantworten, ist es besser, interessierte Journalisten einzuladen. Dann profitieren auch die Kollegen von den Fragen der anderen und nicht alle müssen dasselbe fragen. Ein Pressegespräch ist auch dann angebracht, wenn besondere Gäste da sind. Solche, die Redakteure sonst kaum mal zu Gesicht kriegen oder befragen können. Die Friedrich-Naumann-Stiftung hat im Mai zu einem Pressegespräch mit der regimekritischen russischen Punkband Pussy Riot eingeladen. Eine Pressekonferenz sollte auch immer dann angesetzt werden, wenn ein schreckliches Ereignis, eine Katastrophe oder irgendetwas, das Schlagzeilen macht, passiert ist und das Informationsbedürfnis sehr groß ist. Solche Veranstaltungen sind ein Fall für Profis: Wer soll Fragen beantworten? Sind die Gesprächspartner auch auf kritische Fragen vorbereitet? Gibt es Namensschilder mit Funktionsbezeichnung für jeden Redner? Auch wenn wichtige Leute das glauben: Nicht jeder kennt sie. Sind die wichtigsten Punkte auf einem Waschzettel aufgeführt? Sind genug Kopien davon da? Gibt es Platz für Mikrofone und Kameras der Radio- und Fernsehkollegen? Bleibt hinterher Zeit für Nachfragen und für O-Töne? Das alles muss jemand organisieren. Warum keine Anmeldungen für Pressegespräche Klar ist also: Ein Pressegespräch sollte einen guten Grund haben, der über Kekse, Kaffee und Brötchen hinausgeht. Nun zur zweiten Unsitte: Bereits vor Corona wollten viele Veranstalter von Pressegesprächen vorher eine Anmeldung haben, möglichst noch mit dem Namen des Kollegen, der kommen wird. Nachdem Präsenzveranstaltungen nach Corona langsam wieder begonnen hatten, verstärkte sich dieser Wunsch noch. Diesmal wegen der Kontaktnachverfolgung. Dafür hätte man auch eine Liste auslegen können. Mittlerweile meint beinahe jeder, eine Anmeldung erwarten zu können. Warum ich solche Anmeldewünsche generell ablehne, hat zwei Gründe. Zum einen habe ich Besseres zu tun, als dauernd Mails mit Ab- und Zusagen zu schreiben. Und zum anderen weiß ich bis kurz vor einem Pressegespräch gar nicht, ob ich es wirklich wahrnehmen kann. Was ist, wenn eine halbe Stunde vorher ein Großbrand ausbricht, sich ein Zugunglück ereignet hat oder der Bürgermeister zurücktritt? Dann muss ich mich sofort darum kümmern. Dann müssen die Kekse halt trocken und der Kaffee kalt werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/pressegespraech-wann-es-wirklich-sinnvoll-ist/">Pressegespräch: Wann es wirklich sinnvoll ist</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK-150x68.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/PK-768x346.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Das Pressegespräch ist die kleine Schwester der Pressekonferenz. Laien stellen sich Pressekonferenzen immer so vor wie die Bundespressekonferenz im Fernsehen. In Wahrheit ist die große Masse der Pressekonferenzen vor allem im Lokalen ein Pressegespräch. Warum die immer seltener von Journalisten besucht werden und warum Kaffee und Kekse nicht ausreichen.</p>



<span id="more-12471"></span>



<p>Als Corona kam, gingen die Pressegespräche. Die sogenannten Termine, zu denen Lokal- und Regionalredaktionen ein paar Mal die Woche eingeladen werden, endeten abrupt. Jetzt kommen die ersten dieser Einladungen wieder in die Redaktionen. Und damit kehrt auch eine Unsitte zurück, auf die ich unten weiter eingehen werde. Vor allem aber soll es hier darum gehen, warum die meisten dieser Pressegespräche kaum noch Redakteure hinterm Ofen hervorlocken und was die Veranstalter besser machen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Pressegespräche überflüssig sind</h2>



<p>Jede Volkshochschule stellt ihr Frühjahrs- und ihr Herbstprogramm bei einem Pressegespräch vor. Veranstalter laden ein, um ihre Veranstaltung vorzustellen. Vereine wollen verkünden, was sie Neues zu bieten haben. Bevorzugt am Freitagnachmittag, wenn alle außer den Redakteuren bereits im Wochenende sind. Während in den Zeitungsredaktionen zwei Ausgaben &#8211; die für Sonnabend und die für Sonntag/Montag &#8211; produziert werden. Ein Pressegespräch also zur völlig falschen Zeit. Profis wählen dafür den Vormittag in der Woche.</p>



<p>Vor allem aber sind es Pressegespräche mit völlig falschem Inhalt. Das sind alles Mitteilungen, die mit einer ordentlich verfassten Pressemitteilung per Mail ebenfalls an die richtige Adresse kommen, verstanden und verarbeitet werden. Wie ich in meinem <a href="https://pyrolim.de/pyropro/das-abc-der-lokalen-pressearbeit/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">kleinen ABC der lokalen Pressearbeit</a> bereits schrieb, haben Redakteure keine Zeit, sich Zettel abzuholen, die auch per Mail versendet werden können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Journalisten lassen sich nicht mit Brötchen locken</h2>



<p>Ich habe mein Unverständnis darüber mal in einen Tweet gegossen: &#8222;Mal so grundsätzlich: Journalisten haben keine Zeit und keine Lust, sich bei Kaffee und Keksen Pressemitteilungen abzuholen, die per Mail geschickt werden können. Und bei Fragen gibt es das Telefon. Kaum ist Corona aus den Köpfen, geht das wieder los.&#8220; Eine Antwort darauf belegt mal wieder den schlechten Ruf, den wir Journalisten haben.</p>



<p>Dass man Journalisten mit belegten Brötchen ködern kann, ist lange vorbei. Es erinnert mich an meine Zeiten als  freie Journalistin während des Studiums. Damals haben wir noch Feuerwehr-<a href="https://udostiehl.wordpress.com/2013/12/23/bascis-unterm-nachrichtenbaum-23-hauptsache-hauptversammlung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jahresversammlungen</a> besucht. Da Anfang des Jahres an Freitagabenden und Sonnabendabenden mehrere gleichzeitig stattfanden und ich drei bis fünf an einem Abend besuchen musste, kam ich unweigerlich bei einer der Versammlungen an, wenn gerade das Essen aufgetragen wurde. Kommentar eines Wehrführers: Ach, die Presse ist auch schon da, pünktlich zum Essen. Coram publico natürlich, übers Mikrofon. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Vereine die Presse nicht mehr brauchen</h2>



<p>Erstens: Wir sind nicht verfressen. Zweitens: Wir Journalisten haben heute keine Zeit mehr, uns bei Terminen Brötchen oder Kekse kredenzen zu lassen. Und drittens, das gilt jedenfalls für mich und meine Kollegen: Wir stecken keine Zeit in banale Texte nach Pressegesprächen, wenn wir in derselben Zeit Artikel recherchieren und schreiben können, die die Mehrheit unserer Leser wirklich interessiert. Und viertens: Feuerwehren, Vereine und Veranstalter haben im Internetzeitalter viel mehr Möglichkeiten, in ihrem Interesse zu kommunizieren. Dazu brauchen sie die Presse nicht mehr. Weshalb zum Beispiel die Berichterstattung über die Wahlen und Ehrungen der Freiwilligen Feuerwehren oder bei Schützenvereinen mittlerweile weitgehend auf deren Facebook-Seiten stattfindet.</p>



<p>Aber wie und zu welcher Gelegenheit ist ein Pressegespräch sinnvoll und wie lockt man Journalisten dorthin? Zunächst sollten sich die Veranstalter überlegen, was sie zu sagen haben. Ist es so komplex, interessant oder bahnbrechend, dass sie eine Einladung aussprechen sollten? Ist es ein Thema, das zu vielen Nachfragen und weiteren Erläuterungen animiert? Wird etwas vorgeführt oder präsentiert, das fotografiert oder gefilmt werden muss?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wann ein Pressegespräch wirklich sinnvoll ist</h2>



<p>Sinnvoll ist ein Pressegespräch vor allem immer dann, wenn zu erwarten ist, dass es zu einem Thema viele Fragen gibt. Statt die alle nach und nach am Telefon zu beantworten, ist es besser, interessierte Journalisten einzuladen. Dann profitieren auch die Kollegen von den Fragen der anderen und nicht alle müssen dasselbe fragen. Ein Pressegespräch ist auch dann angebracht, wenn besondere Gäste da sind. Solche, die Redakteure sonst kaum mal zu Gesicht kriegen oder befragen können. Die <a href="https://www.freiheit.org/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Friedrich-Naumann-Stiftung</a> hat im Mai zu einem Pressegespräch mit der regimekritischen russischen Punkband <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pussy_Riot" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pussy Riot</a> eingeladen.</p>



<p>Eine Pressekonferenz sollte auch immer dann angesetzt werden, wenn ein schreckliches Ereignis, eine Katastrophe oder irgendetwas, das Schlagzeilen macht, passiert ist und das Informationsbedürfnis sehr groß ist. Solche Veranstaltungen sind ein Fall für Profis: Wer soll Fragen beantworten? Sind die Gesprächspartner auch auf kritische Fragen vorbereitet? Gibt es Namensschilder mit Funktionsbezeichnung für jeden Redner? Auch wenn wichtige Leute das glauben: Nicht jeder kennt sie. Sind die wichtigsten Punkte auf einem<a href="https://www.pressearbeit-bockow.de/pressekonferenz.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Waschzettel </a>aufgeführt? Sind genug Kopien davon da? Gibt es Platz für Mikrofone und Kameras der Radio- und Fernsehkollegen? Bleibt hinterher Zeit für Nachfragen und für O-Töne? Das alles muss jemand organisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum keine Anmeldungen für Pressegespräche</h2>



<p>Klar ist also: Ein Pressegespräch sollte einen guten Grund haben, der über Kekse, Kaffee und Brötchen hinausgeht. Nun zur zweiten Unsitte: Bereits vor Corona wollten viele Veranstalter von Pressegesprächen vorher eine Anmeldung haben, möglichst noch mit dem Namen des Kollegen, der kommen wird. Nachdem Präsenzveranstaltungen nach Corona langsam wieder begonnen hatten, verstärkte sich dieser Wunsch noch. Diesmal wegen der Kontaktnachverfolgung. Dafür hätte man auch eine Liste auslegen können. Mittlerweile meint beinahe jeder, eine Anmeldung erwarten zu können.</p>



<p>Warum ich solche Anmeldewünsche generell ablehne, hat zwei Gründe. Zum einen habe ich Besseres zu tun, als dauernd Mails mit Ab- und Zusagen zu schreiben. Und zum anderen weiß ich bis kurz vor einem Pressegespräch gar nicht, ob ich es wirklich wahrnehmen kann. Was ist, wenn eine halbe Stunde vorher ein Großbrand ausbricht, sich ein Zugunglück ereignet hat oder der Bürgermeister zurücktritt? Dann muss ich mich sofort darum kümmern. Dann müssen die Kekse halt trocken und der Kaffee kalt werden. </p>
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		<title>Großeinsatz: Warum man sich als Reporter Zeit lassen kann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Jul 2021 15:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Feuerwehr]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/feuerfarb1.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Einfach besser in Farbe: Beim Brand einer mit Strohgefüllten Scheune holt ein Trecker die Ballen ins Freie." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/feuerfarb1.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/feuerfarb1-300x199.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Gerade war wieder so ein Tag, an dem Reporter nervös werden. Irgendwo läuft ein Großeinsatz von Rettungskräften, und da muss der Journalist schnell hin. Nur schnell geht manchmal nicht. Warum das kein Beinbruch ist und der Berichterstatter ganz gelassen sein kann. Seit Tagen ziehen heftige Unwetter über Deutschland hinweg. Bisher hat es vor allem den Süden getroffen. Doch jetzt waren auch wir in Norddeutschland dran. Innerhalb kürzester Zeit prasselten bis zu 70 Liter Regen auf Städte und Dörfer nieder. Mit Folgen für Keller, Straßen und sogar für ganze Häuser. Da musste ich als Reporterin natürlich los. Einsatzort: 25 Kilometer entfernt. Wenn die Anfahrt länger dauert Mittlerweile bin ich so lange in dem Beruf, dass mich so etwas nicht mehr aufregt. Nichtmal, wenn es auf der Fahrt zum Ort des Ereignisses nicht recht vorangeht, wie in diesem Fall. Bei solchen Wetterlagen muss nicht nur ich etwas vorsichtiger fahren &#8211; Aquaplaning -, auch andere sind recht langsam unterwegs. Das dauert halt seine Zeit. Aber ein Großeinsatz wäre kein Großeinsatz, wenn er nicht länger dauern würden. Ich habe mal die Nachricht über ein Großfeuer auf einem Bauernhof bekommen, aber noch eben die Wäsche abgenommen, bevor ich losgefahren bin. Mein Mann war schon ganz nervös. Ob ich mich nicht endlich auf den Weg machen wolle. Meine Antwort: Ich könnte auch noch ganz entspannt auf dem Weg dorthin einkaufen gehen. Wenn später kommen von Vorteil ist Das habe ich natürlich nicht gemacht. Aber aufgeregt habe ich mich auch nicht. Denn die Erfahrung zeigt: Ein Großfeuer dauert bis zu zwölf Stunden, manchmal sogar noch länger. Da macht es nichts, ein halbes Stündchen später zu kommen. Es kann sogar von Vorteil sein: Dann ist der erste Angriff der Feuerwehr gelaufen, die Strukturen des Einsatzes stehen und der Einsatzleiter hat mittlerweile Zeit, mit der Presse zu sprechen. Oder der Pressesprecher hat inzwischen genug Informationen beisammen, um qualifiziert Auskunft zu geben. Auch der Großeinsatz beim Unwetter dauerte am Ende noch an, als ich längst meinen Text fertig geschrieben hatte. Natürlich ist in Online-Zeiten auch bei einem Großeinsatz Eile geboten, schließlich soll eine erste Meldung schnell rausgehen. Vor allem, wenn wegen des Einsatzes eine viel befahrene Straße gesperrt werden muss. Aber mit einem Handyfoto und ein paar an die Redaktion durchtelefonierten Zeilen lässt sich eine erste Information schnell absetzen. Alles kein Grund, hibbelig im Auto zu sitzen und über jede Verzögerung im Verkehr auf dem Weg zum Einsatzort zu verzweifeln. Unwägbarkeiten beim Großeinsatz Dennoch bleibt, jedenfalls bei mir, immer so ein kleiner Knoten im Magen. Komme ich noch rechtzeitig? Bisher immer, bei ausnahmslos jedem Großeinsatz. Finde ich den Ort sofort? Na klar, bei so viel Blaulicht. Bekomme ich gute Informationen und Fotos? Ist noch nie anders gelaufen. Gut, manchmal gibt es unerwartete Hürden, etwa dass die betroffenen Besitzer eines Brandhauses keine Journalisten auf ihr Grundstück lassen wollen. Die Feuerwehren haben dagegen Verständnis für Journalistenwünsche und machen manches möglich. Schon deshalb, weil sie auf Öffentlichkeitsarbeit angewiesen sind, um neue Mitglieder zu gewinnen oder ihre teuren Fuhrparks gegenüber Kommunalpolitikern rechtfertigen zu können. Beim Unwetter-Großeinsatz war ich natürlich auch rechtzeitig da. Alles andere wäre ein Wunder gewesen. Zumal die Bewältigung des Einsatzes die Hilfe des Technischen Hilfswerks und seines schweren Geräts erforderte. Das musste erst einmal herangeschafft werden. Und am Ende ist eine Reporterin im Pkw eben doch schnell als ein Bagger auf einem Tieflader.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/grosseinsatz-warum-man-sich-als-reporter-zeit-lassen-kann/">Großeinsatz: Warum man sich als Reporter Zeit lassen kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/feuerfarb1.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Einfach besser in Farbe: Beim Brand einer mit Strohgefüllten Scheune holt ein Trecker die Ballen ins Freie." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/feuerfarb1.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/feuerfarb1-300x199.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p>Gerade war wieder so ein Tag, an dem Reporter nervös werden. Irgendwo läuft ein Großeinsatz von Rettungskräften, und da muss der Journalist schnell hin. Nur schnell geht manchmal nicht. Warum das kein Beinbruch ist und der Berichterstatter ganz gelassen sein kann.</p>



<span id="more-11866"></span>



<p>Seit Tagen ziehen heftige Unwetter über Deutschland hinweg. Bisher hat es vor allem den Süden getroffen. Doch jetzt waren auch wir in Norddeutschland dran. Innerhalb kürzester Zeit prasselten bis zu 70 Liter Regen auf Städte und Dörfer nieder. Mit Folgen für Keller, Straßen und <a href="https://www.ln-online.de/Lokales/Ostholstein/Bad-Schwartau-Unwetter-Feuerwehr-und-THW-retten-Haus-vor-dem-Einsturz" target="_blank" rel="noreferrer noopener">sogar für ganze Häuser</a>. Da musste ich als Reporterin natürlich los. Einsatzort: 25 Kilometer entfernt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn die Anfahrt länger dauert</h2>



<p>Mittlerweile bin ich <a href="https://pyrolim.de/pyropro/40-jahre-journalismus-mein-rueckblick/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">so lange in dem Beruf</a>, dass mich so etwas nicht mehr aufregt. Nichtmal, wenn es auf der Fahrt zum Ort des Ereignisses nicht recht vorangeht, wie in diesem Fall. Bei solchen Wetterlagen muss nicht nur ich etwas vorsichtiger fahren &#8211; Aquaplaning -, auch andere sind recht langsam unterwegs. Das dauert halt seine Zeit.</p>



<p>Aber ein Großeinsatz wäre kein Großeinsatz, wenn er nicht länger dauern würden. Ich habe mal die Nachricht über ein Großfeuer auf einem Bauernhof bekommen, aber noch eben die Wäsche abgenommen, bevor ich losgefahren bin. Mein Mann war schon ganz nervös. Ob ich mich nicht endlich auf den Weg machen wolle. Meine Antwort: Ich könnte auch noch ganz entspannt auf dem Weg dorthin einkaufen gehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn später kommen von Vorteil ist</h2>



<p>Das habe ich natürlich nicht gemacht. Aber aufgeregt habe ich mich auch nicht. Denn die Erfahrung zeigt: Ein Großfeuer dauert bis zu zwölf Stunden, manchmal sogar noch länger. Da macht es nichts, ein halbes Stündchen später zu kommen. Es kann sogar von Vorteil sein: Dann ist der erste Angriff der Feuerwehr gelaufen, die Strukturen des Einsatzes stehen und der Einsatzleiter hat mittlerweile Zeit, mit der Presse zu sprechen. Oder der Pressesprecher hat inzwischen genug Informationen beisammen, um qualifiziert Auskunft zu geben. Auch der Großeinsatz beim Unwetter dauerte am Ende noch an, als ich längst meinen Text fertig geschrieben hatte.</p>



<p>Natürlich ist in Online-Zeiten auch bei einem Großeinsatz Eile geboten, schließlich soll eine erste Meldung schnell rausgehen. Vor allem, wenn wegen des Einsatzes eine viel befahrene Straße gesperrt werden muss. Aber mit einem Handyfoto und ein paar an die Redaktion durchtelefonierten Zeilen lässt sich eine erste Information schnell absetzen. Alles kein Grund, hibbelig im Auto zu sitzen und über jede Verzögerung im Verkehr auf dem Weg zum Einsatzort zu verzweifeln.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unwägbarkeiten beim Großeinsatz</h2>



<p>Dennoch bleibt, jedenfalls bei mir, immer so ein kleiner Knoten im Magen. Komme ich noch rechtzeitig? Bisher immer, bei ausnahmslos jedem Großeinsatz. Finde ich den Ort sofort? Na klar, bei so viel Blaulicht. Bekomme ich gute Informationen und Fotos? Ist noch nie anders gelaufen. Gut, manchmal gibt es unerwartete Hürden, etwa dass <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/hausverbot-pressefreiheit-grossfeuer/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die betroffenen Besitzer eines Brandhauses keine Journalisten auf ihr Grundstück lassen wollen</a>. Die Feuerwehren haben dagegen Verständnis für Journalistenwünsche und machen manches möglich. Schon deshalb, weil sie auf Öffentlichkeitsarbeit angewiesen sind, um neue Mitglieder zu gewinnen oder ihre teuren Fuhrparks gegenüber Kommunalpolitikern rechtfertigen zu können.</p>



<p>Beim Unwetter-Großeinsatz war ich natürlich auch rechtzeitig da. Alles andere wäre ein Wunder gewesen. Zumal die Bewältigung des Einsatzes die Hilfe des Technischen Hilfswerks und seines schweren Geräts erforderte. Das musste erst einmal herangeschafft werden. Und am Ende ist eine Reporterin im Pkw eben doch schnell als ein Bagger auf einem Tieflader.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/grosseinsatz-warum-man-sich-als-reporter-zeit-lassen-kann/">Großeinsatz: Warum man sich als Reporter Zeit lassen kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>E-Mails: Das Elend mit der Signatur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Nov 2018 08:35:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[genervt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mails sind die Pest. Mails ohne Signatur sind die Oberpest. Ich bekomme berufliche viele, viele Mails pro Tag, bestimmt an die 80, wenn nicht sogar mehr. Die meisten von Privatleuten, die sich als Pressewarte von Vereinen betätigen. Meine Erfahrung lehrt: Bei etwa einem Viertel bis einem Drittel ist eine Rückfrage nötig. In vielen Fällen beginnt damit das Googeln nach der Telefonnummer des Absenders. Das würde mir eine ordentliche Signatur ersparen. Es ist beinahe schon der Klassiker. Irgendwer schickt eine Mail mit seinem Anliegen, und dabei geht es in Redaktionen meistens um kurzfristige Anliegen. Doch eine wichtige Information fehlt, oder es geht um einen Freitag, den 13, der aber in diesem Monat ein Freitag, der 14. ist. Solche kleinen Irrtümer kommen vor, wollen aber geklärt sein. Oder, wie heute, es wird ein Termin abgemacht mit denselben Leuten, einmal um 10.30 Uhr und einmal um 11.30 Uhr. Was stimmt nun? Nach Diktat verreist Eine Telefonnummer zum Nachfragen gibt es nicht. Eine Mail zurück mit der Nachfrage bleibt unbeantwortet. Vermutlich schaut der Absender der Ursprungsmail nur einmal pro Woche in sein Postfach, und auf dem Smartphone empfängt er schon gar keine Mails. Auch diese Erfahrung habe ich schon gemacht: Je weniger affin zu elektronischer Kommunikation die Leute sind, desto öfter schicken sie Mails ohne Signatur. Außerdem käme ich nach dem Absenden einer Mail auf die Idee, nach einiger Zeit, also ein paar Stunden vielleicht, nochmal ins Postfach zu gucken. „Nach Diktat verreist“ funktioniert auch in der elektronischen Kommunikation eher mittelmäßig. Dass eine Signatur bei manchen Leuten nicht vorkommt, ist durchaus verständlich. Wer sowieso nur in seinen Programmen herumstochert, der wird sich erst recht nicht um das Einrichten einer Signatur kümmern. Na gut, wenn es nicht automatisch geht, dann ließen sich die Telefonnummern noch per Hand unterbringen. Und dann gerne alle, also nicht nur eine Festnetznummer. Mein Klagelied über Mail-Signaturen wird offenbar nicht gehört, sonst müsste ich mich nicht beinahe täglich darüber ärgern. Ich verzeihe Mails, die einen Anhang transportieren und in der eigentlichen Mail nicht mehr stehen haben als „siehe Anhang“ oder, auch das gibt es, „s. Anlage“. Ich will gar keine Grüße, kein Hallo oder guten Tag oder Moin. Aber bitte, bitte: Fügt eine Signatur an. Es dankt eine genervte Mailempfängerin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/e-mails-das-elend-mit-der-signatur/">E-Mails: Das Elend mit der Signatur</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mails sind die Pest. Mails ohne Signatur sind die Oberpest. Ich bekomme berufliche viele, viele Mails pro Tag, bestimmt an die 80, wenn nicht sogar mehr. Die meisten von Privatleuten, die sich als Pressewarte von Vereinen betätigen. Meine Erfahrung lehrt: Bei etwa einem Viertel bis einem Drittel ist eine Rückfrage nötig. In vielen Fällen beginnt damit das Googeln nach der Telefonnummer des Absenders. Das würde mir eine ordentliche Signatur ersparen.<br />
<span id="more-9207"></span></p>
<p>Es ist beinahe schon der Klassiker. Irgendwer schickt eine Mail mit seinem Anliegen, und dabei geht es in Redaktionen meistens um kurzfristige Anliegen. Doch eine wichtige Information fehlt, oder es geht um einen Freitag, den 13, der aber in diesem Monat ein Freitag, der 14. ist. Solche kleinen Irrtümer kommen vor, wollen aber geklärt sein. Oder, wie heute, es wird ein Termin abgemacht mit denselben Leuten, einmal um 10.30 Uhr und einmal um 11.30 Uhr. Was stimmt nun?</p>
<h2>Nach Diktat verreist</h2>
<p>Eine Telefonnummer zum Nachfragen gibt es nicht. Eine Mail zurück mit der Nachfrage bleibt unbeantwortet. Vermutlich schaut der Absender der Ursprungsmail nur einmal pro Woche in sein Postfach, und auf dem Smartphone empfängt er schon gar keine Mails. Auch diese Erfahrung habe ich schon gemacht: Je weniger affin zu elektronischer Kommunikation die Leute sind, desto öfter schicken sie Mails ohne Signatur. Außerdem käme ich nach dem Absenden einer Mail auf die Idee, nach einiger Zeit, also ein paar Stunden vielleicht, nochmal ins Postfach zu gucken. „Nach Diktat verreist“ funktioniert auch in der elektronischen Kommunikation eher mittelmäßig.</p>
<p>Dass eine Signatur bei manchen Leuten nicht vorkommt, ist durchaus verständlich. Wer sowieso nur in seinen Programmen herumstochert, der wird sich erst recht nicht um das Einrichten einer Signatur kümmern. Na gut, wenn es nicht automatisch geht, dann ließen sich die Telefonnummern noch per Hand unterbringen. Und dann gerne alle, also <a href="https://pyrolim.de/pyropro/2011/das-abc-der-lokalen-pressearbeit/">nicht nur eine Festnetznummer</a>.</p>
<p>Mein Klagelied über Mail-Signaturen wird offenbar nicht gehört, sonst müsste ich mich nicht beinahe täglich darüber ärgern. Ich verzeihe Mails, die einen Anhang transportieren und in der eigentlichen Mail nicht mehr stehen haben als „siehe Anhang“ oder, auch das gibt es, „s. Anlage“. Ich will gar keine Grüße, kein Hallo oder guten Tag oder Moin. Aber bitte, bitte: Fügt eine Signatur an. Es dankt eine genervte Mailempfängerin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/e-mails-das-elend-mit-der-signatur/">E-Mails: Das Elend mit der Signatur</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der überflüssige Rettungswagen</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/der-ueberfluessige-rettungswagen/</link>
					<comments>https://pyrolim.de/pyrocontra/der-ueberfluessige-rettungswagen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Dec 2017 15:11:46 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mein Polizeipressesprecher der Herzen hat sich mal wieder einen Rüffel von mir eingefangen. Ich habe den Klugscheißermodus angeschmissen und ihm auf eine seiner PM-Mails eine kleine Korrektur zurückgemailt. Er kann das ab, er kennt mich. Es ging, so der Betreff, um den „Unfall mit beteiligtem Rettungswagen“. Pflücken wir das mal auseinander. Es gab einen Unfall. Eines der beteiligten Fahrzeuge war ein Rettungswagen. Nun ist der Gedanke durchaus richtig, dass bei vielen Unfällen ein Rettungswagen dabei ist, nicht als Unfallauto, sondern um die Rettungsassistenten und ihre Geräte zum Unfallort zu bringen und einen Verletzten aufzunehmen. Insofern hätte der Satz „Unfall mit Rettungswagen“ tatsächlich das Potential zu Missverständnissen. Andererseits ist ein solcher Satz bei Unfällen, an denen kein Rettungswagen als Unfallbeteiligter dabei war, aber in seiner Funktion als Rettungswagen, nie zu hören. Oder noch spitzfindiger: Natürlich ist an Unfällen mit Personenschäden immer ein Rettungswagen beteiligt, aber eben nicht als Unfallfahrzeug. Alles klar? Bei „Unfall mit Rettungswagen“ hätte jeder sofort gewusst, dass hier ein Rettungswagen einen Unfall hatte. „Zusammenstoß mit Rettungswagen“ wäre auch eine denkbare Betreffzeile gewesen. Deshalb habe ich geklugscheißert, dass das Wort „beteiligtem“ in diesem Fall völlig überflüssig war. Genauso überflüssig wie die alarmierten Feuerwehrleute oder Rettungskräfte. Ich muss meinem Polizeipressesprecher der Herzen aber zugute halten, dass er manchmal echte Geistesblitze bei seinen Mail-Betreffzeilen hat. Ich sage nur: Yippie-Ya-Yeah. Das stand in der Mail, in der es darum ging, dass Polizeibeamte ein ausgebüxtes Rindviech (Tier) eingefangen haben. Ich habe herzlich gelacht. Als Rechtfertigung für den „Unfall mit beteiligtem Rettungswagen“ hat er sich damit verteidigt, er wolle in diesem Jahr noch einmal hier im Blog erscheinen. Der Wunsch sei ihm erfüllt, schließlich hat er heute Geburtstag.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/der-ueberfluessige-rettungswagen/">Der überflüssige Rettungswagen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Polizeipressesprecher der Herzen hat sich mal wieder einen Rüffel von mir eingefangen. Ich habe den Klugscheißermodus angeschmissen und ihm auf eine seiner PM-Mails eine kleine Korrektur zurückgemailt. Er kann das ab, er kennt mich. Es ging, so der Betreff, um den „Unfall mit beteiligtem Rettungswagen“.<br />
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<p>Pflücken wir das mal auseinander. Es gab einen Unfall. Eines der beteiligten Fahrzeuge war ein Rettungswagen. Nun ist der Gedanke durchaus richtig, dass bei vielen Unfällen ein Rettungswagen dabei ist, nicht als Unfallauto, sondern um die Rettungsassistenten und ihre Geräte zum Unfallort zu bringen und einen Verletzten aufzunehmen. Insofern hätte der Satz „Unfall mit Rettungswagen“ tatsächlich das Potential zu Missverständnissen. Andererseits ist ein solcher Satz bei Unfällen, an denen kein Rettungswagen als Unfallbeteiligter dabei war, aber in seiner Funktion als Rettungswagen, nie zu hören. Oder noch spitzfindiger: Natürlich ist an Unfällen mit Personenschäden immer ein Rettungswagen beteiligt, aber eben nicht als Unfallfahrzeug. Alles klar?</p>
<p>Bei „Unfall mit Rettungswagen“ hätte jeder sofort gewusst, dass hier ein Rettungswagen einen Unfall hatte. „Zusammenstoß mit Rettungswagen“ wäre auch eine denkbare Betreffzeile gewesen. Deshalb habe ich geklugscheißert, dass das Wort „beteiligtem“ in diesem Fall völlig überflüssig war. Genauso überflüssig wie die<a href="https://pyrolim.de/pyropro/2012/kein-einsatz-ohne-alarm/"> alarmierten Feuerwehrleute oder Rettungskräfte</a>.</p>
<p>Ich muss meinem Polizeipressesprecher der Herzen aber zugute halten, dass er manchmal echte Geistesblitze bei seinen Mail-Betreffzeilen hat. Ich sage nur: Yippie-Ya-Yeah. Das stand in der Mail, in der es darum ging, dass Polizeibeamte ein ausgebüxtes Rindviech (Tier) eingefangen haben. Ich habe herzlich gelacht.</p>
<p>Als Rechtfertigung für den „Unfall mit beteiligtem Rettungswagen“ hat er sich damit verteidigt, er wolle in diesem Jahr noch einmal hier im Blog erscheinen. Der Wunsch sei ihm erfüllt, schließlich hat er heute Geburtstag.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/der-ueberfluessige-rettungswagen/">Der überflüssige Rettungswagen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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