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	<title>Bücher Archive - Pyrolirium</title>
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	<title>Bücher Archive - Pyrolirium</title>
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		<title>Lesen &#8211; warum und was ist der Gewinn daran?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Jun 2024 16:33:05 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/leseband-420x280.jpg 420w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Lesen ist meine Leidenschaft. War es schon immer. Aber warum ist das so? Was ist am Lesen so besonders? Die Frage, die ich mir nie gestellt habe, hat jetzt jemand anders gestellt. Und mich zum Nachdenken über das Lesen gebracht. Gerade läuft die Fußball-Europameisterschaft. Ich finde Fußball langweilig, gucke die Spiele nicht. Die Sender, die sie nicht übertragen, holen stattdessen Filme aus dem Archiv, die an die zehn Jahre alt sind. Ganz ehrlich, ein Commissario-Brunetti-Film von 2016 lockt nun wirklich keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Zumal die Reihe schon 2019 eingestellt wurde. Und klar, ich könnte streamen, um frische Filme zu sehen, aber das ist mir oft zu mühsam, dieses Herumgesuche in den Mediatheken. Eine gute Gelegenheit also, die Zahl der Leseabende deutlich auszuweiten. Lesefutter ist genug da. Sachbücher ebenso wie Romane, viele sind schon lange bei mir, ich liebe sie und kann sie immer wieder lesen. Dank öffentlicher Bücherschränke und meiner geliebten Bücherei steht mir auch manches Neue zur Verfügung. Aber was ist der Reiz am Lesen? Warum macht es so viel Freude, dass ich es schon mein ganzes Leben lang mit Leidenschaft betreibe? Das könnte ich auf Anhieb gar nicht sagen. Lesen ist unterhaltsam und bildend Wenn ich ein wenig länger darüber nachdenke, fallen mir die oft genannten Gründe ein. Gedankliche Ausflüge in für mich fremde Welten. Spannung. Überraschung. Wissen. Gute Gedanken und &#8211; ja, auch das &#8211; schlechte Gedanken. Neue Einsichten, aber auch Bestätigung oder Widerspruch für eigene Haltungen. In Büchern, aber auch in Blogposts oder Zeitungs- oder Zeitschriftenartikeln liegt so vieles, was sich zu heben lohnt. Es ist aber noch etwas anderes. Es ist das Gefühl, ruhig dazu sitzen und in etwas zu versinken, die Welt um sich herum zu vergessen. Einfach für eine Weile weg zu sein vom Alltag, vom eigenen Leben. Deshalb ist es manchmal so schwer, ein Buch wegzulegen. Noch ein Kapitel, ach, noch ein Kapitel. Wie lang ist das nächste Kapitel? Kann ich das noch dranhängen, bevor ich mich etwas anderem widmen muss? Die meisten Bücher erzeugen bei mir diesen Sog. Lesen ist gut fürs Gehirn Das Online-Magazin &#8222;Was liest du?&#8220; hat weitere Gründen fürs Lesen aufgelistet, die sich zum Teil mit meinen decken. Manche davon sind bekannt, etwa, dass Lesen den Horizont oder den Wortschatz erweitert. Andere sind eher wissenschaftliche Erkenntnisse, nämlich dass das Lesen Alzheimer vorbeugt. Zumindest gibt es Impulse, die das Gehirn anregen und es damit vielleicht weniger anfällig für Demenz machen. Das Netz ist voll von Listen, die fünf, zehn oder gar 28 Gründe aufführen, warum man lesen sollte. Und zwar Bücher. Ich habe immer die Meinung vertreten, dass das Medium egal ist, Hauptsache die Texte sind lang und mehr oder weniger anspruchsvoll. Trotzdem bevorzuge ich immer noch das Buch aus Papier, habe mich nie mit einem E-Reader anfreunden können. Ich weiß gar nicht genau, warum. Am Inhalt kann es nicht liegen. Was hat die Gesellschaft davon? Letztlich ist klar: Wir Leser wissen, warum wir so gern lesen. Auf Twitter (jetzt X) hat nun jemand die Frage aufgeworfen, warum das Lesen gesellschaftlich so hoch bewertet wird. Und angemerkt: &#8222;Es ist eine außerordentlich passive Beschäftigung, zunächst und zumeist ohne positive Rückwirkung auf die Gesellschaft (ok, wer liest, begeht währenddessen keine Verbrechen) und oft auch ohne positive Auswirkung auf die eigene Kreativität oder die eigenen Fähigkeiten.&#8220; Das mit der Kreativität und den eigenen Fähigkeiten stimmt schon mal nicht. Aber wie ist es mit der Gesellschaft? Vielleicht die beste Antwort auf die Frage war, dass Lesen bildet und die Gesellschaft gebildete Menschen braucht. Da ist sicher etwas dran. Aber letztlich hat der Mann mit seiner etwas ketzerischen Frage recht. Das Lesen ist gesellschaftlich anerkannt, obwohl es für das Zusammenleben höchstens indirekt etwas bringt. Vielleicht ist sein größter Verdienst, dass Menschen, die viel lesen, zufriedener sind, ausgewogener denken, weil sie viele Sichtweisen kennen, und seltener radikal werden. Das ist doch schon mal was.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/lesen-warum-und-was-ist-der-gewinn-daran/">Lesen &#8211; warum und was ist der Gewinn daran?</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Lesen ist meine Leidenschaft. War es schon immer. Aber warum ist das so? Was ist am Lesen so besonders? Die Frage, die ich mir nie gestellt habe, hat jetzt jemand anders gestellt. Und mich zum Nachdenken über das Lesen gebracht.</p>



<span id="more-13634"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade läuft die Fußball-Europameisterschaft. Ich finde Fußball langweilig, gucke die Spiele nicht. Die Sender, die sie nicht übertragen, holen stattdessen Filme aus dem Archiv, die an die zehn Jahre alt sind. Ganz ehrlich, ein Commissario-Brunetti-Film von 2016 lockt nun wirklich keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Zumal <a href="https://www.daserste.de/unterhaltung/film/donna-leon/sendung/arrivederci-brunetti-donna-leon-stille-wasser-100.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Reihe schon 2019 eingestellt wurde</a>. Und klar, ich könnte streamen, um frische Filme zu sehen, aber das ist mir oft zu mühsam, dieses Herumgesuche in den Mediatheken. Eine gute Gelegenheit also, die Zahl der Leseabende deutlich auszuweiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lesefutter<a href="https://pyrolim.de/pyropro/mal-wieder-die-buecherregale-durchforsten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> ist genug da</a>. Sachbücher ebenso wie Romane, viele <a href="https://pyrolim.de/tag/buchsouvenir/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">sind schon lange bei mir</a>, ich liebe sie und kann sie immer wieder lesen. Dank öffentlicher Bücherschränke und meiner geliebten Bücherei steht mir auch manches Neue zur Verfügung. Aber was ist der Reiz am Lesen? Warum macht es so viel Freude, dass ich es schon mein ganzes Leben lang mit Leidenschaft betreibe? Das könnte ich auf Anhieb gar nicht sagen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lesen ist unterhaltsam und bildend</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich ein wenig länger darüber nachdenke, fallen mir die oft genannten Gründe ein. Gedankliche Ausflüge in für mich fremde Welten. Spannung. Überraschung. Wissen. Gute Gedanken und &#8211; ja, auch das &#8211; schlechte Gedanken. Neue Einsichten, aber auch Bestätigung oder Widerspruch für eigene Haltungen. In Büchern, aber auch in Blogposts oder Zeitungs- oder Zeitschriftenartikeln liegt so vieles, was sich zu heben lohnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist aber noch etwas anderes. Es ist das Gefühl, ruhig dazu sitzen und in etwas zu versinken, die Welt um sich herum zu vergessen. Einfach für eine Weile weg zu sein vom Alltag, vom eigenen Leben. Deshalb ist es manchmal so schwer, ein Buch wegzulegen. Noch ein Kapitel, ach, noch ein Kapitel. Wie lang ist das nächste Kapitel? Kann ich das noch dranhängen, bevor ich mich etwas anderem widmen muss? Die meisten Bücher erzeugen bei mir diesen Sog.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lesen ist gut fürs Gehirn</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Online-Magazin &#8222;Was liest du?&#8220; hat <a href="https://wasliestdu.de/magazin/2014/10-gruende-warum-man-buecher-lesen-sollte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">weitere Gründen fürs Lesen aufgelistet</a>, die sich zum Teil mit meinen decken. Manche davon sind bekannt, etwa, dass Lesen den Horizont oder den Wortschatz erweitert. Andere sind eher wissenschaftliche Erkenntnisse, nämlich dass das Lesen Alzheimer vorbeugt. Zumindest gibt es Impulse, die das Gehirn anregen und es damit vielleicht weniger anfällig für Demenz machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Netz ist voll von Listen, die fünf, zehn oder <a href="https://basmo.app/de/vorteile-des-lesens/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">gar 28 Gründe aufführen</a>, warum man lesen sollte. Und zwar Bücher. Ich habe immer die Meinung vertreten, dass das Medium egal ist, Hauptsache die Texte sind lang und mehr oder weniger anspruchsvoll. Trotzdem bevorzuge ich immer noch das Buch aus Papier, habe mich nie mit einem E-Reader anfreunden können. Ich weiß gar nicht genau, warum. Am Inhalt kann es nicht liegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was hat die Gesellschaft davon?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Letztlich ist klar: Wir Leser wissen, warum wir so gern lesen. Auf Twitter (jetzt X) hat nun jemand die Frage aufgeworfen, warum das Lesen gesellschaftlich so hoch bewertet wird. Und angemerkt: &#8222;Es ist eine außerordentlich passive Beschäftigung, zunächst und zumeist ohne positive Rückwirkung auf die Gesellschaft (ok, wer liest, begeht währenddessen keine Verbrechen) und oft auch ohne positive Auswirkung auf die eigene Kreativität oder die eigenen Fähigkeiten.&#8220; Das mit der Kreativität und den eigenen Fähigkeiten stimmt schon mal nicht. Aber wie ist es mit der Gesellschaft?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht die beste Antwort auf die Frage war, dass Lesen bildet und die Gesellschaft gebildete Menschen braucht. Da ist sicher etwas dran. Aber letztlich hat der Mann mit seiner etwas ketzerischen Frage recht. Das Lesen ist gesellschaftlich anerkannt, obwohl es für das Zusammenleben höchstens indirekt etwas bringt. Vielleicht ist sein größter Verdienst, dass Menschen, die viel lesen, zufriedener sind, ausgewogener denken, weil sie viele Sichtweisen kennen, und seltener radikal werden. Das ist doch schon mal was. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/lesen-warum-und-was-ist-der-gewinn-daran/">Lesen &#8211; warum und was ist der Gewinn daran?</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Bücherei-Stempel macht nostalgisches Gefühl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Dec 2022 10:52:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Buchstempel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Buchstempel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Buchstempel-150x68.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Buchstempel-768x346.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich war schon immer und bin immer noch ein eifriger Nutzer der Leihbibliothek. Die ist heutzutage natürlich voll digital. Nicht bei den Büchern, aber beim Ausleihvorgang. An alten Büchern kann man aber immer noch sehen, wie es früher war. Ich erinnere mich gut und gerne daran. Da war der Stempel das wichtigste Utensil der Bücherei. Ich brauchte für eine Recherche ein heimatkundliches Jahrbuch von 1973. Meine geliebte Bücherei hat natürlich auch so etwas vorrätig. In der Abteilung Heimatkunde stehen die Jahrbücher mehrerer Jahrzehnte. Eine wahre Fundgrube für historische Artikel. Ich wusste, welches Jahrbuch ich brauchte, und flugs war es ausgeliehen. Natürlich wurde es meinem Nutzerkonto per Scanner zugeordnet. Und es taucht in meinem Online-Benutzerkonto auf, wo ich es per Mausklick verlängern kann. Ich kann im Katalog stöbern, Bücher per Fernleihe bestellen, einfach alles online erledigen, was ich in der Bücherei zu erledigen habe. Nur die Bücher, die muss ich noch ganz analog abholen und wieder abgeben. Der Zettel mit Stempel am Ende des Buches Beim Durchblättern des Jahrbuchs bin ich dann hinten auf der letzten Seite auf den Zettel gestoßen, den jede Bücherei früher in jedes Buch geklebt hat. Dort wurden mittels Stempel die Tage vermerkt, an denen das Buch spätestens zurückgegeben werden muss. Wenn ich mich an meine Kindheit und Jugend erinnere, sehe ich noch, wie die Büchereimitarbeiterin die von mir ausgeliehenen Bücher gestempelt hat. Ein Vorgang, der offenbar in jeder Bücherei gleich war. Jedenfalls habe ich ihn so noch in vielen anderen beobachtet. Mittlerweile haben die Zettel und die Stempel ausgedient. Was einerseits für die Mitarbeiter der Bücherei, aber auch die Leser sehr viel praktischer ist. Die Vorteile der Digitalisierung sind halt sehr groß, auch im analogen Bücherverleih. Den ich übrigens sehr schätze, weshalb es bei mir keinen Leihezwang gibt. Ich steuere regelmäßig meine Bücherei an, weil ich mich einfach nicht mit zu vielen eigenen Büchern belasten will. Darum mache ich regelmäßig Kahlschlag im Bücherregal.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/buecherei-stempel-macht-nostalgisches-gefuehl/">Bücherei-Stempel macht nostalgisches Gefühl</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Buchstempel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Buchstempel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Buchstempel-150x68.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Buchstempel-768x346.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Ich war schon immer und bin immer noch ein eifriger Nutzer der Leihbibliothek. Die ist heutzutage natürlich voll digital. Nicht bei den Büchern, aber beim Ausleihvorgang. An alten Büchern kann man aber immer noch sehen, wie es früher war. Ich erinnere mich gut und gerne daran. Da war der Stempel das wichtigste Utensil der Bücherei.</p>



<span id="more-12778"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ich brauchte für eine Recherche ein heimatkundliches Jahrbuch von 1973. Meine geliebte Bücherei hat natürlich auch so etwas vorrätig. In der Abteilung Heimatkunde stehen die Jahrbücher mehrerer Jahrzehnte. Eine wahre Fundgrube für historische Artikel. Ich wusste, welches Jahrbuch ich brauchte, und flugs war es ausgeliehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich wurde es meinem Nutzerkonto per Scanner zugeordnet. Und es taucht in meinem Online-Benutzerkonto auf, wo ich es per Mausklick verlängern kann. Ich kann im Katalog stöbern, Bücher per Fernleihe bestellen, einfach alles online erledigen, was ich in der Bücherei zu erledigen habe. Nur die Bücher, die muss ich noch ganz analog abholen und wieder abgeben.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="360" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Buchstempel.jpg" alt="" class="wp-image-12780" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Buchstempel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Buchstempel-150x68.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Buchstempel-768x346.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wer kennt noch den Zettel mit Stempel im Buch aus der Bücherei?</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der Zettel mit Stempel am Ende des Buches</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Durchblättern des Jahrbuchs bin ich dann hinten auf der letzten Seite auf den Zettel gestoßen, den jede Bücherei früher in jedes Buch geklebt hat. Dort wurden mittels Stempel die Tage vermerkt, an denen das Buch spätestens zurückgegeben werden muss. Wenn ich mich an meine Kindheit und Jugend erinnere, sehe ich noch, wie die Büchereimitarbeiterin die von mir ausgeliehenen Bücher gestempelt hat. Ein Vorgang, der offenbar in jeder Bücherei gleich war. Jedenfalls habe ich ihn so noch in vielen anderen beobachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile haben die Zettel und die Stempel ausgedient.  Was einerseits für die Mitarbeiter der Bücherei, aber auch die Leser sehr viel praktischer ist. Die Vorteile der Digitalisierung sind halt sehr groß, auch im analogen Bücherverleih. Den ich übrigens sehr schätze, weshalb es bei mir keinen <a href="https://pyrolim.de/pyropro/die-sache-mit-dem-leihezwang/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Leihezwang </a>gibt. Ich steuere regelmäßig meine Bücherei an, weil ich mich einfach nicht mit zu vielen eigenen Büchern belasten will. Darum mache ich <a href="https://pyrolim.de/pyropro/kahlschlag-im-buecherregal/">regelmäßig Kahlschlag im Bücherregal</a>. </p>



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		<title>Die Sache mit dem Leihezwang</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Apr 2020 16:28:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelernt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="201" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Lesestrip1ohne.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Bücher kann man nie genug haben." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Lesestrip1ohne.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Lesestrip1ohne-150x38.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Bei uns haben die Bibliotheken wieder geöffnet. Nicht so richtig, der Leser muss seine gewünschten Bücher telefonisch durchgeben und bekommt sie dann zu einer festen Zeit an der Tür ausgehändigt. Aber immerhin. Das führt mich wieder zum Leihezwang. Schon mal vom Leihezwang gehört? Das ist kein Tippfehler, gemeint ist nicht der  Leine(n)zwang,  sondern tatsächlich der Leihezwang. Gefunden habe ich ihn, weil ich mich mit Leihbüchereien beschäftigt habe. Nicht nur, weil ich gerne wieder in einer Bibliothek nach Lesestoff störbern möchte, sondern auch, weil ich diese Institution so sehr mag. Ja, ich weiß, das ist so etwas von  80er, 1880-er, aber ich bin halt ein bisschen altmodisch. Ich mag Papier, was nicht heißt, das ich Text auf Touchscreens verachten würde. Es gibt keine Leihbibliotheken mehr Zurück zum Leihezwang. Ein bisschen recherchieren – im Internet, nicht in der Bibliothek – hilft sehr, um die Sache mit den Büchern, dem Leihen und den Einrichtungen, in denen dies geschieht, aufzudröseln. Also: Die Leihbibliothek ist längst ausgestorben. Das waren private Buchläden, die Bücher nicht verkauften, sondern gegen Geld verliehen. Das war, womit wir wieder im ersten Absatz wären, im 19. Jahrhundert und diente zunächst der Wissensvermittlung, dann der Erbauung, ich sage nur „Gartenlaube“. Heutige Buch-Behälter (wörtliche Übersetzung von Bibliothek) sind mitnichten privatwirtschaftlich organisiert und stehen jedermann offen. Für mich haben sie einen unschätzbaren Vorteil: Alles, was ich dort ausleihe und wieder zurückgebe, belastet die ohnehin vollen häuslichen Bücherregale nicht zusätzlich. Und ganz ehrlich: Nicht jedes gerne verschlungene Werk verdient es, für die Kinder und Kindeskinder aufgehoben zu werden. Karteileichen vorbeugen Eine Kritik an Büchereibüchern, die ich einmal gehört habe, kann ich gar nicht nachvollziehe. Die seien, bemerkte eine Leserin ausschließlich fabrikneuer Bücher, doch schon angegrabbelt, eventuell gar mit Kaffeeflecken besudelt. Macht nichts, die  die Buchstaben sind trotzdem noch in der richtigen Reihenfolge in den Büchern drin. Zwingen kann man natürlich niemanden, sich Bücher auszuleihen. Womit wir wieder beim Leihezwang wären. Manche Bibliotheken verpflichten ihre Leser zur regelmäßigen Ausleihe, damit sie nicht zur Karteileiche werden. Was wiederum nicht in der Abteilung „Krimis“ verbucht wird. Da gibt’s echte Leichen, natürlich nur auf Papier.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/die-sache-mit-dem-leihezwang/">Die Sache mit dem Leihezwang</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="201" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Lesestrip1ohne.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Bücher kann man nie genug haben." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Lesestrip1ohne.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Lesestrip1ohne-150x38.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Bei uns haben die Bibliotheken wieder geöffnet. Nicht so richtig, der Leser muss seine gewünschten Bücher telefonisch durchgeben und bekommt sie dann zu einer festen Zeit an der Tür ausgehändigt. Aber immerhin. Das führt mich wieder zum Leihezwang.</p>



<span id="more-10922"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Schon mal vom Leihezwang gehört? Das ist kein Tippfehler, gemeint ist nicht der  Leine(n)zwang,  sondern tatsächlich der Leihezwang. Gefunden habe ich ihn, weil ich mich mit Leihbüchereien beschäftigt habe. Nicht nur, weil ich gerne wieder in einer Bibliothek nach Lesestoff störbern möchte, sondern auch, weil ich diese Institution so sehr mag. Ja, ich weiß, das ist so etwas von  80er, 1880-er, aber ich bin halt ein bisschen altmodisch. Ich mag Papier, was nicht heißt, das ich Text auf Touchscreens verachten würde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Es gibt keine Leihbibliotheken mehr</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück zum Leihezwang. Ein bisschen recherchieren – im Internet, nicht in der Bibliothek – hilft sehr, um die Sache mit den Büchern, dem Leihen und den Einrichtungen, in denen dies geschieht, aufzudröseln. Also: Die Leihbibliothek ist längst ausgestorben. Das waren private Buchläden, die Bücher nicht verkauften, sondern gegen Geld verliehen. Das war, womit wir wieder im ersten Absatz wären, im 19. Jahrhundert und diente zunächst der Wissensvermittlung, dann der Erbauung, ich sage nur „Gartenlaube“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heutige Buch-Behälter (wörtliche Übersetzung von Bibliothek) sind mitnichten privatwirtschaftlich organisiert und stehen jedermann offen. Für mich haben sie einen unschätzbaren Vorteil: Alles, was ich dort ausleihe und wieder zurückgebe, belastet die ohnehin vollen häuslichen Bücherregale nicht zusätzlich. Und ganz ehrlich: Nicht jedes gerne verschlungene Werk verdient es, für die Kinder und Kindeskinder aufgehoben zu werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Karteileichen vorbeugen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Kritik an Büchereibüchern, die ich einmal gehört habe, kann ich gar nicht nachvollziehe. Die seien, bemerkte eine Leserin ausschließlich fabrikneuer Bücher, doch schon angegrabbelt, eventuell gar mit Kaffeeflecken besudelt. Macht nichts, die  die Buchstaben sind trotzdem noch in der richtigen Reihenfolge in den Büchern drin. Zwingen kann man natürlich niemanden, sich Bücher auszuleihen. Womit wir wieder beim Leihezwang wären. Manche Bibliotheken verpflichten ihre Leser zur regelmäßigen Ausleihe, damit sie nicht zur Karteileiche werden. Was wiederum nicht in der Abteilung „Krimis“ verbucht wird. Da gibt’s echte Leichen, natürlich nur auf Papier.</p>
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		<title>Porträt einer Fotografin: Die Zeit des Lichts</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2020 14:34:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="507" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/miller.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/miller.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/miller-150x95.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/miller-768x487.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Einmal im Jahr ist bei uns im Verlag Kulturbasar. Dann werden die Rezensionsexemplare des Jahres an die Kollegen verkauft, das Geld gespendet. Dieses Mal habe ich den biografischen Roman &#8222;Die Zeit des Lichts&#8220; von Whitney Scharer gekauft. Er erzählt die Geschichte der Fotografin Lee Miller und ihrer Liebe zu Man Ray. Es ist eine Geschichte aus den wilden 1920er und 1930er Jahren in Paris, aber auch die einer gebrochenen Frau. Als Lee Miller 1929 im Alter von 22 Jahren nach Paris geht, ist sie voller Lebenshunger. Sie hat bereits eine Modelkarriere hinter sich und eine als Fotografin vor sich. Vor allem aber trifft sie Man Ray und drängt sich ihm als Schülerin und Assistentin auf. Die Liebe zur Kamera Whitney Scharer schildert fesselnd und farbenreich, wie sich die schöne Lee in die Pariser Bohème stürzt, wie sie Picasso und Cocteau trifft, wie sie trinkt und tanzt und sich dabei manchmal selbst verliert. Im Mittelpunkt steht ihre Beziehung zu Man Ray und ihre Liebe zu ihrer Kamera und den Fotos, die sie damit macht. Sie ist die treibende Kraft hinter der Solarisation, die sie gemeinsam mit Man Ray erfindet und für die er berühmt wird. Es ist eine stürmische Beziehung, die am Ende daran scheitert, dass er ihre Arbeiten als seine ausgibt und sie lieber durch andere Betten tanzt als mit ihm. Tagelang reden sie nicht miteinander, schicken sich nur Briefe, trennen sich schließlich. Die Fotografin Lee Miller geht ihren Weg von da an allein. Sie hat sich von Man Ray emanzipiert. Zupackender Schreibstil Whitney Scharer beschreibt diese atemlose Zeit im Präsens und mit kurzen Sätzen. Sie schreibt packende Dialoge, die sicher nicht überliefert sind. Deshalb ist das Buch ein biographischer Roman, auch wenn er auf wahren Begebenheiten fußt. In ihm zeichnet die Autorin nicht nur die fotografische Entwicklung von Lee Miller und ihre Beziehung zu Man Ray nach, sondern auch ein buntes Bild vom Paris dieser Zeit. Lee Miller, die Kriegsfotografin Immer wieder eingeschoben werden kurze Sequenzen aus den Jahren 1943 bis 1945, als Lee Miller als Kriegsreporterin und -fotografin arbeitete und an dieser Arbeit zerbrach. Sie war die Frau in Hitlers Badewanne und sie war die Frau, die direkt nach der Befreiung in den Konzentrationslagern Buchenwald und Dachau fotografierte. Dort holte sie sich vermutlich das, was man heute eine Posttraumatische Belastungsstörung nennt. Sie ertränkt das Grauen in Alkohol. Gerade über diese Phase des Lebens von Lee Miller hätte ich gerne mehr gelesen. Aber Whitney Scharer wirft nur kurze Schlaglichter auf diese Zeit und kehrt dann immer wieder in das Paris der 1930er Jahre zurück. Sie konzentriert sich mit ihrem Roman auf diese Phase im Leben der Fotografin, und das macht sie großartig. Eine lange verkannte Fotografin &#8222;Die Zeit des Lichts&#8220; ist ein gut lesenswertes und farbiges Buch über eine große Fotografin. Ihr gebührt es, mit diesem Roman aus dem Schatten von Man Ray herauszutreten, ich wünschte ihr noch mehr Bekanntheit. Bis mir das Buch in die Hände fiel, hatte sich noch nie von Lee Miller gehört, was sicher nicht nur an mir liegt. Das Buch hat nur einen Makel: Es enthält nicht ein einziges Foto. Ja, es ist ein Roman, aber bei einer Geschichte über eine nicht fiktive Fotografin hätte ich mir zwingend ein paar Bilder gewünscht. Nicht nur von ihr, sondern auch von Man Ray. So habe ich das Buch mit dem Smartphone neben mir gelesen und immer mal nach den beschriebenen Fotos gegoogelt. Ein sehr schöner Umschlag Was mich an dem Buch sehr angesprochen hat, ist das Cover. Gehalten im Stil des von mir geliebten Art Deco, zeigt es ein Porträt von Lee Miller. In seiner Gestaltung sticht das Buch mit diesem Schutzumschlag aus vielen anderen heraus.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="507" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/miller.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/miller.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/miller-150x95.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/miller-768x487.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Einmal im Jahr ist bei uns im Verlag Kulturbasar. Dann werden die Rezensionsexemplare des Jahres an die Kollegen verkauft, das Geld gespendet. Dieses Mal habe ich den biografischen Roman &#8222;Die Zeit des Lichts&#8220; von Whitney Scharer gekauft. Er erzählt die Geschichte der Fotografin Lee Miller und ihrer Liebe zu Man Ray.</p>



<span id="more-10799"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine Geschichte aus den wilden 1920er und 1930er  Jahren in Paris, aber auch die einer gebrochenen Frau. Als Lee Miller 1929 im Alter von 22 Jahren nach Paris geht, ist sie voller Lebenshunger. Sie hat bereits eine Modelkarriere hinter sich und eine als <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Fotografin (opens in a new tab)" href="https://pyrolim.de/pyrocontra/ist-die-fotografie-maennlich/" target="_blank">Fotografin</a> vor sich. Vor allem aber trifft sie Man Ray und drängt sich ihm als Schülerin und Assistentin auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Liebe zur Kamera</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Whitney Scharer schildert fesselnd und farbenreich, wie sich die schöne Lee in die Pariser Bohème stürzt, wie sie Picasso und Cocteau trifft, wie sie trinkt und tanzt und sich dabei manchmal selbst verliert. Im Mittelpunkt steht ihre Beziehung zu Man Ray und ihre Liebe zu ihrer Kamera und den Fotos, die sie damit macht. Sie ist die treibende Kraft hinter der <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Solarisation (opens in a new tab)" href="https://www.wissen.de/lexikon/solarisation" target="_blank">Solarisation</a>, die sie gemeinsam mit Man Ray erfindet und für die er berühmt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine stürmische Beziehung, die am Ende daran scheitert, dass er ihre Arbeiten als seine ausgibt und sie lieber durch andere Betten tanzt als mit ihm. Tagelang reden sie nicht miteinander, schicken sich nur Briefe, trennen sich schließlich. Die Fotografin Lee Miller geht ihren Weg von da an allein. Sie hat sich von Man Ray emanzipiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zupackender Schreibstil</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Whitney Scharer beschreibt diese atemlose Zeit im Präsens und mit kurzen Sätzen. Sie schreibt packende Dialoge, die sicher nicht überliefert sind. Deshalb ist das Buch ein biographischer Roman, auch wenn er auf wahren Begebenheiten fußt. In ihm zeichnet die Autorin nicht nur die fotografische Entwicklung von Lee Miller und ihre Beziehung zu Man Ray nach, sondern auch ein buntes Bild vom Paris dieser Zeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lee Miller, die Kriegsfotografin</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder eingeschoben werden kurze Sequenzen aus den Jahren 1943 bis 1945, als Lee Miller als Kriegsreporterin und -fotografin arbeitete und an dieser Arbeit zerbrach. Sie war die Frau in Hitlers Badewanne und sie war die Frau, die direkt nach der Befreiung in den Konzentrationslagern Buchenwald und Dachau fotografierte. Dort holte sie sich vermutlich das, was man heute eine Posttraumatische Belastungsstörung nennt. Sie ertränkt das Grauen in Alkohol.</p>



<figure class="wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Lee Miller | In Hitlers Badewanne" width="960" height="540" src="https://www.youtube.com/embed/xDpO6pKAvfk?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<p class="wp-block-paragraph">Gerade über diese Phase des Lebens von Lee Miller hätte ich gerne mehr gelesen. Aber Whitney Scharer wirft nur kurze Schlaglichter auf diese Zeit und kehrt dann immer wieder in das Paris der 1930er Jahre zurück. Sie konzentriert sich mit ihrem Roman auf diese Phase im Leben der Fotografin, und das macht sie großartig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine lange verkannte Fotografin</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Zeit des Lichts&#8220; ist ein gut lesenswertes und farbiges Buch über eine große Fotografin. Ihr gebührt es, mit diesem Roman aus dem Schatten von Man Ray herauszutreten, ich wünschte ihr noch mehr Bekanntheit. Bis mir das Buch in die Hände fiel, hatte sich noch nie von Lee Miller gehört, was sicher nicht nur an mir liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch hat nur einen Makel: Es enthält nicht ein einziges Foto. Ja, es ist ein Roman, aber bei einer Geschichte über eine nicht fiktive Fotografin hätte ich mir zwingend ein paar Bilder gewünscht. Nicht nur von ihr, sondern auch von Man Ray. So habe ich das Buch mit dem Smartphone neben mir gelesen und immer mal nach den beschriebenen Fotos gegoogelt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="507" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/miller.jpg" alt="" class="wp-image-10806" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/miller.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/miller-150x95.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/miller-768x487.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Das Buch kommt mit einem exzellent gestalteten Umschlag daher.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ein sehr schöner Umschlag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich an dem Buch sehr angesprochen hat, ist das Cover. Gehalten im Stil des von mir geliebten Art Deco, zeigt es ein Porträt von Lee Miller. In seiner Gestaltung sticht das Buch mit diesem Schutzumschlag aus vielen anderen heraus.</p>



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		<title>Abgestaubt: In zarte Frauenhand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Nov 2019 17:34:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="600" height="352" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Frau1.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Frau1.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Frau1-150x88.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><p>Es ist wunderschön: Ein Lyrikband von 1892, mit Goldschnitt und &#8222;mit vielen Illustrationen in Holzschnitt und Lichtdruck&#8220;, so ist es vorne vermerkt, sowie einem kunstvoll geprägten Einband. Ich habe dieses prachtvolle Buch mit dem Titel &#8222;In zarte Frauenhand&#8220; vor dem Container und der Mülldeponie bewahrt. Abgestaubt, bevor ein Hausstand aufgelöst wird. So ist das, wenn ein ganzes Leben entsorgt werden muss. Es ist ein entfernter Freund der Familie, der vor einigen Woche in hohem Alter gestorben ist und dessen Erben nun den Hausstand auflösen, um das Haus zu verkaufen. Interesse haben sie nicht an den vielen Dingen, die der Mann im Laufe seines Lebens zusammengetragen hat. &#8222;Kommt alles in den Container&#8220;, lautet die knappe Ansage. Ja,manches gehört da auch hin. Aber die vielen, vielen Bücher? Ein kunstvolles Buch Der Aufforderung, mitzunehmen, was immer ich habe möchte, bin ich nur zögerlich gefolgt. Ganze drei Bände sind es geworden, darunter die zarte Frauenhand. An diesem Buch konnte ich nicht vorbeigehen. Es ist so wunderschön gestaltet, enthält auf einem Vorsatzblatt eine gedruckte Widmung: &#8222;Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin Wilhlem von Württemberg in tiefster Ehrfurcht gewidmet von den Verlegern&#8220;. Das Buch enthält Gedichte von allen großen deutschen Dichtern. Sie sind geordnet nach Jahreszeiten mit jeweiligen Zwischentiteln, beim Sommer etwa &#8222;Reifes Alter und Thatkraft&#8220;, beim Herbst &#8222;Ernte des Lebens&#8220;. Die Texte sind ergänzt mit zahlreichen, teils ganzseitigen Illustrationen. Dass einige Seiten etwas stockfleckig sind, tut meiner Freude an diesem Band keinen Abbruch. Nicht alle Bücher im großen Bücherregal dieses Hauses sind so schön, so beeindruckend. Es ist vieles darunter, was niemand mehr braucht, weil es längst überholt ist (Autoatlanten aus den 1970er Jahren) oder weil es Massenware war (Lesering-Romane). Das ist aber nicht der einzige Grund, warum ich nicht beherzter zugegriffen habe, als ich mir etwas aussuchen durfte. Nicht noch mehr Bücher Es ist die Tatsache, dass ich selbst viel zu viele Bücher im Haus habe. Bücher, an denen mein Herz hängt. Die mich faszinieren, die irgendwann in meinem Leben mal eine Bedeutung hatten oder die ich immer wieder zur Hand nehme. Alte Bücher, neue Bücher. Ab und zu kommen wieder welche hinzu, aber ich halte mich möglichst zurück und bin stattdessen gute Kundin einer Leihbibliothek. Irgendwann wird der Moment kommen, an dem meine Erben meinen Hausstand auflösen müssen. Welche meiner Bücher werden sie zu schätzen wissen? Wahrscheinlich nicht viele. Ich fürchte, auch meine geliebte Privatbibliothek wird zu großen Teilen im Altpapier oder im Container verschwinden, so wie viele andere Dinge auch, an denen mein Herz hängt. Vielleicht kommt aber auch jemand daher und rettet das eine oder andere Buch. Vielleicht die &#8222;zarte Frauenhand&#8220;? Sie hätte es verdient.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/abgestaubt-in-zarte-frauenhand/">Abgestaubt: In zarte Frauenhand</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="600" height="352" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Frau1.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Frau1.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Frau1-150x88.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" />
<p class="wp-block-paragraph">Es ist wunderschön: Ein Lyrikband von 1892, mit Goldschnitt und &#8222;mit vielen Illustrationen in Holzschnitt und Lichtdruck&#8220;, so ist es vorne vermerkt, sowie einem kunstvoll geprägten Einband. Ich habe dieses prachtvolle Buch mit dem Titel &#8222;In zarte Frauenhand&#8220; vor dem Container und der Mülldeponie bewahrt. Abgestaubt, bevor ein Hausstand aufgelöst wird.</p>



<span id="more-10481"></span>



<p class="wp-block-paragraph">So ist das, wenn ein ganzes Leben entsorgt werden muss. Es ist ein entfernter Freund der Familie, der vor einigen Woche in hohem Alter gestorben ist und dessen Erben nun den Hausstand auflösen, um das Haus zu verkaufen. Interesse haben sie nicht an den vielen Dingen, die der Mann im Laufe seines Lebens zusammengetragen hat. &#8222;Kommt alles in den Container&#8220;, lautet die knappe Ansage. Ja,manches gehört da auch hin. Aber die vielen, vielen Bücher?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein kunstvolles Buch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufforderung, mitzunehmen, was immer ich habe möchte, bin ich nur zögerlich gefolgt. Ganze drei Bände sind es geworden, darunter die zarte Frauenhand. An diesem Buch konnte ich nicht vorbeigehen. Es ist so wunderschön gestaltet, enthält auf einem Vorsatzblatt eine gedruckte Widmung: &#8222;Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin Wilhlem von Württemberg in tiefster Ehrfurcht gewidmet von den Verlegern&#8220;.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="352" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Frau1.jpg" alt="" class="wp-image-10484" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Frau1.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Frau1-150x88.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption>Der goldgeprägte Einband des Buches.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch enthält Gedichte von allen großen deutschen Dichtern. Sie sind geordnet nach Jahreszeiten mit jeweiligen Zwischentiteln, beim Sommer etwa &#8222;Reifes Alter und Thatkraft&#8220;, beim Herbst &#8222;Ernte des Lebens&#8220;. Die Texte sind ergänzt mit zahlreichen, teils ganzseitigen Illustrationen. Dass einige Seiten etwas stockfleckig sind, tut meiner Freude an diesem Band keinen Abbruch.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="395" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/frau2.jpg" alt="" class="wp-image-10483" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/frau2.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/frau2-150x99.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/frau2-350x230.jpg 350w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption>Typisch für die Zeit: Eine der vielen Illustrationen in der &#8222;zarten Frauenhand&#8220;.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle Bücher im großen Bücherregal dieses Hauses sind so schön, so beeindruckend. Es ist vieles darunter, was niemand mehr braucht, weil es längst überholt ist (Autoatlanten aus den 1970er Jahren) oder weil es Massenware war (Lesering-Romane). Das ist aber nicht der einzige Grund, warum ich nicht beherzter zugegriffen habe, als ich mir etwas aussuchen durfte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht noch mehr Bücher</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist die Tatsache, dass ich selbst viel zu viele Bücher im Haus habe. Bücher, an denen <a href="https://pyrolim.de/tag/buchsouvenir/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="mein Herz hängt (opens in a new tab)">mein Herz hängt</a>. Die mich faszinieren, die irgendwann in meinem Leben mal eine Bedeutung hatten oder die ich immer wieder zur Hand nehme. <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Alte Bücher, neue Bücher (opens in a new tab)" href="https://pyrolim.de/pyropro/kahlschlag-im-buecherregal/" target="_blank">Alte Bücher, neue Bücher</a>. Ab und zu kommen wieder welche hinzu, aber ich halte mich möglichst zurück und bin stattdessen gute Kundin einer Leihbibliothek.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann wird der Moment kommen, an dem meine Erben meinen Hausstand auflösen müssen. Welche meiner Bücher werden sie zu schätzen wissen? Wahrscheinlich nicht viele. Ich fürchte, auch <a href="https://pyrolim.de/pyropro/das-grosse-raeumen-die-schaetze-im-buecherregal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="meine geliebte Privatbibliothek (opens in a new tab)">meine geliebte Privatbibliothek</a> wird zu großen Teilen im Altpapier oder im Container verschwinden, so wie viele andere Dinge auch, an denen mein Herz hängt. Vielleicht kommt aber auch jemand daher und rettet das eine oder andere Buch. Vielleicht die &#8222;zarte Frauenhand&#8220;? Sie hätte es verdient.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/abgestaubt-in-zarte-frauenhand/">Abgestaubt: In zarte Frauenhand</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Buchsouvenir: &#8222;GROSSE ARCHITEKTEN&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jun 2018 07:56:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchsouvenir]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Norman vom Bücherblog „Notizhefte“ und ich hatten dieselbe Idee. Bücher aus unserer Kindheit und Jugend vorstellen. Bei mir kommen noch die aus den frühen Erwachsenenjahren dazu. Es sind Bücher, die schon mehr als 20 Jahre in meinem Bücherschrank stehen und die ich nie hergeben werde. Norman nennt diese Rubrik Lesegedächtnis, ich habe noch keinen Namen gefunden. Vielleicht Buchsouvenirs? Ich glaube, das nehme ich. Heute also mein Buchsouvenir Nummer zwei: „GROSSE ARCHITEKTEN“, Untertitel „Menschen, die Baugeschichte machen“ aus dem Verlag Gruner + Jahr. Es gibt zwei Bände davon. Ich habe den ersten, der nicht „GROSSE ARCHITEKTEN I“ heißt. Erst später wurden daraus die Bände I und II. Den Untertitel mit der Formulierung &#8222;Baugeschichte machen&#8220; finde ich etwas seltsam formuliert. Mehr zu meckern gibt es an dem Buch nicht. 25 große Baumeister Sauber nach Alphabet sortiert, gibt das Buch einen Überblick über 25 große Baumeister von Alvar Aalto bis Frank Lloyd Wright. Die Autoren der einzelnen Kapitel verzichten auf biografische Daten. Das ist schade: Zumindest die Lebensdaten wären hilfreich gewesen. Vor allem aber konzentrieren sich die Texte darauf, das besondere an der Architektur der Porträtierten herauszustreichen. Das, was sie in ihrer Zeit zu Wegbereitern gemacht hat. Garniert ist das mit Zitaten der jeweiligen Architekten. Die Autoren erschließen sich die Personen über ihre Bauwerke. „Halten wir uns an seine Werke, spüren wir seinen Wurzeln nach“ schreibt Jürgen Döhmann in seinem Kapitel über Egon Eiermann, dessen wohl bekannteste Bauten die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin und der „Lange Eugen“, das Abgeordnetenhaus in Bonn, sind. Was wäre ein Buch über Architektur ohne Fotos von Bauwerken. In Schwarzweiß-Fotografien, Entwurfszeichnungen und Grundrissen wird das Werk jedes einzelnen Baumeisters aufgeblättert. Oft ergänzen Fotos die Zeichnungen und Zeichnungen die Fotos. So bei Le Corbusiers berühmter Wallfahrtskirche Notre Dame du Haut in Ronchamp. Mit der ersten Skizze des Architekten, einem Lageplan und Fotos wird der ungewöhnliche Bau vorgestellt. Das zieht sich durch das ganze Buch: Exemplarisch an den bekanntesten Gebäuden wird nachgezeichnet, welchen Einflüssen der Architekt gefolgt ist, welches theoretische Fundament den Bauten zugrunde liegt, aber auch, welches Schicksal ein Gebäude gehabt hat. Das wird etwa für das weltberühmte Haus Tugendhat von Mies an der Rohe erzählt. Die Bauherrin Grete Tugendhat wohnte dort nur sechs Jahre, dann musste sie vor den Nazis fliehen. Das Haus wurde beschlagnahmt und nach dem Krieg als Pferdestall missbraucht. Architektur für Liebhaber Es ist diese wunderbare Mischung aus Zeitgeschichte, Architekturgeschichte und ästhetischen Überlegungen, die mich das Buch von den großen Architekten bis heute lieben lässt. Ich habe es bei seinem Erscheinen 1990 verschlungen und lese bis heute gerne darin. Für Architekturliebhaber ist das Buch ein Muss, so viel Hintergründiges, Wissenswertes, Interessantes ist darin versammelt. Das lässt sich nur schwer zusammengooglen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-grosse-architekten/">Buchsouvenir: &#8222;GROSSE ARCHITEKTEN&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Norman vom <a href="https://notizhefte.com/2018/05/27/das-eselchen-grisella-kinderbuch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bücherblog „Notizhefte“</a> und ich hatten dieselbe Idee. Bücher aus unserer Kindheit und Jugend vorstellen. Bei mir kommen noch die aus den frühen Erwachsenenjahren dazu. Es sind Bücher, die schon mehr als 20 Jahre in meinem Bücherschrank stehen und die ich nie hergeben werde. Norman nennt diese Rubrik Lesegedächtnis, ich habe noch keinen Namen gefunden. Vielleicht Buchsouvenirs? Ich glaube, das nehme ich. Heute also mein <a href="https://pyrolim.de/pyropro/2018/schoen-sein-schoen-bleiben-oder-es-lebe-der-suff/">Buchsouvenir</a> Nummer zwei: „GROSSE ARCHITEKTEN“, Untertitel „Menschen, die Baugeschichte machen“ aus dem Verlag Gruner + Jahr.<br />
<span id="more-8891"></span></p>
<p>Es gibt zwei Bände davon. Ich habe den ersten, der nicht „GROSSE ARCHITEKTEN I“ heißt. Erst später wurden daraus die Bände I und II. Den Untertitel mit der Formulierung &#8222;Baugeschichte machen&#8220; finde ich etwas seltsam formuliert. Mehr zu meckern gibt es an dem Buch nicht.</p>
<h2>25 große Baumeister</h2>
<p>Sauber nach Alphabet sortiert, gibt das Buch einen Überblick über 25 große Baumeister von Alvar Aalto bis Frank Lloyd Wright. Die Autoren der einzelnen Kapitel verzichten auf biografische Daten. Das ist schade: Zumindest die Lebensdaten wären hilfreich gewesen. Vor allem aber konzentrieren sich die Texte darauf, das besondere an der Architektur der Porträtierten herauszustreichen. Das, was sie in ihrer Zeit zu Wegbereitern gemacht hat. Garniert ist das mit Zitaten der jeweiligen Architekten.</p>
<p>Die Autoren erschließen sich die Personen über ihre Bauwerke. „Halten wir uns an seine Werke, spüren wir seinen Wurzeln nach“ schreibt Jürgen Döhmann in seinem Kapitel über Egon Eiermann, dessen wohl bekannteste Bauten die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin und der „Lange Eugen“, das Abgeordnetenhaus in Bonn, sind.</p>
<p>Was wäre ein Buch über Architektur ohne Fotos von Bauwerken. In Schwarzweiß-Fotografien, Entwurfszeichnungen und Grundrissen wird das Werk jedes einzelnen Baumeisters aufgeblättert. Oft ergänzen Fotos die Zeichnungen und Zeichnungen die Fotos. So bei Le Corbusiers berühmter Wallfahrtskirche <a href="https://www.collinenotredameduhaut.com/entdecken/die_kapelle_notre-dame_du_haut.1541.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Notre Dame du Haut</a> in Ronchamp. Mit der ersten Skizze des Architekten, einem Lageplan und Fotos wird der ungewöhnliche Bau vorgestellt.</p>
<p><figure id="attachment_8893" aria-describedby="caption-attachment-8893" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/arhcitek.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8893 size-full" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/arhcitek.jpg" alt="Die Seite über Le Borbusiers Kapelle Notre Dame du Haut im Buch GROSSE ARCHITEKTEN" width="800" height="600" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/arhcitek.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/arhcitek-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/arhcitek-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-8893" class="wp-caption-text">Die Seite über Le Corbusiers Kapelle Notre Dame du Haut.</figcaption></figure></p>
<p>Das zieht sich durch das ganze Buch: Exemplarisch an den bekanntesten Gebäuden wird nachgezeichnet, welchen Einflüssen der Architekt gefolgt ist, welches theoretische Fundament den Bauten zugrunde liegt, aber auch, welches Schicksal ein Gebäude gehabt hat. Das wird etwa für das weltberühmte <a href="https://www.detail.de/artikel/familiaeres-kulturerbe-haus-tugendhat-10811/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Haus Tugendhat</a> von Mies an der Rohe erzählt. Die Bauherrin Grete Tugendhat wohnte dort nur sechs Jahre, dann musste sie vor den Nazis fliehen. Das Haus wurde beschlagnahmt und nach dem Krieg als Pferdestall missbraucht.</p>
<h2>Architektur für Liebhaber</h2>
<p>Es ist diese wunderbare Mischung aus Zeitgeschichte, Architekturgeschichte und ästhetischen Überlegungen, die mich das Buch von den großen Architekten bis heute lieben lässt. Ich habe es bei seinem Erscheinen 1990 verschlungen und lese bis heute gerne darin. Für Architekturliebhaber ist das Buch ein Muss, so viel Hintergründiges, Wissenswertes, Interessantes ist darin versammelt. Das lässt sich nur schwer zusammengooglen.</p>
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		<title>Buchsouvenir: Schön sein, schön bleiben oder: Es lebe der Suff</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 May 2018 16:41:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchsouvenir]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dies ist der Beginn einer neuen Reihe. Ich stelle legendäre Bücher meiner Kindheit vor. Ich war schon immer eine große Leserin und habe alles verschlungen, was ich in die Finger kriegen konnte. Was mich damals begeisterte, stellt sich heute, in einer anderen Zeit und mit viel mehr Lebenserfahrung, stellenweise als ziemlich verschroben heraus. Dafür habe ich ein wunderbares Beispiel: &#8222;Schön sein, schön bleiben&#8220;. „Schön sein, schön bleiben“ von Lilo Aureden ist laut Klappentext ein praktischer Ratgeber aus dem Bertelsmann-Verlag. Ich habe eines aus der 7. Auflage, Exemplare 121000 bis 150000 aus dem September 1956. Darin erfährt die „verehrte Leserin“ alles, was sie wissen muss, um „die ausschlaggebende Rolle des äußeren Erscheinungsbildes“ zu erkennen und umzusetzen. Es geht um Körperpflege, Make up und Geschmack. Angeborene Anlehnungsbedürftigkeit Besonders faszinierend finde ich in der Rückschau den umfangreichen Teil über den Zauber der Persönlichkeit. Zur Einführung werden der Leserin bemerkenswerte Weisheiten zuteil. „Eine wirklich intelligente Frau wird ihre Klugheit nicht auf dem Präsentierteller herumreichen.“ Oder auch: „Wer keine allzu großen Ansprüche stellt, erlebt auch keine großen Enttäuschungen.“ Noch schöner: „Trotz aller Gleichberechtigung wird eine echte Eva immer anlehnungsbedürftig sein.“ Diese „angeborene Anlehnungsbedürftigkeit“ dürfe aber nicht dazu führen, jeden beweglichen oder unbeweglichen Stützpunkt für die eigene Bequemlichkeit und Nachlässigkeit zu nutzen. Also Ladys, immer stocksteif stehen, nie anlehnen, auch wenn der Hang dazu angeboren ist. Was noch zu beweisen wäre. Es sind Texte, die im Kontext ihrer Zeit zu sehen sind. Sie sind 60 Jahre alt, da war unsere Gesellschaft noch eine ganz andere. Auch das Verhältnis und der Blick auf Paare, zumal Ehepaare. Das Buch propagiert die dienende Rolle der Hausfrau und Mutter, die dafür sorgt, dass ihr Mann gute Laune hat. Denn „der Ehemann ist dankbar, wenn er sich zum Essen an einen schön gedeckten Tisch hinsetzen darf“. Vieles von damals ist auch heute noch gut und richtig. Stil haben, sich nicht gehen lassen, andere nicht niederzumachen, keinen Klatsch zu verbreiten. Nicht mehr dem Ehemann zuliebe, sondern uns selbst. Ich bin für gutes Benehmen. Das mag altmodisch sein, aber macht es uns allen nicht das Leben etwas leichter? Ich tue es aber für mich, nicht für jemand anderen. So interessant der Inhalt dieses 50er-Jahre-Ratgeber ist, so begeistert mich heute noch etwas anderes. Die wunderbaren Zeichnungen, mit denen er illustriert ist. Sie sind von Eva Kausche-Kongsbak, einer Malerin, Grafikerin und Autorin aus Lübeck, die später in Worpswede lebte. Ihr Bilder sind dort in der Kunsthalle zu sehen. Sie hat einen feinen Strich, ihre vielen Zeichnungen in dem Buch gefallen mir bis heute. „Schön sein, schön bleiben“ werde ich nie hergeben. Ich schaue längst nicht mehr so oft hinein wie früher. Aber es bleibt ein Stück Kindheit und Jugend. Es hat einen festen Platz in meinem Bücherregal. Das Buch gibt es übrigens antiquarisch noch zu kaufen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist der Beginn einer neuen Reihe. Ich stelle legendäre Bücher meiner Kindheit vor. Ich war schon immer eine große Leserin und habe alles verschlungen, was ich in die Finger kriegen konnte. Was mich damals begeisterte, stellt sich heute, in einer anderen Zeit und mit viel mehr Lebenserfahrung, stellenweise als ziemlich verschroben heraus. Dafür habe ich ein wunderbares Beispiel: &#8222;Schön sein, schön bleiben&#8220;.<br />
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<p>„Schön sein, schön bleiben“ von Lilo Aureden ist laut Klappentext ein praktischer Ratgeber aus dem Bertelsmann-Verlag. Ich habe eines aus der 7. Auflage, Exemplare 121000 bis 150000 aus dem September 1956. Darin erfährt die „verehrte Leserin“ alles, was sie wissen muss, um „die ausschlaggebende Rolle des äußeren Erscheinungsbildes“ zu erkennen und umzusetzen. Es geht um Körperpflege, Make up und Geschmack.</p>
<h2>Angeborene Anlehnungsbedürftigkeit</h2>
<p>Besonders faszinierend finde ich in der Rückschau den umfangreichen Teil über den Zauber der Persönlichkeit. Zur Einführung werden der Leserin bemerkenswerte Weisheiten zuteil. „Eine wirklich intelligente Frau wird ihre Klugheit nicht auf dem Präsentierteller herumreichen.“ Oder auch: „Wer keine allzu großen Ansprüche stellt, erlebt auch keine großen Enttäuschungen.“ Noch schöner: „Trotz aller Gleichberechtigung wird eine echte Eva immer anlehnungsbedürftig sein.“ Diese „angeborene Anlehnungsbedürftigkeit“ dürfe aber nicht dazu führen, jeden beweglichen oder unbeweglichen Stützpunkt für die eigene Bequemlichkeit und Nachlässigkeit zu nutzen. Also Ladys, immer stocksteif stehen, nie anlehnen, auch wenn der Hang dazu angeboren ist. Was noch zu beweisen wäre.</p>
<p>Es sind Texte, die im Kontext ihrer Zeit zu sehen sind. Sie sind 60 Jahre alt, da war unsere Gesellschaft noch eine ganz andere. Auch das Verhältnis und der Blick auf Paare, zumal Ehepaare. Das Buch propagiert die dienende Rolle der Hausfrau und Mutter, die dafür sorgt, dass ihr Mann gute Laune hat. Denn „der Ehemann ist dankbar, wenn er sich zum Essen an einen schön gedeckten Tisch hinsetzen darf“.</p>
<p>Vieles von damals ist auch heute noch gut und richtig. Stil haben, sich nicht gehen lassen, andere nicht niederzumachen, keinen Klatsch zu verbreiten. Nicht mehr dem Ehemann zuliebe, sondern uns selbst. Ich bin für gutes Benehmen. Das mag altmodisch sein, aber macht es uns allen nicht das Leben etwas leichter? Ich tue es aber für mich, nicht für jemand anderen.</p>
<p>So interessant der Inhalt dieses 50er-Jahre-Ratgeber ist, so begeistert mich heute noch etwas anderes. Die wunderbaren Zeichnungen, mit denen er illustriert ist. Sie sind von <a href="https://www.weser-kurier.de/region/osterholzer-kreisblatt_artikel,-Bestseller-liebevoll-illustriert-_arid,330844.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eva Kausche-Kongsbak</a>, einer Malerin, Grafikerin und Autorin aus Lübeck, die später in Worpswede lebte. Ihr Bilder sind dort in der Kunsthalle zu sehen. Sie hat einen feinen Strich, ihre vielen Zeichnungen in dem Buch gefallen mir bis heute.</p>
<p>„Schön sein, schön bleiben“ werde ich nie hergeben. Ich schaue längst nicht mehr so oft hinein wie früher. Aber es bleibt ein Stück Kindheit und Jugend. Es hat einen festen Platz in meinem Bücherregal. Das Buch gibt es übrigens antiquarisch noch zu kaufen.</p>
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		<title>Die wahrscheinlich kleinste Bücherei der Welt</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/die-wahrscheinlich-kleinste-buecherei-der-welt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 May 2013 17:55:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bücher nehmen gefangen. Büchereien oder Bibliotheken eher nicht. Sie sind offene Orte. Dennoch gibt es Büchereien in Zellen. Und damit meine ich keine Gefängnisbüchereien. Eine Bücherei in der Zelle habe ich jetzt gefunden. In einer Telefonzelle. Sie steht in Staufenberg-Escherode, einem kleinen Dorf mit 1000 Einwohnern im südlichsten Zipfel Niedersachsens, ganz in der Nähe von Kassel. Das Prinzip der Lesezelle ist einfach: Wer ein Buch hineinlegt, darf eines herausnehmen. Das Angebot in der Zelle ist bunt gemischt, wie ein Blick in die Regale beweist. Die Idee der zur Bücherei umfunktionierten Telefonzelle ist hinreißend. Liebevoll spleenig, ein bisschen abstrus, und ein überraschendes Lese-Zeichen, das das Herz erwärmt. Überraschend jedenfalls für mich, so etwas hatte ich noch nicht gesehen. Dabei sind Mini-Bibliotheken in ausrangierten Telefonzellen, an Bushaltestellen und sogar in begehbaren Litfaßsäulen gar nicht so selten, wie ein bisschen Google-Recherche beweist. Wikipedia hat eine ganze, wenn auch unvollständige Liste solcher Mini-Bibliotheken veröffentlich, mit genauer Beschreibung, Standort, Betreiber und weitere Anmerkungen, etwa zu den Öffnungszeiten. Viele davon sind rund um die Uhr geöffnet. Und viele funktionieren nach dem Modell meiner Telefonzelle in Escherode: Wer ein Buch mitnehmen möchte, muss eines hinein legen. Eine weitere Liste mit öffentlichen Bücherschränken hat das Portal &#8222;Tauschgnome&#8220; veröffentlicht, einschließlich Suchfunktion nach Bundesland und Postleitzahl. Da tun sich zwei Probleme auf: Wer zufällig auf eine Mini-Bibliothek stößt, hat meistens kein Tauschbuch dabei. Ungelöst ist auch die Frage, wie die Mini-Bibliotheken im Zeitalter der immer mehr aufkommenden E-Books funktionieren. Aber seien wir ehrlich: Die Idee ist so schön spleenig-altmodisch, da können wir auf die E-Book-Frage getrost pfeifen. Was das Fehlen eines Tauschbuches angeht, so gibt es eine Lösung. Die findet sich in meiner Bücherzelle als Eintrag im Gästebuch. Die nächste Gelegenheit für mich liegt noch in weiter Ferne. Deshalb habe ich mich nur an dem Bücherhäuschen erfreut, das tolle Design-Buch, das dort stand, aber stehen lassen. Ich wüsste nicht, wann ich das Tauschversprechen einlösen kann, und mitgehen lassen wollte ich das Buch nicht. Das würde ja völlig der zauberhaften Idee der Mini-Bibliotheken widersprechen. Mehr über die Escheröder Miniaturbücherei steht hier und hier.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/die-wahrscheinlich-kleinste-buecherei-der-welt/">Die wahrscheinlich kleinste Bücherei der Welt</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bücher nehmen gefangen. Büchereien oder Bibliotheken eher nicht. Sie sind offene Orte. Dennoch gibt es Büchereien in Zellen. Und damit meine ich keine Gefängnisbüchereien. Eine Bücherei in der Zelle habe ich jetzt gefunden. In einer Telefonzelle.<br />
<span id="more-4060"></span></p>
<p><figure id="attachment_4062" aria-describedby="caption-attachment-4062" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/zelle1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4062" alt="Die Mini-Bibliothek am Wegesrand." src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/zelle1.jpg" width="800" height="533" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/zelle1.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/zelle1-300x199.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-4062" class="wp-caption-text">Die Mini-Bibliothek am Wegesrand.</figcaption></figure></p>
<p>Sie steht in Staufenberg-Escherode, einem kleinen Dorf mit 1000 Einwohnern im südlichsten Zipfel Niedersachsens, ganz in der Nähe von Kassel. Das Prinzip der Lesezelle ist einfach: Wer ein Buch hineinlegt, darf eines herausnehmen. Das Angebot in der Zelle ist bunt gemischt, wie ein Blick in die Regale beweist.</p>
<p><figure id="attachment_4065" aria-describedby="caption-attachment-4065" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/zelle2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4065" alt="Ein kleiner Ausschnitt aus dem Lese-Angebot." src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/zelle2.jpg" width="800" height="533" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/zelle2.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/zelle2-300x199.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-4065" class="wp-caption-text">Ein kleiner Ausschnitt aus dem Lese-Angebot.</figcaption></figure></p>
<p>Die Idee der zur Bücherei umfunktionierten Telefonzelle ist hinreißend. Liebevoll spleenig, ein bisschen abstrus, und ein überraschendes Lese-Zeichen, das das Herz erwärmt. Überraschend jedenfalls für mich, so etwas hatte ich noch nicht gesehen.<br />
Dabei sind Mini-Bibliotheken in ausrangierten Telefonzellen, an Bushaltestellen und sogar in begehbaren Litfaßsäulen gar nicht so selten, wie ein bisschen Google-Recherche beweist. Wikipedia hat eine ganze, wenn auch unvollständige <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_%C3%B6ffentlicher_B%C3%BCcherschr%C3%A4nke" target="_blank">Liste </a>solcher Mini-Bibliotheken veröffentlich, mit genauer Beschreibung, Standort, Betreiber und weitere Anmerkungen, etwa zu den Öffnungszeiten. Viele davon sind rund um die Uhr geöffnet. Und viele funktionieren nach dem Modell meiner Telefonzelle in Escherode: Wer ein Buch mitnehmen möchte, muss eines hinein legen. Eine weitere <a href="http://www.tauschgnom.de/offene-buecherschraenke" target="_blank">Liste </a>mit öffentlichen Bücherschränken hat das Portal &#8222;Tauschgnome&#8220; veröffentlicht, einschließlich Suchfunktion nach Bundesland und Postleitzahl.</p>
<p>Da tun sich zwei Probleme auf: Wer zufällig auf eine Mini-Bibliothek stößt, hat meistens kein Tauschbuch dabei. Ungelöst ist auch die Frage, wie die Mini-Bibliotheken im Zeitalter der immer mehr aufkommenden E-Books funktionieren. Aber seien wir ehrlich: Die Idee ist so schön spleenig-altmodisch, da können wir auf die E-Book-Frage getrost pfeifen.</p>
<p>Was das Fehlen eines Tauschbuches angeht, so gibt es eine Lösung. Die findet sich in meiner Bücherzelle als Eintrag im Gästebuch.</p>
<p><figure id="attachment_4067" aria-describedby="caption-attachment-4067" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/zelle4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4067" alt="Ds Versprechen im Gästebuch." src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/zelle4.jpg" width="800" height="533" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/zelle4.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/zelle4-300x199.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-4067" class="wp-caption-text">Das Versprechen im Gästebuch.</figcaption></figure></p>
<p>Die nächste Gelegenheit für mich liegt noch in weiter Ferne. Deshalb habe ich mich nur an dem Bücherhäuschen erfreut, das tolle Design-Buch, das dort stand, aber stehen lassen. Ich wüsste nicht, wann ich das Tauschversprechen einlösen kann, und mitgehen lassen wollte ich das Buch nicht. Das würde ja völlig der zauberhaften Idee der Mini-Bibliotheken widersprechen.</p>
<p>Mehr über die Escheröder Miniaturbücherei steht <a href="http://www.hna.de/lokales/hann-muenden/alte-telefonzelle-jetzt-minibuecherei-2683127.html" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.wittich.de/index.php?id=73&amp;tx_lw_pi2[heftnr]=1383&amp;tx_lw_pi2[ort]=Escherode&amp;tx_lw_pi2[uid]=150103323597" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/die-wahrscheinlich-kleinste-buecherei-der-welt/">Die wahrscheinlich kleinste Bücherei der Welt</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>100 Jahre &#8211; 100 Bücher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jul 2012 21:14:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelernt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer suchet, der findet. Nur nicht das, was er gesucht hat. Beim Stöbern in meinem umfangreichen Archiv ist mir heute eine Liste in die Hände gefallen, die die Stiftung Lesen vor einigen Jahren herausgegeben hat. &#8222;Das 20. Jahrhundert in 100 Romanen&#8220; listete in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung die 100 Romane auf, die das 20. Jahrhundert widerspiegeln. Das ist aber nicht die einzige Liste der 100 wichtigen Bücher des 20. Jahrhunderts und der Jahrhunderte davor. Die Liste der Stiftung Lesen nahm für sich in Anspruch, die Romane ausgewählt zu haben, die Weltkriege, soziale Umwälzungen, wirtschaftliche Veränderungen und das Aufeinanderprallen des kapitalistischen und sozialistischen/kommunistischen Weltbildes am besten repräsentieren. Herausgekommen sind diese 100 Bücher: Alfred Andersch: Sansibar oder der letzte Grund Benny Barbasch: Mein erster Sony Josef Martin Bauer: Soweit die Füße tragen Simone de Beauvoir: Die Mandarins von Paris Jurek Becker: Jakob der Lügner Louis de Bernieres: Corellis Mandoline Manfred Bieler: Der Mädchenkrieg Horst Bienek: Erde und Feuer Robert Bober: Was gibt&#8217;s Neues vom Krieg Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum Horst Bosetzky: Capri und Kartoffelpuffer Malcom Bosse: Warlord Andre Brink: Zeit des Terrors Christine Brückner: Jauche und Levkojen Lothar-Günther Buchheim: Das Boot Melvin Jules Bukiet: Danach John Burdett: Die letzten Tage von Hongkong John le Carre: Unser Spiel Ashley Carrington: Unter dem Jacaranda-Baum Rafael Chirbes: Der lange Marsch Catherine Clement: Eine Liebe in Indien Barbara Darius: Die sieben Leben der Katharina Blasberg Heimito von Doderer: Die Dämonen John Dos Passos: Manhattan Transfer Ingeborg Drewitz: Gestern war Heute Robert S. Elegant: Sturm über Schanghai Renate Feyl: Ausharren im Paradies Tibor Fischer: Stalin oder ich Frederick Forsyth: Die Faust Gottes Dieter Forte: Der Junge mit den blutigen Schuhen Leonhard Frank: Die Jünger Jesu Sylvie Germain: Das Buch der Nächte Nadine Gordimer: Die Hauswaffe Oskar Maria Graf: Anton Sittinger Günter Grass: Die Blechtrommel Graham Greene: Der stille Amerikaner Wassilij Grossman: Leben und Schicksal Peter Härtling: Felix Guttmann Josef Hasek: Die Abenteuer des braven Soldaten Schweijk Joseph Heller: Endzeit Mark Helprin: Ein Soldat aus dem Großen Krieg Ernest Hemingway: Wem die Stunde schlägt Stefan Heym: Schwarzenberg Edgar Hilsenrath: Das Märchen vom letzten Gedanken Abraham B. Jehoschua: Die Manis Kerstin Jentzsch: Ankunft der Pandora Eric Jong: Seliges Angedenken Joseph Kanon: Die Tage von Los Alamos Hermann Kant: Die Aula Walter Kempowski: Ein Kapitel für sich Thomas Keneally: Schindlers Liste Mukul Kesavan: Die Reise nach Benares Hans Hellmut Kirst: 08/15 Christopher J. Koch: Das Verschwinden des Michael Langford Wolfgang Koeppen: Das Treibhaus Siegfried Lenz: Die Deutschstunde Carlo Levi: Christus kam nur bis Eboli Primo Levi: Wann, wenn nicht jetzt ? 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Vorgeben waren 200, von Buchhändlern und Journalisten ausgewählte Bücher. Da tauchen plötzlich ganz andere Namen und Titel auf als in der Liste der &#8222;Stiftung Lesen&#8220;. Anne Frank und ihr Tagebuch etwa stehen nur auf der französischen Liste, Josepf Roths &#8222;Radetzkymarsch&#8220; nur auf der der &#8222;Stiftung Lesen&#8220;. Auf der Le-Monde-Liste findet sich aber auch Asterix. Wo zwei Listen sind, ist auch eine dritte nicht weit. Die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher listet die größten Bücher der Weltliteratur auf, von der Bibel bis zu Don Quijote. Ergänzt wird diese Liste durch die &#8222;ZEIT-Bibliothek der 100 Sachbücher&#8220; und die ZEIT-Schülerbibliothek. Alle drei stehen hier.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/100-jahre-100-buecher/">100 Jahre &#8211; 100 Bücher</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer suchet, der findet. Nur nicht das, was er gesucht hat. Beim Stöbern in meinem umfangreichen Archiv ist mir heute eine Liste in die Hände gefallen, die die <a href="http://www.stiftunglesen.de/index.php" target="_blank">Stiftung Lesen </a> vor einigen Jahren herausgegeben hat. &#8222;Das 20. Jahrhundert in 100 Romanen&#8220; listete in Zusammenarbeit mit der <a href="http://www.bpb.de/" target="_blank">Bundeszentrale für politische Bildung </a> die 100 Romane auf, die das 20. Jahrhundert widerspiegeln. Das ist aber nicht die einzige Liste der 100 wichtigen Bücher des 20. Jahrhunderts und der Jahrhunderte davor.<br />
<span id="more-2175"></span><br />
Die Liste der Stiftung Lesen nahm für sich in Anspruch, die Romane ausgewählt zu haben, die Weltkriege, soziale Umwälzungen, wirtschaftliche Veränderungen und das Aufeinanderprallen des kapitalistischen und sozialistischen/kommunistischen Weltbildes am besten repräsentieren. Herausgekommen sind diese 100 Bücher:</p>
<ol>
<li>Alfred Andersch: Sansibar oder der letzte Grund</li>
<li>Benny Barbasch: Mein erster Sony</li>
<li>Josef Martin Bauer: Soweit die Füße tragen</li>
<li>Simone de Beauvoir: Die Mandarins von Paris</li>
<li>Jurek Becker: Jakob der Lügner</li>
<li>Louis de Bernieres: Corellis Mandoline</li>
<li>Manfred Bieler: Der Mädchenkrieg</li>
<li>Horst Bienek: Erde und Feuer</li>
<li>Robert Bober: Was gibt&#8217;s Neues vom Krieg</li>
<li>Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum</li>
<li>Horst Bosetzky: Capri und Kartoffelpuffer</li>
<li>Malcom Bosse: Warlord</li>
<li>Andre Brink: Zeit des Terrors</li>
<li>Christine Brückner: Jauche und Levkojen</li>
<li>Lothar-Günther Buchheim: Das Boot</li>
<li>Melvin Jules Bukiet: Danach</li>
<li>John Burdett: Die letzten Tage von Hongkong</li>
<li>John le Carre: Unser Spiel</li>
<li>Ashley Carrington: Unter dem Jacaranda-Baum</li>
<li>Rafael Chirbes: Der lange Marsch</li>
<li>Catherine Clement: Eine Liebe in Indien</li>
<li>Barbara Darius: Die sieben Leben der Katharina Blasberg</li>
<li>Heimito von Doderer: Die Dämonen</li>
<li>John Dos Passos: Manhattan Transfer</li>
<li>Ingeborg Drewitz: Gestern war Heute</li>
<li>Robert S. Elegant: Sturm über Schanghai</li>
<li>Renate Feyl: Ausharren im Paradies</li>
<li>Tibor Fischer: Stalin oder ich</li>
<li>Frederick Forsyth: Die Faust Gottes</li>
<li>Dieter Forte: Der Junge mit den blutigen Schuhen</li>
<li>Leonhard Frank: Die Jünger Jesu</li>
<li>Sylvie Germain: Das Buch der Nächte</li>
<li>Nadine Gordimer: Die Hauswaffe</li>
<li>Oskar Maria Graf: Anton Sittinger</li>
<li>Günter Grass: Die Blechtrommel</li>
<li>Graham Greene: Der stille Amerikaner</li>
<li>Wassilij Grossman: Leben und Schicksal</li>
<li>Peter Härtling: Felix Guttmann</li>
<li>Josef Hasek: Die Abenteuer des braven Soldaten Schweijk</li>
<li>Joseph Heller: Endzeit</li>
<li>Mark Helprin: Ein Soldat aus dem Großen Krieg</li>
<li>Ernest Hemingway: Wem die Stunde schlägt</li>
<li>Stefan Heym: Schwarzenberg</li>
<li>Edgar Hilsenrath: Das Märchen vom letzten Gedanken</li>
<li>Abraham B. Jehoschua: Die Manis</li>
<li>Kerstin Jentzsch: Ankunft der Pandora</li>
<li>Eric Jong: Seliges Angedenken</li>
<li>Joseph Kanon: Die Tage von Los Alamos</li>
<li>Hermann Kant: Die Aula</li>
<li>Walter Kempowski: Ein Kapitel für sich</li>
<li>Thomas Keneally: Schindlers Liste</li>
<li>Mukul Kesavan: Die Reise nach Benares</li>
<li>Hans Hellmut Kirst: 08/15</li>
<li>Christopher J. Koch: Das Verschwinden des Michael Langford</li>
<li>Wolfgang Koeppen: Das Treibhaus</li>
<li>Siegfried Lenz: Die Deutschstunde</li>
<li>Carlo Levi: Christus kam nur bis Eboli</li>
<li>Primo Levi: Wann, wenn nicht jetzt ?</li>
<li>Sinclair Lewis: Babbitt</li>
<li>Erich Loest: Nikolaikirche</li>
<li>Amin Maalouf: Die Häfen der Levante</li>
<li>Nagib Machfus: Kairoer Trilogie</li>
<li>Norman Mailer: Die Nackten und die Toten</li>
<li>Curzio Malaparte: Die Haut</li>
<li>Heinrich Mann: Der Untertan</li>
<li>Marina Mayoral: Helena</li>
<li>Gita Mehta: Die Maharani</li>
<li>Dieter Meichsner: Abrechnung</li>
<li>Brian Moore: Hetzjagd</li>
<li>Frederic Morton: Ewigkeitsgasse</li>
<li>Leonie Ossowski: Holunderzeit</li>
<li>Boris Pasternak: Doktor Shiwago</li>
<li>Theodor Plievier: Stalingrad</li>
<li>Anatol Regnier: Damals in Bolechow</li>
<li>Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues</li>
<li>Herbert Rosendorfer: Vier Jahreszeiten im Yrwental</li>
<li>Joseph Roth: Radetzkymarsch</li>
<li>Anatolij Rybakow: Jahre des Terrors</li>
<li>Ernst von Salomon: Der Fragebogen</li>
<li>Hagen Schmidt: Spion unter Spitzeln</li>
<li>Michail Scholochow: Der stille Don</li>
<li>Raymond A. Scofield: Gelber Kaiser</li>
<li>Anna Seghers: Das siebte Kreuz</li>
<li>Ignazio Silone: Fontamara</li>
<li>Johannes Mario Simmel: Es muß nicht immer Kaviar sein</li>
<li>Alexander Solschenizyn: Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch</li>
<li>Arno Surminski: Sommer vierundvierzig</li>
<li>Antonio Tabucchi: Erklärt Pereira</li>
<li>Silvia Tennenbaum: Straßen von gestern</li>
<li>Uwe Timm: Die Entdeckung der Currywurst</li>
<li>Leon Uris: Exodus</li>
<li>Tim Waterstone: Lebensläufe</li>
<li>Franz Werfel: Die vierzig Tage des Musa Dagh</li>
<li>Michael Wildenhain: Erste Liebe, Deutscher Herbst</li>
<li>Christa Wolf: Kindheitsmuster</li>
<li>Thomas Wolfe: Es führt kein Weg zurück</li>
<li>Barbara Wood: Rote Sonne, schwarzes Land</li>
<li>Hermann Wouk: Der Krieg</li>
<li>Mo Yan: Das rote Kornfeld</li>
<li>Arnold Zweig: Streit um den Sergeanten Grischa</li>
</ol>
<p>Keine Liste ohne eine zweite Liste. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_100_B%C3%BCcher_des_Jahrhunderts_von_Le_Monde" target="_blank">&#8222;Die 100 Bücher des Jahrhunderts&#8220;</a> hat die französische Zeitung Le Monde eine Liste der 100 Bücher überschrieben, die bei einer Meinungsumfrage unter 17 000 Franzosen als diejenigen ermittelt wurden, die den Lesern im Gedächtnis geblieben sind. Vorgeben waren 200, von Buchhändlern und Journalisten ausgewählte Bücher. Da tauchen plötzlich ganz andere Namen und Titel auf als in der Liste der &#8222;Stiftung Lesen&#8220;. Anne Frank und ihr Tagebuch etwa stehen nur auf der französischen Liste, Josepf Roths &#8222;Radetzkymarsch&#8220; nur auf der der &#8222;Stiftung Lesen&#8220;. Auf der Le-Monde-Liste findet sich aber auch Asterix.</p>
<p>Wo zwei Listen sind, ist auch eine dritte nicht weit. Die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher listet die größten Bücher der Weltliteratur auf, von der Bibel bis zu Don Quijote. Ergänzt wird diese Liste durch die &#8222;ZEIT-Bibliothek der 100 Sachbücher&#8220; und die ZEIT-Schülerbibliothek. Alle drei stehen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/ZEIT-Bibliothek_der_100_B%C3%BCcher" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/100-jahre-100-buecher/">100 Jahre &#8211; 100 Bücher</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Lesen geht durch den Magen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Mar 2012 22:13:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein junges Team hat eine alte Idee wieder aufgegriffen &#8211; und mich an eine der schönsten Fotostrecken erinnert, die ich jemals gesehen habe. Idee, Fotostrecke und das Vorhaben von zwei Studenten &#8211; Konstantin und Natalie &#8211; will ich hier gerne vorstellen. Alles zusammen macht Appetit auf gute Fotos, leckeres Essen und lesenswerte Literatur. Ende der 70er-Jahre war ich ein großer Fan der Frauenzeitschrift &#8222;Petra&#8220;. Wegen der Mode, wegen der lesenswerten Reportagen, aber vor allem wegen des Literarischen Menüs. In jeder Ausgabe fand sich ein Auszug aus einem Stück Welt- und populärer Literatur, versehen mit Rezepten und vor allem mit hervorragenden Fotos. Nicht einfach nur Teller mit leckeren Gerichten darauf, nein, die Bilder zeigten das ganze Ambiente der jeweiligen Szene im Buch. Die Fotos waren allesamt von Arnold Zabert, dem großen Food-Fotografen, der zusammen mit dem Kochbuchverleger Friedrich-Karl Sandmann mit dem Kochbuch mit dem roten Löffel auf dem Titel bekannt wurde (Kochen &#8211; die große Schule). In diesem preisgekrönten Standardwerk treibt Zabert den Minimalismus in der Foodfotografie zum äußersten. Ganz anders seine Bilder für das literarische Menü. Das ist ein Schwelgen in feinem Geschirr, historischen Accessoires, bäuerlichem Ambiente oder opulentem Gründerzeit-Interieur. Schlemmen für die Augen. Der Verlag Zabert-Sandmann hat mir erlaubt, hier drei Fotos aus dem &#8222;Literarischen Menü&#8220; der Petra zu zeigen. Leider liegen sie nicht digital vor, so dass ich nur die eingescannten Seiten von damals zur Verfügung habe. Qualitativ nicht gut, aber vielleicht bekommt man dennoch einen Eindruck von dieser großartigen Fotostrecke. Die Idee des literarischen Menüs haben die Studenten Konstantin und Natalie aus Berlin wieder aufgegriffen. Es soll ihre Abschlussarbeit im Studiengang Kommunikationsdesign werden. So haben sie ihr Konzept beschrieben: Uns fielen die vielen belletristischen Werke auf, in denen Essen eine wichtige oder sogar elementare Rolle spielt. Da das Lesen ebenso wie das Kochen einen wichtigen Platz in unserem Alltag einnehmen, haben wir darauf basierend unser Thema abgeleitet. Es geht uns darum eine »Kulinarische Reise durch die Literatur« zu inszenieren. Dazu werden wir Speisen ihrem belletristischen Ursprung entsprechend photographieren, zusammen mit den Elementen eines modernen Kochbuchs als »literarisches Kochbuch« gestalten sowie den hierfür definierten Anspruch an Dramaturgie und Kontext abschließend für ein Ausstellungskonzept adaptieren, um eine Auswahl der im Buch zusammengestellten Rezepte in besonderem Maße multimedial für den Besucher erlebbar zu präsentieren. Aktuell sind die beiden noch dabei, Rezepte und Bücher zu sammeln. Außerdem müssen sie sich mit den Rechteinhabern in den Verlagen auseinandersetzen, und auch für die Rezepte brauchen sie eine Freigabe. Aber es gibt bereits den Lesefutterblog, in dem sie ihr Vorhaben illustrieren. Das Exposé dazu gibt es hier. Da ich die gesamte Konzeption sehr interessant findet, will ich die beiden gern unterstützen. Als erstes habe ich eine Liste Literarisches Menü aller literarischen Menüs aus der &#8222;Petra&#8220; geschrieben, die ich damals gesammelt und bis heute aufgehoben habe. Weitere Hilfe werde ich den Studenten gern geben, wenn sie Bedarf haben. Außerdem werde ich hier im Blauen Blog über den Fortgang der Arbeit berichten und zum Blog von Konstantin und Natalie verlinken. Mehr dazu demnächst an diese Stelle.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/lesen-geht-durch-den-magen/">Lesen geht durch den Magen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein junges Team hat eine alte Idee wieder aufgegriffen &#8211; und mich an eine der schönsten Fotostrecken erinnert, die ich jemals gesehen habe. Idee, Fotostrecke und das Vorhaben von zwei Studenten &#8211; Konstantin und Natalie &#8211; will ich hier gerne vorstellen. Alles zusammen macht Appetit auf gute Fotos, leckeres Essen und lesenswerte Literatur.<br />
<span id="more-1454"></span></p>
<p>Ende der 70er-Jahre war ich ein großer Fan der Frauenzeitschrift &#8222;Petra&#8220;. Wegen der Mode, wegen der lesenswerten Reportagen, aber vor allem wegen des Literarischen Menüs. In jeder Ausgabe fand sich ein Auszug aus einem Stück Welt- und populärer Literatur, versehen mit Rezepten und vor allem mit hervorragenden Fotos. Nicht einfach nur Teller mit leckeren Gerichten darauf, nein, die Bilder zeigten das ganze Ambiente der jeweiligen Szene im Buch.</p>
<p>Die Fotos waren allesamt von Arnold Zabert, dem großen Food-Fotografen, der zusammen mit dem Kochbuchverleger Friedrich-Karl Sandmann mit dem Kochbuch mit dem roten Löffel auf dem Titel bekannt wurde (Kochen &#8211; die große Schule). In diesem preisgekrönten Standardwerk treibt Zabert den Minimalismus in der Foodfotografie zum äußersten. Ganz anders seine Bilder für das literarische Menü. Das ist ein Schwelgen in feinem Geschirr, historischen Accessoires, bäuerlichem Ambiente oder opulentem Gründerzeit-Interieur. Schlemmen für die Augen.</p>
<p>Der <a href="http://www.zs-verlag.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verlag Zabert-Sandmann</a> hat mir erlaubt, hier drei Fotos aus dem &#8222;Literarischen Menü&#8220; der Petra zu zeigen. Leider liegen sie nicht digital vor, so dass ich nur die eingescannten Seiten von damals zur Verfügung habe. Qualitativ nicht gut, aber vielleicht bekommt man dennoch einen Eindruck von dieser großartigen Fotostrecke.</p>
<p><figure id="attachment_10691" aria-describedby="caption-attachment-10691" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litNero-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10691 size-full" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litNero-1.jpg" alt="" width="800" height="553" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litNero-1.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litNero-1-150x104.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litNero-1-768x531.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10691" class="wp-caption-text">Eine Lammkeule für Nero Wolfe Foto: Arnold Zabert</figcaption></figure></p>
<p><figure id="attachment_10693" aria-describedby="caption-attachment-10693" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litProust-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10693 size-full" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litProust-1.jpg" alt="" width="600" height="415" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litProust-1.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litProust-1-150x104.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10693" class="wp-caption-text">Bouf à la Proust Foto: Arnold Zabert</figcaption></figure></p>
<p><figure id="attachment_10694" aria-describedby="caption-attachment-10694" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litRoux-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10694 size-full" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litRoux-1.jpg" alt="" width="600" height="412" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litRoux-1.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/litRoux-1-150x103.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10694" class="wp-caption-text">Die Fischsuppe der Madame Roux Foto: Arnold Zabert</figcaption></figure></p>
<p>Die Idee des literarischen Menüs haben die Studenten Konstantin und Natalie aus Berlin wieder aufgegriffen. Es soll ihre Abschlussarbeit im Studiengang Kommunikationsdesign werden. So haben sie ihr Konzept beschrieben:</p>
<blockquote><p>Uns fielen die vielen belletristischen Werke auf, in denen Essen eine wichtige oder sogar elementare Rolle spielt. Da das Lesen ebenso wie das Kochen einen wichtigen Platz in unserem Alltag einnehmen, haben wir darauf basierend unser Thema abgeleitet. Es geht uns darum eine »Kulinarische Reise durch die Literatur« zu inszenieren. Dazu werden wir Speisen ihrem belletristischen Ursprung entsprechend photographieren, zusammen mit den Elementen eines modernen Kochbuchs als »literarisches Kochbuch« gestalten sowie den hierfür definierten Anspruch an Dramaturgie und Kontext abschließend für ein Ausstellungskonzept adaptieren, um eine Auswahl der im Buch zusammengestellten Rezepte in besonderem Maße multimedial für den Besucher erlebbar zu präsentieren.</p></blockquote>
<p>Aktuell sind die beiden noch dabei, Rezepte und Bücher zu sammeln. Außerdem müssen sie sich mit den Rechteinhabern in den Verlagen auseinandersetzen, und auch für die Rezepte brauchen sie eine Freigabe. Aber es gibt bereits den <a href="http://lesefutterblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lesefutterblog</a>, in dem sie ihr Vorhaben illustrieren. Das Exposé dazu gibt es <a href="http://t.co/yFTQZXg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
<p>Da ich die gesamte Konzeption sehr interessant findet, will ich die beiden gern unterstützen. Als erstes habe ich eine <a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liste-Literarisches-Menü.pdf">Liste Literarisches Menü</a> aller literarischen Menüs aus der &#8222;Petra&#8220; geschrieben, die ich damals gesammelt und bis heute aufgehoben habe. Weitere Hilfe werde ich den Studenten gern geben, wenn sie Bedarf haben. Außerdem werde ich hier im Blauen Blog über den Fortgang der Arbeit berichten und zum Blog von Konstantin und Natalie verlinken. Mehr dazu demnächst an diese Stelle.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/lesen-geht-durch-den-magen/">Lesen geht durch den Magen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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